Fulda, Mittwoch, den 11. Januar 1905.
32. Jahrgang
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zchristleiter:Zof.San«
z ^rzeker in Zulda» wocheobeUag«! „Illustrierte Sonntagrzeitung
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Druck und Verlag der
Zuldaer Actiendrucker^
Monat-b-iiage: „Zuldaer GeschichtrAAter". Zrnrfprechu Nr. 9^
Zweites Wl'ciLL.
Rutzlandrull-ZapansUriegsfiLaVzev.
Der Finanzlage der kriegführenden Nationen widmet ein Leitartikel im ,Export Trabes Zeitschrift für Deutschlands Welthandel (Frankfurt a. M.), eine intereffante B-tcachlung, die wir nachstehend in ihren Hauptzügen wiedergeben.
In den Krieg trat Rußland mit einer Schuldenlast von 14,3 MilliardenMk. Davon war der größte Teil im Auslände unter gebracht, in Frankreich nach amtlichen Ermittelungen gegen 6 Milliarden Mk. In deutscher Händen befinden sich russische Sraatsschuldver- schreibungen schätzungsweise in der Höhe von etwa 2 Milliarden Mk. Außerdem find in russischen Industrie • Unternehmungen annähernd l'/g Milliarden Mk fremdes Kapital angelegt, meistens französisches, zum Teil belgisches und lk Milliarden deutsches Kapital.
Rußlands Finanz-Verwaltung hat seit Bunge eingreif.nde Reformen zustande gebracht, den Notenumlauf beschränkt, die Goldwährung eingeführt, ausreichende Goldmünzen in den Verkehr gesetzt, den Goldbestand in Reichsbank und Reichs schätz gehoben und insbesondere die Anleihe-Operationen mit Geschick bewerkstelligt. Nachhaltig verbefferte sich der russische StaatSkredit, und der Kurs der vrerprozentigen russischen Goldanleihen hob sich von 75 im Jahre 1880 auf annähernd Pari seit Ende der 90er Jahre. Nach Ausbruch des Krieges ging bei Kurs allerdings bis auf 90'/- zurück, hielt sich aber noch immer auf einer resprklabeln Höhe, anscheinend allerdings nicht ohne Einwirkung der russischen Finanz-Verwaltung. Rußlands Staatsschuld steht vielleicht mrt den natürlichen Schätzen des weiten Reiches, kaum aber mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit seiner Bevölkerung im richtigen Verhältnisse. Bisher haben sich aber noch alle Besorgnisse über Rußlands Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilltg- keit als unbegründet herausgeftellt. Tatsächlich Hot die russische Regierung immer alle ihre Ver pflichtungen dem Auslande gegenüber pünktlich erfüllt. Ob sie an diesem vortrefflichen und bewährten Grundsätze auch fernerhin fefthalten kann, hängt von dem Verlaufe des Krieges und der damit im Zusammenhänge stehenden Entwickelung im Innern ab.
Japans Schuld belief sich bei Beginn des Krieges auf etwa 1170 Mill onen Mk und war zur kleineren Hälfte in England untergebroch. Von vornherein hatte man diesem exotischen Staat- nicht so günstige Bedingungen gewährt, rote sie dem russischen Reiche zugestanden morsen waren. Mstte 1903 standm die vterprozeniigen Japaner in London auf 86'/,, sanken von Monat zu Monat, fielen nach Ausbruch des Krieges auf 64'/, und hielten sich in den letzten Monaten
Woverts KHre.
Erzählung aus der Gegenwart von Alca Ruth.
LI ------(Nachdruck verboten.)
Daun erhielt er hen G-flellungSbefehl mit der Aufforderung, sein O fifierSpateut mitzubringen. Er hatte alle- so vorauigesehen, und nun brach er vernichtet zu ommen, wie vor seitiew Todesurteil. J-tz, Hieb tetn Zweifel mehr. Dar Schreckliche war eingetroffen. Ein Moment schien ihm da» Blut in den Adern zu erstarren, und dann raste er ihm wild durch den Köip-r. Sine Eirkälie lief ihm über den Nacken und preßte seine SLläie wie mit Eisenilamm-rn Er war ja undenkbar! Er — htimk-hrend al» Entehrter, öffentlich gebrandmarkt, weil er christl ch, menschlich gehandelt — und Weihnachten stand vor der Türe!
Er lachte bitter auf und rief wirre Worte, sodaß sein Bursch; de' Kopf hereinsteckte und srug, ob Herr Hauptmann etwa- befehle.
„Schweig," donnerte ihn dieser an, daß der Arme erschrocken zmÄckmhr, die Tür hinter sich schloß und fiq ferne Gedanken über den späten Besuch an jenem Abend und so weiter machte.....
Die lauten Schläge der Kirchenuhr rissen Robert aus seiner verzweifelten Stimmung. Um neun Uhr wußte er in de« Bezirkskommando sein. Er ließ sich seine beste Uniform bringen und schnallte den Säbel um. Er hatte seine ganze Kraft nötig, um sich aufrecht zu erhalten und vor so vielen verdammenden Gesichtern die Haltung de» Ungebeugten zu bewahren Langsam schritt er nun die Straße hinauf. Eine geheime Hoffnung gl übte seltsamerweise in dem verzweifelnden Auae-blicke in ihm auf Der Ruf der Tücktigketi als Oifiger ging thm voraus bi» zu den höchsten Instanzen Konnte d es seine R-ttung werden ? Wenn der oberste Kriegsherr den Beschluß des Spruchgerichts nicht bestätigte — ach, er war ji mit Letb und Seele Soldat! Du.sie man ihn hinaurstoßcn in die lichtlose Zukunft?
auf annähernd 75. An dn japanischen Fmanzen ist das europäische Festland so gut rote gar nicht interessiert, dagegen in beschränkt m Maße an Geschäftshäusern und Kapitals-Anlagen deutscher und anderer Unternehmer in den japanischen Hauptstädten.
Im Laufe des Krieges haben Rußland wie Japan je eine neue Anleihe im Auslande aufgenommen, Rußland in Frankreich 640 Mll Mk. durch Ausgabe von Schatzanroeisungen, mit 5 Proz. verzinslich zum Nettokurie von 95'/,, Japan in England, zum Teil in Nordamerika 2u0 Mill. Mk., ebenfalls durch Ausgabe von Schatzanweisungen mit 6 Proz. verzinslich zum Nettokurse von 91'/,. Da die Schatzanroeisungen m 3 bezw. 7 Jahren mit 100 Proz. zurückzu zahlen find, so mußten beide Reiche ziemlrch orückende Bedingungen eingehen. Anfang No. oember 1904 kam in Lonron und Nrw-A irt eine neue japanische Anleihevon240Mill. Mark zum Kurse von 90'/, zur Ausgabe. Abzüglich der Provision dürste Japan nur einen Kurs von 89'/, erzielt haben.
In seiner umfangreichen Arbeit über „Die finanzielle Seile des russisch japanischen Krieges" (Marinerundschau, Oktoberheft 1904) berechnet Helfferich bte für den Krieg verfügbaren Mittel Rußlands einschließlich der neuen Anleihe auf rund 2 Milliarden Mk, die rvsfi schen Kriegskosten auf 175 bis 215 Mill. Mk monatlich. Demnach hätte die neue auswärtige Anleihe Rußlands mit 640 Mill. Mk. nur seinen Kriegsbedarf für ein Vier eijahr gedeckt. Wohl oefitzt die russische Finanzverroaltung in dem Goldbestand der Bank mrt mehr a'.s 2 Milliarden Mark und in dem Novenrecht der Bank, das noch eine Ausgabe von 1120 Mill. Mk. Noten gestattet, einen Rückhalt von besonderer S älke, der nach Helfferich geeignet erscheint, der Regierung 'Über etwaige vorübergehende Schwterig- tetten bei der Ausbringung der Mittel für den Krieg hinwegzuhelfen. Von der Möglichkeit, die Kriegsvedürfntffe durch ein Zurückgreisen auf die Goldbestände oder das Notenrecht der Bank zu decken, will aber die russische Regierung nach ihrer wlederholten Erklärung keinen Gebrauch machen, um nicht bte verfügbaren Mittel vor der Zeit zu erschöpfen und die Valuta zu gefährden. Ob die russi che R gterung daran festhalten wird, hängt von Dauer und Erfolg des Krieges ab. Nach Helfs« ichs Meinung müßten der ersten in Frankreich aufgenommenen Kriegsanleihe Ruß tands bal weitere folgen und in der Tat wird soeben eine solche von 500 Mill, in Deutsch land begeben.
Gleiche Mittel hatte J ap an nicht annähernd zur Verfügung. Japan schätzt seinen Kttegs - darf bis @ibe März 1905 auf rund 1150 Millionen Mk., wovon etwa zwei Drittel durch Ai.leihen aufgebracht werden sollen. Japans Kriegsausgaben sind aus verschiedenen Gründen erheblich geringer als diejenigen Ruß- lands. Japan ist dem K i-gsschaaplvtz nähet
Sein ganzer Aufwand an tlcgiojem Entlaße schmolz zusammen; er k ammerte sich an diese wi-z-ge Hoffnung, denn es war die furchtbarste Stunde seines reden-, und alle» was er zuvor gelitten, war nichts im Br. gleich mit dem, was ihm bevorstand, mit dern- jenigen, d.m er nun entgegen ging.
Ein lange-, grausteinerneS Gebäude tauchte vor ihm auf. Ec zog seine Uhr und sah, daß seine Zeit gekommen war. Als er die breiten Stufen hinauf stieg, dachte er an seine Mutter usd Jdalie, allein diese Erinnerung tröstete ihn nicht, sie schmerzte ihn, und dann dachte er an nichts mehr, er wußte zeitweilig nicht, waS um ihn vorging.
I« Vorzimmer foß ein Soldat in der Drillich jccke, mit Schreiben befchästigr. Er flog beim Eintritt des O fizier» in stramme Haftung. Robert sah -S nicht einmal. Eine Oido- anz trat ihm entgegen, die er mit der Anmeldung zum Adjmanten schickte Ec ete-artete den Adjutanten, her in ft inen letzten Händedruck eine Andeutung zum bevo st-henden Avancement gelegt hatte, mit der schwachen Regung einet Hrff ung. Statt seiner kehrte die Ordonanz zurück und bat den Herrn Leutnant, auf eine Weile in» Meldezimmer zu treten. Eine Tür führte auS diesem in da» Bureau der BezirkrkowmandoS.
Robert hörte in peinvoller Erwartung, wie in dem Räume nebenan der Ehrenrat stch etnfand, fäbel- roffelnd, sporenklirrend. Er griff an den Korb seiner Sabel», die verzw-'flungsvolle Stimmung überlief thn witdet wie ein Schauer; er hätte die 83cffe krampfhaft umfassen möjen und rufen: »Ihr habt nicht das Recht, sie mir zu rühmen.*
Dann schüttelte er sich und raffte sich empor. Ec burfte keine Schwäche zeigen, nicht vor denen, d e ihn feige mieden, die in dem Wahne mittelalter lichrn Vorurteil- glaubten, ihn verdammen zu können.
E'.n laufe« Räuspern im Neben^emache machte ihn aufmerksam. Da» war der Oberst. Er hörte ihn mit seiner rauhen Stimme zum A jatanten isnechrn tiefer täfelte eine Bemerkung, welcher die Uebrgen zuMaunicn Daun ging die Türe auf und Leutnant Söller machte z-sei Schritte gegen Robert. Man
und verfügt über den billigeren Seeweg, feine ganze Verwaltung ist ehrlicher, die Heeresver- roalrung billiger (stellt sich doch der Sold ein-s apamschen $o!baten in Frieden;zeiten zwischen 1,80 und 2 50 Mk. monatlich) und, was ntcht urrterichätzt werden darf, der nationale Opfermut des Volkes ist geradezu beispiellos. Nach der Versicherung von Landeskundigen würde sich die Bevölkerung selbst mit dem Zwangskurs des Papiergeldes befreunden.
Kommt ein baldiger Frieden zustande, so werden beide Staaten, bte keine Kttegseitt schädigung voneinander zu erwarten heben, die stnanztellen Opfer, die ihnen der Krieg auferlegt hat, tragen müffm und tragen können. Bei längerer Dauer deS Krieges ist freilich zu befürchten, daß die Finanzkräfte der beiden Staaten übermäßig geschwächt und ihr Kredit im ArSlande ernstlich erschüttert wird.
Permiichfes.
Fallende Pferdestall Ordnung gehtunSvom Tiersa>utzverein mit der thtte um Beröfferttftchuns zu: Sei freund ich zu den Tieren; behandle auch die ängstlichen, Mbit die bösartig n, mit Erduld. Halt« allezeit den Pferdestall rem, trecken und gut aufgeräumt Bekämpfe daS llogeziefer Sorge stets dafür, daß im St-.ll gesunde Luft und genügendes ficht «o Händen st. Sorge auch dafür, daß die Krippen, Futter- und Trinkgesäße immer sauber stad, weil dadurch Krank heilen vorgebeugt wird. Halte in der Fütterung genau Zett und richtiaeS Maß inne. Sorge für gesundes Futter und remeS Waffer. Sünne den Tieren die notwendige bi he gib ihnen aber auch genügende Streu, damit fie wirklich rüden können. Die Kette, woran die Pferde im Stall geftsftlt find, muß so lang sein, daß die Tiere de m Lie en nicht gehindert werden. Beikalter Witterung hänge da? Geschirr über Nacht im warmen Stalle auf, damit die Sebiffe nicht eiSkalt in daS Maul gel-gt werden Berwrnde nicht die ganz unnötigen, quälenden Kopf Hochhalte- (Nuflatz-) Zügel und auch nicht die saft immer entbehrlichen Scheuklappen. Fährst Du jedoch mit Scheutlappen, so achte streng darauf, daß fi« nicht rouib reiben oder die Augen verdicken. Verwende nicht die grausame Kinn ketten-Kandare und auch keine scharfen Sebiffe, welche die Zunge deS Pferdes zersägen, zerquetschen oder einfchnrren. Laffe hingegen Hinterzeug am G-schirr snbri-gen, damit die Pferde e« beim Zurückschieben de» WagenS leichter haben. Halle daS Zuggeschftr sauber und geschmeidig; prüfe öfter», ob eS noch paßt. Drückt oder scheuert es, so hilf d-m Nebel durch eine weiche Unterlage schleunigst ab. Prüfe auch öfter» den Hufbefchlag. Ge e beim Beschlagen in der Schmiede mil^ Ruhe und Geduld vor. Laffe im Winter bei Glätte die Eisen schärfen. Sm brsten ist: Du schaffst einzulchraubende Stollen an Labme, rnundzedrück.e oder wundgrscheuerte fetde müffen so lange von Arbeit srerbleibeu, bis Heilung ei folgt ist. Wird ein Tier leidend, was Du beim cuttern und Putzen wabruehmen kannst, hole rechtzeit g sachverständige Hilfe Bor Pfuschern und Quackialbern hüte Dich. AlterSschwackie oder sonst dauernd uubrauck bar gewordene Tiere laffe möglichst schmerzlos töten i Schuß i«S Ohr, Axthiebe auf die Stirn.) Niemals aber laffe daS Tier bei vollem Bewußtsein abst-ch n verkaufst Du ein a-beittunfähige» Pf rd zum Schlachten so bedinge schriftlich, daß es auch wirklich gelötet u-d nicht noch weiter auSgeschundev wird Forsche nact !
Fz. Erdbeben in Schwede» Dänemark En kurzes, aber heftteeS Erdbeben setzte, wie jetzt erst be könnt wird, im Oiiober 'd. I. Thristiania in Alarm.
(ab ihm an, -r war ängstlich rewüst, mit d-m gemaßregelten O fifiere keine Gemeinschaft zu zeigen und versetzte förmlich: „Man bittet Herrn Meding einjutrete».*
Herrn Meding l Ein spöttische» Lächeln irrte um Roberts Lippen, wie er diese» Schatten blld einer Charakters vor sich steht und sich sagt: „Jener wird würdiger befunden al» Du."
Schnell überschritt er die Schwelle und sah die vielen feierlichen Gesichter voll Spannung nach ihm gerichtet, um den Eindruck deS Folgenden aus ihn recht voll zu genießen.
Emen langen Blick warf er auf den Obersten, der vor dem Tische ,aß und ein Schriftstück in der Hrnd hielt.
Da fühlte er mit einem Male, wie e» leer in ihm wurde — die Hoffnung war geschwunden.
„Ich habe Ihnen wiizdterl-n,* begann der „Aelteste" und knöpfte feinen Wafftmock zu, „daß Se. Majestät da» Urteil de» vpruchgericht», wonach gegen Sie da« ehrengerichtliche Verfahren wesen Verletzung der Standerehre eingeleitet ist, in vollem Umfang bestätigt hat und Sie hiermit au» dem Militär- bezm. Soldatenstande mit schlichtem Abschied ent- lassen find."/
Er Helt inne, in dem Augenblicke atmete keiner mehr von den Anwesenden. Für alle diese Herren ton te die Pvftuae de» jüngsten Gericht» nicht er- schüi ereder wirken, al» jene Worte. Nur dem fie galten, der blieb unbeweglich, al» sei er zu Stein geworden und habe jede Empfindung für darjemge, wo» um ihn vorging, verloren. Er hörte die nähre Begründung, die der „Seltene* vorla», Wie au« weiter F-rue zu sich Herdringen und versuchte ihr-n Sinn zu erfassen, ober er vermochte nicht, seine Gedanken zusammen zu halten, er dachte Plötzlich an ganz andere Dinge, an Lächerlichkeiten, die ihn zu toller Hetterkeit r-izten. War er schon wähl finnig, oder kam so die Nscht dr» Jr finn«?
Er bemerke, daß man von ihm den Schluß der schrcklichen Versammlung erwartete, daß er geben soll-, er, der Herr W-ding, der keinen Anspruch mehr hatte auf die Uniform, die er trug.
Es begann um 11 23 morgens und haue t- glücklicherweise nur 4 Se'miden; am heftigsten machte es stch in der Stabt selbst bemerkbar, aber auch die Bo ftädte wurden von ihm betroffen. Derartige Naturerfcheivungen kommen in Skandinavien nur äußerst selten vor, und um so größer war die Bestürzung der Einwohner. Di« meisten Leute beschrieben daS Gefühl, da» st« verspürten, al» eine hebende und schwantende Bewe-ung, wie fie an Bord von Schifft» bei rollender Se« gefühlt wird. Gemälde fielen von Ben Wänden, Möbel wurden voa einer Seite der Stube auf die andere gerückt, die Wär de knarrten, als ob fi- fallen wollten, und ein kurzes Zittern beendete das Phänomen. In vielen Häisern zerbrachen die Fenster, Schornsteine stürzten nieder und lange R ff« zeigten stch in den Wänden. Ungefähr um ll1/« Uhr ließ stch ein unbedeutender Stoß in d-n mettte» Teilen Dänemarks und in den Otseeprovixzen Deutschlands verspüren. Ja Kopenhagen wurde kein ernstlicher Schaden angerichtet, aber Möbel wurden verschoben und an den Wänden hängende Gemälde inS Schwingen gebracht.
Liferarikhes.
Der S. Jahrgang der »Allg meinen Rnsdschmtt (Wochenschrift für Politik und K ltnr, München, Verlag von Dr. A. Kaufen, Quartalspreis 2 40 Mark) hat soeben begonnen. Der Umschlag erscheint in einem neuen Gewände, der v eien vielleicht besser zuiagen wird. Die erste Nummer deS muen Jahr,an,eS dieser bereit» vorzüglich eingeführten vornehm katboltschen Wochenschrift ist zugleich eine gehattvolle, jedem Geschmack .U-ch- nu--g tragende ReujabrSnumwer. Drei auSerleiene Gedichte (.N ujahr" von L I. Biesendorfer, „Sylvester' von Anna Äffer, „Der neue Stern* von Franz Matt), sowie eine geistvolle, tftffirmige Syloeste-skizze „Da» L ed von Gott* von M. Herbert dringen d»-- poetischen Zauber deS JabreSwechsrlS zur Geltung. Ander Bvitze deS Blatte» wü-digt Hof' at Prof Dr. Hans Reidelbach den fiebenSflau, und die Berdienste deS Prinzen Ludwig do» Bayern anläßlich de» am 7. 9anuat be« vorsteh-nden 60. Geburtstage». Eir e großzügige pol tische Wettbilanz zieht mit bewährter M.tst-rschaf-Fritz Nien- kewper (Berlin) In seinem .Am Meilenstein 1905*. Gin bay-rischer Zentrumsführer, Abgeordneter Dr. Pichler gibt klar und objektiv ein Faz-l der „fiaae in Bayern am Schluffe de- JahrrS 1904*. RetchStagS- abgeordneter H. O el erörtert die F uge: „WaS ist e» nvt den M-istbeg nstigung»-HandeIsverträgen7" Dr. Luzian Pfleger und Dr. I. (ihr. Huck bieten anregend und feffelnd geschriebene GffayS, der erste über da» alte, nun anschewend gelöste Problem vom.Man« mit der e’fernen RaSke", letzterer in einem S fpräch über Michelangelo: .LebenStragikun GlaubenSidealiSmu»*. Die übrigen Rubriken, fpefiell die Mufik- und Btimen» schau find in Üblicher Weise vertrettn. Die Rundschau bildet eine vorzügliche Ergänzung der Tage vr-ffe.
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Da fi mtme tn ihm a ch der S olz der W ding'» auf. Er reckte sich empor, er überragte fie alle, die da über ihn zu Ge-ichte saßen; und die Stimme seine» G w ssenS, die nie fo laut gerufen wie jetzt in seinem ichwerstkN Au^nblick, sagt- ium; „ES arilt D'ch da» Urteil dieser Götzen eine» falschen Eorhi gi ss-1*
Langsam trat Robert zu dem T sch-, leate fein Offiiteribatent vor den Aeltesten n d jagte festen und mutigen Tone»;
»Meine Herren, Sie drücken mir die Waffe in d'e Hr«, nnb ich vnweiijere fie Die W.ff an sich be» west nicht-, fi« «st ebenso scharf in dec Hand be» Schurken w-e in d rjerfigen ein-» Ehrenmannes. Sir adetn den E-fieren nicht etwa seiner Ehrer bai ig'ett, sondern der G toalttat wegen. Unter solchen Umständen bin ich lieber Bürger ol» Soldat ^
Mit ei. er kurzen Verbeugung wandte er fich und ai"q. Hinter ihm fi egen die Pcpiersetzeo seine» O fixier#patent» zu Boden, zerrissen von der Hand te» Aettefien. Wie war er einst so stolz auf die» Patent mit feinen feierlichen E> Mahnungen zu Deoe und Top erteil! Nun war oll S vorüber, vnd er trat zum letzten Male üb r die Schwelle bieleS Gebäude«. Er mußte Haltung bewahren, während ihm feine Knie fast znfaimnendrachen.
O Gott, war e» d-unmöglich! Wohin sollte er? WaS nun?
D e Allee herauf kam eine Wtcheablöfung. da» Kommandowort ertönte und strammen Schritte» marsch ecte der kleine T-Upp an ibm vorüber Sr glaubte, umfinken zu muss n uvd h ite da« Gefühl, aö fei der Boden unter ihm zum fch-oaukenden Brett geworden und Schwindel erfass? ihn. Die Allee hinunter wankte er zur Stadt hinaus.
Er kam auch am Uaiverfität-gebäude vorüber, dessen T-eppe hinunter ein junget Manu zu schreiten im Begr ffi stand Da er Robert erblickt-, tra* er ichaell unter den Eingang zurück. Es wo» Rolf. Sei-e fehe Natur schreckte vor dem Hetaneileviden zU'ück Ein G-lühl dr» U b-bage»S überkam ihn, al» er, hinter einem Pfeiler verst ck, den totbleichen Maan gebrochen davonwanken sah.
(Fortsetzung folgt.)