Einzelbild herunterladen
 

Fulda, Samstag, den 7. Januar 1905.

Jahrgang.

Zeitung

Monatrdellage: „Zuldaer Geschichtsblätter"

Druck und Verla- btt Zuldaer Actiendruckerq in Zulda (Harmonie), Zernsprecher Nr. 9.

Anzeigen: Vie ein­spaltige Petitzeile oder deren Nau« 15 pfg. Reklamen die Petitzeile 25 pfg; bei Wieder­holungen wird entspr. Rabatt gewährt.

-rfchetttt tS-Nch, nett Insuahm« der Son» «rd Zeiertage. viertel- Ahrl. vezugrpreir echn« vriugerlotzn und Veßellgeldiuzuldauud «MvSrtr 1 Ml. SV Pfg.

Verantwortlicher rchriftleiterrZof.vaum für die Inserate j. parzeller in Zulda.

Fuldaer

wochexbeUage: „Illustrierte Sountagszeitung"

daß der Geistliche Mttglied oder Vorsitzender-,

des Kirchen Vorstandes fei, der Rettgtonsumerrlchr

(Nachdruck derbstes.)

durch das Freusengeschrei der liberalen Presse belehren lassen. Wenn diese trotz der Forderung,

h

w.

Mecklenburg - Schweriusche Prinzessin C c lie Bruten und die Meck enburgiscire Gesandtschaft öaher künftig in der Berliner Gesellschaft »ine sehr w chttgs Rolle zu spielen berufen fein wird. Außerdem ist vorgesehen, daß die Mecklenburger Fürstlichkeiten, die ja kürrftightu auch o?e häufiger in Berlin weilen werden, in dem Gesandtschafts- Palais Wohnung finden sollen.

* Der Kaiier empfing heute vormittag en Freiherrn v. Brander stein in der neuen Uni­form aeS Deutsche« Freiwillige« Ant» mobil Korps Er äußer e sei- e Zuft redeuh tt mtt der Misorrn und würschre nur die Aerds« rung einiger t.einem Details. Fer er befahl et, daß Resepve-Offiziere, werm sie d e Woff r- übung innerhalb des Korps abüisten, diese Uni­form zu trage» hadm D-e Uwform ist in der Farbe ähnlich jener, wie fie die CUva Trvppev hatten, mit gelben Stieseln oder Gamaschen i.nb gelben Schuden. Die Bewaffnung besteht auS einem Hirschfänger und einer Pistole, wie fie jetzt bei der Marine probeweise einpefShrt sind.

* Auskunft vouBehörde« in Zeituuge« Der Reichskanzler und preußische Mmrsterv äfi- dent Graf v. Bülow hat, wie dte ,Tätlich« Rundschau' erfährt, an die ihm unterstellten B- hörden »ine Verfügung ergehen taffen, worin er „anr;gt", bei Beantwortung von Fragen, die von legitimierten Vertretern von Zeitungen an Beamte gerichtet werden, die zur Erteilung von Auskünften befugt find (also an die verant­wortlichen Leiter einer Behörde, die Dezer- ^rlrn) nicht unnötig Zeit verstreichen zu lassen, sofern nicht oer Erteilung der Auskunft Bedenken enkgegenstehen. „Ich selbst mache es auch < ol"

§ Tie Deutsche Lau-Wirtschafts Gesell­schaft wird im Jahre 19 5 zwet Gesell­schaftsreisen veranstalten. Die eine wird stch an dte 19. Wanderausstellung der Gesellscvast, welche vom 29. Juni bis zum 4. Juli 105 in München stattfinden wird, anfchl-eßev. Als Reisegebiet ist das Königreich Württemberg und das Schwarzwaldgebiet im Großhrrzoatum Äadn in Aussicht genommen. Die zweite Reise wird «ach Dänemark und Schweben gehen. Al« Zeit­punkt rst die Zeit der Ernte, also der Mona' August, in Aussicht genommen. Die Reift rotri in den ersten Tagen des Monats durch Däne- mark ihren Anfang nehmen und hier eiroa vier Tage beanspruchen. Für die Fahrt durch Schwe­den ist eine Zeit von acht Tagen in Aussicht genommen, und zwar werden die nördlichsten Punkte, welche besucht werden, Stockholm oder Upsala fein. Eine besonders genaue Besichtigung ist für die landwirtschaftlich aus hoher Stuf-stehende Provinz Schonen in Südschweden geplant.

% In einem „Arbeiter uls Arbeitgeber" über sch . iebenen A tikel der ,Sachs. A be-terz'g.' geberdet sich der sozialdemokratische Reichstags- abgeordnete Fräßdorf höchst empört, daß die Generalversammlung des großen Dresdener Kmsumoerein« .Vorwärts' die Einführung einer Pension für Angestellte und deren Witwen, zu der die Angestellten selbst mit beizusteuern hätten, aboelebnt hat. Er kommentiert den Beschluß

7. Kapitel. Gerichtet.

Das Eazellterchen stand in der HauStüre, die zu der Krambud' ihrer Tanks führt« und trßp'te die langen Hrndfchuh« zu. Da kam der Briefnöger zu ihr her und überre chte ür d« Sckrdben in grünem GckchästSuwschlag unter tadelloser Verbeugung:

.Schönes K-aalein, bitte."

Lieschen nahm Huldigueg'N nicht allzu wählerisch entaeg-n,'um so lieber von einem ehowaligen Unter« oifisier mir einem ZivUverftrgungSschein. Eie to af einen Bück auf die dem Umflieg aufgedrrckte F rma: „Jakob Engel, Wi-Ifchift und Bäckerei", und steckte beu Sitiff U Kte Tache

„Also gar nicht neuzieriz?" sagte der schneidige Briefttäg-r. „Ja, jr, wenn m-n den Schatz fo nahe hat, spürt mun kein Hnzklopse», wenn Unsereins kommt."

„Sie sprechen aber auch nie ein vernünftige» Wort," schmoll e Lese kokett und riß dl« ganz: Reihe ihrer Kröpfe wieder auf, denn es fcüafte iyr nichts vor­nehmer, als solch ein graziöse» Zuknöpfen der Hand« sc^rhe, „wen soll ich cm« nun hier zum Schatz haben?"

TaS war eine gar dm liche Ar-ffo d»u.ig, iu dieser Angelegenheit weiter zu red-n, und der ehemalige Uottrvlfizirr mit dem C vilversorgunzSschein schnall e ferne Brieftasche ftp er, gab sich einen Ruck und blinzelte sie on

.Nun, mein schöner Fräulein, wer soll „Er" dem, sein? H Ute morgen Haden Sie ihn sicher noch nicht gesthrn, denn gefteru war'» eine schwere Schmig, und, ja, Fräuleftchen, Keile har's gegeben"

K9ina hören S e aber auf. Solde Herrschaften Teilen sich doch nicht"

„Ich will Ihnen was sagen." Ec trat näher zu ibr heran, als habe er etwa- Vertrauliches mit ihr zu besprechen. „Ich kenne die fdntn Herrschaften, denn nach meinen Dienpfiund-n helfe ich iw Hereem klub beim Servieren aus. Ni»u, «ach Mlttelnrcht,1

im Mittelpunkt der Lehrfächer stehe» müffe und so sich Über die Verur-ellung der geistlichen Ech laufstcht freut, so muß ber Ersatz doch wohl recht zweifelhafte« Wertes ftm. Dir Liberalen wollen di« Kirche aus der Schul? her- ausd.äugen, fie sehe» also sicher in den Ersatz­forderungen keine Festsetzung der Kirchs in der Schule, sondern eine Lockerung des Verhältnisses zwischen beiden.

Vor allem bezrüßen fie in den Synodalbe- schlüssm mit Recht ein Anze chen, daß es vor­wärts gehe mit den liberalen Bestrebungen auf dem Schulgebiet. Dos kann fie nur ermuntern, in ihrer Agitation fortzufahren; ihre Hoffnung auf den schließlichen Sieg wird dadurch gestärkt. Wenn schon die Geistlichen selbst erklären, man müffe sich durch den Verzicht auf eine historisch überkommene Einrichtung den verändetten Zeit- Verhältnissen anbrquemeit, dann ist das für die L beralen gerad zu eine Aufforderung, in ihrer Agitation gegen die konfeffiorulle Schule und für die Simultanschule, und im letzten Grunde für die vollständige Trennung der Kirche und der Religion von der Schule kräftig sortzuiahren. Sie betrachten die Besei« tigung der geistlrchs» Schulaufsicht ja nur als eine Etappe auf dem Wege zu ihrem religionk- losen „Endziele."

Gewiß, beute ist der Weg noch ziemlich weit. Die Liberalen können die Simultanschule, ge­schweige denn die re.igionslose Schule noch nicht durchsetzen. Aber wir wisftn doch auch, was liberale Lärmmacher unter Umständen erreichen könnm. Selbst wenn man glaubt, die geistliche Schulaufsicht fei auf die Dauer nicht mehr halt­bar, so sollte man sich hüten, durch voreiligen Vetzicht dte liberalen Schulpläne zu begünstigen. Es ist erste«« noch gar nicht gesagt, daß die geistliche Schulaufsicht als überlebte In- fitkution dem Untergang geweiht fein müßte; es kann auch ganz anders kommen. Und zweitens ist es ein grundsätzlicher Fehler, liberalen Politikern und L'rhrern in die Hände zu arbeiten. Sie wiffen ohnehin schon alle Andersdenkenden zu terroriefiren und dieRkgierung mit ihren Phrasen einzufchüchtern. Vertreter der Kirche hätten da, sollte man meinen, am aller- weniasten Anlaß, ihnen willkommenes Material zur Bekämpfung des kirchlichen Einflusses a.f die Schul« zu liefern. Man täusche sich doch darüber nicht: mit der Verdrängung der Geist, lrchen a s der Schulaufsicht il die „Zeilent- Wicklung^, der Herr Hacklberg Rechnung tragen zu mrrffen glaubt, nicht abgeschlossen. Wenn man dieser Entwicklung im liberalen Sttne freien Lauf läßt, so wird fie vor der von Hackenberg ver­teidigten Konfession? schule nicht stehen bleiben, sondern über ’ alle kirchliche und konfessionelle „R8cksiändigkeit"hinwegschreitend zur r e l i g i o n s- losen und religionsseindlicheu Schule nach repudlikavtsch-fravzöfischim Muster führen.

Deutiches Reich.

Berlin, den 6. Januar 1905.

*e Das Verbot, aus dm Kaffrn der pro-

[:j geistliche ZSmlauMt.

Der liveraim Presse ist von den protestantl- schen rheir-ischenSynoden eine groß- Freude bereitet worden. Besonders die Presse der National!,iberalen, die im letzten Jahre soviel Verdruß wegen der Schulfrage gehabt haben, schwelgt in Seligkeit. Jubelnd, wird nämlich der Welt verkündet, daß „die Gesamt­heit der rheinischen Synoden ein ver­nichtendes Urteil über die geistliche Schulaufsicht gefällt hat." Von den 32 Synoden haben sich 27 teils unbedingt, teils in milder Form gegen die geistliche Schulaufsicht erklärt, nur eine unbedingt dafür, während zwei zwar auf dem Boden der geistlichen Schulauft sicht stehen, aber die technische Form dieser Auf­sicht verwerfen und zwei von einem Beschluß Abstand genommen haben.

Daß den protestantischen Pastoren die Schul­aufsicht vielfach lästig ist und fie sich ihrer zu entledigen bemüht sind, war nichts neues mehr. Daß aber fast alle Synoden einer ganzen Pro­vinz stch gegen die Schulaufsicht erklären könnten, halte man doch nicht erwartet. Der liberale Jubel ist daher vollkomrren begreiflich. Sind die Liberalen doch damit der Verweltlichung der Schule, ihrer Trennung von der Küche um einen bedeutenden Schritt näher gekommen. Allerdings Möchte ein Teil, der kleinere, der Synoden nicht ohne Ersatz auf die Schulaufsicht verzichten. Meist glauben diese den Einfluß der Kirche auf oH Ochule Hinreichend gewahrt, wenn dem Geist­lichen Sitz und Stimme oder der Vorsitz im Schulvorstande gewährt und dem Re'izions. unterrichte seine Stellung im Mittelpunkte der

morgen mit dem Ariftzuge schon tuet und spektakelt mir im Hau e herum. Ich kenne ihn "

Li.se kannte ihn auch und so erhob fie sich murrend.

„Acer dmch die Allee gehr ich doch ncch einmal, wenn'S denn zum Letzten sein soll," und damit rauschte fie binauS.

„W:nn Du den Ross triff-t, rief ihr die Tante nach, „dann schenke ihm gleich reisen Wein eia. Was liegt an dem Rang? Ihr habt'» Geld und damit bafti!"

Da» dachte auch Liefe, al» sie d»von likf und sich vernahm, 8Hf noch vor ihrer Slbteife zu sp: ecken.

Sie war die Allee schon einige Male ent-ang ge­eilt, ohne wie gewöhnlich auf chn zu. treffen. So ging fie dem Wege nach, auf dem er zur Universität nutzte, und dann begab fie fick bi» zum He.reonub, ohne mit ihm zufammenzutteffen. Da» brachte fit auf, umsomehr, al» der Zecher der Turmuhr immer weiter gegen Mittag zu rückte. Er hatte ja wohl schon 8 ter aut sich warten lasten, aber heute, nach dem Briefe ihre« Baier», satt fie etwa» Abfichtlich-S dar«, daß er nicht kam. Za alledem wirkte die Kälte reckt empfindlich aif fie und fie wußte, daß ihr die rote Rase so schlecht stand Geärgert forte fie um mit dem Vorhaben, >h« brieflich ihre Meinung über den Unzuvrrläjfigen zurückzul»flea.

Uiber den weiten Petz der Kirche sah fie einen Osffter dcher kommen und dog ab, um diesem est» gegemutret-n.

„D;r läuft mir ja geradezu in die Arme," dachte fie des iedigt, .nun sage ich ihm aller, waS ick für seinen netten Setter aus d m Herzen habe, mag der eS weiter besorgen." ;

Etwa» zögernd suchte fie stch dem OAcker zu nähern, der mit ges-uttem Kopse, ohne ihre Gegen­wart zu bemerken, an ihr vorübeceilte

„Herr Wedi«g," hwe sie leise gesagt, eher er hörte fie nicht.

(Fortsetzung folgt.)

Seine Brust atmete schwer, so lehnte er wieder die Wand.

Söller trat langsam zu ihm.

„Herr Kamerad, nach 6tefet Erklärung kann ich Ihnen nur noch die Berficherung geben, daß ich schweige« werde! Ich war der eirtfge Zeuge."

Robe« traf dieses Wort wie eia Krr-lenschlag. Tin Ruck ging ihm durch den Kö.'p r, er stürzte in die Mute m Z mmer» vor; da schloß sich die Türe Hinter dem Davon«henden.s

„D'ß ich schweigen werde," schienea noch die letzten Worte ce» Leu nint8 im Z mmer nachzuhallen.

Der O stsier stand da und starrte ihm rack.

„Gr schwelgt," rmederholts Rod-rt mit tiefem Kiem- Mz, „er schwttsr und glaubt da-Gebeimms -iner Ltthreche S mit sich zu nehmen. Mit niidergeschlaMen AugM werde ich an ihm vorb-igebm wüsten, denn rr MLeigt Sher einen »unkten Pu»kr we neg Lebens."

G- fuhr sich nrtt beiden Han ec in» Haar und lief wie ein Berzweifelnder im Z mmer mvher. W -nn doch der Tag ewig in den ,Scha-teu der Nacht bet» f«kt Hiebe, daß die We't nicht säh-, waS auf seinem Gefichte brennte 1

Al» er lo eine Weile die Stube noch allen Rich'usgen btit'f qatrt hatte und die Aufregung sich legte, graute bereit» der Morgen. 8-sgcklerdit warf ?r fick awS Bett und versuchte zu schlsfm. Er zahlte die Glocken» schläge der nahen Tvimrchr und hörte die Gemüje- wagen au» der Borftait dem Markte zurollm. An bei- H-uStüre unter krisern Fcrster schellte schon ba L'-lchsrou und er vernahm noch, wie j maud hurtig die Treppe himrbeilte, dann verfiel er t.i einen kurzen, -XNuqigeu Schlaf.

testünrtscden Kirm-npemeinden Beiträge für die LoS- von Rom Bkwegnug zu spen­den, wird in der ,Tägi. Rundschau' bitter be­klagt. ^Mit schmerzlicher Trauer, deißr es da, werden die um ihr Dasein opferfreudig ringenden Häuflern der jungen Protestanten sie unerwar- tete Kunde vernehmen, daß d'e Vormacht des Protestantismus Brüser ihres eigenen Geistes erbarmungslos von sich stößt und dem Verderben preis gibt. Den vielen Gemeinden, die von evanaelischen Synoden oder Ginzelgemeioden als sogenannte Patenkinder in helfender Brüderliebe angenommen und unterstützt sind, hat die mi­nisterielle Entscheidung den Ausblick in das neue Jahr durch eine Wolke trüber Sorgen verdunkelt." Aber was hindert denn dte Protestanten, durch Spenden von beliebiger Größe, „die um ihr Da­sein opferfreudig ringenden Häuflein" vor dem „Veroerden" zu bewahren? Wer sich für die „LoS- von Rom-Bewegung" b-geistert, kann seine „helfende Brüderliede" betätigen, so viel er nur will. Untersagt ist lediglich, daß durch Verwendung von Kirchensteuern ober Ktr- chenoermögen zwangsweise auch solche Proteftanun zur Unterstützung dec Los- von -Rom Bewegung herangezogen werden, die mit dieser Bewegung nicht einverstanden find ober für sie nichts geben wollen. Das klägliche Ge­jammer über das Elend und die Verlaffenbeit der Brüder in Oesterreich ist doch für diese ebenso schmeichelhaft wie für die deutschen Protestanten. Denn es besagt, daß diese freiwillig nicht zu ausreichenden Spenden bereit find, viel eicht well fis ihre GlaubenSgenoffen in Oesierreich der Unterstützung nicht für würdig halten oder an dem dauernden Erfolge der Bewegung zu weif-In Grund haben,

(*) Die HandelSvertragsverhaudlnugeu bi» em Mtlktstoch mit den österreichischen Unter» hänblern fortgesetzt wurde«, dürften dem,Berl. Tagebl.' zufolge, noch mehrere Wochen in An- fpruch nehmen. Neber bis Frage be8 Gerste- unb MMoll>S ist, wie bas genannte Blatt er» fährt, jetzt eine V/rstänbigung erfolgt. O Österreich- Ungarn Hot den Zoll von 4 M. auf Braugerste und von 6 M. auf Malz acceptiert mit dem Vorbehalte, d ß die aus Rußland nach Deutsch- land importierte Ge'sie als Futtergerste kenntlich gewacht werden müffe. In einer Sitzung von Vertretern der Malzmdustrie, die nach der Rück kehr der öste-retch-mtgarischen Unterhändler nach Wien kurz vor Weihnachten stattfand, wurde dies von einem Vertreter des Handelsministeriums zur Kenntnis gebracht.

** Wie die »Preußische Korrespondenz' er- fährt, find Verhandlungen im Gange, das Gräflich Red'ernfche Palais am Pariser Platz anzukaufen und eS als Palais für dir Mecklenbnrg-Tchweriufche Gesandtschaft einzunchten. Dieser Ptan ist darin begründet, daß der Krorprinz im Mai dS. Jahres die ging'S bunt trrr l ®te hauten fick wie die Kessel fl der, Ihr Herr Sckstz und der Offizier, der fein Lerwandter ist Jetzr wird e» ji wohl zwischen den Bewen zum Duell kommen. Da» we>ß natürlich bin Mensch, hi» Einer h-ut oder morgen im Wäldchen mesergekimlll wird. Ich wü..sche Ihnen von Herzen, daß e» n cht der Ihrige ist. Adieu, mei» schöner Fräslein."

Licke erschrak auftichfig. „DaS kSvnte noch fehlen," dachte sie, „daß fie mir ihn wegschießen. Dann ift'S cu# mit der Heirat und dem Geld. Nu, mein Vater wird mir drrüser jetzt gefchri-b-n hrben, nachdem ich ihm alle» gestanden, warum ich daS viele Geld hier verbrouchte."

Sre trat in den Laden zurück und erbrach da» Schreiben, da» die bretten Schr-stzüge ihre» VaterS zeigte.

„Liebe» Lief! Da schlagen gleich drei Donner- weiter tr:in, wenn dieser lun-pige Seheimratsbengel noch weiter die Groschew» von Dir erichwindelt. Da» ist j, die reioste Prckfion, und wenn der Alt« nicht für feinen Taugenichts derappm will, gehe ich vorS Gericht. Bei mir steht er auch noch von früher her in der Kreide, wo» ich alle» stehen lassen wellte, bi» er ernst macht und Dich heiratet Wie Du aber sch. eibst, macht er jetzt «uiflüchre und geht um den Brei herum. Dafür bist Du mir zu gut. Du setzest * idi। «un sofort in den MittagSzug und kommst zurück. Deine Tante kann Dir dre Sachen nach'chicken, verstaod-n? Andernfalls hott Dich mit dem Ausklopfer heim Dein Dich liebender Battr."

Liese setzte sich ans den S:uhl hinter dem Laden­tisch und fhg an, sich furchtbar ßbtt die Zumutung ihre» BaierS, Ha!» über Kopf hckmzureisen, zu ärgern- Ihre laste tarn end fragte, wa» fie denn auf ein­mal füt Vergnügen daran finde, matterseelenallein im Laoen zu fitzen? Nachdem fie indessen den Brief ihres Bnr «r» pel-s m, meiste sie:

„Da Hilst nichts, gehen m-cht Du, sonst ist er

jetzige Schulaufsicht für unhaltbar. Der Pastor Dr. Hacke nder.st, der nationaQiberate Bbge- ordneie, der im Ldgeordnetenhause efte so schöne Rede für die konfeffionelle Schule hielt, bezeich­nete bk geifilichr Schulaufsicht als veraltet, unnötig und unzweckmäßig und meinte, die Kirche schade sich selbst am meisten, wenn siedle in berZrttentwickrlung veränderten Verhält- nlffe verkennen unb her Zeit nachhtt-ke, um sich schließlich gezwungen in bas zu finden, waS nicht aufzuhalteu fei.

Wir wollen ben Synoden, die sich Ei'den Ersatz der Schulaufsicht durch anderweite Siche­rung des kirchlichen Emfloffis aas die Schule «uSspkkchen, glauben, daß fie überzeugt waren, damit den Interessen der Kirche am besten zu dienen. Leicht wird unS das allerdings nicht bei allen; denn Geistlichen, die aus ftgrad welchen B.-qremlichkeitsMndrn die Schulaufficht lästig finden, trauen wir nicht über­mäßig viel aufrichtiges Interesse für die Kirche zu. Darüber aber, daß fie auf dem falschen Wege seien, sollten sich die Synoden doch schon

Woöerts KHre.

Erzählung au» der Gegenwart von Alca Ruth.