Huldaer
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32.. Jahrgang.
Fulda, Dienstag, den 3. Januar 1905.
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5christleiter:Zos.Saum .
z. parzeLcr'in^ulda. WscheNbeUage: „Illustttette Soniltagrzeitung
" Die sssijitlie fictfgSsi filärang BetSoiialötmofcrotit gegen öie Seligion, die in der vergangenen Woche auf dem roten Preußentage vollzogen werden ist. kann nicht dringend genug der allgemeinen Beachtung, namentlich in den Arbeit er kreis en, empsoh en werden. Wenn «s zu den Wahlen geht und Mit. läuftr eing°fangen werden sollt«, so he ßt es: „Religion ist Priootsache." Aber wenn KieAgtta- tcs.it unter sich find und aus ihrem atheistischen Herzen keine Mkistergrübe zu mache» brauchen, dann kommt der infernale Haß gegen alle Religion zutage.
Auf dem preußischen Soziolistentaße wurde nach Antrag des Referenten, des jüdischen Millionärs und gewesenenPrioardozentenDr. Arons, u. a. beschloflen: „Ausscheidung jedes religiösen Stoffes aus dem Schulun» terrichte!"
Genoffe Heine, der bekannte Führer der „Revisionisten-, wollte diese radikale Verwerfung des ganzen religiösen Erziehungsstoffes etwas mildern, indem er wenigstens für Religions- Geschichte und für Moral einen Platz in der Sch« e zu reservieren suchte. Er tat das nicht etwa aus irgend welchen „klerikalen" Neigungen, sondern vielmehr mit der ausdrücklichen Erklärung, daß er gerade durch die von ihm reservierten Reste den „Pfaffen" ihre Arbeit verderben wolle. Er meinte, wenn man den Religions-Unterricht ganz aus der Schule verbanne, so würde die Kirche ihn ganz in Beschlag nehmen, wie es auch in Nordamerika geschehen sei. Aber gerade di« Religions- Geschichte und die Moral (natür» ltch ohne christliche Grundlage) könnte in der Schule zu einem Kampfmittel gegen die klerikale Gefahr werden. Ater wenn auch Herr Heine f. tatst Anträge diese „antiklerikale" Zuspitzung gab, es nützte nichts. Bis auf vereinzelte Ausnahmen ließen sich die gesamten preußischen Delegierten von ihrem fanattschen ReligionShaffe htn- reißen und stimmten in blü dem E.ser der Parole zu: „Raus mit der Religion aus der Schule!"
Daraus kann man klar ersehen, was aus der Erziehung der Kinder werden wird, wenn einmal die Sozialdemokratie die Macht haben sollte. Noch Heller beleuchtet wurde die Religions» fetadschaft der Sozialdemokratie durch die Debatte. Moral? Die erkennen die Genoffen über» Haupt nicht an; mit Ausnahme von Heine und seinen paar Freunden sind alle der Ansicht, daß die Moral nichts anderes sei, als eine hirter- listige Erfindung der Bourgmfie zur Unter'.rückurg des Volkes. Religions.Gesichte? Nun ja, wie in der Schule die griechischen und nordischen Göttersagen behandelt werden, so kann man dort allenfalls auch von der christlichen Mythologie den Kindern etwas vorerzählen.
Und dann ging es über die Erwachsenen her, die noch immer die „Mode" des Ktrchengehens rc. mitmachen, «eil es nichts kostet. Zum allgemeinen Austritte aus der Kirche wurde aufgefordert. Dem „Genoffen Hoffmann wurde das Verbrechen nachgesagt, daß er sein Kind
Woöerts KHre.
Erzählung aus der Gegenwart von Alca Ruth.
IS ------(Nachdruck verboten )
Robert waren seine Bemerkungen widerwärtig, und er ließ den Zudringlichen deutlich seine kühle Znrtck- haltung werken, war er doch einer der wenigen "iese» Klub?, der die Kaffe des dreisten Finanzmannes nicht in Anspruch nahm.
„Puffen Sie auf", lachte dieser, ihm mit dem Ellbogen vertraulich anstoßend, „der junge Mann Hütt ; ortuua beim Zipfel ihre- Gewandes. Er spielt mit s belhastt« Stück".
Da poge» die Karte» heftig auf den Tisch. Rolf Icke verloren — den ganzen Einsatz uad er lachte, oer dieses Lachen di tickte die ganze Wut über den Mißerfolg aus.
Roben ging hinweg und setzie fich In eite Ecke deS Lesezimmers. Er hielt das Journal vor fich ab« er las nicht. Er war empört. Er fühlte fick verletzt 5 im Herzen JdalieS. Dahm flvffm ihre Sparpfennige, die fie schickte, und die Lumme, die der betörte Vater dvra Schmälerung seiner siurgabea dem Sohne zur Verfügung stellte. Er nahm einen Brief Zdalieur oj« der «rufilasch? und laS btn Passus, der tote ein höhnender Kontrast zu der eben »folgten Szene war:
„Ich frage Dich, Robert, war fängt Rolf mit dem Seide an? Verschlingt daS Studium wirklich selche Unluwweu? Mir blutet das Her», wenn ich sehe, wie der Vater fttne Lutgaben beschrankt unb nur dre mal m <6 in o-r Woche aut geht, um nicht wett« in dar kl, ine Kapital, dar für wich reserviert bleibe» soll, zu greife». Ich bube Deinen Rat erfolg', und gebe mchtr mehr von meinem Taschengelde ab, aber Papa diesbezügliche Andeutungen zu machet', unter-
sicht zeigt.
jüdiich habe tai f h (') und unterrichten taffen. Ab« Genoffe Hoff-nauo wehne fich; er hat sein Kind, da d-e B.hörke für derselbe irgend eiveu Religions-Unterricht verlangte, zum jüdischen R»- lgionS-Unterrichte angemeldet, und zwar deshalb, weck ei „6oi t e chts zu lernen braucht".
„Die Genoffen," so rief ein Redner aus, „sollten doch endlich ohne Rückstcht m-f ihre Schwiegermütter den eig-nm Weg gehen. Ist es nicht bedauerlich, wenn der eigene Junge noch Hause kommt m b erzählt, er sei der einzige Ungetaufte in der Klaffe, und in dieser Klaffe fitzen nur Kinder von Pro'elarkrn und Genossen."
„Die sittlichen Wertmorrentr des Chris«», tums," sagte ein anderer Redner, „find durch und durch freihettSfeindlich, kulturfeindlich, sozia- listenfeindiich."
Ein weiterer Genoffe nannte Trauungen, Taufen, Konfirmationen «nd Kirchenbrsuch einfach „Mumpitz".
Herr Zubeil forderte eine« ergenartigen Streik, nämltch die allgemeine Weigerung, die Kinder in den Religions-Unterricht zu schicken; dann würden dem Staate die Zwangsmoßregrln doch nicht so leicht werden.
„Hängt sie niedriger!" sagen wir gegenüber diesen Ausbrüchen des Rkligionshaffes. Es ist gut, wenn die Sozialdemokratie d:e Marke abnimmt und ihr wahres, gottloses Ge
betrage von 181,736 Mk. »ar Zechtang wiesr». Zu« Schluß wird in der Druckschrift ausgeführt, d'sß im Gegensatz zu den Ausführungen des Farmers Erdmann ine Kommis fio» dir verloren gegangene Nachzucht nnrck rckS »»« Mittelbaren Schade« im Smne des ß 5 der Vc*- süguvg Dem 2. Jm-i b I hat auffaffen könne», $0R3et» nur als eruaangenen Gewta», der für die von der Kommt fiou zu treffsnden Festste!« lange» avßrr bsrracht zu bleiben ya-. Die Me»z« bei im Hereroland erbeuteten und zur Verteilung a» dis Grschädiaten ta betracht kommenden ViehS soll fich nur ans 3000 di- 6000 Stück «roßoich belaufen, während die Menge des von den Herero öri AuSbruch deLufstandes geraubte» Großviehs aus über 20,000 Stück zu schätzen ist.
() Nach tze« Arbeitsplan des Ab« ge»rdnrte»harrses foü, wie die ,Post^ be» richtet, die zwe te Lesung der Wasserstraße»« Vorlage ur mittelbar auf die erste Lesung deS Etats folgen. Dnwischen soll nur ein Tag zur Vorberatung der Fraktionen über jene Vorlage freigeloffen wer den. Sami tag, am 14. d M., soll in dis erste Lesung des Etats etagettete» werden. Bei Annahme eiset dreitägigen Dauer dieser Beratung würde am nächstfolgenden D»«- nerStag dann' die zweite Lesung der Wasser« straßenvorloge folgen können. Wie lange diese dauern wird, ist im Vo aus nicht mit Stcherhest zu überfthen. Die »Post' meint, etwa 4 Tage.
(*) Die Auseinander fr tznnge» in btr S-ztal- demokrntt« n bmen ihren Aoilgang. Mehring erlaßt in der ,Le!p». «vtlkztp.' ein- »rtlärurg gegen den in der.MünchenerPost ve.öffeuilchien Artikel „Entweder— ober', wonach die .Vorwärts' Redattion und der Par» teivoistand oder Herr Mehring „fl egen'soll. In dieser SrtlSrunß heißt e«: „Die Münchener Post' sagte höhnisch, Jaeckh (der Redakteur twr »Leip, Bolttzt,.') gehöre in eine Kaltwafferi eilaustalt. Das mar eine brutale Roheit, aber immerhin, die Münchener Pof» war ehrlich genug, hinzu,vfügev, fie mißbillige da» «orgehen deS ®tu offen B- bel gegen die ,8etp». Bo lsz'g.. Anders der .Bo wärlS'. Am 12. o. M. schrieb mir ei« Mitglied des Parteivorstandes einen Brief, der vor-d« SrUärur-g BebrlS gegen die »Leipz. BoltSztg/ fwttcht i .Vielleicht interesfiert eS Sie, zu hören, daß auf Ihrer Seit, steht." Gleichwohl habe ich im ,vorwärts' vergebens danach gefuefc?, daß der Vtebatuirt SiSner feine Heber,eugung auSIprüche. Jndeffe« U8 ging mich zunächst nichts am Aber als nun der Redak« teur Sisner zwölf Stnndrn, nachdem die Brotwucher« prdfe den Genoffen Jaeckh alS ewen „Halbverrückten', proklamiert hatte, plötzlich die Sprache fand und in dieselbe Rtrbe hieb, indem er feine Mißbilligung der Fraktion nach wie vor fort falt g verschwieg, aber den .krankhalt übrneiztenGenr ff- n"Ja« ckb milEchwvkungen überhäufte, wegen einiger Kraftaukdrück«, wie steder« der Redakteur eigner zu Hunderten und Aberhunderten auf dem Kerbholze ha', da habe ich drein geschlagen, wie es fick gehört, und wenn ich dethalb „fliegen soll, so „fliege" ich mit taufend Freuden^ — DeS weiteren er klärte rr er klebe Überhaupt mcht«, seinen. Poste» und würde rS mit Freuden begrüßen, wenn er zur w ffenschastlichen Arbeit für die Partei zurückkehrerr körne. Nur der Wille der Leipziger Parteigeroflen fesselte ihn an feinen Posten. aber er habe kiefen et ft jüngst gesagt, daß er sich der E'tuatwn nicht gewachsen fühle, in der sich dre Le p». Volks,tg. nach ihrem Willen und den Wünschen des Pwteivor- standeS halten solle. Die.v-llsztg.' sollte nicht wied« in KurS und Ton d-S berüchtigten Südekam-ArtikeG verfallen Weiter veröff atlickt -Genoffe" Jaeckh etw S k.äriins, wonach der v-r st ffer des Ärtikrl« in der .Münch. Post' ei» Herr Friedrich Stampfer sei, ein strebsamer SeschästSmaur.. „der eS immer m-ch mcht verwinden kann» daß ihm, dem eben in die Part«
der r fftrrösen .Eürd. Rmcheknrr.' bereitet burcuf vor. Laß die Verträ -r «tchr „gleich" kommen werden. Wenn es sicher ist, daß z» 6m ei war spätere» Zeckpunkte auch der Vertrag nut Ö fter- reich fertig ftin wird, macht Lbri.iens d e Ver- Bgewug ja nicht viel gh*f vorausgesetzt, daß es b?i dem 1. Januar IbOC als Termin für das Jnkrofttrete» der Verträge bleibt.
| Bei Sem gestrigen Ne kjahrS-mpsLnze des d'p'omatischen Rj’-tI JQfl der Kaiser den -«erikattischeu Botschafter Gh,rle«ag«e Tower in ei« längeres GeiprSch, in dkffen Berlruje er dem ,Berl. Lok.-Anz.' |ufclge den Wunsch aussprach, amerikanische G lehi te möchten «ach Deutschland kommen und an den deutschen Uoiversttälea Vo lesvncen halten, «ährend um- vekchrt deutsche Proftfforen di- ameriküvischeu Urftoerstsäten b;taten und dort deuiches Wissen se'dreiten sollten. Die A-rssührung diesesPlanrS Bürde fichilch dazu betiraatn. daß die beides Völker sich biffrr vrtstehen tsfitbtn. Botschafter Tower versprach seinerseits, alles zu tun, um diese Anregung deS Kaisers ouszuführen Ein bestimmter Plan schwebt dem Monarch, wie er wckrer fegte, «och nicht vcr, er hofft aber, daß fich Mittel und Wege finden laffen, um ihn zu verwirklichen. — Wir hatte« den Plan nicht für arssührdar, vr'.sptechen uns jedenfalls nicht viel von ihm.
§ Der Reichskanzler hat dem Reichstage einen weiteren Bericht über die Tätigkeit der Kommission zur Feststellung der Schäden auS Aniaß des Herero-Aufstandes vom 27. Oktober v. I. zur Kenntn'.s- nahme zugehen laffen. Darin heißt es: „Fest- gestellt ist bisher im ganzen (etaschlirßlich des in dem Berichte vom 21. August erwähnten Btttag-S) auf Grund von 177 Anmeldungen ein Schaden von 3,134,651 Mk. 34 Pfg.; abgesetzt ist von diesen Anmeldungen der Betrag von 96,581 Mk. 80 Pfg , also rund nur 2 v. H. Aussichtslose Anmeldungen werden von den Geschädigten bei ihren Vernehwungm nicht freiwillig wieder zurückgezogen; solche zurückgezogene Beträge find in dem kbm errrähntkn abgesetzten Betrage nicht w't enthalten. Trotz dieses Umstandes bleibt der bisher festgestellte SchadenSbelrag nur unwesentlich sowohl hinter den unter Benutzung des vor- ßeschriebenen Formulars bewirkten Anmeldungen, als auch hinter den im April d. I. vom Gouvernement eirgeforderten vorläufigen Anmeldungen zurück. Auch nach den bisherigen Feststellungen entfällt mehr als die Hälsts des Schadens auf dm Viehverlust. Auf den bereisten Plätzen war ferner ein größerer Gebäudesch den festzustellen. . . . . Die Auszahlung von Darlehen und Hilfeleistungen ist in dec in dem Berichte vom 21 August näher dargelegien Weise erfolgt, d. h in Höhe von 2 7 deS festgkstellten Schadens und Vorschüffr in Höhe von * llt des noch nicht endgrltig festprstell- ten, jedoch glaubhaft gemachten Schadens, Dieles Verfahren hat ficd auch bisher bewährt. Hckse« leifi'mgen sind bisher rm ganzen g»zahlt 922,862 Mark, davon 183 331 Mk. als Vorschüsse, letztere zum größten Teil an Farmer aus der Gegend zwischen Äinr hu? und Goabit und an Wftwen ermordeter Farmer. Darlehen sind im Gesamt- wlnn ch nicht sofort über eine avßändige Summe vnsüge," er neigte fich zu dem Offizier und sagte mit heüerer Stimme: „ich habe nicht so viel, um den Champagner zu bezahlen. Nun müßt Du wiff n, ob Du d-e Schmde über mich kommen laffen willst."
Robert zog die öörse. Hier gab es fein Bedenken. .Ich habe hi-r 30 Mark, genügt dak?" Rolf lachte schneidend auf.
„Frage mich, ob ünhu- dert genügen! «te h-len tttf mein py amidallS Glück S<kt zei!uJeu. Nun fallt des Kmter hau» z^smrmen urJ) die Ranen verfassen das Schiff Stt-tffe mir das Geld herbei, soost bleibt mit nur übrig, mir hier cor Deinen Augen eine Kugel durch den Krps zu schieße» *
Robert erhob fich. _
,Ich habe in meiner KaseUe emcger Spar?.eld. Emen Hundertmarkicheta kann ich Dir ablaffr». Wa-te also hier aus mich ' Qn . , Z1L
Dmntt ging er hisauö, warf feinen Mantel über und eilte durch die Nacht. Alle» in ihm lehnte fit? auf gegen sein Vorhaben, das einen Leichtst-migm writerschob aui der schiefen Bahn deS Verderbens. ®i itn andern Ausweg g<J> es indiflen nicht, und io war fr gezwungen, HoLdlangeidlerfie in öoeegta zu leifien. >
Als zu Hcuse die Kerze anzündite, in ber< Schrank leuchtete, die wenigen Ge'dsch'ü'e :urch die ginget gleiten ließ u-d einen ' aooa einfieckte, wrifte er. daß er niemals mehr in len er gen VirsMuß zu- rÜckselegi uürde, daß er in dem Wubck vei vnschma- d, der um den Leichtsinn wogte und d.audite Es rat ihm leid, als gäbe er eine liebe Ennn^mrg preis. Er fa -rde sie uil*. die N.mmer l-.dls Scheie es. S>r Waren ihm die fallen tzrermde, denen jete>it ei eine Beftio rnuni gab, aus jedem schien ihm ein. bt- tann'.cS Al' H zuzuwioken und zu fazeu:
„Wir helfrv Dir Dem Glück bauen, wir find die Grünt-ff-ine," oder: „Ich bin derjenige, der den fchönen Wausch Ditms kindliche» Herzri-S verwi.kl chen soll.
Nimm wich and wechsele mich um, daß ich i« dea Bfitz einer Men Dttderi« übergebe, etwa a» bequemer Fahrstuhl oder alS steundliche Z:er einer einsamen Krarckerinube."
Und gerade diesen stummen Sprecht r griff «vkm» betau# und eS ging ihm m s Herz, daß er jemeS edle» Zweckes euKeidet werden mußte.
Er eilte wieder in die roßkalie Nacht hinaus, fein Kopf bronute und der rauhe Wind tat ihm wohl.
Sm Klubhanie stieß er mit einer in e nen lesbaren Pelzmantr! gehüllten Gestalt zusammeo, ur» er erkanme Jälv.isch, der ihn rott fast beleidigendem
„Me^S^" bemerkte er mit bedeutungsvolle« AuserMinker?, „man scheint S;e dringend zu n» warten," und er pfiff das Lied vor sich bm, deffen kurzes Dasein fich augentl Stech aus led-r D"hor»il walze entrollte. „No, der Sett, der brennt dta Tasche« leer." Er schien roch ein Wetttres mit de« O fiüer reden zu wollen, dieser aber beachtete ihn »echt weiter und verschwand ur.t r dem Eingänge.
Man könnte ein« lesenswerte Geschichte darüber schreideu, was ein Geldschein über seine versehue Bestimmung zu erzählen wcrß.
6. Lapitel.
Die Tat des Berauschte».
An dem einfachen Frrrhstückttisch saß Robert »nd los eenen Brief von Claire, der m t der Morg«ff«K eiugei-rufen tour. TS waren seltsame Schriftstücke, diese Briefe von Claire, eis Gemisch von unbedeutend-« Stpzelte'ten rmd N-uig-ei e., die in Malmstor via Sfaub auftoltbeUcy, von 'kommen Gedanken nutz lustigen Bemertt-rqen, Ernst und Witz, Lache» ««» Wktreu. Benn Claiie sich einmal htosrtzte und die Feder eirtenchte, Sans lchrleb fie gleich Buch. Rsbert fühlte über dem Lesen jetta-eilig Me Taffe zrrm Muride um rechtzeitig mit allem fertig M s.i-, wenn er zur Kaserne wußte.
Deufkhes Reich.
Berlin, den 2. Januar 1905.
)( Der Kaiser hat am Neujahrstage die Generalobersten Frhr. v. Loe. v. Hahnke und Graf v. Hnkselec zu «eittralfelimat« schölle» ernannt und dem Generalfelomarschall o. Hahnke den Marschallftad persönlich üb r- reicht, den dieser denn auch schon bei der Pa- roleauStzabs trug. Ferner ist dem komman- dierenden General deS 2. Armeekorps, General der Kavallerie v Lang en deck, dem Prafidentrn des RetchswÄrärgerichts, General der K avallerie o. Massow u«d dem vienst-uendrn Geueral- adjutanten, General der Infanterie v. Plessen der Schwarze Adlerorden verliehen worde-».
♦ Die österreichisch «vzarische« Dele- gierte» für die HandelSoertragS-Ver- Handl uu g en mit Deutschland werden der ,Nat.« Ztg.' zufolge heule in Berlin zurückerwartet. „In der Voraussetzung, daß die prinzipfillen Bedenken behoben find, kann der Vertrag b'S zum 10. Januar, Leu, Tage der Wiederrtcff nung des Reicht tagls. fettig gestellt werden. Dann wird es nur noch der Drucklegung und der Uebermittelung d>.s Vertrages an die verbündeten Rigirrungen bedürfen- sodaß das gesamte Bündel der sieben abgeschloffenen Handels, verttäge spätestens am 18 Januar dem Reiss tage vorgelegt werden würde." Vor einigen Tagen erst bat die .Nordd. Allg. Ztg ' versichert, es bleibe dabei, daß die Verträge dem Reichstage „gleich nach den WeiknachrLferien" zuzehen würde«. Jetzt dehnt sich das „gleich" schon um mehr als eine Woche auS. Auch eine Auslassung
nehme ich vichi. Ec hat innrer eine Sitfauldigung für den Schn, der ihm desto scher a«- Herz wächst, je mehr es Sorge mit ihm hst. Ist dsö vielleicht die Folge des AlterS? Ich di», seitdem Du mich 5« Dein Herz gezogen hast, darin entschieden Btfftr geworden uns loffe mir die richtigen Erwägungen nicht mehr durch nnvttuür.ftige Selbsttäuschung trüben." — — —
Ex wurde in feiert Lektüre unterbrochen durch Rolf, der bleich und vechört vor ihm staed-
„Du weißt, daß ich Bei tust gehabt habe 64 ist zum Torschüßen- Ich bi« völlig ausgebrannt. Kannst Du mir nicht eine Kleinigkeit vorschirßen?"
Robert hatte den Brief zusammevgesaltck und eingesteckt. Kalt erwiderte er:
„Um Dich noch mehr in Deiner Spiellkidenschafi zu uMerstützeu bebaute ich, kitt Geld zu haben
Rolf ließ fich n<ben ihm nieder. Er war außer fich. „Menlch, sei doch nicht so grausam vernün tig. Ich muß Geld haben, es ist Ehrensache. Du wich doch nicht mit einer Bagatelle geizen."
„Ehrensache ist, nickt übe; die Summen hinauszu- gehen, über die mau verfügt."
„Deine nüchternen Bnfichten können einen noch halbw'gS Vernünftigen zum Rasen bringen. Es ist lacheil-ch. um ein paar rückständige Summen solch einen Aufwand von moralischer Entriistung zu er»
i, m"
Robert legte ihm die Hand ruf den Arm.
„Gib Dir keine Mühe, mir eine Vertu chungS» tarnet ie vorznlpieleu. Ich bin über die Giöße Deiner Verpflichtunaen unterichret und weiß, wie das Ende hftßt, dem Tu mck vrrbutaenrn Augen zu'äuft. DaS ist der Abgrund. Wenn Du noch einen Funken Sithe zu Deinem Vater hast, dann halte ein, eS ch noch Zeit, umzukeh-.en."
Ungedsldig zuckle Rolf mit den Schultern.
„S»c,ffe wie G-ld. mag t» fvvst tarnmer, wie es will. Ich bin unmöglich gemocht in der Be,ellschaft,