MsnatsLeLagr: „Salöaer Geschicy^Mm
31. JahrgsM
Mldü- Samstag, den 31. Dezember 1904.
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(Nachdruck verboten.)
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Deutsches Reich
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Hloberts KHre.
VrMltwg aus der Gegenwart von Nlca Ruth.
Rols bewegte sich nicht und erwiderte auf RobeM Frage.ob er eiuverstandea sei, im„Köntgradler"ju speisen:
„Mein Miltag ist nicht abbestellt, also geht Ihr nur, wv'Z Euch beliebt. Wir treffen uns später Bahnbofe"
sen ö<, tot-
Er hrelt inne; Rooert hatte ihn ersaßt u -d hielt ihn wie in Eisenklommern. Seine Äugen funkelten, sein Atem ging schwer. Rolf bebte zurück, als die vor Erregung heisere Stimme drohend an sein Ohr schlug:
„Unseliger, weißt Du, womit Du spielst? Weißt Do, vor welche Wahl Du mich stellst, wenn ein Mensch Dich Hörle? Töten — töten muß ich Dich, oder — —.* Er schlenderte ihn hinweg. Der Gedanke war zu schrecklich. Tstekbletch war Jdalie emporgesahren: als d«s fuührba-e Wort laut ward, warf fie sich fas- inugSloS zwischen die Streitende« und umklammert? Roberts drv enden Arm und rief beschwörend: „Robert, töte ihn nicht, Du vernichtest unser Glück. Wenn Du an Dich nicht denkst, so denke an mich."
Da sank sein Arm. Er sah auf fie tiefernst, seine Brust wogte, heftig, dann stieß er heiter hervor:
„Sei beruhigt, um Deinetwillen will ichverg-ssm."
Bleich rmd zitternd war Rols bis zur Wand zurück« gewichen, nun lachte er höhnisch, aber er sagte nichts und warf fich aufs Sofa.
Dis Erschütterung überwältigte Jdalie, fie brach in l-mte- Weinen ans.
Farster lehrcke der Offizier am Fenster. Man sah e4 ihm an, er rcng mit fich, er fachte nach Fassung. Dam wandte er fich ?u dem schluchzenden Mäcchrn und hob ihren Kopf empor:
„Sei nur wieder ruhig. Es tut mir leib, daß Du dies mit ansehm mußt-st. ES mußte ri-unal zum Nutbruch kommen. Gott gebe, daß ein Weiteres der- hütet wird."
Sie sah ihn erschreckt an.
„Robert, ich werde keine ruhige Stunde mehr hchen. D'ine arme Mutter hat Recht."
Sie sch uie nach Rols hinüber, bet sehr erschüttert rchi-n Btto mit rollenden Sagen aufgeregt die beiden beobachtete.
Joalie richtete fich aus.
„Um Gotte» W.lleu," sagte fie, „ich stehe Euch c>«,
[:] vor Iahr 1904 ii.
Die deutschen Katholiken werden fich durch die im ersten Artikel geschilderte Hetze des Evün» gelischen Bmdes weder erschrecken noch ein- scküchtnn last n, sondern ruhig und fest ihr Recht vertreten und fordere. Daß sie ihren Mann noch immer im öffentlichen Leben zu stellen wiffen, haben fie im abgelaufenen Jahre bei mannigfacher Äeleger.heit bewiesen, besonders bei der schönen Generaloersammlung in Reaens- buig. Sie werden auch nie virgeflen, daß fie den Haß vor allem ihrer politischen Stellung zu verdanken haben. Man ist so ergrimmt über fie, weil fie fich nicht alles gefallen (affen und in d-r Lage find, fich nicht t-lles gefallen kaffen zu^ brauchen.
Nahe verwandt mit der konftsfionellen Hetze ist die Po len hetze, da deren letzte Ursache vielfach in dem katholischen Glauben der Polen zu suchen ist. Gis treibt fortgesetzt die „schönsten" Früchte. Im prerßischen Landtage hat sie dosver faffungswidrige neue Ansteselungsgesetz gezeitigt, das den Polen die Ansiedlung unmöglich machen soll. Weitere Maßnahmen gegen die polnische Sprache stehen in Ausficht. Einstweilen haben wir Regier ungSvetfügungrn, die den polnischen Lehrern verbitten, im Kreise ihrer Familie polnisch zu sprechen. Schwächliche Versuche, die Existenz dieser Verfügungen abzuleugnen, haben im Grunde nur die Bedeutur.g einer Bestätigung. Leider muß gesagt werden, daß die Polen ihrerseits auch unnützen Streit vielfach frivol h e rau f beschwören. Polnische Hetzer allein find schuld, dvß das Verhältnis zwischen den Polen und den deutschen Katholiken ein sehr gespanntes geworden ist. Polnische Heißsporne erh-ben unbegründete Anklage gegen deutsche Katholiken, insbesondere Geistliche, «ährend viel eher die deutschen Katholiken sich über Rücksichtslosigkeit der Polen, namentlich auf kirchlichem Gebiete zu beschweren haben. Sehr trübe find die Verhältnisse vor allem in Obe.r- schlesie«; der Beuthener Prozeß und die Landtagswahl in Pleß-Rybnik, wo die Korfanty- Partei einem Hakaiisten zum Siege verhalf, damit kein Zenlrumsmann gewählt werbe, find beklagenswerte Belege. Eine Kundgebung, die die polnische Landtagsfraktion aus Anlaß dieser Wahl erließ, war eine unbefriedigende Halbheit, die nichts zur Besserung der Dinge beitragen konnte.
Gehen wir auf das Schulgebiet über, so haben wir auch da Kampfgetöse in Menge ver- Kommen. Im Mai vereinigten fich die alten Kartellpmteten im preußischen Abgeordnetenhause nnter Ausschluß des Zentrum», auf einen Kompromißantrag, der die Grundlage für das kam- «ende Schulunterhaltungsgesetz bilden sollte. Die
treffen. Er wurde alsbald von Zeitungsmännern gestellt und sagte diesen u. a., daß er hauptsächlich eines Fußie-dens wehen, das ihn am Reiten hindere und das er in Wiesbaden heilen will, nach Deutschland kcmme. Gegenüber dem Vorwurf, daß er den Ausstand der Hereros nicht rechtzeitig erkannt habe, äußerte er, n!cht einmal die Ansiedler, die mitten unter den Hereros lebten, lalten die Gefahr geahnt, sonst würden fie fich in Sicherheit gebracht haben. Wie habe er, der damals im Süden wei te, um den Aufstand dir Böndelzwarts niederzuschlagen, beffer unterrichtet sein können, als dir Anfiedler selbe:? Der Hauptkrieg mit den Hrrerss set zwar vorüber, aber der Kleinkrieg w-rde uns noch viel zu schaffen machen. D;«i Hauptsache sei nicht firgen, sondern Friede« mache», glfieot hätten wir g"nug. Mit dem Aufstand her Owambos rechnet Leutwein nich^, ragegen fürchtet er die längere Dauer te> Hottentotten. Aufstandes, weil dieser Gegner weniger leicht zu faffen sei, als die Hereros. Die Ursache des Ausstandes erblickt Lerttwein in dem Umstande, daß die weiße Bevölkerung von Jahr zu Jahr zunehme und dadurch die Reibuogsfläche zwischen den Schwarzen und Weißen fich vergrößerte. Neber Hendrik Witbooi meinte er: „Der Alte ist nicht mehr Herr seiner Leute und seiner Sinne! Sonst wäre sein Abfall gar nicht denkbar!" Als Leutwein ihm nach den ersten Anfiedler > Ermordungen sagen lief*, für jeden weiteren Mord würde einer der 80 Gefangenen (jetzt in Togo interniert) er« schossen werden, entgegnete Hendrik Witbooi: Er (Lmtwein) möge diese Gefangenen freigeben, denn sie hätten keinen Anteil an seinem (Hendriks) Werk. Etwas half diese Drohung aber doch. Bald darauf fiel den WitbooiS ein Deutscher in die Hänoe und sie brachten ihn sofort auf von Deutschen besetzes Terrain und gaben ihn frei. Als Leut wem schriftlich bei Hend-ik ««fragte, wir er dazu kam, plötzlich „Rebell" zu werden, antwortete er mit einer Schwulst von Frage«, zwischen dis er wiederholt dngejlreut hatte: „Nennen Sie mich nicht Rebell." — Der Oberst vermutet, daß zu der plötzlichen Auflehnung der Witbooi sehr wessnt» lich die übertrixbensn und falschen Darstellungen jener 19 Witbooi beigetrageu haben, die vor dem Kampfe am Waterberg ausrückten. Sie er« zählten, die Deutschen kämen nicht vorwärts und vermöchten die Herero von dem Waterberz nicht zu vertreiben.
** Vorlage« zur Besserung der Reichs- finarrze« sollen, wie der ,Hamb. Rorr/ hört, dem Bundesrate noch im Laufe des Wwte-8 zu- gehen. Erledigt der Bundesrat sie rechtzeitig, so würde auch der Reichstag noch in der laufenden Tagung mit der Angelegenheit befaßt werden können. — Sollen das neue Steuervorlagen oder andere sein? Bekanntlich sieht es mit verschiedenen Gesetzentwürfen schlimm aus, wenn die Regierung keine Vorschläge zur Deckung der Kosten macht.
• Die österreichische« Unterhändler und Fachreferente« werden einer offiziösen Wiener Meldung zufolge „nach Neujahr" zur
Fortsetzung der Verhandln-gen Über den Handelsvertrag nach Berlin reisen. . Wie bald denn „ned) Neujahr?" Die mei ere Meldung, daß auf der gemeinsamen Minifierkcpferenz in Wien am Donnerstag ein völliges Einvernehmen über dir zur Miierfährung d:r Verhandlungen an die Unterhändler zu erteilenden Ja- ßruktionev erzielt worden sei, ist gänzlich nichtssagend Oö sichere Aufsicht auf Verständigung ist, weiß man also noch immer nicht. Angeblich wäre man wegen der Vetrrrnäi frage noch immer » eit auseinander. Es wi d versichert, daß die Zusage des Reichskanzlers, die Handelsverträge dem Reichstage „gleich nach dcn Weihnacht^- ferieu" vorzulegen, unbedingt werde erfüllt wer- dr». Man wird fich in Wien wie in Pest also darüber nicht täuschen dürfen, daß ein weiteret Hinausziehe» der wieder «ng-knüpften Verhand- langes auf das übrige Vertragswerk ohne Einfluß bleiben würde. Abcr die Kündigung des öfterreichifchen Handelsvertrages zum 31. Dez. wird offenbar nicht erfolgen. Auf die Anfrage des Nettesten der Berliner Kaufmannschaft, ob fie nach wie vor mit dem 1. Januar 1906 als den frühesten Termin für das Inkrafttreten der neuen Verträge rechnen könnten, hat der Reichskanzler unter dem 29. Dezember folgende orakelhafte Antwort gegeben: „Nach Lage der L r- hältniffe können vorläufig keine genaueren Mitteilungen über den Zeitpunkt gemacht werden, zu welchem die neuen Handelsverträge in Kraft treten sollen. Ich darf indeß bemerken, daß zwischen der Bekanntgabe der Verträge und ihrer Inkraftsetzung jedenfalls eine hinreichende Frist gelassen wird, um beit Interessenten zu ermöglichen, fich in ihren xeschäfttichen Unternehmungen auf die neuen Verhältnisse einznrichtsn."
* UeSer französische Jäger in Bade« ist in deutschen Blättern schon wiederholt Klage geführt iootbeB, namsntitch aus militärischen Gründen. Jetzt wird in einem Straßburger Blatte folgendes mitosieitt: Das in Offenburg gsrntsonierende Jnf.-Regt. Nr. 170 hielt itf'ben letzten Jahren fein alljährliches Gefechtsschießen abwechselnd am ZunSweierer, Altenheimer und Willstätter Wald, welche Gebiete sich pachtweise in den Hände« deutscher Jäger befinden, ohne daß von irgend einer Seite Einspruch erhoben wurde. Heuer sollte dieses Uebnngsschießen am sog. „GotteSwald" stattfinden, der sich im ge» noffenschaftlichen Besitz der Gemeinden G ieS- heim, Weier, Waltersweier und Bühl befindet. Die Jagden dieser Gemarkung befinden sich in Händen einer großen französischen Jagdgesellschaft. Zur allgemeinen Neberraschung wurde infolge Dazwischentretens des Bezirksamts Offenburg das Uebungsschießen abgesagt, weil, wie man überall erzählt, einers-its das der französischen Gesellschaft gehörige Jagdschlößchen „Weier" gefährdet sein sollte und andererseits die französischen Jagdpächter dadurch nicht unerheblich geschädigt würden, weil sie eben im Begriffe ständen, ihre diesjährigen Treibjagden zu halten. — Was die Gefährdung beS JagdschlößchenS „Weier" betrifft, so kann diese für die Abbestellung des Uebungsschießens unmöglich bestimmend gewesen sein, da das Jagdscksiößche»
Nationallibkralen hatten aber dabei die Rechnung ohne die „Jungen" gemacht, die einen Heidenlärm erhoben, »Ml dis Fraktion sich für die Korfefsionsschule als die Regel erklärt hatte. Frak wu und PartkÜeiturg drehten und wandten sich bis sie dem Kompromiß eine dem Wortlaut entgegengesetzte Bedeutung gea-drn hatten; aber die „Jugend" war nicht befriedigt, besonders wtld tote die außerpreußische (badische «. s. w.) „Jugend", die die Sache nichts angeht. In ft hier Zett ist ja ziemlich wieder Ruhe, über wenn das G-fttz kommt, wird es wohl wieder loschen, falls die Naitonalliberalen nicht für die Gleichberechtigung der Timultanschule eintreten. Tun fie aber ras, so geraten sie mit den Konservativen auseinander. Auch in Württemberg hat dies Jahr ein Schulkampf getobt. Ein Gesetzentwurf, der vor allem mit dem Grundsatz der geistlichen Schulaussicht brechen wollte, wurde von der Ständekammer onworfe-. Darob unter Demokraten und Liberalen große Entrüstung über diese Kammer, und da die ablehnende Mehrheit aus Katholiken bestanden hatte, zugleich gegen den rückständigen und bildungsseindlichen Ultramontanismus. Es hat aber weder der Ständekammer noch den Mtramorttanen geschadet.
Ein Jahr des Haders war das Jahr 1904 auch auf wirtschaftlichem Gebiete. Vom Vorjahre halte es den unglückseligen Kcim- mitschauer Streik geerbt, der dann alleroi-egs schon im Januar plötzlich zu Ende ging. Er hat der Arbeiterschaft weit über Krimmiischau hinaus viel Erbitterung hinterlassen, und andererseits den Anstoß gegeben zum Zusammenschluß der Arbeiterschaft, der angeblich die Abwehr ungerechtfertigter Streiks, in Wahrheit die Pflege des Scharsmachergeistes bezweckte. Nicht viel andere Absichten verfolgt der in etwcs geheimnisvoller Weise in? Leden getufer.e Reichsoer. band gegen die Sozialdemokraten, von dem man weniger hört, als von dem unter der Leitung des ZmlrLlverbandeS deutscher I dustttrller stehenden 8lrbeitae6etoerbaF.be. Alle Lebrn?- äußttungen des Scharfmachertums kamen schließlich nur den Sozialdemokraten zugute. Irgendwelche gesetzgeberische Maßnahmen verwögen die Scharfmacher einstweilen nicht durchzusetzen, wie auch Graf Bülow im preußischen Herrenhause, als man ihm von allen Seiten zuhetzte, wieder betont hat. Den Sozialdemokraten nützt aber schon die Aeußerung von Wünschen. Wir brauchen nur daran zu erinnern, mit welchem Spürsinn fie „Verschwörungen gegen das Reichstagswahlrecht" aufzudecken lieben. (Schluß folgt.)
„Rolf," sagte Jdalie, ihn am Arm fassend, „eL ist mir zuNlüer, von dem zu sprechen, waS ich an Opfer» gebracht hebe, ober ich beste, diese Heire Rücksicht auf mich habe ich de n dock um Dich verdient. Die WiederseheuSsreude dieser R ise ist mir schon fattfam vergällt." Anfmumenrd drückte fie seinen Arm, mürrisch erhob er sich.
„Ich will E:ch den Gefälles tun, da eS ja auch in m iaem Interesse liegt, meine SSwesier nicht mit ihrem Verlobten allein durch die Strrßem sirrtet« zu l-ffen."
Robert unterdrückte mnhsa-n ein Lächeln, aber die kleine Hand seiner Braut preßte seine Finger je fest, daß er eine Seger äußerung sicht tat.
las t mich nicht unter diesem Eindrücke von Each gehe«. Ich kann ja nicht wehr froh sein, wenn ich diese schreckliche Szene vor Augen behalte und bangen muß, «m dasjenige, was noch komme« wird."
Die gehabte Aufregung zitterte in ihr noch nach und sie brach in erneutes nervöses Weine» aus.
Nun redete ihr Robert ruhig und gemessen zu, daß kie an seinen Worten, die eine Ueberzeugung sm&- sprachen, die er nicht fühlt-, fich wieder aufrichtete. AIS er dann zum Schlüsse mit einem Anfluge von Hamor »einte, ein rebellischer Magen sei von alle» änannehmlichkeiten noch am schwersten zu ertrage», staub Jdalie auf, wischte energisch die letzten Träne» aus den Augen und versetzte:
„Nun habe ich genug davon. Man wird'« auch einmal müde, die Svrgenscknvest-r jahraus und -ei» zu sein. Wo bhrferen wir?"
Sv gefiel sie Robert, und er lä Helte über die resolute Art, einer peinlich-n Szene ein Ende zu wachen. War daS schon der Emfluß der neuen Liebe?
Berlin, den 39. Dezember 1904
§ Der seitherige Gouverneur von Deutsch- Südwestasrika Oberst Leutwei« ist heute vormittag an Bord des Dampfers „Ltcie Wörmann" aus Säbwestafrika in Hamburg einge- durchaus nicht, aber sie tat ihr möglichster, um diesem Wiedersehen einen herzlichen Ton zn geben.
„Jdalie," bemerkte Robert im Lause des Gesprächs, „Du könntest Deinem ®raber sagen, wie wir nun zu eiuarder stehen," er llaug kühl und gemessen. Er erhob sich und ging im Zimrrer aus und ad.
„Wie ihr zu einander steht, der Tausend!" lachte Rott, „genau so wie andere verliebte Menschenkinder. Wenn e» soweit kommt, hört alle Ehrwürdigkeit aus. Ra, macht nur voran, ehe Ihr grau werdet."
„Daß wir nicht schon längst „voran" wachten, müßtest Du uns auf den Knien danken," erwiderte I alle verletzt und warf einen Blick auf Robert, der fich fichllich bezwang.
„Serifari," machte Rolt mit einer verächtlichen Handbewegung, „wäre die ErnährungSf< age für einen auf feine Gage angewiesenen Leutnant nicht so verdammt schwierig, so hätte @w e E-ckhalt-amkeit nicht so lange gedauert. Der Zufall hat mich ja zum
|tn gemacht, daß ein Quäkeroffizier auch Feuer in
„Rolf," rief Jdalie empört, denn fie sah, wie Robert erblaßte.
Langsam trat dieser vor den Letter, faßte ihn an der Schütter und sagte mit zornerstickter Stimme:
„Buse, ich Hove bisher lange genug geschwiegen, wenn Du Deine b-leidigeuden Aeußerunzen gegen mich richittest, au- Rücksicht für die Demen' Hüte, Duh, Du bist an dem Aeußersten an gekargt, da liegt die Off-zier»ehre, die ich von ein an N chiSwiudigen nicht cutatien lasse "
Unwillig schüttelte Rolf die Hand ab, sprang ans und rief:
„S-eh doch, der Morclnx! Jdalie, Du wirst einen g-dvldigen Narren Je mehr Du
ihn prügelst, desto weicher wir» er. AuS Liebe zu D-r läßt er fick mir cm Ohrläppchen zausen utto schweivt heroisch. 3ft bas nicht der Gipfel der Heldesmuls "
Rus war er »ieber gefaßt, sogar ftiZlich, schloß sie zärtlich in die Seme und sagte munter:
„Ich. bi» ein Griesgram. Lsß urs die wenigen Mi«tte», die wir noch zusammen sind, genießen. Du rn eß w hl schon mit dem Abendzuge und vielleicht ko-amt Rolf in der nächsten Sdtusbe.
W« gern vergaß sie alles und kostete die wenigen tii ckttche» Momente. Sie hatte ja so viele Jahre
3 IrbeuS nachzuholen
Wer jttst die ernste Jdatie Mariol sähe", neckte er fi- xnb sie zauste ihn an seinem Schnurrbart: „Er ist i attüch geworden '
'.äe ging die Tür auf und daS Mädchen schnellte ersch-achen axS d-S junge« Offizier- Arme auf.
Rolf stand auf der Schwelle. Er lächelte höhnisch.
„9h, dar ist ja nett, rüstet fich da iu meiner Ab wesenhett ein liebes Tauber-Pärchen ein und schnäbelt «ll einander. Ra na, soll mau solche- ahnen »:n so ehrwürdigen Latten."
„Du löantest wich zunächst mal willkommen heißen", bemerkte Jdolle auf chn zugehend, während der O sizirr in verhaltenem Zorn an seinem Schnurrbart dithre.
»Hier schickt Pepa Dir von fdnen Zigarren", suchte Jdalle eü-zmenken. ,Dn kemch fie doch, von den {einen — urch grüßen läßt er Dich und hofft Dich -» Herbst bei sich zu haben.
„Ä«, wie g-ht'S beim dem lieben Alten?" gähnte « und warf sich in einen S ssck, „hast Du nicht ein 2toten für wich, Jd^iecken? Ich bin heute ,H Musterkimbe und sehr zngärg'ich "
Jbotik gr-fi'l dtkseS »-galante Benehmen zwar
Sßscheint tärttch. «u
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