Einzelbild herunterladen
 

31. Jahrgang

MKa. Donnerstag, den 29. Dezember 1904

re

(Nachdruck »ertöten.)

11

MeEwMMW

82 zu Schwimmbach, Küher im königlich bcy-r. 6. Fkldarttllerieresunent, seit dem 17. Dezember m Okosonduso vermißt. — Ein späteres Tele- gramm uns Windhuk meldet noch: Än Typhus find gestorben: Retter Hermann Dimke, geb. am 7. 9. 81 zu Godziszews, früher im Feldartillerie- regimen» Nr. 56, cm 20. 12. im Lazarett Epu> kiro: Retter Ernst Schulze, geboren am 17. 2. 83 zu Damm, früher im Infanterieregiment Nr. 41, am 24 12. im Lazarett Otfosondn. Am 15. 12. im Gefecht bei Koes gefallen: Reiter Philipp Grönnigrr, geb. am 21. 9. 83 zu Bü« deshetm, früher im FeldartiLerieregiment Nr. 15 Im Gefechte bei Hukwp am 21. 12. leicht ver­wundet: Leutnant Frhr. v. Maltzahv, geb. am 27. 1. 80 zu Köslin, ftüher im Königiu Elisa­beth Garde-Grenadierretiment Nr. 3, Prellschuß rechten Oberschenkel; Sergeant Julius Alex, geb. am 11.11. 77 zu Umstadt, früher im Infanterie' Regiment Nr. 112, Fleischschuß im linken Ober- schenke!; Sergeant Karl Gchoiz, geboten am 31. 5. 74 zu Erfurt, stüber im Jnfanterie.Regiment Nr. 71, Prellschuß am linken Fuß; Unteroffizier Wendelin Frank geb. 6.5 78 zu Bern (Schweiz) früher Dragoner-Regiment Nr. 14, Streifschuß, Nase, rechten Oberarm.

M 298.

Verantwortlicher Utzeifüetter-.Zosvau« w«che»dMge-„Il!ilftrierte Zonntagrzeitung

Wobevts KHve.

Erzählung au» der Gegenwart von Slca Ruth.

Svretgevr Vie «M fpahigt PrtitMe deren Bant 16 P^. Bettomen die petit^M 25 pfg.; bei Wieder­holungen wird entfitf

Babatt gewährt.

Druck und Verlag des zuldaer Ackiendnuter» in sinlda (Harmonie^

zernsprccher Ur. 9.

Fortwährend

«rhme« alle Postaustalteu, Land briet- boten, ZeittrugSttäger *ub «ufere Expe­dition (Harmonie)

geßkörign eef der 1. Maria! 1905 der »Fuldaer Zeitung' zum Preise von 1 Mark 50 Pfg. (ohne Bestellgeld «nd Brtngerlohn) entgegen.

Grrli«, den 28. Dezember 1905,

* Der Abgeordnete v. Oldenburg will bekanullich'-von den Ciprioisch-n Handeesver. trägen geredet haben, als er erzählte, ein hoher Staatsbeamter habe ihm gesagt, wenn er die schädlichen Handelsverträge nicht unterschreibe, so tue es ein anderer. Dec Berichterstatter der ,Danz. Ztg.' bleibt dem g-ger-über bei seiner Dar­stellung, wonach Herr v. Oldenburg von der Gegenwart und den jetzigen Handelsverträgen gesprochen hat. Es wird darüber nun in der liberalen und der landbündlerischcn Presse hin- und hergefiriiten. Uns will es scheinen, als sei es schließlich höchst gleichgiltig, was Herr von Oldenburg gesagt hat.

0 Nene Münzen. Mit dem neuen Jahre will auch der letzte der deutschen Bundesstaaten, Bremen, von seiuem Müuzrechte Gebrauch machen und Gold- und Silberrnünzrn mit seinem Staatswappen zur Ausprägung bringen. Währ-nd die Münzen von Lübeck in Berlin her- gest-llr sind, wird die Ausprägung der Bremer Münzen von der Hamburger Münzstätte mit übernommen. Mit dem neuen Jahre gelangt such das neue Fünfzigpfennigstück zur Ausgabe, während die Entscheidung über das neue FürckmarMück noch aL§Kch>.

* Die Kanalkommiffiou des Abgeord­netenhauses ist zur Entgegennahme des Berichts auf den 3 Januar einberufen worden. Dr. von Quistorp bat den auf den Großschiffahrlsweg Berlin-Stettin bezüglichen Teil, Dr. am Zchnhoff die übrigen Teile (Kanalisierung der Oser von der Le-ßemündung bis Breslau. Regulierung der WaMre und Ratze, Schiffahrtskanal Rhein-Han­nover) bearbeitet. Der Bericht des Abg. am Zehnvoff stellt ein sehr umfangreiches Werk dar, ist 300 Seiten lang und enthält 10 Anlagen so­wie verschiedene JllustrationSbeilagen. Die Druck­legung des Berichts wird bis zum 10. Januar vollendet fein.

—* Das „Prentzenparlsment", der Parteitag der preußischen Sozialdemokratie ist nom.Vorwärts' mit dem bei ihm herkömmlichen

„Sier, Dolchen, Du nimmst Robert wohl die Zimmel wäffelchen mit. Ich habe fie gebacken und -x itzt fie gerne." Damtt langte Claire ein Paketcheu unter ihrem Hängemantel hervor und reichte eS Jdolie in den Wagen. Die Wagentüre wurde zaarklappi und der Zag setzte sich in Bewegung, und Claire hatte immer roch eiwr» zu sagen, was Jdolie Robert be­stellen mutzt'.

Aks diese sich dann in die Wagenecke zmücklegte, bemerkte sie erst, dah fie richt allein war. Zu ihrer mumgenebmsten Ueberraschung erkannte fie die Liese a»S der E .gelwirtschast, die zuerst etwas verlegen chreo Gruß erwartete. Kühl nickte ihr Jdalie über die Schulter za, und da Leerchen vergeben« aus eine gnltbe toaiteif, warf fie herau» fordernd den Sops zurück, vahm ihr Täschchen hervor und biß in stillem »ergcr in einen Apfel hinein

Lus einer Zwischenstafon flieg ein Weine eisender ein, der Lieschen sreundschastlich die Hand reichte und seine demrächstige Ankunft im Sngrlhause ankündigte. Diesem erzähtte L'ese, daß fie sich einige Zeit in Bonn bei Verwandten auszuhalten gedenke.

Jdalie schien es, al« sei diese Bemerkung an fie gerichtet und al» treffe fie der heraittfvr'oerude Blick M Mädchen». (Sine unbezwingbare Unruie überkam sie. Sie meinte ausspringen zu wüffen, um vor da« Mädchen htuzwreien mit dem Stufe:

„Du gehst nicht, Du darfst Dich nicht in feine Nähe drängen."

Aber ein Erfühl der Beklemmung, vielmehr noch der Beschämung, hielt fie zurück. Sie fürchtete ein Wort zu hören, daß fie krärk-u mußte, ein Wort, da«

Phraserrbombafi begrüßt worden. Wenn man nicht wüßte, daß die Herren schrisistevernden Gcnoffen selbst nicht glauben, wa§ fie sagen, so müßte man fich wundern, daß fie es in Preußen aushallen und nicht lieber nach Rußland auS- waudern. Nach der Schilderung deS .Vorwärts' ist Preußen der schlechtestregierte, unfteiestr, rück, ständigste Staat der Welt. Aber die Herren Genoffen fühlen fich doch ganz behaglich m ihm und find selbst der beste Beweis, daß eS auch mitder Freiheit so ganz schlecht doch nicht be­stellt ist. Darum nahmen wir ihre Dekla­mationen auch nicht weiter tragisch. Ueberdies wiffen wir es zu würdigen, daß fie das Be­dürfnis empfinden, das souveräne Volk der „Zielbe rußten" gelegentlich auch mal mit etwas anderem zu unterhalten, als mit den wüsten Schimpfereien, mit denen die Genoffen sich seit Jadr und Tag ununterbrochen gegenseitig be denken.

§ Die Lehreu des Hamburger Bier Boykotts bebandrlt in der neuesten Nummer der .Sozialistischen Monatshefte' b?r sozialdrms- kratische Reichstags - Abgeordnete v. Elm. E: kommt zu dem Ergebniffe, daß der Bier-Boykott nicht das bewirkt habe, was die Sozialdemokra­ten sich davon versprachen, und daß man des­halb in Zukuust die Sachlage sorgfäit-g prüfen müsse, ehe man sich zu einem ähnlichen Boykott entschließe. Bei dieser Gelegenheit macht Genoffe v. Elm eine reckt interessante Bemerkung. Er sagt nämlich, der Boykott sei deshalb nicht wirk­sam gewesen, weil ein großer Teil der Arbeiter während der Dauer des Boykotts sogen, „echte Biere" (Pilsener, Münchener rc) getrunken habe. In Hamburg sind diese echten Biere durchschnitt­lich teurer als in Berlin. Ein großer Teil der HamburgerArbeilerschaft kann sich das aber leisten, sogar in dem heißen Sommer von 1904, wo doch sehr viel getrunken wurde.

* Ans Dentsch Siidwestafrika. Nach Meldung des Generals v. Trotha vom 27. ds. MtS. wurden durch Patrouillen om 11. Dezember südwestlich von Otjihangwe und am 22. Dezbr. in den Bergen östlich Lrakwater Hererobanden überfallen. ' Mehrers Hereros sielen, zwei @e< wehre wurden erbeutet. Am 22. Dezember griff Oberleutnant Streitwolf mit L-vtnant von Use- dom und 12 Mann eine Hrrerewerft bei Okgt- sipiko 6n. Der Feind eröffnete das Feuer und die Werft wurde erstürmt, wobei 16 Hereros fielen. — Nach einem amtlichen Telegramm aus Windhuk find an Typhus gestorben: Retter Ernst Effer, geb. 25. 12. 81 zu Neckargemünd, früher im königlich bayerischen Infanterie.Leibregiment, am 25. Dezember im Lazarett Windhuk. Im Gefecht bei KoeS am 15. 12. 04 ««fallen: Ge freitet Alois Kemmler, geb. 2. 5.80 zu Pferrsee, früher im Infanterieregiment Raffer Wilhelm, Köa^ von Preußen, (9. württembelgische«) Nr. 120. Im Gefecht am Hudnp cm 21. Iß 04 gefallen: Reiter Ferdinand SufiuS, geb. 4.2. 83 zu Wegeleben, früher im Infanterieregiment Nr. 21. Verwundet: Retter Ferdinand Mehr­mann, geb. 22. 12. 82 zu Helbra, ftüher im Grenadierregiment Nr. 5, Fleischschuß rechte Schulter. Retter Johann Leitner, geb. 18. 1. ihr d n Mund schloß. Sie besürchtete e». Ach! war e« denn so weit a-kommen, daß fie da« Anrecht jene» Mädchen» ai Rolf fürchtete Hatte er ihr B;r- sprechurgen gemacht? Siebte er Re? Forderte er fie zum Kommen auf, oder drängte fie fich an ihn heran? O Bott, wie schlecht fie war! Wie Unrecht fie beiden tat! Nein, fie wollte nicht mehr denken. Er tat weh m>v half doch nicht».

Di lies der Zag In den Bahnhof ein. Sie stürmte färmt ch hinan», al» könne fie damtt der fürchterlichen Ahnung enteilen, die sie nicht verließ.

Ohne fich «ach der Engelliese umzuschaven, eilte fie durch die S raßen der alten llniverfitätrstadt da­hin. Sie frag rach der......strotze, zähste die

Häusermimmer und la» 83 Sie hatte sich so schön autzgedscht, wie fie ihre« Bruder« Heim zuerst einmal von außen mustern wolle, wie sie langsam hinein, dann hinausschrrtte, nm alle Eindrtcke sich eirp'Sgen und dem Baler mit nach Hause nehmen zu können. Da? war alle» j-tzt verg ffen

Sie trat in va» Hau», ohne zu wtflen, wieviel Fevsterfrvnte e« hatte und vergewisserte fich nicht ein­mal, ob Teppiche tm Flur lagen. Ein Dienstmädchen, mit dem großen Dnkaufrkorbe im Arm, begegnete ihr und wie» fie auf Verlangen nach Rolf« Wohnung.

Auf der Treppe trat ihr dann eine ältliche Frau entgegen, die fich al» Herrn MariolS Hanrwtrtin vvrstellte und zu Jdalie» Enttäuschung sagte, daß der junge Herr schon au»gegangen sei.

Ratto» stand da» Mädchen da und bemerkte, al» könne die«-die Situation ändern:

„Ich bin fiine Schwesters

Da wurde die Frau gleich freundlicher und lief Jdalie die Treppe vorauf.

„Ei, so kommen Sie doch oui sein Zimmer und erwarten ihn. Ich kann Ihnen keine Auskunft geben, wo fie ihn jetzt finden. Za mittag ist er aber be­stimmt zurück Wa» tut'», wenn fie ein StündSeu hier «arten. Bitte, treten fie ein, ich lasse e« mir'»

* Der rrWch'jüpMische Aries»

Die japouische Flotte ist, wir jetzt ge­meldet wird, noch nicht mit ihrer Hauptmacht dem ruffischen Ostseegeschwader entgegengezogeri. Dem .Standard' wird am Mittwoch aus Tokio gemeldet: Admttal Togo wird mit der Haupt­macht der Flotte nach den japanischen Gewäffern zurLckkehren und dem Kaiser wahrscheinlich per- fönlick Berscht erstatten.

Wege« der Beschlag««h»e einer russi- schen M«nitio«ssend««z durch die chinesi­schen Behörden hat sich ein diplomatischer Stieg zwischen China und Rußland entjponnen. Die russische Gesandtschaft in Peking verlangte, nach einer Meldung des „Reuterfchen Bureau»", vom Waiwuvu die Zurückgabe der von den chinesi- schm Behörden in Fengtat beschlagnahmten Munition. Die Gesandtschaft versichert, die Munition sei für die Gesandtschaftswache be» stimmt gewesen. Man glaubt, daß die Chinesen im Hi'.'blick «ich Hie hLnsiseu Versuche, Munition za schmuggeln, fich ablehnend verhalten werden.

J«pä« klagt wieder über Verletzung der Neutralität. DaS Blatt .Kokamin'sagt, Rußland sei für die Ermöglichung der Fahrt der russischen Ostseeflotte nicht nur Frankreich, sondern auch Svanien, Holland, England, Däne­mark und anderen Mächten zu Dank verpflichtet; die Japaner könnten aber, so fügt das Blatt mit bitterem Hohn hinzu, auch dankbar sein für daS Verhalten der Mächte, welche Japan gegen­über zu gleichem Dienst verpflichtet fein würden, wenn Japan eS für notwendig erachten sollte, eine Flotte nach dem Westen zu senden.

Die bisherige« Kriegskosten Ruß­lands. Ein hoher russischer Finanzbeamter tn Petersburg tat, wie der dortige Korrespondent deS „Echo de Paris" meldet, die Ausgaben des russischen Staatsschatzes für dm Krieg biS zum nicht nehmen, Ihnen ein Täßchen Chokolade vorzn- setzen.

Damit öffnete fie die Tür zu einer« mäßig großen Zimmer und eilte trotz be» Proteste« hinab, um die Chokolade zu bereiten. Jdalie stand mitten im Zimmer und sah sich um. Ihr wurde doch wieder mit einem Male w 'tm um» Herz. Sie stand ja in STolf» Stube, sah die Spnren seine» Watten» überall und bemerkte auch al« liebend.» Hau»Mütterchen, daß jede» Ding an seiner Stelle stand, keine Hose auf dem Sopha und kein Papier am Boden lag — alle» wohlgeordnet, wie bei Einern — der richt viel zu Hruse war, aber da« sagte fie fich richt. Wie getagt, ihr Herz war wied-r warm, und da» war ein schöner Zustand, viel schöner, al« wenn da» Mißtrauen und die Unruhe in ihr wühlten. Sie wurde sogar beiter, al» fie den Mantel ablegte und fich auf da» Sopha niekerfüllen liefe.

.Wie gemütlich!"

Und da kam auch schon die liebenswürdige Hsu»« Wirtin herein mit der dampfenden Chokolade.

„Bitte, sagen Sie ibm nicht, daß ich hier bin," weinte Jdalie ganz glücklich, „ich möchte sein über­raschte» Gercht srhen, wen« er mich erblickt."

„Da« will ich meinen," lochte die Frau, „an sol­chen Besuch denkt er sicher nicht, obwohl ich hätte an» nehmen können, daß er etwa» Besondere» erwartete, denn so früh wie heute erheben fich die Herren Stu­denten denn doch gewöhnlich nicht."

O welch häßlicher Gedanke stieg in Jdalie wieder einmal auf, aber fie bekämpfte ihn töpfer und war wieder glückstrahlend.

„Ist er artig?" srug sie mtt so zuverfichtticher Miene, al» fei fie nur gekommen, um Lod einznheim- fen, weniger zuversichtlich kuteie der Zusatz:

„Er rft doch wohl solide im Nachhausekommeu?"

„Ei, da» will ick meinen," begann die Fran mit ihrer stehenden Phrase, „ich habe schon Siebenten ge­habt, d-e eine Woche lang da» Bete nicht benutzten und nrr die Mühe und Irteit sparten."

Mch Zeiertage. viertel- ttitztt. vezngrpreir .»w Vringertohn und »Angeld in Mdanrt SghtelHtteopfo

24. November auf 476 Millionen Rudel (1071 Millionen Mark) geschäht, wovon ba$ Krtegs- mimfltiium 323, die Admiralität 82 und andere Departements 71 Millionen Rubel ausgegeben haben. Für die Zett vom 23. November bi« 14. Februar 1905 sind bereits 252 Mill. R. bewilligt, so daß der Krieg den russischen Gtsattschatz im ersten Jahre 728 Mill. R. (14671/» Mill. Matt) kosten würde. Die Kriegs' kosten für daS näckttr Jahr werderr auf 600 Mill. R. geschätzt. Von den für Kriegszwecke veflimmten Summen aus der französischen An­leihe, den Ersparnissen am Budget dieses Jahres und dm dem Staatsschätze zur De'fügung stehenden Geldern seien noch 298 Mill. R. vor­handen, io doß, selbst wenn die vorgesehenen 252 Mill. Rubel bis zum 14. Februar n. I. auSgegeben würden, was jedoch nicht wuhrschein- lich sei, noch 46 Mill. R. für die Ausgaben des Feldzuges von 1905 übrig bleiben.

Ruffische «riegssteueru. Um di« Familien der einberufenen ruffischen Reservisten unterstüZeu zu könne« fiff en, wie von der ruffischen Grenze gemeldet wud von nun an die Hausbesitzer 10 Prozent der etng< nommenen JahreSmieten mit Hinzurechnung de» Wertet der eigene» Wohnung an die Gemeinden abführen Grundbesitzer hahen 25 Prozent wehr a!8 die bishei gezahlten Steuern vom Grundbesitz betragen, zuMlen Vom 1. Januar ab svü auch eine Steuer aus Salz eingrsührt werden.

W. Petersburg, 28. Dez. 1904. 3M) völlig glaubwürdigen Nachrichten gibt cs utter den japanischen Truppen, die dem linken russi­schen Flügel gegenüberflehen, organisier» TiM- gusenbanden, die von japanischen Offizieren be­fehligt werden. Aus Schriftstücken und Notiz­büchern, die bei den im Kampfe am Taipinling- Paffe gefallenen Tungusen gefunden nurden, geht hervor, daß diese Tungusen in japanischen Diensten standen, und zwar erhielten: Der Szotnien-Kommandeur 200 Rubel (450 Mark), der Wachtmeister 20 Rubel, der Unteroffizier 18 Rubel und der Gemeine 13 Rubel monatlich.

W. Tokio, 28. Dezember 1104. (Reuter.) Nachrichten aus Port Arthur besagen, daß dir Besatzung der Zuversicht ist, daß En tfaL vor dem 1. März eint reffen nckd. Ungeachte der schweren Verluste bei den Gefechten cm „208= Meter-Hügel« vom 26. November ist die Garni. son fest entschloffen, den Kumps bis auf den letzten Mann fortzusührkn. Es heißt, die Armes habe ausreichende Vorräte bis zum Februar und auch die Marine habe Proviant für einen Monat.

W. Tokio, 28. Dez. 1904. (Renier ) Meldungen aus glaubwürdiger Quelle bestätigen die Nachricht vom Tode des Generals Kon- tradenko. Außerdem wird gemeldet, daß General Stössel infolge eines Sturze» vom Pferde eine Verletzung erlitten hat und daß General Smirnow verwundet ist.

W London, 28. Dez. 1904. Die ,Mor> ning Post' meldet aus Schanghai von gestern:

„Da» Bett nicht benutzen? Schliefen fie denn nicht?"

„Da» auch; da» geht so manchmal ein paar Tage und Nächte durch und dann finden fie den Weg nach iheer Bude nicht wehr nnd kriechen fr.» Stroh oder kampieren irgendwo tm Freien. Manchmal liegen fie auch alle beisammen in ihrem Kneiplokal, so wie e» eben kommt."

Da fie die vor E> tsitzen weit geöffneten Au;en der jungen Dame fad, lachte fie und meinte:

„Sie kommen sicher au» der Provinz, da sind die Männer noch solide, und wenn fie um 10 Uspc nicht zu Hanse find, läßt die besorgte grau sie holen. Nun da sollten Sie ein bischen bei un» fein, der Schein ist alle», wenn dieser nm gewahrt wird, gibt fich manch' Einer schon zufrieden."

„Tu lieber Gott, wenn Sie auch meinen Bruder unter so weite Moralbegriffe stellen, kann ich rr cht sehr betätigt sein."

„Ach, mein liebe» Fräulein, wie See in die Silben stechen. Ich kann von Ihrem Herrn Bruder da» LobenSwereeste sagen. Er hat keine Schulden bei mir und zahlt pünkttich. Um weiteres kümmere ich mich nicht; denn io lange Einer zahlt, ist er anständig. 9hm muß ich Sie allein kaffen, denn ich habe auch einige Penfimäre in Kost und muß für Mittag sorgen."

„Entweder ist die Frau schrecklich oder da» Lebe« hier," seufzte Jdalie, al» fie allein war.

„Armer Rolf, in solchen Verhältnissen leben zu müssen. P pa hat Recht, da muß man Nachsicht Üben."

Sre stand auf und sah fich ?m Zimmer um.

„Man saat, vast der Mensch fim seine Umgebung nach keinem Charekrer schaffe, also wollen wir ei-mal eine Rundreise balzen. Ad, hier an der Wand Zeich­nungen, sestgest'ckt an die Topete. Da steht man die Männerwelt. Aber pfui! schön find diese Frauen nicht, vielleicht Schanspirlerinnen — hier gar eine Tän»rin — und tmt — steht nicht gar diesi» Weibe» Photographie auf fettem Arbeitstische?"

Maer W Zeitung

" ***58833®^ Monatsbeilage: „Klidaer GeschichtMätter".