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Römischer Wochenbries.

[**] Rom, 20. Dezbr. 1904.

Am Donnerstag abend bot der Petersplatz ein großartiges Bild dar: die gewaltige Fassade der Basilika erstrahlte im Glanze von 3000 Later­nen und 1000 Pechfackeln, ebenso die Kolonnaden. Es handelte sich dabei um die wegen deS regne­rischen Wetters verschobene Illumination zu Ebren der letzten Heiligsprechung. Der riesige Platz war stundenlang voller Menschen, weiche sich nicht satt sehen konnten an diesem seltenen und unvergleichlichen Schauspiele. — Am Sonntag vormittag sand in der Peterskirche dir Seligsprechung des Römer» Kaspar bei Bu- salo statt, welcher die Kongregation der Missto-

nüre dei köstlichen Blutes gestiftet halt'. D-r neue Selige war in Rom eine allgemein bekannte, m Rufe der Heiligkeit ftebenbe Persönlichkeit. Da er erst im Jahre 1837 starb, so kannten denselben noch viele jetzt lebende Römer Wäh­rend der eigentlichen .Seligsprechung waren außer einer großen Menschenmenge i ur die Jcftrbtnäie der Riten-Kongregation, die Beamten derselben uid der Erzpriester der Peterskirche, Karvlnal Rampolla mit seinem Kapitel, endlich die irr- erwähnten Missionäre zugegen. Rach der Ber lesung des SeligsprechungS-Dekretes pontifizierte der den Missionaren des Seligen angehörev.de Erzbischof von Brindisi. Zum Schlusir wurden Lebensbeschreibungen des Seligen an die Korbt näle und hie Ehrengäste verteilt. Am Rachmit- icqe war bis Peterskirche für dss große Publi­kum geschlossen vnd der Eintritt nur gegen Karten gestattet. Bald nach 3'/. Uhr erschien der Papst mit kleinem Gefolge und verrichtete ein kurzes Gebet vor dem ausgesetzten Hlttrheiligsten, welches et alsdann inzmsierte. Später wurden dem hl. Vater die üblichen Gaben der Postulation über­reicht, bestehend ous einet kostbar gebundenen L°bensbeschreibung, eimmRUiquiarium, mehreren auf Atlas und Seide gedruckten Bildern des Seligen, sowie aus einem riesigen, anderthalb Meter hohen Strauße von künstlichen Blumen. — An demselben Tage wurden in der Pauls- kirchr durch den Legaten & latere, Kardinal Fer- rata, und den dortigen Benediktiner - Abt zwei Altäre geweiht. Vor 50 Jahren hatte Papst Pius IX. diese alte Basilika nach dem im Jahre 1823 ausgebrochenen großen Brande eingeweiht. — In dem Mailand benachbarten Vitreza fun­giert gegenwärtig ein Priester als Bürgermeister, und zwar in seiner Eigenschaft als ältester Ge» meinderat. — Der ehemalige Kammer­diener Leos XIII., Pia Centra, wurde gestern unter großer Beteiligung seiner Freunde zu Grabe getragen.

Die Steuerung hat die bekannte, inmitten des vatikanischen Gebiets gelegene Münze an den G-- meinderat Pücelli verkaufe und einen Wettbe­werb für ein neues Münzgebäude ausge■ schrieben. Herr Pacrlli gehöre der katholischen Partei an und man nimmt daher an, daß der Kauf direkt für den Vatikan ei folgte. Diese alte Münze liegt an einem Ende des päpst­lichen Gartens, gegenüber dem Lore, durch wel­ches man in den Damasushof res Vütikans ein- fährt. Da sich bet der Münze ein königlicher Wachtposten befindet, so fleht dieser in allernächster Räbe der päpstlichen Schweizer, welche das er­wähnte Tor besetzt halten. Dies Bild, einzig in seiner Art. ist wiederholt phologrophieit worsen. Es hieß übrigens schon lange, daß die Münze ihrer großen Feuergefährlichkeit wegen aus dem Gkbier des Vatikans wegqelegt werde-, solle, namentlich wgen der ue mittelbaren Nähe der unvergleichlichen Schätze des oclikanischm Archivs : und der Bibliothek.

Dir Akademie des hl. Stuhles errannte ; den neuen Senatspräsiveulrn zum Ehrenncktzttede, ; ebenso den b kannten Millionär P.erre Ätorgcw, i welcher kürzlich das nott ihm sr n-r Z-ü im : guten Glauben peiaiftt, aber von fhem I-a> steuer geftvhlinr Poiale von Ai coli Pc »c fiel»

w llig fcbfer Stadl zurückickenkre. Dieser Aka- dkmie gehören auch die Kaiser Wilhelm und Nikolaus als Ehr-nmttglieder an.

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K itlbrr die »WaWr fragt Md die „gelte Gefahr".

I» Dresdner Gewerbeverein hielt am Mon­tag der rühmlich bekannte Wekreisend? Ernst ». Hesse-Wartegg einen Vortrag über die Absichten der Chinesen und Japaner wie über­haupt über die Nebenbuhlerschaft der kaukasischen und mongolischen Raffe im Kulturkämpfe auf ostastatrschem Boden

Richt von den Chinesen, sondern von den Japanern hat Deutschland in seinenHondels- inieieffen die als „gelbe Gefahr" bez i^nete Konkurrenz zu befürchten. Der Chinese ist kein moderr-er GischäflSgeist, er hastet am uralt Her- |ebrad)ten und kann sich von kleinlicher Krämer- und Kuli Natur nicht ausschwingen. In letzterer Hinsicht hat er sich sogar aus Java, Sumatra und Ceylon als dienendes Glied der herrschenden Kultur vorzüglich bewährt. Für unsere Südsee- vefitzungev, Samoa u. s. w„ empfiehlt der Redner zu diesem Zwecke lebhaft die Einfuhr chinesischer Kulis, die arbeitsam, anspruchslos und leicht lenkbar sein sollen. Die Errungen schäften neuzeitlicher Technik: Eisenbahnen, Maschinen, elektrische Wunder betrachtet der Chinese mit Staunen als Werks des Teufels, et hält die Kultur aller Weißen, besonders auch der Deutschm, aber trotzdem süc niedrig und «h. Am vornehmsten scheint ihm seine eigene Kultur, weil sie älter ist als alle anderen Welt­reiche. Das Werkzeug der Urelter« braucht et lieber als Maschinen. Diese läßt er verrosten l Auch die mühselige Schreibarbeit der Chinesen ist ein dauerndes Hindernis im geistigen Fortschritt. Nicht 25 Buchstaben, nein, 4000 Wortdilder muß selbst der dürftig Gebildete kennen für die Gelehrten wächst die Anzahl auf 400003, darunter Zeichen bis zu 36 Strichen. Selbst ein Li-Hung-Tschang mußte als hoher Siebüoer noch täglich hinzulernen, um dis kaffer-

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Die Konstruktion des Rohrrücklaufgeschützes hat es erst ermöglicht, wirkliche Schnellfeuerge- schütze herzustellen. Denn solang: die Kanone durch jeven Schuß 8—10 Schritte zurückgeschleu­dert wurde uvd wieder in Stellung gebracht werden mußte, konnte von einem richtigen Schrell- keine Rede fein. Wohl wurden Bremse

tichr-i Erlasse richtig in Schristzeichen auszu- drückens Cnna wird die ewopätsche Technik und alle Zweige kaukasischer Kultur weder er­reichen, roch jemals begehren.

Anders die Japaner. Sre kämpfen oluttg um die Weltherrschaft in Ostasien und werden nach erfolgter Eroberung der Mand­schurei allen Handel und alle Macht, dre setzt in Rußlands Händen liegt, an sich zu reißen. Und mehr als daS! Die Beziehungen Deutschlands zum Zarenreiche sind auch im fernen Jjjietr freundliche und für den deutschen Handet sehr nutzbringend. Wir kaufen aus Rußland jährlich für 400 Millionen Rohstoffe und expor­tieren do ihm für 1200 Millionen fertige Waren. Von Japan beziehen wir für 40 M'^-open, während der Japaner von uns gerate d.e Hälfte, also nur für 20 Mllismn Waren de- stellt. Driviertel der russischen Kriegsarrs- rüfiungskosten fvb an deutsche Lieferanten ver­ausgabt. Japan bezog nur em Mertel tm SuJ. lande und stellte 75 p Ct. f^bst her. Ame-ika lieferte 18 pCt., Frankreich 6 pCt., Deutsch-and taU$lU b^spielloserGewandtheit und Schlahell weiß Japan-allen Kulturvölkern alle Errungen­schaften und Fsrtschritte abzulauschen und nach­zuahmen. Japanische Deputationen beficht-gten Arsenals und Künsnengteßereien. I -tzt baut Japan feine Feuerschlünde sogar schon für Portugals Deutsche Fabrikanten begrüßen hocherfreut den jungen strebsamen Gast vom fernen Jv>elrerche als Volontär, der nur „die deutsche Buchführung lernen will. Der noble Ausländer knerpt mit Angestellten und Arbeitern und besticht sie fast unmerklich zur Preisgabe aller Geschästsgeheim- niffe. Daheim macht er eine Fabrik auf mit allen technischen Vollkommenheiten und wüst seine Waren auf den asiatischen Markt, oft sogar als »Deutsches Fabrikat". Etikette und Ausmachung, Fabrikmarke sind genau der deutschen Ware nach­geahmt. Selbst „Münchener Löwenbräu" traut Japan. Mit Zuversicht fordern diese Söhne deut- scher Kultur ost sogar noch Nachlieferung der noch unerforschten Rezepte. „Wir machen fetzt," schrieb einer, „den Flanell genau so schön, wie wir es in Ihrer Fabrik gesehen haben. Aber teilen Sie uns noch mit, wie Sie den Seiden­flanell machen!" Der Export verringert sich all- jährlich. Zudem ist Japan kein sicherer Zahler.

Ob«tnge»ie«r Mohr f, 1 der Srstnd« das RohrrücklausgäschützeL.

und Sporn angebracht, dieselben konnten die Folgen des Rückstoßes wohl mildern, fedoch nicht aufheben. Die Kruppsche Konstruktion emes so­genannten Federspcrns, der der Lafette me« gewissen Rücklausspielcoum läßt und sie mit L»ilke einer Federsäule wieder vordrückt, bedeutet daher einen wesentlichen Fortschritt. Oberingenieur Mohr, der Erfinder der Rohrrücklauskonfiruktwu ist nun kürzlich durch einen Unglücksfall in seine, Fabrik in Kopenhagen ums Leben gekommen Mohr, der früher 19 Jadre die Kanonensabril Krupp in Essen geleitet, hat ein Aller von 52 Jahren erreicht.

* Dr« bei be» Präminruntze» ans »er Wat- ausstrüm-a in St. Louis vvrgckommrnen Uuregil- mäßigkeitea (Bestechm-gen) reibt fi» rmu r-ack der komischen Sei e hin auch die Prämierung von N.cht cuiMern würdig o! Wie dle Deutschen Ltnol-um- W-rke Hansa zu D- mmtzorst mit^tlen sind fir von b,t Znerkennmig d r Bronzenen Medaille überrascht" wsrdrn, nachdem sie trotz ergehender Ein­ladung deS ReichikomMflarS nichts von ihren Favri- kaieu nach ®t. LoüiS ge«ch!ckt hak.

seh W-ffcrscheu als EhrscheibungSgrund M Frau Arubeahaur in Hawtura ar. 3«: W«« wäscht sich nicht r«d .st k°.ek lerreeend schmutzig, daß die Frau nach vietKöchrrUllcher Ehe erklärt, mit chm nicht lesen zu können.

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