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3L Jahrgang.
Zulda, MUtwoch, den 21. Dezember 1904.
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y Fabrikanten «L Gesellschaft
Fabrikanten : Frankfurter Glühstoff.
m. b. H., Frankfurt a. M.
Zweites Blatt i
noch wrll e er tiefen st llbeglückerden Moment, der wie ein elektrischer Furke durch beider Herzen zog, sesthalten, al» de» Geheimrat» Stimme dazwischen klang:
„Welche Verbindungen find denn am Oite?"
„Er wird vatütlich in keine der Farbentragenden einketrn," setzte Robert voran».
Da begegnete et einem verlegenen Schweigen.
„Hw," »achte Marivl, „ich kann die Duckmäuserei nicht auistehen. Kurz heran»: Mein Junge muß schneidig anstret'n "
„Die Fa-.bentragevden fiud Schläger, bedenke da», Oakel."
„Ti was, ein ungefährlicher Schn iß kann nicht schaden. Hab' auch einen mitb »kommen und gefiel Deiner Mutter damit so gut, Jdalie."
„Nun, wo immer Rolf sich auch feinen Umgang wählen mag, nicht wahr, Robert, Du wirst Dich seiner annebmen. Ich bin dann um so viele» beruhigt," versetzte da» Mädchen, inbtffen der Geheimrat halb belustigend halb ärgerlich augtief:
„Jdalie, Mädchen, meinst Du denn, daß Rvli, der feine cchtzehn Jahre haben wird, sich wie ein PöppelkKd durch tie Amme hersurfiihren lassen wird. Wie Ihr Frauen in Euerer Sorge um «n» tyrannisch werdet 1"
„Ich glaube arch, Kufine," wandte fich nun der Difiyer an sie, „Du kannst Dich dieserhalb beruhigen. ?ols wird nach allem, wa» ich vernommen, seinen Weg selbst suchen wollen. — und nun ist meine Zeit abgelausen." Er stand auf und reichte fern Sehtimrat die Hand Hw. „Auf Wiedersehen, Oakelcher», in guter aller Freunds^ ast. Wir waren stet» aufrichtig miteinander, so soll e» bleiben."
„Jawohl, und wenn Du wieder kommst, Junge, sie Flasche bleibt versprochen. Im Uebrige» denke ich, halten wir», wie bisher, Du nimmst Rücksicht auf weinen rheumatischen Zustand und läßt Dich von Jdalie bi» zur -tür begleiten."
Es ist eine alterwiesene Tatsache, daß man mit den äußeren Feinden viel leichter fertig wird al» mit den inneren. Die Pläne der ersteren erkennt man bald aus ihrem Tun und Treiben, über das, wohinaus die letztgenannten streben, bleibt man meist sehr lange im unklaren, weil man vertrauensselig ist und Arges nicht ahnt.
Ein solch innerer Feind deS Weihnachtksestes, der christlichen Weihnacht ist der — Weihnachtsmann. Schon vor Jahren wurde von Einstchtigen daraus aufmerksam gemacht, daß dieser scheinbar ganz harmlose Alte im Grunde nichts anderes fei als ein Todfeind des christlichen Weihnachtsfestes, ein grimmer aber schlauer Haffer des ChristuskindeS, das die Christenheit als Heiland und Gottessohn aner- kennt und bekennt. Man sage nicht, der „Weihnachtsmann" sei nichts anderes als der gute heilige Nikolaus, verlegt auf Weihnachten, man tröste sich auch nicht, der auf lebhafte Kinder- gemüter stärkeren Eindruck machende Kncchr Ruprecht fei ohne alle böse Absicht mehr in den Vordergrund getreten. Einiges, aber auch nur einige» ist dabei allerdings richtig. Aber der moderne „Weihnachtsmann" hat mit den beiden genannten Gestalten nicht das geringste zu tun, er ist ihnen vielmehr ebenso feind wie dem Christkind. Dieser moderne Weihnachtsmann, der sic, unter einer Wrihnachtsmaske christlichen Anscheins einführt, hat nichts andere» zum Ziel, als dos Weihnachtsfest zu entchristlichen.
Es gibt tausende und tausende von Männern und Frauen, die mit Freuden und aller heiteren Wärme ein Weihnachtssrst mitmachen, aber — das Christuskind!! Erstens — wer will denn gern so aufdringlich an die Armut im Stall zu Bethlehem erinnert sein; zweitens — wer hat denn ausgesprochene Neigung, unter dem fröhlichen Weihnachtsbaum bei reichen Geschenken im Angesicht jenes Kindes an die Majestät Gottes erinnert zu werden, von drme» heißt: Es ist furchtbar, in die Hand des lebendig en Gottes zu fallen; drittens und endlich — es ist doch gar nicht angenehm, dem strahlenden Kind der Krippe ins Auge zu sehen und zu fühlen: I meine Welt ist grauer Schmutz gegen ein Fädlcin aus der ärmlichen Hülle dieses Kindes!
Da schafft men sich den „Weihnachtsmann" j an. Das ist ein guter Alter, harmlos, weltfremd, kinderlieb und freigebig. Im übrigen kann man ja mit diesem Gebilde eigner Schöpfung schließlich machen, was man will, ihn gelten taffen oder wieder abschaffen. Man läßt ihn aber mit Freuden weiter gelten, denn — man will des poetischen Festes wie der gegenseitigen, so hübschen, so netten Schenk er ei nicht verlustig gehen, man will mitmachen und — e? ist ja so reizend! Aber das ChristuSkind?! Das macht zu tiefen Eindruck, ist so dreist, uralte, verschollene Eiinnerungen an Glaube und christ- liche Moral wach zu rufen. Kurzer Prozeß! Es wird abgeschofft und der harmlose Wühnachls- mar.n angeschofft.
Innerhalb der breiten Scharen der Christenheit gibt es Ungezählte, die nicht auSgefvrorhenr Feinde dtsjenigen find, der fich nannte: Christus,
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„Ach Du, mit Deinen Quäktranfichten," versetzte der Geheimrat schnell versöhnt. „Du wüßtest etwa» mehr Leichlfinn haben al» O fizier, meine ich."
Robert drohte dem Sprecher mit dem Finger: „Oakelcher', Onkelchen, Du weißt nicht, wo» Da sprichst. Sähest Du in die Abgründe, die der Lelchtfivn d, n O fiziereu gräb', Du bebtest vor Deinen eigenen ! Worten zurück."
„Du trinkst also wirklich nicht? " fragte Jdalie.
„Nein, danke; Du gedenkst also Rolf auf die Hoch- schule nach Bonn zu schicken, Onkel?" wandte er fich an diesen, al» lege er in jenem Gedanken einen Zusammenhang mit den vorletzt geäußerten Worten. „Hat er denn alle Gymnofialklaffen durch?"
„Ostern macht er fein Abitur. Er ist ein kluger Kopf. Ich zweifle gar nicht an seinem Durchkr mmeu. Auf der Univerfität mag er fich bann zu etwa» entscheiden. Er soll aber keine einseitige Bildung davon nehmen, sondern in möglichst allen Gebieten der Wissenschaft mehr ober weniger Bescheid wissen."
„Aber dann ernst an da» Geb et heran, da» fein Berns werden soll, sonst ist'» ein Naschen an allem, da» zur öden Bielwifferei führt."
„Richt wahr, Robert, Du bist so gut, chm etwas Beistand zu leisten," wischte fich Jdalie ein, „er wird fich fremd fühlen und unsicher, wenn er so p'ötzlich aus eigene Füße gestillt wird "
„Robert könnte ihn bei den Offizieren einsühreu," legte der Geheimrat schnell den richtigen Standpunkt dar.
„Recht gerne, obwohl ich glaube, daß Rolf al» Student mehr xu den studentischen Verbindungen hir- neigen wird. Dahin gehört er und findet fich heimischer, well derselbe G.ist ste verbinde'."
Jdalie bemerkte lächelnd: „Wie ich mich au» seinen kindlichen Spielen erinnere, liebt er da» Soldatenleben. Er wird sicher gern mit den Offizieren verkehren unb — dann hat er Dich."
Ihr warmer Bl'ck de» Berka«»!» »freute ihn,
„Bei aller Ehrsmcht für Deinen Vater," sagte der Offizier d.außen, als et fein en Säbel uwfchnellte, „ich habe e» doch lieber, daß Du mit mir heraus- gehst. Nun wirst Du rot dabei. Ist'» denn so schlimm, wa» ich sage?"
„Gar nicht, wenn Du mein älterer Bruder wärest, könnte ich nicht lieber mir Dir gehen."
„Ich wag aber durchaus nicht Dein alter Bruder sein."
„Nun benn, mein jüngerer, lachte sie, aber ei Hang erzwungen.
„Ich fange saft an zu glauben, baß ich größere Vorrechte bei Dir hätte, wenn ich Dein Bruder wäre," bewerkle er, und e» schien ihr, al» läge in seiner St'mme ein anderer Klang wie gewöhnlich. Ihr Herz begann mit einem Male so stürmisch bang zu klopfen, daß sie meinte, jeder Schlag müsse sie umwerfen. In dieser Verwirrung, die sie zu verbergen strebte, erwiderte sie Ihm:
„Ich hake Dich ebenso lieb, wenn Tu auch nicht mein Bruder bist." Sie iühlte, wie die Finger feinte Hand, die so warm die ihrigen umschlossen, fich lösten unb begriff e» nicht.
„Gute Nacht, Jdalie," sagte er, „morgen wenn Du aufwichst, bin ich schon wieder im strengen Dienst "
„Gute Nacht," erwiderte fie leise, aber sie wußte Fd) Gewalt antun, um ihre Tränen zurückzuholten. Wa» hatte fie gesagt? Ich liebe D ch wie einen Bruder. Und doch war e» nicht so. In ihrer Brust tief e»: Ich liebe Dich weht, mehr al» Alle! Aber nu.i war es zu spä-, und fie konnte ihm nicht nach- laufen und einen Irrtum gut machen und ihr ver- chlossene» He z ihm rachtrcgen. E» war ihr uuwög- !ch, in dieser G'mütifossiing zu ihrem Vater hinein- ugehen. So tffaele fie die Türe zum Salon und etzte fich in dar Dunkel unb in bie Räte, um da» Gleichgewicht ihrer Seele wieder zu finden, ehe fie ihren Pfl'chm nachging.
(Fortsetzung folgt )
Woöerts KHre.
Erzählung au» d.r Gegenwart von Alca Ruth.
3 ------ (Nachdruck verboten )
Robert zog da» Zeitungl blatt zu fich her.
„Und Du glaubst wirklich, daß die» Blatt al» liberal in diesem Sinne auszufoffeu ist?"
„Scll ich nicht eine gute Flasche herausholen?' ließ fich da Jdalie vernehmen, die schon längst in der Qual der Dornen gesessen, „wie kann man sich über solche Sachen tretfern? Laßt doch die Andern reden und sorgen. Wir wollen unfern Frieden nicht bedrohen."
Robert schaute sie mit einem Bl'cke an, der ihr deutlich kundgab, wie schmerzlich sein Erstaunen über ihre unverzeihliche Seußerung war. Er stand auf. „Bitte, bemühe Dich nicht, Ki-sine. Ein ander Mal will ich die versprochene Flasche leeren. Heute möchte ich mich meiner Mutter nicht so lange entziehen." , Ta ward der sonst gemütliche Geheimrat aber böse.
, „Nun znm Kuckuck, wenn Du nicht» andere» zu sogen hattest, al» Deine Ansicht über da» ZeilungS- tw, dann hätte ich ganz gerne, zum Vorteile Deiner Mutier, auf Deinen werten Besuch verzichtet."
Jdalie starb ratlo» zwischen den Männern, da soßte fix Robert, über welchen fie giäßeren Eirfloß zu yaben glaubte, beim Arme und bat:
«Bleibe noch eine kleine Weile, ich bitte Dich, wir zu Liebe, Du wirst Papa erzürnen."
„Also kapituliert bet ausreichender Munition und xrvviant" zog -x die Sache in» Scherzhafte. „Ich A urv-rantwortllch leichtsinnig," und er fitzte sich
lachend nieder. Rl
leit de» »eroiffeui“, welche die Affen, d » Shinlnt»' mn» ist. Dazu kommt noch der Buschido, der Ehren- kodex her RtitgerHaffe, die den Grund stock des japar sichert Ofstiterkorp» bildet Außerdem werden auch noch fremde Morallehren und praktische Moralbeispiele au» dem Leben fremder Nationalhelden h«beigezogeu. Besonder» beliebt ist da» Leben Seorg Washington». Die Schuljugend wird auch einem militärischen Drill unterzogen; in den höheren Schulen kommen wirkliche Waffen zur Verwendung und m den Schulen de» höchsten Adel» werden regelrechte Schießübungen adgehalten. Dieser moralische Unterricht wird aber auch in den Kasernen fortgesetzt. De» Osst,ieren obliegt e», den ihnen untergebenen Soldaten vie moralische Pflicht de» Patriotismus und der Tapferkeit alltäglich vor Augen zu fuhren. Dieser Unterricht wurde gleii^eUig mit der allgemeinen Wehrpflicht eingeführt. Es sei darum Unrecht von den Misfionareu, wenn fie den Selbstmord, um der Gefangennahme zu entgehen, al» unsittlich b-zeichnen. Die» sei vielmehr die höchste Form der Sittlichkeit mb ebenso verdienstvoll wie der Tod für» Baterland.
sch. Graf Katsura, der japanische Premierminister äußerte fich über den russisch-japanischen Krieg wie folgt: „Der Zweck des Kriege» ist, den dauernden Frieden und Japan seine nationale Existenz zu sichern. Kein Opfer ist für nn» zu groß, um diesen Zweck zu erreichen Rußland hat nicht nur feine in Bezug aus die Mandschurei gegebenen Zusagen gebrochen, fonberr in seiner anmaßorden Eroberungspolitik seine Hände auch rach Korea auSgestreckt. Wir waren ernstlich bemüht, den Frieden zu erhallen: mr» blieo aber keim andere Wahl. Un» wurde der Krieg aufgezwungen Während der dem Kriege vorangegavgenen Unter Handlungen beobachtete'Rnßland eine stolze, anmaßend' Haltung, die jedoch, wie die nachfolgenden Ereigniff' zeigten, nicht genügende Stütze in seiner Armee und Flotte fand. Rußland war irregeleitet und beleidige Japan. Rußland glaubte, wir würden r e da» Schwert ziehen. Rach den Niederlagen, die es zu Land und zur See et litt, ernannte es seinen Irrtum und den Ernst der Lage, und traf »eitere Maßnahmen. Bei un» lagen die Dinge ander». Wir waren unS de» SrnsteS ;ber Situation bewußt und trafen entsprechende Borbt- reitungett. Rußland muß jetzt einsehen gelernt haben, daß der Krieg durch den Ausfall einiger Schlachten nicht beendigt wird. Für un» bedeutet der Krieg Leben und Tod und jeder unserer 45 Millionen Brüder ist sich vollauf bewußt, daß e» fich für Japan um ehe Leben.frage handelr. Wir sied bereit, den letzten Manu und den letzten Den zu opfern. ?n der kommenden Session tat die Regierung einen StaalSvoranschlag von 776 COOGCO Jen ei»zubringen und alle Anzeichen liegen vor, daß tiefe» Erfordernis ohne Widerstand zu finden bewilligt werden wird."
sch Wie die Alten. In Santander (Spanien) fiihrten zwei Knaben von fünf unb siebe» Jahren einen Zweikampf wegen einer fichijährigen Schönen aus. Die Wiff-n waren S!e-nr und ter Jüngere blieb tot am Plötze.
* Radikale Wirkung. Dichter: „Borgeflrrn habt ich Ihrem Onkel mein neue» Trauerspiel voegelesent, — Bekannter: „J r benken Sie . . . er schläft noch l"
Kl. c. Weihnacht - weihnachtsmann- LhriftNno.
Bon ®. v. Reichenbach.
(Nachdruck verboten).
ES kann keinem Zweifel unterliegen, daß ein großer Teil der deutschen Weihnachts-Gebräuche dem Heidentum« entstammt, teils dem römischgallischen, meistens aber dem altgermanischen. Da» hat die Kulturforschung unwiderleglich erwiesen. Man braucht sich aber darüber nicht zu ärgern, noch weniger zu fürchten, daß dem christlichen Weihnachtsfeste durch solche heidnische Ueberreste im Ernste Eintrag getan werden könne. Das Christentum ist nun einmal dieje- Se Religion, welche nach Gottes Willen für
! Religion stimmt, jedem Bolle sozusagen auf sein Wesen zugeschnitten ist und ihm wie ein gutes Kleid auf den Leib paßt. „Leib" ist natürlich bildlich gesagt, richtiger muß es heißen — Seele. Das Christentum ist die einzige Religion, welche den Menschen, die Böller nicht ihrer Persönlichkeit bezw. ihres Stammes entkleidet, sondern beide sogar erhält und nur auf das Innere, sagen wir deutlicher auf die Seele wirkt; um Aeußerlichkeiten kümmert es sich nicht weiter, sofern diese nicht der christlichen Moral und Glau- denSrichtung feindlich gegenüberstehen.
So hat das Christentum im alten Deutsch- Land rite Unzahl von heidnischen Sitten und Gebräuchen bestehen (offen, aber — und dies ist wohl zu beachten — in sich aufgesaugt, christlich gekleidet, aber auch christlich durchdrungen. Heute denkt kein Mensch mehr daran, daß die! Sitte, fich Weihnachten zu beschenken, rein Heid- j nisch ist, man deutet diesen Brauch vielmehr echt christlich und meint, wie Gott der Herr einst der Welt Weihnachten das erlösende Christkind schenkte, so schenkt man au» Freude darüber alle denen, die man lieb hat, irgend etwas, um ihnen am Abend btr reinsten Freude auch Freude zu bereiten. Daß gerade die Kinder die meistbe- schenkten am Weihnacht sfeste find, läßt fich leicht erklären, allerdings ebensowenig aus heidnischer al» christlicher Sitte, wohl aber ans christlichem Sedankengang und Folgerung. Der Beweis ist! leicht: Da» Kind in der Krippe ist da» größte Geschenk, daS je der Welt gespendet wurde. Da liegt eS nahe, dem ChristuSkind in der Gestalt der eigenen oder selbst anderer Leute Kinder einen Dank zu weihen, ihnen Freude bereiten zu wollen um des Kinde» willen von Bethlehem. Das ist christliche Gefühlssache, nicht dogmatisch berechtigt, aber auch in keirer Weise christlich unberechtigt. Gerade dieser Brauch ist der beste Beweis dafür, daß Weihnacht ein durch und durch christliches Fest ist trotz aller heidnischen äußerlichen Anhängsel, auf die der Herrgott jedenfalls nur mit langmütigem Lächeln herab- schaut.
* Von der Treue eine» Hunde». Der Dienstag m Br-merhaven drgetrrffene Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm der Große' brachte einen Jagdhund mit, der vor zwei Monaten von demselben Dampfer mit nach New.Dvrk genommen war. Ein Herr au» Bremerhaven hatte den Hund im September einem Angestellten de» Zchfffes mitgegeben, der ihn einem Gschäfisfreund de» Bentzers in Hobvken übe:bringen sollte. Der Hund konnte sich nicht an fein neue» Heim gewöhnen, er riß sich lo» und kam am nächsten Morgen wieder an Bord. Man brachte den Hund wieder zurück, unb er wurde in feste Obhut genommen. Das Schiff fuhr wieder ab, ur d der Hund wurde bald vergessen. Al» der Dampfer letzt wieder in Hvboken lag, stellte fich der vierbeinige Schiffskamerad wieder schweifwedelnd und vor Freude bellend an Bord ein. Man brachte ihn wieder zu seinem Besitzer. Das Schiff fuhr ab und bald lagen da» Häusermeer New Yorks, die Fort» und da» N«- tuckelfeuerschiff als letzie Verbindung mit dem Festlande hinter ihm. Da kam auf einmal am zweiten Tage beim Diffnen des Gepäckraume» der Hund in erschöpftem Zustande ans Tageslicht. Er muß nacht» unbemerkt an Bord gekommen fein und fich al» blinder Paffagier versteckt haben. — Jetzt wurde er an Bord behalten. In Bremerhaven wurde da» treue Tier feinem ersten Herrn unter unbeschreiblicher Freude wieder zugifuhrt. Der Hund hatte also die Strecke von 6000 Kilometer „zurückgelegt", um wieder zu seinem Herrn zu gelangen.
sch. Japanische Erziehung. Baron Suytmaisu, der bekannte japanische Staatsmann, wacht inteteffante Mitteilungen über die moralische Erziehung der japanischen Jugend. ES wird kein Religionsunterricht gegeben, sondern nur Moral Instruktion unb zwar auf Grundlage der Moralbegriffe de» Ko»fuziuS und der „Rein-
ber Sohn Gottes, der Heiland der Welt, aber ste neigen fich ab von ihm, soweit wie möglich. Der Grund? TS ist das instinktiv« Ahnen — er ist zu rein, ich paffe nicht zu ihm. Unb so wird er gemieden, auch zu Weihnachten. Andere find bewußte Feinde des Christentums, und diese find es, die den Kult des „Weihnachtsmannes" pflegen und verbreiten. Biel haben ste schon erreicht, daS Christkind hat sich sehr, leider sehr auS den Salons zurückgezogen, um in der Stube des Bürgers und unter« Dache des Bauern in alter Liebe empfangen zu werden. Dem Christkind kann das erstere gleichgültig sein, Bäume, die keine Frucht trogen, werden ja bekanntlich früher oder später in's Feuer geworfen — der „Weihnachtsmann" mag ihnen dann beistehen.
Und zum Schluß wieder das Christkind! In Bethlehem schallte der Ruf: „Friede den Menschen, die eines guten Willens find." Frieden, Frieden — du goldenes Wort, du goldene Sach-, du gelberes Leben! Unter dem Christbaum blüht der Friede in herzrrwärmender Pracht. Tausende haben unter dem Weihnachtsbaum einander die Hände gereicht zum Lebensbund, taufende haben, berührt vom Weihnachtssegen, die Feindschaft begraben, tausende kamen auS dem Dirndel und Trubel der goldspendenden, stnnelockknben Welt heim und fanden Frieden im Weihnachtskerzenschein. Ein Fest des Friedens, der reinen Freude! Wer schafft das? Der „Weihnachtsmann" oder das Christ: kind? — Das Christkind!!
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