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Monakbeilage: „KUdaer SeschichtLZMer".
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31. Jahrgang.
Mda, Dienstag, den 20. Dezember 1904.
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[] viel Lärm um nichts.
Die Freisinnige Vereinigung zählt mit Einschluß zweier Hospitanten und de8 National- SoziÄen Herr« v. Äerlach im Reichstage zehn Mann, im preußischen Abgeordnetenhause acht. Die Herren könnten eines Tages sämtlich fortbleiben, ohne daß es jemand bemerkte. Und doch machen sie seit Jahresftif und besonders in der letzten Zeit i« einem Tel der Presse einen Lärm, als hinge von ihre« politischen Entschließungen der Lauf der Weltgeschichte ab. Der politische Größenwahn har sich kaum je absurder geberdet, als bei diesem Häuflein unklarer und zankender Politiker.
Sollen die Freisinnigen mit den Sozialdemokraten ein Bündnis schließen oder nicht? Das ist die Frage, die mit einer Hartnäckigkeit „ventiliert" wird, daß einem dabei stumpfsinnig werden könnte, und die doch zu weiter nichts führen kann als zu einer Spaltung der Wadenstrümpfler-Partei. Als im vorigen Jahre die Vereinigung zwischen Frei- finnizer Vereinigung und Nationalsozialen statt- fand, sagten alle unbefangenen Zuschauer sofort, daß das nur mit Konsuston enden würde. Wie sollte die großkapitalistische und Manchesterliche Partei der Herren Barth, Brömel und Gothrin mit der stark sozialistisch gefärbten Gefolgschaft des Herrn Naumann auskommen können! Ehe der Anschluß aller National-Sozialen nur vollzogen war, war denn auch der Hader da. Die National-Sozialen wollten ihre Eigenheiten nicht aufgeben und die Freisinnig-Vereinigten wollten sich in diese Eigenheiten nicht finden.
Das Ergebnis war, daß der Streit in die Reihen der alten Fleifinnigen Bereinigung getragenwurde. Dr. Barth, der sich im Kampfe gegen den Zolltarif als »junger Mann des Herrn Ginger" bereits „bewährt" hatte, schlug sich zu dem Naumann und Gerlach und predigte im Lande das Eoangelium von dem Bündnis der Liberalen mit der Sozialdemokratie. Weder sein Unglück bei den Wahlen noch der erbitterte Widerspruch seiner engeren Parteigenoffen machten ihn irre, er blieb bei seinem Sprüchlein: man muß mit den Sozialdemokraten gehen, um die Macht der Reaktion zu brechen. Neuerdings lautet das Schlagwort des Barth, Naumann und Gerlach: Der Feind steht rechts", man muß gegen ihn einen „Block der Linken" bilden.
Wenn sonst jemand von der großen, liberalen Partei" zu reden anfing, dann waren gewisse liberalen Blätter gleich Feuer und Flammen, so oft auch die „große liberale Partei" sich als Hirngespinst erweisen mochte. Auf das Stichwort „Block der Linken" wollen sie jedoch nicht hören. So viel Nüchternheit haben sie sich trotz alles Haffes gegen die „Reaktion" und Klerika- liSmuS und trotz alles Aergors über ihre Mißerfolge im Kampfe gegen diese Ungeheuer doch bewahrt, daß fie sich sagen, ein Bündnis des Liberalismus mit der Sozialdemokratie ist trotz mancher inneren Verwandtschaft unmöglich. Man muß in der Tat schon in einer anderen Welt leben und die Augen vor jeder Wirklichkeit verschließen, um dem Schimmer eines solchen Bündnisses immer wieder nachjagen zu können.
Also Liberale oder wenigstens Freisinnige und Sozialdemokraten Hand in Hand. Aber hat man sich denn schon vergewiffert, ob die Sozialdemokraten überhaupt geneigt find, den 'siund zu schließen? Diese denken gar nicht h iran. Sie betrachten sich als eine Klaffen- yirtei, die in unversöhnlichem Gegensätze zu eilen anderen bürgerlichen Parteien st-ht und in allen ihren Feind fieht. Wenn die Freisinnigen ihnen ein paar Mandate abtreten oder ihnen gelegentlich eins erobern helfen, so Neben sie natürlich nichts dagegen, aber ein Bündnis mit ihnen werden fie als Anfang einer schmachvollen Verderbnis ihrer Partei und Verrat an ihren Grundsätzen ansehen.
Und auf der anderen Seite, werden die liberalen ober freifinnigen Wähler ihren Führern wltzen, wenn fie als Bundesgenossen an der 6eüe der Sozialdemokraten und für diese kämpfen sollen? Dr. Barth mag noch so viel im Lande Herumreisen und die Bundesgenoffen- schast predigen, fie denken zum weitaus größten Teile nicht daran, schon weil ihr Interesse sie zu Gegnern der Sozialdemokratie macht. Das haben frühere Erfahrungen ausreichend erwiesen.
Die einzige, aber sichere Wirkung des «uudniffkS, falls dies überhaupt möglich wäre, .onnte nur sein, daß die fteisinnige Äreinigung
noch schwächer würde oder ganz von der Bildfläche verschwände. Die Sozialdemokraten würden selbstverständlich nicht mittun, wenn ihnen nicht ein'ge Mandate abgetreten würden. Die meisten freisinnigen Mandate sind in Stichwahlen gegen die Sozialdemokraten mit Hilfe der rechtsstehenden Parteien errungen worden. Die Genossen würden sie sicherlich nicht fteiwillig den Freisinnigen überlassen, wohl aber würden diese in Zukünft auf die Hilfe von rechts verzichten müssen, wenn sie sich für den „Block der Linken" erklärten Es ist klar, wo sie unter solchen Umständen blieben.
Wie man also den Gedanken der Barth, Naumann und Genossen audb betrachten mag, er erweist sich als gänzlich phantastisch, da er sich um die Wirklichkeit nicht im Geringsten kümmert. Der ganze Lärm darüber ist eine politische Kinderei, die nur damit enden kann, daß die Fufionterten sich wieder trenne»,'und im Freisinn noch größere Konfusion zurücklaffen, als schon vorher darin herrscht, vielleicht ihn auch noch spalten. Bereits ist der Ruf nach Trennung deutlich erhoben worden.
Der freisinnige Sieg in Jerichow scheint übrigens auch schon wieder die liberalen Köpfe verwirren zu soll n, die dem „Block der Linken" gegenüber nüchtern blieben. Das ur,erhoffte Glück, daß man infolge der Parteizrrsplitterung ein Mandat gewann, welches bither d-n Kon servatioen gehörte, hat bei liberalen Blättern die Ueberzeugung erweckt, daß der Llberalismus doch eigentlich riesenfiark sei und Eichbäume aus der Erde reißen könne, wenn er sich nur „auf sich selbst besinne". Schon fängt die Schwärmerei von der „großen liberalen Partei" wieder an; eine Phantasterei so gut wie eine andere.
Berlin, den 19. Dezember 1904.
*, Das Seelen amt für den verewigten Fürsten Anton Radziwill ist auf morgen, Dienstag, vormittags in der Hedwigskwche festgesetzt. Der Kaiser wird daran teilnehmen. Am Sonntag gegen mittag fand im Ster behause, dem Palais Radziwills am Pariser Platz, eine Trauerfeier für die Familien und Anverwandten des Fürstlich Radziwill'schen Hauses, für die Umgebung und Dienerschaft des Fürsten statt, bei der der katholische Feldpropst der Armee Vollmar amtierte. Nach der Feier wurde die sterbliche Hülle des Fürsten (auf einem offenen Galsleicken- wagen) nach der Hedwigskircho befördert. Nach der morgigen Traue, feier wird der verstorbene Fürst mit militärischen Ehren nach dem Bahnhof Alexanderplatz gebracht, bis wohin der Kaiser mit den Prinzen dem Sarge zu Faß folgen wird. Von hier aus erfolgt die Beerdigung einstweilen auf einem Tut in Posen, später findet die Bei- etzung auf den Radziwill'schen Besitzungen in llusstsch-Polen statt.
* Aus Rom läßt sich die.Deutsche Zeitung" (Nr. 297) berichten, in dortigen „klerikalen" Greifen herrsche die Meinung, Kaiser Wilhelm sei im Geheimen katholisch geworden. Dazu bemerkt die .Köln. Vztg/ mit Recht: In unterrichteten katholischen Kreisen glaubt man so etwas gewiß nicht, aber es ist freilich Tatsache, >aß in auswärtigen katholischen Ländern vielfach sie Meinung herrscht, Kaiser Wilhelm stehe in Glaubenssachen der katholischen Kirche sehr nahe. Darum wiederholen wir noch einmal mit aller Bestimmtheit, daß das nichts ist als eine leere Phantasie. Es trifft zu, daß der Kaiser darin keinen Unterschied macht, welche Konfesfion jemand hat, wenn er ihm nur sonst gefällt, aber dem katholischen Glauben steht Kaiser Wilhelm II. mindestens ebenso fern, wie sein Großvater und sein Vater.
** Der Abgeordnete Dr. Karl Bachem hat >em Büreau des Abgeordnetenhauses die Mitteilung zugehen kaffen, daß ec, wie schon früher angekündigt, sein Mandat für den Wahlkreis 10 Düffeldorf (Krefeld Stadl) niederlege.
V Der Bnude-rat wird in dieser Woche noch eine Sitzung abhalten, ehe er eine kurze Weihnachtspause eintreten läßt. Anlaß dazu, daß er wider die Gewohnheit noch in der Weih- nachtswoche tagen wird, gibt ein Antrag der Ostpreußischen landwirtschaftlichen Berufsge- noffenschaft, die für ihre Mitglieder eine eigene )astverstcherungSanstalt begründen will und vor- christsmäßig die Statuten dazu dem Bundesrat ur Genehmigung erngereicht hat. Da auch entere landwirtschaftliche Berufsgeroffenschaften mit dem Plane umgehen, solche VersicherungSan- islten zu gründen, und die einmal vom Bundes
rat genehmigten Statuten auch für die wetteren Anstalten vorbildlich fein werden, so ist es für wünschenswert erachtet worden, diese Angelegenheit tunlichst schnell zu erledigen.
*e Der.Preuß. Korresp/ wird aus den Kreisen der Eisenbahnbeamten mitgeteilt, daß diese neue Uniformen nud neue Titel erhalten sollen. Die neuen Uniformen sollen der des Seebataillons ähnlich sehen, außerdem soll der Helm eingeführt werden. Die jetzigen Betriebs-Inspektoren sollen künftig den Titel Eisenbahnrat, die Stations-Vorsteher in Zukunft Betriebs-Inspektoren Meißen. Ob die große Mehrheit der Beamten entzückt sein mag über die Aussicht, sich im nächsten Jahre neue Uniformen anschoffen zu müffen, während die alten nur noch Wert für den Trödler haben?
% Zur Wiederaufnahme der Besprechung über den deutsch österreichisch ««garifchen Handelsvertrag werden sich die österreichssch ungarischen Belegiertm nächste Woche nach Berlin begeben. Die Orsterreicher scheinen es nicht sehr eilig zu haben oder die Verständigung über den Handelsvertrag ist in der Hauptsache fertig, so daß die Delegierten nur noch Formalitäten zu erledigen haben. Die deutsche Regierung wird heffmtlich sicher sein, daß nichts versäumt wird, wenn die Verhandlungen vor dem 1. Januar nicht zum Abschluß kommen sollten.
* Die amtliche .Statist. Korr.' veröffentlicht die Zahlen über die Hauptergebnisses der Einkom«enstenerveranlagn«gtuPrentzen für 1904. Es ergibt sich daraus, daß die Zunahme des steuerpflichtigen Einkommens mit 381 Millionen Mk. erheblich größer war als in den Jahren 1903 und 1902, in denen sie nur 56 und 182 Mill. Mk. betragen hatte. Es ist dies ein erfreuliches Zeichen für die Besserung der wirtschaftlich.n Gesamtlags. An dieser Besserung sind die unteren Ein kommen steuerstufen mehr beteiligt al§ die großen Einkommen^ dies ergibt, sich bei d-n^ progressiven Eya'cakter fimserer Einkommensteuer daraus, daß das Einkommen verhältnismäßig viel stärker gestiegen ist als die Einkommensteuer, nämlich jenes um 4,2, dieser nur um 2,6 v. H. Es hat also in beträchtlichem Umfange die Neubildung steuerpflichtiger Einkommen stattgefunden. Die gesamte Einkommensteuer ist im Jahre 1904 auf 191,230.947 Mark angesetzt gegen 186,358,311 Mark im Jahre 1903, 188,837,843 Mark tm Jahre 1902 und 124,842,848 Mk. im Jahre 1892. Während also im Vorjahre der Steuerertrag um 1,5 Mill. Mark oder 1,3 v. H. zurückgegangen war, ist er jetzt um 4,9 Mill. Mk. o.er 2,6 v. H. gestiegen. Auf die physischen Personen entfällt ein steuerpflichtiges Einkommen von 9123 Mill. Mk. gegen 8709 im Jahre 1903, 8560 im Jahre 1902 und 5704 tm Jahre 1892. Das Durchschnittseinkommen der physischen Zen fiten hat seine rückläufige Bewegung fortgesetzt. Im Jahre 1900 betrug es 2322, 1901 2297, 1902 2277, 1903 2236, 1904 2208 Mk., sodaß in vier Jahren ein Rückgang um 114 Mill, oder 4,9 v. H. stattgefunden hat. Trennt man die Zenfiten mit einem Einkommen bis zu 3000 Mk., von denen mit einem Einkommen von über 3000 Mk., so ist bei der ersteren Gruppe die Zahl im letzten Jahre von 3,433.488 auf 3,651,121, also um 217,635, oder 6.3 o. H., bei letzteren nur von 461,896 auf 479,835, also um 18,139 oder 4,4 v. H. gestiegen. Seit 1892 hat .sich die Zahl der Zenfiten mit Einkommen bis 3000 Mk. um 66,7 o. H., die der Zenfiten mit größerem Einkommen nur um 51,6 v. H. erhöht. DaS Gesamteinkommen der Zensiten mit mehr als 3000 Mark ist im letzten Jahre um 134 Mill. Mark gestiegen und betragt 4093 Mill. Mk , das mit geringerem Einkommen um 279 Mill. Mk. und beträgt 4895 Mill. Mk.
• Der russisch'japaMche Krieg.
General Meckel über die Ansfichte« der Rasse« nod der Japaner. Die in Sothenburg (Schweden) erscheinende angesehene »Handelstidning^ verössentlicht ein Telegramm ihres Berliner Korrespondenten über eine Unterredung, die er mit dem General Meckel gehabt hat, den die Japaner als ihren Lehrmeister in der Kriegskunst ansehen. „Der General", so schreibt der genannte Korrespondent, „sagte mir. er könne der Auffassung deS deutschen GeneralstabeS bezüglich der Lage auf dem Kriegs- schauplotz und den Kiiegsaussichten tm großen Ganzen beistimmen: der Ausgang des Krieges ist bereits unwiderruflich entschieden, und man kann nicht glauben, daß die Russen, sei es zur See, fei es zu Lande, den Sieg werden davontragen können. Der Sieg gehört den Japanern, und weder Knropal- kin noch Roshesdwenski können daran etwas än-
dern." General Meckel ist ferner der Meinung- die gegenwärtige Waffenruhe in der Mandschurei werde sich keinesfalls auf den ganzen Winter ausdehnen, denn die Russen haben das größte Interesse daran, noch vor dem Fall Port Arthurs einen letzten Versuch zu machen, der Festung zu Hilfe zu kommen. Wenn Kuropatkin so lange zögert, ehe er zum Angriff schreitet, beweist die- nach der Ueberzeugu g deS Generals, daß er erkannt hat, daß das russische Heer den Japaner« nicht gewachsen ist. Wenn Oyama nicht zur Offensive greift, ist es dagegen kein Zeichen, daß er sich schwach fühle: er hat ganz recht, so lange wie nur möglich zu warten, weil er nach dem Fall Port Arthurs gröle Verstärkungen nebst schwerem Geschütz erhalten wird und weil er unterdessen hoffen kann, Kuropatkin werde am Ende doch einen verzweisetten Versuch machen, die japanischen Linien zu brechen. „Eine Wendung des Krieges in der Mandschurei bleibt ausgeschlossen", erklärte General Meckel.
Eioe Korrespondenz zwischen dm Generalen Stöffel und Nogi in betreff des Schonens der Hospitäler in Port Arthur wird in ihre« vollem Wortlaut aus Tokio bekannt gegeben.
General Staffel schrieb an Nogi: .Ich habe du Ehre, Sie zu benachrichtigen, daß Ihre Artillerie unser« durch die Flagge deS Roren KreuzeS leicht ertenubaren Hospitäler bombardiert. Vo» den Stellungen Ihrer Artillerie aus find diese Flaggen fichtbar. Ich bitte Sie, die Beschießung zu untersagen. Dieser Schritt ist wir eingegebeu durch die Hochachtung vor unseren tapferen Helden, die, nachdem fie ruhmreich gegen Ihre Soldaten gekämpft haben, jetzt verwundet in de« Hospitälern deS Roten KreuzeS liegen. Auch einige verwundete Japaner befinden sich unter diesen Helden. Ich verstchere Sie meiner tüfen Hochachtung." Dieser» «rief war ein zweiter Brief folgenden Inhalts beigegeben : »Hierdurch beauftrage ich veu Jägermeister deS Kaisers und Oberleiter der Hospitäler des Roten Kreuzes, Baraschow, mit Euer Exzellenz Unterhandlungen zu führen, um unsere Hospitäler während deS Bombardements außerhalb der geführten Zone zu bringen. Es ,st überflüssig, zu sagen, daß ich Ihnen das NM zu-tterme,. Jh W «AlM Operationen M Mvern.'
General Rogi ließ seine Antwort an der verabredeten Stelle übergeben. Diese hat folgenden Wortlaut: »Ich beehre mich zu versichern, daß die japanische Armee, welche die Menschlichkeit und die Beiträge achtet, seit Beginn der Belagerung niemals abfichtli« gegen Gebäude und Schaffe mit der Flagge deS Rot« Kreuzes gefeuert hat. Der größte Teil der Festung is! von den Stellungen der Artillerie nicht fiLrbar und wie Sie wiflen, erreichen nicht alle Geschosse daS gewollte Ziel, umsomehr, als infolge des langen tapfere» Widerstandes die Abweichung der Geschütze imnnrmehr zunimmt. Mit großem Bedauern, nicht hindern z» könne», daß unsere Geschosse daS gewollte Ziel nicht erreichen, verstchere ich Sie meiner tiefen Hochachtung,"
W. Petersburg, 19. Dez. 1904. Der Korrespondent der ,Birschewyja Wjedomosti' telezraphiert aus Mukden unter dem 17. Dezember: Die Soldaten werden das Weihnachtsfest angenehm verleben. Bei allen Truppenteilen werden für die Soldaten Weih- nachtSbäume hergeüchtet. Besondere Vorräte für dos Fest find in großer Menge eingetroffen.
W. London, 19. Dez. 1904. Der ,Standard' berichtet aus To kio: Die am 18. d. Mts. eingegangenen Nachrichten von der Belage« rungSarmee taffen erkennen, daß die Lage der Garnison von Port Arthur verzweifelt ist. Die BelagerungSarbeiten gegen die Nordostforts sind jetzt soweit vorgeschritten, daß die Japaner nut noch zwölf Meter vor den russischen Stellungen liegen. Man empfindet in Japan immer mehr den Eindruck, daß eS für die balttsche Flotte gefährlich ist, fich den dortigen Gewässern zu nähern.
W. Tokio, 18. Dezember 1904. Nach amtlichen Berichten find die Kriegsschiffe „Pe« reswjet", „Poltawa", „Pobjeda", „Pallada", „Bajan" und „Retwisan' im Hafen von Port Arthur von den Russen verlassen. Alle Operationen der Japaner richten sich jetzt gegen die „Sewastopol". Die Japaner verloren zwei Torpedoboote.
W. London, 19. Dezember 1904. .Daily Telegraph' meldet aus Tschifu vom 18. d. M.: Ein Teil der japanischen Flotte ist nach Singapore in See gegangen. (Der Zweck der Ausreise ist nicht bekannt.) Am 15. d. Mts. waren 25 Kriegsschiffe bei Dalny zu« sammengezogen. Die japanischen TranS- portdampfer find jetzt mit Geschützen versehen. Eine AnMhl Kauffahrteischiffe hat leichte Bewaffnung erhallen, um den Blockadedienst zu übernehmen.