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3L Jahrgang.
Kil-a, Samstag den 17. Dezember 1904.
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(Nachdruck verboten.)
42
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Ausgestoßen.
Bon Maurice de Beaumont. Deutsch von Helene Krembit.
Wochen-Kundschau.
(Nachdruck verboten).
O Fulda, 17. Dez. 1904.
Der Reichstag hat die »rste Lesung de« Etats nrd die Milttärvoriage am SamStog voriger Woche beendet. Hebet die Mftttärvorlage ist tu der achttägigen Debatte verhättoiSmäßig wenig gesprochen worden. Die geforderte Vermehrung der Kavallerie wird ohne Zweifel auf Widerstand stoßen. Mehr In« t««ffe erweckt die Frage, wie die Koste« der Vorlage, zu denen weiter die erhöhte» Ausgaben infolge des MilitärpenstonSgefetzkS komme« würden, gedeckt werden sollen Eine Antwort darauf ist nicht gegeben worden. Man findet allseitig die Finanzlage trostlos und erklärt: so kann eS nicht weiter gehen, aber wie geholfen werden soll, ist nach wie vor unklar. Der Reichrschatzsekretär weigert stch vorläufig, Vorschläge zu machen, und sträubt sich gegen die Erhöhung der Motrikularumlagm. 68 wird ihm aber bereits klar geworden sein, daß ohne Lösung der DeckungSfrage die MUitärvorlage schwerlich zu hab-n sei» werde. Der Reichstag steht e» nicht atS seine Pflicht an, Vorschläge zu machen. An Anregungen Hst eS allerdings nicht gefehlt, nur daß nicht abzusehen ist, wie eine Einigung erzielt werde» soll. «Segen neue indirekte Steuern, zumal aus Gegenstände des Massenverbrauch», sträubt stch die Mehrheit. Direkte Steuern, wie Eiu- kommen, Vermögens- oder Erbschaftssteuer, wollen dir Regierung-» nicht, weil fie diese sür stch behalte» wollen und eine« Eingriff m die Selbständigkeit der Einzelfiaaten in direkte RetchSsteaern erblicken, lieber- dies ist eS nicht ausgemacht, ob die ReichStagSmehr« hrit stch über solche Steuern einig-» könnte. Bleibe« also nur die verfassung-mäßigen Matrtkula»bett.äge. Die wohlhabenden größere» Staaten könne» zwnfel» los noch mehr trage». Für einige kleine und arme . Staaten mag eS schwer sein. Man hat dafür Reformen vorgeschlogen. Der Vorschlag, daß die größere» und reicheren Staaten die Lasten sür die leistung-unfähige» ganz oder teilweise mit übernehmen sollte», har das mißliche, daß dadurch Bundesstaate» erster und »weiter Klaffe geschaffen würden. Bester wäre die Verteilung der Umlage» »ach der Steuerkraft statt nach der Kopszahl. ES fehlt »ar «och a» einem Maßstab« für die Veranlagung. Einen solchen könnte eine gleichmäßige Einkommen- oder BermögrnSsteaer bi de». Da» wäre dann aber so etwas wie ein Vorspiel z« direkte» ReichSfteuer» und würde bei den Regierungen wohl wieder auf Einspruch stoße». Mag ,fich Frhr. v. Stengel den Kopf zerbreche« wie er will; er ist dazu da. Die Forderung der Diäten ist von de» Abgg. Spahn, Dr. Heim, Dr. Paasch- und andern nochmals mit aller Entschiedenheit erhoben worde«. Warm» Re „noch nicht" bewilligt wird, ist kein Geheimnis. Aber eben will es kein Geheimnis ist, sollte der Reichskanzler, der ja selbst für Diäten ist, seine» ganzen Einflug dafür eiusetze», denn welche Wirkung die Steigerung an erster Stelle haben muß, ist doch klar, und man sollte meinen, eS wäre genug der Ber- drossenheft auS persönlichen Ursachen. Nachdem er stch zwei Tage mit Resolutionen beschäftigt hatte, trat der Reichstag am Mittwoch in die erste Lesung der MLilärpenfionSgesetze ein. Buch hier spielt die DeckungSfrage ei e Hauptrolle. Dar Zentrum will
Er schatt fie sanft und suchte ihre Aufmerksamkeit abzulenken. Aber weder die weiten Ausflüge in die Berge und die anregenden Spazierritte, noch das Studium, die Musik und die vertrauliche» Plauder- kiimde« hatten den gewünschten Erfolg Eine weh- rtuttboße Trauer hatte stch ihrer bemächtigt und ! leichte die frstchen Wangen.
Doch blieb fie freundlich und zuvorkommend und e ng auf jeden Wunsch deS Vater» ein. Eine» Tages bt et fie, bei einer in der Nähe wohnenden Ber- v mdten den Nachmittag zuzubringen, um der eiten Dame eine Freude zu wachen. Sie ging gerne. Alder Abend anbrach, kehrte fie, wie fie öft-r» zu tun pflegte, allein und zu Fuß zurück. Herr Marie! kam chr eine Streck; Wege» entgegen. Scho» von wettem «tickte Re ihm freundlich zu, hing stch dann an feine» Arm und erzählte von de» kleine» Srlebniffe» bei der Tante. Unter solch Heftern» Geplauder langten fie i» de» Gehölz an, welche» La Landy umsäumte und bei der alten Siche, die Reginas Grabmal beschattete. Die goldne Abendsonne warf einen rosigen Schimmer ibtt den weiten Marmor.
„Du wirst müde sei», mein Liebling", sagte Herr Marie!. „Der Sbe»d ist so schön, willst Du nicht ei« wenig ruhen?'
„Ja, gern', antwortete fie und setzte stch auf eine vor der Weißdorohecke angebrachte Steinbank.
Sie setzte ihre» breitrandigen Strvhhut ab, und die schwarze« Siegel ihre» prachtvollen Haare» fiele» über da» weiße Seidentuch, da» fie lose um die Schult er« geschlungen. Zu ihren Füßen blühten in holder Eintracht Siernblüirchrn, Bergißmeinicht und
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Die Verlobten erhoben fich und umarmten innig de» gütige», nur. vor Freude strahlenden Vater. Er sah ein, daß das Glück seines Kinde» nicht zu teuer erlauft sei durch dar ihr gebrachte überaus große Opfer.'
„Wie iommt eS?' . . . fragte Bünte zum zweit« Male
„Die Sache ist leicht zu erkläre»,' entgegnete Herr Marie! und wechselte mit Roll ein Blick der Situ verstärdnifleit. •
Schon lange war D-in Geheimnis keins mehr für ml», Da Närrchen. Ich h-tte trotz all Deine» Sen flrckenfpielenS längst Dein Heimweh »ach Roll bemerkt.
Der verzweifelte Entschluß unseres Freundes ließ mich ahnen, daß eS um ihn nicht bester stand. Und da bfteb mir nur Eins übrig: diejenige» vor Trenn»«» zu behüten, die Sott augenscheinlich verbinden wollte. Ohne Dir meine PiS-e zu verraten, habe ich ein-, zweimal an Rrll geschrieben. Er hat mich verstände« und ist aekommen.'
„Ja, Aime-, ich bin gekommen, weil Dein Vater, unser Vater fich so zartfühlend, so großmütig erwiese« hat .... ES gibt keiuen Ausdruck, seine Handlungsweise gebührend zn rühmen! Mich, de» »amen- und hermatlose» Mensche», de» verachteten! . - . .'
„Still, still, mein Junge," unterbrach ihu Hem Marie! und legte die Hand auf feinen Mund; „haß Du nicht immer auf die Vorsehung vertraut? Heute bin ich ihr Werkzeug, weiter nichts. Ich werde «S; in die Geschäfte von Sa Landy gehört ein juugar Kops uud ein frischer Mut. Du wirst jetzt für unsere Aimee «betten, während ich mich auSruhe."
„Wir find jetzt Zwei, um Dich zu lieben und zu pflegen, Bätercheo,' fügte Aimee hinzu.
Hand i« Hand stiegen fie die Anhöhe hinauf, lenkte« aber zuerst die Schritte zu weißschimm.rnde« Gruft, wo Regina schlummerte
Auf der epheuumraniten Marworplatte stntae fte nieder und beteten, wie ehewal» auf dem atm» «wie in Pan. (Schluß folgt.)
in der Hauptsache noch immer alle» beim Alt«. Da' gegen habe» die Japaner bd Port Arthur bed-mende Fortschritte gemacht. Sie hckei, von dem iCSdRetec- iflgel an», d n die Russe» vergeblich zueückzuerobem, achte», mit Schfftgeschutz-n die russischen Krieg»- ch ff- im Hase» beschaffen u^b zum größte» Teil » )en Grund gebohrt oder saust unbrauchbar gemacht- Die russisch«« Torpedoboote und TorpedobootzerstSr« dagegen schemen den iopanischen Geschaffen zumeqt entgangen zu fein. Man weiß nicht recht, ob fie außerhalb de» Hase S liegen, oder ob fie ganz ent» kommen find und d,m Ostsiegeschwader eutgegensahre» Sin lopanische« Kauoveeboot stieß auf eine russische Mine und sank — Die so sehr auf Beobachtung de» Völkerrecht» bedachten Japaner hab« fich btt d« englische» Regierung beschwer-, daß neutrale Schaffe in Cardiff Kohlen für d e rnsfiche Flotte gelade» hätten. Sinern deutsche» Dampfer wurde darauf die Kohlinrinnahme über den ttgemn Bedarf untersagt. Englische Kaifl'ute haben 20 Dampfer gemietet zum Trasiport von über 600 Tonnen Kohlen nach chme- stschen Häsen für jrpkuffsche Rechnung. Wan qefc weder gehört, daß die englische Regierung den Dampfer» die Einnahme der Kohlen verboten, m»ch daß die japanische Regierung fich wegen, dieser Lie- ferungen unt r Berufung auf da» Bölkemcht befchw«t hätte SS find auch au' englischen Schiffen große Kohlenmengen für Rußiand verfrachtet ward«, ohne daß die englische Regierung dagegen einschritt. Englische Blätter Hetzen skrupellos weiter gegen Deutschs land. Die ,«imymd Navy Gazette' deutet an, daß Deutschland an dem Vorfall in der Nordsee schuld hi. Dieser BerleumdungSversuch findet nicht einmal {n Rußland Anklang.
* Ei» Rowan ans dem Leben. Biel Interesse erregte dieser Tage in de» Bereinigte» Staaten die Verheiratung eines schon in früher Jugend dotthi» auSgewanderlen F anzosen De. Grff, der vor 40 Jahren bei den amerikanischer Kriegen beteiligt war. Sr kämpfte auf seit« der SRoib'iaaten und kam, als die Armee siegreich vordravg, in ein „südliche»" ipau», wo er fich in die Tochter verliebte. Sie erwiderte seine Neigung, wie» ihn jedoch zmück, da fie richt einem Feind ihre» Vaterlandes oder ihrer Partei die Hand reichen könne und heiratete in der ersten Erregung, da stch der ungestüme Freier nickt abwris« ließ, eine-i Offizier der Südpartei. Dr. Gcff kehrte nach dem Friedensschluffe noch einmal nach granfr«* Kück, ging dann aber wieder nach Amerika und ließ dort als Arzt nieder. Vor etwa drei Monate« erfuhr er, daß James Ufaer, seine ehemalige Flamme, schon seit einigen Jahren Witwe sei; er suchte fie wieder auf, und obgleich nun beide um 40 Jahre älter find al» damrks, haben fie fich toiebergefonbett md vor einigen Tigrn geheiratet.
* Gemütlich. Flötist (-in« Dorsmufikkapelle, dar um einige Takte zurück ist, al» ihm bet Kapellmeister einen wütenden Blick zuwirfl): „Reg' Dich nicht aus — ich hol Euch schon wieder ein!"
* Berechtigter »«dacht. „Der Meteorologe Krischet bat für diese» Jahr einen harten Winter prophezeit." — „Na, wenn den nut nicht sei» Schwiegervater, der Kohlerizreßhändler Slller, dazu überredet hat.
b<i der PenfiorS-rhöhuvg nicht über die H upileute erster Klaff- hinau»gebeu , , ,
Do» preußische Abgeordnetenhaus ist am Sonnabend bereit» in die WeihnachlSierien ge- aangen. Den Gesetzentwurf wegen Freihalwvg »er Fiußläase der U berschwewmungtgebi'te wie» e» an die Kommission zurück, uei( namentlich au» dem Zentrum geltend gemacht tou be, daß er in feiner jetzigen Faffnng mit der Sigentum-belchränkung viel wettet gehe, al» durch die Sachlage gebeten sei. Die Kircheusteuergesitze wurde« ftt erster Lesung erledigt md, an eine Kommission verwiesen. Auf die freisinnige Interpellation wegen de» Königsberger Prozesse» mußte Jvstlzmimster Schönstedt zugestche», vaß doch recht ärgerttche Dinge vorgekommen find. Im Ganzen tarn der Minister darauf hinan», daß ihn kein Vorwurf treffen könne, fordern da» Königsberger G.r cht an allem schuld fei. Da die Srche roch vor dem RrichSverickte schwebt, war e» wohl überflüssig, e» al» einmütige Ansicht im Justizministerium zu b" zeichnen, daß die Ge^ersttti^kttt gegeben sei. Darüber zu entscheide», hätte er dem Reich«gerickie überlaffen können. Der Königsberger Prozeß bietet auch nach der EntschultigangSrede de» Justizminister» so zahlreiche unerfreuliche Seiten, daß man nur dem Adz. Dr. Spahn zustimmen kann, der im Reichstage bemerkte, er sei kein Ruhmesblatt in der Geschickte der preußischen Rechtsprechung.
Die Verhandlungen über den deutsch-österreichischen Handelsvertrag find wied-r ausgenommen worden. Man hat von einem Mißerfolge de» Grasen Posadow-'h in Wien gesprochen. Jetzt stellt fich heeau», daß er richttg gehanoett hat, al» er feie Verhandlung plötzlich abbrach und abreifte. Es ist dadurch de» öSerreichisch-ungarischen St^atSwännern bald zum Bewußtsein gekommen, daß fie unerreichbare Forderungen gestellt hätte» und daß Deutschland ent« schloffen sei, es nötig »fall« auf ein vertrag-lose» Verhältnis ar komm'n zu laffm. Sie habe« daher in Berlin wieder angeklopst. Als der Reichskanzler die» im Reichstage mttteilte, fügte er hinzu, Deutschland würde nut einen Bertrag annedmen, der her deutschen Viehzucht ausreichende , Schutz vor der Seuchengefahr gewähre, auch müßten gewisse österreichische Jndustne- zölle herabgesetzt werden, wenn ein Vertrag zu Stande kommen solle. Damit ist den Oesterretchern von vornherein gesagt, worin fie nachgebe» müsse», wenn weitere Verhandlungen einen Zweck Haven solle». Sie werden da» auch bereits gewußt haben, nnb Wenn fie trotzdem die Verhandlungen, wieder ausnehmen, so ist zu erwarte», daß fie nunmehr auch zum Nachgeben bereit find. Noch ist die Verständigung über einen neuen Vertrag nicht fertig, ater man darf fich doch der zuversichtlichen Hoffnung hingebe» daß die Verhandlungen nicht abermals abgebrochen werbtn Auch aus politischen Gründen ist dringend, zu wünsche», daß unser wirtschasttiche» Verhältnis zu dem Nachbar- reiche sich friedlich gestalte. Die Einbringung der übrigen Handelsverträge im Reichstage, die Ende voriger Woche hatte erfolgen sollt», ist mit Rücksicht auf die Wiederauftiabme der Verhandlungen mit Oesterreich bi» nach Weihnachten verschoben worde», well fie die Verhandlungen stören würden.
Papst Pin» X. hatte fich jüngst bei de» Empfängen eine Ekkältung zugezogen, infolge deren verschiedene Audienzen verschoben werben mußten. Er erholte fich jedoch bald wieder und konnte so den Besuch de» Prinzen Albrecht von Preuße», der zur Tauffeier de» Kronprinzen nach Rom gekommen War, mit fe nem Gefolge entzegennehmen und am 8. Dez an den JubiläumSsefiiickkute» teilnehmen.
In Oesterreich scheint fich wieder eine parlamentarische Krifi» vorzubereiten. Der Budget-Aur- Silenen, während oie Nußsträucher über ihrem Haupte ein schütztnd-S Dack bildete» Würziger Dust und Stimmengewirr der Käfer und I»fetten erfüllte die Lust.
„Nun aber", begann Herr Mariel, indem tr Aimee» Hand ergriff und ihr tief m die Auge» fah, „non muß ich auch von meinen Erlebnisse» Bericht erstatten. Ich Habs Nachricht von Roll."
„«hl kommt er? Sag schnell, Väterchen?"
„Ec hat mir geschci ben, daß er nach Amerika geben wolle, aber unschlüssig sei, ob er komme, um bh8 Adieu zu sage». Wa» soll ich ihm antworten?"
Da» junge Mädchen War ganz blaß geworden; ihre bebenden Hände falteten sich Wie zur flehenden Bitte und fie hob die angstvoll erstaunten Augen zum Vater:
„Oh, sag ihm, daß er komme . . . daß ich ihn ein letzter Mal sehe ... Ich muß mit ihm sprechen, ihm verfichern, daß seine Aimee nicht undankbar ist ...
Er darf eine solch bittere Erinnerung nicht in» Exil mitvehmen I"
Herr Mariel fuhr mft fast mütterlicher Zärtlich- leit über da» dunkle Gelock:
„Da» ist schon geschthe», mein Kind. Ich hütete mein Geheimnis schon fett einige« Tagen. Roll wird kommen, wenn Du c8 wirklich wünschest "
„Dank, tausend Dank, mein guter Saterl"
„Nun höre aber werter; ich habe »och viele- zu fagen, Roll liebt Dich; er hat niemals aufgehört, die anstichtigste und reinste Siebe für Dich zu hegen."
„Nun gestehe mir ganz offen, ob auch Du ihn immer so gern hast, diese» Bruder, neben dem Du groß geworden, der die Heinen und großen Kümmernisse Teteer Kin'erjahre erleichtert und Deine Freuden verdoppelt hat . . . Hast Du nicht daran gedacht und gehofft, ihm einen anderen Namen geben zu dürfen? nie gewünscht, Opfer durch Op er vergelten zu körnten und mit Deiner Liebe die Schuld der Dankbarkeit zu bezahlen?"
(Sag, ob ich mich irre, wenn iS annehme, daß Dein Herz blutet, ihn scheiden zu sehen ..."
schuß der Abgeordnetenkammer »ahm die Notstand». Vorlage, in ter 15»/, Millionen zu Notstand-unter- stvtzungen bewilligt werde», au, lehrte über die vo» bet Regierung geforderte Anleihe von 6S Millionen zur Ergänzung der Kess«bestände de» Naute» mit großer Mehrheit ab und bewilligte nur 15',» Mrll. Mit dieser Art, fich die Vorlagen au-zuwähle» und den nationalen Hader bei Seite zu stelle», soweit e» den Parteien paßt, aber Vorlagen an denen der Regierung liegt, bei Sette zu schieben, war Herr v. Körber lettttimeg» tt«v« staub'» Erst hieß el,
da» Ministerium wolle seine Entlassung nehmen Davon scheint jedoch Abstand gmommen zu werben und die Auflösung de» «bgeordnetenhause» geplart zu sein, soll» e» nicht noch gelinge» sollte, e» arbeite fähig zu machen, vinstmelle» wurde es vertagt. Die Notstand»Vorlage ohne die andere Vorlage wnd dt« Regierung jednffalls nicht aenefcmen. — In Ungarn gelt e» wieder toll d-r. Die neue RttchS- tagfttffwn sollte smDienStag eiöff et werden. Sämtliche Fraktionen der Oppvfitio» hatten befchlrffen, de» bi-herigen Präsidenten Perezel wegen Jtice» hatten» bei der Verhaut luug über die Geschäftsordnung nicht anzuerkernen und fich an den Ausschüsse» nicht zu beteiligen. Damit noch nicht genug, erschienen die Oppositionsparteien vor Beginn der S-tzung im Saale und schlugen alle» kurz und klein, todaß keine S tzing statifi den konnte. In dem Hardg-menge, da» bei der ®eeolierurgi6rbeit ent- baib, wurden vier Mann der Parlament-wache durch Holzstücke verletzt.
Ja Frankreich mache» die Katholiken endlich «nftclten, fick politisch zu organifiere» und eine ein- deitliche politische Agitation in» Werk zu sitze». E» bat fich unter dem Vorsitze de» «bg- Pion ein au» namhaften Vertretern der verschiedene» politische» Richtungen bestebendcs Zentralkomitee konstituiert, da» eine große Organisation z»r Verteidigung der öffentlichen Freiheiten und zur Berbisserung de» Lose» ter m beitend en Klaffe schaffe» will, ähnlich dem BolkSverein für da« katholische Deutschland. Am 15 Dezember soll in Paris ter erste Kongreß dieser action liberal« populaire genannten Organisation abgehalten werben. Wir wünsche» beste» En'olg, wenn wir nack den bisherigen Erfahrungen auch einige Zweifel hegen, ob die Katholiken Frankreichs fich wirklich zur einheitliche« Abwehr der Kultur» kämpferei und energischen Inangriffnahme der Sozialreform aufznraffi» vermögen. —
In Rußland wurde am 9 d. Mi», der finnische Landtag eröffnet. Verbannte» oder gcfl"henen Mitgliedern Wurde die Rückkehr nach Finnland zur Teilnahme an dem Landtage gestattet. Die Thronrede deutet an, daß man dem vergewaltigten Lande gegenüber mildere Saiten auszuziehen geben# und verschiedene Gesetze, die großen Widerstand erregt haben, wie da» Wehrgesetz, „im Prinzip" zwar aufrechter halte», aber fachlich doch geändert werden sollen. Wie wett fich die Hoffnungen der Finne» «füllen werbe», bleibt abzuwarten. — In Petersburg haben am Sonntag tulruttuarische Kundgebung-» stattgesunde», bei denen Riffe .Es lebe die Freiheit!" und andere ertönten. Die Polizei schritt ein; 42 Personen wurden »«letzt. 180 Personen, meist Studenten, wurden v«hastet.
In Südwestairika Haden wieder erfolgreiche Kämpfe mit den Hottentotten stattg-sundm. Die Hruptst-llung Hendrik WitboiS bei Rietmont und Mariental wuroe erstürmt und der Feind in die Flucht geschlagen, la 000 Stück Vieh wurden er= deutet. Tags vorher war der Feind bei Nari» nach dreistündigem «bitteriem G-fecht geschlagen worden.
Auf dem ostasiatischen Kriegsschauplätze ist bei Mulden trotz fortgesetzter kleiner Scharmützel
Aimee, keine» Worte» mächtig, barg de» Kopf an bei Vater» Busen.
„Uud wenn ich nun versicherte: Mein Kind, Roll ist et» edler Mensch, Dein« Zuneigung würdig, liebe ihn, wie « Dich liebte; fürchte nichts. Mit Freuden werde ich denj:r.igen meinen Sohn nennen, der üb« die Kindheit mein« Tochter gewacht hat, der in d« Z.ft d« Not etn treuer Beschütz« ihres guten Namens und ihr Helf« und Ratgeber gewesen ist . . . Aimee, sag, wa» würdest Du antworten ?"
„D Vater, ick würde sogen, daß Du gut, unendlich gut, ter beste aller Väter bist", stammelte daS junge Mädchen halb betäubt vor Wonne.
Ei» Jubelschrei effcholl jenfeft» der Hecke, und Roll, halb närrisch vor Glück, stürzte zu den Füße» Aimee» nieder.
Er küßte ihre Hände und rief fie mft ben zärtlichste» Nnne».
„Aimee! ich komm zu Dir; sage e» «och einmal, daß Du mich nicht bageffen hast, daß Du mich rufst, daß Du mich liebst!"
„Sie öffnete die Äugen und ein gerührter, entzück!«, schwärmerisch« Blick fiel auf den so Plötzlich Erschienene».
Ihre Wange» löteten fich und fie «griff gleich- lettig Roll» und de» Bat«» Hände.
„Roll; Du bist hier? Wie kommt e»?"
Dann sank fie, getriebm durch ein unwid«stehliche» Empfindeu »eben ihm auf die Knie und rief.
„Lieber Bat«, segne Deine beide« Sind«!"
fiert Mattel betrachtete einen Moment schweigend diese» junge Glück, dr» sein W«k War, dann blickte er zvm H.mmel und legte die Hand auf die gebeugten Stirnen:
„M.in Gott", betete er mit umflort« Stimme, v«ttnige Du in Deiner Liebe diese Mvd«, die Du durch beioadere Gnade in so vielen Gefahr«, behüttt und beschirmt hast! Möge ihr He-m ei» glückliches lein und mögen fie selbst stet« Deinem Dienste tre» bleiben!"
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