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31. Jahrgang.

KU»a. Samstag, den 17. Dezember 1904.

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guldaerActiendnickere' Monatsbeilage:„Küöarr GeschichtöRäüel". ‘»eraipreSxtoSf

Deutsches Reich.

Berlin, den 16. Dezember 1904,

§ Etaatsfekretär Graf Hiosadowsky hat mit leinen Betrachtungen über die „Assoziation de,S Kapitals- recht freundliche Anerkennung bei der sozialdemokratischen Presse gefunden. Wenn er auch die Sozialdemokratie und ihre Stellung zum Kapitalismus noch immer nicht verstanden haben soll, so findet der,Vorwärts' doch mit Vergnügen, datz es bei ihm „dämmert" unb er sich „frei gemacht hat von den äußersten kleinbürgerlichen und reaktionären Utopien-. Sie .Deutsche Tageszeitung' ist andauernd unzu­frieden mit ihm. Wir möchten dabet bleiben, daß seine Ausführungen aus dem Zeiget über gewisse extreme und ausführbare, utopistisch- reaktionäre Bestrebungen zu erklären find, und er nur hat sagen wollen: Mit der unaufhalt­samen wirtschaftlichen Entwickelung muß man sich abfinden; man kann sie nicht aufhalten oder zurücksLieben, sondern muß daS Gute, was sie mit sich bringt, für Alle ausnutzen und die Mißstände und Auswüchse bekämpfe».

(*) Die Konzentration des Großkapitals geht unablässig weiter. Jetzt ist folgende Verein­barung getroffen worden: Die Kommerz- und Diskontobank wird die Berliner Bank im Wege der Fusion unter Ausschluß der Liquidation der­gestalt in sich aufnehmen, daß den Aktionären der Berliner Bank für je 5000 J6. Nennwert ihrer Aktien mit Dividendenscheinen für 1904 ff. je 4000 Jh Nennwert-Aktien der Kommerz- und Diskontobank mit Dividendenscheinen für 1905 ff. gewährt werden. Die Kommerz- und Diskonto­bank wird zur Durchführung dieser Transaktion ihr Kapital von 50 JggiQionen Mk. auf 85 Mil­lionen Mk. erhöhen. Dieser neue Beitrag zur Konzentration des Großkapitals kommt insofern nicht überraschend, als die Berliner Bank bereits im Frühjahre d.J. Gegenstand von Fufionsplänen gewesen ist. Damals hatte bereits dieselbe Kom­merzbank wegen Fusion "mit der Berliner Bank verhandelt, ihr Gebot wurde aber von der Deut­schen Bank übertrumpft. Jndeffen wurde auch dieses erhöhte Gebot von der Eeneral-Versamm- lang abgelehnt und daraufhin von der Deutschen Bank zurückgezogen. Die Selbständigkeit der Ber­liner Bank sollte erhalten bleiben. Inzwischen hat sich wohl von neuem gezeigt, daß die Ber­liner Bank aus verschiedenen Gründen, insbeson­dere auch in Ermangelung einer geeigneten lei­tenden Persönlichkeit, nur schwer lebensfähig ist, sodaß der neue Fufionsvorschlag dieses Mal mehr Anhänger finden dürfte. Nach der Höhe ihrer Aktienkapitalien rangieren unsere Großbanken nun­mehr folgendermaßen: Dresdener Bank (160) und Schaffhausenscher Bankverein (125) mit zu­sammen 285 Millionen, Deutsche Bank 180 Mill., Diskonto-Gesellschaft 170 Mill., Darmstädter Bank

Ausgestoßen.

Bon Maurice de Beaumont. Deutsch von

Helene KrembS.

43 ------(Nachdruck verboten.)

«Fortsetzung und Schluß aus dem zweiten Blatt.)

Damals gingen sie trauernden Herzen- einer uu- b-fitwrnieu Zukunft entgegen: seitdem find neben den tz wreffen die Rosen erblüh, und am abendliche» H nmel leuchtet ihnen Vesper, der von den Dichtern gefc erte Stern der jungen Liebe!

An den langen Winterabenden, wenn draußen der Sttrm heult, wenn die Rachteule ihren Heisern Schrei ertöaen läßt, und wenn der Schnee weit und breit die Fluren deck«, dann ist gut sein unter schützendem Dache, im Kreise lieber Angehörige« und Freunde.

Wenn jeder tag-über treu seine Arbeit getan, seine Pflichten erfüllt, so wintt ihm em trauliche- Stündchen bet Rahe und Erholung.

Im vornehmen Salon von La Lindy staden wir eben ein Bild folSen Feierabend-.

Im Kamin Helle, prasselnde Holzscheite, die ein ranzenke- Licht über die Eichentäfeumg und über den großblumigen Teppich werfen; auf den Tisch in der SKitte bie schwere Bronzckawpe, deren Flammen ein rot» Spitzenschleier angenehm dämpft.

— Aruer fitzt der Hau-Her, Rollo«; er folgt mit Nchtlichem Behagen den fleißigen Händen AiweeS, ant” denen ein winzige- Strümpfchen entsteht.

. wbeii ihr hat sich Großpcpi niedergelassen; er tWelt mit Peter, einem strammen Buden von 4 Jahren, »er «,4 mu.willig auf den Fußspitzen zu einem Wiegen-

154 Mill., Berliner Handelsgesellschaft 100 Mill., Kommerz- und Diskonlcbavk 85 Mill., National­bank für Deutschland 60 Mill.

* Nach der ,Svz. ProxiS' legen die verbün­deten Regierungen Wert darauf, den vom Staats- sekeetär des Innern am 30. Januar d. Js. im Reichstag angekündiglen Gesetzentwurf über die Rechtsfähigkeit der Ver«fsverei«e noch im Laufe dieser Tagung dem Reichstage vorzulegen.

)( Auf dem W-ge zum ReichsarbeitSamt ist ein bedeutungsvoller Schritt getan worden. Die im Sommer ds. Js. mitgeteilie Erweiterung der arbeitsstatisiischen Abteilung im lästerlich statistischen Amt, die damals starkem Zweifel begegnete, erfolgte nun doch und zwar steht die Ernennung eines eigenen Direktors für die Ab­teilung unmittelbar bevor. Nach der .Sozial- polit. Rundschau' wird die Leitung der Ab- testung der durch seine Tätigkeit namentlich aus dem Gebiete der Arbeiterverstcherung in weiten Kreisen bekannte Senaispräfident im Reicht ver- sicherungsamt, Dr. Zacher, erhalten. Angesichts der stetig wachsenden Aufgaben der Abteilung ist ferner eine weitere Vermehrung der höheren Be­amten um zwei Referenten und einen wissen­schaftlichen Hilfsarbeiter vorgesehen. Endlich wird auch das Bureauperfonal eine nicht unerheb­liche Verstärkung erfahren.

* Durch sozialdemokratische Blätter ist die Behauptung verbreitet worden, der Juftizminist« habe eine generelle Anweisung gegeben, überall da, wo es irgend angängig sei, den L««d friede«sbr«chs - Paragraphen zur Be­kämpfung des Streikpostenstehens in Anwendung zu bringen. Diese Behauptung entbehrt der .Nordd. Allg. Zig.' zufolge jeder tatsächliche« Unterlage. Hat der Minister über­haupt keine Anwrstung in dieser Angelegenheit erlassen oder nur lerne „generelle- oder eine ähnliche, wie hier angegeben? DaS bleibt un­klar. Bei offiziösen Dementis muß man auf der Hut sein.

* Ein recht bezeichnendes Beispiel sozial­demokratischer Gewaltherrschaft wird in dem Organ M Verbandes t er deutschen Gewerk- vereine mitgeteilt. Danach kamen unlängst einige Mitglieder der sozialdemokratischen Lokalkim- mission zu dem Wirte der Festsäle deS Verbands- Hauses der Gewerkoereine zu Berlin und machten ihm Vorwürfe, daß er sich nicht schon bereits an die Lokalkommission gewandt habe, um die Säle auf die Lokalltste der „Genossen- zu bringen. Sie verlangt:« dann von ihm die Unterschreibung deS folgenden Reverses: „Ich Unterzeichneter be­scheinige hiermit, daß ich meine Lokale zu allen sozialdemokratischen Versammlungen (politischen wie gewerkschaftlichen) unentgeltlich zur Ver- ügung stelle. Der Wirt verweigerte unter Zu- iimmung des Vorstandes des Vereinshauses die Interschrift; zugleich erklärte der Vorstand, daß )ie Säle jedermann nach Dereinbarur g zur Der- ügung stehen würden. Das genügte aber den „Genossen- nicht und deshalb wurde der Boykott über das Lokal verhängt mit der Begründung, weil es „der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung stehe." . . . Der Revers ist übrigens ei« neuer Beweis dafür, daß Sozialdemokratie und Ge-

korbe schleicht, um da- schlafende Schwesterchen zu besehen. Jetzt legt aber die Mutter vedeutfam den Finger am den Mund, und Klein Peter klettert wieder aus Großpapa- Knie, um sich zum hundertsten Male die Geschichte von Rotkäppchen ober vom kleinenDärmliug erzählen zu lassen.

Roll gegenüber, an der anderen Seite dr- Kamin-, lehnt in einem bequemen Sessel, die Füße überei"ar- der gekreuzt, in der Hand eine feine Havanna, der Doftor Buffon.

Der Doktor in der Frarche Comte? Warum denn nicht? Hatte er nicht an Aimee geschrieben, Herr Mariel sei ein alter Freimd seine- Vater»?

Gleich nach der Heirat de- schönen Gontran mit der Witwe — an deren Hochzeft-feier er übrigen- nicht teilnahm, — hatte er sich bemüht, Näheres über den hübschen Kurgast aus Mont Dore zu erfahren. S» hatte ein Jahr gedauert, bi» et sie wiederfand, aber nicht mehr heimatlos, sondern inmitten eine­glücklichen Familienleben-, zwischen Batet und Gatte«.

Er ist seiner Eigerart getreu geblieben, fährt fort zu krttff er:», zu philosophieren, zu nörgeln und zu tüfteln, bewahrt aber unter seinem strengen Aeußern eine feltene Herzensgute. Arzt von Beruf, Moralist au» Grundsatz, Volkswirt bei Gelegenheft, auch dann und wann Psycholog, so studiert, analysiert, schilt, be- urteiü, heil! er seine Freunde, je nachdem — sie olle aber bleiben ihm treu und nehmen nicht» Übel.

Heute Abend ist er schweigsam. Seine lebhaften Augen schweifen von den klugen, enerqffchen Zügen Roll- zu Hinter» sanftem, ruhigen Antlitz, von der ernsten Stirn deS Großvater- zur Wiege.

Eine Pause ist in der Unterhaltung eingetreten, ein Moment der Stille, von dem die Raffen so hübsch sagen: „Ein Eng-l fl'.egt vorbei!"

„Run, Doktor,- fragt Roll, „welche- Rätsel suchen Sie eigentlich zu läsen?"

„Ich?" sagt H>rr Buiffon, und fährt mit der Hand über die Stirne, al- erwache er ans einem

wertschasten eins find, und daß auch die gewerk­schaftlichen Versammlungen als sozialdemokratische anzusehen sind.

• » Berlin, 16. Dez. 1904. Morgen vollendet Srini Joachim von Preußen, der jüagste Sohn de» aiserpaareS da- 14 Lebensjahr. Er ist am 17. Driember 1890 in Berlin geboren. — Die Thron­besteigung des Herzog- Karl Eduard von Sachses-Koburg und Gotha ist auf den 19. Juli n. I. festgesetzt worden. - Wirklicher Geheimrat Dr. Hinzpeter, der Erzieher des Kaisers, erkrankte, wie aus Bielefeld gemeldet wird, vor etwa 8 Tagen und unterzog sich im Krankenhaus einer gefährlichen Operation. Diese ist gut verlaufe» und der Kranke befindet sich auf dem Wege der Befferung. — Die landesherrliche Genehmigung zur Umänderung deS NamenS der Stadt Jnowrazlaw (Provinz Posen) in Hohenfalza ist erteilt worden. (Huis PolowaeI) — Der Schuhtruppe in Sürwestafrika find vier Avotheker beigegeben; es hat sich nun die Not­wendigkeit herauSgestellt, diese Zahl zu vermehre». Ans Anordnung deS Oberkommandos werden noch 2 Ober« apotheker nach Eüdwestafri'a htnauSgesandt werden.

* Bromberg, 16. Dezbr. 1904. Das Grenadierregiment zu Pferde Frhr. von Detfflinger begeht heute die Feier feine« 200- jährigen Bestehens. Die ganze Stadt ist reich geschmückt. Heute nachmittag 2 Uhr traf der Kaiser hier ein und winde auf seiner Fahrt durch die Stadt vom Publikum auft herzlichste begrüßt.

c» Metz, 15 Dezember 1904. D i e „Germanisation Lothringens" macht der ,Tägl. Rundschau viele Sorgen. Freilich sorgt schon der Staat nach Kräften für die Germani- satton des Landes, indem er viele protestantische Beamte hinschickt- die schon durch ihre Heiraten mit katholischen Mädchen gehörig fürs Deutsch­tum — und den Protestantismus „arbeiten-. Aber das genügt nicht: auch die katholische Kirche müßte mehr germanisieren! Den Alumnen des Metzer Priesterseminars würde Christus die Weisung geben: gehet hin in die Städte und Dörfer der Diözese und germanisieret sie! So lebet nicht der Leiter des Seminars, darum ist er ein Gegner des Deutschtums! Ueberdies hält er die jungen Geistlichen vom Studium an deutschen Universitäten ab — so behaupten wenigstens die ,TDl. Rundsch.' und anbete Blätter. Das gerade Gegenteil ist wahr! Widerholt hat er junge Kleriker bewogen, deutsche Hochschulen zu besuchen. Er ist überhaupt bemüht, seine Alumnen mit deutschen Verhältnissen bekannt zu machen und sie daran zu gewöhnen. Gr hat zu diesem Zweck eine durch Klarheit und gründliche Wissenschaft­lichkeit ausgezeichnete Schrift über das Verhält­nis des Bürgerlichen Gesetzbuches zum französischen code civil herausgegeben, worin er die materiellen und sittlichen Vorteile des B- G- B. gegenüber dem französischen Gesetz hervorhebt. Auch dem Bischof Benzler von Metz wird der Vor­wurf der „Deutschfetndlrchkett" gemacht. Genau den entgegengesetzten Vorwurf machen dem Bischof die in französischer Sprache erscheinenden liberalen Zeitungen der Stadt Metz. So bemerkte der dem Bischof besonders feindlich gesinnte Mesfin mit Bezug auf die Angriffe der,Tägl. Rundsch.': „man zuckt die Achseln, wenn man derartige horrende Behauptungen (enormites) hört". Und weiter heißt eS in demselben Blatt: Die Be­hauptungen von der deutschfeindlichen Gesinnung

Traum; „diesmal ist'- nicht der Rede teert. Ich suchte den Schlüssel des menschlichen Schicksal» zu finden."

Ei» dreistimmiges Lachen war die Antwort.

„Na, tia, mehr nicht? meinte Roll. „New, der- halb brauchten Sie Ihr Hirn nicht Über Gebühr an« zufireagen. Da» kann Ihnen meine kleine Frau schon sagen, nicht wah-, Aimee?"

Diese hob de» schönen Kopf und bemerkte emfach:

„Wir stammen von Gott und zielen wieder zu Gott hi"! Mehr weiß ich nicht über diese» philoso- phifchr Kapitel."

„Und da» ist auch das einzig W.ffeu»werte, gnädige Frau. Wenn Sie aber neugierig find, wie ich auf diese Gedanken komme, so kann ich Sie leicht befriedigen."

„Bitte, Doktor, wir find ganz Auge und Ohr." Die junge Mutter legte ihre Handarbeit hin und nahm den müde gewordenen kleinen Knaben auf ihre» Schoß.

„Ich dachte an Sie", fuhr der Doktor fort, „und stellte in meiner Erinnerung das wieder zusammen, was Sie, Roll, eine« Tage» ihren „Roman" nannten, und Sie Ihr „Schicksal", gnädige Frau. Ich verglich Ihren früheren Kampf um- Dasein mit Ihrem jetzigen Glücke; und von dem Erdenglücke, von dem Ihne» ein so reicher Anteil beschieden ist, ging mein Blick höher jenpitl, der sichtbaren Welt, bis zu der Hand, die es beschert, und ich sagte mir: „Gott ist gut!"

„Ja, er ist gut! Er hat Sie Beide auserwählt, eine seltene und rührende Ausnahme, um Sie rein und gläubig zu bewahren inmitten einer fittrnlosen und Ätznverderbenden Umgebung Hand i« Hand haben ve vorwärts gestrebt aus dem Wege der Pflicht und der Entsagung, vertrauend auf die Vorsehung! Da- ist schön, meine Freunde!

„Sie, Murne, hatte» nur da» eine Ideal vor Au­gen: ein Heim! Schönheit, Reicht«m, Ehre, alle» schwand in dn Hintergrund vor diesem Traum de» Kinde», der Jnngsrau, ter Gattin und Mutter!

des Bischofs Benzler sind „durchaus verleum­derische Jnfimmattouen, bte durch die Tatsachen seither in der eklatantesten Weise widerlegt wurden. "

• Der russisch-japanische Krieg.

Die Einschließung vo« Port Arth«» scheint nicht auf allen Setten erfolgt zu fein, denn wie das Bureau Reuter aus Tschiü» meldet, find dort am 16. Dezember fiebfn Russen in Zivilkleidung, die aber wie ihre Haltung und Wortkargheü schließe« läßt, Militärpersonen find, und offenbar Nach­richten überbringen, aus Port Arthur in einem offenen Segelboote eiNgetrofftn. Sie begaben sich in's russische Konsulat. Starker Wind hatte ihnen eine rasche lieber fahrt ermöglicht.

An- Nordostkorea kommen Nachrichten, wonach die Russen den Vormarsch nach dem Süden oct bereiten.

Die Handdomde im Kriege. Der Korrespondent der Daily Mail im Hauptquartier General Nogis ist der Ansicht, daß die letzte« Kämpfe bei Port Arthur hauptsächlich durch die Handgranaten entschieden wurden. Dies treffe besonders für den Kampf am 203» Meter Hügel zu, der niemals in die Hände der Japaner gefallen wäre, wenn diese nicht bei ihrem letzten Sturm in reichlichem Maße üb« diese Waffe verfügt hätten. Die Wirkung bet Handgranate« schildert der Korrespondent mit folgenden Worten: „Ich habe die Wirkung dies« Bomben am 203 Meter-Hügel beobachtet. Die spottet an Furchtbarkeit jeder Beschreibung. Leichen, denen die Kleider, die Glieder und die Köpfe abgertflen waren, Arme und Beine lagen auf dem ganzen Abhange verstreut. Viele Tote waren in Höhe der Hüften einfach auseinand«- genffen worden. Hausen von Gefallenen lagen 3 bis 4 Fuß aufgetflrmt vor den Drahthtndn- ntffsn. Nackte Lerchen und Leichenteile bildeten ein grausiges Durcheinander. Der Anblick war furchrbar und kcantmachend, und die Genfer Konvention, die die Verwendung von Dum- Dum-Gefchoffen verbot, sollte unter allen Umständen den Gebrauch von Dynamit­bomben untersagen, d« hundermal schlimmer ist."

W. Tokio, 16. Dez. 1904. Die Bubget- kommission hat einstimmig die Regierung«- forderung von 700 Millionen Aen (1530 MA. Mark) für Kriegszwecke bewilligt.

W. Schanghai, 16. Dez. 1904. Wie aus Tokio gemeldet wird, Hst dem Vernehmen nach der Dampfer „Korea" zwei, die „Kanagawa Mara" drei Unterseeboote gebracht. Bei Iokosuku wurden Versuche angestellt. Die Unter- seeboote werden wahrscheinlich bei Formosa, Bushima und Hakodate stationiert.

W. Petersburg, 16. Dez. 1904. Nach einer Meldung der Russischen Telegraphen-Agen- tur aus Mukden vom 15. d. versehen, Gerüch­ten zufolge, die Japaner die chinesischen

„In Trübsal unb Ungemach, in allen Widerwärttg- feiten blieben Sie standhaft und stark, denn Die wußte« die Hände zu fallen zum Gebet.

„Und für Sie, Roll, ist die ihr gewidmete b:äber« liche Siebe das gewesen, wo» ein leuchtender Stern in dunkler SturmeSnachl für da- schwankende Schiff. Und fitzt lacht Euch alle»; nicht» fehlt an Eurem Glücke.

„Da ist der Baier, dessen Aller Ihr verschönt; d« find die Kinder, die Ihr in den Grundsätzen der Äell- gion und Tugend erzieht, und welche eine» Tage» Eure Krone bilden werden.

„Die Glücksgöttin hat für Euch ihre Schätze geöff­net — doch die süßesten Freuden gebe» Euch die gegen- seuige Liebe und die Arbeit. Ja, die Arbeit! Man kennt sie in La Landy, wo man, Gott sei Dank! nicht spekuliert und Ranke und Kniffe gebraucht, um dem Glücke die Hand zu bieten!

„Hier gibt es einen Kops und Arme, Prinzipal und Arbefter, die fich gegenseitig achten, weil alle rechtlich denken und fich ehrlich unterstützen. Eure Einfachheit läßt Such die Mittel, viel Gute» zu tun, Liebe und Zreue zu säe», die hundertsätttge Frucht bringt. Sie läßt Euch auch Zeit, die F.eudeu de» eigenen Herde» kennen zu Urnen. . . .

„O, Sie hatte» Recht, gnädige Frau, wen» da» Glück irgendwo auf unserm armselige» Planeten zu finden ist, dann kann e» nur „daheim" sein zwischen oer Gruft der Ahnen und der Wiege der Kindec. . . Der eigene Herd war Ihr Traum von gestern, e» ist der metnige heute, Merken Sie nun, wo ich binar» will?"

„Nein?"

„Nun. ich lebe jetzt einen Monat unter Ihrem Dache. Ich habe gesehen, studiert, bewundert, 6e« neidet. Hab ich ziehe die Schlußfolgerung: Wa» Sie haben, möchte ich auch besitzen.

„Ich habe den Vorsatz, zwischen meinen Büchemr und meinen Kranken alt Janggeselle weiter zu tiege»