MaerM Zeitung
Nonakbellage: „Wdaer GeschichtöÄätter"
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31. Jahrgau«.
KM-, Freitag, den 16. Dezember 1904.
M 288
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so köstliches sensationelles Agitalions - Matertal.
* Berliner GtanveSiimtertt scheint
(Nachdruck verböte«.)
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|h grstes Blatt <
sehen- vielmehr höchlichst. Auch die,Nat.-Ztg.' meint, eS wäre immerhin schon manches gewonnen worden, wenn der richtige Grsetzrstexl wenigstens zu dem in der Zuschrift angr deuteten Zeit- Mukte den Beteiligten zur Kenntnis gebracht worden wäre. Gerade die „höchst unliebsame Neber- raschung-, die erst so lange nach Beginn der Verhandlung eintrat, gab der Sozialdemokratie
eine höchst merkwürdige Propaganda für den Protestantismus getrieben zu werden.
Seit ihrer V rsöhnvng mit Aimee ließ Frau Friedrich e» sich angelegen sein, die Nichte viel in vesellschafren zu führe«.
Das junge Mädcheu nahm die Einladungen an mit Rkckficht aus Tante und Vater.
Aber es war ein Unterschied zwischen dem lebhaften Kurgast von Mont Dore, dem Stern der Kasinobälle, und dem ervsten jungen Mädchen in einfach gediegener Toilette, deflrn Schönheit und Tugend ganz Delo be- wunderte. Ehemals hatte sie sich Regina zu Gefallen kopfüber in den Strudel der Vergnügungen gestürzt, hatte die berauschenden und trügerischen Freuden ge.
nicht ohne den Fuß an Klippen zu stoßen and stch an den Dornen der anscheinend so blumigen Pfade zu verwundern. Heute hat sie mehr Erfahrung, ist von den Illusionen gebellt und bringt den söge- nanuten Eroberungen und Triumphen tue ein matter, »eringfchStzendeS Lächeln entgegen.
Ei« geht vorüber und gibt nicht acht auf die schmeichelhaften Reden, deren Echo za ihr dringt; sie dreht den Kops, am die dielen bewundernden Blick« nicht za sehen.
Aber Herr Mari-l ergreift ein stolze- Sefüll au- gesicht- der Erfolge feiner Tochter: weiß er doch, daß Limee nicht nur gut und schön, sondern auch die reichste Erbin wett und breit ist.
Er hat aber keine Eile, sie zu heirate«, die ver- schikdenen ehret hasten Anträge, die ihm zugegang?« sind, wurden Aimee mehr der Form wrgeu vorgrtegt »l- mit oem Wunsche, sie angenomuea zu sehen.
Sie küßte da»« ihren Barer und beruhigte s^ne riferlüchtige ZSrtl'ch'rit.
Bor einigen Tagen berichtete der .Vorwärts', der Beamte auf dem Standesamte in der Köp< nickerstraße 2 habe, als sich dort ein Brautpaar ««fand, den Bräutigam veranlaßt, sich cuS dem Amtszimmer zu entfern«, und dann die Bmut darauf aufmerksam gemacht, daß sie evangelisch.
^«chrint täglich, mit LZahme d« *omt.
viertel,
Wv.r«g»»rrir vringerlohn und
Verantwortlicher LMristleiterrZssvau« , JSjXÄ«. wochenbMge-„illustrierte Sonntagszeitung
Deutsches Reich.
Berlin, den 15. Dezember 19C4,
** Z»r Diäteufrage bemerkt die.Deutsche Tagesztg.: „Wollen die Parteien, dir für Diäten eintreten, etwas Durchschlagendes tun, dann müssen sie ihreBefirebungen daraufhin konzentrieren, daß die Diäten für den nächsten Reichstag beschlossen werden. Wir glauben, gut unterrichtet zu sein, wenn wir annehmen, daß diese Tätigkeit nicht ohne Erfolg sein würde."
*# Zum Königsberger Prozeß erhält die ,Nat.-Ztg/ „von besonderer Seite“, d. h. wohl von dem reisefertigen Reserenten im Justizministerium, eine Zuschrift, worin ausgeführt wird, daß die Anklageschrift dem Justizministerium keineswegs zur Prüfung, sondrrn zur Kenntnisrahme rnitzelM worden sei. Eine Prüfung halte auch zu jenem Zeitpunkte kaum noch einen sachlichen Zweck gehabt, da die Anklageschrift den Lngeklaglea bereits zugefiellt und auf <*rund derselben daS Hauplversahren schon eröffnet war, sodaß eine Berichtigung der Anklage nicht mehr erfolgen konnte. Unter diesem Gefichtsvunkle wird es entschuldbarer erscheinen, daß der Referent siä nicht erst in das Studium der Anklage vertieft habe. Hätte er es getan, so würde der materielle Erfolg nur der gewesen sein, daß die Staatsanwaltschaft angewiesen wäre, gleich bei Beginn der Hauptverhandlung, vielleicht auch schon durch eine vorherige Mitteilung, den richtigen Gesetzestext zur Kenntnis aller Beteiligten zu bringen. Es wäre dadurch die höchst unliebsame Ueber- raschung am 6. Verhandlungstige vermieden worden. — Dir Ausführungen des Justizministers im Abgeordnctenhause machten aber doch keineswegs dm Eindruck, als ob das Versäumnis des Referenten nach der Ansicht de-Ministers bedeu- mngsloZ gewesen und die Anklageschrift dem Ministerium lediglich zur Kenmnisne-Hme vorgelegt worden wäre. Der Minister beklagt das „Ver-
d-m Bremer Parteitage von verschiedenen Säten auf die Maifeier des deutschen Proletariats gemacht wird". An die Spitze ihrer Auslastung seht die .Leipz. VolktSztg.': „Unbewußter Revisionismus?" Diese Richtung, die sie überall wirtert und unterzukriegen sucht, maß ihr doch iark auf die Nerven gefallen jein.
Anzeigen; vie spaltig« petUzeile atz« bereit Baum 15 P'i- Betlame« öle petitzei!< 28 pfg.; bei Wiebe, Holungen wird rntfpr
Babatt gewährt.
Druck und Verla- der 8»ldaer Acttendrucker»' in $ulba (Harmonik 5er«fprecher M 9.
Ausgestoßen.
Bon Maurice de Beaumont. Deutsch von Helene Krembk.
zu lasten! w _ ,,
S In dem vom dewische« Metallarbeiter- verdau-e herauSgegedenen Notizkalender für ba« Jahr 1905 he.ßt es unter der Rubrik , Kleine« L.xttkon des gewerblichen Recht-" .Weableiben von der Arbeit am 1. Mai Kontra klbruch und berechtigt den £ibe:t« ciber zu Schadenersatzansprüchen (§ 124 < der Grw..O — G. G. Berlin K. 5. 9. 6. 1902), Es kann gar keinem Bedenken unterliege«, daß das Ai-Lbleioer? von der Arbeit gerade am 1 Mai ohne die Genehmigung des Arbeitgebers ais ein unbefugtes Anlassen hex M»L im Sinne der Gewerbeordn'MS aufzufafien ist". (@. G. Berlin, K. B. 1. 6, 1899) Die , Leipziger Bolfsztg.' ill-ZSirz entsetzt darüber, daß bet Ar- dei?rr-Nosizkalepdrr des deutschen Mrallarbesier- v-rbandrs diese Feststellungen einfach wtedergtbl, ohne ein Wrt des Tadels oder btt W derlrguug. gjlan ist, schreibt das Scharlmacherblait Mehrings, wirklich sehr im Zweifel, ob daS I(„Weg- bleiben von der Arbeit am 1. Mai ist Kontrakt- b'.uch") nicht auch die Meinung der Zeitung des deutschen Metallarbeiterverbandes ist. Man wird bald die Attacke verstehen lernen, die auf
Sivd wir denn nicht glücklich, wir Sani in anferm Stirn?" fragte st- dann ftöhltch. „Laß un- immer zusommendleiben, Väterchen!" ,
„Ja, liebel Kind, ich werde aber alt. Sieh einmal, wie grau mein Haar wird. Ich nöchie Dich ipäter nicht allein in der Welt lasten ohne Schatz und Halt. . ."
Er sah sie aufmerksam an mit schlecht verhehlter Unruhe
S!e aber legte ihm den weißen Finger auf die Lippen und antwortete halb im Ernst, halb scherzend:
„Du weißt doch, Vater, laß mein Grundsatz lautet, nicht an der Zukunft zu zweifeln."
Dann sprach wau von gleichgültigen Dingen, und dem j armen Mädchen blieb di; Ratlosigkeit und die stumme Ergebung, dem Vater Zweifel, Mutmaßung und uneivgeflandeue Absichten.
»(8 beide eine« Tage« von einem längeren Spa- ziergauge heimkehrten und die L-nze-schönheiten der Natur betrachteten, fragte Herr Mariel ganz unver- mlltelt:
.Aimee, denlst Du denn gar nicht m-hr an Roll? Ich meine doch, er hätte zugescgt, uns um diese Zeit zu besuchen? Wir wdss-n ihn wohl ai sein Versprechen erinnern?" ,
Aimee stand sprachlos; sie fühlte ihr Herz heftig klopfe« und ihre Hand zitterte auf dem Arm des VatkiS.
Herr Marie! betrachtete sie verstohlen. ES entging ihm nicht, wie sie sich Mühe geben mußte, arfchein,«) tttbig zu erwidern:
„TaS wird nötig fein, er hat mich vergessen!" „Bist Du besten sicher?"
Sie zögerte einen Augenblick, dann schüttelte sie b:n t^vf:
„Rein, ich glaube er doch nicht!"
Nu«, bann können wir un« leicht davon überzeugen, plauderte Heer Mariel urgrzwvnge« ©eiter, ohne die Erregung seiner Tochter zu beachten; „sobald wir zu Hause sind, werde ich sel'.st unferm Freunde schreiben, und Du kannst Dein Wort hwzufüzen."
Verzagtheit und Vertrauen malten sich der Reihe «ach in seinen männlichen Zögrn und in seine Augen trat ein falber Glanz.
Er glaubte Ruhe zu ft adel', wenn er zu Bette ging, allein der Schlaf floh ihn. Er verlor sich t« Mutmaßungen, er wollie nicht, baute Lustschlösser, die der lalle W nd der Ueberlegung rafch zum Einsturz brachte.
Als er am rächsten Morgen müde und zerschlagen aufstanv, antwortete er:
Geehrter Herr!
„Ich bin für bie freundliche Einladung, welche ' (Sie mir zugehen lasst", aufrichtig erkenntlich. Leiter kommt sie mir gerade im «ugenbl-ck, wo ich mW anschicke, Frankreich zu verkästen. In einigen Tag« bin ich in New York. „ ,
Sie wollen gütigst eine« achtungsvollen Gruß an Fräulein Aimee ausnchter und sich selbst meine« DankeS versichert hatten.
7 Rollo«."
Dieses Schreiben, welches Aimee mit Ungeduld erwartet hatte, bekam fir nicht zu sehe«. Herr Mariel nahm eS in Empfang und ließ e« verschwrnua».
„Hatte ich nicht recht, Baier?" fragte ste verfchie- denilich. „Er fomau nickt ... er will nicht« w«hr 00” Nein^ new, Kind, iä bin im Gegenteil überMgi, daß" er Dich nicht verg sie« hat, und da« er komme« wird. Du mußt nur ein wenig warten könne«, beteuerte Herr Mariel.
Sir Wüttitte verwundert den Kopf über die d«n- aende Bersicherurg von Roll« Treue.
„Uebrigenkfo mußte sie sich selbst gestehe«, „bin
ich ja rigentl'.ch Schuld daran. Ich gab ihm da« Beispiel. Ich habe rh» vernachlässigt, und sitzt bin ich 'hm gletchgülttz geworden.
Sie hatte jetzt kein Geheimnis mehr vor bm Baier. Mtt linbem Fwg'r hatte dieser die Herz«»- wunde berührt, und duich einen Auilchrei hatte st« sich verra'en. Wozu sollte sie sitzt ihr Le» verberge«?
(Fortsetzung folgt)
*•* Eine vermehrte Fürsorge fnr schwere Hnngenkrckvke durch besondere Em- richtmigen für sie in den Kra nkenhäusern empfiehlt der Reichskanzler den verbündeten Regie- runzen dringend in einem Rundschreiben, Gr geht dabei von Beratungen aus, dir im Rnchs- gesund heilst at gepflogen worden sind, olach den Berichten , des Würzburger Klinik,rs Professor v. Lende und des früheren Char tönrektorS Generalarztes Schaper wurden, der.Boff. Ztg.' zufolge, im Irsundheitsrate die nachstehenden
ta«u. Zur Beseitigung dieser AnsteckuugSwöglichkeit ist e? erforderltch, Schwindsüchtige, vornehmlich solche i« vorarfchrlltrnrm Stadium, in den Krankenhäuser« ent- prechend abzusondern. Zu diesem Zwecke wird em> jfoblen: 1. Die Errtchturg von eigenen Kranken- räusern für solche Kranke; 2. wo diese nicht angängig t, die Errichtung von besonderen Abteilungen in den allgemeinen Krankendäusern, welche baulich getrennt und als Sanatorien einzurichten find; 3. wo auch dies nickt auSzufütren ist, die avtrrbringu--g dec Kranken in besonderen Räumen der Krankenanstalten, nebercinftimmeud wurde ferner, so wird indem Rund- rchreibrn des Reichskanzlers weiter ausgesührt, an ReichSverwaltung die Bitt- gerichtet de-, Landesreg^- ruugen diese Srondskhe zur «nnahwe warm zu w^ pfehleu, insbesondere ihnen anhe-mzug^-en, in ollen Fällen, wo der Bau neuer allgemeiner Krankenhäuser in Frage kommt, daraus Bedacht zu nehmen,dabdmch entsprechende Auflagen mittels der fich bieten denHand- Haden (z. B. KonzesstonSbedingungen, «vffichtS- oder Kuratrlversügungen) die Schastung besonderer getrennter Einrichtungen für SchLindsü^irre fichergesteM and. ES bestand Einverständnis, daß die ewpfoh.cne Maßnahme der Absonderung nur auf dre an Lungen- und krhlkopffchwindsucht Erkrankt«,, nicht etwa auch die mit anderen Formen der Tuberkulose lKnochen rrrv Melenktubcrkulose, Hauttuberkulose u. s.w.) Belasteten fich beziehen soll und auch bei «fieren nur in Bet.acht in krmmen hat, wenn ste b«etts in einem Krankenhause ««'nähme gefunden haben. Zweifellos ist es von höchster Bedeutung, daß die im Laufe der Jahre fo »W» entfalteten Bestrebungen zur Bekämpfung> der Tub«- kulose, die zuerst hauptsächlich mit den Lerchterl mtten sich befaßt Haden, nunmehr auch den in stark« em W, und schon seit längerer Zeit von der Krankheit Befallenen fich zumend.n. Sind doch geradetisse Tuber kulosen oft besonder? hilfSbedürfi. g und lür d^Wettrr- verbreitung der Krankheit »kfährttch. TerReichSkomzler steht deshalb nicht an, die vom ReichSgesundheitSrate beschlossenen Grundsätze ausS wärmste zuempsehken.
* Aus Deutsch - Eü-westafl tka„ Der Erfola, ben Oberst Deimling durch das Gefecht bei Naris am 14. d. Mls. erzielt hat, stellt sich noch al« bedeutender heraus, clS ihn die bisherigen Meldungen schstderten. Dle Der- lufle der Here-o müffen viel beträchtlicher fern, als man Anfangs angenommen hat; das gibt eine Erklärung dafür, daß e» möglich war, RM- mont nach rur „leichtem Avautgardengesecht zu nehmen und Hendrik Wilbois Fluch, so eiftg war, daß er sogar feine Briefschaften zurücküetz. Die Steckzahl des Viehs, das unseren Truppen in b.e Hände fiel, wurde zuerst auf 8000, spattr
' auf 12 000 Siück anzeGbrn; ste ist tu der Tat : abu noch bedeutend größer, wie ein von General ‘ 6. Trotba aus Windhuk am U. b. M. abge« fandteS Telegramm meldet. Dieses lautet:
„Sei Absuchung deS Aef-chisselyeS von NariS fand eine SanitätrPatrouille noch 60 6 8 60 lot. Hgtt«totten. MO Gtkch Vieh 5?d poch zusammMt getkrevin worben, fo daß die wefamtzatzl veS den WitboiS abgenommeuen B^ehS ISMO Stück beträgt. Deiuling, der in Berfolbung der geschraStnen Wtt' boiä am 8. Kalifomen erreicht batte, tW auf vre Auksoge von Sefongenrn, daß Hendrik Wrtbut her WitkranS sei, die V-rsolg,mg noch ^ de-Nochtz-m 9 joxt Ter Feind war jedoch bereits tn otichnng Gochas ew flohen."
(Dir hi»? genannte Wasserstelle Witkrans (Urigswas> ch Luftlinie etwa 40 Kilometer notdöstiich' von Rietmotti im Tal des Großen BiltnfluffeS; stromabwärts (südwärts) führt von dort ei« Weg nach dem etwa 60 bis 70 Kilometer entfernten Gochas, bem am Rand der Kalahari liegenden Sitz bis ebenfalls aufständi-
ihr Bräutigam aber katholisch sei, und ste geragt in welchem Glauben ste denn ihre Kinder erziehen wolle. Als ste sagte, im Glauben des Vaters, fei es dem Standesbeamten gar nicht recht gewesen. Sie sollte, fegte er ihr, Mtrauf drängen, daß die Kinder evangelisch getauft würden; andernfalls könne sie erlebe«, daß der Pfarrer im Beichtstuhl sie ihrer andersgläubigen Mutter abwer.tig mache. Urb et Haupt feile ste sich einmal ernstlich die Frage vorlegen, ob sie in ihrem Bräutigam den Rechten erkoren habe. Sie sei eine Fuhr Henn Tochter, ihr Brautizam aber nur Stellmacher, So einen bekäme ste noch alle Tage. Schließlich ließ fich der Beamte sogar von der Braut versprechen, daß sie dem Bräutigam von der Unterredung nichts sagen wolle. Diese Meldung des.Vorwärts' ist bisher nicht angefochten worden. DaS .Berliner Togeblatf brachte zwar eine Auskunft des Be-m!en, die offenbar als Berichtigung gelten sollte. Aber sie richtete sich gegen verschiedene andere Angaben des ,Dor- wätts', lnß aber die Hauptsache: Daß der Beamte der protestantischen Brent zugeredet habe, ihre Kinder nicht katholisch erziehen zu [offen, vollständig unberücksichtigt. Inzwischen ist dem .Vorwärts' die SR tteilung zu- gangen, daß auf demselben Standet amle nock einer arbetrn protestantischen Brant nahegelegt worden sei, ihre Kinder nicht katholisch tauf.n zu lasten, und auch in diesem Falle soll der Braut empfohlen worden sein, dem katholischen Bräutigam rächt von der Unterredung zu sagen. Unsere sonst so aufmerksamen „Zionswächter" in der Presse „übersehen" die Angaben des .Vorwärts' hartnäckig. Welch ein Lärm über katholische Propaganda aber würde von ihnen erhoben werde«, wenn ein katholischer Standes- beamtet einer katholischen Braut zureden wollte, ihre künftigen Riebet nicht protestantisch taufen
Grundsätze angenommen t
Nach dem letzlge« Stande der Wistenschast ist die Tuberkulose eine JufektiouSkrankheit, welche «amentlich in ihrer Form alS Lunge«- oder Kehlkopfschwindsucht fich von einem Menschen auf de« anderen verbreite»
Zjrtlich drückte Aiwee des V-ter« Arm, während sie dankbar zu ihm avssah.
Eine Welt von Gedanken vnd Empfindungen durchkreuzte plötzlich ihr Gehn« und erfüllte ihr Gemüt. Sie fah auf einmal klar in den Gefiununge» de» Bat«?, und die Hoffnung zeigte ihr. wenn auch in uebeihaster Ferne, ein bezaubernde« Bild. . .
Roll in La Landy! Roll von Herrn Mariel selbst einaelvden! Welch ein Glück!
So leichtfüßig und froh war fie selten nach Hause geeilt , „ , .
Tip einziges Wort batte genügt, um den ganze« Ausbau philosophischer Bernunstgründe nmzustürzen: Roll stand lebendiger a!« je i« ihrer Erinnerung.
Sie merkte nicht« von dem Streit, d-n die väterliche Liebe, der Familtenstolz mb die harten Lehren der Vergangenheit im Herzen Herrn Mariel« aurfochte«.
Sie erfohr auch niemals, welch' heldenhafter Entschluß ihm vo« nöten war, um der namenlosen Waise dnn „Komödianten" ein Grstäodni« nahezulegen, da» dem Gl de seiner Tochter mange'te.
Er schrieb. Aimee fügte nür einen Satz hinzu: „Komm, Roll, ich bitte Dich."
Der folgenden Tage» gegen Abend klopfte der Bries, träger wiederholt an die Nummer 16 der Odeonpraße.
Roll war am Lesen uub hielt den Kops gesenkt, Beim «ste« Schlag, der durch die Gänge hallte, horchte ft aus und zählte.
Zwei . . . drei .... vier .... letzt sprang er ars und flog die Tr.ppe hinunter. ___
„9a, e« war rta Schreiben au« Delle; seine Ahrung'bifiätigte sich. v ,
Ja firberhaster Hast erbrach er da« Siegel und überflog die Zeilen. Dann verdunkelte fich der freu- diae »«»druck seiuec Miene, zehn, zvarzig mal über- las er dir wenigen Worte atmet« und wars dann da« Papi« ans dm Tisch.
Nem", ries er, „nein, rch werde nicht HM- gehen, '« ist zu fp-tt, mein Entschluß ist einmal ge-
verschiedenstenEwpfiadurgv-, Leid «nd Freude,
* Zur Lage der Privatbeamte«. Heute Dormitiag tagte im ReichSarnre des Innern eine vom Staatssekretär Graf vo« PosadowSky ein- retufene Konferenz von Vertretern des Reichsamts des Innern, des Statistischen Amts und des Reichstags. Don den Mitgliedern des Reichs- ageS waren anwesend bie Abgeordn«te« Sittart, Patzig. Fihr. r. Richthofen und Dr. Potthcf. Die Korfrrenz betraf die En quete über dle Laar der Privalbeamten cm 15. Oktober 1903. Es sind urgrfähr 187 000 Fragebogen etr.gegangen, und es handelte sich um die Prä- ang der Fragen, ob diese Zahl als genügend erachtet wird, um daraus Schlüffe auf die Lage der Piioatbeamlenschast ju ziehen, und zweitens darum, nach welchen Gesichtspunkten die Frag« bogen bearbeitet werden sollen. Die Vrrtieter d«s Reichstages waren einmütig der Ansicht, daß die eingegangene» Fragebogen, die von ca. lO°/o der gesamten Privatbeamten herrühren, genügend seien für b:e Bearbeitung der Privatbe amtenfrage. Bezüglich der Weiterbearbeitung d.eser Fragebogen wurde die Notwendigkeit einer Gliederung nach Berufen betont. Das Statistische Amt beabsichtigt, 4 Tabellen herzustellen, welche ein Bild geben sollen: 1) Vom Alter der Beamten, 2) den Familienverhältniffen (Kinderzahl:c), 3) denLohnverhältniffen, 4) dem Umfange der bisherigen Versorge der Beamten durch Privat - Versicherung rc. Einem Wunsche der Teilnehmer der Konferenz folgend, erklärte sich das Reichsamt des Innern bereit, weitere Fragebogen allen Prioatbeamten, die an der Enquete nicht teilgenommen haben, bis zum 1. Ftbruar 1905 entgegenzunehmen und sie so zu berücksichtigen, als wenn ste sür den 15. Ott. 1903 ausgestellt wären. Die Mitglieder des Reichstages erklären, stch überzeugt zu haben, daß sich das ReichSr-mt deS Innern der Frage einer PenstonSv-rfichrrung der Privatbeamten mit Wohlwollen und Ausdauer annimmt und sie in derselben Weise weiter fördern wird.