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31. Jahrgang.

M-a. Donnerstag, den 15. Dezember 1904.

M 287

Berlin, den 14. Dezember 1904.

* Sin Potsdamer Berichterstatter verbreitet

Lade- und

um den Zolltarif Ausdrücke wie

(Nachdruck verboten.)

«Zuhälter- gefallen feien.

* Ueber die Geschäftslage der Apo­theke» im laufenden Jahre veröffentlicht dte .Apothekerztg/ eine Ueberficht, aus der hervorzu- heben ist: Die Rezeptur geht zurück mrd Mrd, infolge der mehr und mehr vereinfachten -8er- schreibweise der Aerzte immer weniger gewmn- bringend. Weiter erklärt die .Apothekerztg/, daß die Verlegung des Verkehrs mit Süßstoff m die Apotheke« d'efen einen nennenswerten Umsatz nicht gebracht, deren Betrieb aber sehr erschwert hat, und daß weiter den Apotheken auS dem Warenzeichengesetze zumal in Preußen Schwierig' keiien erwachsen sind.

* A»S Deutsch Südwestafrika. Am 28 November find iw Gefecht bei Warmbad gefallen: Unteroffizier Hogo Nickel, g-.boren 7. , September 1877 zu Klrin-Drensen, früher tu Ulanenregiment Nr. 9; Reiter von der Fecht geboren 12. Oktober 1881 zu Balje, früher in ! Husaremegiment Nr. 16; Reiter Karl Diesen geboren 5. Juli 1882 zu Broich, früher in Kürassterregiment Nr. 4. — Verwundet wurde» Gefreiter der Reserve Christoph Bolies, gehöre« 5. März 1878 zu Stolbeck, fi üher im Grenadier, regiment Nr. 1, schwer, Reiter Johannes Elios, geboren 16. Januar 1882 zu Tettenbüll, früher int Husarenregiment Nr. 15, schwer, Reiter Georg Schäferlein genannt Maier, geb. 17. September 1882 zu Memmelsdorf, früher im Infanterie- regiment Nr. 95, schwer. — Vermißt wird Ge- ! freitet Wilhelm Nebel, geboren 8. Oktober 1879 zu Hof. Bucken, früher im Füfilierregiment Nr. 80. — An Typhus sind gestorben: Gefreiter Paul Jüttner, geboren 4. Juni 1884 zu Goldberg (Schlesien), früher im Feld - Artillerieregiment Nr. 41, am 10 Dezember im Lazarett Windhuk

Kanalsperre bedinge. DaS Gerücht ist, wie die .Nordd. Allg. Zig.' erklärt, nicht zutreffend.

eine falsche Bescheidenheit. Er hat m der Ton art zur Zeit der Wahlen kaum etwas nachgegeben

schrieben. .

„War könnte ich ihm auch sagen, was er nicht schon wüßte?" backte sie. «Soll ich ihn noch ttti» mal bitten, einiae kurze Tage in La Landy zu ver­weilen? Am Ende ,st es den Meinigen nicht recht.

viertel»

XteeseesnteB vrtngerlohn med

* Zwanzig D« legierte für den preußischen Parteitag der Saziakdemokratte stno gestern in öffentlichen Versammlungen in ollen Stadt­teile» Berlins gewählt worden. Von bekannten Personen find darunter der Achtstundenredner Antrick und der Reichstagsabgeordnete Heine. Die schon früher bekannt gegebene Tagesordnung wurde mit einem Zusatz akzeptiert, daß die Ein­heitlichkeit und Verbilligung der Lehrmittel ange» strebt werden soll. Abg. Heine führte aus, daß man fich auf keinen Fall auf dem Kongreß für oder gegen die Beteiligung der Landtagswahl aussprechen möge. Man soll fich in der Frage der Taktik vielmehr nach den jeweiligen Berhält- niffen richte«. Von anderer Seite wurden die Delegierten ersucht, darauf zu achten, daß eine grundsätzliche Prüfung der Mandate erfolge, um den bei dem allgemeinen Parteitag eingerissenen Unfug der „Protektionsmandüte" energisch zu bekämpfen.

sckeMltttenIss.van» —

,ÄÄ.. w»ch-nbMg«: „Illustrierte Sonntagrzeitung

geben

Herr Mattel blickte finster und trübe dreta und - - ' ' ‘ ‘ (Forts svlgt -

,Er ist besser, daß wir für immer getrennt bleiben. Mag er mich undankbar nenne», wich au» seinem Gedächtnis streichen, mich ganz vergeffen! Aber tck? — > . ich? . . Nu» ich werde manchmal an ihn denken .... vielletat immer ... ich werde der Ertnnerung treu bleiben und in La Lanth zwischen meinem Vater und den Arme» leben in der Erlüllung süß« Pflich en. Ich will weiter nichts wünschen, nicht» veimiffen.

So philosophierte fie und kämpfte tapfer geg-n da» Herzeleid an, da» dennoch von Tag zu Tag

größer tourte.

Sie hatte nur den einen Wunsch, daß Roll fie vergessen möge zu seinem eigenen Glücke. Trotzdem ober quäl-en fie die Fragen:

Ms macht er wohl? Was denkt er von mir upd'wie faßt er mein Stillschweigen auf?"

Niemals war Roll» Name über ihre Lippen ge kommen und fie batte ihrem Bater weder ihre Be­trübnis noch ihre Zweifel arvrrtrout. Herr Mattel selbst schien die Sx.fterz deS jungen Marme» ganz yerg.ssen i« hrbr». Höchst fe.te» erwähnte er der 1 barg den Kopf in dre Hande.

Roll... .

E» ist etwa» eigene» um diese Qsal, fie ist einem ztoeiscknetdige» Schwerte zu vergleichen. Erinnerung unb Sehnsucht; beide schmerzen Tag und Nacht, und nichts mag botton zu befreien als ein dritter Schmerz: dar Bergessen. Wenn in dieser Wüste des Lebens zwei Schwrsterseelen fich begegnen, wenn fie Hand in Hand . ine Strecke Weges zurücklegen, Freud und Leid getreulich teile», und es kommt dann plötzlich dte Trennung, o, dann bargt die eine »ach der andern, da» Verlangen wächst mit der Zeit und der Entfer­nung und dehnt fich bi» zur Berztoeiflavg au».

Ach» tote mancher Heimweh, tote manche Sehn­sucht bleibt ungestillt bi» zum Wieder finden in der Ewigkeit!

Roll hatte in Aimee» Leben einen zu großen Platz eingenommen, al» daß fie ihn jemals härte ver­gessen könne«. Ihre geheimsten Gedankt» todlten tenttr bei den schwierigsten Stunden ihres Dasein-,

Schwingen regt . . .

„Za", leaszte fie, „alles ist schön und gut, e» trägt den Stempel de» weisen Schöpfer» .... alles diese» war mein Traum ... und dennoch . . ." ■ - ---- - -----

Sie spricht den Gedanken nicht au», fie fühlt nur, Nein, eS ist bester, daß er nicht kommt.

daß ihrem Herze» ein« fehlt 1 c

WaS mag e» fein?

Die Antwort ist einfach, fie hat Heimweh nach

Handarbeit^ und haushattungs- unterricht auf dem Lande.

Die hauSwirtschaftlichr Ausbildung bergrauen attb Mädchen auf dem Lande läßt trotz aner­kennenswerter Fortschritte, die im letzten Jahr- zchnt auf diesem Gebiete gemacht worden find, teilweise «och sehr viel zu wünschen übrig. Und doch bedarf die Frau auf dem Lande fast noch in höherem Maße einer tüchtigen Hauswirtschaft-! Nche« Erziehung, als die in der Stadt. Denn von ihrer Tüchtigkeit hängt nicht allein daS häusliche Wohlergehen der Familie, sondern zum Teil auch da» äußere Fortkommen derselben ab, sofern die Frau auf dem Lande in der Wirt­schaft häufig mit produktiv tätig fein muß. Heber die bisherige öffentliche und private Für­sorge für die hauswirtschaftliche Ausbildung auf hem Lande, soweit fich dieselbe auf den Hand- arbeite- und HaushaltungSunterrtcht bezieht, bringt die Zeitschrift .Arbeiterwohl' (Heft 10 bis 12) eine Reihe von Angaben, die vor allem be­stätige«, daß hier roch ein großes Feld in der ländlichen Wohlfahrtspflege zu beackern ist.

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Sernfprecher Ur 9.

Eine großartige Tätigkeit entwickelt m der Fürsorge für den Handaröeitsunterrtcht der Ba­dische Frauenverein. An eigenen HandarbeitS- schulen (bezw. Frauenarbeitsschulen) besaß bet Verein 1903: 38 mit 52 Lehrerinnen und 2288 Schülerinnen, für welche 50866 M. aufgrwendet wurde«. Etwa 3/< der Schulen kn fanden sich in Landorten und kleineren Städten. Außerdem ver-

Ausgestoßen.

Bo» Maurice de Beaumont. Deutsch von Helene ftremb».

Tochi-r gegenüber ihre Kutthit oder rhr ehemalige» Nomadenleben

Wahrscheinlich fürchtete er dadmch unanaenehmi Dinge zu berühren. Aber gerade diese Zurückhaltuvj war Aimee so peinlich.

Da» Zartgefühl hinderte fie beide, den dunkle« Schleier zu heben, der über dte Jugendjahre bj Mädchen» gedeckt war — nur mißverstand Aimee du Beweggründe, die ihren Baier so handel» ließe».

„Ec verabscheut diese Vergangenheit", meinte fie für fich, „er schämt fich ih»er und möchte fie au»- löschen .... Nein, nein, ich will ihn nicht daran erinnern, ich will ihn nicht betrüben. Alle meint Erinnerungen, meine Freundschaftsgefühle sollen aus dem Grunde meiner Seele bleiben unb nickt» soll ste verraten. Sie geböten mir allein und ich bewahre fie al» meinen besten Schatz.*

Aime- irrte fick. Auch der Bater trug einen ge­heimen Gedanken mit fich herum, der hi» und wieder eine Falte aus seiner Stirn zog.

„Sollte meine sanft, gefühlvolle Aimee denn wirtlich undankbar fein?“ fragte er fich besorgt. „Nie- mal» spricht fie von diesem Bruder, dem der Abschied von idr so schwer wurde.

„Wie hä re er ouck so lange »eben dem scköne» guten Mädchen leben könne», ebne fie zu lieben? Er muß die Trennung schwer empfinde«, die Sehnsucht »ach ihr muß ihn verphres! ....

„Unb fie? Warum schreibt fie ihm nicht mehr? Warum erwähnt fie niemals feinen Name»? Aimee! .....nein, fie kann nicht undankbar fetal Dan» aber....

„Dann muß ein schmerzliche» Geh imni» auf ihrer Seele lasten . ... Sie meint, ohne zu klage» - - - - Sie hat Roll g, liebt, fie Hebt ihn noch al« Brud«, al» Freund .... Wer weiß, ob sich igr Herz n cht sehnt, ihm einen v tlravltcheren süßeren Name« zu

(Spinnen) und vereinzelt im Zuschneide» und Kleidermachen, welche un ganzen 20 364 (1902: 31 016) Ml. Ausgabe verlangten. An tüchtig« Schülerinnen wurden vielfach Preise verteilt. In Württemberg und Bayern bestehen eben- fallS eine ziemliche Anzahl von Arbeit«- bezw. Industrieschulen. I« ersterem Lande gab eS 1900/01 außer 16 weiblichen Fortbildungsschulen 26 Frauenarbeitsschulen mit 5422 Schülerinnen, „„ _________________ ,

in Bayern (1900) 39 derartige Schulen mit. ^.^schall ist jetzt, nachdem er von seinen wesent- 3462 Schülerinnen. In Preußen und einige« (id)en Funktionen als Leiter de« Kabinett« der Meinstaaten wirkt der Vaterländische Frauen ^^rin entbunden wurde, nur eine ganz geringe. — ,— --------

verein in ähnlichem Sinne. 1903 unterhielten sg^ Potsdamer Konespondenz mitteilt, hat erarbeitet zu haben. Das ist unseres Erachtent

> 177 Zweigoereine (von insgesamt 1124) Hand- ^st nur noch den Kammerherrendienst zu «ne falsche Bescheidenheit. Er hat in der Ton

! arbeit?- bezw. HauSwirtschastSschulen und Kurse, | h, h. bestimmen, wer von den destg- att >ur Zeit der Wahlen kaum etwas nachgegeben

die insgesamt von 13 265 Schülerinnen besucht vierten Kammerherren zum Hofdienst heran- q.m übrigen erhebt er Zweifel, ob beim Kampfi.

s wurden und die seitens der Verelne einen Zu-! gezogen wird. Die Leitung des Kabinett» steht' --- ------- nK*“ ””x

schuß von 59649 M. verlangten, I drm Grafen v Behr Pinnow allein zu. Durch

Auch der hauswirtfchaftliche Unterricht im» seine Hände gehen die zahlreichen an die Kmseri« eigentlichen Sinne, der eigentliche Haushaltung«- gerichteten Gesuche von Privaten, Kirchen, Wohl­unterricht, beginnt erst jetzt auf dem Lande in tätigkeitSanstalten rc.

höherem Maße berücksichtigt zu werden. ES ** Die Tatsache, daß die Winterszeit benutzt handelt sich hier in erster Linie um Auswahl und werden soll, einige laufende Unterhalt»»gs

i Kochen dar Speise, sodann auch um Waschen und arbeite» am Dortmund-Em-Kaval au«- Bügeln, Ordnen des HauShalteS, vereinzelt auch zuführen und diesen daher vom 2. Januar n. I. Milchwirtschaft und Gartenbau, alles Vorrich- auf kurze Zeit zu sperre«, hat Veranlaffung zu tunaen, die im ländlichen Haushalt mehr als an- dem Gerücht gegeben, daß der Zustand der vor derSwo der Hausfrau zufallen. Am umfaffendste« kurzem wiederhergestellte« Meppener Schleuse dre sorgen da für Ausbildung in allen Fächern die Ä—,z----

Penstonate für Bauerntöchter bezw. dte ländlichen HauLbaltungSschule«. Zwar kommen sie, da fie eine volle Trennung der Mäd-ben vom elterlichen Haushalt meistens für ein Jahr und außerdem Zahlung eines höheren Pensionspreises verlange«, direkt weniger ben ländliche« Arbeiterkreise«, alS vielmehr den kleinen Besitzern zu gute. Für die Angehörigen der ersteren kommen mehr die billigen Kurse in betracht, die jeweils nur einige Tagesstunden in Anspruch nehmen ober aber, j falls fie den ganzen Tag einnehmen, nur einige Wochen dauern. Solche Kurse hat man bisher teils an die Volks- und Fortbildungsschule« an- gi schloffen, teils existieren fie in der Form söge, nanntet Wanderkochkurse, die wesentlich von den vaterländischen Frauenvereinen mit recht gutem Erfolge veranstaltet werde«.

De» Weg entlang offnen fich Heckenrose, Weißdorn und Sairblatt, Maiglöckchen und Glrckenblome zum Gruße für den Srmetterlin?, für ben Wanderer, für Stader asb Dichter, für jeden der liebt, leidet, träumt oder toetat. E» ist die Sprache der Hrffaung und | Freude, de» Glücke» und de» Tröste».

Bei den ersten Strahlen der Sonre hat auch la Landy de» Schneemautel auSgezoge» und prangt jetzt im FrühlingSlleid.

Um die fern geschmiedete» Eisengitter der Ballone tzhlingen sich die lilafarbigen Trauben der japanischen | Glycvie unb die duftenden Dolden der Waldrebe. Za de» tffenen Fenstern hinein strömt der Wohlgerr-ch bet Buchen unb Fichten.

Die Wiese, der Teich, die Sllaine, der alte Wohn- fitz, alle» strah't im Fester glanz

Warum wodl hat Aime, angesichts der lachenden Natur, Träne", in ben Augen? Warum sieht fie blaß und traurig aut ?

Jede» Familreuglied verbätschett fie doch, von den Sinder» bi» zu Frau Friedttch, der fie stet» willkommen Hi; in den Hütten nennt man ihren Namen mit dankbarer Liede, und in den Salon« der Reichen be­gegnet man ihr mit achtungsvoller Sympathie . . . . Wa» fehlt ihr denn?

Sie bezeigt auch ihrerseits j dem Aufmerksamkeit unb Zuvor konmenheii. Wer immer fie diobachtet, wie fie lächelnde» Munde» und sanften Blicke» ihre Obliegenheiten besorgt, ahnt nicht» von ihrer geheimen Teeler aaal. Warum otr.n auch sollte fie den geliebten Batcr vnrch Seufze» and Klagen betrüben? In

anfloltete der Verein im selben Jahre (fast nur ble Mtttellung, daß die nächstjährige Mittel- in Landorten) 177 Kurse (1902; 184) haupt- mcertdfe Kaiser- für Ende März bt sächlich im Flicken, aber such im Nähen, Stricken i ^tiommen sei und die Kaiserin wie "» r,st»Ehe, Ben Kaiser begleiten werde.

(*) Die Zeutrumsfraktiou hat im Reichs­tage mehrere Resolutionen zum Etat eingebracht, darunter eine, wonach Elsaß-Lothringen Vertretung im B undesrate mit 3 Stimmen erhalten soll. Abg. Dr. Spahn hatte bereit» in feiner Ttatsrede den Gedanken angeregt.

• Die Tätigkeit de» Frhru. v. Mir- bach im Dienste der Kaiserin alS Ober-Hof

(*j Der gute Ton der sozialdemokrati­sche» Presse. Nur recht sanft wagt der .Vor­wärts den Ausfall der Leipziger Volksztg/ auf die sozialdemokratische Fraktion zurückznwetse«.

wo allein die Stimme de» Freunde» ste auf gerietet und fie gestählt batte gegen die Schwäche» de» eigene» Herzens. Ach könnte fie doch auch jetzt ihr Glück mit ihm teilen.

„Komm im Frühling zu un«!' hatte fie ihn gebeten.

Dock scheu war der Flieder im verblühe», die Rosen öffnet-» ihre Kelche und die Schwalbe» bauten ihre Nester »riet dem Dackfirn» . ... Roll hot auf die Eirladung seiner Freundin nicht geanttoortei.

Sie hatte e» ja vorauSgesehen, er würde nicht komme». Und fie selbst hatte ihm so lange nicht ge-

Genoffe Mehring hat aber gegen kein Ptinzi verstoßen, sondern nut recht demokratisch gehan­telt, als er „die kleine Mehrheit von 78 Genoffen- adkanzelle, und kann sich, was den Ton angeht, mit Recht darauf berufe», daß er das Muster der Fraktion nachgeahmt habe. So bemerkt denn der.Vorwärts' beseheiden nur zweierlei: 1) Die Fraktion hab« mit ihrer Erklärung keine Aufsichts-Befugnisse über die Presse in Anspruch nehmen wollen; aber sie darf als Organ, das mit der politischen Vertretung der Parteien im Parlamente beauftragt ist, für fich dasselbe Rech, auf Beachtung beanspruchen, daS dte Presse für | sich in Anspruch nahm, wenn sie an den Hand­lungen der Genossen Kritik übe. 2) Es liege nicht der geringste Grund zu der Andeutung vor, ÄZ könne die sachliche Stellung der Partei zum Brot- wucher vott der Fraktions - Erklärung in Frage gestellt werden. Das Kompliment, daß der Wahl­erfolg auf die Agitation im Stile der .Leipziger Volksztg/ zurückzuführen sei, werde von den meisten Parteigenossen wohl abgelehnt werden. Der,Vor roSrU' für seinen Teil verzichtet ausdrücklich au

I die Anerkennung, im Stile der ,Leipz. Volksztg.

Vornehmlich steht in d«r Fürsorge für den Handatbettsunterricht das Lmd weit hinter den Städten zurück. Das ist ja aus mancherlei Gründen | sehr leicht erklärlich. Auf dem Lande wird im allgemeinen für den Handarbeitsunterricht in‘ber WZse gesorgt, daß in den oberen Klaffe« der Volksschulen mehrere Stunden wöchentlich der Handarbeit gewidmet werden, und die meisten Mädchen werden auch soweit gebracht, daß fie ordentlich Sttümpfe stricken und stopfen, Leib wüsche zuschneiden, fertigen und auSbessern können. Doch hängen die Erfolge sehr von der Tüchtigkeit j der Lehrerin ab. Am besten steht die Sache iw größeren Orten, wo eine eigene Handarbeits­lehrerin angestellt wird. In Bade« z. B. ist das schon in bedeutendem Umfange geschehen, in Preußen erst vereinzelt; doch beginnen die Ge­meinde« immer mehr, diesem Gegenstand ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Vielfältig arbeitet hier jedoch auch die private Fürsorge. Fast überall, wo klösterliche Niederlaffungen sich finde«, geben dieselben auch Handarbeitskurse. In der Diözese Paderborn z. B. gibt es 90 solcher HandarbeitS- bezw. Flick- und Nähschule», in der Diözese Trier sind 52, in der Diözes» BreSlau 76, von denen der größere Teil auf daS Land entfällt. Doch ist damit immer nur noch wenigen Orten geholfen. Gerade die Aeinstkn haben keinen Vorteil davon, und doch wäre es da ebenso notwendig, weil die Mütter vielfach keine Zett und Fähigkeit hoben, die Kinder selbst zu unterweisen; sieht man ab vom Stricke« unb Stopfen, so wissen fie sehr oft selbst nicht viel davon. -

Man wird von den ländlichen Gemeindever­waltungen erwarten dürfen, daß sie ia Zukunft der hauswirtfchaftliche« Ausbildung mehr rote bisher ihre Aufmerksamkeit zuroenden, namentlich dort, wo bei mangelnder Erfahrung der Frauen in dtr Zubereitung der Speisen vielfach der SchnapS bei der Männerwelt noch als unent­behrliches SlahrungSmtttel gilt.

।einer Anwesenheit ist fie stark und mutig, fie unter- drückt da« mächtige Bedürfnis fich au§zusprechen. Sie zeigt ihre Freuden, behält ober das Selb für fich.

Nur wenn fie olleta ist, in der Einsamkeit bei Walde», bann löst sich der Bann in heftigem Schluchzen Oder sie geht zur stille« Grabkapelle, wo mm die sterblichen Ueberreste der teuren Mutter geborgen find; dort legt fie die Stirn an ben kalten Marmor be» Denkmal» und weint fich au». Allein und vereinsamt, borcht sie aus die schmerzliche Stimme im Innern; ihr prauriger Blick steint etwa» zu suchen in bet Ferne, wett über den Horizont hmauS; fie folgt Dem durch die Lüfte fliehenden Bogel, rote er die

Maer

Zeitung

Movatsdellage: „Klldaer GeschichtöNatter^^.