Einzelbild herunterladen
 

Nsstek

[Ifö »ckÄMkrt» iBrö G59W> I Mr. W Wb k««ltt»«1SchW cwÄ*M***

s .(SjX’ä.. wochcib-lllU»-Zlluftttettß SoMMzeituns

■twsMtüi »ML« GeschlchWSK"-

Äiieigeei tü Äs» Wattige Pdit$eßi eto »er«, Een® IE WK° Hetlemta die petitzrNa 25 pfg.r Hi Wm> gelungen wirt «W

- Rabatt gewährt. ,

vrnck art Verlaß 8s LulbaerActiertnnteri ii» 8»lds (yarm«?4 zerasorecher 8t.».

31. Jahrgang.

KlldL, Samstag den 10. Dezember 1904.

8 S8Z

Wachen-Rundschau.

(Nachdruck verboten).

O Fulda, 10. Dez. 1904.

Der Deutsche Reichstag hat am Saus!ag die erste Bera uag de» Etat» und der MMärvsrlagen kegoimn. RetchSsckatzsekretär Freiherr von Stenge! sah aageficht» der Tus.iche, daß der neue Etat einen Fehlvetrag von 75 Millionen (in Wah beit ift er noch wc t grSßn) und ein« Anleihe von 293 Milli­onen auj-vetst, ziemlich trübe in die Zukunft und metvte, so wie bisher könne ei nicht weiter gehen; eine schleunig' ,Sanierung" sei unerläßlich, d. h man müsse neueSttuern schaffen A« welche Steuern er dachte, sagte er rd±t; doch betonte er, daß schonend- Rücksicht aus die wirtschaftlich Schwachen genommen werden müsse. Die üble Finanzlage hinderte den Kriegsminister von Einem natürlich nicht, die große« äRebrartnober, welche die Militärvor­lagen mit sich bring»«, für unbedingt votwrndig zu erkläre». Namens des Zentrums sprach Abgevrd- «eter Dr. Spahn. Ec stimmte mit dem Reichs- schstzsekretär darüber überein, daß cS mit dem Schulder,inachru nicht so w-i'er gehen könne; er wollte aber auch keine neuen Steuern wie Bier- and Tabaksteuer, die vorzugkweise die Minderbemittelien, d. h srchr bloß die Aibci'er, sonder» auch den ganzen Mittelstand belasteten. Man misse be traglähigea Schultern belasten. DaS fet umso billiger, als die Fmanzrot hauptsächlich durch die Weltpolitik und was damit zusamme« hängt, entstanden sei, und von der Welipsiüik die ®ro tehtebe den eigentlichen Vorteil hätten. Der Militä-Vorloge steht daS Z'v- trum nicht ablehnend gegenüber, ober eS kann sie nur annehme», wenn vorher über di« Dickung der Mehr- auSzabkn Verständigung erzielt wororn ist Einer Erwriierung des FlolterprogramrnS würde das Zen- r.um nicht z-stimmen.

Das preußische Abgeordnetenhaus b/ schäftigte sich zwei Tag« mit der freisinnige» Inter' pellatwn wegen deS Berliner EchulstreiteS Die Juterprllanten schnitten dabei nicht zum besten ab. Der SultuSwinifler Tr. Studt verteidige seine Stellung ganz entichieden und hält an dem Recht der Aufsichisbetzördr fest, über die Benutzung der Schul- räume in der schulfreien Zett m'tzubestiwmen. Daß auf da» Selbpoerwaltunarrrcht Rücksicht zu nehmen sei, gab er zu; daS sei aber rn weitgehendster Weise geschehe« Die Jnrerp'llanrrn vermochten das Recht brr AuffichtSbetzörse nicht zu bestreiten. Ihnen trat der nationalliberale Avxeordne e Hobrecht mit goßem Elser bei. Die große Mehrheit de» HauseS gab der R gieruug rech', doch brteurr der Redner deS Zen­trum», d-rß es bk sirr gewesen wäre, wenn sie eisen anbei e« W g eiugeschlagen, keine allgemeine Ver­fügung erlösten und ie nta so schrrffen To» ange­geben hätte. — Eir-e Ressiution, welche die baldige Schaffung einer Zentrale im HandeiSwieistrrium für dir Förderung von Handwerk und Kleingewerbe fordert, wurde e'vstimmlg angenommen. Ebenso ein Antrag, daß der Wohnungsgeldzuschuß für Unter- beamtr mit Familie erhöht werde» soll. Petitionen wegen Er-rführaag einer staffelöcmizeu Betriebe- und Üm'atzlleuer iür Großmühln; wurde ^egen den Wider­

spruch der Regierung dieser zur Berickfichtieung Überwiesen. Petition«» um Beintigurg der Frei zügigkea de» Flersches und Erwäßigusa der Schlich - g bühren wurde durch Uebergrng zur Tag-Sordnung erledigt

D S preußische Herrenhaus, da- cm 30 Nov. fei« 50 jätrige« Jubiläum feierte, nahm die cheu- steuergesetze, da» Gesetz, betreffend die Kesten iür die Piüfung der übe-wachungrbevürftigen Anlage» (dieser mit Aenderimgen), da» Gesetz über dir Errichtung eiarS OberlandeSzerich S in Düsseldorf und verschiedene kleine Berlage» an.

Die Kanalkommisston drS Abgeordneten­hauses Hit die Karalvorlsge nunmehr euch irr zweiter Lesung »"genommen. Während in der ersten Lesung 10 Konservative und Freikonservattve dagegen stimm' le«, waren iS jetzt tut noch 7, Ja der konservativen Fraktion rumort es weg« der Vorlage immer noch stark, wie aus der konsrivrt v-n P-rffe za ersehen ist. Ti« groß« Mehrheit möchte wohl h« dem ablehnende» Votum bttiben und sich weder durch wirtschaftliche noch durch politische Ecuägungrn rwstimmen lassen. Ohne Zweifel wirr ein »anz ansehwicher Teil an dem Nein srsthülten. Die Enttcheidurg über die Vorlage wird übrigen» eist noch Neujahr fallen.

Der Abbruch der HandelSvertragSver- handlungen mit Oesterreich hat hüben wie drübrn ziemliche Ecc« guvg hervorgerofen, drüben mehr als hübe«. Die österreichffch-ungarffLen Blätter erheben heftige Vorwürfe gegen Deutschland wegen seinen unerträglichen Ansprüchen und droh?« mit der Schädigung deS pffit sche-r Verhältnisses zwisch n den beiden Reichen. Wie sehr mr« sich Jllnftomn und Täuschungen hingrbt, zeigt die Wiener ,N Fr. Pc.' die in D-mschland infolge der Leber-Srntttelveruuerung bereit» Straßer-kämpfe aarbrechen sieht. Er platzt nicht». Deutschland w ll seine Landwirtschaft nicht preiSgebe"; darin muß man sich in Oesterreich Ungarn staden. Die Enlrüstmra darüber ist um so leltsamer, al» die österreichischen Zölle ja ebenso hock oder noch höher werden sollen al» die unfrigen Möge man drüben nur nich'S geben auf die liberale deutsch« Prrsft; nach dieser geht e» nicht. We.in kein Sar.- delSoertrag zu S'.ande kommt, haben wir am 1. Jan. 1906 ten Zollkrieg Es ist gar nicht daran zu denken, daß Oesterreich nach Erlöschen des Vertrags» vtryäUniffe» di- Meistbegünstigung gewährt werde. UebrigerS glauben w;r noch immer, daß ter Vertrag noch r.chtzeftig zu Stanke kommen werde.

Z r vielen Betrachtungen in der deutschen und ausländischen, namentlich der englischen Presse habe« in letzter Z«it die Aeußerungen des Reichskanzler» Grafen Bülow zu einem englischen ZerlungSkorrespon- denten über die Beziehungen zwischen Deutschland und England Anlaß gegeben. Irgend etwas neues hat der Reichskanzler nicht gesagt. Er hatte ru: wiederholt, daß Deutscklano England nicht feind­lich gefi.iut sei, an keinen Krieg mit ihm denke, keine Feindschaft zwischen ihm und Frankreich oder Ruß' lrnd zu stiften suche, sondern die Politik b'S Frieden» verfolge.

Ja Oldenburg hat sich in voriger W'che wie­der einer der seltsamen Ruhstrat-Proz«sse abgespielt. Der R dskteur deS Msidenzbole', der augenblicklich noch eine Strafe abzvbüßkn Hal, wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil er dem Mmister, der in einem der früh reu Prozesse beze -at und im Land­tage erllä't hatte, er habe steh seit 14 dis 15 I ihren dem Glücksspiel nichr mehr dingrg-ben, Lüge und Meineid vvrgewvrren hatte. ES >ft für den den oldenburgischen Verhältnissen Fernstehenden schwer, sich ei» Urt il zu bilder; wer nur die P-o;eßb«ichie

Ausgestoßen.

Bo» Maurice de Beaumont. Deutsch von Helene Kremb».

3i» ------- (Nachdruck verboten )

Tann sprachen str von Delb, von La Landh, wo künftig ihr D-s-i» ruhig und glücklich dahinfließen würde

„Du wirst alles in demselben Zustande wieder- sinden, mein Kind, wie Deine Mutter e» verlassen," «gie He r Mariel, „nichis ist angerührt worden. Ihr ffimmer soll da» Deinige sein ... Und ihren Sarg will ich nach La La»dy überführen lassen, damit sie > x der Familiengruft unter den alten Cyp-efftn ruh«. Sie hat ei» Anrecht darauft trotz ihrer Verirrungen, cnn sie war doch stet» eine liebende treue Mutter."

Die Kerzen waren niedergebravnt in den hohen fi bernen Armleuchtern und ein matter Tagesch.mmer stahl sich schon durch die Fenster, al» Vater und Tochter sich d:r Zeü erinnirlen.

„Aber Dr mußt totmüde sein, mein Kind," ries Herr Marbel.

„N.cht doch, Vater," btieunte Aimee, „daS Glück hält munter."

Ehe sie sich trennten, kniete« Beide 6;ite an Seite nieder und dankten tiefbewegt dem Herrn de» Himmelt für die große Saade

„Later unser, der du b st im Himmel . .

„Roll hatte Recht," flüsterte Aimee, „die Vor­sehung lenkt alles zum Besten."

16.

Wer kennt nicht dir Q« l der letz'e.r Minuten in Erwarrung d»S BchnzugeS, der irgend jemand von unfern Sieben rmlüyren solle- Wer hätte sie nicht schon bmch ebt, diese Sw) fr Zungen herbsten Wehe», »erstick: umer gezwungenem LSche.n, und dabei Hoff

nungen Burdrvck gegeben, wovon das H:rz richt» weiß, und die schon der nächste Augenblick zerstört?

U n uns herum drängt und bewegt sich hie gleich­gültige Menge, man kommt und geht, der Bahnsteig oder der Wartesaal gleichen einem wimmelnde« Amei­senhaufen, während wir ängstliche Bücke auk dir viel zu schnell eiltnbtn Z iger der großen Z sserblaite» werfen und bei jedem lauten Ruf erzittern . . . „Ein- steigen in der Rtchturg nach . . ."

Ein schneidender Schmerz durchzuckt unS und wir fühlen unS beinahe persönlich beleidigt von dem Manne in der Mütze, der dock so harmlo» bninfäaui.

Doch ist noch Zeit zu einem festen Händedrucke, einer Umarmung, einem K^sse . . . dann Lebewohl! Die Wollen de» Schicksal» entführen ir.8 Weite die Hälfte unseres „Ich", während wir selbst vielleicht für immer fest geankert am R ff bleiben, gleich einem vom Sturm verschleuderten Wrack, ftrn vom Fnunte, der umsonst un» dir Arme entgegenprkckt.

DaS waren so ungefähr die Gedanken Rolls, wäh­rend Aimee, auf den titm ihre» Vaters gestützt, sich bemühte, seinen ernsten Zügen ein Lächeln zu ent­locke».

Ja ihrer heiteren Weise plauderte sie von ver­gangenen Zeiten und machte Pläne für die Zrcknnst, ihre lebbasten, glänzenden Augen wandten sich vom jungen Manne dem Vater zu, der jedem Wunsche Gewährur g zu verheißen schien, denn er neigte freund­lich den ouldrnckoollen Kops.

Roll lauschte begierig den Worten seiner kleinen Freundin, al» fürchte er, r» könne ihm ehr einzige» derselben verloren gehen. Dann und wann sch-int eine Antwort aus seinen Lippen zu schweben Allein er schweigt beharrlich und bleckt nur traurig auf Aimee, die ihn sckell ob feiner trüben Stimmung.

Er fleht da stumm und träumend m.d weiß nichts zu sagen.

Die Minuten schwinden. Draußen ertönt ter durchdrirrg-nde Pfiff der Sokomv.ive.

stand vereinbart. Er w-i-d auf Wunsch btt Russe» fite 6 ©tunten abzeschlvfl ", eamit d e Tote» und Be-wundeten g-b rgen werfen fßnuter.

I« Südwestafrika wurde am 29. November wiener eine deutsche Abt-ffuna in ihrem Lager bei «iebfentfin von etwa 250 Hottentotten angegriffen. Nach tr istündigem Gefrckte wurde der Feirck au» seinen Stellungen g-werftn. Am 28. November wurde rin Wagt ff von 300 Hoitentolteo unter Morenga auf Hruptmann Koppy in War odad unter schweren Ver­lusten deS Feindrs zurück^ wrrf-u. Erst nachträglich wurde gemeldet, daß unsere Truppen 10 Tote und 5 Be' wundere halten. Bei Rietmont erbtt eine Palrcu lle am 2. Dezemler gleichfalls ewpfiidliche Berluste. 8n Farmern sollen die Hotten ouen ent­schliche Grausamkeiteo verüu haben.

Vermischte.

* Ein Witz von Dvw"s, dem Schirra. ©ine» Tages be-fons sich Tuwas, der bekarntlech der Sohn eines Wu'at en war, bei einer ihm befreundeten Dame in jahterdjer Äesell.chasr. Da irrt ein junger Geck auf ihn zu und richtete, ohne sich selbst vorzustellen, o^re rotüeie Zerewvnie an ihn die Frage: „Sie find Herr Duma»? „8>< dienen." „Entschuldioen Sie, ist ci wahn, daß ihr Bäte" -in Mulatte war?" „Zu bient’« " — Nach kurz r P.-use fraate der Zudring­liche weiter: „Also cann war Ihr Grvßprpr eia Neger?' „Ra dienen." „Und Der Ucaroßpcha?" „E n Dr mg Uiang, mein Hnr! Wein Stammbaum beginnt be, wo der Zotige rinsdört!" ______

KoüerdleNktordvM- ta Küda.

Sonntag, 11. Dezember. Dor». 1 * * * S * * * * Io/i6, 6 und 7 Uhr bl. Messes, */s7 Uhr heil. Messe und Kommunion der christenlehrpfl. Jungfrauen in der Martenkapelle, 8 Uhr Pfarramt and Predigt, ‘/«IC Uhr Umganz und Kathe- dralamt, 11 Ahr Lhrtstenlihre. 12 Uhr hl. Messe, l1/» Uhr -ndachft 4 Uhr Predigt und Andacht, 7 Uhr Predigt mid Herz-Maria-Brnderschaft in der Marien- kavelle. Während des Gottesdienstes um 8, '/>iO und 12 Uhr ist Kollekte für den Bonifatmsneretu. — Stadt» Pfarrkirche. 61 i Uhr heil. Messe mtb Predigt, 6 Uhr heil. Messe und Kommunion der Mftglieder des Mütier- vkrein, 7 Uhr heil. Messe, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, ti1/« vbr Amt nnb Predigt. 11 und 1 Adr Christenlehre, 2 Uhr Predigt und Andacht für den Mütterveret ',8 Uhr Bruderichasl von der Todesangst deS Herrn. — Pfarr- kiraer xk« Leit. Leiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 5 Uhr Andacht mit Segen. — Dienstmädchen Kougre« gatio«. 5 UhrG-neralkommuniou, 3'/» Uhr Andacht.— MaNenberg. Heil. Messe« um 6 und '/-6 und */i7 Uhr; b Uhr Bruderjchafismeffe, 9 Uhr Hochamt, 2 Uhr Predigt und Andacht zu Ehren der unbrfl. Empfängnis Mariä, zugleich Bersammlung des 3. Ordens.

Freitag, 16. Dez. Stadtpfarrkirche. Abends 5 Uhr Beginn der neuntägigen Andacht zur Borb.rettnnG auf daS hl. Wethnachtsfest.

GamStag, 17. Dezember. (FestdeShl.SturmiuS.) Do«. 9 Uhr Hochamt und Predigt, nach dem Ä J.t Auf­legen der Reliquien des heil Sturmius.

gelesen bat, wird sich aber bet Eft drucks nicht er« wetzte» körnen: wenn solche Prrj'sse sich nrch einige Male toi derbsten, dann ist t» mtt dem Berttauen zu der dtutschtn Rechikpfl^ge vorbei. Die sonde-bare Behandlung, die immer den Berteidigtrn zu teil wurde, hatte schließlich die Wakung, bas diese die Verteidigung «jede legten und der Angeklagte cut fe ne Bewe^an räge utb Zeugen verzichtete und jebe weitere Erk ärung veraeigerte Der Haup'zeuge gegen de» Minister wurde wegen Be-dachr de» MeimidS verhaftet. Der D-i ister trat au', als habe er den Prozeß zu führen. Wir ballen ti für unbettbar, baß da» R-iiSzericht baS Urteil, dar auf so seltsame Weise zu Staube g-kommrn ist bestäligen könne. Wie ein Minister, bet durch ferne Spielleidenschaft so stark bleß g-fl llt ist, aus seinem Posten ble'bei' kann, ist für de., in die cldenburqischen Verhältnisse richt Sin» g-ireitzten auch vnb'gre fl>ch

Ja Fraukreick st?eiter man sich sortzefttzt wegen der fteimaurischen Gefinnungsipitzelei herum. D°e Sp'tz-l und?Inge6tr, beten Nanun lurch die noch immer andauernden Vertffenllichun.en von Spitzel- zettein bekannt geworden find, habe» eite« schweren Stand, da sie sich vie'iach ntckt mehr sehen lcfl-n lönnen, obre ausgepfiffen ober durchgeprügelt zu werbe». Log-nftennduche und Regierungsblätter 6hten, daß man mit den Beröffentiichmtgen aufhöre, damii die Angeber Ruhe bekämen und die Bespitzelten nicht iff-nilich bloßgestellt würden. Rabiate Logen- männer, Radikale und Sozialisten fahren dagegen smr, die Epitzrlefen al» repubakcnische Großtat zlr feiern, rnd greifen die Regierung an, weil sie die Beamten hindere, „ihre Pflicht *u tun“, d. h. Sp tze- leim zu treiben — Die Kommission der Kammer zur Beratung der Vorlage über die Trennung von Staat und Ktrche hat den zuerst abgelehnien R«tzierungSent- wurf t) Hierher bei anderer Brietzurg angencmmrn. Dee in der Komwissio.1 verbliebenen Mitglieder der Minderb it p:olesiierten gegen daS Ber ehren

In Italien wsrde am Mittwoch voriger Woche die neue Kammer mit einer Thronrede ercff ret, die in vielen schönen Worte» wenig Greifbare» enihült. Es werde» soziale Reformen angekündigt, aber nicht näher bezeich ret. Scharfmochermaßnahmen, wir sie aus Anlaß be» jüngsten „Generalstre kiS" gefordert wsrden find, wurden aber abgelehnt. Die Kammer begann ihre Tätigkeit mit einer Jnterpillation < be- bie Vorgänge in Innsbruck. Mmister T ttoni be­klagte die Borkommn ff-, betont aber, daß sie die Beziehungen zwischen Jialien und Oester-e ch nichl beeinflussen könnten.

In Rußland ertönt fttzt von allen Seiten der Ras nach Freih-it und Reformen. Landwirtschaftliche Gesellschaften, Versammlung von Rechtsanwälten, Aerzten, Journalisten ufto. bringen ihre Forderunzen in öffentttcher Versammlung in Resolutionen zrm Ausdruck. Sollte wirk.ich eine neue Zeit für Rußland anbrechen ? Daß ns au die Resormb-wegung nicht ge­waltsam unterdrück', ist j densall» ein beach.enrwerieS Zeichen.

Aus dem ostasiatischen Kriegsschauplatz finden bei Mukren fortgesetzt kleinere »rd größere G-fechte strtt, obre daß sich die Lage Eewrtroett ändert. Die Russen pfl gen zu behaupten, die Japaner seien in d e Flacht geschlagen worden, während diese da» Gegeatett meid n. Er scheint, daß die Japaner an» ei« paar Dörfer» hinausgedrängt wurden. Vor Port Av hur haben die Japaner am 30. November einen Erfolg errungen mit der Eroberung d-S. 203 Mele Hügel«, der den ganzen Hasea beher-scheu frll Er schlint aber, daß d e B teutung dies'» Erfolg r übertrieben trorten sei. Nm 2 D-z-mber wurde vor Port Arthur auch zum ersten Male ein Woffrnstill-

Aimee hüllt fick fester in ihren Pelz. Dann reicht sie Rollo« beide Hände.

„Adieu, lieber, guter F-euod, auf Wiedersehen I* sagt sie, während er die schmalen Finger drücke daß sie schmerzen.

Und in ihren eben noch so lustigen schelmllch-n Argen bsiakt eine nur mit Mühe verhaltene T:äne.

„Du toast mir also schreiben?"

„3*'*

„U?d im Frühling kommen?"

Ec wend t den R.ef seitwärts.

„Adieu, Simer", flüsterte er, „denke an leinen Freu -d. . . manchmal . .

„O, Du Böser! AlS wenn ich Dich je vergessen könnte!"

Herr Mariel umarmt „den Bruder" seine? Kinde»; er wiederholt ihm zum hunderiflea Male die Ber- ficheiung seine» aufrichrigen D-nkeS und seiner Hoch­acht. Dan« führt er ihn mit väterlicher ®ttoetiung zu Aimee

„Küsse fie, sagte er, „die Schwester gewährt, waS der Baten erlaubt."

Eine Sekunde laug wallen die dunklen Lecken über Rollon» Slutter; ein feines Rot überzieht die Ssirn be» jungen Massen», nährend Roll etnen Kuß auf ih e Wange haucht und fich dann wegflüchtet, um sein Schluchzen zu vnberzen.

Ziel- und planlos lief er lange vor fich bin, nrd Aime- war schon weit fort, als er abend» müde in sein ödes Slübchen heimkehrte. Er stützet den Keys in die Hände und dachte an die Verlorene. Niemals wüede sie wiedrrkehren ... er färb fich einfam und verlassen, zum Sterben traurig. Er hatte fich ;o an. ihre Gej-nwart graöhnt, und wenn fie auch jeden Tag von der Trennung ge'prochen, so war für ihn diese in I ie weite Ferne gerückt.

Ibb nun war A mee fort . . . fort, löch lnden Munter und f>endigen Herzen» . . > ein, er batte sich nicht geint, fie war glücklich b*i ihrem Baier nr d wunjchre sonst nicht» mehr. In La Landy würde

RonnefeldtsThee

vom1.bis24.0ecbr.in künstlerisch aus£estatteten

Gratis-Weihnachts Dosen

bei: Paul Erxleben.

kein Bedauern auf kommen rn Erinnerung an dir 8er* garg-nheit; im Gezenierl, wan würde sie lehre?, mft Ber-chtung daran zurückzudenken.

„Doch nein," tröstlte er sich daun wieder. „Ich kerne ihr gutes Herz, fie wird ihrem alten Roll eiw ir ue» Anverker» bewahren .

Plötz ich sah er sie im Geiste wieder vor fich, schön und hkiter, wie fie anscheinend gleichgültig Ab­schied nahm, und eine innere böse Stimme flüsterte ihm zu:

„Narr, der Du bist, WaS erwartest Du? Sahst Du n^cht, wie eilig fie wo-, sortznkowmen? Hörtest Du nicht, tote fie leichten T me» hinwarf: adieu . . . Du wirst schrkiben? . . . Wie oberflächlich sie von der Zukunft sprach? . G:h, Tu wirst ba.b ver­gess-n sein . . . Unglück Habet, baS Glück kann man allein tragen. . . . Der eiste Aft Derne» Leben» ist zu Ende; versuche arch Tu zu vergess.« . . ."

Roll versuchte Vergeber-, biese quälende spöttische

S iame zum Schweigen zu bringen. Er führte fich

die taufte d Beweise der ürhänglichkeit Armee» vor

Argen So lange fie der ihm war, so einfach urt

venrauenrftliz, war ihm niemals bet geringste Zweifel in ihre Aulrichtigftit gekou men; warum denn klagte er sie jetzt er ? O, er war sicherlich ungerecht! . . .

Unwillkürlich folgten ihr seine Gedarcken bei Tage und bei Nacht. Warum roch hatte er fie abreis« lassen ohne ihr einen Bl ck in seine innerflen Em» pfioduugen zu g> statten? Er hätte ihr sagen müsse«, oaß eS ch e fie tdre Freude mehr gäbe auf bet Weit für ihn .Ec hätte mftgehen solle» . . . . In Delle beschäftigte ihr Bnter Hunderte von Men- ichen -n Schloß und Fabrik . . . warum hatte er fich mcht un eine Scclle, und wäre e» die geringfle, be- motz; ? Dann wäre ihm btr Trost geblieben, fie jebe« Tag, zu jeder Stunde sehen zu Kmen. Er hätte ihr

Io1 gen fö wen, wie ein treuer Hund, d>n eine Lieb­kosung die Kette leichrer (ragen lägt, bet sich glücklich fall! m ter Nähe dr» Herrn, für de« allein er lebt und sterben möchte .... (F. f.)