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Druck und Verlag <N Fuldaer ScttendruckE te Fulda (harmoM Fernsprecher Ur. 9

M 281

gulöa, Donnerstag den 8. Dezember 1904.

31. Jahrgang.

Zweites

Dr. k. weihnachttbücherschau 1904.

VI.

Im Verlage der Fuldaer Actieudruckerci find mehrere Bücher erschienen, die fich zu Festa'schenken für Jung und Alt besonders eignen. Wir heben davon besonders folgende hervor: „Gedichte au» jungen und alten Tagen" aus der Feder des verstorbene« GrheimratS Dr. Eduard Goebel, Gymnafialdirektor a D. (fein geb. 2 Ml ) Beson­der die zahlreichen Freunde und Bereh-er des in weitesten Kreisen bekannten VerfasierS werden diese Gedichte, unter denen fich wahre Perlen echter Poche befi 'den, mit Genuß lesen. — Zar Vorbereitung aus den 1150. Todestag des hl. B-visatiuS erschien da- selbst daS lehrreiche Bach: „Wynfrlth-Boni­fatius". Von G. Kmth, Proteffor in Lüttich, in» Deutsche frei über'.ragen von H Eltester. Preis 2 Mark. Die deutsche Uebersetzang sucht die eigen- tümliche Schönheit de» sramöfischm O iginalS, soweit die» der deutsche Sprachgebrauch g'strttet, beizu- behalten. Da» Buch ist überau» spannend geschrieben, schildert lebendig und anschaulich mit fichtlicher Liebe da» Leben de» Heiligen und enthält wertvolle Bei­träge zur BonifattuS-Llteratur. Der deutschen Aus­gabe ist ein sehr gut gelungene» Faksimile von Miniaturen au» einem auf der Göttinger Uinvrch- tätSbibliothek ausbewahrten Sakramentar beig^geben. DaS schön aargestattete Buch wirb allen Verehrern deS großen Apostel» der Deutschen, gerade vfcf, da wir dem Jubelfeste entgegengehen, hochwillkommen sein. — „Jxhäuser-Geschichten" von Ludwig Nüdling. Die hübschen Erzählungen werden bc- sonder» den Kindern viele F-eude bereiten, da der Verfassw e» vortrefflich verstanden hat, den kindlichen Ton überall zu treffen und wie ein Kind mit den Kindern zu sprechen. DaS Büchlein ist hübsch anS- gestattet, der Preis (1.20 Mark) ist niedrig gestellt. — „Maria Immaculata", so lautet der Titel der illustrierten Marien« und Misfionszeitschrift, die von der deutschen OrdenSprovinz der PP. Oblaten (Hünfeld bei Fulda) berauSgegeben und in der Ful­daer Sctiendruckerei gedruckt wird. Jährlich erscheinen 12 reich auSgestattete, mit vielen Bildern gezierte Hefte zum billigen Preise von 2 Mark. Vor unS liegt daS Drzemberhest, das al» Fest­schrift zu Ehren der Unbefleckten, deren Armen die Zeitschrift trägt, besonder» reich auSgestattet ist und al» besondere Festgabe ein farbenprächtige» Bild der „Immaculata" enthält. Die Zeitschrift bring' nur Originalberichte au» dem groß'N Felde der Misfioneu der Oblaten, welche die hochinteressanten Erlebnisse der Misfionäre wiedergrben und von den zahlreichen Leiden und den wenigen Freuden de» Misfionrleben» Kunde bringen. Diese MisflonSzei!- schritt sollte besonder» in solchen Familien nicht

fehlen, wo die wißbegierige Heranwachsende Jagend ihre Hände nach oftmals recht zweifelhafter Lektüre auSstreckt. Deshalb fei diese vortresfl che, für die Miifionen wirkende Zeitschrift als Weihnacht»- gabe besten- empfohlen. Sie kann st wohl vom MisfionShauS St. Bonifatius in Hünfeld, als auch durch die Fuldaer Actiendruckerei in Fulda bezogen werden.

Wer fich für christliche Kunst interessiert, kann heute an der au» Kreisen der Deutsche« Gesellichaft heraus gegründeten Gesellschaft für christliche Kunst in München (G m b. H) nicht mehr vorüdergehen. Kunstfreunde sollten eS nicht oträumen, dieser Aus­stellung und Verkaufsstelle einen Besuch abzustatten. Die von der Gesellschaft berau»aegeb.ne Literatur weist zwei Werke auf, die fich von vorneherein zu Weihnachtsgeschenken ganz besonders eignen. Da» ist der prächtige Quartbavd „Die Weihnachts­krippe", eia Beitrag zur Volk-kunde und Kunstge­schichte au» dem B-yensSen Nationalmusturi von Konservator Dr. Georg Hager und der Kalen­der boy-rischer und schwäbrsch-r Ku st. Die „Weih- nechtSkrrrpe" (150 Seiten Text mit 8 Vollbildern und 145 Abbildungen im Tex', elegant gebunden 9 M), ist ein einzigartiges Werk, da» der von Kom­merzienrat Schmederer in hochherziger Weise geschenk­ten kostbaren Kripp wsammlung de» Bayerischen Nationalmuseums seine Ee-tstehung verdankt.

Im Verlage der gleichen Gesellschaft erscheint die neue Monatssch ist „Die christliche Kunst" (re­digiert von Hofstistsvikar Staudhamer in Mün­chen) Die beiden ersten Hefte der Zeiischrift (Jahres- preis 12 M., Quartal-Preis 3 Mk.) haben in der Kritik die beifälligste Ausnahme gesunden. Text und Bilderschmuck stehen auf beachtenswerter Höhe. Ein stattlicher Mitarbeit« kreis schart fich um den Herau-- g der, der die Erfahrung des ausübenden Künstlers (Malers) mit dem Wissen des Kunstgelebrten verbindet.

Ans dem Gebiete der reproduktiven Kunst weist die Gesellschaft bereit» schöne Erfolge auf. Plan­mäßig wird auf die Läuterung deS Geschmack» in brette> en Kreisen hingearbeitet. Diesem Zweck dienen die kleinen Andachtsbilder und die Postkarten nach Werken von Gg. Busch, Fuge!, Feuerstein, Balih. Schmitt,, Wader«, Eberle, Glötzle, NüttenS, Bradl, Walker, Echletbner, Spieß, Attheimer, Feldmann, Samberger, Schiestl and viele» andere. Bor allem aber wird dieser Zweck durch da» Pracht-Liefe- rungSwcrk „Christliche Kunst" (mit Text von S. Staudhamer) gefördert. In Lieferungen zu je 3 Mark (Band in Leinwandmappe 12 50 Mark) werden hervorragende Kunstwerke religiösen Inhalts aus allen Perioden der bildenden Kunst in technisch vollendeter farbiger Nachbildung weitere« Kreise» zu­gänglich gemacht. In den bisherige» 5 Lieferungen find die besten Meister alter und neuer Zeit vertreten, Raffaell, Tizian, Dürer, Schongauer, v. Thck rc. neben Fuzel, Feuerstein, Feldman«, Corniceliu» a. a. Diese herrlichen Kunstblätter find auch einzeln käuflich Auch unter dr» großformatige» Bildern, die fich zum Wandschmuck eignen, find die b-sten Namen betteten. Als besonders wirkungsvoll heben wir b;n „Christus" und die „Märtyrin" von Corniceliu», „Die

Begegnung Jesu mit Maria" un" die „Madonna mit Kind" von Feldmann, Feuerstein „HeÜtge Familie", „Erziehung bei heiligen Ludwig", „Eva und Maria", Fugels „Heilige Familie", „Abendmahl", .Corlflu» vor dem hohen Rat", „Kreuz'ragung", „Grab egung", „Kreuzabnahme", „Verehrung des hl. Joseph", Hackt» „Anbetung der heil, drei Könige" (Trip'yhor), „Madonna", „Hl. V nzenz von Paul", von Cramers „Hl Nacht" (Trip ychon), NüttqenS „Geburt Christi", SambergerS Propheten und „PetrnS CanifinS" hervor.

De prachtvollen JahreSmappen der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst (b Sher find zwölf erschienen) kosten für Nicktwitglieder 15 Mk, während der Jahresbeitrag von 10 Mk den SratiSbezug fichert.

Literarisches

„Musik für Alle" nennt fich eine neue musikalische Zeitschrift, die soeben im Verl tge von Ullstein u. Eo., Berlin, erscheint. Wie der Untertitel „Monatshefte zur Pflege volkstümlicher Musik" besagt, wird ans den volkstümlichen Charakter der zum Abdruck gelangenden Notenstücke be­sonderes Gewicht gelegt. AlS Herausgeber zeichnet der bekannte Komponist Dr. Boaumil Zepler. Jedes Heft enthält auf 20 Seiten Noten in großem Notenformat neben einer Auswahl guter, klassischer Stücke 4 bis 5 Kompositionen lebender Tonkünstler, der Text bringt Biographien und Abbildungen der in jeder Nummer ver­tretenen Komponisten, Einführung in den musi­kalischen Charakter der einzelnen Kompositionen. Monatlich erscheint ein Heft zum Preise oo» 50 Pfg.

Die erste Nummer bringt das Menuett auS Mo­zart» heiterer Ls äur-Sinfonie und charakteristische Proben auS Schuberts Valses nobles; ferner von Engelbert Humperdinck, zwei der melodiösesten Stücke auS dem Melodrama „Königskinder", ein ernstes Lied des Ruffen Tschaikowsky, ein Volkslied von Oskar StranS „Pechvogel" und eine flotte „MinnazPolka" von P. Lincke.

(*) Papa — Mama. Noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts dachte im kleinen Bürgertum und in der Landbevölkerung niemand daran, statt Vater und Mutter Papa und Mama zu sagen. In den höheren Ständen hatte fich die Unfitte schon weit früher eingewu zelt. Eine Unfitte muß der Gebrauch von Papa und Mama aber genannt werden, trotzdem von den Verteidigern dieser Wörter mit Recht darauf hin- gerotejen wird, daß fie auf Naturlauten der Kinder be­ruhen und deswegen Gemeingut einer ganzen Reihe von Sprachen find. Wäre ihre Aufnahme in unsre Sprache (in rein natürlicher Vorgang, so hätten wir die Wörter auch von jeher gehabt, unsre Altvordern

hätten fie dann auch schon gebraucht. Wir wiff-n aber, daß dies nicht geschah, daß Papa und Mama vielmehr erst tot 17. Jahrhundert, und zwar lediglich durch die Franzofenvergölterung an unsren Höfen, den damaligen «rutnätten d«r Ausländeret, in die höheren Steife ein­gefühlt rootben stad u-d sich im 18 Jahrhundert bann allmählich im gebildeten Bürgertum verbreitet haben. ES ist daS eine Tatst che die von allen bedeutenden Sprachforschern betätigt wird. Jetzt, wo fast jedes Arbeiter- oder Bauernkind von seinem .Papa" oder feiner „Mama" spricht, haben diese Ausdrücke viel von der ihnen früher anhaftenden Vornehmhett einge­büßt, und so scheint ihr Gebrauch oder lieber Mißbrauch in den „besseren" Gesellschaftsklassen abzn- nehnten Je schneller diese Denkmäler einer schmach­vollen Zeit der Bergeffenheit anheimfallen, desto besser. Daß fie übrigen- kein bleibendes Gut unseres Wort­schatzes fein können, beweist der Umstand, daß fie nie in der ernsten Dichtung heimisch geworden find. Und fie konnten das nicht, weil fie nie als edel empfunden wurden und fich nie eine Stelle in unferm innersten Sprach- und Seelenleben zu erobern vermochten. Frei­lich hört man wohl Erwachsene von ihrem „Papa" und ihrer „Mama" reden, aber im Augenblick, wo tiefer Schmerz die Seele beherrscht, da ändert sich rasch die Ausdrucksweise. Auch nach dem Tode, meint Rud. Hildebrand in seinem prächtigen Buche über den Deutschen Sprachunterricht, kann ein erwachsener Sohn oder Tochter z. B. wohl sagen: Wir haben den Papa verloren. Aber ob sie auch in dem Augenblicke, wo die Bedeutung deS Verluste» die Seele durchdringt, unter der Gewalt des Schmerzes auSrufen werden: Wir haben also keinen Papa mehr? DaS hält wohl niemand für möglich. ES wäre auch von da nicht gor zu weit bis zu „Papa unser, der du bist nsw.

* Preissteigerung. Frau Müller: „Haben Sie den» schon das Neueste gehört, Frau Nachbarin, der Schulzen ihr Mann, den fie immer so schlecht machte und von dem fie sagte, er sei keinen Schuß Pulver wert, der ist überfahren worden." — Fra» Lehman»: „Ja und die Eisenbahnverwattung will fie sogar noch auf Schadenersatz verklagen."

* Ewpfehlung. Thierarzt: „Wie kommen Sie denn dazu, daß ich Ihnen das verstauchte Bei» wieder einrichten soll, Huberbauer?" — „Ja wissen Sie, Herr Doktor, seitdem Sie mir da» Oechrle kurict habe», hab' ich halt so a große» Vertraue» zu Ihnen!"

* Mit Volldampf voraus. „Ist e» richtig, daß der Aufschwung Ihre» Geschäftes hauptsächlich Ihrer Frau zuzuschreiben sei?" — „Gewiß; die großen Ansprüche, die fie macht, nötigen mich unbedingt, mehr Geld zu verdienen."

• I« Wirtshaus. Fremder: „Wie ist denn das Waffrr in dieser Gegend?" — Einheimischer: „Nach dem Bier zu urteilen, muß eS sehr gut sein!"

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Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß wir in Fulda eine zweite Agentur errichtet und dieselbe dem ftöPL $nrtan6taittn Herrn Vincenz Weissmüller in Ma, W** Josephstratze Nr. 8, übertragen haben.

Der Genanntes zur Annahme von Verstcherungs-Anträgen, sowie zur Empfangrahme von Prämiengeldern berechtigt.

Frankfurt a. M, im November 1904.

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Bezugnehmend auf vorstehende Bekanntmachung empfehle ich mich zur Aufnahme von Zeuer-, Einbruch-, Diebstahl- mb hageloekficherimßr Anträgen und bin zu jeder gewünscht werden- den Auskunft gerne bereit. [4875

Fulda, im November 1904.

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Sind da tu großer Not, Sie strecken aus die Händler» Und flehen: q*b ans Brot t

D guter Leser ermge Gin kleines Opfer gern. Daß froh das Glöcklet» kling« Und sage Dank dem Herrn t

Jede auch noch so kleineGabe nimm» Dankbar entgegen

Die Oberin

deS Kathariuenstifte» Schwester M. Jldefoufa Kopf,

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