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Ar!öa, Donnerstag, den 8. Dezember 1904.
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(sEhdruck verböte«.)
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DcukcbesRgKh"
31. Jahrgang.
„Dann obi'u; aber Halle Dick um strben Uhr bereit. Da es kalt 'st, komme ich Dich im Wage« ab« holen."
Dabei hatte er den Mantel teS jungen Mädch-n» vom Hacken gmommea und ihr um die Schulter» gelegt.
Als der Komiker fick umdrehte, begegnete fei» Blick wiederum dem des Fremden; dieser aber deckt« fick haste-, um die zu Boden gefallene Serviette aus- zuhebe», )vd-ß Aimee sein Gesicht nicht sehen konnte.
Kam» war fie gegargen, so näherte der Fremd« sich Rollo» uns e: kündigte fick rach Abfahrt der Züge und nach den verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Es war klar, daß er eine Unterhaltung onzu> knüpfen versuchte. Doch Rollo» schien keine Lust zu habe.-, fich darauf eivzu'aflrn, befremdet durch daS zudringliche, neugierige Benehmen des Unbekannte». Erst nlS dieser ar fing, über Theater zu rede», vergaß Roll setre» Unwut »nv wurde.gesprächig Da» war sein Feld, dabei ging ihm da» H.u z auf So kam auch dar Gespräch auf die junge Pianistin, deren Namen die Z-ttrl avzeigten, und Roll konnte zu seiner größten Eenugruung 6c8 Lob seiner kleinen Freundin fingen, ihr Talent und gleichzeitig ihre Tugend rühmen. . .
Der fremde Herr horchte gespannt auf jede» Wort de» Künstler»; manchmal flog rin freudiger Wieder- schein über sei» bleiche» Geficht, und die L'ppm schiene» sich za öffnen, al» toi Ilten sie ein Geheimnis pre.Sqeben
Weri.w doch hatte er nicht schon gesprochen, ehe Aimee foriging? Dann fiterte er jetzt feine Tochter in dir «rme, au sein Herz ichlietze»! Sie wären beide olücklich und würden olles vergangene Leid ti:r» g'fsen I
Aber nein ; Herr Mariel, — rr war e», wie die Leser schon wobt erraten habe», — hatte im letzten Augenblick als er sich wollte zu erkennen gebe», plötzlich «ine Regung des Zweifi ls gespürt . . .
,0»*, dachte tr, „wenn tun dieser mein Sind
rcheifüeitenZof.vau«
, Ä?Ä«. wschrnbeiiage: „Illustrierte Sonntagszeitung
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Auf dem Kapitol hatte i» gerade elf geschlagen. b^ter ?alt c« diesem Morgen, und Keiner hielt fich lärgn al» nötig in der Straße cuf.
Ein fein aussebender Herr mittleren Alter» in iken reichen Peszpaletot gehüllt, flieg eiligst die ®3M”fe» Uran, in welchem Fräulein Mariel Wohnung genommen.
Im vierte» Stock angelangt, hielt er einen Mo- ment Rast, nm wieder zu Atem zu kämmen, dann aber zog er fest am Klmgelzua
Tie Tür blieb geschliffen.
Zwei, dreimal erneuerte er den Versuch, Einlaß zu dekowwe». Dos Mißlingr» schien ihn zu ver- «ießen, mb miß»»tig «chickte er fich ,vm Fortgehen »«, al» pch ihm gegenüber eine Tur öffrett, und rire
wird berichtet, seine Versammlung ohne Nebenabsicht auf diesen Tag gelegt, weil der einzige in betracht kommende Saal für andere Tage vergeben war. Die Versammlung, in der den Hauptzeugr des Prozesses, Maschinist Schwarzkopf, den in Frage kommenden Vorgang schilderte, faßte eine Resolution, worin sie ihre Entrüstung über das Urteil des Dessauer Kriegsgerichts ausdrückt und Abänderung des unzeitgemäßen, gegenüber den militärische» Untergebenen viel zu harten MilitLr-StrafrechtS im votksfteundlicken Sinne, sowie die Einführung unabhängiger Militärgerichte verlangt.
* Die beim Kammergericht anhängig gemachte Anfechturgsklaae gegen den amtsgerichtlichen Beschluß, betreffend die Eintragung der Aktienoermehrung der Hibernia, wird am 5. Februar ». IS. zur Entscheidung kommen.
** Stimmungsbild aus dem Reichstage. Die heutige Sitzung des Reichstages glich durchaus der gestrigen. Man sieht beim besten Willen nicht die Notwendigkeit ein, daß immer neue Leute auffiehen müffen, um ^wiederholen, was irgend ein Vorredner auch schon gesagt hat, oder um eine Ansicht vorzutragen, die zu ver- nehmen niemand ein Interesse hat Nur weil es so viele Parteien gibt und jede, auch die kleinste, sich börex lassen zu müssen glaubt, will die Rednerliste nicht abreißen. Zuerst sprach heute der Äbg. Schrader von der freisinnigen Vereinigung, wenig bedeutend und wenig verständlich. Er will leite neuen indirekten Steuern, sondern, wenn es gar nicht mehr anders geht, nur direkte. Zunächst will er die „Liebesgabe- für die Branntweinbrenner abschaffen. Mit der Militärvorlage ist er im allgemeinen einverstanden, nur hat er Bedenken gegen die Vermehrung der Kavallerie. Unversehens kam er auch auf die Kanalvorlage, das Schleppmonopol, die Schiffahrts-Abgaben und bergt Abg. Dr. v. CzarlinSki trug die Klagen und Beschwerden der Polen vor. Der Bauernbündler Hilpert, der sich jetzt zur wirtschaftlichen Vereinigung zählt, schien eine Mittel- stands-Rede zu halten. Zu verstehen war er nicht. Der Reichsparteiler Abg. Dr. Stockmann polemisierte in gutem schleswig-holsteinischem Dialekt gegen Bebel und erörterte die Vorgänge in Südwestafrika rom Standpunkte eines begeisterten Kolonialfreundes. Einleitend sprach der münstersche Konsistorial-Präsident ganz unnötigerweise seine Verwunderung darüber aus, daß Abg. Dr. Spahn die Paritäts-Beschwerden des Zentrums erwähnt habe. Die Beschwerden als unberechtigt zu verweisen, versagte er fich indeß; er begnügte sich mit dem Protest. Der antis. Abg. Zimmermann vermißte den großen Zug in unserer gesamten Politik und das Selbstbewußtsein, daS die Bismarcksche Politik auszrichnete, und bezeichnete als den Hauptfehler unserer inneren Politik, daß sie den unartigen Kindern derSozio lsemokratie weit entgegrnkommen, aber für die artigen Kinder deS Mittelstandes gar nichts Übrig habe. NamenS der mit Einschluß deS elsässischen Hospitanten Blumenthal 6 Mitglieder zählenden Deutschen Bolkspartei
Ausgestoßen.
Bon Maurice de Beaumont. Deutsch von Helene Kremb».
„Meines Gatten?-
„Run fie einmal bie Naive! Al» wenn nicht alle Welt wüßte, daß Sie früher oder später Rollo» heirate» werden I*
Ei» unsagbar bittere» Gefühl schnürte Aimee bie Kehle zusammen. Dennoch überwand fie fich, sah der Schauspielerin lffen unb ernst in die Hüten unb versicherte:
„Kein, Madame, ich bleibe nicht beim Theater".
Rollo» seinerseits hatte einen Riesenerfolg. Man applaubierte wie toll, wenn er erschien. Sein Name staub i» ollen Lokc lblä trrn, unb in allen Salon» war bie Rebe von sei» m unerschöpflichen Witz unb eie versiegenden Humor. Rill» Glkckistern war im
8e$et8e»? vir e® spaltige Petitzelle oe«9 beten Sau« jS psA. Seklamen biepetitzeii^ 25 pfg.; bei Wiederholungen wird eusspr.
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ApKuL äem Reichstag
Helt der Abg. Ttorz eine im Verhältnis zu seiner Fraktion sehr lange Rede, in der er ebenfalls unsere Politik recht abfällig kcstifirte. Als er dabei auch auf da? Glückwunschschreiben des Präsidenten Grafen Ballrstrrm aus Anlaß btt Verlobung deS Kronprinzen zu sprechen kum, das seinem demokratischen Herzen einen Stich versetzt habe, geriet er in Konflikt mit dem Präsidenten, der dieser seinen Akt nicht von eincm einzelnen Abgeordneten kritifiren lassen wollte, scndkrn ihm anheimgab, einen Tadelsantrag einzubringen. Nachdem der Redner geendet, »er- suchte Singer ihm beizuspringen. Der Präsident entgegnete kühl, es sei ihm zwar sehr wertvoll, die Meinung Singers zu hören, aber es sei nicht bie seinige unb diese sei vor der Hand maßgebend. Der lebhafte Beifall bewies, daß die große Mehrheit des Hauses auf Seiten des Präsidenten stand Nach der Rtdenliste hätte nunmehr der Abg. v. Vollmar zu Worte kommen müssen. Da es aber gegen 5 Uhr geworden war, eine lange Rede bevorstand und v. Vollmar keine Lust mehr zum Auftreten hatte, wurde die Weiterberatur g auf Freitag vertagt. t
aller wahren Katholiken, die nie müde werden und immer bereit find, der hehre» Gottesmutter stets neue Beweise der Liebe und der Verehrung zu bringen. Ja, wie wollen es bekennen, dieses unser Verlangen entspricht einer gewissen inneren Stimme, die uns zu sagen scheint, daß jetzt und bald jene Hoffnungen und Erwartungen erfüllt würden, zu denen unser Vorgänger Pius IX und mit ihm alle Bischöfe nicht ohne Grund sich gedrängt fühlten, wenn einmal die Wahrheit bet unbefleckten Empfängnis als Glaubenssatz ausgesprochen wäre".
Am 17. August dieses Jahres haben die am Grabe des hl. Bonifatius hier in Fulda ver- ammelten Bischöfe in einem gemeinsamen Hirten- chreiben die Gläubigen auf die hohe Bedeutung dieses Jubelfestes hingewieien und besondere An- ordnungen zur festlichen Begehung desselben getroffen.
Diese Mahnungen von den höchsten kirchlichen Stellen find nicht ungehört beim gläubigen Volke verhallt. Die Verehrung der allerseligsten Gottesmutter hat in diesem Jahre die herrlichsten Blüten gezeitigt. Am heutigen Tage cbrr wendet fich der Blick zum ewigen Rom, wo der hl. Vater, umgeben Den zahlreichen Bischöfen des ganzen Erdkreise?, bie goldene Jubelfeier begeht. Aus den Herzen aller Katholiken auf dem ganzen Erdkreise steigen heute innige Gebete zur unve- fi-ckten Gottesmutter empor, daß sie am Throne des Allerhöchsten Fürsprache ein legen möge in den Anliegen der ganzen Christenheit und der heiligen Kirche.
Berlin, den 7. Dezember 1904.
§ Die Handelsverträge werden dem Reichstage aller Wahrscheinlichkeit nach -nicht, wie geplant war, am 9. ober 11. b. Mts, zu- gehen. Es ist vorläufig ungewiß, wann fie kommen. Man darf au8 der Verzögerung wohl schließen, daß die Verhandlungen mit Oesterreich- Ungarn in diesen Tagcn wieder auf genommen werden sollen.
-* Gegen die Wahl des Abg. Büsing im Wahlkreise Schwerin-Wismar soll von sozialdemokratischer Seite Einspruch erhoben werden. Es wird behauptet, baß nach Abschluß ber Wählerliste bei bet Hauptwabl noch Wähler in bie Liste eingetragen worben seien. Büsing hat über seinen konservativen Gegner nur mit 3 Stimmen Mehrheit gesiegt.
* Am Montag, als an dem Tags, an bem ber Kaiser zum Besuche des Herzogs tn Dessau weihe, sanden zwei große Volksversamm- Inn gen statt, die sich beide mit d m jüngst in Dessau gefällten Kriegsgerichtsnrteil beschäftigten, eine sczialdemokrattsche und eine liberale. Der liberale Verein „Kaiser Friedrich" hat, so Schneiderin — fie hielt ihre Arbeit noch in der Hand, — sagte:
.Fräulein Almer ist soeben ausgegargen, mein Herr."
„Wissen Sie vielleicht, ob fie bad zurückkomirt?"
„Sie ifi zum Frühstück; um 2 Uhr ist fie gewöhn- lich wieder da. Wenn Sie etwa» zu bestellen haben, will ich'S gerne auSrichten."
„Danke sck öa. Aber vielleicht können Sie wir sa en. in welchem Restaurant fie zu speisen pflegt?' „Im Spanier, unten ai der Straßenecke." Der Besucher verneigte fich nochmal» bankend vor der Nachbarin und stieg dann langsam die viele» Stuken wieder hinunter.
Ein Schatten tie'er Trauer lag auf seinen bleichen Züge», die ein dunkler, mit Silberfäde» vermischter Brllbart umrahmte.
Er schritt auf da» genannte Gasthan» zu. Beim Eintritt ließ er eine» schoelle» Bl ck über den Saal unb die fich darin aufhallevdr» verschiedenen Lruppm on den Marrnortischen schwellen
Eitra» abseits faßen Roll unb A mre sich gegenüber unb frühstückten.
Der Frembe ließ fich in der Nähe nieder und bestellte zu essen.
Aimee kehrte ihm de» Rücken. Eie unterhielt fich ruhig weiter mit Rcll, da fie vom Eintritt de» urr- bitjnrten Gaste» nicht» gemerkt. Dieser aber schien die Arrgrn nicht von ihr mb ihrem Begleiter abwer- dr» zu können. Den Ellenbogen auf den Tifch gestützt, vergaß er die vor ihm hingeßellttn Gerichte und ließ fie unberührt wieder svrttragen.
Endlch fiel Rollo» da» sonderbare Benehmen seine» Gegenüber» au‘, unb er sah einige Male scharf unb unwillig hi», indem rr bei fich dachte:
„Wa» mag ter wollen?"
Da hob Aimee die Augen zur großen Wanduhr und stand auf
„Ich muß j'tzt gehen," tagte fie; „ich habe noch e n ge 8otTeilungen für heute Abend zu tr-ffen und Einkäufe zu besorgen."
* Maria Immaculata.
Sie katholische Christenheit begeht heute bie fünfzigjährige Gedächtnisfeier ber Verkündigung der Lehre von der unbefleckten Empfängnis ber allerseligsten Jungfrau Maria. Schon am 26. Mai 1903 hatte ber nun in Gott ruhende hochselige Papst Leo XOL, ber, wie fei« Vorgänger Pius IX, ein großer Förderer der Marien Verehrung war, an einige Kardinäle ein Schreiben gerichtet, worin er diese auffordert, Vorkehrungen zu treffen, daß dieses Judilarfest so gefeiert werde, rote es der Stadt Rom geziemt und den Katholiken ber ganzen Welt zum Nutzen gereichen könne.
„Von vielen Seiten", sagt Leo XIII. in diesem Briese, „ist uns das lebhafte Verlangen ber Gläubigen hmbgetan worden, mit außerordentliche» Festlichkeiten bett fünfzigsten Jahrestag ber Verkündigung des Dogmas der unbefleckten Empfängnis der allerseligsten Jungfrau Maria .zu feier.". Wie erwünscht ein solches Verlangen unserem Herzen ist, können Sie fich leicht vorstellen. Die Verehrung ber Gottes mutter war nicht nur für uns vom zartesten Kindesalter an eine der liebsten Beschäftigungen, sondern ist für «ns auch eine ber kräftigsten Schutz wehren, bie von ber Vorsehung der katholischen Kirche verliehen worden find. In allen Jahrhunderten und in allen Kämpfen und Verfolgungen nahm die Kirche ihre Zuflucht za Maria, unb fie fanb hier immer Stärkung und Schutz. Und da die gegenwärtigen Zeiten so stürmisch unb für bie Kirche selbst bedrohlich find, so erfreut fich unser Herz unb eröffnet sich der Hoffnung bei ter Wahrnehmung, daß bie Gläubigen sich bie günstige Gelegenheit nicht entgehen lassen wollen, um durch die Feier jene- halbhundertjährigen Jubiläums mit einmütiger Hingabe und voll Vertraue» und Liebe sich an Maria zu wenden, bie als Hilfe der Christen angerufen wird."
Es war eine von den ersten Amtshandlungen unseres jetzt glorreich regierenden Papstes Pius X, die von Leo XIII. eingesetzte Kardinals-Kommission zur Feier des marianischen .Jubiläums durch ein eigenes Schreiben vom 8. September 1903 zu bestätigen. Es geschah das mit bem Hinweis, baß in diesen Z iten des Kampfes uns die Hilfe ber von dem dreifältigen Gott zur AuSspenberin ber Gnaden bestimmten jungfräulichen Gottes mutter besonders notwendig unb kraftvoll sei. Auch in seinem jüngsten Rundschreiben spricht ber Papst die Hoffnung aus, bsß bei dieser EtinnerungSfeier .ber unbefleckten Empfängnis das herrliche Schauspiel deS Glaubens unb bet Liebe gegen die Gottesmutter fich erneuern werde, das vor fünf Jahrzehnten die Weit staunend wahrnahm. Zu dieser Erwartung berechtigt ihn, wie er sagt, „die Liebe
T ................. II I
107. Sitzung vom'7. Tezember 1904.
Eröffnung l1/« Uhr.
Die erste Beratung des Etat» wird fortgesetzt.
Abg. Schrader (fr Vg.) spricht fich für eine stärkere Heranziehung der Malrikularbeiträge aus. Unter keinen Uwstär dm düifieu neue ober erhöhte indirekte Steuern eirgeführt werden. Wenn neue Steuern eingeführt würden, so könnte es fich nur handeln um direkte Reichssteuern. Der Milirärvorlage ständen seine Freunde im großen ganzen fympath sch gegenüber. Bedenken hätt-n fie nur gegen di» geplante Vermehrung der Kavallerie. iBetfall lm s).
Abg. Dr. v. CzarlinSki (Pole) spricht sich ebenfalls gegen die Erhöhung ober Vermehrung ber indirekten Steuern a«S und kommt dann auf die Polenfrage zu sprechen. Seine Partei werde die Mili'är- vortage ablehren. Man ’önnte tS einem Volkkteil, dessen Rechte rücksichtslos mit Füßen getreten treibe, nicht zumute», sich noch weitere Militär lasten auf- börben za lassen. (Lebhafter Beifall bei den Polen.). 3m werteren beschwert sich Redner über die Verdeutschung polnischer Orts- und Familienrahmen.
Abg. Hilpert (wirtsch. Vergg.) spricht über eie Mittelstandspolitik. Seine Ausführungen bleiben aber im einzelnen unverständlich.
Abg. Stockmann!ftk) stimmt dem Abgeordneten Spahn darin bei, daß man gut daran tue, alles Trennende hinter die Aufgaben zurückzr stellen, die man gemeinsam za lösen habe. Bei bem Ausstande in Süd- wrstasrUa batten wir vielleicht barin einen Fehler gewacht, daß den @i>gebotenen nicht in fortdauernd schärfster Meise zum Bewußtsein gebracht worden sei, daß die Teutschen die Herrscher in den Kolonien seien. Erwünscht erscheine, durch die Bereitstellung von Mitteln die Auswanderung nach den Kvlonien zu sördern. (Beifall rechts).
Abg. Zimmermann (Antis.) bezeichnet die Art, wie Herr von Mirbach Kirchenbangrlder gesammelt habe, als jüdisch und zwar so jüdisch, daß selbst den jüdischen Bankiers darob der Schrecken in die Glieder gefahren fej. Der Fau Mirbach, ber Fall Ruhstrat und ähnliche Skandale seien Waffer aus die Mühle bext Sozialdemokratie. Redner empfiehtt zur Sanierung.?
da» aus den Brettern groß geworden, seine» Namen» »nmrrdig fröre . . . Wenn e» etwa mehr um wein Vermögen al» um meine Sh6? brmgte? . . . Dain würde ich ihm seine Rechte zuerkennen, aber mein Herz ihm verschließen . . • Doch dieser letzte Schlag, ich iühle e», wäre mein Tod."
Ihn deshalb suchte « vorerst mehr do» feuer Tochter zu irfairrn, fie zu sehen unb kennen zu lernen, ehe er ftirtr Sehr,sucht, fie zu umarmen, nachgab. . . .
Aber warum hatte er auf ihre rührenden B.tien nicht geantwortet?
Der Sachverhalt war sehr einfach.
Die «cch Dille gesandten Briefe hatten ihn erst auf dielen Umtogt» in Tunesien erreicht. Trotzdem er dann zuerst cusgcbrochen, war er zu spät gekommen. Regina lag auf dem Friedhöfe, unb ihre Tochttr halte Pz» verlassen, um in die Franche- Cowte zu reisen.
Schwester Therese Hütte ihm zwar da» anziehendste Bild von seiner $ecL$<r entworfen, ihm ihre kiMichs Aufrpserwg, ihe Sanftmut und Unschuld in d>n sckö-pen Farben geschildeit, do d wußte er, tote Hier diese Tugenden si> d, und trotz der Freude, welche dre Versicherungen der würdigen Oberin verursacht'», fühlte er sich nicht ülerzeugt.
„Ah", dachte er, „b-e Gutmütigkeit dsiser O de->S- froutn ist leicht zu iäuschen.....In diesem Al es
schien auch Regina ebenso fromm wie schön zz sein, unb dennoch . .
S ine Betrachtungen verloren fich in stille Seufzer, während der Eilzug ihn Delle «Sher brachte.
Hier wartete seiner eine neue Enttäuschung; sei« Kind war wieder fort, zurückgeschleudert in e n L ben voller Abenteuer, unter bem zweifelhaftem Schutze eine» Schauspieler».
Unb diesmal hatte Frau Friebrich, diese ehrbare Familiemmüter. diese von der ganz»» Umgegend al» Muster inb Beispiel verehrte Dame, seine Tochter ander» geschildert al» Schwester Therese.
(Fortse^ng folgt.)
Äwrtee bet $»«*• «»Feiertage, viertel ^teL8ei»eipreis «tee Lringerlohn und Sefelaelb i» Allda und a»s»6rt* 1 lllk. 50 Pf8
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