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8nlöa, Mittwoch, den 7. Dezember 1904.
31. JahrgMg-
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Deutsches Reich.
Berlin, Len 6, Dezember 1904.
* Die Kaiserin, die bet der Pflege der an Influenza erkrankten Pünzesstn im Neuen Palais an Influenza erkrankte und zeitweise das Bett hüten mußte, befindet fich, wie auch die Prinzessin, auf dem Wege der Besserung.
* Die beide« Staatsverträge zwischen dem Reiche und Rußland, betreffend die Herstellung einer Eisenbahnverbindung zwischen der Warschau Kalischer Eisenbahn und der Preußischen Staatsbahn bei Tkalmierzyce sowie zwischen der Herby-CMstochauer Eisenbahn und der Preußischen T-aatsbahn bei Herby, find heut: von den beiderseitigen Bevollmächtigten unterzeichnet worden.
* Die Dresdener Bank hat ihren Widerspruch gegen die Eintragung der durchgeführten Erhöhung des Aktienkapitals der Hibernia um 6,5 Millionen Mark in das Handelsregister schließlich bis zum Kammergericht verfolgt, welches nunmehr ebenso wie die Vorinstanzen die Beschwerde zurückgewiesen hat. Die Eintragung, auf Grund deren bekanntlich die 6 5 Millionen neue Aktien bereits zur Ausgabe gelangt find, ist damit von der obersten für Handelsregister-Angelegenheiten zuständigen In- stanz als gerechtfertigt erklärt worden.
* Die zweite Friedenskonferenz im Haag wird verschoben. Rußland hatte tie Einladung Roosevelts nur mit der Einschränkung angenommen, daß es erst nach Be- endigung des Krieges teilnehmen könne. Vom Staatsdepartement der Vereinigten Staaten wvrde darauf mit geteilt: Da Rußland nur unter solchen Einschränkungen an der Konferenz teil- nimmt, und in Anbetracht der Tatsache, daß verschiedene andere Mächte ihre Zusage zur Ein- ladung des Präsidenten Roosevelt zurückziehen würden, falls Rußland nicht vertreten wäre, so muß der Vorschlag, den die russische Regierung machte, daß die Konferenz bis zum Schlusie deS Krieges verschoben werden müsse, notgedrungen die Vereinigten Staaten daran verhindern, augenbl'cklich weitere Schritte in dieser Angelegenheit zu tun. Japan hat die Einladung Roosevelts wohlwollend ausgenommen.
* Zur Trennung von Staat und Kirche in Frankreich. In der Kommission der ftanzösischrn Depuliertenkammer für die Trennung von Kirche und Staat gaben die Mit
glieder der konservativen Minderheit eine Protesterklärung ab gegen das Vorgehen der Mehrheit, die den neuerlichen Beschluß der Opposition wieder rückgängig gemacht und entschieden hatte, den von der Regierung eingebrachten Gesetzentwurf zur Grundlage ihrer Beratungen zu machen. Die Mitglieder der Minderheit beteiligten fich nach dieser Kundgebung nicht mehr weiter an den Beratungen, sondern verließen den Sitzungssaal. Die zurückbleibende Mehrheit nahm darauf sämtliche Artikel der Regierungsvorlage an und beauftragte den Berichterstatter Briand, fich vor der zweiten Lesung mit dem Ministerpräsidenten ins Einvernehmen zu setzen. Wie man sieht, handelt es sich hier um ein ganz hinterlistiges Manöver der radikalen Kommtssionsmehlhrit, die, weil ihr der urspüng- liche ablehnende Beschluß d.r Kommisston nicht paßte, diesen durch eine, geschäftsordnungsmäßigr unzulässige, abermalige Beschlußfassung unwirksam zu machen suchte. Aber wer wird über solche Gewaltstrriche einer skrupellosen Kirchen- Hassergesellschaft noch weiter sich wundern!
* Des belgischen Kammer liegt ein E h e- scheid ungSges etz vor. Um die Zahl der Ehescheidungen, die von vier im Jahre 1830 auf 825 im Jahre 1903 gestiegen ist, zu vermindern und die Gerichte zu entlasten, bestimmt das neue Gesetz, daß die Sühnesrist sechs Monate dauern und die Untersuchung nicht öffentlich vor drei Richtern, sondern unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vor einem Richter im Beisein des Staatsanwaltes fiattfinden soll. Die Novelle ist im Verlaufe der Debatte einigen Abänderungen unterzogen worden, die namentlich den Juristen erforderlich schienen, und wird in ihrer nunmehrigen Gesetzeskraft voraussichtlich Gestalt erlangen.
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* Die Greuel des Krieges.
Einen erschütternden Bericht Über den Untergang des Torpedobootes „Straschny" veröffentlicht, wie aus Petersburg geschrieben wird, das Blatt.Rußkoje Slowo' nach den Angaben des Stewards Mezenow, der in entsttzlichem Zustande gerettet wurde. Mezenow hatte 22 Wunden durch die jopanischen Geschosse erlitten. Die Zehen des einen Fußes waren weggerissen, eine Schulter und eine Hüfte waren schwer zerrissen, die Brust an zwei Stellen durchbohrt, und ferner hatte er Wunden in der Magengegend und an anderen Körper stellen. Er erzählt folgender» maßen: „Es war nachts, nach einer Ausfahrt auf See hinaus, als wir nach Port Arthur zurückkehrten. Die Dunkelheit hatte sich ein wenig gelichtet, und in der Nähe der Inseln konnte man drei Torpedoboote ohne Flagge erkennen. Wir glaubten zuerst, es wären unsere eigenen, als wir aber näher herankamen, wurden wir unseren Irrtum bald gewahr. Aus ihren Geschützen blitzte es auf, und drei Meter von unserem „Straschny" entfernt, schlugen die ersten japanischen Granaten in's Wasser. Wir erwie- betten das Feuer, während wir unsere Fahrt fortsehtkn. Als wir Sikow passiertkn, kamen
Ausgestoßen.
Bon Maurice de Beaumont. Deutsch von
Helene Krembs.
32 ------(Nachdruck verboten.)
„Nicht doch; ich würde wich hüten, sie anzunehnnn. Ich bin im Gegenteil so zufrieden mit meiner Stellung, daß ich Ihnen aur Dankbarkeit die Dienste der liebenswürdigsten aller Pianistinnen anbieten mö-te."
„Fräulein? . . . sorschte der Direktor und unterwarf dar er-ötende Mädchen einer schnelle« Prüfung. Als er ihre Erregung bemerkte, wandte er sich leise an Roll:
„Noch sehr jung!"
„Vielleicht, aber Fräulein Mariel, Tochter und Enkelin der Künstlerinnen Barlettl, hat da; Talent dieser Familie geerbt. Zwei Jahre lang hat sie ganz allein die Klaoierbeglcimng im .gallischen Theater' besorgt . . . mangels passenderer Beschäftigung."
.„Ich bezweifle durchaus nicht Ihre Befähigung, mein Fiäuletn," antwortete der .Ehest, fich höfl'ch verbeugend; „zu meinem Leidwesen muß ich jedoch sagen, daß wir mit einem tüchtigen Pianisten versorgt fird. Ich umß deshalb aus Ihre steundliche Hülfe verzichten."
Aimee war recht niedergeschlagen und blickte flehent- Uch zu Rcll hinüber.
Dieser wandte nun seine ganze Beredsamkeir auf, vm Herrn Simiane die eigrutümliche Lege der Waise ur,o die Gründe, welche fie zu ihrer Birte bestimmtem, auLcinanderzufrtzen.
Wenn irgend etwa- dabei zu ihren Gunsten sprach, so war eS der Umstand, daß ihre Mitwirkung nichts als Gewinn für den Direktor bedeutete, und daß der Name Barletti, dem Vaternamen LimreS ongefüzt,. nebenbei als Reklame dienen konnte.
Er ließ fich also vrrschieder e Sachen Vorspielen und zweifellos war er von ihren Leistungen bestiedigt, denn er fügte seinem Lob noch hinzu:
„Sotto Brrleiti war erste Sängerin in unserem Theater im Jahre 1865, und ihr Name ist noch nicht vergessen. Setzen Sie sich also mit Herrn B, uaserm Pianisten, in Berbrndurg Ich zweifle nicht, daß er Jhsen dann und wann seinen Platz überläßt, um so eher, ut8 er ja nur Profit dabei hat, indem Sie, mein Fräulein, die Arbeit übernehmen Ich wünsche, daß Sie auch die Lorbeer» einheimfen."
Armee dankte mit ihrem sanften, verbindlichen Lächeln und verabschiedete sich von Herrn Simiane, der fie zuvorkommend bis an die Tür begleitete und noch bemerkte:
„Vergessen Sie nicht, daß am Samt tag der Eröffnung« abend ist. Sprechen Sie so bald wie möglich mit Herrn Saluti und lassen Sie mich den AuSgang wissen, damit ihr Name aus den Zettel kommt, falls Sie Erfolg haben. Leben Sie wohl!"
Die beiden Freunde zogen fich befriedigt zurück und begaben fich sofort zu dem genannten Kiavierkünstler.
Dieser war über das Anerbieten nicht wenig erstaunt, hütete fich aber wohl eS abzuschlagen. Herr Saluti war ein Mann in reiferen Jahren mit praktischem Verstand, der durch harte Arbeit den Unterhalt für seine sehr zahlreiche Familie erwarb.
Nichts kam ihm also gelegener als fich zeitweilig, ohne Schmälerung seines Verdienstes auSiuhen zu können. Unter diesen Bedingungen konnte Fräulein Mariel seinen Platz einnehme«, so lange eS ihr br- hagte.
Ach! darüber dachte Aimee anders I
Wenn der Erfolg dieses Schrittes fie such momentan erfreute, so fühlte fie dabei doch eine gewisse Bitterkeit Würde ihr Vorhaben fie dem gewünschten Ziele näher bringen? Und würde ihr Vater, wenn fi- ihn auf diese Weise fände, fie nicht zurückstoßen, wie es die Tante in Delb getan? Man verabscheute dort hie Komödianten, und waS war fie nun in den Augen
drei weitere Torpedoboote hinter einer Insel hervor. Dann erschienen zwei Kreuzer. Jetzt begann der wirkliche Kampf. Eine Granate traf unser Boot und tötete unseren Assistenzarzt Wassiliew.
Anstelle des Getöteten hatte Mezenow den Verwundeten Beistand zu leisten. Er war gerade damit beschäftigt, zwei Matrosen ihre Wunden zu verbinden, als vier weitere Verwundete zu ihm gebracht wurden. Einer von ihnen wollte einen Granatsplitter aus dem Rücken entfernt haben, was Mezenow mit Hilfe eines finnischen Messers auch fertig brachte. Die Wirbelsäule war verletzt. Die Verwundeten, welche den Tod klar vor Augen sahen, nahmen Abschied von einander mit den Worten: „Verzeih mir, wenn ich Dich jemals verletzt habe. Mezenow reichte ihnen Zigaretten, um ihre Gedanken abzulenken. Kaum hatten sie dieselben angezündet, als eine Granate in den Raum einschlug und alle vierflötete. E n Granatsplitter traf auch Mezenow ins Bein. Em Maschinist kam zu ihm: „Rette mich, Steward!" Ausströmender Dampf hatte ihn furchtbar verbrüht. „Was kann ich für Dich tun? Soll ich Dir kaltes Wasser übergießen?" fragte er, der. selbst verwundet war. „Ach, wenn ich nur gleich tot gewesen wäre! Aber so bin ich am ganzen Leibe verbrüht," stöhnte der Maschinist. Mezenow goß kaltes Wasser über ihn aus. Da schlug eine zweite Granate ein, riß dem Maschinisten den Kopf glatt ab und brachte Mezenow fünf Wunden bei, zwei in der Brust, zwei in der Schulter und eine in der Magen- gegend. Trotzdem konnte er sich noch aufrecht halten. Er verband seine Wunden und tat Handreichungen beim Munitionstransport. Dann kroch er auf Deck. Vor der Luke fand er den Torpedooffizier Wajinsky liegen. „Sie find verwendet? — Ich auch", sagte Mezenow zu dem Offizier, aus dessen Brust das Blut hervorschoß. Auf Deck trafen ihn von neuem Granatsplitter, rissen ihm die Zehen des linken Fußes und Fleischteile vom rechten Fuß ab. Der Kapitän war bereits tot. An seiner Stelle dirigierte Leutnant Malew das Feuer. In der linken Hand hielt er seine Mütze, und mit der rechten wischte er fich das Blut vom Erficht. Ein Fetzen seiner abgerissenen Kopfhaut hing ihm über das Ohr hinab. Bei diesem Anblick vergaß Mezenow seinen eigenen Zustand. „Lassen Sie mich Sie verbinden", sagte er. „Nein ich muß kämpsen", erwiderte der Leutnant entschlossen. „Lebe wohl,"-fügte er hinzu und küßte den Steward auf die Wange. Oft entspringt so im letzten Augenblick zwischen Männern, die ihren Tod bestimmt wissen, eine seltsame Zärtlichkeit.
Das Feuer wird heftiger; ein Kreuzer kommt näher und näher. Da wird ein Torpedo gegen ihn abgefeuert. Erfolg! Der Kreuzer neigt sich stark über und wird von einem anderen Schiff weggeschleppt- Das zweite Torpedorohr öffnet seinen todbringenden Mund gegen ein japanisches Torpedoboot. Noch einen Augenblick, und es hätte seine Arbeit getan, aber eine japanische Granate bringt es im Rohr zur Explosion. Die Torpeder bleiben schrecklich verstümmelt tot neben
ihres BatrrS anders als eine Komödiantin, ein u-rver- schämteS, von der Gesellschaft in die Acht erklärtes Wesen. So würde man ste vielleicht behandeln . . .
Wahrlich, eine männliche Seelenstärke tat ihr Not im Kampfe mit ihrem widrige« Geschick. ES hieß nicht mehr rückwärts schaue», sondern vorwärts schreiten festen FußeS, ohne Bedauern, ohne Murren.
Roll bewunderte fie und stillt« fich insgeheim die Frage, ob er gegebenen Falls ebensoviel moralische Kraft befitzen würde, wie dieses halbe Kind. Seine ergebene Zuneigung zu Murre nahm tagtäglich zu.
So geht eS gewöhnlich, wenn da- Mißgrsch ck zwei Seelen verknüpft. Im Glücke wird der Mensch so leicht selbstsüchtig, die Last der Gaben Fortunas kann noch so schwer sein, er fühlt die Kraft, fie allein zu tragen. Aber wenn der Sturm der Prüfungen herein- b:icht, dann wird auch die starke Eiche zum Schilfrohr: fie beugt fich bis zum bescheidenen Halme nieder und nimmt von ihm sogar eine Stütze an.
Unter Rolls Schutz trat Aimee zum ersten Male als Pianistin aus. Wohl zitterte fie ein wenig, als fie, den Arm des Freundes verlassend, den ihr angewiesenen PlaU einnühm. Die vielen auf fich gerichteten neugierigen Augen zauberten ein leichtes Rot in ihre blaße» Wangen. Auf den Theaterzetteln stand groß gedruckt: „Die Begleitung wird ausgeführt von Fräulein Aimee Mariel-Barletti", und jeder wollte die Enkelin der ehemals berühmten Sängerin sehen.
Ein einfaches gr?ueS Seidenkleid mit schwarzem Sammetausputz umschloß ihre schlanke Gestalt. Die weißen Fliedersträußchen am Mieder und in den dunklen Locken waren eine Aufmerksamkeit RollonS.
„Du darfst doch nicht auSsehe» wie e n Backfisch, der gerade aus der Pension kommt", scherzte er.
Da hat fie denn aus der Blmnenfülle, welche er vor fie hinlegte, den Fliederzweig gewährt, das Sinnbild der Offenherzigkeit und der Hoffnung. Als bet «sie Augenblick der Befangenheit vorüber war, gewann fie ihre Sicherheit wieder. WaS für einen Unterschied machte es den» asch schließlich, ob fie in diesem reich
dem Rohr liegen, der bedienende Feuerwerker wird in Stücke gerissen, und sein Kopf, weit vom Rumpf entfernt, auf Deck geschleudert. Der Leutnant hebt den Kopf auf, küßt ihn und sagt innig: „Lebe wohl, Karne? ad!" „Er war groß in diesem Augenblick", sagt Mezenow. Die japanische» Granaten wüteten u eiter, alle Mann am Bug des „Straschny" mußten ihr Leben lassen. „Rettet euch, so gut ihr könnt, Brüder", waren die letzten Worte des Leutnants, dann fiel er. Mehrere Matrosen sprangen über Bord. Mezenow versuchte, seinen Rettungsgürtei loszu- reißen, hatte aber keine Kraft mehr in den Händen. Mit einem Stoßgebet sprang er inS Wasser, wo er fich an den Rettungsgürtel des Maaten Sokolow festklammerte. Doch sofort ließ er ihn wieder los, da Sokolow nicht schwimmen konnte, und arbeiiete sich zusammen mit einem Kameraden langsam aus dem Feuerbereich heraus. Da, ein leiser Ruf: „Der Bayan kommt!" Er war es wirklich. Boote wurden Herabgelaffen, Rettungsgürtel und Taue den Ertrinkenden zugeworfen und mit einigen anderen Mezenow an Bord geholt.
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Marktbericht,.
* Frankfurt a. M., 5. Dez. 1904. Notierung der Mehmarkt-Preife. Zum Berkaus standen: 408 Ochsen, 45 Bullen, 760 Kühe und Färsen, (Stiere und Rinder», 247 Kälber, 300 Schafe und Hümmel und 1693 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts bis zu 6 Jahren 72—74 Mk., b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 67—69 Mk. c. mäßig genährte junge, gutgenährte ältere 61—63 Ml., d. gering genährte jeden Alters 00—00 Mk. Bullen, a. vollfleischige höchstens Schlachtwertes 61—63 Mk., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 57—59 Ml., c. gering genährte —.— Ml., Kühe und Färsen: (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausge- mästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes 67 69 Mk., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten SchlachtwerteS bis zu 7 Jahren 61—63 Mk., c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 51 bis 53 Mk., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 41-43 Mk., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) —.— Mk. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast« (Vollm. Mast) und beste Saugkälber 81—83 Pfg., h mittlere Mast- und gute Saugkälber 71—75 Pfg., r. gelinge Saugkälber 57—60 Pfg., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) —.— Pfg. Schafe: a. Mastlämmer und 'irrigere Masthämmel 66—67 Pfg., b. ältere Masthämmel 54—56 Pfg., c- mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 48—50 Pfg. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und bereit Kreuzungen im Alter bis zu l1/« Jahren 58—59 Pfg., b. fleischige 57 biS CO Pfg., o. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 50-52 Pfg., d. ausländische Schweine (unter A». gäbe der Herkunft) —.— Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgewicht: Kälber a. 48—50 Pfg., b. 42—45 Pfg., Schweine a. 46 Pfg., b. fleischige 45'/- Pfg. Geschäft in Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, in Kleinvieh mitlelmäß g, Markt geräumt. AuS Oesterreich standen 169 Ochsen zum Berkaus.
Rett«»«»- «»v Sluzei-esteir.
Rochus - Lose a 2 Mk„ 1,d„“UV.g’llt'
ausgestatteten Saale ober unter dem Leinenzelt der „gallischen Theaters" spielte, ob die Zuhörer auf hölzerne« Bänkm saßen, oder ob elegante Damen ihren Kleiderstaat in den Logen auSbreirrten?
AnS Publikum war fie gewöhnt, aber früher hatte fie die Mutter zur Seite gehabt; die Gegenwart Reginas hatte ihr Sicherheit gegeben. Heute mußte allein die Erinnerung an fie ihr Mut ei- flößen.
Sie spielte ihre Partie in reizender Manier, mit wirklichem Talent, zur großen Befriedigung der Schauspieler und deren Zuhörer und zu Rolls ledhafrer Freude, der nicht wenig stolz auf den Erfolg seiner F.eundm war.
So verging der erste Monat der Winterspielzeit. Die S:ürme sausten über die Stadt dahin, und die Earonr wälzte ihre gelben, erdigen W^ssermassen. Ost, wenn fie nicht gerade übte, saß Aimee an dem Fenster ihrer Stübchens und sah den Regen gegen die Scheiben klatschen, hörte die Windfahnen auf den Dächern kreischen. Tann seufzte fie wohl:
„Wann wird eS endlich Frühling werden? Wann komme ich zu menem Baier?"
Sir sah Roll jeden Tag bei den Mahlzeiten, welche fie gewöhnlich durch trauliche Unterhaltungen verlängerten.
Aimee hatte fich durch ihr Talent viele Bewunderer und durch ihr angenehmes Wesen auch Freunde erworben. Die Schauspielerinnen erkundigten fich an- gelegertlichst bei ihr nach Lorta Barletti, und fie mußte immer wieder die Bilder der Mutter und Großmutter zeigen, von deren Schönheit die „Damen" fich ganz entzückt zeigten. Alle waren darin einig, daß auch Aiwee einen unbestrittenen Erfolg haben würde, falls fie fich entschlösse, ganz zum Theater überzugehen.
Aber fie säüiteltg den Kopf und lächelte: „Ich nicht neidisch aus ihren Ruhm."
„Doch, doch, das wird schon kommen", meinte eines Abends die erste Liebhaberin. „Die Lorbeeren Ihres Gatten werd«« Sie nicht ruhen lassen!" (F. f.)