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»ruck und Verla- der zuldaerActien-rncker^ in Krida (harmonier 8«rnsprech«r Rr 9.

Hulda, Montag, den 5. Dezember 1904.

Jlo 278,

31. Jahrgang.

Zweites Blatt

Der Etat und die MMrvorlagen im Reichstage.

Am Samt tag war im Reichstage eine „große Sitzung" für den Bundesrat. Auf der Tages« ordnung stand die erste Lesung des Etats; es n>a* oder vorher ausgemacht worden, daß nur dte Vertreter des Bundesrals zu Worte kommen sollten. Die Sitzung wurde eröffnet mit der Ver­lesung der zu « Etat zu den Mililärvorlagen von den verschiedenen Reichsännern angemeldeten Kommissaren; diese Verlesung dauerte fast zehn Minuten. Militär, Marine, Kolonial-Truppen und Zivil waren dann auch am Bundesrats­tische reichlich vertreten. Offenbar fehlte aber „och mancher von den Angeweldeten, da sich voraussehen ließ, daß seine Anwesenheit heute noch nicht nötig sein werde. Es waren auch nicht sämtliche Staatssekretäre anwesend, sondern nur die des Reichsschatzamts, des Reichsamts des Innern, des Marineamts und ides Reichs­postamtes, außerdem der preußische Finanz­minister. Der Reichskanzler erschien erst andert­halb Stunden nach Beginn der Sitzung.

Reichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel, der erste Redner des Tages, sühlt sich offenbar un­behaglich, wenn er einsam an einem Tische auf­recht steherr muß. Er hatte sich deshalb die Rednertribüne der Abgeordneten mit dem den Sprechenden mehr verdeckenden Pulte als Platz ausersehen, von dem aus er seine ElatSrede hielt. Schon vor Eröffnung der Sitzung stand er hier, „schußbereit-, aber etwas unruhig eine Viertelstunde lang, bis ihm endlich das Wort erteilt wurde. Die laute Unterhaliuna des Hauses wich sofort einer aufmerksamen Stille und diese hielt dte ganze einstündige Rede hindurch an, wiewohl das Anhören endloser Zahlenreihen gerade keine große Unterhaltung ist und der Reichsschatzsekretär sein Zahlenmaterial nicht durch neue Gedanke« intereffant mochte, überhaupt nur ein bescheidener Redner ist. Glücklicherweise verfiel et nicht in das unverständliche Gemurmel, in das die Reden seines Vorgängers, sobrld fie von einiger Länge waren, auszulaufen pflegten, sondern blieb bis zu Ende deutlich und laut. Neues hatte er dem Hause im Grunde genommen nicht mitzuteilen.

Daß daS Elatsjahr 1903 einen Fehlbetrag von 61/s Millionen Mark aufweist, wußte man schon seit längerer Zeit aus dem .Reichsanzeiger'. Für das lausende Jahr veranschlagte er die Mehreinnahme gegen den Etat auf 11 Millionen, von denen aber mehr als die Hülste durch Etats­überschreitungen und außeretatsmäßige Ausgaben aufgezehrt wird. Der Aufstand in Güdwest- afrika hat die Reichskaffe so sehr in Anspruch genommen, daß Schatzanweisungen in einem Um­fange ausgegeben werden mußten wie nie zuvor, und noch ist kein Ende da. Es ist sogar mög­lich, daß die gesetzlich zuläffige Grenze der Aus- gäbe von Schatzanweisungen erweitert werden muß. Die 6 Millionen, die das Etatsjahr vor- ausfichtlich an Ueöerschüssen übrig läßt, müffen bekanntlich auf Grund der „kleinen Reichsfinanz­reform- den Bundesstaaten als Ersatz für unge­deckte Matrikularumlagen überwiesen, werden. Der Reichsschatzsekretär meinte wehmütig, daß die Bundesstaaten keine reine Freude daran haben würden, weil ihnen voraussichtlich bei den

UeberweisungSsteuern 7 Millionen fehlen würden, also die 233/< Millionen ungedeckter Matrikular­umlagen doch bleiben und daneben noch die einst- werken nur gestundeten 163/* Millionen über ihnen schweben. Immerhin ist es schon ein Fortschritt, wenn der laufende Etat ohne Fehl­betrag abschließt.

Nachdem er bann die fatalen Zahlen des neuen Etats etwas beleuchtet und unter allsei- tigern Beifall betont hatte, daß wir mit dem Schuldenmachen nicht in der bisherigen Weite fortfahren dürsten, richtete der Reichsschatzsekretär einen Blick auf die Ztrkunft, fand aber die Aussichten recht trübe und kam auch hier zu dem Ergebnis: So kann eS nicht weiter gehen. Sparen laffe sich nichts wesentliches, Heer, Ma- rine, Kolonie« usw. erforderten wachsende Aus­gaben. An den neuen Zolltarif dürfe man keine optimistischen Erwartungen knüpfen. (Die für die Witwen- und Waisenversicherung bestimmten Fonds aus den landwirtschaftlichen Zollen wird, so fürchtet Frhr. von Stengel, ein ähnliches Schicksal haben, wie die Reichsinvalidenfonds.) Und so bliebe nichts übrig, als „neue Maß­nahmen zur Sanierung der Reichsfinanzen". Das Wort „neue Steuern" vermied der Reichs­schatzsekretär geflissentlich, wiewohl es ihm aus dem Hause zugerufen wurde. Er versichert nur, daß man bei der „Senkung" auf die wirtschaft­lich Schwachen Rücksicht nehmen müffe. Wer also erwartet hatte, er werde beute mit einem großen Steuerbouquet ausmarschieren, der hatle sich geirrt.

Nach dem Reichs-Schatzsekretär erhob sich Kriegsminister v. Einem, um seine beiden Vor- lagen zu empfehlen. Er sprach eine gute halbe Stunde. Ziemlich langsam und stockend wieder­holte und umschrieb er eigentlich nur, was in der Begründung der Vorlage gesagt ist. Das Quinquennat will Schwächen und Lücken in un­serer Armee - Organisation beseitigen und den inneren Wert der Armee erhöhen; dazu sind die aufgestellten Forderungen notwendig, insbesondere auch die Vermehrung der Kavallerie, die nicht etwa nur einer Liebhaberei entspringt; die für Säuernde gesetzliche Festlegung der zw ei jährig enDienst zeit geforderten Kompen­sationen find ebenfalls unbedingt notwendig, weil die körperlichen und geistigen Kräfte desAusbil- dungs-Personals durch die zweijährige Dienstzeit überangestrengt werden. Alles nähere sparte sich der Minister für die Kommission auf. Es war davon die Rede gewesen, daß auch der b ay er i- s ch e und sächsische Gesandte das Wort ergreifen würden, wahrscheinlich um die Reichs - Finanz­reform zu empfehlen, oder der Reichskanzler, um etwas, über den Handelsvertrag mit Oester­reich zu sagen; es geschah jedoch nicht, und wie es schien, wußte keiner von den Vertretern des Bundesrates noch etwas zu sagen.

Abgeordnetenhaus.

111. Sitzung vorn 8. Dezember 1904.

Eröffnung 11'/« Uhr.

Beratung des Antrags Kindler (fr. Vp.) betr. dis Einrichtung von Meisterkursen vnd die Veranstaltung von Ausstellungen von Maschinen und Werkzeugen für das Kleingewerbe.

Die Kommission beantragt, die Regierung zu er­suchen, entsprechend den Beschlüssen des Abgeordneten­hauses, betreffend den Antrag Trimborn, eiueZentral-

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stelle zn schaffen, welcher unter Heranziehung von Sachverständigen aus dem Handwerker- und Gewerbe­stande insbesondere die Förderung deS Handwerks zu unterstellen ist.

In der Debatte betonte

«bg. Trimborn (Zentrum) mit allem Nachdruck, daß die Stellungnahme deS Zentrums gegen den An­trag Kindler nicht bedeute, daß seine Partei gegen die Meisterkurse sei. Eine solche Deutung dürfe auch mcht die Haltung der Kommission erfahren. Die Kom­mission sei nach wie vor bestrebt, das Handwerk nach jeder Richtung hin zu fördern. Wir wünschen auch nicht ene Verlangsamung des Tempos in der weiteren Errichtung von Meisterkursen. Der Antrag Kindler ist nur eine Wiederholung eines Teiles des Pro­gramms, und diese Wiederholung könnte unter Um­ständen einen Taoel gegen dte Regierung bedeureu, daß fie nicht schnell genug vorgegavgen sei. Ein schnelleres Tempo ist aber nicht erwünscht, weil wir noch im Stadrum des Sammelns der Erfahrungen find. Wenn diese abgeschloffen vorliegeu, kann das Tempo beschleunigt werden. Wir sind aber auch des­halb gegen den Antrag, weil er nur einen Punkt be­sonders hervorhebt, gleich als ob die anderen Punkte deS Programms minderwertig wären. So ist die Forderung deS GenoflenfchaftSwefens ebenso wichtig, wie die der Meisterkurse. Dte Meisterkurse müffen älteren Gesellen mehr zugänglich gemacht werden, ste müssen nutzbar gemacht werden in weiterem Umfange für dte Vorbereitung zur Meisterprüfung und für dre Heranbildung von Handwerkern zu Fachlehrern. Ueber den einen Punkt herrscht bis jetzt Uebereinstimmung: daß d'e Schaffung einer Zentralstelle im Handels­ministerium erforderlich ist.

Die Debatte schließt.

Der Antrag Kindler wird abgelehnt, die Re­solution der Kommission wird angenommen.

Es folgt dte Beratung des Antrags v. Arnim (kous.), welcher die Regierung ersucht, ihren Einfluß auf die Kal tsyn Vikare dahin geltend zu machen, daß den landwirtschaftlichen Bezugsverbänden ihre bisherig bevorzugte Stellung bet Bezug der Kalisalze erhalten bleibt. Der Antrag ist vom Zen­trum unterstützt worden.

Der Antrag Arnim wird nach längerer Debatte gegen dte Stimmen der Freisinnigen und eines Teils der Natioualliberalen angenommen.

ES folgt die Beratung deS Antrags Oeser (fr. Bv.), sowie des Antrags Hitze-Schmedding «Ztr) betreffend die Reform des WohuungSgeldzuschuffeS.

Die Budgetkommission beantragt an Stelle beider Anträge eine Resolution, die an die Regierung das Ersuchen richtet, dahin zu wirken, daß der Woh­nungsgeldzuschuß für Unterbeamte mit Familie erhöht wird und zwar nach Maßgabe der Grundzüge des Umz'tgskostengesi tzeS.

Finanzmtntster Freiherr v. Rhrinbaben wiederholt seine in der Kommission abgegebene Erklärung, der WohnungSgeldzuschuß müsse für die unteren Beamten neu geregelt werden. Er wiffe »och nicht, wie sich der Etat für 19C6 gestalten werde, Hobe aber den herzlichsten Wunsch, daß so bald wie möglich der Beschluß der Budgetkommisstvn zur Durchführung gelange.

Die Abgeordneten Schmedding (Ztr.), PallaSke (kons.>, @ tröffet (kons.) Freiherr v Zedlitz (fretkous.), Fritsch (natlib.) und Peltasoh« (fr. Vgg.) sprechen sich für den Kommtssionsantrag aus, worauf dieser ein­stimmig angenommen wird. •

Montag 11 Uhr Petitionen. Schluß'/.S Uhr.

* Um die Liebe zur heimatliche» Scholle z« wecke«, hat der Bürgermeister Schulz in Ftschhausen (Ostpreußen) einen nachahmenswerten Versuch gewacht, über den er s löst in der .Deutschen Städtezeitung' folgende; berichtet: Ich habe in diesem Frühjahr an 84 hiesige Bolksschulkinder — 20 Mädchen und 14 Knaben — je ein Gartenstückchen von etwa 35qm zur Selbstbewirtschaftnng ausgetan. Der Acker liegt unmittelbar an der Stadt, also nicht nur den Kleinen bequem, sondern auch unter den Augen des Publikums. Uvd zwar habe ich den 10—14 Jahre alten Kindern sowohl das Land, als auch die Aussaat, je nach Wunsch Kartoffeln (9 Zentner), Gemüse und Blumen, kostenfrei überlaffen. Sie dürfen mit diesen ihren Äckerstückchen während deS Wirtschaftsjahres ganz nach Belieben schalten und walten; was sie ernten, ist ihr unverkürztes Eigentum. Rur müffen sie alles ohne Ausnahme vom Bermeffen und

Einteilen des Plaues bis zur Ernte, selbst verrichten. Erwachsene Personen, insbesondere Eltern und Ge­schwister. dü-fen zwar Rat erteilen, aber mit keinem Finger helfen. Daß t ie Kinder sich gegenseitig Hilfe leisten und auch sonstige Altersgenoffen hwzUztehen, ist dagegen nicht nur gettattet, sondern sogar erwünscht. Denjenigen, die ihre Sache am besten machen,hatte ich zum Herbste eine kleine Prämie zugesagt. ES ist mir schließlich schwer gefallen, die besten herauSzufinden, da fich fast alle Kinder große Mühe gegeben hatten. Es war eine wahre Freude, zu beobachten, mit welchem Eifer die Aleinen während deS ganzen SommerS gruben, pflanzten, goffrs, jäteten, und schließlich ernteten. Das vecarrlaßt mich, den diesjährigen kleinen Versuch bei unk womöglich zu einer dauernden, recht vielen Kinder« zugute lommenden Einrichtung zu machen und auch die Oeffentlichkeit für dte Sache zu interessieren. DerLand- wirtschafiSminister hat mir bereits für daS nächste Jahr ewe Staatbbeihrlfr von ICO Mark überwiesen. Ich würde es sogar eineS Versuch? für wert halten, sämtliche Schulkinder, insbesondere Volksschüler, die ein gewiffes Alter, etwa 8 Jahre erreicht haben, zuzuziehen, gleichviel ob arm oder nicht arm, und zwar, soweit irgend möglich, allerorts. Auch die wohlhabendtn Eltern würden mit geringen Ausnahmen sicherlich damit einverstanden fein. Die einzelnen Ackerstückchen müßten, nach dem Lose verteilt, ganz durcheinander liegen, vielleicht nur die der Mädchen und Knaben getrennt Aufseher und auch Obecaufseher, auS der Mitte der Kinder gewählt, hätten sich gegen eine kleine, von allen aufzubringende Naturaloergütung der tieberwach uv g der Anpflanzungen mit besonderer Sorgfalt zu widmen. Es könnte sogar, wenigstens versuchSw-r-e, ein auS den ältesten Kindern zu wäbleudes „Gericht" bestellt werden, daS über et­waige Ordnungsstrafen (Entziehung von Früchten usw.) zu beschließen haben würde. Was hier nur kurz skiz­ziert ist, warum eS am besten so und nicht anders sein könne, werden die Kinder bald einsehen, eine Erkennt­nis, die im späteren Leben ihnen und der Allgemein­heit nur heilsam sein dürfte. Bor allem aber halte ich außerordentlich viel davon, und das war der Be­weggrund für meinen Versuch, daß die Kinder schon in den frühesten Jahren Gelegenheit haben, an der Hand der großen Lehrmeisterin Natur das Selbstwtrt- schaften, insbesondere den Wert und die Erfolge eigener praktischer Arbeit schätzen und dadurch Landwirtschaft und Gartenbau kennen und lieben lernen. Ferner wird dadurch den Kindern taS Streben nach einer eigenen Scholle eingrpflanz'. und das Miteinanderarbeiten weist ste von s-lbst hin aus den Schutz fremde« Fleißes und Eigentums. Jung gewohnt, alt getan. ES ist eine alte Erfahrung, daß, wer erst einmal den Retz des Eixenbetriebts von Land- und Gartenwirtschaft mit all seinen Freu) • und Enttäuschungen recht ge« nosstn hat, fich ihm kaum jemals mehr völlig ent­ziehen kann.

" Was bedeutet „Untiefe" 1 „Untiefe" bat bei den Seeleuten und in der Erdkunde, entsprechend dem Eigenschaftswort untief, ausschließlich den Sinn „seichte Stelle", also Stelle, wo das Wasser nicht tief ist, und wo daher Schiffe leicht aussitzen. Die Untiefen des Meeres treten zur Ebbezeit über das Waffer hervor und bilden dann bei größerer Aus­dehnung die an der deutschen Nordseeküste sogenannten Watten. In „Untiefe“ beraubt also die Vorsilbe „un" daS Wort seines ursprünglichen Inhalts. Das geschieht auch bet „Unart, Unbehagen, Unglück, Ungeschicklichkeit" u. v a, Zugleich pflegen die mit „un" zusammenge­setzten Hauptwörter einen Mangel, eine Verkehrtheit aukzudrücken. Daraus entwickelt sich dann mehrfach die Bedeutung von etwas Mißfälligem oder Widrigem wie in „Ungetüm, Unnatur, Unding, Untat, Unmensch- u. a. Bei einigen Wörtern wird aber durch vorge­setzte« „un" ihr Begriff bloß über daS gewöhnliche Maß hinaus gesteigert, z. B. in „Unmaffe, Unzahl, Unmenge". Im Anschluß an solche Wörter wurde und wird noch „Untiefe" unter Verkennung seiner wirklichen Bedeutung fälschlich, im Sinne von „nr gewöhnliche, unergründliche Tiefe, Abgrund" angewendet, und zwar nicht nut vereinzelt von Schriftstellern wie Jmmer- mann und Gutzkow, sondern auch oft in der gewöhn­lichen Verkehrssprache.

• Angenehme Auskunft. Gläubiger (ent­täuscht) : „Herr Baron ist nicht zu Hause? Da hat er Ihnen doch gewiß dreihundert Mark für diesen Wechsel dagelaffm?" - Diener: „Unsinn; zwanzig Pfennig hat es fich von mir gepumpt, wie er fortging!" ~

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Innige Wchnchisbille der KSintner Msen.

Gedenket unser, liebe Freunde und Gönnerinnen. Weihnachten rückt heran! Laßt uns einmal fröhlich sein am schönen Christfeste, rote andere Kinder sich freuen, die Vater und Mutter noch haben, die glück­licher sind als wir Wir bitten ja um keine Spielfachen, wie andere Kinder, wir sind schon zufrieden, wenn wir im kalten Winter uns warm kleiden können. Viellelcht habt ihr Stoffreste für nnS Buben und Mädchen ober Lchürzenzeng oder 8(inen und Wolle. Die Strümpfe mache« wir unS selbst (auch die Buben können stricken) u- d die Kleider nähen unsere lieben barmherzigen Schwestern und wir Mädchen. — Laßt urS, ihr lieben Wohltäter, auch wieder einmal fröhlich sehen unfern armen Waisenvater, der jetzt immer so ernst »st und dem der Kummer im Geficht Seschrieden steht. Unsere gute Schwester Oberin sagt unS immer: „Betet it den Weifenvater, er hat so viel Sorgen, weil er so viel Schulden hat und wenn die böse» Männer kommen und Geld wollen und er keinS hat, dann schimpfen fie." Ach helft doch unferm Vater und macht ihn wieder so froh, wie er eS früher war - da waren wir nur wenig Kinder enb jetzt find wir so viel — 162 Waffen in Feldkirchen, 77 in Treffen und 10 schulentlassene im Dienfibotenhar S zu St. Ruprecht. Schickt ein kleines ober, roern ihr könnt, ein großes Christgeschenk an unfern Waisenvat r Kayser in'Feldkirchen (Kärnten) und wir werden alle fleißig für euch beten zum lieien Christkind und zum hl. Ln'onivS, daß auch ihr euch alle von Herzen freuen könnt am hl. Weihnachtsfeste. Nochmal bitt- - bitte! Die b nfbeten Kinder bet St. Antonius W»i enhänfer in Kärnten. Milde Gaben werden gebeten, zu senden an bcS St. Antonlus waisenhau» zu Zeldkirchen in Kärnten.

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