31. Jahrgang,
Mds. Samstag, den 3. Dezember 1904.
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Land Fulda schmücken.
I. Gr.
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Zweites Blatt
und dennoch war es ein interessantes Haus, des« en Verschwinden wir um seiner geschichtlichen Bedeutung willen lebhaft bedauern müffen. Denn ts diesem unscheinbaren Hause hat in der zweiten Hälfle b'ö 18. Iah hunderts kein Tenngerer rls der gefeierte Maler Johann Andreas Kerrie in gewohnt. — Herr Geheimer Baurat , Soffmann hat im W'n er 1902 im Fuldaer Ge- cdtchts verein einen sehr feffelnden Vortrag über „Fuldas Kunstmaler im 18. Jahrhundert" gehalten (abgedruckt, stehe.Fuldaer Geschichtsblätter' 2 Jahrg. Ne. 1.) und dabei im Stadtsaale eine reiche Ausstellung Herrrlein'sch'.r Gemälde Veranstalter, an welche sich alle Besucher roch mit Vergnügen erinrnrn werden. Es waren nicht weniger als 41 Stoffelerbilaervo» Herrlein, welche, Dan! der Bemühungen des verdienten Kunstgelehr« ren, aus dem Bischöflichen Palai*, dem städtischen Museum, von Frau Oberstleutnant Herrlein- Margrettzenhaun, Frau Amtsgerichtsrat Maier und anderen, bewi.ro Hfyft für diesen Zweck zur Verfügung gestellt worden waren. Darunter befand sich auch ein Selbstbildnis Herrlein-, das unser städtisches Museum besitzt. — Sehr zu bedauern wäre es, wenn von dem nunmehr abgetragenen Hause des Meisters, in dem er alle diese wertvollen Kunstwerke geschaffen hat, nicht eine Photographie oder Z-tcknunz ausgenommen worden wäre, damit die Wohnstätte des berühmten Fuldaer Künstlers wenigstens im Bilde noch der Nachwelt erhairen bliebe. — Herrlem st am 3. September 1796 gestorben. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß in dem bett. Hause auch schon HerrleinS Vrrgäng-r, der Fürstl. Fuld. Hofmaler Emanuel Wohlhaupter gewohnt habe. Dieser war von dem im Jahre 1726 verstorbenen Fürstabt Konstantin ron Buttlar von Wien nach Fulda berufe« worden, Herrlein, der als junger Maler von Würzburg nach der Residenzstadt Fulda kam, wurde erst der Gehilfe des älttren Meisters und dann auch — nachdem er 1747 besten Tochter Maria Theresia Wohlhaupter geheiratet — sein Schwiegersohn. Wenn wir nun bedenken, daß in damaliaen Zellen der Kauf und Verkauf der Häuser nicht so flott betrieben wurde, wie rn unseren Tagen, sondern ein solcher Grundbesitz in der Regel in der Familie auf die folgenden Generationen sich vererbte, dann liegt die Vermutung nahe, daß Herrlein, der bei seines Schwiegervaters Lebzeiten in dessen Malecwerk- stätte gearbeitet hm, vielleicht auch in dessen Hause gewohnt und später nach dem Tode des älteren Meisters dann in den Besitz dieses Maler- Hauses gelangt sei. Es ist dies freilich nur eine Vermutung, die sich nicht begründen läßt; immerhin aber läßt sich nickt leugnen, daß gerade die Kanalstraße für Fuldes Maler 'ne» fonders anziehend gewesen sein muß; — hat dock auch unser Klemens Witze! in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Jahrzehnte lang in nächster Nachbarschaft des Herrleinhauses seins Wohnung und sein Atelier gehabt und in letzterem viele, viele Herttgenbildec geschaffen, die noch heute die Gotteshäuser von Stabt und
Helene Krembr.
------(Nachdruck verboten.)
„Aber Herr Friedricb rosrb Ende der Woche zurück fein; er M nur in Geschäften nach Spinal."
„Wen könnte man denn sprechen?"
„Sicherlich Frau Friedrich. Ich will sie von dem Besuche in Kennte i« sttz-n Wen soll ich melden?"
Rollo» sah seine Bcgttirerin fragend an.
„Sagen Sie einfach „zwei Fremde"," flüsterte diese.
Der Gärtner verschwand in einem Nebenweg und ließ Armer und Roll in dec breiten Lindenallee, die zum Schlisse führte. ,
Als letzteres zwischen den entlaubten Bäumen f chi- bar tombi, als das junge Mä'.chen die Ter raffe rc.it dem Säulengeländer, die von rotem wilden Wein umrankten Erker unterscheiden kannte, da entrang sich ein Schrei ihren Lippe«.
„O," sagte sie, „hier hebe ich als Kind gespielt. Dies ist dar Heim meiner Träume! Und sieh die geschloffenen Fenster rechts .... Sie gehören sicher! ch zue Wohnung meiner Etters. Da ill der Teig, drrt das Gehölz mit seinem ben cu T'pp ch von Jmmor- tellen und Haid.-kraut, die Laude, wo wir uns de- Abends ver'iamweUen, wo mein Vater wich auf den Knien schaukelte .... I'. hür bin ich geboren!
Sie hätre in diesem -wen Blicke olle Erinnerungen soffen wögen, die fi- so plötzlich überwältigten.
Roll hörte sie erstem an; auch er empfand den Reiz der Umoebung und di- Schönheit dieses stied- Uchen Lardfitzes, den die müde H.rbst sonne gerade in zoleenene Strahlen toucht-
Währerd die Beiden sich so den verschiedenen Empfindungen üDtn.ieftn, erschien eine Zofe, eine wedlrche, schmücke 61 äffnin in webender Hao,schleife und weißem Schürzch'N. Sie führte die Besucher durch einen mit Topfgewächsen in kofibaren Straßburger Steingutbehäitern gffchmückten Flur in das Empfangs z'unner.
Diesir ungewöhnlich große Raum war mit- flau» benschen Wrsdt.ppichen »od dunklen grschn'tzttn Rena ffa: c-n.ösetn au»geflamt
(Forlfitzung folgt )
„D", dachte er, „wer hätte jemals geglaubt, daß die Tochter de- eleganten Rrgina noch einmal Armut und Not kennen würde?"
9*8 Hospiz zurückgrkehrt, sammelte Aiwee ihre P Piere und die letzten Andenken an die Heimgc- bunaeue.
Noch einmal gab ihr Schwester Therese dir best- g- meinte» Ratschläge; sie sah di-ses Kind ungern sch idru, und ließ sich das Bespreche« von ihm geben, ofi u .d gleich bei der Ankunft in Delb zu schreiben. Dann erteilte fie dem jungen Mädchen unter geheimen Se ifzen über d ffen befremdliche Lage ihren mütterlichen Segen.
Endlich schlug die Trennungrstunde.
Rollo» holte Bimee ob.
Al« diese ihren Wollschawl Umwerfen wollte, hielt er sie auf.
„Rein", lächelte er, „das ist nichts für eine lange Reist Versuch einmal diesen Pelz." Und ehe sie Zeit saud, sich zu widersetzen, hatte er einen schwere«, mit dunklem, roa.mer. Fell gesttterteri Mantel um ihre Schultern gelegt.
„O Roll", lief fie, „Du machst es genbe wie meine liebe Mama, Da verw-yrst mich! Dieser Umhang ist viel zu schön."
„Maß ich "tat aus Deine Gesundheit acht habe«, Sch nefierchc«? Nun wach kein so ernstes G-Ncht; in diesem Mantel bist Du gegen He Kälte gefeit."
„«bec er «ft viel j« teuer, und wic find jetzt arm I" „Brh! Luca« nette b;e Börse gut gefuQc una wartet noch nicht aus Rückzahlung, der brav: Kamerad. Im
verantwortlicher
8christlriter:Zos.San« ...
gx». woch-nbeü-ge: „Illustrierte Sonniagrzeitung
Ausgcstotzen.
Bon Maurice de Beaumont. Deutsch von
ln$eiieni vi« «N. spaltige Petitzeile od«ü deren Saum 15 Pstz Reklamen die petitzeM 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entfpy.
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täglich, mit Z^ahme der lene« ÄS8*. Wttttb Lvringerlohn und A-geld in Fulda und MrtslMk.5»Psg
ki. c. Immaculata.
Bon G. von Reichenbach.
(Nachdruck nicht gestattet )
Es klirrst fast rote Termeffenhell, wenn wir sagen, die Muttergottes könne am 8. Dezember ds. Ist ein SOjührigrs Jubiläum feiern, aber ls hat doch in geroffsem Sinne ferne Rtatigkrit damit, denn am 8. Dezember 1854 verkündete Papst Pius IX. „tubi et orbi“, der Stadt Rom wie der katholischen Welt folgendes:
„Kraft bei Autorität unseres Henn JesuS ShristuS der heiligen Apostel PetruS und Paulus und unserer eigenen erklären und beschließen wir: Die Lehre, welche sesthält, daß die allerseligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis, vermöge einer besonderen Gnade und Bevorzugung von feiten deS allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Brrdieuste Jesu, des Erlösers der Menschheit, von jeglicher Makel der Erbsünde frei bewahrt worden, ist von Sott geoffenbart, und muß dethalb von allen Gläubigen fest und standhaft geglaubt werden "
Damit war das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariä beschlossen, verkündet und anerkannt. In dem Sendschreiben Papst Pius IX. über die Immaculata corcepiio heißt es u. a.:
„Erfüllt ist wahrlich mit Freude Unser Mund, und Unsere Zunge ist voll Jubel, und Wir sagen j-tzt und immer Uuserm Herrn JesuS Christus den demütigüen und höchsten Dank, daß er, obwohl gegen Unser Verdienst, eS Uns verliehen hat, diese Ehre, diesen Ruhm, diese Lobpreisung seiner herrlichsten Mutter darzu- bringen und zu beschließen. Mit der gewiffesten Hoffnung und dem vollsten Vertrauen erwarten Wir, eS werde die seligste Jungfrau, welche, ganz schön und ebne Makel, das giftige Haupt der grausamsten Schlanke »ertreterr und der Welt Heil gebracht hat, welche,st der Ruhm der Propheten und Apostel, die Ehre bet Blutzeuge», die Fr,ude und Krone der Helligen,die sicherste Zuflucht und treueste Helferin aller Gefährdeten, deS ganzen ErdkreiseS mächtigste Mittlerin und Beriöhnerin b«i ihrem eingeborenen Sohn, der herrlichste Schmuck, die Zierde der heiligen Kirche und ihre feste Schutz wehr, sie, die stets alle Irrlehren vernichtet und die gläubigen Völker und Nationen den größten Drangsalen entriffen, und Uns selbst von so manchen drohen, den Gefahren befreit hat — Wir erwarten, sie werde durch ihre mächtige Fürbitte auSwirken, daß die heilige Mutter, die katholifche Kirche, nach Entfernung aller Hinderniffe, rach Ueberwindung aller Irrtümer unter allen Völker« und an alle« Orten von Tag zu Tag an Kraft gewinne, blühe und herrsche von Meer zu Meer, vom großen Strom biS zu den Grenzen des Erdenrundes, und deS Friedens, der Ruhe und der Freiheit genieße; daß den Schuldigen Verzeihung, den »ranken Heil, den Kleinmütigen Starkmut, den Betrübten Trost, den Gefährdeten Hilfe werde und alle Irrenden nach der Zerstreuung der Finstern,ffe deS Geistes zum Pfade der Wahrheit und Gerechtigkeit »urückkehre», und daß da werde eine Herde und ein Hirt."
So schnell, wie wir berichten, ging natürlich die Verkündigung des Dogmas nicht vonsiaüen. Vorerst gab es die nötigen Vorarbeiten; sie begannen am 2 Februar 1849 mit einem Rundschreiben des mehrgenannten Papstes an die Bischöfe der katholischen Welt, um Gutachten ein-
ruldaer W Zeitung
" Monatrbeilage: „Mdaer GeschichtöAätter".
zufordern. Die Antworttn fielen durchweg zustimmend aus, nur einige wenige Bischöfe kielten den Zntpunit für eine Dogma - Verkündigung nicht ganz geeignet. Die weiteren Vorarbeiten schritten nun schnell voran und am odtnzenann- lenTage erfolgte vieVeiöffemlichung des Dogmas.
Wenn w.r eingangs tagten, die Muttergottes lönne am 8 Dezember d. I. ein öOjähriges Jubiläum feiern, so war das nut insofern richtig, als vor 50 Jahren tos Dogma Serkü ndet wurde; daß die Muttergottes ats Mutter des Heilandes ohne den Makel der Erbsünde empfangen war. hatte man schon allgemein und seit langen Jahrhunderten in der katholischen Welt geglaubt.
In der ersten Zeit des Christentums trat allerdings Maria noch ziemlich zurück hinter der Gestalt des Heilandes. Dam t wollte man aber keine Geringschätzung der Gottesmutter aut drücken. Dem He den- und Judentum gegenüber galt es vorerst, die Person Cbristi, des Gottessohnes und Weltheilandes klar und scharf hervortreten zu laffen. Das wird deutlich xer sichtlich bei den Eoangelisten und ersten Kirchenvätern. Die Annahme ater, die Mutter dissHeilandes sei deshalb aus der christlichen Ueberlieferung verschwunden oder wenigstens ihr Bild in derselben verblaßt, ist so gewagt und spricht so sehr gegen alle menschlich - natürliche Mutter-Verehrung, daß man sie n cht weitläufig zu bekämpfen braucht.
Ein kurzer Beweis: Bet allen Völkern — und wir kennen sie durch eingehende völkergeschichtliche Forschungen jetzt lis in das schwärzeste Afrika, bis in die Urwälder Brosiliens, bis in die Steppen der Mongolei und die rauhen Hochgebirge Tibets hinein — bei'allen Völkern genießt die Mutter besondere Hochachtung, mag sie immerhin als Weib und Gattin eine nur tiefe Stellung eingeräumt erhalten. Nun denk« maa sich das Evangelium Christi von der Liebe, dazu die Hochachtung des Weibes, die schon aus den ersten christlichen Grundsätzen heraurklingt, endlich Maria als Mutter desjenigen, für den Taufende und Abertausende der erfien Christenheit frohgemut, glaubensfest und siegesstcher ihr Blut im Martyrium Hingaben — man stelle sich dann vor, die ersten Christen hätten zu Maria, der Mutter des Heilandes, weniger Verehrung gehabt, als sie ter Pescheräh, der Kal- mück, der Bambarra-Neger, der Buschmann re. re. gegen seine Mutter noch heute an den Tag legt! Ist das möglich? Nein! Mithin kann die Verehrung der Muttergottes als Immaculata weder aus dem 16., noch dem 14., noch dem 9., noch dem 7., noch dem 5, noch dem 3. Jahrhundert, aus den wir unzweideutige Zeugniffe dieser Art Hochachtung haben, allein stammen, sondern muß bis in die äußersten Zeiten hineinreichen.
Irres Dogma, daß nach Beschluß verkündet wurde, hat seine Feinde gefunden, manchs a! nur etliche, manchmal mehr auf katholischer ®elte, die meisten aif anti- oder okntboUlcher Seite. Das liegt im Menschentum. Das Eritis s'ivut Deus, „ihr werdet fein wie Gott", — sofern ihr vom verbotenen Baum esset, wider Gottes Gebot euch auflehnt — blendet immer «ich immer wieder den Menschen. Und sind nächsiHührahr habe ich genug berbient, um ihn zu entschädig«'», und noch tnebr "
„Du siehst der Zukunft vertrauensvoll entgegen!" „War-m auch nicht? Jeder Tag hat an Seiner eigenen Plage genug. N:ch Regen gebe'- aucb wieder Sonnenschein. *iber nun komm, Mull?, eS ist Zeit. Unterwegs können wir weiter philoscphieren "
Urb so Schieden sie aus dem krauten Asyl unter den Segenswünschen der fromme« Klosterfrauen.
Ehe die Allaire i« landschaftlich herrlicher Gegend fick mit den blauen Fluten deS Doubs vereinigt, beucht sie Delb, einen an großartigen gewerblichen Untern ehwungen reichen Fl'cken der Franche Comte, der Miniatur Schweiz. Die Bllaine har schon in ihrem L-ufe die von B-lfort komm-nde Savoureue aufgr- romwen u»d fließt in mannigfachen Windungen dahin zwischen den dunklen Kuppen d-r Vogesen und den sonntgen Triften der letzten Jura Ausläufer. Weiihin im Nebel e-blickt man die Spitze des Mont-Terrible, der den Paß von Bäldeyi beherrscht, diesen Ausguck auf Deutsch and
Eine Viertelstunde von Delb entfernt liegt die Besitzung der Gebrüder Muriel
„L, Lanty" -st in zwei Teile geschieden durch einen Baunigang von uralten moj-stätischen Ulmen und Kastanien: die Fabrik und wie man in der Gegend sagt „ba§ Schloß."
Die Fabrik, ein wenig flaßawwätt« gelegen, ist ein weitläufiz-S und p.aMsch eingerichtet«» Gebäude, mit allen Errunn.enschasten der Neuzeit auSgestatrtt.
Die weiß'« Mauern, deren zahlreich: FenSeröff- vu-igen L cht und Luft v.richwenderifch einteffer, bilden ein regelmäßiges Bieieck; da- roie Dach blinkt im Sarnenlch in uno ch» dem g oß n Schornstein fchlörcg'lt sich ununterbrochen eine Rauchsäule, grau bei Tage, ro leuchtend b i der Nicht.
Afg den Zwisch nhöse.r ttmmen und gehen d,e Arbeit^- ti werde« r-efige Baumwolldollen abgeladen, die lpäler, za Maschmengarn versponnen, in alle Welt
auck tausende von Büchern über die „christliche Vollkommenheit" geschrieben worden, sie Haden den eigenartigen Trieb zur Auflehnung gegen Gott, gegen gute Sitte, gegen Gesetz usw. nicht anSrotten kö»nen. Schuld ist die maculata con- ceptio, der sorterbende Makel der llrsünde. Der- f-lde Trieb der Auslkhnung hat auch gegen das Dogma der Unbefleckten Empfängnis der Muttergottes Widerspruch erhoben. Aber auffallend gemäßigt. Und warum?
Man hat wohl hrrausgrsühlt, daß Golt, bie ewige L eb? und ewige Reinheit, die goldene Frucht der Erlösung, seinen Sohn, doch unmöglich anders als tn blttzdlarck reiner Silber schale der Welt dalbiettn konnte; ebenso hat man her- ausgefühlk, daß eine ernstliche Bestreitung der Ehre der Jmmcculala, den Streitbaien dem peinlichen Verdacht autzsetzt: kannst du Christi Ml-tter deines E-lösers dir nicht als Immaculata vorstellen, dann traut man dir zu, daß du die Ehren deiner menschlichen Mutier in un- heiliae Zweifel zu ziehen imstande bist.
Das Dogma der Immaculata, ist seinerzeit mit Jubel in der katholischen Welt ausgenommen worden — ein Denkmal aere perenniua, dauerhafter als aus Erz gegossen, daß im Katholizismus der hohe Idealismus ter Mutterverehrung noch tadellos unberührt ist, daß man mit froh- lockendem Herzen dem Heiland gibt, was des Heilands ist: eine mater immaculata.
Tausende von Mariensäulen sind in Pracht und, wo es nicht anders ging, in schlichter Enfackheit empor gewachsen. Alle sagen ein und dasselbe: Gegrüßet seist du Maria Jmma- cnlata, reinste Mutter des Heilandes.
Am 8. Dezember d. I. werden in Rom herz- erhebende Feierlichkeiten stattfinden. Nur verhältnismäßig wenige werden, der eigenen äußer- ttchen Verhältnisse halber daran teilnehmen können. Das macht im Grunde nichts aus. Gott und der Heiland gelten sür die ganze Welt, unt> Ave Maria kann man überall beten. Am 8. Dezember wollen wir aus freudigem Herzen hinzufügen: Reinste Mutter bitt' für uns, bitt' für uns immaculata 1
+ (Ein interessanter Hans von Oer SiirslSche verschwunden
In der Kanalstraße (früher nacheinander „am Wollwebersgraben", „auf den Bohlen" und „auf den Platten" Genannt) Haden — vorab im unteren Teile nächst der Karlstraße — verschie- bene alte Häuser schmucken Neubauten im letzten Jahrzehnt weichen müffen. Auch bei der Nummer 53 sehen wir jetzt ein noch nicht ganz vollendetes, stattliches Gebäude anstelle des seither dort befindliche« HcuseS aufxagen. Daß das letztere von ganz ehrwürdigem Alter war, bezeugt die beim Abbruch zu Tage getretene Jahreszahl 1580 an einem Balken. Zwar hat sich der schlichte Fachwerkbau mit den niedrigen Geschaffen weder durch feine Bauart noch sonst durch irgend einen künstlichen Schmuck von seiner anspruchslosen Umgebung ausgezeichnet und die Blicke der Vorübergehenden auf sich gezogen, versandt werde«, um d e Schneiderwerkstätten mit Nähgarn zu versorgen.
Weiter unten, gegen den waldigen Hüg,l gelehnt, steht die Wohnung der „Prinzipale", rin altes Hau» mit geraden Linien und runde« Türmchen.
ES spiegelt sich in einem klaren, von Weiden und Schilf umsäumten Weiher. Die Gärten schließt eine mooS- und kpheumnki änzte Mauer ab, in deren Spalten und Ritze« zur LeezeSzeit Wandkrant und gelber Arsenik blühen , .
Zpei Pfeiler aus Hausteinen ohne ,ede Berzrerung stütze« das trengetamiebete Gittertor mit dem Monogramm der Eigertümer. Eiue kleine Settentür gibt Den Fußeängem Einlaß. I« der Ecke gleich am Psörtchen birgt eine Nische die gewaltige Dogge, die tagsüber an der Kette gehalten wird, nacht» jedoch in Freiheit di- Besitzung bewacht.
An diesem Nachmittage sch-.en Tür! — so hnß der Hund — fremden Besuch zu chtttew, den« er bellte schon seit einige« M,nuten. Der Gärtner, ein ftiuad- lich und gwmütrg aussehender SUter, versuchte ihn zu beruhigen, ohne sich weiter von ferner Arbeit abhalten zu laffe«. Al» jedrch der Lärm nicht auf hörte, begab er sich an daS Gitter, um einmal nach etwaigen Landstreicher« Ausschau zu halten.
In diesem Augenblicke näherte« sich Aimee und Rcll dem To.e und »rollten klingel«.
„Sind wir hier an der Besitzung der Gebrüder Muriel?" fragte der junge Mann.
„Jawohl, mein Herr ganz rtchttg, antwortete der Gärtner und lüstete s-men breitrandigen Hut. Er gebot dem noch immer knurrenden Tiere Schweige« und öffnete dm Fremden.
«imees Herz pochte mit verdoppelten Schlägen, bte innerliche Bewegung lahmte ihre Kraft, so daß fie sich auf Rolls Arm stützen muß e.
.Ist Herr Smit Marret zu Haufe?"
„Herr Emil nicht D r ist seit einem Jahre auf Reisen und niemand weiß, wann er wieder kommt."
„Ach!" srusz'e Aimee schwer enttäuscht.