Maer
Zeitung
Monatsbeilage: „Zuldaer SeschichtLSlätter".
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31. Jahrgang.
ßülda, Samstag, den 3. Dezember 1904.
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wochmb«!>-ge: „Illustrierte Sonntagszeitung
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Beschuldigungen zurückgewiesen, in der kon-i sesstonellen Polemik leben sie weiter. In unserer Zeit der verbüterten, gehässt-.en Publizistik ist es sehr nötig, auf das Audiatur et altera para zu verweisen. Keine ehrliche Polemik ge'gen den Orden darf die Argumente dieses fleißigen Buches totschweigen. Eine Ehrenpflicht unserer Richtung ist es, immer wieder auf derartige Hilfsmittel zu verweisen, die den Kampf gegen Rom auf ein höheres Nivea» heben helft n. Den Gegner zu hören ist einfach Pflicht drS Anstandes, für christliche Gegner sollte ks selbstverständlich sein." Der Vollständig! it wegen sei hinzugefügt, daß die .Kreuzztg/ weiter meint, die Arbeit DuhrS mache in ihrer einseitigen Apologetik des Ordens nicht verständlich, wie die Abneigung gegen Len
I Orden mit elementarer Macht sich ausbreiten \ j konnte. Das schwere Echuldkonto, das den
Jesuitenhaß der letzten Jahrhunderte allein erklärbar machen, werde nirgends aufgedeckt. Wir ! meinen, der Haß erkläre sich eben aus der hartnäckigen Verbreitung der Jesuiterfabeln sck on ziemlich vollständig.
* Die Berhaadlnuge« Preußens mit Mecklenburg - Schwerin, Mecklenburg- Strelitz und Lübeck betreffend den Abschluß einer Lotterie-Gemeinschaft haben, wie die,Nordd. Allg. Ztg/ bestätigt,, einen so günstigen Verlauf genommen, daß die Unterzeichnung der Vorträge demnächst brvorsteht, die alsdann noch der Genehmigung durch den Landtag unter- ! liegen.
* DaS Zentrum (Abg. Trimborn und Gen.) hat im Reichstage eine Interpellation eingebracht, ob ein Gesetzentwurf kommen werde, der den Achtftxndentag für Arbeiterin«-« einführt. Die Interpellation wird voraussichtlich erst nach Weihnachten zur Verhandlung kommen.
dem Abg. PeuS die Fürsorge der Sozial »emokrüten jür den Mittelstand kennzeichnete, kam endlich zur Abstimmung. Die Zentrums - Resolution wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen; 'nur gegen die Nummer, nach der Offizieren und Beamten die Gründung und Leitung vm Warenhäusern verboten sein soll, stimmten auch die Konservativen. Die Resolution des konservativen Abg. Rettich wurde gleichfalls angenommen. Die Vorschläge des nationalliberalen Abg. Patzig zur Verbesserung deS Se- srtzes gegen den unlauteren Wettbewerb wurden von der Regierung als Material überwiesen. Die Abstimmung lehrte wieder, daß man auf leere Bänke im Saale keine voreiligen Schlüffe ausbauen soll. AlS das Glockenzeichen erscholl, zngte sich bald, daß daS Haus recht gut besitzt war," während vorher ungeheuer viel gelbes Leder zu sehen war. Nach der Abstimmung verließ der Vertteter der Militärverwaltung den
: Staat. Graf Posadowiky aber blieb, um auch s die Debatte über die Resolutionen zum Bergrecht anzuhören, oder wenigstens durch seine Anwesenheit auSzuzeichneu. Die Resolution Srötzel und Genoffen, die reich ^gesetzliche Regelung des Bergrechts, brfferen Bergarbeiterschutz und Verständigung mit den Einzelregierungen über die wirksamere Bekämpfung der Wurm- krankheit fordert, wurde vom Abg. Dr. Spahn begründet, der u. a. das vom christlichen Berg- arbeiterverbande aufgestellte Programm erörterte und nachwies, daß das Zenttum die wesentlichen Forderungen schon bei dem preußischen Berggesetze vertreten habe. Adg. Sachse begründete in einer schier endlosen Rede die sozialdemokratische Resolution, die verschiedene Vorschläge | für ei» Reichsberggesetz enthielt. Dann wurde I die Beratung vertagt. Für morgen stehen auf der Tagesordnung die Etats und die Mili- tärvorlsagen. Es sollen aber nur der Reichs- fchatzsekretär, der Kriegsminister und wer sonst I noch vom Bundesratstische das Bedürfnis empfindet, sprechen. Die eigentliche Debatte beginnt am Montag. Namens des Zentrum- wird Adg. Dr. Spahn däs Wort nehmen.
sagen und die dritten sachlich unzureichend-» Gründe durch politische ergänzen und so ebenfalls zu einem Ja kommen zu müssen glauben, so nehmen wir an, daß sie alle nach bester Ueberzeugung gehandelt haben. Sicher ist schon, daß die Vorlage im Abgeordnetenhause eine Mehrheit finden werde, wie auch daS Gros der Konservativen stimmen möge. Vielleicht erleichtert diese Tatsache manchem die Stellung, nähme. UebrigenS haben sie Zeit, sich die Sache noch einmal gründlich zu überlegen Vor Weh- nachten kommt die Vorlage im Plenum nicht mehr zur Beratung. Der Kommisfions bericht soll während der Weihnachtsserien festgestellt werden. Alle politischen Erwägungen bei Seite zu lassen, ist kaum möglich und so ist eS trotz alledem noch nicht ausgeschlossen, daß die Mehrheit der Konservativen doch noch Ja sagt.
• Stimmrmgsbild aus dem Reichstage. Der aus Wien zurückgekehrte Staatssekretär Graf Posadowsky war heute im Reichs- tage wieder auf seinem Platze. Phystognomtkern vom Fach muß eS überlassen bleiben, aus seiner Haltung und Miene Schlüffe über seine Gefühle angesichts deS Wiener Mißerfolges zu ziehen. Wir haben ihm vichts angemerkt, sondern fanden nur den alten, unermüdlichen, immer arbeitenden „Grafen im Barte'^ wieder. Neben ihm, jedoch in einiger Entfernung, faß der von der Militär- Verwaltung zur Verteidigung der Ojfisiers- warenhäuser abkommandierte Major. Dieser nahm jedoch auch heute keinen Anlaß, in die Debatte eiuzugehen. Es standen nämlich noch immer die Resolutioren gegen den unlauteren Wettbewerb zur Beratung. Nach fast dreistündiger Verhandlung, worin der Sozialdemokrat Frohme und der Antisemit Raab sich als Rufer im Streite um den Mittelstand durch Aufwand von Siimmmitteln hervortaten und der Abg. Erzberger nochmals die Auswüchse des nnlauleren Wettbewerbes urd geger über
Deutsches Reich.
Berlin, den 2. Dezember 1904.
Prinz Friedrich von Hohenzollern W gestorben.
<Gr war am 25. Juui 1843 auf SchlrMJnzigtzofin
** Die Kanal - Vorlage ist nunmehr von | der Kommission der Abgeordnetenhauses auch in zweiter Lesung angenommen worden, und zwar^ mit 20 gegen 7 Stimmen bei einer Stimmen!-1 Haltung. (Wiener, freis. Volksp) Zu den Gegnern gehörten 4 Konservative und 3 Freikonservative. In der ersten Lesung hatten bekanntlich 10 Konservative und Freikonservative dagegen gestimmt; 3 find also mitilerweile andern Sinnes geworden. Ob in der konservativen Fraktion eine i entsprechende Anzahl von Gegnern sich in Freunde der Kanal-Vorlage umgewandelt hat, steht dahin. Augenblicklich gährt es offenbar noch stark in der Partei. Wenn alle lediglich ihrer Herzensneigung nachgehen wollten, so wäre sicher die große Mehrheit, vielleicht die ganze Fraktion mit wenigen Ausnahmen gegen den Kanal. — Wir müssen es selbstverständlich den Konservativen überlassen, wie sie „ohne Furcht nach obm oder unten" sich zu entscheiden für gut befinden. Wenn die einen aus sachlichen Gründen Nein, die anderen aus sachlichen Gründen Ja
§ Hebet die „Jesniteufabeln" von Duy r bringt die,Kreuzztg/ eine anerkennende Besprechung, der wir folgendes entnehmen: „Aeußere Veränderungen weist im Jnhallsoer- zetchnis besonders der Schlußabschnitt auf: „Noch 50 Jesuiteufabeln". Hier sind mehrere Nummern getilgt worden und neue dafür eingesetzt. In späteren Auflagen könnte der Verfaffer mit diesen kleinen Reminiszenzen aus der Tagespolemik vielleicht noch häufiger wechseln. Für die vorliegende Auflage ist e8 ja noch recht aktuell, schwarz cmf weiß daran erinnert zu werden, daß ein jüdischer Journalist seinen Lesern, das umfang- reich? Spektakelstück zugemutet hat, Kardinal Hohenlohe habe sich beständig von jesuitischen Giftmördern umgeben geglaubt, zur Messe einen eigenen Kelch und eigenen Wein mitgebracht, und daß eine konservative Tageszeitung, die als das Pastorenblatt gilt, auf den plumpen^Schwindel noch vor drei Jahren eingegangen ist; oder wie dasselbe evangelische Blatt 1903 einem Aprilscherz zum Opfer gefallen ist, indem eS einen zugeflogenen „streng «rtraulichen" Aprilerlaß des Jesuiten gen eralS („Zwanzig Zenrrnmsagttatoren*) ernsthaft zum Abdruck brachte, und andere Ausgeburten einer überhitzte» Jesuiteuangst mehr. Für den, der daS Buch noch nicht kennt, sei bemerkt, daß von Duhr die traditionellen, volkstümlichen Be- ^chuldigungen, wie die Vergiftung des Papstes «eweuS XIV., die Gründung des Ordens zum Zweck der Ausrottung des Protestantismus, die Vaterlandslosigkeit des Order.S, die verratene Geveralbeicht der Kaiserin Moria Theresia, die «ufsttlluug deS Grundsatzes: Der Zweck heiligt die Mittel u a, m. kritisch besprochen und meist ausreichend widerlegt werden. Sine Aanbalseichrchte reiht sich Qn die andere; Meineid, Königsmord, Unzucht, Verrat von Beichtgeheimnissen. Giftmischerei, betrügerische Fw au-Operationen, Verleumdungen, politische Jvtriguen, nichts fehlt in dem sehr aufregenden „Fabelbuch". Die nüchtere -Geschicht8- schreibung hat längst einen großen Teil der
' Friedrich von Hohenzollern f->v
bei Sigmaringen als Sohn des Fürste» Karl Anion i geboren und trat, 19 Jahre alt, am 30. September I 1862 als Leutnant ä la suite des Westfälischen Ulanenregiments ein. Am 25. Mai 1866 dem Regiment | aggregloct, machte er mit diesem den Feldzug gegen Oesterreich mit, in dessen Verlauf er am 8. August zum Oberleutnant befördert mürbe. Am 25. April 1867 zum Rittmeister befördert, wurde er im Juli 1869 | a la suite des Regiments g: stell und am 12. August 1870 zum Eskadronchef im 1. Garde-Dragoner-Regiment ernannt. Als solcher machte er den Krieg gegen j Frankreich mit. Als bei MarS-la-Tour der größte Teil der Offiziere, voran der Regimentskommandeur Oberst von AuerSwalv, gefallen und der Prinz der einzige unverletzt gebliebene ESkadronchef war, führte er das Regiment auS drm Feuer. Der Prinz avanciert; dann bi« zum General der Kavallerie und wurde am 1. Februar 1896 in Genehmigung feine- Abschiedsgesuche- unter Stellung ä la suite des westfälischen ÜlanenregimentS Nr. 5 mit Pension zur Disposition gestellt. Der Prinz war feit dem 21. Juni 1879 mit Prinzessin Luise von Thur» und ToxiS, mit der er in diesem Sommer die silberne Hochzeit feierte, vermählt. Er war Ritter deS hohen Ordens vom Schwarzen Adler und besaß verschiedene KriegSdeko- rationen.
* Der Reichstags- und Landtagsabgeordnete Justizrat Trimbor« beging heute fernen 50. Geburtstag. Das verdiente und alldeltebte Zen- trumsmitglted wurde von den Kollege», auch auS anderen Parteien, auf das wärmste beglückwünscht.
103. Sitzung vom 2. Dezember 1904.
Eröffnung 1 Uhr.
Die Beratung der Resolutionen Gröber (Ztr.), Rettich (kons.) und Patzig (ntl.) betreffend Bekämpfung deS unlauteren Wettbewerbs wird fortgesetzt.
Inzwischen ist ein Antrag Gröber eingegange», die in der Resolution Patzig (ntl.) enthaltenen Gesetzesvorschläge ter Regierung alS Material zur Regelung deS AuSverkaufSwrsenS zu überweisen.
Abg. Dr. Potthof (fr. Bgg.) fordert Maßnahmen gegen das Schmiergelderunwesen.
Abg. Nissler (kons.) fordert ein planmäßiges Vorgehen aller Einzrlstaaten gegen die Warenhäuser. Die Warenhaussteuer müßte so hoch bemessen werden, daß den internationalen Warenhausaktionären em für allemal das Handwerk gelegt weide.
Abg. PenS (Soz.) wendet sich gegen den Borwurf, daß die Sozialdemokratie die Absicht habe, den Mittelstand zu ruinieren.
Abg. Erzberger (Ztr.) beklagt eS, daß die Rechtssprechung dem Geiste deS Gesetzes nicht entspreche, daß namentlich die Erhebung der Klage im öffentlichen Interesse seitens der Staatsanwaltschaft nur in geringem Umfange erfolge. Auch er spricht sich gegen das Schmiergelderunwesen auS. Seine weiteren Ausführungen sind zum Teil eine Wiederholung der bereits gestern vom Abg. Gröber gemachten AuSfährungen. Zum Schluß polemisiert Redner gegen den Abg. PenS und bemerkt, es fei von ihrem Standpunkte aus durch, aus konsequent, wenn sie alle- daran setzten, um den Mittelstand so rasch als möglich zum Verschwinden zu bringen.
Abg. Raab (Antis.) wendet sich gegen den von sozialdemokratischer Seite erhobenen Vorwurf, daß die bürgerliche Presse durch Inserate dem unlauteren Wettbewerb Vorschub leiste.
Abg. Frobme (sozd.) bestreitet nochmals, daß die Sozialdemokratie die Absicht habe, den Mittelstand zu ruinieren. -
Abg. Dr. Pachnicke (fr. Bga.) gibt zwar zu, daß daS Gesetz betr. den unlauteren Wettbewerb revisionsbedürftig sei, kann sich aber die Motive der Antrag- sieller nicht zu eigen machen.
Die Resolution Gröber (Ztr.) wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen; gegen den Absatz betr. „Warenhäuser für Offiziere und I Beamte" stimmen außer den Sozialdemokraten auch die I Konservativen. Die Resolution Rettich (kons.) wird gleichfalls gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Die Resolution Patzig (natl.) wird I gegen die Stimmen der Nationalliberalen und Konservativen abgelehnt, dagegen der Antrag Gröber [ angenommen, die Resolution Patzig dem Reichskanzler alS Material zu überweisen.
ES folgt die Beratung der Resolution Stützel und Genossen (Ztr.) und Auer und Genossen (sozd.) betr. da-Bergrecht. Die Resolution betrifft einheitliche Regelung für daS Reich, den Schutz der Bergarbeiter und Bekämpfung der Wurmkrankheit. Die Resolulion Auer (iozd.) fordert täglich ! regelmäßige Schichtzeit von 8 bezw. 6 Stunden, Ueberwachung der Schutzvorschriften durch Ar
beiter, Verbot der freien Ardett in der Berg» inspekrion unterstellte» Betrieben und einheitliche Regelung des Kuappschaftswesens.
Abg. Dr. Spahn Z) verwerft zur Begründung der Resolution auf die Tatsache, daß d.r Reichstag, wie auch hervorragende juristische und bergmäuntsche Autoritäten, sich wiederholt für eine reichsgesetzlrche Regelung des Bergrechts ausgesprochen hätten. Der Einwand der Regierung, daß der Reichstag nicht kompetent sei, sei unzutreffend. Redner erörtert daS vom christliche» Bergarbeiterverdanve aufgestellte Programm und weist nach, daß feine Partei schon bet Beratung deS preußischen Berggesetzes für die>esentlichen Punkte dieses Programms eingetteten fei. vor allem für die Einführung der Achtstundenschicht, für die geheime Wahl der Knappfchafsälttsten und für die Aufrechterhaltung der Ansprüche de: Knappsch ft-kassen beim Ausscheide» aus dem Betriebe. In allen diese» Dmgen wird man rascher zum Ziele kommen, wenn die Regelung einheitlich durch den Reichstag erfolge. Epez elle Vorschläge habe die Resolution nicht gemacht, damit das Reichsamt deS Innern mit der Frage als ganzem befaßt werde. Aus derselben Erwägung heraus beantragt Redner, die in der Resolution Auer enthaltenen Vorschläge dem Reichskanzler als Material za überweisen. , , r , ,
Abg. Sechse (S.) begründet eingehend die sozialdemokratische Resolution. Die partikuläre Berggesetz- gebang in Deutschland sei so rückständig, wie kein anderer Staat der Welt
Hierauf vertagt sich daS Haus.
Morgen: erste Lesung deS Etats.
Schluß 6 Uhr.
ein
Amtsgerichts in Bietz.
Es folgt der Gesetzentwurf betr. die Errichtung des OberlaudeSgerichtS Düsseldorf.
Seitens der Kommission wird beantragt unveränderte Annahme der Beschlüsse des «bgeoidoetin- hauseS, dergleichen eine Resolutwn, wonach ein Gesetzentwurf über die Errichtung von Landgerichten Krefeld rmd M-Gladbach oorgetegt wilden f<a.-
Sröffnung 1"« Uhr.
Der Gesetzentwurf bett, die anderweitige Klass e n- teilung für die Gewährung von WohnungS- geldzuschüssen an die unmittelbaren Staatsbeamten wird odne Debatte angenommen.
Weiter werden angenommen: der Gesetzentwurf über die Verlegung der LandeSgrenze gefltn die Freie und Hansastadt Lübeck amElbe- und Trave-Kanal, der Gesetzentwurf betreffenb die Errichtung eines Amtsgerichts in Langendreer, sowie der Gesetzentwurf betr. die Errichtung eines
Abgeordnetenhaus.
110. Sitzung vom 2. Dezemder 1904.
91, Uhl. Die Besprechung der Inter- Ä,> **
au? S SÄ^ -17 und auf die Verfügungen Gut Die jnptvu.uu « fcet derartigen
VuÄfNe ersten Anfänge der SSV: bett, ffwden Rechtraussassung zurück- SS' I-i die Gemeinde die 2-b-nlümerm
)tr Schulgebäude. Daraus folge aber noch nicht.. daß
ft» shBäS:
kein anderes Mittel an der Hand, um «ettoten, nyro. Die Schuldeputationen zum Gehorsam anzuhalten. (Ber fOll)*bg. Freiherr v. Zedlitz (kk) charakterisiert d„ Anitnna der Berliner Stadtverwaltung als einen Mißbrauch des Selbstverwaltungsrechtes »um Zwecke der Parteipolitik (lebhafter Widerspruch lmkSl Ruse.
Ernst (ft. Bgg) meint, durch d°S Borgten der Regierung werde den Gemeinden die Lust und Liebe an der Pstege deS Schulwesens getrübt.
Abg. Siychel (Pole) wendet sich dagegen, daß d.e Berliner Stadtverwaltung die polnischen Sokolmwe noch als schlimmer betrachte a’8 die Sozialdemokratie Schon die Existenz der Polen ansichwerde .hnen als Politiktreiben aufgelegt. WaS die Minist '
Vorbereitungen der Polen sür den Tug d« «ngtttu g erzählten, sei nichts als bewußte StimmungSmaqe i» den Vernichtungskrieg gegen dre pasche Nation.
Kultusminister Ttudt verteidigt nochmals lerne (Xrlafle. Der Minister erklärt weiter, das vom B > ?ed»er behauptete Verbot an die p°^^ckt^ettaffen Hause polnisch »a spreche, se, von ihm nicht erMsten »'»LAIL
E’Ä’SÄW»’ M Ab/Ä'Jrmer (t): Die Alldeutschen in unserem Nachbarland sogen »war mancheS. waz mit de patriotischen Pflicht nicht recht übereinstimmt, eve^ rücksichtslos wie bei uns die Polen, find sie doch «ich ■ 88 freut mich, daß der Minister die Nachricht von dem Verbot an die polnischen Lehrer alS salfch i net hat. (Beifall rechts.) , . -
Die Besprechung der Interpellation wird hierauf durch einen Schlußantrag beendet.
Damit ist die Tagesordnung erschöpft.
Nächste Sitzung! SamStag H Uhr.
Initiativanträge n. a. Antrag rtru,m , betreffend Kalisyndikat.
Schluß 5 Uhr.
HerrenhanS.
29. Sitzung vorn 2. Dezember.
JTusdm Reichstag