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pwi«*$i.. Wochenbeilage:„Illustrierte 5onntagrzeitung" monakbeSag«: „8«Ibaer GeschichtLÄAter". ä^Ä«?

J2 271. Kllba, Samstag, den 26. November 1904. 31. Jahrgang.

i Erstes Blatt ,

für weiden die ersten Raten gefordert, desgleichen für das in Chemnitz am 1. Oktober 1905 unter« zubringende Kavallerie-Regiment."

Ob damit alle Neu« und Mehrforderungen erschöpft sind, ist nicht zu erkennen. Man sieht aber doch schon, daß die Militärvorlage eine gar nicht so unbeträchtliche Vermehrung der Friedenspräsenzstärke bringen wird. So hoch wie noch in der Vorlage von 1898 scheint die Mehrforderung allerdings nicht zu sein. Ob die Grenze überschritten ist, über die hinaus nach der Erklärung des Abg. Fritzen im Reichstage das Zentrum nicht mitgehen könnte, und es sich um „ins Gewicht fallende, wesentlich« Erhöhung« handelt, wird sich ja in den nächsten jTagen zeigen.

Berlin, den 25. November 1904.

* Ei« weiterer Erfolg des Zentrums zu Guuste« des Handwerkes, Bet der letzten Beratung des Etats des Reichs-Jufiizamtes hat der Abg. Dr. Spahn in Verbindung mit der gesamten Zentrums-Fraktion den Antrag gestellt, daß die verbündeten Regierungen unter sich ein­heitliche Bestimmungen über die Zucht Haus­und Gefängnis-Arbeit aufstellen möchten, um der hieraus entstehenden unwilligen Konkur­renz entgegenzuwirken. Der Reichstag stimmte diesem Antrag« zu; nunmehr hat auch der Bundesrat sich hiermit befaßt und den Antrag dem Reichskanzler überwiesen, der jetzt die nötigen Schritte hierfür einleiten wird. Damit ist einer der berechtigtsten Handwerkerwünsche seiner Er­füllung entgegengeführt — dank dem Eingreifen des Zentrums.

* Relchsftempelabgabeu. Die »Berliner Pol. Nachr/ schreiben: Die Börsensteuer verspricht diesmal, was in den letzten Jahren selten der Fall gewesen ist, den StatSanschlag zu erreichen, ja übersteigen. Nachdem sie in den ersten sieben Monate:! deS Finanzjahres 19,2 Millionen Mark erbracht hat, dürste die Ein­nahme aus ihr für das ganze Jahr auf rund 32V» Millionen Mark abzuschätzen sein. Da in dem Etat rund 30 Millionen för sie eingestellt find, so würde demnach noch auf einen llrber- schuß von 21/« Millionen Mark zu rechnen sein. Indessen wird dieser Ueberschuß wahrscheinlich nicht verhindern, daß die den Einzelfiaattn auch nach der Lex Stengel zu überweisenden Reichs» flewpelabgaben inkgesamt mit einem Fehlbeträge abschließen werden. Die Losesteuer bleibt näm­lich in ihrer Einnahme bedenklich hinter dem Etatsanschlage zurück. Sie hat in den ersten fieben Monaten 20,2 Millionen Mark abgeworfen, ift jedoch im Etat für das ganze Jahr mit 44 Millionen Mark zu Ansatz gebracht. Sollte der Ertrag auch weiter auf der einmal ange- nommenen Höhe bleiben, so würde mit einm Fehlbetrag von rund 9 Millionen Mark an dieser Stelle zu rechnen fein. Daß der Schiffsfracht­urkundenstempel voraus sichtlich etwas mehr als den Etatsansatz liefern wird, ändert daran auch nicht viel, da eS sich hier um geringe Summen handelt. Man wird deshalb gut tun, ebenso wie bei den nach $er Lex Stengel der U.ber- Weisung an die Einzelstaaten entzogenen Zollen auch bei den für diese Ueberweisung weiter vor­behaltenen ReichSstempelabgabru mit einem weniger günstig-« Jahresabschluffe zu rechnen.

* Ne«e Opfer des Hereroanfstaudes. Wie heute amtlich bekannt gegeben wird, find am 13. November im Gefecht bei Spitz kopp gefallen: Unteroffizier Johann Spltttgerbrr, ge­boren 2. November 1877 zu Freienwalde, früher Ulanenregiment Nr. 9; Neuer Bernhard Loh­fink, geb, 25. 8 82 zu Suhl, früher Jnfanlerte- regimiM Nr. 32 Schwer verwundet: RZter Heinrich Theisen, geb. 16. 7. 81 zu Pech, stührr Dragonerregtment Nr. 15. Am 20. Nov. tm Patrouillengefecht bei Cotzeksarm östlich Kuis leicht verwundet: Sergeant Wilhelm Jacobsen. geb. 12. 2. 77 zu Kamperfelde, früher im Infanterieregiment Str. 162 (Fleischschuß linker Overarm). Am 22 November im Gefecht bet Kub gefallen: Oberleutnant Werver Haack, ged. 27. 3. 73 zu Kiel, früher im Feld- artilleritregimentNr.40. Schwer verwundet: Kriegsfreiwilliger Oberleutnant zur See o. D. v. Rabenau (Brustschuß rechts und Fleischschuß rechter Oberarm Leicht oewundet: Leutnant d. R. v. Mosch früher im Husar-nregiment Nr. 6 (Schuß an der liuk.n Schläfe); V'cefeld- webel flarl Deub-rt, geboren 9. 10. 77 zu Wachttrsbach, früher im Füsili-rregiment Nr. 80 (Fleischichuß rechten Obera-m). An Typhus ge­worben: Reiter Poul Kkrck, geb, geboren 20, 9. 82 zu Pasewalk, stüh-r im Ulonenreg ment

* Ueber die neue Militarvorlage teilt die ,Nordd. Allg. Zig/ in ihren Auszügen auS dem Militäretat für 1905 einiges mit. Da­nach handelt es fich um zwei verschiedene Gesetzentwürfe, betreffend die Friedens­präsenzstärke und betreffend die Aende- rung der Wehrpflicht. Letztere enthält offen­bar die dauernde Festlegung der zweijährigen Dienstzeit.

Die fortdauernden Ausgaben des preußischen Militäretats find gegen das Vorjahr um 12,845,841 Mk., und die einmaligen Ausgaben des außerordentlichen Etats um 32,470,700 Mk, höher veranschlagt. Für Sachien betragen die Mehrausgaben 1,714 548 Mk. und 6,649,735 Mark, für Württemberg 531,080 und 2,653,000 Mark. Bei diesen Mehrsätzen machen fich viel­fach die Wirkungen der Militärvorlagen bemerk­lich. Es scheint also nicht, wie vor einiger Zeit behauptet wurde, die Eiubringung eines Nach- IragSetats nach Annahme der Militärvorlagen beabfichtigt zu sein, sondern alle Mehrausgaben, die fie, wenigstens für daS nächste Jahr verur- sachev, find bereits in dem gewöhnlichen Etat untergebracht.

Für Preußen werden gefordert zwei Batail­lone mit niedrigem Etat als (dritte Bataillone bestehender Regimenter; 3 Kavallerieregimenter, davon eines mit hohem Etat unter Absetzung der vorhandenen ESkadronS Jäger zu Pferde (die fünf ESkadronS sollen zu einem Kavallerieregi­ment zusammengefaßt werden), ferner eine Kom­pagnie und eine Bespannungsabteilung bei der Fußartillerieschule, sowie für eine VersuchSkom- pagnie der Verkehrstrupprn um et Abschaffung von Mannschaften für die Eisenbahntruppen. Wegen der dauernden Festlegung der zweijährigen Dienstzeit wird bei jedem Infanterieregiment ein zweiter Kammerunteroffizier und bei sder Feld­artillerie eine Erhöhung des Pferdeetats für nötig erachtet. Endlich sollen bei den 17 Trainba- taillosm je eine Stelle als „Offizier im Stabe­neu geschaffen werden.

Eine Art Begründung wird bereits in den Erläuterungen zu dem Kapitel Gelds er- pflegung gegeben. Man erfährt indeß daraus nicht viel mehr, al- daß de Neuforderungen eben notwendig feien.

In der Organisation der technischen Institute der Jnsanterie und Artillerie find wichtige, mit Personaloermehrung verbundene Aenderungen ge­plant, über die indeß näheres noch nicht mit- geteilt wird; eine besondere Denkschrift soll nä­heres bringen. Ferner soll beim Generalstabe eine Vermehrung der Offiziers stellen und eine Neuordnung deS Kanzlei- und Bureaudienstes erfolgen, worüber ebenfalls eine Denkschrift an« gekündigt wird. Ob diese beiden OrganisationS- flagen auch in der Vorlage über die Friedens- Präsenzstärke behandelt find, ist nicht recht klar. Rach der Darstellung der ,Nordd. Allg. Ztg/ scheint es nicht der Fall zu fein, sondern soll die Sache einfach im Etat neu geregelt werden. Für Sachsen wird ein neues Kavallerieregiment mit niedrigem Etat unter Absetzung von 2 ESkadronS Jäger zu Pferde gefordert. Für Württemberg wird über Neuformationen nichts angegeben.

Wie auS den Mitteilungen über bie ein­maligen Ausgabe« heroorgeht, enthält die Mi- Wär-Borlage aber noch weitere Mehrfor- derun ge«, als hier angegeben wird. Im neuen Etat kommen nur die Neuformattonen ufro. zum Vorschein, die bereits im nächsten Jahre zum 1. April oder 1. Oktober vorgenommen werden feilen. In den folgenden Jahren kommen noch weitere. ES müssen, heißt eS in den StatSauk- Iftgen der »Nordd. Allg. Ztg.', schon bei den Garnisonbauten usw. Vorbereitungen für spätere Reuformationen getroffen werden, so u. a. in Allenstein für zwei neu zu errichtende Ba­taillone Infanterie, die am 1. Ott. 1905 und 1. Dti. 1906 hinzutreten; in Mühlheim für 2 ffußartilkrie - Kompagnien nebst Batmllonsstab Mm letzteren Tage, in Graudenz zu demselben Termine tfflt 3 Eskadron« nebst Regimentsstab nnd zum 1. Oktober 1907 für ein Pionier-Ba­taillon; in Thorn zum 1. Oktober 1906 für eine LesplmnungS - Abteilung für Fußartillerie; in Mühlhausen zvm 1. Oktober 1907 für ein Kaval- ^ie-Regiment. Ferner heißt es bezüglich Sach- Ms: ,Jn Bautzen muß eine Kaserne für em am 1. Oktober 1906 h,«Mietendes Kavallerie- Regiment zu 3 Eskadrors gebaut werden, das ß« Jahre 1907 auf 5 ESkadronS gebracht wird; dt Freiberg eine Kaserne für ein am 1. Oktober Z908 hinzutretendes Jirfart rie-Botaillon; hur-i

Nr. 9, am 10. November im Lazarett Groofon- tein. An Herzschlag gestorben: Zahlmeister- Aspirant Karl Schade, geboren 28. 5. 71 zu Dosenrade, früher beim Bezirkstomando Kassel, am 21. Nov. zu Windhoek.

* Die konservative Fraktion des Ab­geordnetenhauses hat am Donnerstag abend ihre Beratungen über die Kanalvorlage zu Ende geführt. ES wird berichtet, daß die große Mehrheit nach wie vor gegen diese Vorlage )ei. Die von der Kanalkommisfion eingesetzte Re­daktionskommission hat heute die Redaktion der Entwürfe, wie sie fich in der Kommission gestaltet haben, im wesentlichen vollendet, jedoch wird fie am Montag noch einmal zusammentreten, um mit den Regierungstommisfionen einige Punkte, bei denen diese Bedenken hatten, noch einmal nachzuprüfen und eventuell noch kleine Aenderungen vorzunehmen. Die für Montag in Ausficht genommene Sitzung der Kanal­kommisfion soll abgesagt und erst Mittwoch in die zweit? Lesung eingetreten werden.

—* Mit -e« Petitone» räumt das Ab- geordnetenhauS in letzter Zeit kräftig auf. Leider muß den Petenten viel Enttäuschung be­reitet werden, da eine gar zu große Menge durch Uebergang zur Tagesordnung er­ledigt wird, also das Haus erklärt, es wolle sich der vorgetragenen Wünsche nicht annehmen. Selbst wenn das Haus Ueberweisung an die Regierung „stlS Material- beschließt, wie eS gern mit Petitionen von Beamten um Gehaltsaufbesserung u. bergt geschieht, so ist das nicht gar so viel mehr. Er besagt keines­wegs, daß die Wünsche der Petenten erfüllt werden sollen, sondern nur, daß die Regierung die Petitionen zu den Akten nehmen möge, um, falls sie einmal an eine Neuregelung der Sache gehen foHte, sich daraus über die Wünsche und Beschwerden der Beteiligten unterrichte« zu können. Ein eiwaS befferes Schicksal kündet scheinbar die Ueberweisung an die Regierung „zur Erwägung" an, aber auch fie bürgt für nichts und verpflichtet zu nichts. Wen« die Regierung dm Wünschen der Petenten nicht ge­neigt ist, kommt fie bei ihren „Erwägungen" eben zu einem ablehnenden Entschlüsse, Das Höchste, wozu eine Petition es bringen kann, und zugleich das Seltenste ist die Ueberweisung ax dieMegierung „zur Berücksichtigung". Und selbst daS nflfct den Bittstellern nichts, wenn die Regierung fie nicht „berücksichtigen­will. Das Gegenstück bildet die Erklärung, die Petition sei „zur Erörterung im Plenum nicht geeignet". Sie ist da schon bei der Vormufierung in der Kommission vollständig durchgefallen. Meist handell es sich da um Petitionen, die Unsinniges fordern oder unver­ständlich find. Zwar kann jeder Abgeordnete beantragen, daß auch über solche Petttionen Be­richt erstattet und debattiert werde; eS geschieht aber selten.

\ Der erste Geschäftsführer des in Liquidation befindlichen verkackte« sozialistischen Ko«s««> vereivS Leipzig-Konnewitz Bock ist gestern, wie aus Leipzig gemeldet wirv, unter dem Ver­dacht der Bilanzverschleierung und Urkunden­fälschung verhaftet worden. Er war seit sechs Jahren sozialdemokratischer Stadtverordneter und legte vorige Woche, eben erst wiedergewählt, plötzlich sein Mandat nieder. Er scheint an dem Krach die Hauptschuld zu tragen.

*/ Berlin, 25 Nov. 1901. Der Finanzminiflrr Frhr. o Rheinbaben rotUt gegenwärtig alS Teil­nehmer der Kaiserjagde» in Oderschlesien. Ans der Rückfahrt von dort am 1. Dezember wird der Minister in Oppeln und BreSlau Aufenthalt nehmen, um ver­schiedene Dienststellen seine« ReffortS zu bestchtigen. - Der Name der im «reise Ortelberg gelegenen Landge­meinde Opaterie ist iu .Flammberg', und der Name der Landgemeinde Duliniewo im Landkreise Thorn in «Klein-Reßau* uwgeändert worden.

AbgeordneteuhanS.

104 Sitzung vom 25. November 1904.

Eröffnung 11'« Uhr.

Die Bsrlage zur Hochwasserregulierung au der oberen und mittleren Oder wird debatteloS tu S. L,su»g eivsttnmrg angenommen.

Hierauf wird der Antrag EugelSman» (all) bett, die NadrungSmittelkontrolle beraten. Hiernach soll die Uedermachuu, von Nahrung und Genußmittrl-. b-sonderS Wein, fortan »ach einheU» lieben Grundsätzen und mittelst besonderer LauVeS- deamteu im Havp amte geregelt weiden.

Abg Engel smar» (ntL) bezeichnet eS alS da« Hauptziel seine» A, lrogeS, daß die Keller koutrolle durch beaml-le Weinfachlev te ausgeüdr werde. DaS Wringksetz von 19« 1 müsse rirheul ch ausg«föhrt werden.

Abg. Wallenborn (Z.) st mmt dem Anträge auf KommilstonSberatung de.. Bei der Beratung deS Weingesetzes hätte das Zentrum fich bemüht, eine strenge Handhabung des Gesetzes durch Einführung scharfer Koutrolle zu erreichen. Dir Erfahrung'habr jetzt gelehrt, daß ohne diese daS Wringesetz ein Messer ohne Klinge sei. Dem Winzer und dem reellen Wein­handel müffe aufgeholfen werden.

Die Sbgg. Wolf(utl) und LotichiuS (ntl.) befürworten ebenfalls de» Antrag.

Der Antrag wird an eine Kommtsfiou von 14 Mitgliedern verwiesen.

Es folgen Petitionen.

Petttionen von Lokomotivführern, Bahn­wärtern und sonstigen Eisenbahnbramteu um Aufbefferung ihrer PenstonSbrzüge u. a beantragt die Kommission durch Uebergang zur Tagesordnung ZU erIcbifl€K.

Abg. Graf Eprr (Z.) beantragt dagegen Ueber- wrisung als Material. ES müßte rin organischer Plan für sämtliche Sffenbahnbramtrn und Gehalts­skalen ausgestellt werden, auS dem jeder Beamte er­sehen könne, waS jede Beamtenklaffe zu fordern hab«. Dirse Aufklärung würde vielleicht die in diesen Kreisen fehlende Zufriedenheit Herstellen.

Nachdem noch einige Abgeordnete für die Petitton eiugetreten, wird diese der Regierung alS Material überwiesen.

Zu einer Petition der Eisenbahn-Werk­meister um Gehaltserhöhung beantragt

Abg. Hammer (I) Ueberweisung alS Material.

Die Abgg. Kriege lfrk.), Westerman» (ntl). Dr. Münsterberg (fr. Bp> und Graf Spee (Z.), sowie Dr. Heisig (Z) unterstützen den Antrag.

Die Pettttou wird der Regierung alS Material überwiesen.

Eine Petitton um Umgndlung von Bahnmeister- stellen 1 Kläffe in Stellen für mitüere Beamte I Klaffe wird der Regierung zur Berückfichttgung überwiesen.

Weiter bewerten die Ahgs. Schmidt Warbn^ (3.), Hammer (t), Dr. Berndt (ul.) und v. Saldrr» (t) die Ueberweisung zur Erwägung betr. Petitionen der Lokomotivführrr.

Abg. Schmidt-Warburg (Z) tritt mit großer Ent- schtedenhrit für diese Beamten ein, denen man iu ge- wiffem Sinne .Kriegsjahre" anrechnrn müffe. Alle Jahr«, die dies; Beamten im Dienstegauf der Strecke tätig waren, müßten doppelt gezählt werden. Redner schließt mit einem warmen Appell zu Gunsten der braven auf einem verautwor'.ungSvollr» Posten stehenden Lokomotivführer (8«tfaD).

Nachdem noch der Abg. Funk (fr. Bg.) für die Lokomotivheizer eiugetreten, dem sich die Abgg. Pelta- sohn (fr. Bgg.) und Fetisch (t) angeschlofle», werden die Petitionen der Lokomottvführer und -Hrizer zur „Erwägung", die der übrigen Beamten alS „Material" überwiesen.

Eine Petition deS katholisch en Kirchenvor- standeS in Deutsch.Krona um Wiederaufbau der Filialkirche in KlauSdorf bei Deutsch-Krona wird dnrch Uebergang zur Tagesordnung erledigt.

Eine Petttion deS preußische» Haus- nnd Grund- besitzer.Verband es um Einführung der Abzugs- fähigkeit der Gründ- und Gebäudesteuer vom steuerpflichtigen Einkommen beantragt die Kommission der Regierung zur Berücksichtigung zu überweise». DaS HauS beschließt demgemäß,

Bei einer Petition ler katholischen Familien­väter in Liffa« bemerkt Abg. Geisler (Z), daß diese Petttion ein hervorragendes Jntereffe beanspruche, wett fie ein grelles Licht darauf werfe, wie sich di« Berhältnisse in einer Simultanschule gestatte» könnten. An diesen Schulen find bei 43 evangelische» Kindern 122 katholische und doch sei die ganze Aussicht und daS Lehrerpersonal evangelisch. Die Petition habe also eine prinzipielle Bedeutung.

Abg. Dr. Sattler (natl.) beantragt hierauf mit Rückstcht auf die prinzipielle Sette deS Gegenstandes, die Kouiffiou zurückzuweise». Der Antrag wurde an­genommen.

Petitionen um Erhöhung deS Einkommens der Landlehrer d«S Kreises Reichenbach iu Schlesien wurde der Regierung zur Erwägung überwiesen.

Damit ift di« Tagesordnung erledigt. SamStag 12 Uhr: Anträge von Wentzel betr Reform dr» Einkommensteuergesetzes. Petitionen.

' Der nMch'japanlsche Krieg.

lieber Port Arthur fehlt es an zuver­lässigen Nachrichten. Der MoStauer Berichter­statter des «Daily Telegraph' will aus absolut zuverläsfiger Quelle wissen, die Depeschen deS Generals Stöffel, die dem Zaren über Tfchffu dmch die Offiziere des „Nestoropry' fibetmitidt wurde«, enthielte« die Mitteilung, daß die Be­satzung von Port Arthur buchstäblich Hunger leide und die Kapitulation unver­meidlich sei. — Seitdem ist aber beieti8 eine Woche vergangen uvd Port Arihur bat noch nicht kapituliert. In Pans ist das Gerückt ver­breitet, General Stöffel f.i an feitet Verwun- düng gestorben.

Der von de» Japaner« weggeno«- »e«e euglifche Dampfer, welcher 30000 Büchsen Fletsch an Bord harte, gehört der Firma Butterfieid. Kurz vor der Adsadn deS Dampfers von Schanghai wurde des Schiff einem Manne l vergeben, der, wie men ovnimmt, im Aus rage der russischen Regierung ton? eite.

Roch ein zweites Torpedoboot, daS auf eimr englischen Wer't an der Themse ge­baut wurde, scll angeblich rach Rußland durchgeschmuggelt uo.b.n fein Im Zu­sammenhang bemit mag erinnert werden, daß jeder Schiffsbauer, der obre bie Er-cr-bviS d-r Regierung ei« Schiff baut, daß von tirer fttmben kriegführenden Mccht als Ziri'ps'chifi geheult werden könme, mit eher Eisörpstro'e i?s »u zarei Jahren hfheft u, lin fette. G