i Illllftriette Seitstagsseitung"
-----Mfiam»-« gÜBgt- NsrSLTH^
I Krfaserzstz» *11 fcgfgfleto in 81^1116 ^»ürt, jM. 50 yir. Irrantwortiicher f5U Sie SiteMH K.KM«»« * Md«.
Zeitung
MnakbtllMr „ßM«r GefchichtAMer".
<n$etflew« V« »tt spaitige petitzeil« deren Brom 16 M BÄlameodiepetttzri 25 Pfg.r bei Witts Holungen wird ent?» -
Rabatt gewährt.
Druck und Verlag 6j ZuldaerActiendrnck^ 8n Sulba (Harmonie Kernsprecher iH 9
ja ««7.
Deutscher Reich.
Berlin, den 21. November 1904.
** Der Bundesrat hat in semer vorletzten Sitzung, wie nachträglich rerlautet, der ReichL- tagS-Resolution wegen Selbstbeköstigung ron Untersuchung s g e f a n g e n e n und solchen Strafgefangenen, deren Handlungen nicht eine chrlole Gesinnung bekundet haben, die Zu- stimmung versagt, dagegen eine andere Resolution des RerchSta-res wegen einheitlicher Bestimmungen über die Zuchthaus» und Gesäng» nisarbeit in den Einzelstaaten dem Reichskanzler überwiesen. — Der Bundcsrat hat dir Verabschied ung der Gest tzentwürfe eines neuen Militär» Pensionsgesetzes, wie ein Berliner Blatt meldet, schließlich deshalb so sehr beschleunigt, damit die dadurch verursachten, für das erste Rechnungsjahr auf 61/» Millionen veranschlagten Mehrausgaben noch in die Etats der Hausoer» waltung und der Marine für 1905 eingestellt werden können.
* Der Reichstag wird sich, wenn der ,Berl. Lok. Anz.' recht berichtet ist, nach seinem Wiederzusammentritt zunächst mit den neuen Handelsverträgen beschäftigen, wenigstens besteht die Absicht, sie sofort d«m Reichstage oorzuleger», unbekümmert um den Ausgang, den die deutsch • österreichischen Handeisoerirags- verhandkdngen nehmen werden. Angeblich wird der Reichstag auch „mit Steuerfragrn in um- -fastender Weise beschäftigt werden, als bis jetzt vielfach angenommen worden ist.
* Der Gesetzentwurf, betreffend die Beteiligung des Staates an der Bergwerks- gesellschaft Hiberuia zu Herne, ist dem Av- geordnetenhause heute zugegangen. § 1 lautet: Die StaatSregierung wird ermächtigr, non der Dresdener Bank in Berlin Aktien der Berg» werksgesellschast Hibernia zu Herne im Nominal» betrage von 27 532 800 Mark zu erwerben und zu diesem Zweck einen Betrag von 69 500000 Mark zu verausgaben. Im 8 2 der Vorlage wird der Finanzmintster ermächtigt, Staats» schuldverschreibungen auszugeben; an Stelle dieser können vorübergehend Schatzanweisungen ausgegeben werden. Im weiteren erhält § 2 Ausführungsbestimmungen; ebenso § 3, während § 4 festsetzt, daß das Gesetz am Tage der Veröffentlichung in Kraft tritt. — Die Begründung zu der Vorlage wird erst morgen Abend ausgegeben werden, scheint also ziemlich umfangreich zu fein.
* Straudwng eines deutschen Truppe« trausportdampfers. Haup'mann v. Hahnke, Führer des Transports L., meldet in in der Nacht vom 20. zum 21. November aus Swakopmund: „Gertrud Wörmann" 15 Kilometer nördlich Swakopmund bei Nebel gestrandet. Wetter ruhig. Mann- i—w——w——m
Ausgestoßen.
Bon Maurice de Beaumont. Deutsch von Helene Krembs.
19 ------ (Nachdruck verboten.)
Regina wird leichenblaß unb ihre Züge ganz verzerrt. Jetzt ließ sie ihren Kopf schwer auf die Asses zurückfallen
Aimee wußte in ihre-: Bestürzung kein Wort zu «widern. Sie nahm die kalte Hand der Mutter und süh.te sie an die Lippen.
„Aber", sagte die Plimadonna, indem sie sich erregt wieder ausrichtete, „bi- dahin müssen wir leben . . . Kind, es muß hier eine Lrihanstalt geben; frage darnach und bringe meine Schm. ck-acherr, mein Spitzrn- tietb hin; ich brauche sie nickt mehr. ... Du wirst romerhin tausend Frank darauf erhalten, so daß wir die Ankunft de§ Herrn DeshaireS obwarten können." Darauf schloß sie die Auge« und drehte den Krps nach der Wand.
Hotel musterte man die zwei Fremden bereits E argwöhnischen Blicken; Aiwee fühlte dies. Sie «aschtr ja auch Selb für ben Arzt, ür die Apotheke 8864° verschiedene notwerdige Dinge.
so gehorchte fie
'3M nach dem andern wanberten die Schmuckstücke, 5? "ichen Gewänder besserer Tage inS Pfandhaus. Melsteme, kostbare llmhärge, echte Spitzen, alles wurde zu nerhtge« Preise abgeschätzt unb dennoch wurde der Erlös für mehrere Monate gereicht haben, wmv Ne Sängerin nicht eigensinnig darauf bestanden dem teueren Gasthose zu bleiben.
Die betrübte Aimee wagte nicht mehr, ihr za- Mnen, da der Befaße Widersprach die Kranke in jährliche Aufregung versetzte. So aehvrchte fie mit nutendem Herze« urd zählte die Minuten bi« zu wvutranr Rück'ehr.
Hulda, Dienstag, den 22, November 1904,
schäft größtenteils in Sicherheit. Hoffe Pferde und Ladung zu bergen. An Bord der „Gertrud Wörmann" befinden sich: Feldvermestungs- trupp, 4. Grsatzkompante, 2. Ersahbcrtterie, zu- fommen 24 Offiziere 382 Mann, 300 Pferde. Der Kommandant der „Vmeta" meldet über die Hilfeleistung: Die Paffagiere find an Bord der „Vtneta" genommen; desgleichen das Cxpe- ditionskorvs. Sie sind nach Swakopmund gebracht. Es wird versucht, zunächst die Pferde, bann die Ladung an Land zu bringen. Leichter und Dampffahrzeuge find in genügender Anzahl vorhanden. Wenn das Wetter gut bleibt, kann vorauesichtlich der größte Teil der Ladung geborgen werden, während der Dampfer selbst wohl verloren fein wird.
* Nene Opfer hat der Typhus in Deutsch-Süd- westafrika gefordert. An T y p h u J gestorben: Sergeant Rudolf Kiesel am 30. Oktober in Grootfontein; Gefreiter Wilhelm Goller am 16 November in Windhuk; Gefreter Wilhelm BrunS am 21. O'tober in Epukiro; Reiter Georg Bogt am 16. November in Otjimbinde. An Herzschwäche gestorben: Retter WilhelmEhmke am 4. November in Otjinamangombe infolge Hitzschlags. An Darmblutung gestorben: Reiter August Woilhe am 4. November bei Otjinamangvmbe. Gefallen: Gefreiter August Steiner am 15. Oktober bei Okaiam- baka. Vermißt: Retter Bruno Brnckmann am 22. Oktober bei Owikokokorero beim Einziehen der B!eh- wache. In einem Nachtrag wird «och von folgenden Todesfällen am TyphuS berichtet: Gefreiter Augrst Specht am 18. November in Otjimbinde, Reiter Erhard Refeck am 18. November in Karibib.
* Die Natioaal-Zeituug wird demnächst ein gehen. Nach einer Bekanntmachung im Reichsanzeiger sind die Aktionäre des Blattes zum 7. Dezember zu einer außerordentlichen Generalversammlung eingeladen worden. Auf der Tagesordnung steht: 1. Veräußerung des @e- sellfchaflssermögenS im ganzen ober geteilt. 2. Auflösung ber Gesellschaft. Sämtlichen Redakteuren ist bereits zum 1. Januar gekündigt worden.
* Stimmungsbild sus dem Abgeord- »eteuhuuse. In recht stattlicher Anzahl waren heute die Land boten nach vierzehntägiger Pause in das Ab geor dnetenhaus zurückgekehrt. Sie waren aber so unruhig unb unaufmerksam, als kämen sie unmittelbar aus ben .großen Ferien.' Vielleicht machten das die „unerwarteten Ereignisse" in der Kanalkow Mission Denn daß diese mit ber ersten Lesung schon nach acht Tagen fertig sein werde, hatte niemand gedacht, und die Mehrheit, womit der Rhein Leine-Kanal angenommen wurde, dürste Luch manchen überrascht haben. Auf der R chten scheint sogar starke Verstimmung über den Gang der Dinge zu herrschen. Wenn in den vierzehn Tagen auch sonst nichts vorgefallen wäre, so wäre also reichlich Stoff für lange und lebhafte Unterhaltung vorhanden gewesen. Die Verhandlungen litten natürlich darunter. Mau verstand in dem allgemeinen Summen und Gemurmel von den Reden nur äußerst wenig. Die Tagesordnung war allerdings auch so eingerichtet, daß es auf etwas mehr ober weniger Aufmerksamkeit nicht ankam. Hätte man die Bedeutung der Sitzung auch durch die Tagesordnung zum Ausdruck kommen laffen wollen, io hätte man andere Gegenstände
Sie horchte auf jeden Klingelzug, auf jeden Schritt im nahen Korridor.
Endlich kam er. Vornehm, wie immer, entstieg er eines Abends im mausgrauen Reiseanzug dem Hotelwagen unb ließ sich zu ben Damen führen.
Langsam unb bedächtig kam er bie breite Treppe herauf Aber Nimee, bie jeden Ankommenden fas Auge faßte, halte ihn schon erkannt und der Mutter gemeldet
Diese fand trotz heftigen H:rzllopfenS da» frühere Lächeln zum Willkommen.
Noch ih- Gor Iran ankttpfen konnte, öffnete Aimee die Tür und bst ihrem Verlobten unter lieblichem Erröten die Hand zum Lruße.
„Wie geht eS der Mutter?" fragte er.
„Sehr schlecht!" entgegnete fie leise. „Sommer, Sie zu ihr."
Regina erhob sich ein wenig von ihrem Lager und empfiog den Besucher mit gewohnter Liebenswürdig feit Sonirro war überrascht von der Veränderung im Zustande der Leidenden.
„Aber, grädige Frau", fragte er bann, wie kam eS denn, baß Sie so schnell auS Mont Dore ver- schwanbin? Denken Sie sich meine Enttäuschung, als ich, in Eite zurückgek, hrt, Sie nicht fanb '
„Sie seben jo, baß mein Selben sich bei der niedrigen Temperatur verschlimmerte; außerdem quälten mich bie Nerven, so daß ich zu meinem lebhaften Bedauern bie Auvergne verlosten müß e. . . . Ich habe jedoch nicht daran gezweifelt, daß Sie uns folgen würden."
„DoS war. doch meine Pflicht, gnädige Frau. Wir wollen hoffen, d»ß das südlicke Klima Ihnen wohllut."
Trotz ber verbfablichen Worte log eine gewisse Kälte und Verlegenheit im Benehmen bes jungen Mannes, welches der Schauspielerin nicht entging.
Aimee fand iHv, wie immer, höflich unb zuvorkommend, überschwänglich in seinen Redensarten, ans denen fie frellich mehr gewöhnliche Schmeichelei als aninchtige S-füdlrövßttpng enttehmen wnß.'e.
darauf setzen müffrn. Es war nämlich bie 100. Dem Bedürfnis nach einer „Zentenarfeier" war durch einen großen Blumenstrauß, der in weißen Blumen die Zahl „100" auswies, einigermaßen Genüge getan. Zunächst wurde der Bericht der Rechnungssommisston über die StaatshaushaliS- rechnung für 1902 erledigt. Drr nationallibrrale Abgeordnete Dr. Sattler klagte ober die großen Etats Überschreitungen (86 Millionen). Der Vertreter des Finanz m inst ers wollte die Klage nicht als berechtigt anerkennen in Anden acht der großen Staatsbetriebe und betonte, daß den Ueberschreitungen bei den Ausgaben doch solche bei den Einnahmen gegenüberstünden. Abg. v. Strombeck benutzte die Geleaenhett, um einige etatitechnische Wünsche anzubringen und der Rechnungskommisfion seinen Dan! für die Ausführlichkeit des Berichts auszusprechen. Mit der Beratung des'Antrages des Akg. Arendt wegen gesetzlicher Regelung der Besold ungs- Verhältnisse an den öffentlichen höheren Mädchenschulen wurde die Beratung von Petitionen zu demselben Gegenstände verbunden. Der Antrag, der drr Verstaatlichung der Mädchenschulen stark vorzuarbeiten geeignet ist, fand bei der Mehrheit des Zentrums und der Minderheit der Konservatioen keinen Anklang. Auch die Regierung hält die gesetzliche Regelung der Gehälter an höheren Mädchenschulen und die Uebernahme der Schulen durch den Staat nicht für angängig und wünschenswert, Der Antrag wurde indes angenommen und die Petitionen wurden, soweit sie eine gesetzliche Regelung der Verhältnisse der öffentlichen höheren Mädchenschulen und der an ihnen wirkenden Lehrkräfte fordern, der Regierung zur Berücksichtigung, soweit sie Grundzüge zu einem Nor- malbssoldungsplan für diese Schulen fordern, als Material überwiesen. Das Zentrum stimmt für einen Antrag des konservativen Abg. Pallaske, alle Petitionen der Regierung als Material zu überweisen. Die Beratung des Antrages Kernth (fr. Vgg.) bett. Erhöhung des Gehalts und Einführung ber Dienstaltrrsstufen für bie Richter und die Staatsanwälte, sowie die Vermehrung der Richter und Staatsanwälte, zu den zwei Resolutionen der Kommission vorliegen, wurde heute nicht zu Ende geführt.
AbgeordneteuhanS.
100. Sitzung vom 21. November 1904.
Eröffnung l1/« Uhr.
«S stehen zunächst zur Beratung der Bericht bet Rechnungskommisfion über bie Rechnungslegung bet StaatSverwaltung bezüglich der Einnahmen unb Aus gaben im ElatSjahr 1902.
Abg. Dr. Sattler (natl.) beklagt sich über Etats- Überschreitungen von 86 Millionen i. I. 1902.
Bon Seiten der Regierung wird erwidert, daß die EtatSüberschreitungen gegen früher abgenommen hatten.
Abg. v. Strombeck (Ztr.) äußert eine Reihe
Die Drei brachten einen großen Teil des Ai ends mit einander zu: Aimee hoffnungsvoll; die Mutter in steter Beobachtung ber Worte unb Bewegungen ihres zukünftigen Schwiegersohnes; er flotter Gesellschafter, geistreich unb witzig, aber vorsichtig ausweichend, wenn Regina die Rede auf bie bevorstehende ßdrat unb die Pläne für bie nächste Zukunft bringen wollte.
Sie bemerke tut zu gut fein beharrliches unb überlegtes «bfchweifen, sobald fie da- Thema anschnitt, welches ibm allein hätte am Herzen liegen müssen, und fie biß sich auf bie Lippen vor Aerger.
Sie würde nicht weiter des Rätsels Lösung gesucht haben, wenn ihr bekannt gewesen, daß Herr DeShaireS beim Betreten des Hotels folgende Unter» Haltung belauscht hatte:
„Na, nun werden die Toltzheim endlich zuftieden sein, da kommt er ja "
„ES ist aber auch die höchste Zeit, denn heute ist bi« letzte Habe inS Leihamt gewandert. Wir werden uns auch nicht lange bedeuten, diese Abend« teuer «een in d.e Luft zu setzen . . .
Zu seinem Bedauern hörte Gontran nichS weiter. Er wollte seinen Ohren nicht traue», so befremdeten ihn diese Bemerkungen. Doch zeigte er nichts von seinem Staunen; sondern nahm fiu vor, an diesem ersten Abend in vorfichtiger Zurückhaltung selbst zu beobachten. Zu einer etwaigen Auseinandersetzung war eS am nächsten Tage noch früh genug.
„Dieser Herefafall ist aber wahrhaftig ärgerlich," brummte er, als er sich wieder allein befand; „da habe ich nun so lartge überlegt, ob ich Herkommen sollte, und schließlich doch noch eine Dummheit gemacht !"
Für bie Kranke würbe die folgende Nacht zur Qual. NervenkrSmpfe und HuflenansSlle wehrten ihr den Schlaf.
Aimee verließ die Mutter nicht; erst als die Däm metüngarbra*. fi-len ihr vor Müdigkeit bie Augen zu.
Sr fau teira-bute fie schweigend, bis da- junge
31. Jahrgang.
ctaisiechnifcher Wünsche, insbesondere bezüglich de" Versendung der Dispositionsfonds, die in den Sca' eingestellt find.
SS folgt d«r Antrag Dr. Arendt (fteit) bett, die gesetzliche Regelung der BesoldungSverhält uisse der Leiter, Lehrer und rrehreriuner, an öffentlich»!» höheren Mädchenschulen. Dieven selben Gegenstand betr. Petitionen beantragt di: Unterrichrskommisfion, der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Die Kommission beantragt ferne , die Grundzüze zu einem NormalbesoldungSplau der Regierung als Material zu überweisen.
Abg. Dr. Arendt (freit.). Die Dringlichkeit de Regelung der Materie sei von der Regierung schon 1901 zugestanden. Wenn die Lehrpersonen an de:, höheren Mädchenschulen ebenso unzureichend wie vorher besoldet würden, so würden diese Schulen bald mindeiwrrlig werden. Die Regelung liege im Interesse der Allgemeinheit.
Abz. Pallaöke (kons.) beantragt, die Petitionen im ganzen nur alS Material an die Regierungweiterzugeben.
Abg. LotichiuS (ntlb.) tritt für den Antrag Arendt ein.
Abg. Ernst (freif. Bzg.) ist der Anficht, daß ber Staat nicht länger mit Mitteln kargen dürfe, um dir Entwickelung des Mädchenschulwesens in gesunder Bahnen zu erhalten.
Abg. Dr. Glattfelter (Zentrum) hält es für selbst verständlich, daß der Wert der höheren Mädchen schulen auch hier im Hause anerkannt werden müsse Das habe daS Zentrum schon wiederholt getan. EL lege ein besonderes Gkw'cht auf die Erziehung, damit die höheren Mädchenschulen ihre Zöglinae mit den Tugenden auSrüsten, welche die spätere Gattin und Mutter zieren sollen. ES müßten diejenigen Kenntnisse und Fertigkeiten gelehrt werden, welche den wachsenden Forderungen der Zeit entsprächen, das den Kopf verwirrende Vielerlei aber vermieden werden. Redner weist statistisch auf die günstige Entwickelung der höheren Mädchenschule hin. Gesetzgeberische Maßnahmen seien deshalb bedenklich. DaS Zentrum stehe auf dem Standpunkte, eS sei nicht Aufgabe des Staates. daS Mädchenschulwesen alS solches in die Hand zu nehmen. Das würde schließlich zu einer Berstaa:- lichung der Mädchenschule überhaupt führen, die doch nicht wünschenswert erscheint. WaS die Besoldungsverhältnisse betrifft, so hätten die größeren Städte diese bereits befriedigend gestaltet, und ihnen würden sicherlich die mittleren und kleineren Städte Nachfolgen, da sie ein großes Interesse daran hätten, tüchtige Lehr kräfte zu erhalten. Den Wünschen der Lehrer, eine angemessene Besoldung zu erhalten, stehen seine j>oli< tischen Freunde sehr wohlwollend gegenüber, doch feier sie der Ansicht, daß dies, wie die Regelung der Lehrer besoldunpsverhältnisse überhaupt, die Stätte aui eigenem Antriebe zu ordnen hätten. Seine politischen Freunde lehnten deshalb den Antrag Arendt ab und stimmten für den Antrag PallaSke, die Petitionen als Material zu überweisen.
Nachdem fich die Abgg. Krüger (kons) und Hirt (kons.) für den Antrag Arendt, I rmer (kons.) dagegen ausgesprochen, schließt die D Skufston. Der Antrag Arendt wird angenommen.
Es folgt die Beratung deS Antrags Keruth (fr. 8p.) betr. Erhöhung des Gehalts und Einführung derDienstaltersstufen für die Richter und die Staatsanwälte, sowie die Vermehrung der Richter- und StaatsanwaltSstellen.
Nachdem der Abg. Viereck (frk.) über die Verhandlungen der Kommission eingehend berichtet, vertagt fich daS Haus.
Morgen 11 Uhr: OberlandeSgericht Düsseldorf. Antrag Herold betr. Aenderung des Gesetzes über daS Auseinandersetzungsverfahren.
Schluß '/»S Uhr.
• ver russisch-japanische Krieg.
Nach den au8 der Nordma«dsch«rei vorliegenden Berichten sieht e8 so aus, als ob dir
Mädchen erwachte unb ihr den Morqmkuß bot; da zog fie bieselbe leidenschaftlich au ihre Brust unb rief:
„Was liegt schließlich daran? Wenn er Dich nicht mehr will, so bleibst Du bei mir, gehörst mir bis zum Ende, Du mein Ein- und All's! lieber Nacht kommt oft guter Rat. Heute noch werde ich wissen, woran wir find mit diesem schönen Ritter."
So früh eS ber Anstand eben erla* bte, ließ fich Herr DeshaireS bei Madame Toltzheim melden. Diese hatte all ihre Kräfte zusammeugerofft unb ernt fing ben Pariser in einer feinen Morgentoilette
Sie hatte Aimee in ihr Zimmer geschiöt, baicii fie noch etwas ruhe; diese benutzte aber bie Zeit, um an Roll zu schreiben, von dem fie lange nicht- mehr gehört.
Her» DeshaireS erkundigte fich nach dem Befinden bet gnädigen Frau, bedauerte bie Abwesenheit Aimees, bie er gerne vegrüßt hätte u. f. w. Die Schauspielerin merkte, baß er noch verlegener unb befangener war als gestern. Wahrscheinlich hatte er fich inzwischen uwgehört, wohl gar bie Dienerschaft au-gefragt.
Sie ging deshalb grabe auis Ziel zu.
„Mem Herr, wie tat Ihre Familie Ihr Vorhaben aufgefaßt?"
„Ach, gnädige Frau, leider etwas anders als ich e» gewünscht hätte. Während meiner Abwesenheit haben meine Eltern verschiedene Verbindungen äuge- knöpft in der Absicht, mich paffend zu vermählen . . . ohne mein Borw»ffeo, natürlich. ... Ich fürchte, eS wird ft wer halten, wenn eS nicht gar unmöglich ist, fie von Ujren Ideen abzubringen. Ich möchte fie auch nicht betrüben . . *
Der kalte unb prüfende Blick Reginas schien dem glatten Wettwavn doch sehr unbcqnem zu sein, denn al» fie im Stillschweigen verharrte, fuhr er nur zögernd unb bettete t fort:
„S4 h-mb-lt fich um ein» sehr reiche iroge Witwe, deren Besatzungen nahe an Mouffero» stoßen . . . Sie begreifen also, grädige Fran, welche «oi ünde mich Veranlasser-, ... die Schwierigkeiten . . (F. f.