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Druck und Verla- d- LuldaerRcttendrnckeltz In 8uida (Harmonik Fernsprecher M. S°
J£ 265.
gulöo, Samstag, den 19. November 1904,
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31. Jahrgang.
Wertes Matt.
w. st. Var Grab der hl. Elisabeth.
Die hl. Elisabeth, deren Fest wir heute feiern, hatte sich bekanntlich die Stadt Marburg zu ihrem Witwenfitze auserkoren. Das ungarische KönigSkind war im Alter von 4 Jahren mit dem Landgrafen Ludwig von Thüringen verlobt worden. Sie wurde 1211 zur Wartburg gebracht und 1221 Ludwigs Gemahlin. Ihre Frömmig- krtt war groß und die Wartburg erzählt heute noch von ihren LiebeSwerken. 1227 starb ihr Gemabl bei Beginn des Kreuzzuge» zu Otranto. Die Witwe wurde mit ihren Kindern von dem barten Schwager Heinrich Raspe, Ludwig IV. Nachfolger, von der Wartburg »ertrighen. Sie ging auf den Rat ihre» Beichtvaters Konrad nach Marburg, wohnte zuerst im Dorfe Wehrda, dann in Marburg in einem Häuschen unweit de» Fran, ziskanerkloster» und verlebte hier ihre Tage in dienender Liebe, indem sie die Armen und Kranken pflegte. Am 19. November 1231 starb sie, 24 Jahre alt.
Durch den Ruf ihrer Heiligkeit, die Pilgerfahrten und die Wunder am Grabe Elisabeths wach» Marburg rasch empor. Er liegt auf der Hand, daß die also gesegnete Stadt reich ist an persönlichen Erinnerungen an die Heiliae. Die voruehmlichste darunter bleibt — ihr Grab.
Da zeigt sich nun eine ebenso interessante wie ehrenvolle Aufgabe der Nachwelt. Wir Deutsche haben in Marburg die ursprüngliche G adstätte, da» Mausoleum; wir haben hier den Reliquien, schrein, denselben, der am Tage der Erhebung des Körper» 1236 geweiht ist und den die deutschen Fürsten in feierlichem Zuge trugen; wir haben jedenfalls auch di« leidlichen Ueberreste der h'hren Fra« unter un», aber — wo liegen sie?
Im nör lichen Kreuzarm der jetzigen Eli'a- bethktrche — die heute in protestanirschem Bentz ist — steht da» Mausoleum, da» vermutlich schon vor der Erbauung der Kirche an dieser Stelle, wo Elisabeth in der Kapelle de» von ihr erbauten FranziSkantrhospitalS begraben lag, auf- gerichtet worden war. Auf der Bordersett« de» wie ein Altar au»sehe»den Aufsätze», über den sich baldachinarttg ein hohes, von Pfeilern getragenes Dach auSbreitet, ist ein rührend naiveS Relief der Auferweckung Elisabeths. Die He lige liegt im Grabe, an dem Krüppel um Heilung flehen oder für die empfangene Hilfe danken. Ehristu» mit einigen Heiligen und Verwandten der Toten umgibt das Grab und ruft die Snt> fchlafene zum Leben. Außer diesem Mausoleum befinden sich in diesem Teile der Kirche noch drei Altäre, der hl. Maria, der hl. Katharina und Elisabeth geweiht, mit Abbildungen und inte- restantem vergoldetem Schnttzwerke, Scrnen aus
dem Leben der hl. Jungfrau, der Familie Joachim» und Annas und dem Leben und Sterben der Elisabeth darstellend. Hier stehen wir auf der Stätte, wo sich die andächtigen Pilger aus ollen Gauen in frommet Verehrung drängten.
Nach der Heiligsprechung im Jahre 1235 wurde Elisabeth in den berühmten vergoldeten Schrein übertragen, der in der kleinen Sakristei ausbewahrt wird. Der Sarg besteht au» Eschenholz und Kupfer- un) Silberplatten, ist ganz vergoldet und außerordentlich überladen mit Figuren und Darstellungen aus dem Leben der Heiligen, sowie reich geschmückt mit Perlen, Edel- tteiuen und Gemmen. Seine Gestalt ist die eines Rechireckes mit vier Giebeln, die E-nzelhetten find meisterhaft auSgeführt. Ursprünglich trug dieser Sarkophag 868 Edelsteine und 250 Perlen, ein Zeichen, mit welcher Aufzeichnung man die Heilige im Tode ehren wollte. Kr'egszeiten, und vor allem ein Aufenthalt, den der kostbare Sarg zur sranzöfischen Zeit in Kastel nehmen mußte, haben ihm viel von seinem Schmucke geraubt. Heute zeugen nur noch 672 Steine und die traurigen Lücken der anderen von seiner ursprünglichen Pracht und der Liebe und Freigebigkeit der damaligen frommen Zeit.
Der Rcliquienschrein ist--leer. Al
lste Reformation im Hessen lande Macht bekam, pochte fie auch an dte Wände dieses stillen Sarge». Philipp der Großmütige, der die Kirche dem protestantischen Kultus übergab, ließ dte Gebeine entweder gleich selbst vermutlich im Fürstenchor beerdigen oder auf« Schloß dringen, von wo fie auf Befehl Karl« V. 1458 an den katholischen Landerkomtur Johann von der Rehe zurückerstattet und durch diesen in der Kirche „en einer geheim gehaltenen Stelle- beigesetzt worden find. Diese Stelle ist j denfall» der schon erwähnte Fflrstenchor, der südliche Kremflügel, d'e Grabstättd emer Anzahl hesstscher Landgrafen, die hart bei ih'er hl. Ahnfrau ruhen wollten. Hier liegen G'ieder de» hei fischen Fürstenhauses au» vier Jahr Hunderten, nicht in gemeinsamer Gruft, sondern in Einzelgrädern, auf deren einigen die Person de» Entschlafenen in LebenSg'öße in Stein aus- gehauen daiiegt. Andere Haden Grsbsteinplatten, die an den Settenwänden ausgestellt find. Da ruht der Gründer der Kirche, der Landgraf von Thüringen und Hessen, Konrad, später Hoch meister des Deutschen Ordens. Die ernste und würdige Gestalt diese- ManneS, die wir auf feinem Grabe erblicken, erfüllt uns mit Ehr- furcht. Zu den Füßen de» in feiner Ordenstracht mit dem Kreuzmantel Daliegenden sehen wir den Deutsch-OraenS- und den hessischen Schild, in seiner Hand die Geißel der Buße. Hier an dieserStelle liegen vermutlich die Gebeine der hl. Elisabeth.
Während der Restaurationsarbetten im Jahre 1954 fand man nämlich im Fürsten- oder Landgrafenchor unter dem Hochgrab des Land
grafen Konrad I. von Thüringen, Hochmeister des Deutschen Ordens, Erbauers der Elisabethkirche (I), f 1240 in Rom, — also des Schwagers und Beschützers der Heiligen! —, einen namenlosen Bleisarg.
Die allgemeine Ueberzeugung war: man hatte die Gebeine der Landgräfin vor fich. Wohl erschienen etliche Herren von der kurhesstschen Regierung, es geschah aber nichts, gar nichts. Von oben herab fehlten Anregung und Befehl. Und wie eS mit der amtlichen Begeisterung für alte Denkmäler dazumal in Marburg beschaffen war, vafür hat un» ein Augenzeuge jener Tage einige drastische Beispiele berichtet. Durch einen glücklichen Zufall hatte unser Gewährsmann Gelegenheit, das unter dem Grabe Konrads befindliche we bliche Skelett für einige Augenblicke zu sehen. Der schlichte Mann meinte in seiner einfachen Art, dir Gebeine hätten „wie kristallt- fiert- ausgeskhen. Es ist sonach anzunehmen, daß man damals die leiblichen Ueberreste der in der Geschichte wahrer Lirbestätigkeit unvergleichlichen Fürstin aufgefunden hat, und daß der Befund auf eine einstige Einbalsamierung der Leiche schließen ließ.
Diese Leiche liegt noch heute unter dem Grabe Konrads bestattet.
Die Frage ist also recht verwirrt. Aber fie wäre keineswegs „unlösbar.- Und ihre Lösung würde dann auch zeigen, ob und wie viel wahres an der nebenheriaufenden Erzählung ist. Elisa bethS Reliq tien seien 1627 nach Darmstadt und von dort an den Kurfürsten Ferdinand von Köln gekommen.
Daß der fitzte Stand der Frage nicht be- stiedigt, wird offen sogar in den „Fremdenführern- — zuzestanden. Von glaubwürd'ger Leite wird erzählt, daß eS bei einem Besuch, den die verwitwete Königin Margherita von Italien in Marburg machte, ein peinlicher Moment gewesen sei, als die Sprache auf die damalige Ruhestätte Elisabeths kam. Und die Hoffnung de er, die an eine doch noch einmal kommende Nackforschung glauben, stützt sich zum Teil auf das Hefe Interesse, das die genannte, dem Hohenzollernhausr eng befreundete Fürstin für das Gedächtnis ihrer Ahnfrau hegt.
Einstweilen muß gelten, die heiliae Elisabeth liegt dort, wohin man fie nach der Aufhebung ihrer Walls hrt übertrug: Im G abe ihres Schwagers, tat Füistmchor der Elisabethkirche zu Mm bürg an der Lahn.
vermischter.
* Fortschritt. Fremder: „Wie ich sehe, ist der Mrchhos erheblich vergrößert worden.- — OrtSschulze: „Ei jo, m-r sein sitzt ä Kurort"
* Trauer, Freundin (zur Witwe, die von der Beerdigung ihres ManneS zurückkehrt, tröstend): „Das Schlimmste ist ja jetzt vorüber." — Witwe: „Ach nein, daS kommt nochl Mein Rechtsanwalt sagte, die Lebensversicherung meine» ManneS wäre nicht ganz in Ordnung."
Die HauSkouditorei. Eine Sammlung erprobter Rezepte von Weihnachisbäckereie«, Kaffee- und Teegebäck, wie der Tortea und Kuchen von M. Aabel. 3. Auflage. Preis 50 Pfg. Backnang: I. Rath'S Verlag.
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Durchschnittspreise für Hafer, Heu u. Stroh.
Das Amtsblatt der königl. Regierung bringt folgende Nachweisung der für die Lieferungsverbände des Regierungsbezirks Kassel festgestellten Durchschnittspreise der höchsten Tagespreise für Hafer, Heu und Stroh mit einem Aufschlag von fünf vom Hundert, welche für Vergütung der im Monat November 1904verabreichtenFourage maßgebend find:
Bezeichnung des Lieferungsverbandes.
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Stadtkreis Hanau
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