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Maer W Zeitung

Verantwortlicher

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moedsbenage: „Kllba« GeschichttMüer"

J2 265

ZuLöa, Samstag, den 19. November 1904.

31. Jahrgang.

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Helene Krembz.

------(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung aus dem dritten Blatt.)

und darum halten wir es nach wie vor für völlig ausgeschlossen, daß der Reichstag neue Steuern bewilligt vor dem Inkrafttreten deS Zolltarife-. Am 1. Januar 1906 haben wir das ja wohl zu erwarten. Das Etatsjahr 1906 wird uns dann einigermaßen zügen, waS wir zu erwarten haben. Wenn sich bis dayin die gesamten wirtschaftlichen Verhältniffe Heden, wäre noch nicht einmal unbedingt ausgeschlossen, daß wir wieder in feite Jahre kämen, ohne neue Steue-n nötig zu haben.

mit der Mahnung jzur Sparsamkeit allein nicht geholfen ist. Für unvermeidliche Ausgaben müssen die Deckungsmittel beschafft werden und in den eigenen Einnahmen des Reiches sind sie nicht zu finden. Gleichwohl sind wir überzeugt, daß alles Rufen noch neuem Steuern, wenigstens nach solchen, die genug einbrtrgen, um uns mit einem Schlage aus aller Not zu helfen, vor­läufig ganz vergeblich ist. Es mag sein, daß

Aimee mochte sich selbst richt eingesteh.-n, daß fit Sontra« dieserhalb wenige, achten wußte

„vielleicht wird ihm die Sache nachträglich noch leid, seine Eltern werden ih« aufmerksam machen daun .... lebewrhl, du go!bfr et Traum . . . ' Werde ich rl bebau rn? J >, den« der Bedanke an

T ' • • O Gonttan, Bontran, ver­

laß mich nicht! Ich liebe Dich!"

Zunahme ber Seit» Mr Ktiertage. viertel. Mrl-vezugeprei» eUtt vringerloh« und

Berlin, den 18. November 1904.

*» Der Kaiser hat nach der kürzlich statt. gehabtenBereidigung d er Berlin er Gard e- R e k r u t e n den Regiments-Kommandeuren gegen­über betont, die Ausbildung der Rekruten müffe ganz nach seinen Intentionen erfolgen. Ein Hauptaugenmerk sei auf die Behandlung der jungen Mannschaft zu werfen. Jeder Uebergnff sei un- nachsichtlich zur Meldung zu bringen, damit den Schuldigen die verdiente Strafe zu teil werde. „Ich würde," so etwa sagte der Kaiser, „mich freuen, wenn die alten Klagen über Mißhandlungen endlich verstummten; denn nur der gut behandelte Rekrut und Soldat kann seine Pflicht treu und freudig erfüllen." In der Ansprache an die vereidigten Rekruten sagte der Kaiser: „Auch des Soldaten Pflicht sei es, der Kirche treu zu folgen. Im Glauben an Gott würde chnen der Dienst nicht schwer werden."

«christleitrnZos.vau«

i p-rzelltt in 5»ida. Wochenbeilager „Illustrierte Zonntagszettung

[] Neue Steuern!

Fast Tag für Tag liest man jetzt in zahlreichen Blättern, daß eine „durchgreifende Reichsfinanz­reform", eine „Finanzreform großen Stils" unbedingt notwendig sei. Schon die Begründung dieser Forderung neigt an, was man darunter versteht: eine Menge neuer Steuern.

Man geht aus von dem neuen Etatsentwurfe, der wieder einen erheblichen Fehlbetrag ausweisen und darum eine Zuschußanleihe erfordern soll, wie sie bisher noch nicht da war. Das wird wohl stimmen. Die Ausgaben wachsen mehr und mehr, ^er die Einnahmen halten damit nicht gleichen

Aus dem Vorjahre ist dem nächsten Etat

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Ausgestoßen.

Bon Maurice de Beaumont. Deutsch von

* A«s dem Reichshaushultsetat für 1805 macht die .Nordd. Allgem. Ztg' einige Mitteilunoen. Wir entnehmen diesen folgendes: Im Bereiche der Oberpostdirektionen ist ein Zu­gang vorgesehen von 2 Stellen für AbteilungS- dirigenten, von 20 Stellen für Posträte, von 1 Stelle für Postbauräte unter gleichzeitiger Ab­setzung von 1 Postbauinspektorstelle, von 18 Stellen für Oberpostinspektoren, von 74 Stellen für Büreau Rechnungsbeamten 1. Klasse, von 3 Stellen für Oberpostkaffenbuchhalter, von 2 Stellen für Bausekretäre, von 10 Stellen für Bureau­beamte 2 Klaffe, von 7 Stellen als Postge­hilfinnen, sowie von 30 Stellen für ünterbeamte. Zür die Post- und Telegraphenagentur ist eine Stellenvermehrung in Aussicht genommen für Vorsteher von Postämtern und Telegraphen- ämtern 1. Klasse und 59, für Post, und Te'e- grapheninspektoren um 102, sowie für Oberfekre- täre um 111, für Assistenten um 1600, für Lagerverwalter um 8, für Maschinisten um 3, für Mechaniker um 7, für Post- und Tele- g.aphengehistnnen um 350, für Unterbeamten im inneren Dienst um 2000, im Landbestelldienst uswk um 500. Außerdem soll die durch den Stak für 1899 im Wege der Organisation-ände- rung getroffene Einrichtung der gehobenen Dienst. ______c..0<0. w

stellen für Ünterbeamte «unmehr endgilttg in den Jnorimm steht sie, wie „mit gewaltigen Hoch- VerwaltungSorganiSmuS eingefügt werden. Dem» drückern der verschiedensten Seiten daran gear- ent'prechend find die gehobenen Unterbeamte, die beitet wird", die Konservativen dazu zu bringen, "ach dm ihnen übertragenen Funktionen einer ihre Gegnerschaft gegen den Rbein-Leine-Kanal Klasse für sich bilden, auch eine besondere Be- aufzugebm. Ganz besonders entrüstet ist fie, oldungsklasse, und zwar, unter Wegfall der von daß man dir Angelegenhett auf das politische bnen bisher bezöge»en Zulage, in einer Klaffe Gebiet hinüberzuspielin versuche. Rein sachlich, l^OO^biS 1800 Mk aufzunehmen. Bezüglich wirtschaftliche Sefichttpunkte müßten auSschlag. deS Wegfalls der Zulage find für die Ueber- gebend fein, wiederholt sie zum soundsovielten gangszett besondere Bestimmungen getroffen, die Male. Bei dem Bündlerblatte stad „die fad)« eine Schädigung der Beamten auSschließen. Zu-1 lichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte" merk-

„Ah, guten Morgen, Herr Marie!!" sagte die Dame, und sich gegen Aimee wendend: „Ein aller Freund meines BaterS, den wir zu unserem groß« Vergnügen im Nachbarhotel entdeckt haben. Ei, kenmn fie fich denn?" fragte fie, als fie sah, daß der Herr Fräulein Toltzheim schon grüßte.

„Ich hatte die Ehre, da- gnädige Fräulein vor acht Tagen im Forst zu treffen, wo fie fich verirrt hatte," aMwortete Herr Mrriel, indem er sich dm Damen näherte. „Richt wahr, Sie haben Ihre Gesellschaft bald wieder gefunden, mein Fräulein, ich hörte Ihren Namen rufen und den Galopp der Pferde. . ."

Wir haben nun zwar schon erlebt, daß man uns die Notwendigkeit ganz enormer neuer Steuern haarscharf bewiesen hatte, und fich hinterher doch die Finanzlage auch ohne di-sr Steuern ganz glänzend gestaltete. Allein zu dem Optimismus, daß es auch diesmal so kom­men werde, fehlt uns der Mut. Zweimal ist es der Budget-Kommission des Reichstages gelungen, durch Herabsetzung der Ausgaben und Höher­ansetzung der Einnahmen und der ungedeckten Matrikularumlagen die Zuschuß-Anleihe aus der Welt zu schaffen. Das letzte Mal war dies schon nur mehr Schein. Denn man hatte von vorn­herein einen Teil der Ausgaben in den außer­ordentlichen Etat gestellt, die von rechtswegen in den ordentlichen Etat gehörten, also nicht durch eine regelmäßige Anleihe zu decken gewesen wären, sondern die Zuschuß-Anleihe hätten erhöhen Helsen müffen. Wenn diesmal die Zuschuß-Anleihe noch größer ist als früher, so wird ihr mit Abstrichen bei den Ausgaben und Höheransetzung der Ein­nahmen nicht beizukommen fein. Der laufende Mat ermuntert inscesondere nicht zu letzterem.

schon ein Fehlbetrag von 61/» Millionen Mk. überkommen. Die zunehmenden Ausgaben für sozialpolitische Zwecke, die neue Militärvorlage, das neue Militärpensionsgesetz usw. werden An­forderungen an die Retchskaffe stellen, die es wohl auch dann unmöglich machen würden, die Ein­nahmen im nächsten Etat entsprechend höher zu

»3 fSSÄuS I ff’-W*X’«.

Sota b« F-W,ug., mag

man schon gar nicht , denken. Sie belaufen sich' ' ' . . .

jetzt bereits auf 104 Millionen und wie hoch sie noch steigen werden, ist noch gar nicht abzusehen, und waS nach dem Feldzuge noch für Ausgaben für die Kolonie kommen werden, schon gar nicht. Selbst wenn wir das meiste durch eine Anleihe beschaffen, belastet es doch den Etat.

Also neue Stevern? Die ReichSfinanz- reforn.ler bejahen die Frage leichten Herzens. Aber waS für Steuern? Natürlich in­direkte, die den Massenverbrauch belasten. Von den Biersteuern, an die man im Reichs, schatzamte an erster Stelle denkt, mögen aber

selbst manche „Reformer" nicht gern etwas hören. Gegen Steuern, die den Verkehr be­laste«, wie Fahlkartensteuer, KannossementS- Stempel und dergl. erhebt fich ebenfalls ein Teil der Reformfreunde mit lautem Wehgeschrei. Das Zentrum hat wiederholl erklärt, daß es neuen indirekten Steuern, die den Massenver­brauch belasten, widerstrebt. Also direkte Steuern: Reichs-, Vermögens-, Einkommens-, Erbschaftssteuer? Jede dieser Steuern hat Freunde, namentlich aus der äußersten Linken. Aber noch viel mehr leidenschaftliche Gegner. Auch die Regierungen sträuben sich mit Händen unt> Füßen. Die direkten Steuern müßten den Einzeltt^aten verbleiben.

Eine höchst angenehme Lage! Wir geben zu, daß

«onttan ritt davon, während »imee für fich Vrrveryvue:

S«$ne nur mit ber Zukunft .... Roll hat mir m«6 ost daäMe gesagt. Und bennoch .... ich iürchie muh davor!"

Der «ulflug nahm einen fröhlichen Fortgang dm schattigen Wald folgten sonnige BUd«, wett! raibeftuden voll bunter Schmetterlinge und fleißiger - tenen. Die Lust war durchwürzt vorn Duste ber ki räuter und Blumen, an Hüte und Schleier hingen fich die Silberfäden deS Altweibersommers. Dann gab e* eine Unterbrechung am Ziele, an dem grünen Ufer de» SeeS von Gueri. Einige der Damen zeichneten da» prächtige Landfchastkblld in ihre Skizzenbücher, Ahrend andere fich auf de» spiegelnden Fläche i ’wwwn rudern ließen.

Alle ohne Ausnahme bewunderten ein Panorama, fetten dem Auge bietet: einen Kranz von , mw -vergnügen gelegen.....»ber in SRouffernn

«Nieten Selsen, zackigen Bergspitzen und offenen werden mir8 un» vielleicht ein stilles! NttneSNefi mrfS? mn das mächtige, stille und klare Lasser bauen und doch glücklich fth! . . .Glücklich!? eine

Heirat ist im Gründe ein unüberlegter Streik bX rflber ft S?' toar Köstlich ba- ein vernünftiger Mann würbe nich? so unbebaute

mtt 4 ^4« uns schöne Sontran ihre Tochter Tochter einer Schauspielerin sein Wort verpfänden "

Sb*“W‘ä* - w.ich.KÄsi,

«wj«n daß ihr warme» Herz nun bald zwei Kinder Ueben hätte. Sie folgte ihnen mtt den Augen, “wat« ihnen zu und nahm teil an ihrem Geplauder, r?“ verstand in der Seele der Mutter zu lesen, Der ^^E>en verdrppelte ihr eigenes Glück. I Werde ich rl bebau rn

S!b,n We e,f䔓e W®ne Pflicht gab ihr ein Heim war süß . .

»aeven und Hoffonng zurück. f ' - - - - -

„ Plötzlich trat aber wieder der «erstand in seine I einmal sprang da» Hündchen zur Seite und lief hechte. Sie schüttelte den Kopf, al» wollte fie einen schweifwedelnd auf eh en Henn zu, der eben an die lästige» Gedanken verscheuchen und fuhr festen Willens heiße Quelle trat.

. ,, , „ , , Aimee sah fich nach bemj-nigen um, dem da» Tier

'en Geh, verlasse mich, vergiß seine Freundschaft entgegenbrachte, und erkannte den mich! Ich bleibe bann arm und allein! Ich werde Fremden, der chr im Wald den Weg gewiesen, ins galli che Theater und zu meinem allen Freunde "r “* * "* ---- * - "

Roll zurückkehren. Bei ihm war ich hundertmal glück- kicher al» bei Dir!"

| gleich ist em Zugang von 500 Stellen für ge­hobene Unterbeamte in Aussicht genommen.

*— I» unterrichteten Kreisen hegt man der .Deutschen Tagesztg.' zuso ge.die sichere Hoffnung, daß der Handelsvertrag mit Oefterreich- Uagarn trotz der noch vorhandenen Schwierig­keiten vor dem Wiederzasammentritt der Reichs­tags abgeschlossen werden dürfte. Die deutsche Regirrung soll nicht gereizt fein, auf dem Ge­biete deS Viehfeuchesch'itzes irgend welche Zu- ständniffe zu machen, bie den deutschen Vieh­bestand gefährden könnte. Durch den Nachweis, daß erst in jüngster Zett die Maul- und Klauen­stuche ass Österreich Ungarn an deutsche Schlacht- Höfe geschleppt worden ist, soll die Position der Unterhändler ertzeblichg estärkc worden sein. Die 'Drutsche TazeSztg/ steht tndeß dieser ihrer eigenen Meldung skeptisch gegenüber.

0 I« der Lippischeu Throufolgefrage haben heute, wie die ,Nordd. Allgem. Ztg/ de- richtet, unter dem Vorsitz des Reichskanzler- Grafen v. Bülow eine Sitzung der vereinigten BundeSratSauSschÜffe für Justizwesen und Ver­fassung und eine Plenarsitzung des Bundesrat- stattgesunden. Einem Anträge Preußens gemäß hat der Bundesrat einstimmig beschlossen, mit der Erledigung des zwischen Schaumburg-Lippe und Lippe schwebenden Thronstreites durch einen reichSgerichtltchen Schiedsspruch sich ein­verstanden zu erkiären. Das Schiedsgericht soll nach dem Schiedsvertrage darüber entscheiden, ob und in welcher Reihenfolge nach dem Tode des jetzigen Fürsten die der Linie Biesterseld an­gehörigen Mitglieder des Fürstlich ltppischen Ge- samihauses zur Regierungsnachfolge in dem Fürstentum L>ppe berufen sein werden. Auch mtt der in dem Schiersverlragr enthaltenen Vereinbarung, daß, wenn vor Erlaß de- Schiedsspruchs der jetzige Fürst abscheiden sollte, tie derzeitige Regentschaft fortbestehen soll, un­beschadet der Bestimmungen des lippischen Ber- faffungsrechtes, hat der Bundesrat sich einver­standen erklärt. Der Reichskanzler hat dea Präsidenten des Reichsgerichte- unoerweilt be­auftragt, dahin Anordnung zu treffen, daß dar Schiedsgericht fich konstituiere und das schieds­gerichtliche Verfahren in Gemäßhett der Bestim­mungen des SchiedSoertrageS eingeleitet werde. Auf Grund dieses Verfahrens wird der Schieds­spruch des Reichsgerichtes ergehen.

§ Die Haltung der Konservative« gegenüber der Kanalvorlage macht der .Deutschen TageSzig.' wachsende Sorge. Mit

„Jawohl, mein Herr, dank Ihn freundlichen Hllfe haben wir den Ausflug noch fröhlich beendet."

Während fie sprach, schonte Herr Marie! fie nrit seinen traurigen Augen unverwandt an. Sie wurde darob etwa» verlegen und fpieüe wieder nrit dem Hündchen.

Da unterbrach plötzlich ihre Mutter da» Gespräch mtt dem Doktor und stürzte eilen b» auf fie zu. Blefttz und zitternd ergriff fie mit der einen Hand den Ar» ihrer Tochter, während die andere Hand daSKrtstcL- trinkglas von sich schlenderte, so daß e» auf be« Marmo» fliesen zerschellte. Rasch zog fie den Schlei« vor» Gesicht und führte, ohae die geringste Notiz von den Zuschauern zu nehmen, ihre erstaunte Tocht« mtt fich fort. —

»Folge mir," stöhnte fie, „folge mir!"

„Aber, Mama . . ." wagte da» junge Mädchen zu bemerken, al» fie die Halle verlassen hatte«.

„Sckw'ig still!" befahl Madcme Toltzheim und legte ihr die Hand aus den Mund; „schweigst« und frage nichts!"

(flortsetzung folgt.)

Nach Herrn Drshaire» Abreise genossen diebeiben Damen mtt Wonne bie letzten schönen ©cnunertage Aimee schien unermüdlich auf den wettesten Spazier­gängen. Reg'na pflegte fich jetzt als „gute, kleine Bürgersfrau" nach bet Vorschrift ihrer Marseiller Arzte» und seine» KollegenBuisson, der seiner Patientin große- Wohlwollen betoie». Der fkeptische Doktor hatte mit vielsagendem geistreichen Lächeln bie Eröffnung feine» Freunde» entgegengenommen; ganz gegen ferne Gewohnheit aber suchte er ihn nicht mehr von dem Heiratrplane abzubringen, denn bie Klagen Regina» waren seinem guten Herzen nahe-gegangen. Ja einer vertraulichen Unterredung hatte fie ihm ihre mütter­lichen Sorgen anvertraut. Für fich erhoffte fie nichts wehr; mtt Ergebung in ihr Geschick ertrug fie bie Schmerzen und sah da» Ende herannahei,. Aber der Gedanke an ihr allein unb schutzlos zurückbleibenbeS Sinb zerriß ihre Seele. Das junge Mädchen war ihrigen« in der Tat liebenswert, schön und gut und vürde eine ergebene, treue Gattin fein. Saturn hatte i.t Doktor seinem Freunde geraten, die Verbindung y? beschleunigen, wenn fie denn einmal beschlvflene Sache war.

Eines Morgens befand er fich aus seinem gewöhn- lichen Rundgange zu den Kranken, besuchte die Bade- ansta t und die JnhalationSräwne und kam auch an >en Brunnen, wo er Madame Toltzheim antraf, die ich heute gar nicht wohl fühlte.

Er besprach mit ihr den letzte« Brief Sontran», w ihrend Äimee mtt dem hübschen Windhund einer befreunbeten Dame jp eite. Die Halle war ziemlich ielebt von Badegäste«, man grüßte und unterhielt sich mit dem tuen euer anderen Bekannten. Aus

Seine Eltern, weniger begeistert, werden ohae Zweifel nähere Erkuvdigungen einziehtn, dachte fie. Va» Wirb babti herauSkomwea? Sollte ich nun im Hafen noch Schiffbruch leiden? Aber nein, er ist zu verliebt in wein- Tochter, er wird fie heiraten trotz allem .... Uno ich will e»! .... H be ich denn meine Hilfsmittel schon alle erschöpft!

Sie lachte listig.

«imee hingegen ertrag mit Ruhe unb Gleichmut ben Abschied von ih-em Verlobten. Es ließ fich nicht leugnen, daß fie seine angenehme Gesellschaft gern hatte und für seine Zuneigung aufrichtig bantbar toar. Aber sollte dieses Siebe sein? Man hätte daran zweifeln dürfen angefichtSber Gelaffenhett, mttwelcher fie die verschiedenen Umstänve betrachtete und hinnahm.

„Meine Heirat macht be» Glück meiner Mutter au»",wiederholle fie fich zum hnnbertflen Male; „ich brauche dann nicht zum Theater zurück und finde Herb mtb Heimat. Freilich hätte ich einen verstaut igeren Gatten vorgezogen, dem weniger an Geld, an Luru» an^ »ergnügen gelegen.....Aber in Moufferon

Sollte sich eine solche Erwartung als allzu phantastisch erweisen, so wäre gleichwohl noc । nicht gesagt, daß wir allein mit neuen indirekten Steuern das Loch in der Reichskaffe stopfen wüßten. Hätten direkte Steuern beim Reichs­tage oder Bundesrate keine Aussicht, so bleiben immer noch die Matrikularumlagen da. Wollen He Einzelstaaten um keinen Preis direkte Reichssteuern, dann bliebe ihnen Überlassen, ihre direkten Steuern so einzurichten, daß sie die Matrikularumlagen zahlen könnten. Den An- forderunzen der sozialen Gerechtigkeit könnte man auf diese Weise jedenfalls brffer entsprechen, als durch indirekte Reichrfleuern auf den Wasserver­brauch, wenn vielleicht auch ein findiger Steuer, sucher noch eine solche indirekte Sttuer entdecken mag. Jedenfalls müffen wir uns einstweilen durchschlagen, bis sich die Wirkung des neuen Zolltarifs zeigt. -

Folgenden Tage» nahm Herr DeSbaire» Abschied von Regina und «imee, um nac P,riS zu fahren und seiner Familie Mitteilung von der beabfichtigten Hettat zu machen. Er ve> sprach recht bald nach Mont Dore zmückzukehre«.

Di-^°uspiel«in sah nicht ohne eine gewisse Be­klemmung diese Abreis».