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(Wekfa-e»): Der Landgerichtsprüsideut Kro bitzs ch in Münster, in Schleswig: Der Landgei ichtsprästdent Dr. Hartman» in Flensburg, in Stettin: Ober. landeSgerichlrrat Knorr in Stettin; zu Mitglieder der DiSzivlmarkammern stad in Arnsberg: Geheimer Postrat Melcher in Mürst--r (Westfalen), iw Königs»
Helene KrembS.
------ (Nachdruck verboten )
• ver ruffisch'japanische Krieg.
Auf dem Kriegsschauplatz in der Nord- Mandschurei kündigen die Ruffen eine größere Vorwärtsbewegung der Japaner für die nächst« Tage an. Gerüchten zufolge beabfichttgen die Japaner am 19. November zum Vormarsch über« zugrhen und daS Zentrum der ruffischen Aufstellung zu durchbrechen. Der .Birshewtj« Wjedomofii' wird aus dem ruffischen Hauptquartier telegraphiert: Die Japaner ziehen große Streitkräfte nach der ruffischen Ostfront hi« zusammen, von wo beunruhigende Nachricht« einlaufen. Patrouillen melden, alle Päffe seien von feindlichen Wachtposten besetzt.
Das yauze russische Geschwader soll, wie in Tokro verlautet, während eines Schnee- sturmes einen Ausbruch aus dem Haf« von Port Arthur versucht haben, aber zur Rückkehr gezwungen worden sein.
Wie trostlos es i» Port Arthur a«S- steht, zeigt folgender vom 25. September datierter Brief der Frau Wera Stösse,! an einen Moskauer Großkaufmannnamens Perlow: „Ich übersendeJhnen, lieber Nikolai Semenowitsch, die Zettelchen, damit Sie unsere Sorge um die armen Verteidiger von Port Arthur kenn« lerne«. Viel können wir nicht sammeln; es
berg ^Ostpreußen): Der Postrar Tret sch el ix Dan. zig, in Oppeln: Landgrrtchlsdirettor Dr. Jüngling in Oppeln nnd Rezierurgkral Pfuhlstein daselbst, in Schleswig: Oberlandes,erichtSrat von der Decken in Kiel, in Straßburg (61 f >ß) für die Reichsbeamte» . - - - - - - --- ■ - --------i in
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Herr Buiffon warf einen scharfen Blick auf dar junge Mädchen.
„Wir? .... Sie find also mehrere im Vaterhaus ?"
Aimee biß fich auf die Lippm und antwortete nicht.
„Ich glaube, Sie seieu die einzige Tochter?*
„Bia ich auch
„Unb Madame Toltzheim hat mir geklagt, daß ei ibr solchen Kummer berette, ihr Kind allein zurlickzu- laffev. Haben Sie keine Verwandte?"
„Keine", seufzte Aimee und drehte den Kopf, um die flammende Röte auf ihrer Stirn zu verbergen.
„Gnädiger Fräulein", fuhr der Doktor fort, indem er nochmals die junge Dame ernst anfchaute und jede» Wort besonder- betonte, „treten Sie keinem der Wünsche der Frau Matter entgegen; tun Sie alle», wa» Ihn« Ihr kindlicher Herz «ingtbt, so schwer er Ihnen auch aukommen möchte. Wenn fie fich grämt, ist er ihr Tod. Adieu, ich werde jeden Tag wieder kommen."
Er grüßte achtungsvoll und freundlich und entfernte fich dann schnell.
Im Flur stieß er auf seine« Freund Gontran, bemerkte ihn aber nicht.
„Run, nun, wohin so eilig?" rief dieser und trat ihm in den Weg.
„Ah, Du bist iS?'
„Jawohl in leibhafter Person, wie Du fiebst. Hast Du Zeit zum Plaudern?"
„Nein, ich werde erwartet. Ich will Dir nur eben mittetfm, daß ich Deine Sache bei Fräulein Toltzheim befürwortet habe."
„Spaßmacher!"
„Doch allen Ernste-; zu danken bravchst Du mir aber nicht, denn Du kamst dabei erst an zweiter Stelle in Betracht. Ihretwegen habe ich es zumeist getan. Also, mache fie glücklich, denn fie verdient e»."
Er drückte die schmale wetß« Hand seines Freundes fest zwischen seine« nervigen Finger« «nd lief eiligen Schritte» davon.
Ausgestoßen.
Bon Maurice de Beaumont. Deutsch von
in Elfaß.Lotbriugev: LaudgerichtSrat Rosenberg Straßburg (Elsaß), in Trier: Postrat Schwerkt ting in Metz avf die Dauer von ihnen zur Zeit bekleideter Reichs- oder StaalSämter ernannt worden.
I Dreiklaffen-Syfiem zu verteidigen; aber daß der sozialdemokratische Parteitag etwas daran bessern werde, glauben wir gerade auch nicht. Er wird eher zur Befestigung dieses Syst-ms beitragen.
§ Unter den im Auslande lebenden Deutschen werden überall Unterschriften ge- semm'lt für eine Massenbittschrift an den Reichskanzler und den Reichstag, betreffend eine Abänderung des Gesetzes und Erwerb «nd Verlust der Reichsaugehörigkeit. Jedem tm Auslande lebenden Deutschen soll die Sicherheit gegeben werden, daß er seine Eigenschaften und Rechte als ReichSangrhöriger niemals gegen seinen Willen ve, lteren kann. Die Wiedererlangung der verlorenen Reichsangehörig- keit soll erleichtert, die Gebühren für die Kon- sulatsetr-tragungen sollen abgeschcffc oder do«) vermindert und das Fremdwort „Matrikel" durch „Konsulatsliste der deutschen Retchsangehörigen" ersetzt werden. Die Bittschrift, die bereits viele tausend UnterschrisltN trägt, hat in erster Linie die große Anzahl derjenigen Deutschen im Auge, die aus Unkenntnis oder Fahrlässigkeit die Eintragung in die „Matrikel" verabsäumen; erlischt dann nach einer Reihe von Jahren ihre deutsche Reichsangehörigkeit (zumeist ohne daß sie es wiffen), so erwerben sie damit in vielen fremden Staaten, z. B. den australischen, keineswegs gleichzeitig die Angehörigkeit zu diesen, auch wenn sie zwanzig Jahre ihren Wohnort nicht g, ändert haben. Sie find dann in gewissen Beziehungen rechtlos, was ihnen erst bet besonderen bedeutungsvollen Anläffen zum Bewußtsein kommt und fie schon ost schwersten Schaden erleiden ließ. Der deutsche Kolonialkongreß, der 1902 ! in Berlin tagte, faßte bereits einen Entschluß, der die Abänderung des § 21 des Gesetzes vom 1. Juni 1870 verlangt.
() An die Berliner Vertrauensleute der Sozialdemokratie ist von einer Reihe Mitglieder dieser Partei der Antrag gerichtet wo-den, das ,Nene Mwntagsblatt^ dks „Genossen" Ed. Bernstein, weit es fortgesetzt für die Revisionisten Stimmung zu machen suche, die Gegensätze in der Partei verschärfe und Parteimitglieder verunglimpfe, zu boykottier«. Dazu sagt die »Leipz. Volksztg/ liebenswürdig: „Zum Verständnis für unsere Leser bemerken wir, daß auch, nachdem Genoffe Mehring auf jede Fortsetzung der — nicht von ihm begonnenen — Polemik verzichtet hat, daS ,Neue Montagsblatt' fortfuhr, dem Revisionismus mit den Waffen der persönlichen Verleumdung voran- zukämpfen. Wir fügen hinzu, daß unseres Wiffens der vorstehende Antrag nur ein kräftiger moralischer Protest gegen ein schmutziges Treiben ist; der Widerwille der Berliner Genoffen gegen diese Sorte Klatsch- und Skandalpreffe hat längst so wirksam einges'tzt, daß binnen kurzer Frist das ,Neue Montagsblatt' zu erscheinen aufhören wird." Wer nicht denkt und schreibt wie Mehring und Genoffen, dem muß man den Brotkorb höher hängen. Hunger wird den Lümmel schon zahm machen. Freiheit, die ich meine!
— Das vom ,Lokal-Anzeiger' veqeichnete Gerücht, der nächste Etat werde Forderungen für Errichtung einer selbständigen KolonialamteS enthalten, wird von verschiedenen Blättern alS ««begründet bezeichnet. ES seien in dieser Hinsicht keine Blenderungen vorgesehen. — Dir russische Studentin Bärson ist in aller Form auS Preußen auSgewiesen worden. Die neueste Nummer des dem scheu FahudungsblatteS gibt al» Grund an: Beteiligung an iro lutionSr en Umtrieben.
* Stuttgart, 17. Noo. 1904. Die Kammer der Abgeordneten lehnte den Antrag der Sozialdemokraten auf Vorrahm» der Gemeirdewahlen am Sonntag mit 55 gegen 13 Stimm« ab. Der Antrag, die Wahlen am Sonntag fakultativ zuzulaffen, wurde ebenfalls abgelehnt und zwar mit 46 gegen 22 Stimme«.
* Darmstadt, 17. Nov. 1904. Die zweit e Kammer trat gestern wieder zusammen und beriet die Regierungsvorlage betreffend Bad Nauheim. Gefordert werden für die nächst« acht Jahre für neue Bauten und Umbaut« rund 6V2 Millionen. Die Kammer bewilligte die von der Regierung geforderten 1.688,600 M. für das Etattzjahr 1904 und 1,239,500 Mark für das EtatSjahr 1905. 30,000 Mark für da? Elektrizitätswerk wurden gestrichen.
bi, bel im-Sea Mädchen, streifte
die undurchdringliche Miene de» Ärzte»
„Mutier ist doch nicht fränfcr, ßttt Doktor?" .. *3® nein, gnädige» Fräulein, da» Uebel sihreitet fort, langsam ttvar, aber ftetip, — «»
meine Pflicht, Sie darauf aufmerksam zu machen "
„Aber, mein Golt, Herr Doktor, wa» läßt' sich agegen tun? Bitte, sogen Sie er mir; ich werde । lle» ausbieten."
»Bor dieser Krankheit steht die Kunst leider macht- ! » da. Alle», wa» wir tu« können» besteht in sora- s ">uer Pflege. Solch si ckernde Lebenslichter muß 8 an besonder» vor kaltem Luitzuge hüten, welcher fie plötzlich auslöschen könnte Wenn fie meinem Rate wlze« wollen, so bestimmen fie Madame Toltzheim dM, Mont Dore zu verlass«."
v. "Da» ist ohnehm chr Entschluß; wir werde« nach »em Süden reise«."
Der Doktor schüttelte ungeduldig den Kopf.
»«ach dem Südr«! Nach dem Süden! DaS da» Reise« aufzugeben. Ihre Frau zS”“ Ruhe haben, unbedingte Ruhe im Fa- Ist da» den« ein Leben für eine beständig hin- und herzckahren, von Spanien ”*9 Italien, von der Äuvergu- »och der Provence? L* ; U-d vabri die aufgeregte« Gesellschaften, bi» * diaRacht! . ... Er muß fie ja umbringen? iah?, a werden also heimg-hen," sagte «imee, bAT entschiedenen Nachdruck auf dies Wort 6*“ , “”5 wir wollen die atme Mama mit aller
«ad Liebe pflegen. Ach, wenn die» fie «enen konnte!"
* Die nächste Plenarsitzung des preußischen Herrenhauses findet, wie gemeldet, am 30. Nov. ds. IS. statt. Dann ist gerade ein halbes Jahrhundert veifloffen, seit das Herrenhaus in der Form, die ihm Friedrich Wilhelm IV. gegeben, ftine erste Sitzung abhielt. Zur Erftne« rung an diesen Tag weid« die Mitglieder des Hauses sich noch der Sitzung vom 30. Ncv. 1904 zu einem Diner vereinigen.
•* Im Berliner Schulstreite soll die Regierung insoweft nachgegeden haben, ais die Eilaubois erteilt wurde, daß der freireligiösen Gemeinde die Benutzung der Aula in der 69. Gemeindeschule vom nächsten Sonntag ab für die erwachs«« unter Ausschluß der Jugendlichen wieder gestattet worden sei. Die Versammlungen der Gemeinde im Bürgersaal dks Rathauses würden wieder erngehen. ______
** Der a«8 Frankreich eingetrrffene schienenlose Automobilzug, der sogenannte train Renard, wurde Henle vormittag in Gegenwart des Landwirtschaftsministers von Podbiekski, des EhefS des Generalstabes der Armee Grasen von Schlieffen, des Generalq lartirr- meisterS von Moltke, deS Oberquartiermeisters Generalleutnants Freiherrn ron Gayl, des Mitglieds VeS Herrenhauses Grafen von Mirbach-Sorquitten, sowie zahlreicher Offiziere des GeneralstabeS, des Kriegsministeriums und der BerkehrStrupp n auf dem Hofe neben der Militärballonhalle zu Schöneberg vorgeführt. Der Renardfche Automobilzug setzt fich auS einem gewöhnlichen Automobil und drei, vier oder mehr Personen- und Güterwagen zusammen. In finnreicher Weise ist die Kuppelung derart konstruiert, daß der Zv§ ein Ganzes bildet und sich nicht anders alS die auf Schienen lausenden Wagen bewegt. Selbst in den schärfsten Kurven folgen die sämtlichen Räder den Spuren des Automobils. 68 wurden Schleifen, Steife :c. gefahren, überall zeigte der Zug eine außerordentliche Lenkfähigkeit. Seine durchschnittliche Geschwindigkeit beträgr 25 Kilometer per Stunde, mit beladenen, offenen Güterwagen 15 Kilometer per Stunde. Nach der Vorführung bestiegen die Minister und ihre Räte den Automobilzug und «ternahmen mit diesem eine Rundfahrt auf dem Tempelhofer Felde
V Berlin, 17. Rovbr. 1904. Das EtaatS- ministerium trat unter dem Borfitz des Grafen von Bülow heute zu einer Sitzung zusammen. — In der auf morgen, Freitag anberamnten Plenarsitzung deS Bundesrats, die in der lippifchen Frage Beschluß faffen soll, wird der Reichskanzler Graf von Bülow den Borfitz führen. Aus Einladung des Kaisers wird sich der Reichskanzler Freitag abend nach Riel begeben. — Der Reichskanzler Gras v. Bülow empfing am Mittwoch den zu HandelSvertragSverhand- lungen hie« anwesenden serbischen Finanzminister Patschu. — In einem „Paro les d'encourage» ment“ überschrieben Leitartikel vom 12. d. M. teilt der Pariser ,Gaulois‘ den Wortlaut einer Ansprache mit, die der Kaiser vor einigen Wochen m einem OffizierSkafino Über die französische Armee gehalten haben soll. DaS Blatt macht diese Ansprache zur Unterlage für Ausfälle gegen die Polittk der französischen Regierung. Die ,Nordd. Sllg. Zig/ ist zu der Feststellung ermächtigt, daß wie der ganze vom .Giulois' geschilderte Vorgang in dem Osfizierskastno, so auch die dem K iser in den Mund gelegte Ansprache von Anfang bis zu Ende erfunden ist. — Die Schweiz ist an Deutschland, wie auch an eine Reihe anderer Staaten mit dem Vorschläge heran getreten, einen SchiedSvertrag abzuschließen. — Der Geheime Finanzrat Ottendorfs in Berlin ist zum Mit- gliede der Hauptverwaltung der Staatsschulden im Nebenamt ernannt worden. — Zu Präsidenten der Kaiserlichen DiSziplinarkammer find in Leipzig: Der LandgertchtSpräfident Schmidt in Leipzig, m Münster
Aimee war mittlerweile zur Mutter gegangen. Regina war gerade damtt beschäftigt, den Tauben am Fenster ein Stück Kuchen zum Futter zu zerbröckeln
„Aimee", sagte fie, in Monfferon werden wir einen vollständigen Eeflügelgos haben, nicht wahr?"
„In Moufleron sollst Du alles habe», was Du Dir nur München kannst. Wie könnte die zukünftige Herrin des Schlößchens Dir etwa» abschlagen?"
„Also — nimmst Du e» an? ... , Wirst Du Gontran» Frau? Du böse» Kind, wie lange hast Du mich warten loffen! Ich verlor beinahe die Geduld. Doch Ende gut, alle» gut!"
Und fie überhäufte ihre Tochter rntt zärtlichen Kliffen.
„Wenn Herr Deshaire» nicht anderer Meinung vird! Im übrigen verlasse i h mich auf die Bor- ehung, komme, wa» da wolle."
„Seine Meinung ändern?' Bah, da» ist wohl nicht denkbar. Ich bin begi rig, ihm sein Glück zu verkünden. Oh, Atmee, Du wirst reich sein, reich . . . ,"
Die Primadonna klatschte vor Freude in die Hände, wie ein Kind. Urber da» bleiche Geficht der langen Braut aber zog ein leichter Schatten.
7.
Die Sonne strahlt; am wolkenlosen Himmel zeichnen fich dunkel die waldumkränzten Berge ab und au» weiter Ferne leuctten die bläulichen Spitzen de» Sarcy herüber. E» ist ein herrlicher Tag, eigen» wie geschossen zu einem Ritte in die schattigen Täler unb in die wilden Schluchten, wo klare Gewässer ch reichend unb sprühend vom FelSgestei« in die Tiefe stürzen.
Die letzten Badegäste wollen die gute Gelegenheit noch benutzen. Die Saison ist bald zu Ende, beim wenn Die kalten Wiridstürme kommen, wen» der Frost die kahle« Häupter der Bergriesen mit Reif unb Schnee überzieht, bann heißt e» Heio wärt» wandern in die schützend.« Manern der große« Städte.
Im Rrmrrhotel bereitet man fich auch zu einem großen Am finge vor. Die Reitpferde stampf« vor Ungeduld i» Erwartmg der vornehm« Amazdn« und ihrer Retter; zwei gei äumige Kutsche« nehme« die älteren Herrschaft« au, die Mütter und die bequemen Papa», welche ein sanfte» Ruhekissen dem Satte! eine» unruhigen Renner» vorzieh«. Auch Esel find da, müd-, gequälte Tiere, die mit trüb« Ang« und hängenden Ohr« warten, bi» man fie zum großen Mißvergnügen ihrer geldhungrig« Treiber sortschickt. Tie jnrge Welt schwingt fich auf» Pferd. Da kommt auch Aimee im knapp«, grau« Reitkleide; die schwarzen Locken wehen unter dem weißen Hutschleier im Morgenwinde.
Herr De-haire» hilft ihr aufsteige», wäh«d Re- gino, vorsichtig in Pelze und Dicke« gehüllt im Wag« Platz nimmt. Die Zurückbleibrnd« auf der Terrasse wünschen schöne» Wetter unb viel Vergnügen, mtd bie Auiflügler lüften ihre Hitte und wink« noch bi» zu Biegung de» Wege» mit der Hand ein« Gruß zurück.
Goutran hält fich ganz glückselig an der Seite Aimees, die mit liebenswürdiger Aufmerksamkeit fettem Geplauder lauscht und dabei die stet» wechselnd« Natmschönhetten bewundert. Der Weg schlängelt sich durch da» Dunkel der Forsten und läng» der luftig pringendm Bäche. Da« Ziel ist der See von liefet romantische Somwelp ( >tz ver Tourist«. Ruhig und klar liegt er hoch oben inmitten der Berge, web trotz seiner bedeckend« Ausdehnung scheint er wirqig angesichts der Unermeßlichkett de» Himmels, der über ihn blaut.
Jedoch die tolle Jugend hat keine Eile zum Stell- schein; sie liebt die Umwege, unb e» gibt so viel zu üetrachrm und zu bewundern hier. Da ist der Stwit« >ach von Oueurenille, dessen Fall vom ipitzm Fels« herunter so wunderbar durch die Sonnenstrahlen beleuchtet wird, dass er in allen Färb« schillert; da find >ie ebenso malerisch« Kaikad« Rossignolet, Saut du Lonp und Barbier, tief verborg« in rauher Schlucht, die jo schwer zugänglich.
Berlin, den 17. November 1904.
* Daß der „Ultrumoutanismus" gefährlicher sei als die Sozialdemokratie, will der »Reichsbole' nun doch nicht mehr gelten lassen. Er bekämpft diesen Satz sehr ausführlich und findet, daß der schlimme Ultra- montoniSmus mit seiner geisttötenden Wirkung doch immer nur die katholische Bevölkerung treffon könnte, wählend der Sozialismus auch das pkoteflantische Volk zu ruinieren drohe. Also wenn das „evangelische Volk" falls „es wirklich evangelisch bleibt", vom „Ultrawon- taniSmus" nichts zu fürchten hat, warum regt der.ReichSbote' fich denn sonst so ungemein über die „ultramontane Gefahr" auf? Liebt er uns Katholiken so innig, daß er auch uns vor der „geifltölenden Wirkung des UltramontaniS- mus" bewahren möchte? Das verlangen wir ja gar nicht von ihm.
** Der Parteitag der preußischen Sozialdemokraten soll vom 28. bis 30. Dezember in Berlin stattfinden. Die vorläufige Tagesordnung enthält folgende Gegenstände: 1) Der Wohnungs Gesetzentwurf, Berichterstatter H. Heiman n. 2) Der Gesetzentwurf betr. die Bestrafung wegen Annahme kontraktbrüchiger Arbeiter, Berichterstatter A. Stadthagen. 3) Der Schulgesetzentwurf bezw. der Schulgesetz»Kompromiß der maßgebenden Parteien im Landtage, Berichterstatter Dr. L. Arons. 4) Das Landtags- Wahlrecht, Berichterstatter G. Ledebour. Der Partei-Vorstand ladet zu dem Parte'tage mit einem bombastischen Aufrufe ein, der sich vor allem gegen da» preußische Landtags-Wahlrecht wendet und das Dreiklaffen - Parlament, weil keine Sozialdemokraten in ihm sitzen, für alle vermeintlichen und wirklichen Uebel, für „Verfallff und Verlotterung unserer Zustände" verantwortlich macht. Die ©«offen sollen nicht „ferner diesen schmachvollen Zuständen tatenlos und mit übereinandergeschlagenen Armen zusehen," sondem „als öffentliche Ankläger auftreten und dafür wirken, daß die in der allgemein« Korruption und Dekadenz noch gesund gebliebenen Volkskretse fich ermannen und d« schärfst« Kampf gegen Gewalten führen, die, je länger fie die Macht und den Einfluß hab«, alles in den Abgrund zu reißen drohen." Es sei „Pflicht, die Auf- merksamkeit der weitesten Oeffentlichkeit auf diese Zustände hinzulenken, und das kann neben der Aufklärung durch die Preffe und die tägliche Agitation am besten geschehen durch zeitweilige Zusammenkunft bet Vertreter unserer Partei, in denen die Hauptfragen, die auf bet Tagesordnung des preußischen Landtages stehen, einer entsprechenden Beurteilung und die Rückständigketten des preußischen Parlamentarismus einer einschneidenden Kritik unterzogen werden." Wir unserseits sind nun allerdings nicht willens, das
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Kulda, Freitag, den 18. November 1904.
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Anzeigen: Vie «b» spattige Petitzeile ob« deren Saum 15 Pfg. Reklamen die petitzeki» 25 pfg.; bei wieder. Holungen wird entspr. Rabatt gewährt.
v«ck und Verlag bet Fuldaer Attiendrrukerok in Zulda (Harmonie) Zenffprecher Ur »