Einzelbild herunterladen
 

M 262

Hulda, Dienstag, den 15. November 1904.

31. Jahrgang.

Snzetgen; Die eM- spatttge petttjeile vd«? deren Saum 15 pfK. BeHumtn die petitzelii 25 pfg.; bei Wieder­holungen wird entspr

Rabatt gewährt.

scheint tat«*. «u iTmaftme d« dann- Aßei^tage. viertel- Mrl- Ve;«g»preir Äe vringerlohn und

Druck und Verlag der

ff Zuldaer A ctiendruckere^

monatsbtitog«: „8«ldaer SeschichtMStkr". Senlfprecher Nr^

verantwortlicher 'M W

^iftleiter:Ios.vau«

j ^rzrller in Kulda. wochcnbellag«: „Aluftriette Sonntagszeitung

Wege« des Feiertags wird die nächste Un«»er «nferer Zeitnng erst am Don« «erstag ansgegebe«.

Deutsches Reich.

Berlin, den 14. November 1904.

* Der „Mittellandkanal" ist in erster Lesung inderKommission angenommen worden und zwar mit 18 gegen IO Stimmen. SS ift allerdings der arg verstümmelte Mittel­landkanal. Das Stück Hannover > Magdeburg fehlt. Ursprünglich sollte es ein Rhein-Eibl- Kanal werden urd nun wird es nur ein Rhein- Leine-Kanal. Die Zentrumsmitglieder stimmten sämtlich dafür, ebenso die Naltonalliberalen und Freisinnigen. Die Konservativen und Freikon­servativen waren geteilter Ansicht.

(( Heute vormittag haben in Berlin die Haadelsvertrags - Berhaudlnvge« mit Gerbte« begonnen. Sie wurden, wie die »Nordd. Allg. Ztg.' berichtet, durch den Staats­sekretär des Auswärtigen Amtes mit einer An- spräche eröffnet, welche von dem gleichfalls an- wesenden serbifchen Finanzminister Patschu er­widert wurde. Mit der Führung der Verhand­lungen ist serbischerseits der hiesige serbische Ge­sandte Mikitschewitsch beauftragt, dem der Direktor im Finanzministerium, Kukitsch, und die ^Sekretäre in diesem Ministerium, Nintschitsch und AtanaSkowitsch, als Beiräte und der Sekre- tär bei der hiesigen silbischen Gesandtschaft, Radalowlisch, zur Mitwirkung bei der Protokoll- führung beigegeben sind. Deutscherseits nehmen an den Beratungen teil: Der Geh. LrgationSrat Lehmann vom Auswärtigen Amt als Vor­sitzender, der Geh. Legationsrat v. Goebel und der LegationSrat Edler v. Stockhammern von derselben Behörde, ferner vom ReichLamt des ^Innern Geh. OberregierungSrat Wolffram und RegieruagSrat Bosnisch und vom Reichsschatz­amt Geh. Oberregierungsrat Blau. Für die Protokollführung find beigegeben der LegationS- sekretär Graf Ltmburg-Tttrum und der Geh. SekretariatSasfistent Fischer, beide vom Aus­wärtigen Amt.

Die im Oktober begründete deutsche Mittelstaudsvereiuiguug hält am 26. und 27. November in Berlin ihre erste Generalver­sammlung ab. Auf der Tagesordnung steht i>. a.: Die deutsche Mittelstandsbewegung, ihre Berechtigung und No.'wrndigkeit. R.serent Ober­meister C Rahardt, Berlin; — wirtschaftliche Ziele der deutschen Mittelstandsoereinigung, Re- serent Dr. phil. E. Wienbk ck, HannoverAn­erkennung der vom geschäfit führenden Ausschuß beschloffeven Satzungen, Referent VrrbandS- sekretär H. Btylhien, Hannover.

* Der preußische Ttädtetag der, wie gemeldet, seine Sitzungen am 6 und 7. Dezbr. im Berliner Rathause abhalten wird, erhält

Ausgestoßen.

Bon Maurice de Beaumont. Deutsch von Helene KrembS.

13 " (Nachdruck verboten.)

Mei« Liebling,* sagte sie hastend, .freue Dich' Der schöne Prinz, den wein Stolz für Dich ersehnte' hat wir endlich sein Geheimnis anvertraut. . . Herr Govtran Desdaires liebt Dich. Willst Tu seine kleine Frau werde»?''

Simee war sprachlos vor Bestürzung .... Alle» Blut strömte ihr zum Herzen, sie fühlte Nch einer Ohnmacht nahe.

„Nau, nun, mein Schatz, erschrick nicht so," schmei- schelte die Schauspielerin und griff nich ihrem Riech, stäschchen. „Koran wieder zu Dir und umarme rach für diese gme Nachricht!*

Dabei drückte sie einen Kuß rach dem anderen auf Stirn chre» Kinder.

,,„•^<6, vergib mir, ich hatte er so eilig mit meiner schomn Uebnraschmig.*

.. «unee hatte sich jetzt gefaßt und blickte fragend Ole Mutter an

»Ich hoffe,* fuhr diele fort, „daß Deine Aufregung i Suter Zeichen ist und daß Du neugierig bist, mehr M «fahren. So höre, wa» geschehen ist Als Tu Mch vorhin verließest, habe ich mich einige Augenblicke »«den Tamen B. nmerhalteu. Da ich dann Herrn ^»hmreS einsam urd nachdenklich am Fenster der «pWaalS sitzen sah, bin ich zu ihm gegangen. Na- »Ntch drehte sich die Unterhaltung um die Abreise: ” wunderte mich, ihn so lange hier zu sehen.* . „Wo e» dem Herzen g'fällt, bleibt man gerne*, 3F " mir geantwortet mit der Liebenswürdigkeit, die

an ihm kennst Kommt teriAl-schied nicht immer

folgende Tagesordnung: liefe et das Fiuchtlinjen- gesetz werden die Oberbürgermeifier Dr. Wilms- Posen und Dr. Oehler-Halberstadt referieren, über den WohnungSgesitz-ntwmf Dberbäiger- meister Dr. Zweigert-Sffen und Stadtrat Fisch­beck-Berlin, über „Die Rechte der Städte an ihren Schulen* Stadtrat Rioe-Breslau und Bürgermeister Lichtenberg -Dortmund.

* Die Klagen über Mängel bei der Mit- teilnvg von Todesfälle« i« Südwestafrika an die Angehörigen der Verstorbenen nehmen kein Ende. Heute wird dem ,Berl. Tagebl.' aus Lüchow, Provinz Hannover, geschrieben: „Vor einigen Tagen kam aus Südwestafrika die Mel­dung, daß der Reiter Wilhelm Behrens, der im Frühjahr als Kriegsfreiwilliger nach Südwest- afrika ging, verstorbe'' sei. Aber bis jetzt ist den in Liepe wohnenden Eltern des jungen Mannes noch von keiner amtlichen Stelle irgend etwas darüber mitgeteilt. Postsendungen an Wilhelm BehrenS find jetzt aus Windhuk zurück­gekommen mit dem Vermerk: „Adreffat verstor­ben." Es wäre doch wohl in der Ordnung, daß die rn banger Sorge schwebenden Leute eine authentische Mitteilung über da§ Schicksal ihres Sohnes erhalten." Da die Rückbeförderung der von Windhuk als unbestellbar zurückgesandten Pakete mehrere Wochen in Anspruch nimmt, müßte Behrens schon längere Zeit tot sein; um so unbegreiflicher wäre denn die bisherige Nicht- benachrichligung der Eltern."

(*) Die Pole« in Berlin hielten am Sonntag eine Protestversammlung gegen die Ausweisung des polnischen Sokols an den städtischen Turnhallen ab. Einstimmig wurde folgende Erklärung angenommen: „Dir Berliner Polen protestieren auf das entschiedenste gegen die Maßnahmen des Provinzialschulkollegiums gegen den hieflgen Sokol und erklären, daß dieser Verein durch sein Verhalt n nicht den geringsten Anlaß zu seiner Ausweisung gegeben hat." Außerdem wurde dem Berliner Magistrat ein Mißtrauensvotum ausgesprochen wegen seines Ver­haltens gegenüber dem Gesuch des Sokols um Ueberlassung anderer städtischer Räumlichkeiten.

* Der Wormser Syrrodaltag wird in der „Reformation" von einem Licrntiaten Dr. Meyer sehr zum Leidwesen des Reichsboten einer abfälligen Kritik unterzogen. Ihm gefallen weder die Zusammensetzung des „Tage-" noch die Be- schlüffe. Wir gehen indeß darauf weiter nicht ein, sondern heben nur hervor, daß nach Meyers Angabe die 700 Teilnehmer, die von den 36 000 Synodalen Deutschlands, und dazu zum großen Teile noch aus der Nachbarschaft von WormS, ers Dienen waren, in ihrer großen Mehrheit Pastoren waren; Laien waren nur einige darunter und die Pastoren waren unbekannte Leute. Wir haben da wieder die Bestätigung, daß der „Kampf gegen Rom" fast ausschließlich, von Pastoren be­trieben wird.

* A«S Deutsch > Südwestafrika meldet General von Trotha unter dem 12. Novbr. aus Windhuk: Besatzung der Station Hasar, 1 Unteroffizier, 8 Mann vor starken Morenga- truppen nach Rietfontain 0. zurückgegangen. Morenga soll verwundet in Plaltben sein. Leugerke hat die Posten in Davignab und

Ukamas nach Warmbad beordert und roH am 14. November mit Detachement Fromm, siebzig Mann, 2 Feldgeschützen von dort nach Kermans- Hoop abrücken. Koppy hält mit 80 Mann, einem Geschütz 73 und einem Gebirgsgeschütz Warmbad besetzt. Vierte Kompagnie Regiments zwei rückt am 12. November, für sie Batterie am 13. No­vember von Windhuk nach Kub ab. — Das Reutersche Bureau meldet vom 13. d. M. aus Johannesburg: 130 Buren reisten mit der Bahn nach Kapstadt und begeben sich dort nach Da- maralanv, um als Freiwillige in die deutsche Schutztruppe einzutreren.

Wettere Verluste: An Typhu? sind gestorben- Reiter griedrich Schröder, geboren am 20. Ang. 1880, iru Lazarett Otjtmbknde am 9. November 1901; Retter Max Schlag, geboren am 10. April 1681, im Lazarett Otjvsondu am 10. November 1904; Gefreiter Karl Schulz, geboren 4. Jaruar 1879, 4. November 1904 auf Transport Otjokondu-Olahandja; Reiter Friedrich Busemann, geboren 5. März 1681, 6. November 1901 Otjimbinde; Reiter Heinrich Brameier, geb ren am 1. November 1882, ist im Fteberdelirium plötzlich am 7. November 1904 gestorben. Lazarett nicht genannt. Am 6. November im Gefecht bei Hoakbanas leicht ver­wundet: Reiler Otto Bär, geboren am 7. Dezember 1882, früher Infanterie-Regiment Nr. 27.

* Der russisch «japanische Krieg.

lieber Port Arthur äußerte der in Peters­burg weilende Statthalter Alexejew, die Nachrichten über die Lage in der Festung ent­sprächen nicht den Tatsachen, wie ich das schon feit vielen Monaten gezeigt hab'. Es sei nicht zu besürchten, daß die Festung in naher Zeit fallen werde, da den Belagerern noch außer­ordentlich große Schwierigkeiten entgegenständen. Die Einrichiungen General Siösfels seien solche, daß die Einnahme der Festung noch viele Zeit und Opfer kosten würden.

Nach anderwtitigen Nachrichten soll General Stöffel imstande und entsch offen sein, die Festung bis zum Ende des Jahres zu halten. In jüngster Zeit sei eS gelungen, eine Menge Proviant nach Port Arthur zu schaffen, was den Mut der Besatzung sichtlich gehoben habe.

W. Loudon, 15. Nov. 1904. .Daily Telegraph' meldet aus Tschifu: Die hiesigen japanischen Beamten sagen, eS sei nicht zu opti­mistisch, wenn sie annehmen, daß Port Arthur

vor Weihnachten erobert werden würde. Die Zustände in btr Garnison seien schrecklich Sie leide unter dem kalten Wetter. Das un­unterbrochene Granatfkuer habe fast alle Fenster in der Stadt zerstört. Die vorhandenen Kodlen- oorräte könnten nicht mehr lange ausrrichrn Mehrere Dschunken, die mit Pelzen beladen den Durchbruch versuchten, fielen in die Hände von Seeräubern. Die großen Zentren des Handels mit Kciegskonterbande sind Kintschou und Schang­hai. Von Schanghai erreichten jüngst einige mit Lebensmitteln beladene Dschunken Wladi­wostok und entlasteten so die Eisenbahn zu Gunsten Mukdens.

W. Tokio, 14. Nov. 1904. Nach einem Tele­gramm aus lern Hauptquartier der Mand­schurei armee griff der Feind am 11. Novbr. nachts halb 1 Uhr die Japaner bei Wut- schentci an, wurde aber zurückgeschlagen. Am 9. November erschienen 200 Mann Infan­terie und 300 Mann Kavallerie au8 der Rich­tung von Siaotsuton; sie wurden zurückge- schlazen und zogen sich auf Matfchuantsu zurück Die Verluste der Raffen betrugen 60 Mann, di« der Japaner 6 Mann.

W. Paris, 15. Nov. 1904. Das «Petit Journal' erfährt aus Petersburg: Ein Offi­zier aus dem Gefolge des Statthalters Alexe­jew erzählt, daß fünf als Chinesen verkleidete Japaner anfangs Oktober von Tschifu aus mit einer Dschunke nach Port Arthur gefahren seien, um die Generale Stössel, Kundrat- schenko und Fock zu ermorden. Um die Russen glauben zu machen, daß sie Chinesen seien, die den Belagerten in Port Arthur Lebens­mittel bringen wollten, sei die Dschunke scheinbar von japanischen Torpedobooten bis zum Eingänge des Hafens verfolgt worden. Der Feflungs- kommandant General Stöffel sei aber rechtzeitig von diesem Vorhaben verständigt worden und habe die fünf Japaner hin richt en laffen.

Nachdem sich die aus dem Hüller Zwischen­salle erwachsene Gefahr immer mehr verflüchtigt hat, sitzt die rusfische Flotte ihre Fahrt nach dem fernen Osten ungestört fort. Die Flotte wählt den Weg um das Kap der guten Hoff­nung und macht die Fahrt gemeinschaftlich bis zur Insel Reunion. Hier wird sich das Ge- schwader wahrscheinlich teilen. Der eine Teil nimmt seimn Weg an der Nordküste ron Austra­lien entlang und geht dann durch die großen Sunda-Jnseln hindurch nach Norden mit dem Kurs auf Port Arthur. Der andere Teil des Geschwaders geht von der Insel Reunion nord­östlich durch die Straße von Malakka ebenfalls mit nordöstlichem Kurs auf Port Arthur. Die Flotte folgt also dem alten Moltke'schen Grund­sätze: „Getrennt marschieren und vereint schlagen."

Der wahrscheinliche Lkeg dec russischen Ostseeflotte.

<■ v jzä

KapsiadiiOd^r

Weg der Ostsee flotte

\ " U'Htn v

’S \ O

noch zu früh? ... . Und dann etwas zaghaft: Aber bitte, grätige Frau, sagen Sie mir ein Wort. Ei» kleiner Wort, so wird titlet gefürchtetsie Augenblick zum süßesten meiner Leben-: toeni ich nämlich hoffen >ars, daß die Stunde der Tremrurg die Aussicht ans baldige Wievet Vereinigung in sich schließt. Jo, erlauben Sie mir zu gestehen, daß e- mein glühender Wunsch st, die Bei sicher Ung innigster Verehrung und auftich- tiger Liebe Ihrer Fräulein Tochter zu Füßen zu legen . . . Wie Du Tir denken kannst, war ich aus eine so ialdige Erklärung seieerseitS nicht gefaßt. Der Erfolg jat mene Erwartungen überflügelt."

Aimee sah die Mutter erstaunt an.

„Zweifeltest Du denn an den Absichten der Henn DeShaire»?*

„Große- Kindl Run, ich st he ja, daß ich gut ge- Seit habe. Niemals war ein Faden feiner gesponnen, e Kabale besser zum Auftrag gebracht. Die Tochter der Barletti ist keine schlechte Künstlerin!*

Sie brach in ein sardonische- Lachen au8, das Aimee durch Mark und Bein ging.

„Große» Kindl* wredttholte sie. „Weißt Du denn nicht, daß man Basier auf feine Mühle treiben muß, wenn man mahlen will? Auf den erfl-u Blick habe ch den schönen Goutran richttg beurteilt. Ich habe geiehep, daß er eine ausgezeichnete Partie und zudem ein liebenswürdiger Gatte für Dich fein wüibe, und .... urd . ... so habe ich meine Künste angewen» >et, um ibn möglichst bald zuw Entschluß zu bringen Denn die Zeit drängt: vergiß da» nicht, Lrebchen; die Badesaifon geht dem Ende zu, e» wird falt!“

Ein Frostfchau-r schüttelte die Mieder der Sän­gerin, nährend ein heftiger Hnflenonsall ihre Rede i ater brach. Sie ließ den vrpf auf die Schulter der Tochter sinken.

, O Mutter, Mutter, lief tiefe im zärtlichsten Tone, Du strengst Dich zutiel an, Du reibst D*ch auf. Wirk­lich, da» ist uuv-rnüattig!*

„Aber doch, sehr vernünftig im Gegenteil! Wir müssen uns beeilen, sage ich Dir. Da tie Gelegenheit nun herbeigeführt ist, heißt e» sie auSzunutzen. DaS größte Gesch'ck bei allen Unternehmungen ist Zeit ge­winnen“, sagte mein Landsmann Maznrin, und der war ein gewiegter Polttcker.“

Retina bemühte sich auf diese Weise, ihre Sorgen und Schmerze« unter Lachen zu verbergen.

„Morgen! morgen wäre eS zu spät; eine solche Heirat schiebt man nicht auf. Ede zwei Monate ins Land gehen, muß mein Töchterchen Madame Deshal- reS heißen. . . . Aber was sagst Du denn dazu? Jetzt antworte endlich, Kind!“

„Laß unS mal überlegen, Mütterchen; wir wellen sehen. ... Ich versichere Di», daß die Nachricht mir ganz unerwartet kommt. Ich bin so überrascht

„«bet doch glücklich, nicht wahr? Ich begreife Deine Aufregung vollkommen. Für m ch alte Schau­spielerin ist daS etwa» andere»: ich bin an solche Schlußszenen gewöhnt. Aber sei e»! lieber lege Dir die Sache, zwei Tage oder auch drei. In dieser Zeit kann Herr DeshaireS seiner Familie. Mitteilung von seinem Glück machen.“

„Bon seinem Glück?“ fraflte Aimee.

„Ja, und vrn dem Deinigen auch, kleine Un­schuld. Du Kist jung, schön und gut, hast em gol­dene« Herz urd seltene Talente; ist eS nicht ein Glück |fit iHv, wenn Du die ©einige wirst? Und wa­schen» er Dir dagegen? Ein wenig Liebe? Ja, ja. ich glaube, daß er Dich wirklich liebt. . . Vermögen? ®ne sichere Zukunft? Da» ist noch ta» beste dabei. Denke d-.ran und zögere nicht, ja zu sagen.“

„Ich werde alle» erwägen, Mama, ich verspreche eS Dm.“

„Und etwa» schnrll!“

„Sobtid man armer Kops nur ei» wer-ig Rübe hat!“

„Dann fange also gleich damit an, Dich hinzu« legen. Ich werde derselbe tun, denn ich bin sehr müde. Gute N.cht, Schatz!“

Sie küßte Aimee auf die Stirn und schritt schwan­kend durch den fammetnen Vorhang in ihr Schlaf­zimmer.

Kls Aimee allein war, ließ sie sich in einen Sissel fallen, und ein Träneustrom brachte ihrem ge­preßten He zen einigt Erleichterung Weinte sie au8 Freude oder au» Kummer?

Sie wußte e» selbst nicht. Zweifel, Furcht, Hoff« nurg, Erinnerung und Sehnsucht nach der erträumten Zukunft wogten in ihrer Seele und zermarterte» ihren Kops. Wie in e n'm Nebel tauchten vor ihren müde» Augen verschiedene Bilder aus: ihre Mutter, Roll, das „g-llische Theater“, der schöne Gontran, Schloß Mouff-ron. . . .

Aul dem Teppich -u ihren Füßen lag i och immer Roll» Brief. Sie hcb ihn auf und ein faxtet Lächeln flog über ihre noch züternden Lippen:

„O, mein lieber, alter Freund! warum b,st Du so weit entfernt? könntest Du mir doch raten und helfen!"

6.

In bei run komm er den Tagen setzte eine Be­lustigung der and-rn, und der Pariser verdoppelte seine Lusin.rksamkeiten iitr Fräulein Toltzheim. Diese v-rhielt sich die meiste Zeil fiter sehr füll gegen die Höflichküten Gensia-S; ein andere« mal kn-nt? sie auch wieder fteundl ch und zutraulich fein R'gmos Pläne schienen durch daS Benedmen -hrec Toch'ec mcht grsördett ya we den, u d fi- barte sÄübe, »e, ungeduldigen jungen Mann :n guter Lau -e zu fcaüe« ; denn Ämter schrb ih en endgiittgrn Entschluß nvch iminrr h-naur.

(Fo-.isetzurg folgt)