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Dtra«t®ortli(ffex «chriftleU«r:Zos.vam» , Wochenbeilage:„IllustrierteLonntagrzeitung

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Zeitung

Monakbellage: .Luldaer GeschichMStter".

lustigen Vie er» ipaitige petitzeiie oteg deren Bannt 15 pf§ BeNamen die petitzrUe 25 pfg.; bei Wieder­holungen wird eittfpr Babatt gewährt.

Druck und Verlag der Zuldaer Actiendrucker«^ in zulda (yarmaniej Lerniprecher TU. 9.

HZ 260.

KrUda, Samstag, den 12. November 1904.

31. Jahrgang.

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Berlin, den 11. November 1901

weg Berlin-St.ttin soll erst in der 2. Lesung

। Zweites Blatt

I wilienmitglieder wurden längst nicht so auS- einandergeriffen, wie das jetzt m der Aera der Eisenbahn-Freizügigkeit geschieht. Je mehr B»r- sprengurig, desto mehr Bedarf an Bildnissen Oft können die nächsten Famstieamitglteder nicht ein­mal zu Verlobangen oder Hochzeiten zusammen- kommen, geschweige de- n zu jedem Taufschmaus.

I Da muß dir persönliche Anblick der Schwieger- kinder, Enkel oder Neffen und Nichten durch das brieffähige Lichtbild ersetzt werden. In China hat jedes HauS seinen Ahnenaltar; die Abgötterei ist heidnische Entartung, aber sonst ist die liebe- volle Ahnenoerehrung ein schönes Ding. Bet uns zu Lande lagen früher die Gräber der Vorfahren im Schatten der OciSkirche, und jedesmal wenn die Nachkommen und sonstigen Verwandten zum Gottesdienst gingen, statteten sie den Familien­mitgliedern einen sB-such ab. Jetzt liegt der Friedhof fern von der Kirche und vielen ist der Besuch der Ahnengräber überhaupt unmöglich, weil st: fern von der Heimat in die weite Welt । zerstreut.find. Nun gut, da können wir im eigenen Hause ein Ahnengedächtnis aufrichten: die Sammlung ihrer Bildnisse, sei es im Album, sei es an ei, er "würdigen Stelle der Zimmer­wand. Das ist ein Jungbrunnen des Fami- liengeistes, und den haben wir in unserer zersetzenden Zeit ganz besonders nötig.

Wenn man das Photographls-Album betrach­tet, so bekommt das spielerische Ding einen poeti­schen und idealen Anstrich. Um ihn zu wahren, muß man schiedlich-sriedlich die ehrwürdigen Bilder, welche ein Familien - Heiligtum darstellen, von den gewöhnlichen Photographien der Bekannt­schaft gesondert halten. Ein Album zur Erbauung und eins zum Zeitvertreib im Besuchszimmer.

Daraus folgt we.ter: Laß Dich nicht aus Eitelkeit photographieren, sondern aus Liebe. Verschleudere nicht Dein Bildnis an Leute, die kein Herz für das Original haben, sondern gib's nur dahin, wo es ein Band zwischen zwei Herzen sein kann.

wir denn da erst im letzten Frühjahr die „kleine Reichsfinanzreform" eigentlich gemacht?

richleter Seite auS Berlin erfahren, fest ent» schloffen, im nächsten Jahre auf Durchfüh­rung einer «mfaffeuve« Reichsfinanz- refor« unbedingt zu bestehen. — Wozu hätten

* Tie Ka»alko«missis« hofft mit der 1. Lesung der Kanaloorlage am Montag fertig zu werden. Am morgigen Sonnabend fällt die Sitzung aus. Mit der 2. Lesung will man erst nach Wiederbeginn der Plenarsitzungen beginnen, da man sich vor der 2. Lesung noch mit den Fraktionen ins Einvernehmen setzen will. Die

Sache steckt noch derart in dem Anfangsstadium, daß sogar der Zeitpunkt noch nicht einmal fest- steht, tn dem die Befragung von Sachverstän­digen des Brauergewerbrs erfolgen kann, die versprochenermaßen unter allen Umständen vor Einbringung einer Vorlage an den Bundesrat statt finden wird.

** -.Von geschätzter Seite« erhält die.Tages­zeitung für Brauerei' Mitteilungen über den

Unpolitische Zeitkäufe.

(Nachdruck verboten r

G Berlin, 10. November 1904.

Soll ich mich nun photographieren laffen? Wenn es keine Gewifftnsfrage ist, so doch eine Geichwacksfrage, und zwar eine schwierige.

Als wir im wunderschönen Sommer des Jahres 1868 zu Münster unser Absturienten- 8xamen mit mehr Glück als Verstand gemacht hatten, widmeten wir zum Abschied unserem Ordinarius ein bescheidenes Album mit den L chtbildern aller einzelnen Schüler. Damals mußte ich das erste Brustbild von meinem Ich machen taffen, und es ist bisher auch das letzte geblieben. Auf Gruppenbildern von Vereins oder Familien wegen habe ich freilich gelegent­lich eine Lücke füllen müffln; aber mich einsam und allein vor das kurzlübige, aber tückische Kanonenrohr des photographischen Apparatts zu stellen, dazu hat mir immer der Mut gefehlt. Ich fürchtete immer, ich könnte nicht gut „ge­troffen" werden.

Warum ich das erzähle? Durchaus nicht, um meine Photographischen als Musterbeispiel hinzustellen. Noch weniger, um mich alsDemuts- bolden aufzuspielen. Denn wenn man an seinem eigenen Antlitz wenig Gefallen findet, so ist das längst nicht immer auf Demut zurückzuführen, sondern oft auch tiefwurzliche Eitelkeit. Man möchte gar zu gern recht geistreich, intereffant, bedeutend aussehen, und wenn der unbestechliche Spiegel nur ein Dutzendgeficht zeigt, in dem außer der Nase nichts „Hohes" zu entdecken ist, so mackt man aus der Not ein Prinzip und er­klärt sich zum Antilichtbildner.

I von Hamburg ab am 12 und 22. November und 6. und 17. Dezember neue Transporte in das Schutzgebiet abgesandt werden. Die Gesamtstärke aller vier Transporte beträgt: 76 Oifistete und Sunttätsosfistrre, 35 Militärbeamte, 2290 Mannschaften und 2214 Pferde. Der Stab des Gtsppenkommandos Süd, in der Stärke von 20 Offizieren rc. und 34 Mannschaften, fährt morgen von Berlin nach Hamburg ab.

* Z« bett Kameruner Vorgänge« er­fährt die ,Nat. Ztg.', daß die jüngsten Er­fahrungen Anlaß gegeben Haber, alsbald dahin za wirken, daß in Zukunft die amtliche Be­richterstattung au8 ikr Kolonie auch aus so'cke Vorgänge ausgedehnt wird, denen man an Ott und Stelle k,ine größere Bedeutung bei- i meffen zu sollen glaubt, die ober, wmn sie ledig­lich aus privatem Wege in Deutschland bekannt । weibi-r, infolge unzuocriL-si^ec Berichterstattung Beunruhigung Hervorrufen lönnen.

§ In dem .Entwurf zum Reichs Haus- Haltsetat für 1905 ist eine bedeutende Ver­mehrung der Stelle« für höhere Poft- ttttb Telegraphevbeamte vorgesehen. Es sind — so schreibt man der ,Tägl. Randsch.' — an neuen Stellen in Aussicht genommen: Bei der Zentralbehörde: 1 vo; tragender Rat und 3 Stellen für Geheime Expedierende Sekretäre; bei den Oberpostdirektionen: 2 Ober-Postrat­stellen für Ableiluuas-Vorsteher, 20 Stellen für Posträte, 18 für Ober-Postinspektoren und 74 für Bureaubeamte 1. Klaffe; bei den Verkehrs­ämtern : 59 Stellen für Direktoren, 102 für etatsmäßige Postinspektoren und 111 für Ober- Post- und Telegraphen-Sekretäre; außerdem ist die Umwandlung von 105 Stellen für charakteri­siere in etatsmäßige Post-Jnsp.k-orenstellen vor­gesehen. Es sind das also 390 neue Stellen gegenüber 186 im Etat für 1904. Hiernach werden alle Postbeamten, die bis zum Januar 1904 die höhere Verwaltungsprüfung bestanden haben, in höhere Stellen emrücken können.

Die Krawatte ins Innsbruck.

Im schönen Land Ti.ol hat vor einigen Tagen die Hydra der Nationalitäten ihr Haupt erhoben. Die Hauptstadt Innsbruck war der Schauplatz ernster Skandalszenen, worüber wir unsere Leser bereits nach den Meldungen des Molss'schen Bureaus" unterrichtet haben. A» der Universität Innsbruck ist von der öster­reichischen Regierung aus triftigen Gründen eine rechlswiffenschaftkiche Fakultät für italienische Studenten errichtet werden, die an dem 3. Noo., dem Tage drr Ausschreitungen, eröffnet wurde. Die Alldeutschen, unter Führung der Bürgermeister Dr. Erl er und Greil, haben nun schon seit Jahren das Volk und insbeson­dere die Studenten ausgehetzt zu dem Zwecke, die Italiener gänzlich aus Innsbruck zu verdrängen. Am 12. Oktober wurden laut der,Augsb. Poft- ztg/ Flugzkttrl verteilt, in welchen man sich nicht schru'e, die deutsche Bevölkerung Im sbrucks zum wirtschaftlichen Boykott gegen die Welschen (Ita­liener) aufzureizen, und in denen namentlich an­geregt wird, an wetsche Studenten und Pro­fessoren keine Wohnungen zu vermieten und keine Kost zu verabreichen (!) Wer in Innsbruck in einem Gasthaus«-, in welchem die all- deutschenRadaubrüder verkehren, italienisch spricht, wird von diesen angestänk .rt und geprügelt. Der Abg. Dr. Etler richtet einen Aufruf „An die deutschen Bewohner Innsbrucks", worin diese zu weiteren „Protesten" gegen die italienischen Fa­kultäten aufgefordert wurden und worin gesagt wurde, der Senat, der dir alldeutschen Allotria nicht mitmachen wollte, habe dem Deutschtum in Oesterreich einen neue» klm sehenden Peitschenhieb ins G sicht versetzt.

Am Abend des 3. November feierten die 'Italiener im Refiaurart „Zum weißen Kreuz" in der Maria Therestastraße zu Innsbruck die Eröffnung der rechtswisse-schaftlichen Fakultät durch einen Kommers. Vor d-m genannte■ Gasthause kam es in der Nacht zum Freitag zu Szene--, von denen man sich nur mit dem Ge­fühle des Ekels und drS Abscheues abwenden kann. Der Erfolg, der von langer Hand betriebenen gewissenlosen alldeutschen Hetzereien ist nicht auS- geblteben. Der Stadtkommandant sah sich ge­nötigt, die Truppen gegen den .gebildeten Pöbel', der auf den Straßen und besonders vor dem Hauptquartier der italienischen Studenten skanda- lierte, «usröcken zu laffen, wobei es Tote und Verwundete gab. Die Dep schm des Wolff'schen BureauS stellen die Sache so dar, als ob die italienischen Studenten die Störerftiede gewesen seien. Kenner der Verhältnisse bezeichnen aber klar und beffimmt die „Alldeutschen" als die Skandalmacher, dieselbe Brut, die in ganz Oester­reich sich als die alleinigen Herren ge beiden, jene „Alldeutschen", welche die österreichische Nation

gar zu starres oder gar mürrisches Gesicht zu schneiden. Nicht ausgelassen, aber frei und ge­mütlich! Nicht mit eitler Künstelei, sondern mit dem ehrlichen Wunsche, sich ungeziert und un- geniert so zu geben, wie man ist. — Vor allem bewahre in Kl-isung und Schmuck die an­gemessene Einfachheit; auf dem Bilde siebt ein „Pfingstochse" noch bummer aus, als im Leben.

Das sage ich weniger aus eigener Erfahrung, als aus Beobachtung. Wer es besser weiß, der mag es besser machen. Vielleicht lasse ich mich von meiner Frau (die Liebe macht bfind!) noch mal zu einem Sonderbildnis bereden. Inzwischen mögen alle Leser und Leserinnen die Vorteile der Photographie mit Verstand und Mäßigung ausnutzen. Aber statt Lrxas in der Selbstad- bildung zu treiben, gebe man lieber das Geld für die Zehlendorfer Kirche.

* * ♦

Wie gehr's denn mit der Sammlung für Zehlendorf? Tanke, leidlich. Es finden sich viele ein, die auf den ersten Hieb nicht fallen wollten. Nächst-ns einige Stichproben von dm Abschnitten. Hoffentlich kommen inzwischen noch recht schöne Herzens- und auch Beutel-Ergüsse dazu — ohne die Photographie-Klausel!

Ja, warum erzähle ich's denn! Einfach deS- halb, weil ein freundlicher Leser einen Beitrag für die Zehlendorfer Kirche geschickt hat mit der sonderbaren Klausel, unser Sarnmelpfarrer solle ihm eine Photographie des Unpolitischen schicken. Da stehen wir nun am Berge. Meines teils hoffe ich, daß der Einsender auf das Bild ver­zichten wird, da es 1) nicht vorhanden ist und 2) ihm wenig Freude machen würde. Der Herr Pfarrer freilich meinte: „Warum denn nicht, wenn's nur Geld einbringt! Jedenfalls können Sie ja mal etwas über Photographieren schreiben."

M. W. sagen die Berliner; machen wir, d. h. dar letztere. Meine Ansicht ist die, daß die Photographie eine hübsche Kunst und ein schätzbares Kulturmittel ist, wenn man fie mit Maß und Verstand benutzt. Das ist freilich bei sehr vielen modernen „Errungenschaften" auch so: Mit Mäßigung und Vernunft kann man aus den meisten Blüten Honig saugen und das Gift darin laffen.

Unsere Vorfahren konnten sich nicht ein Dutzend Vistt oder Rtinnet leisten, selbst wenn fie hunderte von Mark dafür hätten springm lassen wollen. Nur die Großen und Reichsten dieser Welt konnten sich selbst malen lassen; die Masse „konnte sich was malen lassen". Als Notbehelf stellte sich der Schattenriß ein, "U wehr oder weniger Glück die Umrisse tcn. im Profil wieder gab. Vom Schatten-

imd bis zum modernen Bild war noch ein gewal- ttger Sprung zu machen. Erstens wurde da- durch «reicht daß das Antlitz die Lichtstrahlen abschloß; das Lichtbild aber dadurch, daß das Antlitz die Strahlen auf eine lichtempfindliche Platte aussandte. Der Mensch konnte ffiS m d billig „abnehmen" lassen, so wie er war v^rdingS ohne Wiedergabe der Farben. Sonst m r die Abbildung naturgetreu, leider oft zu ge- tr< j, in dem sie auch alle ständigen Zufällig- » en, wie z. B. GefichtSplckel, steife oder schiefe Haltung, Glotzaugen usw. rücksichtslos wieder- 9a' • Düse Mißstände wurden aber auch nach “fcb nach gemildert, teils durch die vorbeu- ^nst des Photographen (Anleitung unöd °^^er Haltung der Gliedmaßen, der Züge Äunff ; .^ngen erklären das aus der I ausgesetzte Abstimmung über den Sroßschiffahrts-

im allg«neimn ÄÄL K Befähigung des weil» weg Berlln-St.-ttin foll erst in der 2. Lesung

biCiflpr . immer hübscher, dauerhafter und I lichen Geschlechtes. Wer gar keine schau» I voraenommen werden

Snann ^worden, so daß sich auch der kleine spielerische Anlage hat, kann eigentlich nur durch * Wegen des andauernd fehr un-ünstiaen groß« Äs Ä > Moment-Phowgraphie vollkommen erfaßt Standes ^d-r Reichs finanzen ist die Regierung,

?tt8,?aV Konterfei den Lebens- werden, d. h. wenn man ihn gerade in dem wie di« ftamb giaAr' nnn nnrrfiTi*

hi!tnlaffen" ^e"!en unb ben Nachkommen zu günstigen Augenblicke «wischt, wo er in den | richtete- Seite ’ aus ^Berlin er fahr em fett ent. ? gCsT; .. . ~t Mienen und der Haltung fein inneres Wesen

seine fiute Seite: das Bild der Ab- klar znm Ausdruck bringt. Soll er sich vor T °^«®erEbenen hält die Erinnerung dem Apparat bewußter Maßen zurechtsetzen, so

M'hto wju be ro?5m' un? bas wichtigste ist. I kommt leicht etwas Steifes, Gezwungenes heraus, will.«,-Agraphie zu einer Stütze des Fa-1 Darum sollte man in einer ftischen, fröhlichen waren R>e,t?en .tan": 2”fere. Stimmung zum Photographen gehen, um die I * Zur Verstärkttng bett»« Eraäurttna

I ßhafter, als wir; die Freunde und Fa-I nötige Geschmeidigkeit zu haben und nicht ein j der Echutztrttppe für Güdwestafrita werden

„Inhalt der Brattstetterttovelle auf Grund der den Bundesratsmitgliedern gemachten Vor­lage". Das Blatt lügt hinzu, daß seine An gaben „aus einer über jeden Zweifel erhabenen Quelle" stammen und daß sie nicht rerfehlen würden, „lebhafte Beunruhigung in den Kreisen des norddeutschen Braugewerbes zu wecken." Demgegenüber erfährt die,Nat.-Ztg.' ebenfalls „aus einer über jeden Zweifel erhabenen Quelle" — daß zu einer solchen Beunruhigung kein Grund vorliegt. Die Frage einer Neuordnung der Brausteuer ist auch heute noch nicht über das Stadium eines vorläufigen und unverbind­lichen Meinungsaustausches unter den beteiligten Regierungen hinaus cediehen. Es wird noch ge­raume Zelt dauern, bis dem Bundesrat eine fer- tige Vorlage unterbreitet werden kann. Die

Ein Gruppenbild kann sehr schön die Ein­tracht in Verwandtschaft ober Freundschaft, in Familie oder Verein darstellen; aber mit Per­sonen, die Dir nicht ganz nahe stehen, laß dich nur nach vorsichtiger Erwägung zusammen ab­bilden. Das Bild bleibt auch dann noch, wenn die Gruppe in die Brüche gegangen ist, und unter Umständen kann es einem nachher sauer aufstoßen, daß man mit dem oder der Soundso in so trauter Gemeinschaft dasteht. Doppelte und dreifache Vorsicht ist geboten bei den Ulk-Aufnahmen, die jetzt immer mehr Mode werden, da überall Dilet­tanten mit ihren Cameras auftauchen und die gelernten Photographen billiger und vielfach im Umherzlehen arbeiten. Was in der Laune des Augenblickes wie ein hübscher Spaß aut sieht, macht nachher oft einen häßlichen Eindruck und läßt sich bann nicht wieder aus der Welt schaffen.

Ein photographischer Apparat ist ein hübsches Geschenk für die reifere Jugend; man muß frei­lich ben Jungen einige Anleitung geben, daß sie nicht die Platten und Chemikalien in törichter Weise verschwenden. Sie werden bald merken, daß es leichter und lohnender ist, intereffante Bauten oder Landschaften abzunehmen als Personen.

Wer ein gutes Menschenbildnis haben will, der muß sich schon an einen gelernten Photo­graphen wenden, unb zwar nicht an den billigsten in irgend einem Bazar oder einer Jahrmarktbude,! sondern an den tüchtigsten, der Proben von künstlerischen Personen-Auf- nahmen geliefert hat. Der Mann muß eine gewisse maleriscye Begabung haben, um seine „Opfer" in die richtige Verfassung zu bringen, die ein dem Wesen des Betreffenden ent­sprechendes Bildnis ermöglicht. Der verständige Kunde ist in seinem eigenen Interesse folgsam und geduldig, wenn der gewissenhafte Photo- graph in seiner Kleidung, seiner Haltung, seinem Mienenspiel etwas zu verbessern sucht.

Die Photographien von Schauspielern machen in der Regel einen viel besseren Eindruck, als die von gewöhnlichen Leuten. Das liegt in der Berufs fei tigkeit, die großen und kleinen Muskeln des Körpers in die gerade gewünschte Verfaffung zu bringen. Ferner geraten die Photographien bw Frauen gewöhnlich besser, als die der Männer; böse Zungen erklären daS auS der

** Heute vormittag ist die Kottferemz zirr Beratung der Schnellbahnprojekte unter Vorfitz des Unterstaatssekretärs Fleck im Mini­sterium der öffentlichen Arbeiten zusammen- getreten. Wie das ,Berl. Tage bl.' hört, wurde« von den Vertretern bet großen Berliner Elektri- zltätsgesellschaf.en und den technischen Le,tun der Studienfahrten auf der MilttSrstrecke Berlin- B-ffen die Ergebnisse der Versuchsfahrten dar­gelegt und weiter die Verhältnisse eröttert, die bei dem Bau einer elettrischrn Schnellbahn Berlin-Hamburg in Betracht kommen. Selbst­verständlich handelte es sich nur um die Erör­terungen allgemeiner Fragen, um zunächst eine BafiS für pofitioere Beschlüsse gewinne» zu können. DaS wesentliche Hindernis, das bisher der Verwirklichung des Projektes entg-genstand, waren finanzielle Bedenken. Diese sind jetzt allerdings auch noch nicht behoben, indessen ist es sicher, daß der Plan weiter gefördert werden wird.