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Küda, Samstag, derr 12. November 1904,
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31. Jahrgang.
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Zernfprech« Ur. 9.
wochen-Run-schan.
(Nachdruck verboten).
□ Fulda. 12. Nov. 1904.
Das preußische Abgeo rdnetenhaud hat 6 gjtt Sitzungen wieder eine Pause eintreten ,,Sea um den Kommissionen Zeit für ihre * rbeiten klaffen. ES beschäftigte sich in den vier Sitzungen Lt kleineren Regierungsvorlagen, Anträgen aus dem Lause und Petitionen. Die gegen das Scherl'sche svarlnitem gerichteten Anträge wurden nach längerer zmückgezogen, weck fie keine Aussicht auf Annahme hatten. Die Meinungen über den Scherl« ickea Dlan gingen allerdings start auseinander, aber wenn es in liberalen Blättern so dargestkllt wird, als hätten die Antragsteller ihre Anträge deshalb „üen Mutes zurückziehen können, weil der Plan ja doch allseitig verurteilt wurde and tot sei, so ist daS doch wohl eine beschönigende Darstellung der Sachlage. Der Minister oeS Innern ließ mit aller Deut- Lichkett erkennen, daß die Regierung zwar sür den Augenblick sich dem Widerspruche gegen ScherlS Bor« schlüge beugt, ober recht brauchbare Gedanken darin indet und diese bei günfligrr Gelegenheit zu verwirk« ich«, gedenkt. Ob dabei auch die am schärfsten bekämpfte Verbindung von Spartätigkeit und Lotterie chgehallen werden soll, war au« de» Worten des ftecherrn v. Hammerstein nicht klar zu erkenne». Bit unsrerseits vermögen die große sittliche Entästung über die Lotterie an und für sich nicht zu teilen. Einen Plan freilich, der den Sparern alle Emsen vorenthtelte and sie auf ihr Glück in der gtterie verwiese, könnten wir nicht billigen. — Der Introg des Zentrumsabgeordnete» Schmedding, im esetzlichen Wege die Fürsorge sür diejenigen mittel» Ofen geisteskranken uns schwachsinnigen Personen zu egeln, die zum schütze anderer Personen gegen ihr« lusschrettungen der Unterbringung in Anstalten be- ürfen, wurde an eine Kommission verwiesen.
Die Kanalkommission ist mit ihren Bettungen jetzt bei dem umstrittensten Punkte, dem ihein-Leine-Kanal, sonst Mittellandkanal genannt, »gelangt. Der Antrag des Abg. Am Zehnhoff au iuführung des staatlichen Schleppmonopols auf dem anal wmde gegen die Linke angenommen. Es leint, daß er dem Kanal endlich die Mehrheit ver« Haffen wird. Bei den konservativen Kanalgegnern, bgesehen von den „unverbesserlichen" Landwirts- ändlern, hat er zweifellos die Stimmung zu' gunsten es Kanals verbessert. Den liberalen Kanalsreunden gefällt er aus verschiedenen Gründen nicht; auch Vätern fie dahinter und hinter der veränderten sallüng der Konservativen eine polstische J-trigue. Äe wecden den Kanal schwerlich ablehnen, sallS der Antrag angenommen wird. Um einen Antrag des Zentrums handelt es ftch übrigens nicht.
Der lippische Thronstreit geht nunmehr in dner allseitig befriedigenden Form feiner Erledigung entgegen. Die streitenden Parteien haben fich darüber ieetnigf, daß das Reichsgericht als Schiedsgericht die Sache entscheiden soll. Da» Schiedsgericht soll unter dem Bor tze des Piäfidenten des Reichsgerichts, auS i»ei Zivilsenaten deS Gerichtshofes in der Besetzung ton 15 Mitgliedern gebildet werden. ES soll darüber ttscheiden, ob und inwieweit die Mitglieder der iiesterfelder Linie zur Thronfolge in Lippe berufen
find. Die Entscheidung soll unanfechtbar und für beide Teile aus immer bindend sein. Der BundeSrat soll im Namen der verbündeten Regierungen den auS dem Schiedsspruch fich ergebenden RechtSzustand im voran- anerkennen. Also der Streit zwischen Schaumburgern und Biesterfeldern wird nächstens aus der Welt geschafft werde». Aber wie nun, wen» da« Schiedsgericht erklärt, die Biesteifelder seien nicht thronfolge- berechtigt ? Sollen dann die Schaumburger zur Thronfolge in Lippe-Detmold beruft« sein? Darüber sagt die Vereinbarung nichts, kann also auch da» Schiedsgericht nicht» bestimmen. Bekanntlich behauptet aber tue Lippe-Weißenfelder Linie, fie gehe, wenn die Biesterfelder nicht thronsolgefähig seien, den Schaumburgern vor. Also kann fich dann ein neuer Thron - streit zwischen Weißenfeldern und Schaumburgern entwickeln.
Der deutsch-schweizerische Handelsvertrag ist jetzt auch glücklich zu Stande gekommen. Der Vertrag mir Oesterreich-Ungarn wird ja nun wohl bald nachfolgen.
Zwilchen Deutschland und den Bereinigten Staaten find auf Anregung des Präfidenten Roosevelt Unterhandlungen wegen Abschluß eine« Schieds- vertrages eingeleitet worden, wie solche schon verschiedentlich bestehen, u. a. zwischen Deutschland und England.
In Bayern hat Frhr. v. Riedel, der seit 1877 das Amt des Finanzministers verwaltete, die nachgesuchte Entlassung erhalten. Za seinem Nachfolger wurde Ministerialrat im Finanzministerium Ritter v. Pfaff ernannt, von dem schon seit langem bekannt war, daß er sür den Posten ausersehen sei. Liberale Blätter bezeichnen ihn in politischer Beziehung als ein unbeschttebeneS Blatt und stellen Betrachtungen darüber an, wie er fich wohl entwickeln könnte, ob nach der „ultramontanen* oder liberalen Seite hin. Bisher scheint er dem landläufigen Be- amten-LiberaliSmuS gehuldigt zu haben, da» ist aber noch keine Gewähr dagegen, daß er nicht auch anders könnte. Die Hauptsache ist zunächst, daß er für sei» Amt befähigt ist, und daS wird ihm von keiner Seite bestritten.
In Württemberg wurde am 4. dS. Mts. der Landtag eröffnet. Tie Thronrede erklärt die Geneigtheit der Regierung, einen neuen Versuch mitberBrr- fasiungsreform zu unternehmen und an dem Ausgleich der Gegensätze mitzuwirken. Sie ist bereit, „auf der Grundlage deS bestehenden BerfaffungSrechtes eine Aenderung der Bestimwungen über die Zusammensetzung der Ständeversammlung in dem Sinne herbei- zusühren, daß die Abgeordnete» zur zweiten Kammer ausschließlich durch das allgemeine, gleiche, unmittelbare und geheime Wahlrecht berufen werde« und zugleich die erste Kammer eine zeitgemäße Erneuerung erfährt. Das radikale Geschrei nach Besettigung der ersten Kammer hat also bei ihr kein Gehör gefunden, wie fich voraussehen ließ. Eine Verständigung über die Reform wird nach wie vor sehr schwer sein. Insbesondere kann da» Zentrum den verfassungsmäßigen Schutz, den die Katholcken jetzt in Württemberg genießen, nicht beseitigen.
In Oesterreich ist der Reichstag auf den 17. November einberufen worden. Hoffen wir, daß er nun endl ch arbeitsfähig fein wird. Leider hat der unfe'ige Nationalitäte.-hader aber schon wieder zu schtrecen Ausschreitungen geführt und blutige Opfer gefordert. In Innsbruck kam e» in der Nacht von Mittwoch zum Donnerstag voriger Woche aus Anlaß der Eröffnung der italienischen Rechtsfakultät zu Straßenkungebungen und blutigen Zusammenstößen, die fich am folgenden Tage wiederholten. Im ita- liemschen Sprachgebiet haben die Vorgänge in Innsbruck natürlich zu deutschfeindlichen Kundgebungen ge»
Ausgestoßen.
Von Maurice de Beaumont. Deutsch von Helene Kremb».
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(Nachdruck verboten.)
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Sontra« nahm ge*
„Anstatt von geschwundenen Hoffnungen zu reden, «irde ich lieber denken: „ES ist köstlich, nach län- Rtttt Abwesenheit mit einigen freundlichen 6rinne» pogen mehr wieder unter da» väterliche Dach zurück- pkchren!"
L Und ohne ihm Zeit zur Antwort zu lassen, fügte » bei: „Aber ich sehe, ein junger Mann von fünf, "»zwanzig Jahren taugt nicht zum Krankenwärter, wäre er der galanteste Ritter. Gehen Sie auf to Terrasse an die frische Lust und jagen Sie die k«ben Gevanken fort!*
„über gnädige Frau, ich schwöre, daß ich niemal» 2? genußreichere Zett verbracht habe, als diese zu schnell Minuten bei Unen und Fräulein Aimee.* wir können unsere Unterhaltung später l°gte die Sängerin, indem sie sich erhob
<x, die Hand reichte. „Er ist gleich Essens« ~J?“ meit* mich ein wenig besser und werde verbeugte fich zum Abschied tief vor U'd ihrer Tochter, Aimee sah und unruhig die Mutter an.
*1 aZJcZ?1? widmete Sontra« fich ihr noch mehr t feto Er bat fie, ein Lied zu fingen, jdas « erzählte ihr von den ©einigen, t» Schlosse in der Umgebung von Paris und oZT*0rn angenehmen Lebe», im Sommer auf im Winter in der Hauptstadt.
halb nachdenklich, halb zerstreut zu. ^°der abends in ihrem Zimmer fich allein be-
gen ihren Willen ihre Sinne gefangen. Sie sah im Geist Schloß Moufleron mit seinen schlanken Türmchen, mitten in Wiesen und Gebüsch; die Blumen duftete« ihr entgeaen, und fie hörte den liebliche» Gesang der Vögel. Dort jene Laube vereinigte an schönen Tagen ihre besten Freunde, während die trauliche Ecke am Fenster im großen Salon ihren Nähttsch und da» Klavier barg.
ES fehlte auch nicht das reizende, mollig warme Erkerzimmerchen, wo die kranke Mutter bei kühler Witterung fich aushalten konnte, erheitert durch die herrliche Fernficht.
Hinter jenem epheuunrrankte« Fenster lag Son- tran’8 Arbeitsraum. Auf dem Tssch ein ftsscher Blumenstrauß, einige schön gebundene Bücher, auf den Wandbretter« allerlei niedliche Kleinigkeiten, wie eine Frau fie zu gruppieren versteht . . < Unten im Garten ein paar Blondköpfe auf dem Rasen . . .
„Oh,* murmelte Armee, „da» wäre eine Heimat!* Aber konnte dieser Traum denn j mal» Mrüichkett werden? Warum hatte Gontra» DeShaireS ihr dies alle» in den verlockendste» Farben auSgemalt?
Durste sie fich al» die Königin dieses Reinen Reiche» betrachten? Würde fie einmal an der Sette Gontran'S hier yerrschen?
„Nein, nein, e» ist unmöglich!* lautete ihre eigene Antwort. „Er ist reich, und ich bin ein arme» Mädchen. Zwar weiß er e» nicht, aber wenn er die Wahrheit erfährt, wen» Madame Toltzheim ver- chwindet, um Frau Regina Platz zu machen. Stein, e» ist unmöglich. Ich bin toll, so etwa» nur zu träumen I Und überbiet, weshalb sollte Sontra« mich liebe«?*
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„Warum sollte Sontra« »ich lieben? Und liebe ch ihn?* so frotztefich Aimee no$ öfter in dieser . seit. Dieselbe Frage, wen« opch mit einer kleinen ! Ibänbenmg, stellte der Doktor Buiffon eine» Tage» seinem Freunde:^. ;< . J
führt. In italienischen Städte« kam e» auch zuirre- dentistische« Demonstrattonen. — In Ungarn hat das Abgeordnetenhaus den Antrag des Ministerpräsidenten auf Einsetzung eine» Ausschusses znr Aenderung der Hausordnung, hmch die die Obstruktion verhindert werden soll, trotz de» leidenschaftlichen Widerspruchs der Oppofitton mit großer Mehrheit angenommen. Kossuth erklärte, die Oppofitton werde die gegenwärtige Hausordnung mit allem Nachdruck verteidigen.
In Frankreich kam die freimaurerische Ge- finnungSspitzklei und Angeberei im Heere am letzten Freitag aus Anlaß einer neuen Interpellation des nationalistischen Abgeordneten Guyot de Billeneuv in der Kammer abermals zur Sprache Inzwischen hatten fich ober Kriegsminister Andre und Herr Cvmbets sowie ihre Freunde von dem ersten Schrecken wieder erholt. Der kriegkminister hatte die freimaurerische Spitzelberichte im Kriegsministerium verbrennen lassen. Die Freimaurerloge hatte feierliche Kundgebungen erlassen und die öffentliche Meinung bearbeitet, die der Sozialist Jam«s in der höchsten Gefahr rasch aufgegriffen hatte: „Die Republik ist in Gefahr, ihre Freunde müssen gegen klerttale und jesuitische Jntriguen zusammenstrhen.* Jam«» besonders hatte in seinem Blatte einen großen Eifer entwickelt, um den Leuten vorn Block und dem gläubigen Publikum begreiflich zu mache«, daß die Logen doch nichts schlimmeres begangen hätte«, daß e» fich nur darum handele, die brauen republikanischen Offiziere gegen die Machinationen der Jesuiten zu schützen. So trat den» Ardrö in der Kammer ziemlich keck auf. Acht Tage vorher hatte er dreist gelogen, er w ffe von den Machenschaften seines Adjutanten Mrllin mit dem Generalsekretär der Frei« mourer nicht». Jetzt fand er eS ganz billig und recht, daß die republikanischen Olfiziere durch die Logenbrüder gegen Sitte politischer und religiöser Unduldsamkeit geschützt würden.
In Italien fanden am Sonntag die Neuwahlen sür die jüngst aufgelöste Deputiertenkammer statt. Sie fielen überwiegend zugunsten der Regierung au». Die । $iremfn Parteien verloren über zwei Dutzend Stze. Die Katholiken haben fich diesmal stärker als früher an der Wahl beteiligt.
Aus Rußland kommen immer wieder Nachrichten über schwere Ausschreitungen der zu de» Fahnen ein- berufenen Reservisten, wie Plünderung von Magazinen und Läden, Au-raubungen von Kassen, Brandstiftungen usw. Ruffischerseiir stellt man die Vorkommnisse als möglichst harmlos hin. Meist solle e» fich nur um Ausschreitungen gegen jüdische Branntweinhändler und Kaufleute handeln, die von den Juden selbst provoziert seien. Das meiste wird offenbar vertuscht und verheimlicht. E» scheint, daß die Rekruten, die schlecht behandelt und schlecht versorgt werde«, fich überhaupt der Einstellung in die Armee und der Versendung nach dem Kriegsschauplätze widersetzen. Melfach werden auch sozialistische uno andere Flugblätter unter fie verteilt, worin fie zum Widerstande auigereizt werden.
Auf dem ostasiatische« Kriegsschauplätze herrscht bei Mulden in der Hauptsache noch immer Ruye. Kleinere Gefechte kommen ja ziemlich alle Tage vor, ober keine größere Unternehmungen. Um so erbitterter ist in letzter Zttt vor Port Arthur gestritten worden. Die Hoffnung der Japaner, die Feste am 3. November, am Geburtstage des Mikado, in ihre Gewalt zu bekommen, hat fich nicht erfüllt. Verschiedene Stürme wurden mit schweren Verlusten zu- rückgeschlagen, wenn die Zeitungen recht berichten. Jndeß scheinen dis Tage Port Arthurs doch gezählt zu sein. Die Japaner haben «euerding» wieder mehrere Forts genommen unb im Hafen, besonder» auf der Schiffswerft mit chren SchiffSgefchützen schweren
„Nun sag mal, mein Lieber, weshalb willst Du fie heiraten?*
„Soll ich eS Dir denn zum hundertste« Male wiederholen? Weil fie mir gefällt, well ich fie liebe.*
„Well Du fie liebst? Unstnn! Du hast doch schon mindesten» zwanzigmal geliebt. Und warum liebst Du fie?*
„Aber, Du bist et« unverbesserlicher Zweifler! Gibt eS denn überhaupt Gründe für die Liebe ? Muß ich Dir da» Wort des Phllosophm in'S Gedächtnis rufen: „DaS Herz hat feine Gründe, die der Verstand nicht kennt!*
„Mein Teuerster, ich schätze Philosophen und Dichter nach ihrem Werte, jedoch wollen wir fie für den Augenblick in Ruhe lassen. Hier handelt e» fich um Deine HeiratSpläne und da kann 'ich Dir den Grund verraten, wen» Du selbst «och nicht daraus gekommen fein solltest. Du glaubst vielleicht, Fräulein Toltzheim sei eine Millionärin?"
„Nun, und wenn da» wäre? Da» Gold kann doch etwa nicht dabei schaden?"
„DaS wohl kaum, aber bist Du sicher, daß überhaupt welches da ist?*
„Natürlich. Da» kann doch jeder sehe»!*
„Gemach, gemach, Bester. Ma« kann viel ous- geben unb doch nicht reich sein. Du scheinst mir bie Sachlage sehr oberflächlich beurteilt zu habe».*
„Unb Du willst immer auf be» tiefsten Grunbsehen !"
„Darum möchte ich auch bei dieser Heirat»geschichte meine Hanb auS dem Spiele lassen. Wen» ich mir am äußere» Schein genügen ließe, Freundchen, so würde ich bei dieser Gel genhett für mich selbst sorge« unb nicht für Dich.*
„O Du Juba»!*
„Beruhige Dich! Ich begreift vollkommen Deine Gefühle; vielleicht schütze ich Fräulem Toltzheim »och mehr al» Du. Wer die» vollkommen« Geschöpf einmal heimsührt, wirb sicherlich ein glSckllcher Mensch. Aber bi« Stattet! Hm! Welch ettr Gegensatz'*
Schaden »»gerichtet und bis zur Lnknnst ber baltischen Flotte wird fich die Festung schwerlich hatte«. Bon russischer Seite wird allerdings behauptet, die Festung werde fich noch lange halten.
In Südwestafrika haben mehrere erfolgreiche Gefechte mit H.ierotüpps stattgefunden. I« einem dieser Gefechte fielen 4 Großleute. 400 Herero find wieder über die Grenze in da» Beischuanaland ent« kommen. Sie sollen meist unbewaffnet, Großleute sollen nicht darunter gewesen sein. Auch mft den Wiibooi haben Gefechte stattzefunde«. Eine deutsche Truppe wurde von WittbooiS auf dem Marsche angegriffen, schlug den Fe'nd jedoch zurück; auf beiden ©eiten gab e» drei Zote.
In de» Bereinigten Staaten von Nordamerika hat am Montag die Präfidentenwahl, genauer die Wahl der Wahimänner für bie Präsidentenwahl stattgefunden. Die Wahlbeteiligung war größer al» kaum je uvor. Roosevelt erhielt eine starke Mehrheit Etwa Zweidrittel der Wahlmännerßimmen dürste auf seiner Seite fein, während ein Drittel seinem Gegner Parker zufiel.
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ghm. WorrnS am Rh , 10. Nov. 1904. Der Bischof von Mainz, Dr. Georg Heinrich Kirstei», welcher !urzeit auf einer Firmungsreise hier weilt, besuchte «ute mittag 1 Uhr daS hiesige Zentrums-Organ, die »Wormser Nachrichten'. Zum Empfange de» Herrn Bischofs waren der verantwortliche Redatteur der .Wormser Nachrichten', Herr Heinrich Klemm, sowie der Geschäftsführer der Zeitung, Herr Fr. KriegSheim, anwesend, welche die Führung durch bie sämtlichen Geschäftsräume übernahmen. In der Begleitung deS Mainzer Oberhirten befand fich Herr Dompropst Malzi von hier. Se.Bischöfl. Gnaden bekundeten ein lebhaftes Interesse für das Unternehmen, daS erst im fünften BetriebSjahre steht unb trotz feine» kurzen Bestehens doch schon eine achtunggebietende Stellung im öffentlichen Leben unserer Stabt unb der Umgebung einnimmt. Nach der Redaktion zurückgekehrt, erteilte der Hochw. Herr Bischof dem Redatteur, den Mitarbeitern, sowie dem gesamten Personale be» Bischöfl. Segen und fuhr dann nach der Dompropstei zurück.
* Strafende Gerechtigkeit. Die Schiffahrtsgesellschaft „Knister-Bocker*, welcher ber durch bie furchtbare Katastrophe betroffene Dampfer „General Slocum*, bei ber so viele deutsche Familien ihre» Tod fanden, gehörte, ist in Fallit geraten. Die Kompanie, welche zur Zahlung beträchtlicher Entschädigungen an die Hinterbliebene» ber Opfer gezwungen unb zu gleicher Zeit von ber Bevölkerung brykottiert worben war, wußte infolgebissen ihre Zahlungen einstellen.
•tethm«» Anzeigenteil.
Sind Sie nervös?
An Nervofitäi Leibende dürfen keine» Bohnenkaffee trinken, dem er eignet fich nach einer Veröffentlichung des Kaiserlichen GesundhettSamtes richt zum Genuß für Kinder, nervöse und Herzkranke Personen, weil er bie Anfänge ber BergiftungS-Wirttrngen deS Koffein» in fich trägt. — Stinten Eie Kathreiner'S Malzkaffee, das ist der allerbeste und wohlbekömmlichste Ersatz dafür. ——
„Wie so?*
„Geheimnis. AuS dieser Frau wird man nicht klug. Ich studiere immer noch an ihr; vielleicht finde ich deS Rätsel» Lösung. Hat fie Mr schon von ihrer Vergangenheit, ihrer Heimat gesprochen?*
„Raum; fie erzählt messt von ihren Reisen.*
„Und von ihrem Gatten? Ihrer Farnllie?*
„Ist niemals die R be. Aber war tut das? Ich heirate die Tochter unb nicht bie Mutter!*
„So in'S Blaue hinein? Also Dir ist'S recht, bie erste beste Abenteuerin al» Dein eheliche» Weib heim- zusühren? Na ja, Du bist frei, nach Deinem Gutdünken zu handeln ... Auf diese Weise konnnen wir auch nicht in die Gefahr, un» ihretwegen vor die Pistole zu sorder», beteuerte der Doktor in feinem humonstisch-satyrischen Ton. Denn toa» mich anbelangt, so will ich die Angehörige» meiner bereinigen Gattin auch achten können unb meinen ehrlichen Namen nicht mit einem anberen verbinden, dem möglicherweise ein Makel anhastet. Da» geht mir über Schönheit unb Millionen.*«
„Bah! in unserer Zett nimmt man’» nicht so genau rnchr; Tu bist ein Jahrhunbert zurück, Doktor!*
Sine Mißmutssalte zeigte fich auf ber Stirne de» elegante» Pariser»; er nahm Stock und Hut, um fich $u verabschieden.
„Lebewohl aller Griesgram!* sagte er imb reichte dem Freunde die Hand.'
.Nicht» für ungut, (Bontran. Wann ist die Hoch- zett? Ich bi« doch Dein Trauzeuge."
„Sobald e» sein kann!*
Al» er gegangen, zuckte der junge Arzt feine breiten Schultern und brummte:
„Da» find nun die Früchte ber modernen Erziehung ! Doch wenn er e» ehrlich meint, wird er sie nicht unglücklich machen. Sa» sollte fie arn- allein beginnen? Die Mutter ist am Ende, fie lebt Mn Jahr mehr. Armes junge» Diag! E» ist ein Jammer!* (F. f )