Einzelbild herunterladen
 

Mdaer

u

-«antwortlich« Uhristl«it«:Zos.vaum , AMLA". Wochen»-«--«: „Illustrierte Sonntagrzeitung

rschoMt tli-Nch. mit Msnahme Hf Seim. Weiert«,e. Vierth Kvtingfp'ei' vringerloha un»

^»rLseldinKildannd öOPfg

eitung

Monatsbeüage: „Zuldaer GeschichtsMtter".

WMitltttt Wie ob stakttge petitzeile etae »«en »«« xi psg. »eklamen diepetitzeü, 25 Pf,.; bei Wied«. Holungen wirb entspf.

Rabatt gewährt.

Druck «nb v«la- b« Sulbatr SetienbruS«^ in Zulba (harmonies

-«nsprech« Nr. 9.

M 257

8nlöa, Mittwoch, den 9. November 1904.

31. Jahrgang.

Line Möse Unart.

Die ,Berl. Pol. Nachr.' geben sich nicht nur tzen Schein, daß sie offiziös unterrichtet find, sondern fie werden in der gesamten politischen Welt auch als offiziöse- Blatt angesehen; Wä­hler zum Ausdruck kommt, ist in den Ministerien und Staatssekretariaten zusammengebraut worden. AuS diesem Gründe legt man den Kundgebungen der ,Berl. Pol. Nachr/ einen höheren politischen Wert bei al- die- gegenüber andere» Blättern geschieht; allerdings darf man nicht annehmen, daß alle Artikel derselben auf einen Minister »der Staatssekretär zurückzuführen find; die @e» Heimräte find in den meiste» Fällen der „böse Geist, der hier umhergeht", wie Dr. Lieber ein. mal treffend sagte. Die Geheimräte aber find allesamt konservativ, freikonservatio »der national- liberal; ein sKatholik ist höchst selten zu finden und ein offener Zentrumsanhänger.kaum. Die Abneigung gegen daS Zentrum in den Geheim- ratSkreisen ist gang un» gäbe; wa- hier den- selbe» an Opposition gemacht werden kann, ge­schieht. Eine solche SeheimratSfeder hat nun dieser Tage tief in die Tinte getaucht und sich über daS „Verhalten des Zentrum» in Heeres, »nd Flottenfragen" auSgelaffen. Wir müssen so« mohl die RtiegeS« wie die Marineverwaltung »or dem Verdachte schützen, daß auS ihren Kreisen der plump irreführende Artikel erschienen ist; dort urteilt man ander». Der Kern der offiziösen Ausführungen geht dahin: Im ersten Stadium einer Militär- oder Marinevorlage spreche sich die ZentrumSpreffe sehr scharf gegen dieselbe auS; bei der ersten Lesung nehme die Zentrums- ftakrion nach der „bewährten Windthorstschrn Taktik" eine zurückhaltende ^Stellung ein. „Im Verlaufe der kommtffartschen Verhandlungen ge­langt dann ebenso regelmäßig das Zentrum zur Annahme der Regierungsvorlagen für Heere»- «nd Flottenzwecke in der Hauptsache." So sei e» seit zehn Jahren stet» gehandhabt worden und wnde es auch heuer wieder gehen. Liberale und linksstehende Blätter nehmen mit wahrem Heiß­hunger von dieser Darstellung Notiz: wir möch- ten fie nicht nur als eine offiziöse Unart ersten RangeS bezeichne», sondern auch al» eine Fälschung allbekannter Tatsachen.

Entweder hat der Herr Geheimrat, als er diese Zeilen schrieb, geträumt oder er hat in den letzten 10 Jahren geschlafen, falls man nicht direkt bösen Willen annehmen soll. ES ist schon ein kleines Taschenspielerkunststückchen, erst die ZentrumSpreffe und dann die Fraktion in Pa­rallele zu stellen; beide find nicht identisch, wenn fie auch nach demselben Ziele streben; wie die andern Fraktionen eS ablehnen, für alle und jede Kundgebung ihrer Preffe im Parlamente verant­wortlich gemacht zu werden, so kann man auch von der Zentrumsfraktion nicht fordern, daß sie für jede Aeußerung eines Zentrumsblatter ein­tritt, zumal fie auf die meisten Blätter keinen Einfluß bat. Man läßt ebe» im Zentrum der Preffe größere Freiheit, als die Gegner an­nehmen. Die Fraktion fordert von derselbe» »ie und nimmer ein blinde- Unterwerfen; sie nimmt vielmehr eine gegenseitige Ansicht, die mit guten Gründen belegt ist, gar nicht übel.

Die Einigkeit im Zentrum, über welche sich gerade die Gegner so oft ärgern, wird immer herbeigeführt nach der eingehendsten Aussprache in der Fraktion selbst und hier kommen selbst­verständlich ebenso abweichende Ansichten zum

Ausdruck wie in der Preffe. Unsere Zentrums- preffe sucht im Geiste der Fraktion zu arbeiten, aber fie hat nie gefordert, daß letztere so arbeiten müsse, wie eS in den Leitartikeln dargelegt ist. Der Angriff auf daS Zentrum aber nimmt sich um so eigenartiger aas angefichtr deS Umstandes, daß eS noch gar nicht lange her ist, da dieselben liberalen Blätter klagten, daS Zentrum drücke allen Gesetzen seinen Stempel auf: diese Lesart und di« neue offiziöse lassen sich mcht vereinigen. WaS unS aber an dieser neuen offiziösen Aus- laffung mit Recht empört hat, ist die ganz falsche Darstellung, als ob daS Zentrum nach anfäng­lichem Sträuben die Vorlagen annehme; der OfstziosuS ist zwar so gnädig, auch zu schreiben, daß daS Zentrum die Vorlage etwas abändere. Gut gesagt! Schaue» wir unS die HeereS- und Marinevorlagen der letzten 10 Jahre einmal an! An Milttäroorlagen ist nur eine einzige aus diesem Zeitraum zu nennen; eS ist die deS JahreS 1898. Auf Antrag deS Zentrums wurden da­mals 7006 Mann gestrichen und hierdurch die Vorlage um §3 pLt. verringert; was von An­fang an am meisten Anstoß erregt hatte, wurde beseitigt, die „Jäger zu Pferd" fielen, die Mehr- ausgaben wurden reduziert, so dem Vaterlande die damals abermals geplante Auflösung deS Reichstages erspart und dasselbe doch nicht rechtlos gemacht.

Die Umgestaltung, welche die beid en Marine- vorlagen erfahren haben, sind derart gründlich gewesen, daß die liberale Pceffe sie ja wiederholt als 1« Müller-Fulda bezeichnet; da war eS zunächst die Aufnahme deS DeckungSparagraphe«, wonach die Mehrkosten nicht durch neue indirekte Steuern aufgebracht werden dürfen; ferner wur­den 1900 die gesamten AuSlandSsch-ffe einfach gestrichen — z«m Schrecken der Offiziösen. Und heute erlaubt man fich auS denselben Kreisen eine solche falsche Darstellung zu geben. Was somit die,Berl. Pol. Nachr.' geben, ist nicht nur tatsächlich falsch und irrig, sondern eS ist auch recht unartig; einem solchen Geheimrat gehört auf die Finger geklopft, daß ihm die Feder ent­fällt. De» Ausgangspunkt zu diesem Angriff aus da- Zentrum mußte die bevorstehende Milt- täroorlage abgebe»; nun hat aber die gesamte ZentrumSpreffe — und wir verfolgen diese sehr genau — zu der neuen Vorlage noch gar keine Stellung genommen, weil sie diese nicht kennt und eS in der ZentrumSpreffe nicht Üblich ist. Über etwa- zu schreiben, waS man nicht kennt!

Wir haben nur wiederholt darauf hingewiesen, daß größte Sparsamkeit geboten sei, weil sonst neue Steuern eingeführt werden müffen und diesen Gesichtspunkt werden wir stets in de» Vorder­grund schieben, darin wiffe» wir unS in Ueberein- stimmung mit der gesamten Zentrumsfraktion; wir dürfe» nur auf die Rheinbacher Rede des Abg. Dr. Spahn verweisen. Aber gerade dies« Hin­weis auf unsere schlechte Finanzlage scheint mehreren Herren nicht zu gefallen; sei es auch darum, der offenen und ungeschminkten Wahrheit suchen wir immer eine Gaffe zu brechen.

* Journalismus unter schwierigen Umstände». AuS einer Nummer de» im belagerten Port Arthur «scheinenden ,Nowy Kraj' wird folgende Notiz an­der Rubrik „Vom Tage" mitgeteilt: „Seit gestern befinden fich die RtdiktionSräume und die Druck-rei unserer Zeitung innerhalb des Wirkungskreises des feindllcheu Feuer». Etwa zwölf Granaten explodierten in der Nähe unser« Druckerei; viele Splitter find in die Wände eingedrungen und haben die Ferst« zer.

kümmert. * Tiefe Zeilen find auf Pap'n gedruckt, da» itnmal weiß gewesen zu fein scheint, jetzt aber -inen undefinierbaren Ton hat. Manchmal ist die Zeitung auf wechern Papier gedruckt, gewöhnlich aber wird rote», grünes, orangefarbene» ober blauer Pa­pier benutzt. Ab« diese Zeitung wird eifrig von den Truppen aus den Wällen gelesen.

* Eine» originellen Witz leistete fich ei» alter, bieder« Landwirl gelegentlich einer landwirtschaftlichen Versammlung. Nachdem man lang und breit üb« den Nutzen und die Verwendung der künstlichen Dünge­mittel gesprochen batte, erbat « fich da» Wort. „Meine Herren! WaS da geredet ist, klingt alle» ganz gut and nett, aber der Chilesalpeter, der Guano und die Phokphate können un» allein nicht helfen. Ich habe e» immer betont und bleibe dabei, die Seele vom Bauern ist Kuhmist."

Ehrenpreis ft

der ersten landwirtschaftlichen Ausstellung juS iit Dar-es-Galaam. (Deutsch-Ostafrika.) tzg

Im Süden de» dmcklen Erdteils scheine» llch die Extreme za berühren. In Deutsch-Südwesta'rika tobt brr blutige Hererokrieg, dem so viele schon zum Opfer gefallen find, während im Osten unserer afrckanischen Befitzungen Kolonisten und Eingeborene in einen fried­lichen Wettstreit eiigetreten find, der in feinen Er­gebnissen zweifellos sehr viel zur Entwicklung des Landes beitragen wird. In Dar-eS-Salaam wurde vor einigen Tagen die erste landwirtschaftliche Aus stellung durch den Kaisttlichen Gouverneur, Grasen von Götzen «öffnet. Alle Gebiete des Ackerbau:» und der Viehzucht find auf der Ausstellung vertreten. Die ganze Beranstaluig gibt ein lebendiges Bild von d« Vielseitigkeit der dortigen landwirtschaftlichen Pro­duktion und fie eröffnet einen glänzenden Ausblick in die Zukunft Natürlich ist eine Ausstellung ohne Ehren­preise undenkbar. D« Ehrenpreis der Ausst llung in Dar-eS-Salam stellt da» Bildvi» eine» Einge­borenen bar. Die Inschrift umgibt landwirtschaft­liche Embleme. Der Ehrenpreis wird von Einge­borenen und deutsche» Kolonisten in gleich« Weise umstritten.

* Burschenweisheit. Leutnant (tum Burschen): „Diesen Strauß trägst Du zu meiner Braut! Wenn fie Dir ab« wieder eine Mark Trinkgeld geben will, sagst Du, daß ich eS Dir verboten habe, dieselbe an- zunehmen l" — Leutnant (nach der Rückkehr deS Bu-sch-n): „Nun, hast Du Deinen Auftrag richtig auSgeführt?" — Bursche (grinsend): „Jawohl, Herr Leutnant! Ihre Fräulein Braut hat mir ab« partout wieder eine Mark geben wollen. Und al» ich au»- richtete, Sie hätten mir verboten, eine Mark zu nehme», hat fie mir zwei gegeben, und die hab' ich natürlich angenommen!

* Denn schon. Mütter: „Glaubst Du wirklich mit diesem Bewerber glück ich zu werden?" — Tochter: „Ja, liebe Mutt«, ich bin e« fest überzeugt, denn alle meine arte Freundinnen taten mir ab."

* Der letzte Dienst. Tischler: „Sieben Fuß wird d« Sarg la»a fein müffen I" — Junge Wittwe (laut schluchzend): „Ja; bitte machen Sie ihn nur recht bequem!"

Von Herder« KouversattouS-Lexik»« liegt nunmehr mit dem soeben erschienenen 70. Hefte bereits die Hälfte de» vierten Baude» vor. «u» dem reichen Inhalt diese» Hefte» feien einige der be­merkenswertesten Artikel hervorgehobeu. Bor allem verdient der Artikel Islam mit seinen Beilagen „Is­lamische Kunst" (Textbeilage und oierfeittge Tafel) Er­wähnung. Grundrisse und 26 Abbildungen machen den Leser mit den hervo«agendfteu Seiten der ver­schiedenen islamischen Kunstzweige bekannt, vorab ist e» die Baukunst, die in ihrer märchenhaften Pracht und Großartigkeit uns« Interesse feffelt; aber auch die islamische Kleinkunst ist überreich an »rzeugnifleu von hoher Schönheit und eigenartigem Geschmack. Die nvtgeteüten Proben find durchweg treffend und sorg­fältig auSgewählt. Gründliche und tüchtige Leistungen find auch in diesem Heft die volkswirtschaftlichen und sozialwiffenschaftlichen Artikel, wie Innungen und In­validenversicherung (dies« mit einet trrfstichen Text­beilage, welche die deutsche soziale Gesetzgebung und auch da» Militärinvalidenwesen mit zeitgemäßer Aus­führlichkeit behandelt); ferner die geschichtlichen, geo­graphischen und literaturgeschichtlichen Artikel (z. B. Zvquistlion, Inschriftenkunde, Insel, Jnvestiturstreit, Irland, Island, Istrien rc), endlich auch die natur­wissenschaftlichen: Insekten, Jnsettensteffende Pflanzen, Instinkt, Isomorphie :e. ec. Im ganzen enthält diese» Heft (Inns of Court bi» Italiens) S Beilagen und M Abbildungen.

Hellemee- um> Anzeigenteil.

JOUARER OATS KOCHER

B

an jede beliebige Adresse in Deutschland falls uns die unten angegebene Anzahl Schutz­marken, die aus der Vorderseite der

Packete zu schneiden dad und so aussehen, fräDCO in einer

Sendung und vor dem 31 Dezem­ber 1905 zugehen.

EA Schutzmarken von 1 Pfd. Q" Packeten oder,

100 Schutzmapken von 1|a Pfd.

Packeten.

ABTEILUNG:». »•

THE AMERICAN CEREAL COMPANY, Kaiser Wilhelmstrasse 82, Hamburg.

Quaken Oats wird am besten In einem Quaken Oats Kochen zubereitet.

Wir senden Grat!» einen Quaker Oats Kocher

«ahnhofstratz- 13

HkrrslM WohMg 6 Zimmer, Badezimmer rc. ist p« 1. Februar 1905 zu ver­mieten.

1*77] Julins Karpf.

Schöne

5 Zmmer-WchuW

I. Etage, neu hergerichtet, mit allen Bequemlichkeiten, Veranda, Gas, Badeeinrichtung per sofort ad« später zu vermieten. [4462

Valentin Ernst, _ Nikolausstr. 16. 4~5 Zimmer-Wohnung iu vermieten. [4422

Schweinemarkt 15«

Eine freundliche

Näheres [3491

PfandhanSstratze 6«

Eine freuntfl. Wohnung von 5 Zimmern in ruhiger Lage nebst Zubehör zu v«. mieten. Die Wohnung wird auch auf Wunsch geteilt. Näh _________Geveriberg 5«

Wohnung, 3 Zimmer, Küche rc, nebst Gartenanteil am Künzellerweg ab Dezember zu vermieten. Näheres [4608

Buttermarkt 10.

In meinem Neubau, Johannir- stratze 52, nahe der Zirgel- mühle, hübsche, freie Aussicht, sind zwei

4 Zimmer-Wohnungen mit Zubehör, der Neuzeit ent­sprechend eingttichtet, event. mit Obst- und Gemüsegarten, zu vermieten. [4555

Reinhard, Kanalstr. 35II.

Wohnung, besteh. auS 3 Zimmern, Küche und Zubehör, ffowie Stallung, per [»fort odn später zu ver­mieten. Wo, zu erfragen in bet Expedition dieser Zeitung [4543 logie ?i vnmetku. Näheres Buttermarkt 10.

Eine

3 ZiMkl-WohMg und 1 Stube mit Küche zu vermieten. [4514

_______.Löherstratze 20.

Kleine

Mansarden - Wohnung zn vermieten. Näheres [4362 Kurfürstenstratze 1.

2 Zimmer-Wohmg per 1. Dezember zu vermieten. 4503] Schweinemarkt 4.

Wohnung

zu vermieten, 2 Zimmer, Küche, Kammer nebst Zubehör. [4252

Rosengafse 5.

Schönes Frontzimmer für besseren Herrn zu vermie­ten. Näheres [4111 Leipzigerstratze «3 a, pari. Mbl Noma mil Pension für befferen Herrn zu ö«mteten.[4214 L. Schramm, Gemüsemarkt 2.

Schön Ml. Simmet

zu vermieten. [4544

Heinrichstratze 24.

Hübsch möbl. Zimmer

zu vermieten. [4121

Mittelstratz- 21.

Freundl. möbl. Zimmer

zu vermieten.

Friedrichsmarkt 5.

Sin freundlich möbl.

Zimmer

zu vermieten. [227»

- Friedrichs^. 9.

Empfehle grotze Auswahl in blühenden

Topf-Pflanzen als: Erika, Cykla- men, Primel, Mai­blumen, ferner große Auswahl in allen gang­baren Palmen zu den billigsten Preisen.

Fritz Ries,