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Jg 257
Mlöü, Mittwoch, den 9. November 1904
31- Jahrgang
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■ erstes Blatt
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veutscher Reich.
Berlin, den 8, November 1904.
—* Dem bisherigen Prästde nten der Eifenbahndirektion Berlin, Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat Kranold, ist beim Ausscheiden aus dem Staats dienste in Anerkennung seiner erfolgreichen Amtstätigkeit der erblicke Adel verliehen worden.
* Bei dem Königlichen Statistischen Bnrea« in Berlin gehen andauernd zahlreiche Gesuche um Beschäftigung bei den demnächst in Angriff zu nehmenden außerordentlichen Arbeiten ein, darunter auch solche, die sich auf die erst nach mehr als einem Jahre fällige Volkszählung beziehen. Es liegt im Interesse aller Beteiligten, davon Kenntnis zu nehmen, daß Vormerkungen für so fern liegende Arbeiien nach der bisherigen Erfahrung unzweckmäßig sind und deshalb unterbleiben müffen. Für die in näherer Zeit bevor- stchenden Arbeiten ist aber der Bedarf an Hilfskräften bereits so überreich gedeckt, daß es sich zur Vermeidung unnötiger Weiterungen für beide Teile empfiehlt, von Meldungen, Empfehlungen und persönlichen Vorstellungen zur Zeit Abstand zu nehmen.
*** Eine Reihe ausländischer Blätter, die ge- rvohnheitsmäßig alle Zwischenfälle der internationalen Politik zu Hetzereien gegen Deutschland mißbrauchen, haben die jüngsten Vorkommnisse in der Nordsee mit Warnungen im Zusammenhang gebracht, die von deutscher Seite an die russische Regierung oder die rujstsche Admiralität ergangen seien. Dazu bemerkt die,Nordd. Allg. Ztg.': „Das ganze Gerede ist grundlos. Von deutscher Seite sind keine Warnungerr erteilt, auch verdächtige Wahr- uehmungen, daß Anschläge durch Mmen, Torpedos oder dergleichen gegen die russische Ostsee- stotte geplant wären, nicht gemacht morden.^Wir wissen nicht, ob etwa von einer andern Seite Warnungen ausgegangen sind, und welche Bedeutung ihnen für die Beurteilung des Zwischenfalls von Hüll beiznlegen ist. Uns kann es recht sei», wenn die demnächst zusommentretende internationale Untersuchungskommisficn die Aufklärung dieses Punktrs als einen Teil ihrer Aufgaben ansehen würde."
* An ReichSneüvzen wurden ausgeprägt im Monat Oktober für 8,537,400 Mark Doppel- krönen, 655,150 Mark Kronen, 2,636708 Mark Zweimarkstücke, 756,377 Mark Einmarkstücke, 12,514.50 Mark Zehnpfennigstücke, 129,878 55 Mark Fünfpsennigstücke, 71,052.70 Mark Zwei- Pfennigstücke, -29,864.92 Mark Einpfennigstücke.
* Ans Dentsch-Südwestafrika. General von Trotha meldet auS Windhuk unter dem 7. November: Hauptmann Wehle hat mit Leutnant von Rheinbaben und 25 Reitern von Keet-
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Ausgestoßen.
Bon Maurice de Beaumont. Deuisch von Helene Krembr.
•------ (Nachdruck verboten )
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üh kravk wäre - allerdings dürfte ti E bedenNich fein - und zehntausend Franke» zu meiner Verfügung haste, wie Frau Regina, so ließe ich wir auch vielleicht von meinem Doktor eine Badereise verschreiben.
Warum denn nicht? Ich mache gerne Charakter- studien, zeichne mit Vorliebe nach dem L-ben, und wozu gäve eS dazu beffere Gelegenheit als in eirem Badeorte?
Bist Du schon mal irgendwo mit dieser sragwür- digen Gesellschaft zusammeugetrrffen, lieber Leser, mit dieser Abenteurerwelt, welche gleich nach den große» Weitrenne», also gegen tea halben Juni, PutS der- läßt und ei» Gefolge aus all-n Richturgeu der Winl- jofe noch sich zieht? Trafst Du sie am Seegestade, jjnien in Savoyen oder in den Pyrenäen, in der «ub eigne?
Einige suche» freilich Genesung von schwere» Lri- aber ihre Z,hl ist klein; unter der glänzend ge» lS-wenden Menge verschwinde» die blaffe», Mimervvlleu Gesichter, und in dem bewegten, ftöh« «cheu Treiben wird der eine oder andere schleppende Gang kau« bemerkt. Was man hauptsächlich von den Meeroixe» und Wunderbrunneu verlangt, ist 8er- i”®sen, Vergnügen urd nochmals Vergnügen! Auch etwa» anderes: jen- Matter sühn ttr lieb- °jcheS Töchterchen dahin, damtt sie bort den Prinzen ch"r Träume antrrffr; und dieser „Löwe der Saison" krchnet sicher darauf, hier ein Paar schöne Augen und • ■ • • eine Mitgift zu entdecken. Dem Millionär ^cht eS Freude, den kleinen Ost durch tie mit Grazie
in den Wind gestreuten Banknoten zu verblüfft», während der Politik-r sich hier leichter über seine Miß xfolge im letzten Wahlkampf tröstet. Die Firanz- leute umgeben sich m't dem Glorienschein der letzten staunenswerten Börsenmackeuschasten; dagegen sucht der Lite at seine» müde» Kops und die angegriffnen Ne ve» in ländlicher Adgeschiedenh-it zu erfrischen, ober aber er ge.efltt inmitten bieseS Durcheinander- d e AaerklN'UNZ süc seine Muse zu finden, die ihm andnS^v versagt bleibt.
E-dlick ist da die gcnze ju ße Welt, schöne bunte Schmetterlinge, au» ter yeißen, staubigen Großstadt enlflopen, um im Schatten der Wälder und unter tem heiteren Hmwel zu flattern und zu spielen. Sie ver- ftrlgt feiten anderen Zweck, al» die Jugendzeit, die ack! so schnell entschwindet und nicht wtederkehrt, nach Hirz-nSlust zu genießen.
Ich will schweigen von den Zweideutigen Gestalter, denen man hier noch begegnet, vom „Bauernfänger", der ganz im Stillen feine Opfer umgarnt; vom „Künstler", der ohne t» merken zu lassen, sür dieses oder jenes „Hau " Reklame macht.... derartige Abenteurer gib»'s ja überall.
Ja, wenn ich reich wäre, würde ich jeden Miltag im Röwerhotel speien an der Seite des junge» Arztes, der dort am Fenster fitzt. Ein intereffanler, geistreicher Herr, wenngleich fich uuler s.trem lieben«würdigen Wese» eine gute Dosis Schalkhaftigkeit, um nicht z , agen Bosheit verbirgt.
Er hot fein Sprechzimmer in der Stadt; la er aber unverheiratet ist. io nimmt er feine Mahlzeiten im Hotel ei«. Dort findet er auch die meiste» Patienten und — wer weiß? — eine« Tage» viclle cht die ihm zusagende Frau.
Mittlerweile beobachtlte er die MersLen, die während der Badesaisou rin- und au? gehen, studiert ihre plyfischeu und moralischen (frgtn' chasten und Ge- brrchen; nno da er schnell ißt, langsam und mit llt Verlegung spricht, dagegen aufmerksam zuhört, so ist tt mit s: io em Uriel dato ftrt g.
große Aufregung bei dem Feinde heroorrief und daß einige Schanzen von ihm gerärmt wurden. Meldungen über die Kämpfe am 7. November find bis jetzt nicht eingelaufen.
W. London, 8. Noo. 1904. Der Kriegskorrespondent des ,Daily Telegraph' meldet aus Tsfchifu vom 7. d. Mts.: Die wilden japanischen Frontal'Angriffe Haden den Japanern nur Verluste gebracht, aber nicht zur Einnahme der Festung geführt. General Stössel kann noch immer aushalten und somit der Ostseeflotte die Möglichkeit zeben, in Ostasien rechtzeitig a» zu komm en. Hinter den Erlungschan-Forts und den damit verbundenen Befestigungen haben die Ruffen noch andere Batterien schwerer Geschütze, auf die sie sich zurückziehen könnten. Ts wird auch für möglich gehalten, daß nach dem Verluste der sämtlichen östlichen Befestigungen, der Zerstörung der Stadt und aller Schiffe im Hasen, wie in Sewastopol, Slöffel sich auf die furchtbaren Liao tisch an-Befestigungen zurückziehen, dort den letzten dauern den Widerstand leisten und verhindern kann, daß die Japaner Port Arthur benutzen.
W. Petersburg, 8. Nov. 1904. Der Korrespondent der »Birschewija Wjedonrofti' telegraphiert aus Tschtfu vom 7. dS. Mts: Die chinesischen Dschunken, welche nach Port Ar» thur eine große Ladung von Lebens mitteln gebracht haben und zurückgekehrt sind, berichten, daß die von den Japanern in der Zeit vom 26. Oktober bis 3. November genommenen Stellungen sämtlich ohne Ausnahme außerhalb deS Umkreises der großen Fort« sich befinde». Die Verproviantierung vor Port Arthur wurde in den letzten Ligen beträchtlich ergänzt. Im Hafen trafen nicht nur Dschunken ein, sondern auch Dampfer verschiedener Gesellschaften. Die Blockade sei augenscheinlich weniger streng- Die Zahl der beschädigten japanischen Schiffe sei sehr groß; die Besatzungen seien durch Krankheiten dezimiert. Mehrere Schiffe seien in schwimmende Hospstäler umgewandelt.
W. London, 9. Nov. 1904. Den «Central NewS' wird heute auS Tschifu gemeldet: Seit dem Freitag ist um Port Arthur heftig weitergekämpst worden. Die Japaner haben wettere FortS erobert, wodurch fie bis auf eine halbe englische Meile den russischen Hauptstellungen nahekamen. Die Russen halten immer noch die Forts auf dem Goldenen Hügel, Banwashan und Liaot schan. Sie sollen aber die Chinesenstadt in Port Arthur geräumt haben. Besuche beim Arzt tragen meistens die Kosten de» Gesprächs; das finb »tuirake Gebiete, auf bene» alle» Per'ö.,liehe wegfällt.
Warum auch nicht? Braucht e» denn Io vieler Borfichi, um drei Wochen ange ehm zu verleben? Heute scherzt und lacht man zusammen unter demselben Himmel, dem gleichen Dache — morgen ip man hundert Meilen von einander getrennt. Man hat fich getrrff n, flüchtig getarn t und wieder v r« gessen: bas ist olle». Tie in einem Mob.bade ange« knüpften Freundschaften fänden Platz in einer Nußschale.
Unser» beiden R isenben flogen feie Sympathien sofort zu. Regina wußte fich geistreich und geschmackvoll auSzudrücke», so baß Aimee im Stillen feewun- bert", mit welch feinem Takt ihre Mutter fich in dieser ungewohnt.» Umgebung bewegte. Sie kam sich vor wie in einem Zaudersli ck, in einem Märchenland. Jmce »iidchenhafte Zurückhaltung trug noch bazu bei, die Lieblichkeit ihrer Eisck'irung z» heben.
Baib batte fie die Eroberung einer alten inwelen- geschwückten Herzogin gewacht, während Regina sich mit tem «.zte über eir e gelehrte Zeitschrift unteih eit und diesen tabet in ein Latyxinih von Rätseln stürzte.
Da» Ergebri» de» Morgen» war, daß Reeina Herr» Bniffon znm ir z t chen Ratgeber wählte uttb A mee von der Arifirlraii» zum Kartenspiel eivge- laben wurde.
Zwei Tage später riß man fich buchstäblich um die Schweizerin»en: -.m Ealop, im Park, bei allen Bergpaxtieen. In bet Frühe deS Tage» ließ fich Regina im Rollstuhl in die Badeanstalt fahren, und befolgte dorr gen >ffn haft unter LimeeS sorglicher und liefeeveller Auificht die Weisungen de» Doktor»; dieser Hute nämlich leider die Diagnose tote» Marseiller Kollegen bestätigen müffen: die Primadonna war von der tückschen Tnferrkvlose ergriffen, welche vom Kehlstpf an» bre Lange bedrohte.
(Foitsetzmig folgt)
e Der ruffisch'japanische Krieg.
Vom Kriegsschauplätze in der Nordmaud- schnrei find keinerlei Meldungen über militärische Operationen eingegangen. Die Ruffen find mit ihren Neuorganisationen immer noch nicht fertig. Neuerdings verlautet, daß General Stackel- berg abgefetzt ist und an feiner Stelle General Arlanow, bisher Kommandeur der 8. ostfibiri- f chen Schützendivision, in Wladiwostok zur Mandschurei-Armee gehen werde. Beide Armeen haben sich schark verschanzt und stehen in langer Front einander gegenüber. Beiderseits wird mitunter aus den Verschanzungen heraus mit schwerem und leichtem Geschütz, wobei die erzielten Treffer in gar keinem Verhältnisse zur Munitionsverschwendung stehen. Die Nachrichten über die Lage in Port Arthnr lauten recht unbestimmt. Bald heißt es, der Fall der Festung sei nur eine Sache von Tagen, und dann liest man wieder, daß der Verteidiger von Port Arthur, General Stössel, es noch eine zeitlang aushalten könne, da trotz der Blockade die Verproviantierung der Festung fortwährend ergänzt werde. Die Angriffe der Japaner auf Port Arthur sollen in den letzten Tagen sehr verlustreich gewesen fein. Allerdings bleibt zu berücksichtigen, daß es fich um Privatmeldungen englischer Blätter aus Tschifu handelt, wo man bekanntlich ganz selten etwas Zuverlässiges Über die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz erfährt.
Der Führer des Fischdampfers Gonutag hat über das Zusammentreffen seines Schiffes mit rnsfische» Kriegsschiffen in der Nordsee am 21. v. M. vor dem Hafenmeister in Geeste- münde am 27. o. M. eine Erklärung zu Protokoll gegeben, worin über eine Beschießung,des Sonntag nähere Angaben enthalten sind. Diese Erklärung ist gleichzeitig mit einem Antrag der Rhederei des Schiffes auf Ersatz des ihr erwachsenen, dem Betrage nach noch festzustellenden Schadens am 30. v. M. dem Auswärtigen Amt von dem Regierungspräsidenten in Stabe zugeganoen. Am 2. d. M. ist der Vorfall bei der Kaiserlich russischen Regierung zur Sprache gebracht worden. Sie hat bereitwillig die sofortige Untersuchung des Geschehene» und vollen Schadenersatz zugesagt.
W. Petersburg, 8. Nov. 1904. General Ssacharow meldet unter dem gestrigen Datum dem Generalstab: Am 6. November rückten kleine Jnfanterieabteilungen, die im nördlichen Teile des Dorfes Lin sch inpu standen, vor und besktzten den Kirchhof, während Freiwillige den Nordrand des Dorfes besetzten. Die Leiche eines Unteroffiziers wurde im Dorfe mit abgeschlagenem Kopfe gefunden. Wahrscheinlich haben daS Chun chuseu getan, die in japanischen Diensten stehen. In der Nacht zum 7. November beschoß unsere Batterie die Dörfer Kudigtse, Nanganse und Gailintfe, daS zwei Werst östlich von Kudiatse liegt. Frei- willigen-Abteilungen bemerkten, daß das Feuer
DaS Frühstück hatte schon feinen Anfang genommen, al» Madame Toltzheim am Tage »ach ihrer Ankunft mit Sinne den Sprisesaal betrat Dreißig bi» vierzig Paar Augen musteren neugierig die späten Gäste.
Sie waren in hübschem Morgerravzug: Regina ehr weite» malvenfarbige» Gewand und eine Spitzen- mantille um die Schütter»; Aimee eine elfenbeinweiße Tunika ohne andern Schmuck al» ihre hexabwallenden schwarzen Locken.
Der Blick deS witzige» Doktor» glitt von einer zur andern, und et sah sofort, daß diese» junge Mädchen mit dem Antlitz von Mitch und Blut ihm fchwextich zu lun geben würde, aber die törkche Blässe der jatten Mutter ließ ihn leicht den Kopf schüttel».
Der Nachbar zur Linken der Madame Toltzheim, eine wahre BaLuSgefialt, der sattsam anderthalb Plätze iüc fich beanspruchte, empfing die Ar kömmiiage mtt Mißbehage!-, doch beruhigte 'er sich, alS dre schmale, schlanke Dame sich an feiner Sitte »iederließ; erwachte sogar Mrene, höflich zu rücke». Eine kleine Pariserin zoz die Slime trau», da ihr gegenüber ein (fronet Stuben», bissen Aufmexffamteti ihr bi«her gegolten, mit echr brunchet Ungeniertheit nunmehr Armee an- staunte. Nicht weit davon faß ein tadelloser Elegant, ein wascheu,ter Franzose und Weltmann, eben damit beschäftigt, de» neuesten Roman zu durchb'älter» — er ließ jedoch (eine Heidt» im Stich, um die junge Fremde zu bewundern, er war ein Kenner auf dem Gebiete bet Frauevschönhert, Herr Gontxan D,»haires; e» konnte deshalo nur schmeichelhaft üc Regina» Tochter rein, daß er an ihrem regnen und regelmäßigen Profil mcht« auSzusttzen hatte.
Jr Badeorlen find Bekanntschaften unschwer zu machen. Ma» ziert fich erst ein wenig, tut, al» ob man alle mögliche» Formen beachte, und nach einer Brertelflunbe ift man tn angeregter Unterballung. Am Ende der Mahlzeit verabredet man schon gemeinsame Spaziergänge --».> «utflüge. Die angekommene» Be- rühmthcueu, da» letzte Theater- ober Konzertstück, die
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Druck und verlas Sir KttdaerAettenbruck« ®oaats6eüage- „Mtzs« SeWchtÄMer". Sernfpre^^l?
mannihoop auS die Stationsbisatzung Koas, Kaufmann Prietze nebst Frau und drei Kindern, Kaufmann Lösch mit Frau, Andfiedler Herckert, Bastard Willy Düngen unversehrt eingeholt. Hans Hendrik, Beldschoendrager, nach Meldungen vom 20. Oktober bis jetzt noch treu, will den Aufstand angeblich nicht mitmachen.
Amtliche Meldung. Stabrvetetinät Michael Moll, früher im Ulanenregiment 15, am 6 November im Lazarett Windhoek an TyphuS (plötzliche Hec-lShmusg) gestorben. — Gefreiter d. Res. Rudolf Kux, geboren 30. März 1878, früher Infanterie-Regiment 51, am 3. November in Okahandja plötzlich verstorben. — Reiter Karl Wolf, geboren 18. August 1882, früher im Husaren- Regiment 13, am 8. November in Waterderg an Typhus gestorben. — befreiter Richard Schmidt, geboren 26. Dezember 1882, früher Artillerie-Regiment 13, am 21. September im Patxouillengefecht gegen Marenga bei Gais nördlich Warmbad leicht verwundet (Schuß in den Unterarm). — Reiter Otto Bartels, geboren 23. Dezember 1882, früher Husaren-Regiment Nr. 10, am 5. Oktober im Gefecht bei Wasserfall Westrand Kargk- betge verwundet (Schuß in den linken Unterarm). — Reiter Rudolf Orzischek, früher im Infanterieregiment 66, ist am 6. Oktober an de» Folgen der im Gefecht am 5. Oktober bei Wasserfall erhaltenen Wunde (Schuß durch de» Rücken) verstorben. — Reiter Wilhelm Schloß- Hauer, früher Feldaxtillexie-Regiment 51, am 21. Sep tembet feiner an demselben Tage im Patrouillengefecht bei GaiS erlittenen schweren Verwundung erlegen. — Retter Georg Urschtechter, geb. 1. August 1882, früher im königlich bayerischen 2. Ulanen.Regiment, am 3. November im Gefeckt östlich Okunjahi am Knie leicht verwundet.
. * Die Kommission deS AbgeoxdnelenhauseS, der die Vorberatung des Gesetzentwurfs über die Verhinderung des KsntraktbruchS ländlicher Arbeiter überwiesen war, hat gestern mit Stimmengleichheit den grundlegenden Absatz des erste» Paragraphen des Gesetzes, der denjenigen Arbeitgeber mit einer Geldstrafe bis zu 150 Mt. bedroht, der Dienstboten oder landwirtschaftliche Arbeiter, die kontraktbrüchig sind, in Dienst nimmt, und mit demselben Stimmen- Verhältnisse auch einen konseroativen Abände- rungsantrag abgelehnt. Freisinnige, Zentrum und Nationalliberale stimmten geschloffen dagegen, während die beiden korrservat-ven Parteien zuerst ihrem Anträge, dann dem ReßierungSent- wurf zustimmren. Die Nationalliberalen hatten folgende Resolution beantragt: die königliche Staatsretzierung zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß hn Wege der Reichsgesetzgebung 1) in Anlehnung an die Bestimmungen der §§ 124 b und 125 der Gewerbeordnung der Bruch von Dienstverträgen aller Art, die Verleitung zum Vertragsbruch und die Annahme Vertragsbrüchiger Arbeitnehmer, 2) die widerrechtliche Behandlung der Arbeitszeugniffe bei Beendigung des Dünstverhältniffes unter eine besondere zivilrechtliche Haftung gestellt wird." Die Refolution kam noch nicht zur Abstimmung. ES wurde dann noch diskutiert über die Bestrafung der Bermitt- lung von kontraktbrüchiaen landwirtschaftlichen Arbeitern. Zu einer Abstimmung über die V;r- mittlersrage kam es noch nicht. Es dürfte aber wohl schon jetzt zu erkennen sein, daß das Gesetz nur wenig Aussicht auf Annahme hat. Die nächste Sitzung findet erst nach Wi. deraufnahme der Plenarvechandlungen statt.