.4
Verankworttich« «U M zchnftlettenM-S««
■’St Ma Jnfcnti
»n um wochmbüiMi„3Inftriertt SoirNWSzeiümg"
Zeitung
M>atrbetl«g«! ,LM« GeschichtÄM«'«.
äRjetgcej M M» fpaltigt petitzetl« M» beten Raum 16 M. Reklamen die pettt^h 16 Pfg.; bei «kfej Holungen wird e«M Rabatt gewährr.
Druck und verlas Ä Zuldaer ActieubruaM ?n Zulda ffiarmeMSl Fernsprecher M 9
M 256
Kllüa, Dienstag, bett 8. November 1904
31. Jahrgang
Allg. Ztg/ melbet: Im Lippischen Thronstreite ist zwischen Schaumburg Lippe und Sippe-Set - wölb eine Verstau big ung erzielt worben, welche eine ruhige, das öffentliche RechtSgefüdl befxiebigenbe Erledigung des Streites erwarten läßt. Fürst Georg und Graf Leopold haben sich unter der vermittelnden Einwirkung des Reichskanzlers geeinigt, die Entscheidung über die Ansprüche einem Schiedsgericht anzuoertrauen, und dir beiderseitigen Regierungen haben an den Bundesrat unter Verzicht auf ihre früheren An- träge das Ersuchen gerietet, daß bet Bundesrat mit der fchiedsgericht ichen Erledigung der Sache durch daö Reichsgericht sich etnoerstan- den erkläre, zugleich aber im Namen der verbün- beten Regierungen den auS dem Schiedsspruch sich ergebenden Rechtszustand im voraus anerkennen wolle. Das Schiedsgericht soll unter dem Vorsitz des Präsidenten des Reichs gerichts aus dem vierten und siebenten Zivilsenat dieses Gerichtshofes in einer Besetzung von 15 Mitgliedern gebildet werden und soll die Frage entscheiden, inwieweit die Mitglieder gräflich Lippe-Biesterfelder Linie zur Thronfolge im Fürstentum Lippe berufen sind. Sie Entscheidung soll unanfechtbar und für beide Teile auf immer bindend fein, sodaß damit eine etwaige spätere Wiederaufnahme der bestrittenen Rechtsansprüche unbedingt auSge- schloffen wird. Nachdem die Vollziehung deS SchiedS Vertrags unter Gegenzeichnung bet Lan- desminister vom Fürsten Georg und Grafen Leopold erfolgt und der Antrag der beiden Landes- regierunge» beim Bundesrat eingegangen ist, wird der Reichskanzler eine Entschließung des Bundesrats herbeiführen und, sofern der Bundesrat zustimmt, unverweilt das Reichsgericht mit der Eröffnung deS schiedsgerichtlichen Verfahrens beauftragen.
** Das Abgeordnetenhaus hat beschlossen, die Plenarsitzungen bis zum 21. November ausfallen zu laffen. Man hofft, daß bis dahin die Kanalkommisfion die erste Lesung der Kanaloorlage beendet haben wird, und daß in der Zwischenzeit auch die Übrigen Kommissionen fleißig arbeiten werden. Der Präsident bette vorgeschlagen, die Sitzungen nicht ausfallen zu laffen, sondern um 1 ober 2 Uhr nachmittags (statt um 11 Uhr vormittags) beginnen zu laffen, damit die Kanalkommisfion die Vormittage frei für fich habe. Ser Präsident ging bei seinem Vorschläge von der Anficht aus, daß das Haus vor Weihnachten die Reste aus dem ersten Abschnitte der Tagung aufarbeit:n müsse und die Kanalkommisfion vor Weihnachten ihre Arbeit biS zur Berichterstattung gebracht hab.n sollte. — 3n dem d ätenlosen Reichstage werden monatelang zahlreiche und lange Komwisfions- fitzungen und Plenarfitzungen am gleichen Tage abgehalttn. Vormittags um 10 Uhr ober noch früher beginnen die Kommisstonen und arbeiten bis 1 Mr Bon da ab fitzt bis 5, 6, 7 Uhr das Plenum, und so einen Tag nach dem anderen. Im diätenbeglücktrn Abgeordnetenhanse „kann" man so etwas nicht. Man hat es ja auch nicht nötig. Man setzt lieber die Plenarsitzungen auS, um den Kommissionen Zeit zu lassen.
Berlin, den 7. November 1904.
** Ser Kaiser empfing heute mittag bei Prinzen Johann Georg von Sachsen, bei die Thronbesteigung des Königs F.iebrich Auguf notifizierte, unb darauf den Königlich sächsischer Gesandten Grafen von Hoher.thal uni Bergen zur Uebergabe seines Beglaubigung? schreibens im Neuen Palais zu Potsdam. De Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Frei Herr von Richthofen, war bei dieser Audienz zu gegen
(( Sie Beerdigung des verstorbenen Zen trumSabgeorbneten Gorke hat heute, 10 Uh vormittag, unter zahlreicher Beteiligung auf den HedwigS-Kirchhof stattgesunden. Abg. Pfarre Stull vollzog die kirchlichen Funktionen.
* Vom Kriegsschattplatze i« Deutsch Güdwestasrika. General v. Trotha melde unterm 6. b. Mts aus Windhuk: Am 1. Nov wurde Oberleutnant v. Brandt mit 15 Gewehre! auf dem Marsche nach Gibeon bei Seeis-Kamels bäum von 50 Witboois angegriffen. Nach einen mißglückten Urngehungsoersuche zog fich der Fein! unter Verlust von drei Toten zurück. SieSseitt find ein eingeborener Polizist unb drei flutet gefallen, der Rest der Patrouille erreichte Gibeon wo v. Brandt das Kommando übernimmt. An 5. November rückte die zweite Kompanie bei Feld-Regiments Nr. 1 unter Oberleutnant Rittei von Rehoboth nach Kub ab. Sie Heliographen Verbindung mit Keetmanshoop ist wieder berge' stellt. Am 3. November hat v Klitzing mit bei 9. Kompagnie des Feldregiments Nr. 1 östlich von Okunjahi ein erfolgreiches Gefecht mit einen größerem Hererotrupp, der etwa 250 Köpf« stark war. Ser Feind ließ sechs Tote zurück Sie weitere Verfolgung war wegen der Dunkel- heit unmöglich. Am 4. Nov. folgte v. Klitzing den nach Norden führenden Spmen und zersprengte zwei kleinere Hererobanden. Vier Hereros wurden erschaffen und ein Gewehr wurde erbeutet. Gleichfalls am 3. November lockte Oberleutnant v. Beesten die Hereros bei Ombakaha in einen Hinterhalt. Vier Großleute find gefallen, nämlich Kavizera aus Okahandja, Satrimin au8 GobebtS, Kaiun aus Otjihännena unb Salom aus Otjenga, außerdem die Vor- männer EliphaS unb Groß-Traugott aus Großflat men, Kairiran aus Okosonghu, Gottlieb flitllisau und zahlreiche Orlogleute. Erbeutet wurden 16 Pferoe, 2 Reitochsen, sowie zahlreiche Gewehre. Siesseits keine Verluste. Es standen im Gefechte 25 Reiter der 2. Kompanie deS Feld- regiments Nr. 2 unter Leutnant v. Hammer- stein, die Offizierpatrouille Herrn ens von der "3. Kompanie und zwei Maschinenkanonen. Major v. Mühlenfels hat Anweisung, unab- läffig mit Streifkolonnen alle Wasserstellen in bet Umgegend abstreifen zu laffen.
* Set lippische Throustreit geht nunmehr einer endgiltigen Beilegung entgegen. Sie .Nordd.
Ausgestoßen.
Bon Maurice de Beaumont. Deutsch von Helene Kremb».
7 ------ (Nachdruck verboten )
Roll, der Aimee'» sonstiger Studium, wenn auch sehr mangel hast, geleitet, ist >hr Beschützer, ihr großer Frennd geblieben; e; bewundert ft» nach wie vor mehr noch wegen ihrer Tugenden, als um ihrer iel- tenen Schönheit willen.
Zu« erstenmal: ist er von ihr getrennt und sein Herz pochte heftig, al» er vorgestern zum Abschiede äne beiden kleinen Hände in dm seinigen hielt. Ein genauer Beobachter hätte selbst einen feuchten Schimmer in btn sonst so lustigen Augen Harlekins entdecken können, wie auch eine verwischte Träne spur auf den Wangen der lteolichen Reisenden, die ihn zum Andenken idr freundlichste- Lächeln und eine duftende weiße flette zurtckließ.
„Adieu, Roll, vergessen Sie uni nicht,* wieder- W*e Regina, indem fie in dm Eilzug stieg. „Ich Ihnen die gnädige Erlaubnis, ganze Folio- 'vönde an Ai» ee zu schreiben."
$0 mtschwandm Mutter und Tochter feinen uJlitfen, während er nachdenklich die weiße Rauchsäule Beiracyete, welche die Lokomotive gegen dm blauen vtantu sandte. Sollte Regina denn auf einmal reich |eto“b« sein, daß fie ihr Theater verletz?
$ wäre er schon, denn feit einigen Jahren U, üe kch sparsam gezeigt, wie niemals früher, «ayrend ihre Kunst beppeUe Eivnahnen brachte. Sie jede Gel-genhrit außerhalb der Vertrags» 'Wüttl Borstellur-gen, um aef4uttdefi; man hätte Z?” solle», d ß etn plötzlicher unstillbar er Hunger ■SS.-1* ber sonst so sorglosen fßiimaboaea bi» hab«. Dann w r das UmmSbleibliche einge- ntn« werkte eine- Tage«, d.ß die wunderbare
Stimme in gewißen Lagen von ihrer klangceichen Fülle emgebüfct hatte, unb daß jeder länger anhaltende Ton b'e Röte der Anstr mgung selbst unter t e ■ Schminke ihrer Wangen hervor treten ließ
Reginas Augen vertieften fich, und wehr als einmal war mit dem Husten ein leicht geröteter Schaum sichtbar geworden. Wmn bann da« beschwerliche Atmen oder die Trockenheit im Halse fie zwangen, an unrichtiger Stelle abzusetzen, ober wenn die Stimme zittrig und unklar wurde, fo schüttelte ein nervöses Puden ihre Glieder und eine Falte grub fich in die Stirn. Kränze uid Sträuße stellten fich immer fcltener ein.
Der zu Rate gezogene Arzt befahl «»bedingte Ruhe. Regina hatte dies voran-ge ehen und fühlte selbst die Dringlichkeit dieser Brrordnung; dennoch erblaßte fie und brach wie ein Kind in Tränen au«.
Zwei Tage vergingen in wechielvoller Gemütsbewegung; bald tag fie stumm und niedergeschlagen do, dann plötzlich sprang sie ärgerlich aus und versicherte, fie werde trotz- uub alledem weiter fingen, unbekümmert um Krankheit ober $ox
Wmn A'mee sie saust und zärtlich bat, fich zu schonen und antzuruhen, dann betrachtete die Sängerin chr Kind mit wehmAt-vollem Blick.
Der Doktor kam wieder, befühlte den Puls der Kranken und besah avsm-rksam bte fieberroten Wanten ; bann nahm er einen Streifen Papier unb beredte ihn mst unleserlichen Schriftzeichen. ES wa- bas eia Äej-pt Regina ergriff daS Blatt, schonte fläch, tig darüber hin, faltete eS mechanisch einmal, zwetmal, um eS endlich in Fetzen zu reißen und durch; Fei stec zu Wersen.
Dann legte fiedie schlanken, beringten Finger ans de» Arm de« schwarzgekleideten Herrn:
„Dokter, Eie verstehen richt« von Ihrem Geschäft," lachte sie iche misch Wa« soll ich mit Rez pten? Sch cken Sie wich in« Bad, das ist da» einzig Richtig-."
Dabei blickte fie ihr beinahe befehlend an.
.Hm! hm!" machte der Arzt ha b lächelnd, halb
Petitionen um Verbesserung der Verhältnisse be1 nichrzivilversorgnngSberechtigtenJuftiz- canzlergedilsen und zwar die erste um Erhöhung des Einkommens, Gewährung eineS Mindesteinkommens, eines Rechtsanspruchs auf Pension, Regelung der Hinkerbliebenenversorgun,, andere Festsetzung der Grundsätze für die Anstellung und eine »wette um frühere Bewilligung und Erhöhung des M ndestein- kommens, Beilegung der Amtsbezeichnung „Sanzlei- asstfient", Strllenverwehrung, gleiche Behandlung mit den Militäranwärtera, die eine geringere als achtjährige Mikitärdienstzeit haben, bei der Anstellung oder , nwiderruflichen Anstellung nach fünfjährigem Dienst beantragt die Kommission zur Erwägung zu überweisen.
Abg. CaheuSly (Z) beantragt Ueberweisung zur Berücksichtigung
Abg. v. Bülow-Homburg (ntl.) unterstützt diesen Antrag.
Abg. Hammer (t) tritt gleichfalls für Ueberweisung zur BerÜckfichrigung ein. ES gäbe kaum eine zwette «eamtenklaffr, die so schlecht gestellt sei, wie diese Beamten.
Abg. CaheuSly (Z.) schildert eingehend die Not- läge dlkser Beamten, die, um auszukommen, gezwungen seren, selbst an Sonn- und Feiertagen Uederarbeiten zu machen.
Die Petitionen werden zur Berücksichtigung überwiesen.
Petitionen um Berbefferung der Lage der Ge- richtsdirner, werden, soweit eS fich um GrhaliSer- höhun, handelt, durch Uebrrgang zur Tagesordnung erledigt, soweit der Wohnungsgrldzuschuß erhöht werden soll, als Material überwiesen.
Nach Erledigung einiger Petitionen ohne allgew eine? Interesse vertagt fich taS Haus.
Es folgt eine längere Geschäftsordnungrde batte über die Abhaltung der nächsten Sitzung. Das Haus beschließt, dieselbe auf den 21. November, mittags r Uhr festzusetzen mit der Tagesordnung: Jnitiatwaw träge (Aufbesierung der Lehrer, Richter und Staatsanwälte) sowie Petitionen.
Schluß ’/<5 Uhr.
• Der russisch-japanische Krieg.
Vom Kriegsschauplatz in der Nordmaud- schnrei liegen mehrere Berichte Kurcpatkms und Sacharows vor, die aber nur über unbedeutende Votpostengefeckte berichten. Am Samstag und Sonntag herrschte Ruhe auf der ganzen Front.
Um das Schicksal v»u Port Arthur ist man, wie das Bureau Reuter vom Sonntag auS dem russischen Hauptquartier meldet, dort in nicht geringer Sorge, weil die großen Geschütze verbraucht find uxb keine Häuser mehr Sehen. Wenn man den Berichten aus japanischer Quellt Glauben schenken darf, so zahlt in der Tat der Fall der Festung nur noch nach Tagen. Uebei die japanischen Erfolge in den letzten Kämpfer find in London noch folgende Meldungen ein gegangen:
.Sie Eroberung des inneren KreiseS bet Set« teidigungswerke von Port Arthur war eine großartige Leistung dec Japaner, fie war daS Resultat sorgfältiger Mineur- und Sappeurarbeit. Ter allgemeine Angriff wurde von Srlungschon ouS geleitet, wo die ausgedehnten russischen Traucheen von den Angreifern nach vielfachen Abweisungen erbgiltig besetzt wurden. Das japanische Granatfeuer schlug eine Bresche in die fast senkrechte Front von Erlungschan unb verschaffte ;fo eine Stufe unb Schutz für die vordringenden Truppen. Bon Erlungschan wurde bann ein schweres Bombardement auf die russischen Joris nach allen Richtungen eröffnet. Seit dem 27. Oktober wurden die russischen Linienschiffe .Poltawa*, „Pereswjef und „Retwiscm" schwer beschädigt und teilweise verbrannt. Die alte
wichtig. Unb bie Stimme erhebend, rief fie mit übertrieben«r Betonung:
»Der Londoner für Madame Toltzheim ist vor« gefahren 1"
Regina staub auf und sagte lächelnd zu der erstaunten Aimee:
, Folge nti !"
Daun ging fie au8 fliffd unb öffnete eine mit Goldstück n gefüllte Börse.
»Madame Toltzheim, Römerhotel in Mont Dore?'
„Jawohl." nickte Regina hrrablaffend und zahlte, ohne zu zählen.
Zwei Minuten fpäter rollte die Kutsche in bii Nacht hinein
„Aimee war nachdenvich geworden und verhiel! fich gegen ihre sonstige Ärt ganz still. Regina.schien ein wenig verlegen
„Liebchen/ sagte sie »ach einer Welle, „mein Name Toltzheim hat Dich wohl in Erstaunen gesetzt?"
„Jo, Mutter, sehr. Tu weißt, daß ich von Dir keine» andern kenne als Regina.*
„Freftich; aber unter diesem konnte ich doch wcht im fernen Römerbottl logieren . . . U'brigene bitte ich Dich, diesen Slawe« gar nicht auSzusprechen und auch nichts über unsere Stellung verlauten zu laffen. Für alle und jeden darfst Du nur Fräulein Toltzheim, die Tochter der reichen unb vornehmen Dame aus der deutschen Schweiz fein.*
„Aber, Warna . .
»Oh, Tu wirst noch manches sehen uub hören, was Dir sonderbar vor kommt, aber ich beschwöre D:cd, mein Rieb, to-rbe n'cht verwirrt und vor allem strafe mich nicht Lügen . . . Denke, daß ich ehre Relle spiele und laß mich nut machen."
Aimee rtckte rriuhiq auf den Wagenkiffen umher uub schien sich nicht s-sftn zu könueu. Aber zweifellos war fie an bte Sauten und tollen Gtnfülle ihrer Mutter gewöhnt, habet auch gehorsam unb tu Zurückhaltung erzogen. So stellte sie Lire weitere Fragen.
Abgeordnetenhaus.
99 Sitzung vom 7. November 1904.
Eröffnung 11 */» Uhr.
Das Haus beriet zunächst in erster Lesung den Antrag Willisen (k),derdie Militäranwärter hinter die Zivilanwärter zurückgesetzt glaubt und daher verlangt, daß die ihnen aus den jetzigen Besoldungsvorschriften erwachsenden Nachteiletunlichst ausgeglichen werden.
Abg. Freiherr v. Willisen (t) führt zur Begründung deS Antrags ans, eS fei im vorigen Jahre bei Besprechung seiner Interpellation allgemein anerkannt worden, daß Ungleichheiten zu uvgunsten der Milttär- anwärter im Staats- unb Rommunalbienft beständen. Die schwerwiegendste sei, daß die Militäranwärter etwa 10 Jahre später alS die Zioilauwärt r das Höchstgehalt erreichen. Dieser Mißstand müffe beseitigt werden, denn sonst werde der Nachwuchs für den Nnteroffijier- stand ernstlich gefährdet werden.
Finanzminister Frhr. v. Rheiubabe» bittet, schon in Hinsicht auf die finanzielle Tragweite deS Antrags, welcher einen jährlichen Mehraufwand von 5 Mill. Mark verursachen würde, den Antrag abzulehnen. Die BesoldungSordnung von 1892/93 hat die Militäran- wärter nicht schlechter gestellt, sondern auch ihnen Vorteile zugewandt. Wenn fie daS Höchstgehalt teilweise später erhalten, alS die Zivilanwärter, so Hegt daS ht der Vorbildung begründet, die bei den Zwilan- wärtern einen viel größeren Geldaufwand vorauSsetzt. Zudem erhält der Militäranwärter sogleich nach feinet Anstellung Diäten, der Zivilanwärter muß aber drei Jahre unentgeltlich arbeiten; der Militäranwärter bekommt auch von Anfang an höhere Diäten, alS der Zivilanwärter: 1850 Mark gegen 1100 Mark. Ferner tritt bte definitive Anstellung bei den Militäranwärtern wesentlich früher ein, als bei btn Zivilan- wärtern. Es handelt fich hier um einen Unterschied von etwa 3 Jahren- Richtig ist, daß die ll ititäran- Wärter mit einem höheren Libenkjahr in das Höchstgehalt eintreten. Aber die Differenz beträgt nicht, wie oer Antragsteller meint, 10 Jahre, sondern nut 5—6 Jahre. Die Regierung wünscht nicht, daß bie Anstel- lungSvlrhältniffe bet Beamten sich ungünstiger stellen, inibefonbete auch nicht, daß die Zeit bet diätarischen Beschäftigung sich verlängert Um dar zu verhindern, find in ! en nächsten Etat 150 neue RegierungSsekretär- stellen eingestellt und für daS nächste folgeube Jahr sind weitere 150 Stellen vorgesehen; wir hoffen, so zu erreichen, daß bte Militäranwärter nach öjähriger Wartezeit fest angestellt werben. Redner schließt mit dem Appell an das HauS, alles zu tun, waS geeignet fei, die Kluft zwischen den beiden Beamtenkategorien auszugleichrn. Der Antrag berge die Gefahr in fich, daß er die Unzufriedenheit mehre und dadurch die Kluft erweitere.
Nachdem die Redner der verschiedenen Parteien ihre Stellung zu dem Anträge dargelegt hatten, wurde dieser an die Budgetkommisfion verwiesen.
ES folgen Petitionen.
Sine große Reihe ron Petitionen um Berbefferung der Verhältnisse der Gerichtsvollzieher werden der Regierung als Material überwiesen.
Petitionen der Justizkanzlisten bei den ArntS- und Landgerichten, sowie bei den Staatsanwaltschaften um Berbefferung der Besoldungsverhältnisse beantragt die Kommission durch Uebergarg zur Tagesordnung zu erledigen.
Nach kurzer Debatte wurden diese Petitionen der Regierung zur Erwägung überwiesen.
Petitionen nm Berbefferung bet Berhältn sie bet auS Militäranwärtern hervorgegangenen Justiz- kanzlei-Diätaren und Gehilfen beantragt die Kommission durch Hebet gang zur Tagesordnung zu erledigen. Auch diese wurden nach kurzer Debatte mit großer Mehrheit zur Erwägung überwiesen.
ernsthaft, ba8 ginge ;a auch. Wie wäre eS z. B. mit Mont Dore?"
„Mot.t Dore? Gut! Denke, Doktor."
Sie reichte ihm die Hand.
„Aber unter der Bedingung, gnädige Frau, daß Sie dort leben wie eine gute, kleine Bürgersfrau. Ncht« vom Theater ober Kasino, feine Nachtschwärmer ei !"
Regina lachte.
„Noch ein»: sobald 18 kalt wirb, brechen Sie auf, um ne Süden eine Nachkur zn galten. Paßt Ihnen da» nun?"
„A. »gezeichnet, Doktor! Sie find wirklich ein kluger Mann! Wie gefällt Dir bie Verordnung Aimee? Freust Du Dick, die Auvergne wiederzu- seheu?"
„Liebe Mama, mir ist alle» ancenehm, wa» Deiner Gesundheit zuträglich ist. Ich bitte Dick, fei recht vernünftig!“ '
„Da» bin ich auch, r ein Schatz, viel wehr, al» Du Dir vielleicht vorstellp. Später wirst Du da» einsehen," erwiderte die Sängerin und küßte ihre Tochter. Dabei spielte etn rätselhafte» Lächeln um ihre L ppen.
„Ja, ja, murmel e fie, „ich werde wich pflegen für D ch ... für Dich ganz allein, mein Kind,. . . um Dich 'eich und glkckiich zu macken!"
Acht T«ge später waren die Koffer g- packt, zahlreiche Kiffer, welche bie Packt-äger in Laguenille ben in oen Rollwagen nach Moni Dore unter« brockten.
Langsam verzog fich der Schwarm der Reisenden. I tzi erschien iw Wartesaal ein Kutscher mit stark gebräuntem Gesicht, der fich abwühte, eine Karte, bie er in der Hand hielt, zu entzffrrn.
„Madame Tol Toitz . . Toltzheim? Wie zum $>u:el lieft man da» da?" fragte er bte Dame am flkffet.
„Düs:st ein deutscher Rrwe," erklärte diese