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Allda, Samstag, dm 29. Oktober 1904.

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üfnsetgeei «e» Wattig« prtttzeil« ** bereu Htm« 16 Pf».

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Holungen wirb entspe Rabatt gewShrt.

Druck und Verla» M Fuldaer ActtendnutE in Fulda (harmenich Fernsprecher Hr ».

nicht, wo die Gustao-Asolf - Vereins«Versamm­lung stattgefundtn bat, noch wie der hoh- evan­gelische Geistliche heißte der die Geschichte «Mit hüt, noch wie der Ort beißt, an dem sie fichM- g tra en haben soll. Unb mit solrben namen­losen Geschichten sucht man dann die Proteflarten gegen die Katholiken avfzuhetzcn! Erführe man wenigstens den Namen des Ortes, so konnte man der Sache doch rachgehrn. Warum diese Scheu vor bestimmten Angaben?

*— 3° der Diätenfrage bmetlt die .Deutsche Tagesztg.', .daß die Wünsche des Zentrums (es handelt sich nicht bloß um Wünsche des Zentrums) in absehbarer Zeit erfüllt werden dürsten, freilich nicht mehr für den jetzigen Reichs­tag, der unter der Voraussetzung der Diäten- lostgkeit gewählt worden ist, sondern erst für sein-n Nachfolger".

* Nach halbamtlichen Mitteilungen aus Bern nehmen die d-ntsch schweizerischen Handelsvertragsnuterhandlunge« in Lu­zern, die eine Zeit lang auf dem Punkte waren, abgebrochen zu werden, ihren Fortgang. Wenn auch not erhebliche Schwierigkeiten bestehen, trete doch beiderseits der gute Wille zu Tage, neue Verständigung zu erzielen. __

*— Die kkaualkommissiou des Abge ordnetenhanse- beriet heute die zur Oder« kanalisieruvg von den schlesischen Abgeordneten neu formulierten Anträge, nachdem die erste Fassung der Anträge gestern auf Widerstand ge­floßen war. Die neuen Anträge verlangen wie früher 19 650000 Mk. mit der zuscmtrengefaßten Zweckbestimmung: Kanalrsterung der Oder von der Mündung der Glotzer Neiße bis Breslau sowie sür Versuchsba'-ten auf der Strecke Bres­lau bis Fürstenberg und für Anlage eines Probe­staubeckens an den Hotzenplotz in der Nähe von Krappitz. Von den Resolutionen haben sie die auch der Staatsregierung annehmbar erschienene erste aufrecht erhalten, sie geht dahin, die Kgl. Staatsregierung zu ersuchen, bis zur Jnbetrteb- setzung des GroßschiffahrtswegeS Berlin-Stettin auf der Oderstrecke von Kofel bis zur Nciße- mündung neben sämtlichen bestehenden (einschiffi­gen) Schleusen zweite und zwar Zugschleusen anzulegen, ferner die Hafenanlage bei Koseldurch den Bau eines dritten und, weun notig, vierten Beckens sowie die Einrichtung der dazu gehörigen Umladevorrichtungen voll leistungsfähig zu ge­stalten sowie endlich den Ausbau des bei Oppeln- Sacvau angelegten Sicherheitshafens zu einem Umschlagshafen nach Möglichkeit zu fördern. Die anderen Resolutionen (größtmögliche Mindest- Fahrwassertar fe für die Strecke Breslau-Küfirin bis 102, Errrichtung von Staubecken in der Oder Vehufs Sicherung einer Mindestfahrwaffer- tiefe von 1,40 Meier, Einstellung der Kosten für alle in den Resolutionen verlangten Arbeiten h die Staate haut Haltsetats) sind fallen gelaffen worden, dagegen hat man den früher bean- .ragten letzten Absatz In § 1 In die Form der zweiten Resolution gekleidet. In der Abstimmung wurden die neuen Anträge mit 16 Stimmen an­genommen. Auch die Vorlage über die Ver- b.fferung der Wofferflraße zwischen Oder und Weichsel sowie der Schiffahetsstraße der Warthe von der Mündung der Netze bis Posen wurde angenommen. Die Kommission vertagte stch so­dann bis zum 8. November. Auf der Tages­ordnung steht dann der Rhein-Leine-Kanal. Die Beratung wird sich in erster Linie auf den An- trag Am Zehnhoff (Monopolisterung des Schlipp- betriebeS durck den Staat) b> ziehen, dann aber die die im Gesetze beobachtete Reihensolge inne- halten.

* Zur Lippeschen Frage schreibt die.Post': „ES dürste heute kaum noch einem Zweifel unter­liegen, daß selbst Preußen im Bundesrate die Regentschaft des Grafen Leopold als zu Recht bestehend anerkennen wird, und es ist gar nicht unmöglich, doßSchaumburg-L ppe angesichts dieser Tatsache den auf die Regentschaft bezüg­lichen Teil seines Protestes zurückzieht. Tut es dies nicht, so dürste es eine Abweisung seines Protestes erleben."

* Polnisch oder denlsch? Ter Namen des Arztes Dr. med. Schumann, eines Sohnes des polnischen Abgeordneten Szumann steht im Kirchenbuch „Szumann" geschrieben. Als die Regierung ermittelt habe« wollte, daß der Nomr jener Familie Schumann fei, wurde das Kirchenbuch berichtigt und von dem Arzte ver­langt, daß er sich in Zukunjt Schumann schreibe. Dieser schrieb sich jedoch nach wie vor Szumann. Noch einem langwierigen Prozeße sprach die Strafkammer in Posen den Arzt aus dem Grunde frei, da er die feste Ueberzmgung gehobt hc.be, daß er von der richtigen Schreibweise seines NamenS Gebrauch gemacht habe. Das Kammer­gericht hob jedoch das Urteil auf und wi s sie Sache an ein arderes Landger'cht zur Ver­handlung und Entscheidung zurück, damit fest-

gestellt werde, ob der Angeklagte nicht fahrlässig zehandelt habe. Im Gegensatz zu früheren Ent' cheidungen, indeffen im Einklang mit dem Ober- verwaltungsgericht ist daS Kammergericht nun­mehr der Ueberzrugung, die Führung eines anderen als deS durch Abstammung erworbenen Familiennamens stelle eine der gesetzlich vorge­schriebenen Genehmigung unterliegende Namens­änderung auch dann dar, wenn der bereits von dem Vater unbefugt geänderte Name in daS Kirchenbuch oder Taufregister eingetragen und von Kindheit an geführt worden sei. Also um den „Schumann" kommt der Sohn deS Abge­ordneten „Szuman" nicht mehr herum. Ohne Zweifel wird er stch nunmehr beeile»', dem Ost- marken Verein beizutreten

** Die «Nordd. Allg. Ztg/ setzte vor einigen Tagen wiederholt ausem ander, daß wesen der »«günstige« LartdnrrgSverhältviffe i» Ttvakopnrnnd die gleichzeitige Htnaussendung aller erforderlichen Truppen nach Südwestafrika nicht möglich sei, vielmehr sich eine Sendung in dreiwöchentlichen Abständen empfehle. Die Be­lehrung war an ungenannte Zeitungen gerichtet. Das scheint aber nur eine Dcckadreffe gewesen zu sein. Wenigstens berichtet jetzt ein Blatt: „Zwischen dem Kaiser und dem Schutztruppen- kommands soll ein Gegensatz bestehen. Auf persönliche Anordnung des Kaisers sollen des Witbool-Aufstandes wegen zugleich mit dem be­reits zur Ausreise nach Deutsch-Südwestafrika bestimmten und in der Formierung begriffenen Bataillon zwei weitere Bataillone als Nachschub der Schutztruppe in See gehen. An maßgeben­der militärischer Stelle ist man bemüht, eine Aenderung dieses Befehls dahin herbeizusühren, daß das zweite Bataillon erst Ende November, das dritte erst Ende Dezember verschifft werden möge. Man hätt dies in Rücksicht auf die LandungSverhältniffe in Swakopmund für un­bedingt geboten. Wie es scheint, ist die „mag« gebende militärisch« Stelle" mit ihren Bemühungen zur Abänderung des kaiserlichen Befehls nicht durchgedrungen, denn es sollen tatsächlich in der nächsten Zeit 2000 Murn nach Südwestafrika abgehen." _____________

zu herrschen und den Staat sich zu unterwerfen; die Unduldsamkeit und Anmaßung dürfe man sich nicht gefallen lassen; im protestantischen Volke erstarke glückticherweiss wieder das prote­stantische Bewußtsein, es raffe sich auf zur Ab- wehr und hoffe, daß der deutsche Kaiser als Protestant stch auf seinen Protestantismus und auf seine Pflicht, den Protestantismus zu schützen, besinnen werde.

Nach diesem Leitartikel-Rezepte ist die angeb- liche Ansprache des Kaisers von A bis Z zu- rechtgedraut und dann noch mit einigen Zutaten versehen, die den Kaiser als kräftige, tzerrsch- gewattige und Willensstärke Persönlichkeit zeigen sollen, in Wirklichkeit aber dem Charakterbild eines PoltererS entlehnt find. Dem Kaiser eine solche Ansprache unterzuschieben ist eigentlich eine Mojestätsbeleidigung. Wir wolle« aber zur Ent' chuldigunq des Verfassers anrehmen. daß er als Mitglied des Evangelischen Bundes fich zu tief in dessen Tonart hinein- gelebt hat, um sich der Majestätsbeleidigung bewußt zu werden. Dasselbe wollen wir auch von denen annehmen, die ihm seine ab. geschmückte Erfindung geglaubt haben.

* ver ruffrsch'lapimlsche Krieg.

Die Russen auf dem Oftseegeschw eder halten in ihrer Angst vor den Japanern offenbar: alles, was aus dem Waffer schwimmt, für japa­nische Torpedoboote und schießen daraus los. Man erfährt jetzt, daß sie nicht allein die eng­lische Fischerflotte bombardiert, sondern auch auf eine Reihe anderer Schiffe geschaffen haben. Wir erwähnten schon, daß ein schwedischer Dampfer von ihnen oe; fo’gt und mit Kugeln überschüttet wurde. DaS gleiche ist einem nor­wegischen Dampfer im Kanal begegnet. An der Westküste Jütlands ist ferner an einer Stelle, an der kurz vorher die ruffische Flotte vorbei­gekommen wat, der Untergang ein es großen Dampfers beobachtet worden. Wahrscheinlich war auch dieser von den Ruffen „besiegt­worden. Ferner ist ein deutscher Fischdampfer bei der Doggerbank 21/2 Stunden lang beschaffen worden, bis ein Frach.dampser in die Nähe kam und das Feuer des „FeiudeS" aus sich lenkte. Schon in den dänischen Gewäffern haben d'.e Ruffen ihre „Heldentaten" begonnen. In Däne« mark erzählte man, sie hätten sogar auf ein dänisches Torpedobrot geschaffen. Nach der Aussage dänischer Marineoffiziere, die bei der Durchfahrt der Ruffen durch die dänischen Ge­ir äffer zugegen waren, sollen dabei große Uu« regrlmäßigkeiten vorgekommen sein und die Ruffen eine verblüffende Unkenntnis internationaler See- fahrlsregeln verraten haben. Kurz, diese See­fahrer sahen überall japanische Torpedoboote und halten sich sür berechtigt, aus jedes Sch'.ff zu schießen, das in ih e Nähe kommt. DaS geht auch aus dem wunderlichen Berichte deS Admirals Rofchdjestwevs y über sein Abenteuer mit der englischen Fische flotte hervor, der jetzt endlich erschienen ist. Beim Durchlesen dieses amtlichen Berichtes (siehe unten) muß man sich wirklich fragen, ob ein Acmiral, der solches ungereimtes Zeug zutage fördert, überhaupt fäuig ist, eineFlotte zu komman­dieren. Ferner befinden sich in dem amtlichen Bericht RoschdjrstwenS'yl v rschiedere auffallende Abweichungen von dem, was dieser Admiral in Prioatgcsprächen zu Dlgo geäußert hat. Sa er­klärt er einem Inter wkw-r, wie die,A;er.ce Haras' meldet, daß die Affäre mit der englisch.n Fische>flotte „rein zufällig" gewesn fei. Kurz vorher hatte bekanntlich der Admiral den Zwischenfall sür „unsermeid« lich" erklärt. Ferner gab Rofch^jestwen- ky dem Aussrager zu. daß zw.i unbetarinte Fahr« zeuge, die gegen 1 llhr roorgens plötzlich zrolzchm den beiden Divisionen deL russischen Geschwaders

Kaiser und S»schos.

Der ,ReichSbote' hat sich — wir hätten bei- nahe gesagt, selbst verständlich - nicht bemüßigt aesunden, seinen Lesern mitzuteilen, daß seine, dem.Tageblatt für den Kreis Jerichows ent- nommstte Erzählung über den Verlauf der Audienz des Bischofs von Metz beim Kaiser an­läßlich des Famecker Klrchhossstreits schon vor Monaten als Erfindung erwiesen worden ist. Er brüstet sich zwar gern mit der „evangelischen Wahrheitsliebe", ober falsche Angabe», mit denen der katholischen Kirche ein Hieb vrrstzt werden kann, widerruft er ebenso ungern wie ein kilchenfeindliches Skandalblatt, das sich die Verbreitung von Lügen zum Gewerbe gemacht bat.

Eine Reihe von Blättern ist auf die alte Ge­schichte wieder hineingefallen und druckt ruhig die kräftige Ansprache des Kaisers an den Bi­schof wieder ab. Da auch ein in Kassel er­scheinendes Matt dieses Märchen ohne mit einer Wimper zu zucken seinen Lesern aufgetischt hat, sehen wir uns veranlaßt, nochmals einige Worte zu sagen. Schon vor einigen Monaten haben die „romfeindltchen" Blätter sich über diese An­sprache gefreut; heute Haden sie das ober voll- ständig vergeffen. Einige Blätter erheben jetzt aus äußeren oder inneren Gründen Zweifel: woher könne der Wortlaut der Ansprache kommen, da nur der Statthalter, nicht aber ein Stenograph bei der Unterredung zugegen gewesen sei? Dem Kaiser seien Wendungen in den Mund gelegt worben, die von seiner sonstigen RedtwUfe abweichen. Die Phantafie mäffe also bei der Zusammenstellung der Rede stark mit« gewirkt haben, falls etwas wahres an ihr fei.

Ais die Ansprache zum erstenmale aoflkuchte und dann für Erfindung erklärt wurde, meinten einige Blätter, die Erfindung fei aber nicht Übel, die Ansprache könnte wirklich so gelautet haben. Ohne Zweifel ist die er­fundene Rede manchen Leuten aus dem Herzen gesprochen und fie wünschen, daß sie so gehalten norden wäre oder nehmen an, daß fie tatsächlich, wenn auch nicht wörtlich, so doch dem Sinne nach so gelautet habe. Leider ist etwas Authentisches über die Audienz von keiner Seite mitgeteilt worden und das be­günstigt allerdings die vielen so ungemein wodl- luenden Annahmen, daß der Kaiser sehr scharfe Worte zu dem Bischöfe gesprochen habe. Daß der Bischof, wenn die Zettungsmeldung auch nur entfernt daS Richtige träfe, entschieden Ein­spruch hätte erheben müssen und erhoben haben würde, der Bericht über die Audienz also nur halb wäre, scheint ihnen dennoch gar nicht zum Bewußtsein zu kommen.

Inzwischen hat doch auck das apokryphe Machwerk, daS in protestantischen Kreisen hat Glauben finden können, seinen Wert. Es zeigt unk, wie sich in manchen Köpfen die Stellung eines Bischofs gegenüber dem Kaiser malt. Sie stellen sich den Bischof ungefähr vor wie eines Lakaien, ter von feinem ergrimmten Herrn hereintergeptitzt wird und fich dabei nur immer liefet bückt, ohne ein Wort der Entschuldigung und Rechtfertigung zu wagen. Der Bischof glaubt in der Kirchhofs­angelegenheit seine Pflicht getan zu haben. Kann man sich nun einbilben, daß er betro gen vorn Kaiser zur Rebe gestellt, kein Wort der Erwiderung g-fanden habe, daß er insbesondere dem Kaiser nicht gesagt haben würde: hier andele eS fich um seine kirchlichen und Gewissens-Pflichten, über die er von Zeitlicher Seite, und fei fie noch so hochgestellt, 1 me Vorschriften entgegennehmen könne? Frei- 1 h Leute, die dem Kaiser daS Wort in ben diunb legen können, bet Statthalter sei der unmittelbare Vorgesetzte bes Bischofs, werden alles sür möglich halten. . Sie halten es auch für möglich, baß der Kaiser eine Ansprache hält, die einem SeitartiM ■Je 'bfrichSboten', der ,Tägl. Rundschau', der .«artburg' gegen den MtramontanismuS fast wortiich entnommen fein könnte. Wie oft liest ttan ;a daß ein Bischof, den man für frieb- »..-8 gehalten habe, sich als fchlimmster ’ entpuppt habe! Wir wird mit ben

’Wrtttn „re.flachen", „gotteslästerlicher Fluch", ««mu puC|)« ,-mhelgeworfen! Wie oft wirb ge- wenn doch der Regierung endlich die ^ugen aufgehen möchten über das wahre Wesen " kachvlychm Kirche; wie tfl wird versichert, •jB man jo gern mit ihr in Frieden leben wolle, f JHn* B^enntms achte, aber mit bet römischen «Haje gebe es feinen Frieden, sie verlange nur

Berlin, den 28. Oktober 1904.

* lieber die „Taktik des Zentrums der Wehrvorlage" gegenüber g aubten die ,Berl. Pol. Nachrichten' sich zum Vergnügen des Vorwärts lustig machen zu müffen. Erst wende die Zentrumspreffe sich schmf gegen jede Neigung der Leistungen sür Heer ui<b Flotte, schließlich aber r ahme das Zentrum in der Harptsache die Regierungsvorlage an, nur baß es str etwas um- gestalte, um ihr seinen Stempel aufzubrücken. Das manchmal für offiziös gehaltene Organ will entdeckt haben, daß diese Taktik auch jetzt wieder beobachtet werde unb die Zentrumspreffe jetzt dabei sei, fich gegen die kommende Heeres- und Marineoorlage auszusprechen. Wir möchten doch gern wissen, was zu dieser Behauptung be­rechtigt. Die Zentrumspreffe hat fich so gut wie gat nicht um die künftigen, ihrem Inhalte nach unbekannten Vorlagen gekümmert und keine Stimmung dagegen gemacht. Sie hat rs auch gat nicht nölig. Das einzige, worauf die ,Betl. Pol. Nacht.' stch stützen, scheint eine noch gar nicht einmal durchaus ablehnende Aut lassung eines Berliner Mitarbeiters eines einzigen ZentrumsblatteS zu sein. Daraus wirb denn auch ohne weiteres die Zentrumspreffe gemacht. Daß die AuSlaffung des mehreren Herren bienenden Organs offiziösen Ursprungs sein könnte, ist natürlich ganz ausgeschlossen. Im übrigen bemerken wir nur, daß Vorlagen, die die Zentrumspreffe als zuviel fordernd bekämpft hat und die dann doch mit Hilfe des Zenttums zustande kommen, stets bedeutend abgeschwächt worden find, die Zentrumspeffe also recht be­halten hat. Das geben die,Brrl. Pol. Nachr.' ja auch selbst zu. WaS wollen fie denn also eigentlich?

§ Vru einem „katholischen Gruß bei einer evangelischen Mrchweihe" berichtete, wie wir dem .Reichsboten' entnehmen, kürzlich auf einer Veranstaltung des Gustav-Adolf-Vereins ein sehr hoher evangelischer Kirchevbeamter fol­gendes: „Im Posenschen wurde eine evangelische Kirche eingrweiht. Der Festzug zum Gottes- Hause mußte an der katholischen Kirche vorbei. Daß die Bevölkerung sich dabei feindselig gezeigt hätte, wurde nicht gesagt, aber die Teilnehmer am Festzuge waren nicht wenig erstaunt, als sie an der Tür der katholischen Kirche Mit großen Kreidebuchstaben folgende Wirte lesen mußten: „Herr Gott, der dir Rache ist, erscheine! Erbebe Dich, Du Richter bet Welt; vergilt den Hoffär­tigen, was fie verdienen!" Das war der Gruß der „Schwester"-Kirche, geschrieben von der Hand des katholischen Propstes! Sein Rachegebet war entnommen aus dem 94. Psalm, dem „Gebete gegen die Unterdrücker des Volkes Gottes!" Was für Darstellungen doch über die evangelische Kirche in dem Kopfe eines solchen Dllne:s der heiligen katholischen Religion spuken müffen!" — Der erwähnte protestantische Geistliche protestierte nun dagegen, daß man b;e evangelische Kirche der He ff art beschuldig?, weil fie für die Ihrigen sorge." Der ,Rerchsbote knüpft daran roch d e übliche Moral. — Niemand wird uns zumuten können, diese Geschichte für wahr zu halten, weil fie „ein hoher evangelischer Kirchen becmter" auf einer Gustav-Ädol!-Verscm.nlung erzählt hat. Man weiß ja, ita§ auf derartigen Versamm­lungen für Märchen erzählt werden. Warum wirb kein Name genannt? Wir etfahren

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