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Zernsprecher Ur 9.

31. Jahrgang.

gulöa, Freitag, den 28. Oktober 1904.

M 248.

{:] Mtt dem Ergebne der Jnter- prllation über den „Zaü Mrbach" ist die freiftnniqe Preffe gar nicht zusried-n. Noch unzufriedener ist selbstoerständlich der.Vorwärts', doch ist ihm die Gelegenheit willkommen, sich wieder einmal an den Freisinnigen zu reiben. Tie sollen die ganze Sache verpfuscht haben, weil sie nicht über die geistigen Kräfteunb starken Charaktere verfügen, die zu einer imposanten Opposition gehören, und weil es ihnen mit den «rgriffen auf die Regier una überhaupt nicht Ernst ist. So richtig interpellieren können nur Sozialdemokraten.

Wenn die Freisinnigen enttäuscht find, weil ihre Interpellation keine Sensation hat machen wollen, so hätten fie fich selbst im voraus sagen können, daß der Interpellation die Spitze abgebrochen sei, nachdem Frhr. v. Mitbach seine Vereinsämter und die Verwaltung des Ver­mögens der Kaiserin niedergelegt harte, und daß mit einer monatelang von der gesamten Preffe weitläufig erörterten Sache nur mehr Furore zu machen sei, wenn die Ji terpellanten noch ganz neue Enthüllungen bringen oder erzwingen konnten. Man beklagt fick, daß der Minister Frhr. v. Hammerfi ein nichts geäußert habe über den Ver­bleib der 325,000 Mk., über die Frhr. v. Mir­bach quittiert hat, nichts über die verächtliche Zurückweisung kleiner Spenden, nichts über die durch den Obrrhosmeister vermittelten Orden und Titel, nichts über die den Spendern ziemlich deutlich in Ausficht gestellten Belohnungen und noch verschiedenes andere, was in der Preffe so viel Staub aufgewirbelt hat. Aber nach alledem hatte man ihn ja gar nicht gefragt. Man hatte ihn nur gefragt, ob die Regierung den Oberhof- meisterzur Inanspruchnahme von Staatsbehörden für seine Sammlung zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaares ermächtigt habe und ob fie behörd­liche Einwirkung auf die Sammlung für zulässtg Halle. Die Regieruna pflegt nie tneVr zu be­antworten, als man sie gefragt hat.

Die Mehrheit des Abgeordnetenhauses war mit der Antwort deS Fhr. v. Hammerstein im Großen und Ganzen zufrieden, die Inter« pellanten sind es nicht. Man kann ja auch zu­geben, daß die Auskunft des Ministers über seine Kenntnis der Mirbachschen Inanspruchnahme der Behörden nicht ganz einwandSfrei war und zu Zweifeln und neuen Fragen Anlaß gibt. In der Hauptsache muß man aber doch zugeben, daß die Regierung einen amtlichen Druck zu gunsten der Sammlung nicht gewollt hat und daß dieser auch nicht auSgeübt worden ist. DaS erste Rund­schreiben des Fhr. v. Mirbach sah allerdings nach lesier Pression auS, aber das ist dem Minister unbekannr gewesen.

Berechtigt ist es, wenn gesagt wird, der Minister hätte alles, was er am Mittwoch sagte, auch schon am 30. Juni sagen können. DaS haben ihm sofort selbst die Konservativen erklärt. Glaubte er am 30. Juni wirklich, es gebe noch nennenswertes Material, das ihm un­bekannt sei, und daß er sich in Zukunft beffer

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L. Beinhorn.

------ (Nachdruck verboten.)

wunderbare Zügungen.

Eine Erzählung, übersetzt auS dem Italienischen von

„Was gibts ?" fragte Albert mit z tternder Stimme.

„Komm, komm!" antwortete der junge Mann, indem er versuchte, seinen Schwager fortzuziehen.

„kommst Du auS He'enen» Zimmer?'

fie krank?"

„Ja mein Freund, sehr krank, wahrscheinlich ist fie in Ohnmacht gefallen; aber Johanna ist bei ihr; uib in wenigen Minuten . . .*

Während er so sprach, ging Herr Billeneuve > -sch an ihnen vorüber; ohne fie weiter zu beachten, d-ttat ec Helen er s Zimmer. Der Doktor wurde eiligst herbeigerufen. A.bert sah Karl, der ihm die t<mb reichte, besorgt an.

. »Ach, Du willst wir die Wahrheit verbergen", r«s « aus, „aber ich will und muß fie wiffen", und fich aus Renneville» Händen lvsmacheud, eilte ? btm Zimmer, dessen Türe noch halb offen MWV.

Nachdem er Helene verlassen hatte, hatte sie nicht ore geringste Bewegung gemacht; da lag fie auSge- Bredt, toieafcleid; und starr wie Marmor. Johanna war vor dem Bette »iedergekniet und weinte, neben ihr Baier und wenige Schritte weiter

Letzterer war vor Schreck wie gelähmt. Tiefe snrchen lagen auf leinet Stirn, ein kramrfh che» bewegte feine Lppen. Er hielt die Arme b«e Brust gezeugt, gleichsam als wolle er die Herzschläge, welche in seiner Brust pochten, »Meldrucken. HeUnen» Zustand, der ihm namenlosen dchr-cken eirflößte, schien ihm räffelh-fi. Wenn er

informieren könne? Uns will scheinen, als ob er recht froh gewesen sei, daß Fhr. v. Mirbach inzwischen von hoher Seite preiSgegeben worden ist. Am 30. Juni wäre es ihm höchst unbequem gewesen, antworten zu müssen und etwas zu sagen, wa? dem Oberhcsmeister mißfallen könne. Am 30 Juni hätte er wohl auch die Kritik an der Tä izkeit des Fhr. v. Mirbach nicht geübt, die er am Mittwoch wagte. Das erklärt wohl einigermaßen, wenn am 30. Juni die Antwort verschoben wurde.

Daß das Zentrum zu der Interpellation geschwiegen har, findet die liberale Presse auffallend. Wir meinen, der Abg. D-'. Porsch habe eS genügend erklärt. Vergessen wollen wir doch auch nicht, daß dem Interpellanten die Inanspruchnahme der Behörden durch Frhrn. o. Mirbach nur Nebensache und Vorwand war. Ihre eigentliche Absicht war ein Vorstoß gegen Kirche und kirchliche Tätigkeit und so im Vorübergehen gegen den Hof, an bim ihnen in religiöser Hinsicht manches nicht paßt. Sie dabei zu unterstützen haben wir keine Ver­anlassung, wenn wir auck mit Frhrn. v. Mirbach zu sympatisteren gleichsfalls keine Veranlassung haben. WaS wir an der Sammeltätigkeit des Oberhofmeisters auszusetzen haben, haben wir oft genug gesagt.

Im Anschluß ar. die Interpellation im Ab- geordmienhause hat Freiherr von Mirbach eine neue Verteidigungsschrift auf gegeben, welche in ungleich schärferer Form als die erste Rechtfertigung bi 8 Oberhosmeisters die gegen ihn erhobenen. Vorwürfe zurückweist und sich te- sonders gegen diejenigen Parteiblätter richtet, welche seine Tätigkeit auf kirchlichem Gebiete be­kämpft haben. Er hatte die Broschüre auch gestern im Abgeordnetenhause verteilen lassen. Wir meinen, Frhr. von Mirbach täte am besten, nunmehr zu schweigen, es fei denn, daß er bisher unaufgeklärte Punkte auf. klären wolle.

Berlin, den 27. Oktober 1904.

* 3«w Gedächtnisse des Königs Georg von Sachse« hielt im konservativen Verein in Dresden der Landrichter Freiherr O'Byrn eine Aussehen erregende Ansprache, in der es nacy dem amtlichen »Dresdener Anzeiger' u. a. hieß: »Die Regierung des dahingeschledenen Königs konnte nur eine traurige Episode der vaterlän­dischen Geschichte werden, traurig durch die namen­losen Leiden des edlen Kranken, traurig durch das lügnerische und zersetzende Treiben einer ge­wissenlosen Presse, traurig durch die Frechheit, mit der die unsaubersten und unlautersten Ele­mente ungestraft ihre Stimme erheben durften. Wenn aber der königliche Dulder schließlich an gebrochenem Herzen gestorben ist, io tragen die Schuld nicht nur die Hetzer und Wühler, sondern

auch die, von denen der König erwarten durfte, daß fie rffm seine Partei ergreifen und ihn gegen die ungerechten Angriffe verteidigen würden. Wo waren denn die Männer, die sich sonst gern mit der Königstreue brüsten? Wo waren die Männer, die durch Stellung oder Geburt in erster Linie dazu berufen waren, dem Thron und dem König ihre ganze Kraft zu leihen? Warum haben fie geschwiegen? Hatten fie deS Heimgegangenen Königs Eigenart nicht verstanden? Oder be­herrschte fie der verächtlichste all«r Menschen­fehler, die Menscher furcht? Außer zahlreichen Hofwürdenträgern, den Vertretern der Generali­tät, des Offijietkorps usw. nahmen an der Ver- anstaltur.g auch die Minister v. Metzsch, Dr. Rüger, v. Seydewitz und v. Haufen teil.

* Eine „tendenziöse Entstellung des Schulkompromisses" nennt es die ,Post', wenn der.Retchibote' gegenüber den National- liberalen schreibt: „Die Herren verkennen das Kompromiß: Sie wiffen, daß die Konservativen nur unter der Bedingung zugestimmt haben, daß die konseffii-nelle Schule und die Schulaufsicht fest bleibt." Dazu bemerkt das fteikonfervatioe Blatt: „Diese Behauptung des .Reichsboten' entspricht aber den Tatsachen absolut nicht. DaS Echulkompromiß enthält eine Bestimmung über die Schulaufsicht nicht, aber integrierender Teil desselben ist, daß aus den Gedanken, die geist­liche Schulaufsicht gesetzlich festzulegen, wie auf andere gesetzgeberische Gedanken außerhalb des Rahmens des Schulkompromiffes, von den Konservativen verzichtet also der natürlichen Ent­wickelung, welche notwendig zur fachmännischen Schulaufficht führen muß, Raum gegeben wird." Wenn die Konservativen auf die gesetzliche Fest, legung der geistlichen Schulaufficht auch bei Ab­schluß des Kompromiffes verzichtet haben, so find sie doch keineswegs gewillt auf die geistliche Schulaufsicht selbst zu verzichten. Während Freiherr v. Zedlitz Kestern im ,Tag' die National- liberalen warnte, die Beseitigung der geistlichen Schulaufficht zu fordern, erklärt die »Post' heute offen heraus, daß das Schulkon promiß den Weg zur demnächstigen Durchführung des Grundsatzes der fachmännischen Schulaufficht ebne. Je mehr, die Kompromiß-Parteien fich über den Schulantrag unterhalten, umso deut­licher wird, daß ihre Anfichten weit auseinander­gehen und daS Schulunterhaltungsgesetz noch lange nicht unter Dach ist, wenn als seine Grundlage der Kompromißantrag hingestellt wird.

§ Ganz etwas neues weiß uns der .ReichSbote' aufzutischen, das ihm auf dem kür­zesten Wege von Metz über Riga und Jerichow zugegangen ist. Ur ter den Ueberschrift „Kaiser und Bischof" berichtet nämlich die »Rigasche Rundschau' „über den Verlauf der Audienz, welche der Bischof Ben zier in diesem Sommer an­läßlich deS Famecker Kirchhof«interdiks im Bahn­hose bei Straßburg hatte." Diesen Bericht ent­nimmt wieder der Reichsbole dem .Tageblatte sür den Kreis Jerichow'. Zwar bemerkt er, er müsse die Verantwortung dem Rigaschen Blatte überlassen, aber der „Bericht" hat ihm doch so imponiert, daß er ihn in gesperrtem Druck

er hätte wagen können, so wäre er sofort entflohen. Aber schon am vorhergehenden Abend hatte B-lleneuve die strengsten Maßregeln getroffen, daß niemand an Flucht denken konnte, die Gendarmerie von Merlac hatte das Schloß umstellt. Bomsautt mußte daher die Ereignisse cbwarten, und soviel wie möglich eine sesie Stellung annehmen.

Während bissen war nun auch der Arzt ein­getreten. Aus seinen Wink hatten die Anwesenden da» Zimmer verloffen außer Albert, den nicht- be­wegen konnte, fich von der Geliebten zu trennen-

Der Doklor ergr ff les jungen Mädchen» Hand und befühlte den Puls, um fich genau n Ausschluß über ihren Zustand zu verschaffen. Zuerst schien er von der Leblofigkeit der Patientin sehr betroffen zu sein, entmutigt hatte et mehrere Male den Kops ge­schüttelt ; aber plötzlich leuchtete in feiten Augen ein heller Blick, unverstävd.iche Worte des Erstaunen» entfuhren seinen Lippen.

„WaS denken Sie, Herr Doktor?" fragte Albert leife.

„Seltsam, höchst seltsam, diese» junge Mädchen"

„Run?"

„Hat ganz den Anschein, al» sei e» tot; aber dennoch —"

„O, sahren Sie fort . .

„Ja, dennoch hat da» Leben fie nicht ganz ver­lassen, in gewissen Zwischenräumen fühlt man noch einen sausten Pulsschlag; ich glaube, daß man . . ."

„Bitte, sprechen Sie lesser, leiser. . . . Wa» glauben Sie?"

„Daß man ihr ein stark narkotische» Ge räuk ge« geben hat, dessen Eigenschaft mir nicht bekannt ist."

Albert stieß einen tiefen Seufzer au» und etgr.ff llnw llkriclich den Ann de» Arzte».

„Ich habe Sie um eine hohe Gunst zu bitte», mein $v," sagte Albert; „teilen Sie niemand die Beobachtung mit, die Sie soeben gemacht habe». Ich werde Ihnen dafür ewig verlflnhtet sein."

„Ader, mein Herr l"

„Da» Heil de» jungen Mädchen» sowohl, wie da» meinige hängt davon ab "

Der Doktor warf einen verwunderten Blick auf den jungen Mann und stand bereit, ihm zu ant­worten, al» von außen die herzerschütternden Worte ertönten:

„Wo ist mein Kind, meine Bianco, mein arme» Kind?"

Die Tür toutbe ausqeriffen und vor ihnen standen Christian Fersen nebst Tom.

♦ • *

Fersen» Erscheinen erregte in der ganzen Gesell - schaff, welche wieder eingetreten war, ein außerorder.t- liche» E.staunen, aber besonder» betroffen war Bour- sault. Er stand im Begriff fich auf den Alten zu stürzen, der auf dir Schwelle der Türe stehen ge­blieben war.

.Er, tri hier!" mmmelte er vor Wut bebend.

Ein gebieterische» Zeichen von Herrn Billeneuve brachte ihn zur Ruhe.

„Lassen Sie fich nicht znrückjchrecken; Sie find Christian Fersen?"

„Ja, der bin ich."

„Wa» hat Sie zu dieser Stunde hierher geführt ?"

Fersen antwortete nicht, er schien noch vonBom« foult» Blicken eingeschüchtert zu sein, die unverwandt auf ihn gerichtet waren; aber zu gleicher Z it halte Tom ihn zum Bette feiner Tochter geführt, ihr An­blick erschütterte ihn tief.

„Bianca!" stammelte er wie vernichtet.

Allein diese verharrte in ihrer Starrheit nid ihrer Totenblässe.

„Bianca!" wiederholte er wiederum, indem er schluchzend vor Ihr niederkniete. Er faßte ihre Hand und hielt fie einige Zeit vor feinen stummen Lippen.

Er bewegte fich nicht und sprach kein Wort, aber ein Strom von Tränen rollte Über seine Wangen.

Allein diese» dauerte kaum einige Minuten, bann erhob er fich, und nachdem er Helenen» Arm sanft hatte finken Iaffen, wandte er fich an Beut fault mit

roitb rgibt. Und was ist es? Die alte, schon vor Monaten als Erfindung erwiesene E zäh'ung eines liberalen Blattes über die an­gebliche scharfe Rebe, die der Kaiser dem Bischof von Metz gehalten haben soll. Daß der Reichs­bote auch heute noch die Unterredung zwischen Kaiser und Bischof in Straßburg statt in Metz stall finden läßt, gehört selbstoerständlich dazu.

)( Der ReichstagSabgeordneie für Thorn« Briesen-Käten» Brejski in Thorn, wird, der ,Gazeta Grudziondzka' zufolge sein Mandat niederlegen, und zwar deshalb, weil feine Wahl von der Wahlptüfurgskommisfion bi8 Reichstags voraussichtlich für ungiltig erklärt werben wird. BrejSki siegte über den deutsch« konferoatioen Kandidaten im Jahre 1903 mit nur 27 Stimmen Mehrheit.

((( Die sozialdemokratische Genossin Ros« Luxemburg halte in Sachsen wegen Majefiärs- beletöigung drei Mono e Gefängnis zudiktiert erhalten; darüber hat fich der »Vorwärts' na­türlich geärgert. Jetzt ist Rosa Luxemburg, nachdem fie erst zwei Monate verbüßt hatte, durch den Amneflieerlaß des Königs von Sachsen begnadigt worden Darüber ärgert sich der »Vorwärts' wieder, denn er meldet seinen Lesern das Vorkommnis in folgender Form: „Von der sächsischen Amnestie wurde auch die Genosst« Rosa L-xemburg betroffen. Gleich nach Be­endigung des internationalen Kongreffes mußte Genossin Luxemburg die ihr wegen Mojestäts« beleidigung zuerkavnte Strcfe von drei Monaten Gefängnis in Zrmckau ar.treten. Es war ihr nicht vergönnt, den Kelch bis zur Neige auSzu« kosten; am Dienstag vormittag wurde sie gleich anderen Verbrechern vor die Tür gesetzt." — Wenn der roten Rosa so viel an dem Aufent­halt im Gefängnis liegt, wird sie ja leicht wieder hineingelangen können.

* Rewe Uttgkücksnachrichte« ans Deutsch« Südwestafrika. Der stellvertretende Gouver­neur berichtet aus Windhuk in einem dort am 26. Oktober n^miUa^ 4 Uhr 40 Min. abge­gangenen Telegramme, daß der Schäfereibirektor Kleudgen sowie bie Gebrüder Maehler, letztere in Mariental wohnhaft, von Gibeon aus als tot gemeldet worden seien. Der gleichfalls i« Mariental wohnhafte Farmer Brandt sei am Leben. — Nach einem an die Direktion der süd­afrikanischen Schäsereigesellschast in Berlin ge« richteten Prioattelegramm, welches am 26. Oki. abends hier eingetroffen ist, befinden sich die Witwen der getöteten Farmer Kleudgen und Hußfeld in Gibeon in Sicherheit. Auch in diesem Telegramm wird die Stellung Brandts gemeldet. — Aus Gibeon wird über KeelmannShoop und Kapstadt unter dem 7. Oktober amtlich gemeldet, daß die Farmer Scheidweiler, Bürger, Bock, Unteroffizier Dammköhler und Gefretter Nagen- gast getötet worden feien. — Nach Meldung des Farmers Philipp vom 12. Oktober hätten die Golhaffer Hotlentolen hie Farmer Wieprecht und Waller, Händler Cohn, Polizist Hilscher und eine Anzahl Buren ermordet. — Kapitän Christian Goliath von Bersaba gibt an, daß deutschgesinnte Wfiboois, darunter Samuel Isaak

einem Blick bi Her Haß m b gerechten Zornes Er bot in diesem Augenblick bc» wahre Bits bet Rache bat Ein Brüller, gleich dem eine» wilden Tieres, gellte in den Ohren der Umstehenden:

„Und er ist hier! Er wagt eS, fich an dem schrecklichen Anblicke zu weiden ... um sich zu ver- fichern, daß e» tot ist. O, mein arme», arme» Kind. — Wo, lau, e» fei! Ta» Maß ist bi EL Jetzt fürchte ich mich nicht mehr; ich habe kein Erbarmen."

„Christian!" stammelte Boursault.

„WaS hast Du meinem Kinde getan?" fuhr er fort.

„liebetlege Deine Worte!"

„Du hast fie getötet."

„Da» ist nicht wahr, man treibt Dich zu töri hten Handlungen. Bedenke, wo» Du tust, Du wirst e» vielleicht bereuen."

E.n spöttische» Lachen war die Antwort ans diese Worte. Darauf hat ein tief 8 Schweigen ein, welche» niemand zu unterbrechen nagte. Alle waren fich be« mußt, daß e» fich hier um wichtige Erörterungen handelte.

„Sie find Herr Billeneuve, und, wie man mir sagt, der Untersuchungsrichter", sagte Fersen »ach einem Weilcher, nachdem er ehrerbietig die Hand Billeneuve» ergr ff en hatte.

.Ja mein Freund", an wartete Billeneuve.

Kaum hörbar fuhr der Unglückliche fori:

„Seit einiger Zeit suchen Sie Au'klärmrg in iket geheimen Anfertigung von falschen Banknoten."

„Ganz recht."

„Bi» zum heutigen Tage find Sie ht betreff Ihrer Nachforschungen noch im Zweifel? Trctz aller Be« mühungen Ihrer Agenten haben Sie den Berbrecher noch ulcht überführen können?"

„Allerdings nicht."

„Aber ich", erwiderte Ferser, „ich kann ihn jetzt angeben"

„Also kennen Sie ihn? '

„Seit zwanzig Jahren" (Forts, folgt)