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Druck und Verlag N NuldaerRtttendruckett in Zulda (Harmonik Sernsprecher M. 9.

J& 346.

$uM Mittwoch, dcu 26. Oktober 1904.

31. Jahrgang.

Zweites Blatt

[] Mertur'Magims.Verern.

Mit Sympathien, wie sie selten einen Verein begleiteten, ist der Verein zur Unterstützung stu­dierender deutscher Katholiken inS Leben getreten und in allen Landesteilen verbreitet worden. Für seine Gönner und Freunde, wie nicht minder für so manchen bedürftigen Studenten, der zur Fortsetzuna seiner Studien weder Rat noch Hilfe weiß, dürfte wiederum eine kurze Mitteilung über Zweck und Arbeit der ausgezeichneten Vereinigung willkommen sein.

Der Albertus MagnuS-Verein (eingetragener Verein, Sitz Trier) hat den Zweck, würdigen und talentvollen deutschen Katholiken, welche kein aus­reichendes Vermögen besitzen, die Mittel zur Vol« lrndung ihrer Studien und zur Erlangung einer angemessenen Stellung zu verschaffen. Vorläufig sollen aber nur diejenigen berücksichtigt werden, welche ein zum Besuche der Hochschule berechti­gendes Reifezeugnis erlangt haben und einem höheren Laienberufe sich widmen. Die Beihilfen betragen in der Regel 100—150 Mark und »erden als zinslose Darlehen gewährt.

Unterstützungsgesuche find bei Beginn deS Semester- an die Vorstände der Ortsgruppen »der Verbände, Gesuche auS denjenigen Diözesen, in denen weder eine Ortsgruppe noch ein Ver­band besteht, find an den Vereinsoorstand zu richten. BeizufZgen ist: ein Lebens lauf, eine be- glaubizte Abschrift des Reifezeuaniffes, ein vom Pfarrer und ein vom Religionslehrer ausgestelltes «ittenzeugnis in »erfiegeltem Umschlag, sowie ein Zeugnis des Bürgermeisters oder Ortsvorstehers über die Familien- und VermögenSoerhältniffe. Sesuchsteller, die bereits die Hochschule besucht haben, muffen außerdem Fleißzeugniffe vorlegen. Vorausgesetzt wird, daß die Gesuchsteller stch um Slundung deS VorlesungShonorarS und die für fi« erreichbaren Stipendien beworben haben, oder doch rechtzeitig bewerben werden.

Vorsitzende und Schriftführer der Verbände find gegenwärtig die nachbenannten Herren: Justizrat Dr. Porsch und Oberarzt Dr. Sroce, PaulSstr. 11 in Breslau. (Gesuche sind an Herrn Militärpfarrer Freiherrn von Kleist, BreSlau I., Breitestr. 28, zu richten); Oberst­leutnant a. D. Thomä und Gymnafialoberlehrer Th. Meyer, (Hildeboldsplatz 13) in Köln, Dom­kapitular Wiener und Kommerzienrat Pistorius in Hildesheim, Amtsgerichtsrat Gerhardus und Redakteur Herkenrath im Limburg, Domprobst Dr. Parmet und Profeffor Dr. MauSbach in Münster, (Gesuche sind an Herrn Beigeordneten Wesemann zu richten), Domdechant Schoo und Profeffor Dr. Vonhöne in Osnabrück, Prälat Probst Racke und Domvikar Schulte in Pader­born.

An der Spitze des Vereins (und des Ver­bandes Trier) stehen die Herren: Reichsgerichts- rat a. D. Jser und Notar Reuscher in Trier.

Deutsches Reich.

Berlin, den 2S. Oktober 1904.

—* Der Antrag deS Aba. Am Zehnhoff auf Einführung des staatliche« Schleppmo- «»pal- für die Kanäle scheint eine Aenderung in der Haltung der konservativen Kanalgegner gegenüber dem sog. Mittellandkanäle herbeiführen zu sollen. DieI konservative -,K«uz;tg.' erklärte, der Antrag sei geeignet, eine Reihe von Verkehrs« politischen Bedenken gegen den Kanal zu besei- tigeu. Auch die freikonseroative .Post', das Sprachrohr des Abg. Frhr. v. Zedlitz findet, daß der Kanal unter dem verkehrspolitischen Ge­sichtspunkt eine wesentlich veränderte Gestalt ge­winne. Sie verlangt aber noch den Verzicht auf dir Weserkanalisierung. Die .Deutsche Tagesztg.' dagegen warnt vor einer Ueberschätzung der Wirkungen deS Antrages. Sie will eben gründ- Mich den Kanal nicht, wenn sie auch noch so oft das Gegenteil versichert.

§ Der sozialdemokratische .Interne' latzt die .Post' immer n»ch nicht ruhen. Jetzt oeruft das Blatt stch auf das Vorhandensein der Geheimorganisation auf den Herausgeber der Wochenschrift ,PilatuS' in Dresden, die einst bei oer Sozialdemokratie in die journalistische Schule gegangen ist und seinen Dank jetzt in allerlei Enthüllungen über die Zustände in sozialdemo­kratischen Redaktionen abstattet. Dieser bemerkt, caß er in Dresden auch der sogenannten „in- wnen Organisation" angehörte, die jeden Freitag tagte. Ex schreibt: „Gs ist bemerkenswert, welchen Stolz die Internen befitzen. Die Re­

dakteure werden mit gutmütigem Spott be­trachtet. Wir brauchen fie, sagt der Interne voller Selbstgefühl, damit fie uns etwa? in der Zeitung schreiben. Wir find ihre Arbeitgeber. Wir find die eigentlichen Sozialdemokraten. Unsere Führer find die Redakteure nicht. Wir führen uns selbst. Wir tragen die Flugblätter auS. Wir bereiten die Wahlen vor. Wir machen die Wahlen. Wir find die Organisation und die Akademiker find nur unsere Hilfsarbeiter, die von der Organisation nichts verstehen. So­gar Bebel wird in einen Topf mit den Akade­mikern geworfen. „Er versteht nichts von unserer Arbeit", sagte mir ein Interner. „Wenn er einmal in eine Gruppe kommt, macht er nichts wie Unfinn. Die Berliner Genoffen find froh, wenn er wieder geht." Die Polizei ist über die Internen völlig informiert. Fragt doch einmal ein Kriminalbeamter einen Internen, der an einem Freitag abend verhindert war, zu einet Gruppe zu gehen: „Nun, heute ist doch Sekte. Gehen Sie denn nicht hin?" Danach will eS uns fast scheinen, als ob die „Interne" eine „Geheimorganisation" von Polizei wegen find.

* Z« einer weitere« A»-dehn««g deS Kravkeuversichernvg-zwaugeS find nach einer Meldung der »Augsburger Abendzeitung', int Reichsamte des Innern Vorbereitungen im Gange. Es handele sich darum, die Dienstboten und Hausgewerbetreibenden allgemein unter Der« ficherungspflicht zu stellen. Die Vorlage befinde stch gegenwärtig noch in den ersten Anfängen der Vorbereitung, sodaß kaum anzunehmen ist, daß fie bereits im bevorstehenden neuen Abschnitt der Reichstagstagung in die gesetzgebenden Körper­schaften gelangen wird.

* In ©etreff der Geflügelhaltung und der Verwertung ihrer Produkte hat der Land- Wirtschaftsminister an sämtliche Landwirt- schafts kümmern der Monarchie nachstehende Ver­fügung gerichtet:

Auf Allerhöchsten Befehl mache ich die Kammern wiederholt auf die von Jahr zu Jahr steigenden Im­porte von Produkten der Geflügelhaltung aufmerksam. Im «erlaufe deS letzten Jahres habe ich schon Vera», laffung genommen, Sachverständige zum Studium der Geflügelzucht in die tzauptexportläuder Dänemark, Belgien und Frankreich zu senden. Die mir erstatteten Berichte haben zwar die bekannte Tatsache bestätigt, daß die natürlichen und im besonderen die Befitzver- teilungS- und StedlungSverhältnifle für die Enlwicke- lucg dieses Betriebszweiges in den genannten Ländern wesentlich günstiger find, alS in Deutschland. Ander­seits muß aber zugegeben werden, daß die Technik der Handhabung der Geflügelzucht und Haltung, insbe­sondere die Einheitlichkeit der Bestrebungen in ge­schloffenen Zuchtzentren und der genoffenschastliche Zu­sammenschluß zur Produktion und zum Absatz der Er« zeugniffe in Deutschland im Vergleich zu den genannten ProduktionSIändrr» noch sehr im Rückstände ist. ES ist zu erwarten, daß bei Benutzung der Erfahrung«, anderer Länder auch im Jnlande eine rationellere Wirtschaftsweise und, hiermit in Verbindung stehend, eine gesteigerte Produktion erzielt werden kann. Ich empfehle daher, der Geflügelzucht erhöhte Aufmerksam­keit und Förderung unter Beobachtung der in frühere» Erlaffen gegebenen Anregungen zuzuwenden.

vermischter.

• Berlin, 24. Olt.. 1904. Die ständigen Be­schwerden der SastwirtSverbände und Cafe Hausbesitzer haben zu dem Ergebnis geführt, daß die Schließung der in zahlreichen Berliner Weinrestaurants nächtigenden „KabaretS" vom Polizeipräsidenten verfügt wurde. ES betrifft daS alle jene Veranstaltungen, die unter der Flagge „Kabaret" von einer Anzahl mehr oder weniger unberühmter Brettlgrößen in irgend einem Lokal der Friedrichstadt inszeniert werden, um den fich nach Mitter­nacht »och nicht «ach Hause sehnenden Schwärmer» einen weiteren „künstlerischen" Genuß zu gewähren. Um die ominöse Klippe der öffentliche» Veranstaltung iu umschiffen, wurde nicht Eintrittsgeld erhoben, son­dern da» Garderobengeld kostete nur eine Mark. Die Behörde steht sowohl die» wie auch den Aufschlag auf Getränke alS eine Umgehung der polizeilichen Vor­schriften über daS Vereins- und VerfammlungSwefen an. Neben den Beschwerden und Petitionen der sich durch daS Kabaretwefen geschädigt fühlenden Kreise ist der Grund zur Aufhebung auch in Scherereien und Plackereien zu suchen, die der Polizei durch da» stete Anwachsen derartiger Unternehmungen und daS Ein- dringen unlauterer Elemente erwuchsen. ES waren dem ,Berl. Tagebl.' zufolge in diesem Jahre nicht weniger al» 72 derartige Institute bekannt, darunter einige, die einen MonatSgewinn von 1000 biS 4000 Mk. abwarfen. Dem durch die hohen Garderobengelder und die Weineinnahmen sich ergebenden Nutzen steht nur et» minimaler AuSgabeetat au „Sagen" gegenüber, da alle übrigen Spesen, Beleuchtung, Bedienung, Klavier usw., der Wirt trägt. Die Polizei stützt sich auf den § 330 der Gewerbeordnung, der zur Abhaltung von Vergnügungen besprochener Art den Besitz der sog. „kleinen Konzesston" fordert. Ein Teil der Wirte will nun um die kleinen Konzession einkommeu. Doch dürfte wohl biS zu deren Erlangung die „Saison" längst vorüber sein. Aber selbst mit der Konzession dürfte dir Spielerei oder der Unfug bald in die Brüche gehen, denn dann müffen die Verträge die Zenfur pasneren, und daS vertragen die meisten nicht. Den Unter- nehmungen, wie fie fich jetzt maffrnhast in allen leer­stehenden RestaurationSzimmern auftaten, braucht man kaum eine Träne nachzuweinen, meint selbst daS ,Berl. Tagebl.'.

(•) Klein« Nachrichten. Berit». Ein vielfach vorbestrafter russischer Taschendieb sollte nach seiner Heimat abgeschoben werden. Gr befürchtete, daß

mau ihn dort in den Krieg schicken werde, entsprang deshalb und verübte in Berlin neue Diebstähle. 3 Jahre Zuchthaus waren der Loh». — Steinach (Bayern). Erfroren aufgefunden wurde bei Steinach ein Hand- werkSburfche. Er trug die KrtegSdenkmünze von 1870. — Wien Große Zahlu»>Seinst«llungr» find in Wien vorgekommrn. Di« Verpflichtungen rinrr Möbel- ftofffabrtk und einer Leine», «nd Baumwollwarenfabrik, di« fich für zahlungsunfähig erklären mußten, betragen 8'»Millionen Krone». — Sünching (Bayern). Beim Soldatenfptele» wurde einem Knaben durch Platze» eines mit Pulver gefüllten Gewehrlauf» der Kopf vom Rumpf gerissen. — Schüttorf (Hannover). Ein Geschenk vo» 260000 Mark machte der Fabrikant Slicker au» Anlaß feine» 70. Geburts­tages der Stadt Schüttorf in Harmover. Die Summe ist für die Errichtung eines Krankenhauses bestimmt. — Rheine (Westfalen). Ein hiesiger Familienvater hatte feinen Kinder», um diese» eine kleine Freude zu bereite», vom KirmeSmarkte etwas Gummi-Zucker- waren mitgebracht. Al» die Kinder die Süßigkeiten genoffen hatte», stellte fich bei denselben unter bedenk­lichen Erscheinungen Symptome von Vergiftung ein. Einem frühzeitig hinzuaezogenen Arzte gelang eS jedoch »och, dir Gefahr zu beseitigen. Die bei dem Krämer »och vorhandene Ware wurde beschlagnahmt.

' Aufsehen erregende Mitteilungen über ein nene» Heilmittel bringt der Berliner Arzt Geheimrat Dr. Konrad Küster in der heute erschienenen Ausgabe der »Berliner klinischen Wochenschrift'. ES handelt sich um die innere Anwendung eine» neuen JodpräparatS. daS in relativ kleinen Dosen genommen, bakterieu« tütend wirkt, ohne den OrganiSmuS deS Krank?» sonst irgendwie zu schädigen. DaS Mittel — nach seinem Darsteller, einem Apotheker Griese, „Geifer in" ge­nannt — ist vo» Küster und verschiedenen hervor- raaenden Aerzten bei einer große» Zahl bakterieller Erkrankungen mit anscheinend unzweifelhaftem Nutzen angewandt worden. Vor allem bei Schwindsucht und Kreb». Wenn auch Küster tu seiner Veröffentlichung vorsichtig nicht von einer Heilung der Schwindsucht durch Griseri» spricht, so find doch dir von ihm er­zielten BehandluugSresultate auch bei anscheinend ver­zweifelten Fällen derart günstig, daß sie zu einer weitere» Anwendung deS Mittels ermutige». Nicht minder günstig sollen Krebsgeschwülste beeinflußt worden sein. Küster berichtet ferner von günstiger v«> einfluffung einer großen Zahl anderer JnfeltionSkrank- hettrn, wie Maser», Scharlach, Lungenentzündung und einer Anzahl vo» Hauterkrankungen.

[:] Der BnudittUführer Moreuga in Deutsch. Südwestasrika. Nach den Mitteilungen der »Südwest- afrtkauischen Zeitung' treibt im südlichen Teil de» Schutzgebietes seit Monaten ein Räuberhäuptling fein Unwesen. Moreuga, so lautet sein Name, ist ein Hererobastard und soll ein intelligenter Mensch fein, der alSFrachtfah rer vielfach mit denWeißen in Berührung kam. Im Aufstande der «ondelfwart» erschoß er einen waffenlosen, verwundeten Wirbooi, den Neffen de» Kapitän». Morenga wurde alS Mörder erklärt, geächtet und auf seinen Kopf ein Preis von 1000 Mk. gesetzt. Aber rechtzeitig wußte er stch über die Grenze zu schlagen und verband sich dann mit den vom Bondelswart-Auf- tande her flüchtig gewordenen Eingeborene». Ende Juli überfiel er an der Spitze vo» 12 Mann neun auf einer Farm zusammenwo hnende Anfiedler, meist Buren, und nahm ihnen Gewehre und Munition ab. Leid.r war «ine genügend organisierte Truppe im Bezirke KeetmanShoop nicht vorhanden, denn die alten Teile der Truppe bildeten die Stationsbesatzungen oder waren znr Grenzabsperrung nach dem Osten abkommandiert worden. So hatte Moreuga vorläufig freie Hand. In­folge der ersten gelungenen Handstreich» erhielt erneue» Zu!auf von allerhand Leute», die fich im Lande umher- trieben «nd drei weitere Farme» wurden geplündert und die Farmer entwaffnet. Die Betroffenen waren die Farmer Müller vo» Berneck auf Groeudorn t ei Heia» chabiS,Ha»n«mann und Ulerich. Eine größere Expedition unter Major von Lengerke wurde deshalb in KeetmanS- Hoop aufgeboten, um Moreuga mit feiner Bande auf­zuheben. Dieser hatte inzwischen eine Patrouille abge­schnitten, zu deren Befreiung Leutnant von Stempel mit 34 Mann vor Eintreffen der KeetmanShoper Ex­pedition von Platbeen auSrückte. Am 30. August stieß diese Abteilung v. Stempel be: Kowa» LanghaS, west­lich vom Schanzogberg auf Morenga, der etwa 70 biS 100 Gewehre stark war. Beim Ansturm fiel Leutnant v. Stempel, Sergeant Stalle und Gefreiter Arndt. Die Gefreiten «otfchowiki und Fischer wurden verwundet, vermißt find die Reiter Huber und Schulz und der kriegsfreiwillige Bur Sewedi». Der Resi der Abteilung v. Stempel verschanzte fich unter dem Kommando deS Unteroffizier» Eberdick auf Plattbeen und bereit» am 4. September führte Moreuga «inen Angriff auf die­selbe au», aber er mißlang glücklicherweise. Die Hilfe nahte dann auch bald. Gin Zug der Kompagnie v. Koppy, welch« am 1. September von Gaffon auS­rückte, traf unter Führung deS Leutnant Schmidt in Platbeen ein. Bei der Entsetzung wurde Reiter DieSner durch einen Fleischschuß am rechten Oberarm verwundet. Hierauf wurde im Bezirke KeetmanShoop die Bekannt­machung veröffentlicht: „GS wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß der al» voaelsrei erklärte Mörder Jakob Morenga, auf deffe» Kopf rin Preis von 1000 Mark gesetzt worden ist, in den KarraSbergen fein Un­wesen treibt. Er soll am SchamboSSbrrg zwischen Plattbeen und Hohendün» mit seiner Werft stehen »nd etwa 60 andere Räuber und Biehdiebe bei fich ver. sammelt haben. — Eine militärische Abteilung begibt fich nach der Ostgrenze, um ein Entweichen deS Morenga in daS englische Gebiet zu verhüten. Wettere militärische Maßnahmen gegen diese Bande find in Vorbereitung. — Die Farmer werden gewarnt in die Karrasberge zu gehen und die i« der Nähe wohnenden Anfiedler anfgesordert, fich zu mehrere» auf einem Platze zusammen- ,uriehen und ihr Vieh nur »»ter ficherer und zuver- lässiger Aufficht weiden zu taffen."

* Aunouee. „Wer fich bei mir zwölfmal rasteren läßt, erhält einen Bogen Heftpflaster gratis. Tölpel, Barbier."

Marktberichte.

* Frankfurt, 24. Ott. 1904. Am heutige» Wochen- markte war Landweize» reichlich angeboten, bei guter Kauflust der Mühlen und entsprechend lebhaften Um­

sätzen vermochten die Preise weiter etwa» zu profi­tieren: Landweizen ebenfalls belebter, im Preise un­verändert. Ausländische Brotftüchte in guten Quali­täten fest und etwas besser gefragt, geringere Sorten vernachlässigt, aber behauptet. Gerste leicht anziehend. Hafer war knapp offeriert und im Preise befestigt. MaiS ruhig und fest. — ES notieren je nach Qualität: Weizen, hiefiger und Wetteraner 18.00-18.16 Mark, kurhesfischer 18.00—18.16 Mark, norddeutscher 00.00 bi» 00.00 Mk., russischer 18.25—19.26 Mk., Red- rointet 00.00—00.00 Mark, Kansas 00.00—00.00 Mark, La Plata 18.25—19.S0 Mark, Donauweizen 18.00—19.60 Mark, Roggen, hiesiger, 14.00—14.16 Mark, bayer. 14.00-14.15, russischer 14.50-16.00 Mk , »erste hiesige 17.00-17.50, Pfälzer 17.40-17.76, Ried,erste 17.50-18 00 M., Hafer, hiesiger, 14.60-15.50 Mark, do. neue (0.00— 00.00, bayer. 14.50—15 60 Mk., russi­scher 14.25—15.76 Mark, rumänischer 14.60—15.76 Mark, Mais Mixed 12.40—12.60 Mark, Donau­mais, 00.00—00 00 Mark, La Plata 11.90—12.26 Mk., Ruffischer 00.00-00.00 Mark. Alle» per 100 Kilo netto effektiv loeo hier. — Mehl unverändert, aber fest. E» notiert nach Qualität: Weizenmehl, hiesige»: Nr. 0 27.00-28.00 M., feinere Marken 29.25—29.76 M., Nr. 1 25.00-26.50 M., feinere Marken 26.25-26.76 M , Nr. 2'24.00-24.50 M., feinere Marken 25.00—26.50 M-, Nr. 8 23.00-23.50 M., feinere Marke» 23.50—24.00 M., Nr. 4 19.75—20.75 M., feinere Marken 20.75—21.25 M., Roggenmehl, hiesiges, Nr. 0 22.00—23.00 M., Nr. 1 19.50—26.50 M., Nr. 2 16.76—16,25 M. Alle» per 100 Kilo incl. Sack. — Futterartikel unverändert. Weizen- schalen 4.80-4.90 Mk., Weizenkleie 4.80-4.95 M., Roggenkleie 5.50—5.65 M., Futtermehl 6.10—7.50 M., Malzkeime 00.00— 00.00 Marr, Biertreber, getrocknet, 5.60-5.75 Mk. je nach Qualität. AlleS per 50 Kilo netto effektiv loeo hier.

* Frankfurt a. R., 24. Okt. 1904. Notierung der Biehmartt-Preise. Zum Verkauf standen: 482 Ochsen, 49 Bullen, 806 Kühe und Färsen, (Stiere und Rinder), 368 Kälber, 425 Schafe und Hämmel und 1764 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, auSgemästete höchsten Schlacht« wertS bis zu 6 Jahren 73—76 Mk., d. junge fleischia« nicht ausgemästete und ältere auSgemästete 68—70 Mk. c. mäßig genährte junge, gutgenährte ältere 63—66 Mk., d. gering genährte jeden Alter? 00—00 Mk. Bullen, a. vollfleischige höchstens Schlachtwertes 68—65 Mk., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte älter« 69—61 Mk., o. gering genährte —.— Mk., Kühe und Sen: (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, auSge- ete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlacht­wertes 66—68 Mk., b. vollfleischige, auSgemästete Kühe höchsten SchlachtwerteS bis zu 7 Jahren 63—66 Mk., c. ältere auSgemästete Kühe und wenig gut entwickett« jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 53 bi» 66 Mk., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 44-46 Mk., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) —.— Mk. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast« (Bollm. Mast) und beste Saugkälber 81—85 Psg., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 73—77 Pfg., «. geringe Saugkälber 57—61 Pfg., d. ältere gering ge­nährte Kälber (Fresser) —.— Pfg. Schafe: a. Masi« lämmer und jüngere Masthämmel 67—69 Pfg., b. älter« Masthämmel 58—60 Pfg., c- mäßig genährt« Hämmel und Schafe (Merzschafe) 48—50 Pfg. Schweine: a. voll­fleischige der feineren Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu l1/« Jahren 60—61 Pf«., b. fleischige 58 biS 59 Pfg., c. gering entwickelte, sowie Saue» u»b Eber 53—56 Pfg., d. ausländische Schweine (unter An­gabe der Herkunft) —.— Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgenficht: Kälber a. 48—51 Pfg., b. 43—46 Pfg., Schweine a. 48 Pfg., b. fleischige 47 Pf,. Geschäft in Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand mäßig, in Klein­vieh mittelmäßig, Martt geräumt. AuS Oesterreich standen 153 Ochsen zum Verkauf.

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