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gnlöa, Dienstag, den 25. Oktober 1904,
Jedenfalls find sie eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit auf dem Meere. Denn wenn sie aus Furcht vor einem japanischen Ucverfall jedes fremde Schiff, das in ihrer Nähe kommt oder in deffen Nähe sie kommen, beschießen wollen, welches Schiff ist dann noch rot ihnen sicher? Heute überfallen sie eine Fischer- flotte, morgen ein Handelsschiff, Übermorgen einen Auswandererdampfer. Welches Unheil kann dies Geschwader nicht noch in allen Meeren anrichten, ehe eS nach Ostasten kommt und dort auf den Feind stößt! Die anderen seefahrenden Mächte weiden cs sich ohne Zweifel ganz entschieden verbitten, daß die Ruffen aus purer nervöser Angst vor eimm japanischen UebtrfaH die gesamte Seefahrt gefährden. Die russische Regierung wird gewiß alles tun, um die Mächte zu beruhigen, und dem Geschwader strenge Weisungen erteilen, daß es ihr nicht durch seine Dummheiten noch weitere schwere Verlegenheiten bereitet. Aber was ist nicht trotzdem von Leuten zu erwarten, denen es offenbar an der Kaltblütigkeit und Besonnenheit mangelt, die ein Seefahrer in allen Lagen besitzen muß. Die Japaner werden sich freuen, wenn sie von diesem Stückchen hören, das allein die Angst vor ihnen engerichtet hat Ihre Furcht vor dem heranrückenden Geschwader aber wird nach düser seiner ersten Leistung wohl bedeutend hcrabgemindert sein. Vielleicht denken sie schon: eine Flotte, die so geführt wird, kommt überhaupt nicht bis nach O-asten.
Berlin, den 24. Oktober 1.901
—* Nach einem in großindustriellen Kreisen umlaufenden Gerüchte soll der Minister Budde demnächst zu rück treten, um dir Leitung der Kruppschen Werke zu übernehmen. Der Vorgang wäre beispiellos, zumal da Herr Budde, ehe er Minister wurde, bereits Leiter der Löwr'sch?» Gewehrfabrik in Berlin war. Immerhin wird man aber gut daran tun, hinter der Meldung vorerst ein großes Fragezeichen zu setzen.
* Der halbamtliche Bericht über die letzte Bundesratssitzung weiß nichts davon, daß noch über die lippische Frage verhandelt worden sei. Das ,Berl. Tagebl? will dagegen wiffen, mit dieser Frage habe sich der Bundesrat nicht weniger als drei Stunden beschäftigt. In den Erörterungen soll namentlich bei den Vertretern der Kleinstaaten lebhafter Widerspruch gegen daS Kaisertelegramm laut geworden fein; es kam verschiedentlich die Befürchtung zum Ausdruck, eine ähnliche Behandlung wie Lippe könnten gegebenen Falls auch andere kleine Bundesstaaten zu gewärtigen haben. Sehr wahrscheinlich klingt das nicht. Die .Post' versichert, im Bundesrat liege die Sache auch heute noch bei den Aus- seyüffen. Wenn der Bundesrat sich am Sonn- abend drei Stunden lang mit der lippischen Frage beschäftigt habe, so sei zu bemerken, daß, wie auch schon aus der Nichtteilnahme des lippischen Bundesratsbevollmächtigten hervorgehe, nur ein vertraulicher Meinungsaustausch zwischen einer Anzahl Bundesratsbevcllmächtiqter stattgefunden habe, daß ober nicht das Plenum als solches in eine osfizielle Beratung eingetreten sei Letztere könne und werde eist nach Beendigung der Vorbera'ungen des Ausschusses stattfinden. „Es ist zutreffend, bemerkt daS Blatt weiter, was in verschiedenen Blättern behauptet wird, daß der Bundesrat nicht selbst über die Thronfolgefrage entscheide, sondern das Votum eines Gerichts herbeiführen wird. Eine vollständige Klarheit über die verschiedenen Wege, die zur Erledigung der Streitfrage möglich find, ist bis heute noch nicht geschaffen und vor allen Dingen ist auch unter den streitenden Parteien eine Verständigung über den medea procadendinod) nicht erzielt worden. DaS eine aber steht fest, daß von allen Setten danach gestrebt wird, obige Klarheit bis zum Zusammentritt des Reichstages zu schaffen." DaS ,Berl. Tagebl.' läßt sich „au8 guter Quelle" noch folgende- melden: „An eine unmittelbare Abstimmung des Bundesrats über die lippische Frage ist zunächst nicht zu denken. Es währt erfahrungsgemäß längere Zeit, bis die einzelnen Bevollmächtigten zum Bundesrat vonseiten ihrer Regierungen mit Instruktionen versehen find. Aber ein Meinungsaustausch findet im Schoße des Bundesrats über die Frage fortgesetzt sta!t. Man kann schon jetzt mit voller Be- fiimmtheit annehmen, daß die Regentschaft des Grafen Leopold von der wett überwiegenden Mehrheit des Bundesrats als zurecht bestehend anerkannt werden wirdes wird sogar behauptet.
daß nicht einmal die preußischen Stimmen gegen eine solche Auffaffung würden abgegeben werden. Dagegen scheint übet die weitere Behandlung bei eigentlichen Thronfolgefrage in BundeSralskreisen noch bine Verständigung erfolgt zu sein; im Gegenteil gehen in dieser Beziehung die Ansichten seiner Mitglieder sehr erheblich auseinander." Der lippische Staatsminister Gevekot ist am Sonntag abend zu weiteten Verhandlungen in der lippischen Angelegenheit wieder in Berlin eingetroffen.
* Die Sühne für die Ermordung der Missionare ans Renpommer«. Nach einem über Sydney eingegargenen amtlichen Telegramm des kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Neu« Guinea ist die Verfolgung der bei dem Ueberfall der Missionsstationen in den Bainingbergen auf Neupommem beteiligt gewesenen Eingeborenen beendet. Die Schuldigen find sämtlich bestraft, die Mörder hingerichtet.
* Ans Deutsch - Südwestafrika. Nach mehreren, kurz nach einander eingegangenen Meldungen Oberst Leut meins aus Rehcboth sind die Bastards treu. Gideon und Umgegend ist seit dem 16. vom Feinde frei. Dieser sammelt sich hauptsächlich bei Marienthal. Geitsabis ist stark vom Feinde besetzt. Die Station Pforte, deren Besatzung sich nach Dassiefontein zurückgezogen hat, ist zerstört. Die Besatzung von Fa'kenhorfi befindet sich in Gibeon. Die Gochasleute sind aufständisch. Tie Veldschoendrager und Bersabaner find noch ruhig. Der Kapitän der letzteren bat Hendrik Witboois Brief dem Bezirksamtmann übergeben und um deutsche Soldaten gebeten. Unruhig find die Bethanier und die Leute von Warmbad. Als sicher sind tot gemeldet: Hauptmann von BurgS- dorff, 2 Unteroffiziere, Missionstechnicker Holz- apfel, 4 Farmer, 10 Buren.
* Die «Deutsche Tagesztg.' klagt, daß der Reichstag nicht vor dem angesetzten Termin, dem 29. November, einberusen werden soll, um die Handelsverträge zu erledigen. Dann sei eS schlechthin unmöglich, den Wunsch der Industrie und des Handels zu erfüllen, daß zwischen der Entscheidung über die Verträge und ihrem Inkrafttreten mindestens ein Jahr liegen möge. Wir glauben, daß der Industrie und dem Handel an diesem Jahr wenig oder gar nichts liegt. Sie wissen ja, daß die Verträge am 1. Januar 1906 in Kraft treten sollen, das dürfte ihm vollkommen genügen.
* Das Abgeordnetenhaus nimmt morgen mittag 1 Uhr seine Plenarsitzungen wieder auf. Auf der Tagesordnung der morgigen 93. Sitzung stehen Kommissionsberichte.
* Große Ueberschnsfe der preußische« Eiseubahnverwaltuug sind zu erwarten. Wenn nämlich die preußischen Eisendahnein- nahmen des zweiten Semesters im Finanzjahre 1904 denen des ersten gleichen, so wird, wie sich die ,Hamb. Nachrichten' aus Berlin melden lassen, der Etatsansatz um nicht weniger als 81/» Millionen Mark überschritten werden.
** Mit der Hebung, die russische« Aus wauderer an der Grenze durch Agenten für die deutschen Schiffahrtslinien pressen zu lasten und selbst Auswanderer, die gar nicht nach Amerika wollten, Schiffskarten dahin aufzunötigen, hat es jetzt ein Ende. Seit Donnerstag werden in Eydtkuhnen, wie die »Ostdeutschen Grenzbotertt berichten, auf Grund einer telegraphischen Anweisung der deutschen Schiffahrts- gesellschaften die Auswanderer auch auf alle englischen Schiffskarten durchzulaffen. Die Herren in Hamburg und Bremen haben wohl erkannt, daß ihre Praxis schließlich zu ihrem Schaden auslief, da die Ruffen, soweit sie konnten, die deutschen Linien boykottiert hatten. Der .Vorwärts' will auch jetzt noch den Boykott nicht aufgehoben wiffen. Dieser müste mit aller Strenge vurchgeführt werden, solange nicht die zweifellose Giwißhett bestehe, daß feder ruffische Auswanderer und Flüchtling, auch wenn et keinen Paß habe, ungehindert Deutschland pastieren und die Grenze wählen könne, die ihm beliebe. Es müste insbesondere die völkerrechtswidrige Zurücklieferung der Deserteure aufhören, und es müste jedem freistehen, auf seine Kosten nach ter Schweiz, nach Paris oder sonstwohin zu fahren. Uebrigens läßt der .Vorwärts' die Schiffahrtsgesellschaften nach wie vor kontrollieren.
* Dürer», 24. Okt. 1904. Der Wahlkreis Düren-Jülich, der seit 30 Jahren im Reichstage von dem Grafen Hompesch, dem Vorsitzenden der ZiNliuNsfraktion, vertreten wird, feierte gestern diese Tatsache in einer überaus stark besuchten Versammlung im hiesigen Stadt- parksaale unter dem Dor sitze des Herrn Notars Schotten (Jülich). Avße. diesem sprachen die Herren Dr. Oidtmann (Linnich), Generalsekretär Dr. Jörg (Köln), Fell (Terheeg) und
31. Jahrgang
Abg. Dr. Schädler, der die Verdienste des verehrten Frakt onSchrf in packender Rede schilderte, sowie auch der Geftieve, Herr Graf Hompesch, der dem Wohle des Volkes u- b den Wünschen seiner treuen Wähler auch ferner zu dienen versprach, solange ihm Gott dazu die Kraft gibt. An die Versammlung schloß sich ein Festmahl, bei welchem Abgeordneter Reichs- gerich srat Dr. Spahn die Hauptrede auf den Jubilar hielt, die besten Anteil an der ruhm- und arbeitsreichen Geschichte des Zentrums beleuchtete.
V Berlin, 24. Okt. 1904. Der Kaiser töite heute morgen im Neuen PalaiS den Vortrag des Shrss deS Zivtlkabinetts Wirkt. Geh. Rats Dr. v. LucanuS. — Die Braut des Kronprinzen, Herzogin Cäcilie zu Mecklenburg, wird b'-S ffnbe deS Monats Oktober im Neuen Palais bet Potsdam verbleib'N. — Prinz und Prinzesfin Heinrich von Preußen werden sich demnächst zu eirem mehrwöchigen Aufenthalt nach Darmstadt begeben. — Wie nach der jüngst veröffentlichten Attachirrung des kaiserlichen Flügel- adjuranten und MMärbevollmächtigten in Petersburg, Majors Frhrn. v. d. Wmge Gr. v. Lambsdorff, an die Person des Kaisers Nikolaus II. zu erwarten war, ist auch der hiesige russische Militärbevollmächtigte Oberst v. Schebeko, der Person des Kaisers Wilhelm II. attachiert worden. Der letzte russische Offizier, der sich hier in gleicher Stellung befand, war der Generalmajor Graf Gol-nistschew- Kutusow, der bis 1892 Kaiser Wilhelm II. attachiert war. Tin gleichnamiger russischer General war vor und nach 1870 in gleicher Stellung dem alten Kaiser Wilhelm dkigrgeben, nach ihm bis zum Jahre 1886 der Oberst, später Generalmajor Füest Dolgoruky, Flügeladjutant deS Za en. Oberst v. Schebeko, der jetzt diese seit zwölf Jahren unbesetzte Stellung einr.immt, befindet sich etwas über zwei Jahre bet der hiesigen ruifijchrn Botschaft. — Die Verbindung der Marsch au- kalischer Bahn mit der preußischen Staatsbahn erfordert einen bedeutend größer» Zeitraum, als man anfänglich glaubte, so daß die direkte Verbindung in drelem ^ahre nicht zu erwarten ist. Tie Eröffnung des Verkehrs auf der ganzen Linie ist nicht früher als im Juni rächsten JahreS zu erwarten.
• Der rrrsslsch-japaMschr Krieg,
Das Hauptmtensft beansprucht heule der AngriffdeSrusfischeu Ostsee-Geschwaders ans die englische Fischerflolte, welcher in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober in der Nordsee erfolgte. Wir verweisen bezüglich der näheren Einzelheiten auf den heutigen Seii^rtilel und die nachstehenden Telegramme:
W. Washington, SS. Okt. 1904. Der hiesige russische Botschafter Graf Cassini sprach sei« lebhaftes Bedauer» über daS unglückselige Vorkommnis in der Nordsee aus und schrieb dasselbe einem Mißverständniffe zu. Rußland erhielt nämlich die Nachricht, dsß die Japaner planten, die rusfische Flotte, bevor diese weit ans die Neise gekommen sei, z« zerstöre«. Admiral Nos chdjestweuski erhielt deshalb Befehl, keine« fremden Schiffe zn gestatten, feiner Flotte so nahe z« komme«, daß es eine« Torpedo abfenern könne, er solle besonders «achts und gege« den Angriff von Torpedoboote« ans der Hut sei», die äußerlich als Kauffahrteischiffe aufträten.
W Cherbonrg, 24 Oktober 1904. (Havas.) Von den hier vor Anker liegenden russischen Schiffen ist niemand außer einer Briefordonanz an Land gegangen. Die russischen Torpedoboote sind mit Apparaten für drahtlose Telegraphie ausgerüstet. Der Admiral befahl ihnen in vergangener Nacht an, ihre Wachsamkeit zu ve-doppiln, da er die Anwesenheit japanischer Schiffe im Kanal befürchte.
W. London, 25. Okt. 1904. Reuter erfährt, daß die Reg elung angeordvet habe, daß von zwei auf den Fischerbooten getöteten Leuten Photographien ausgenommen werden sollen, um zu zeigen, daß sie zur Zeit des Todes mit den gewöhnlichen Arbeiten des Fischereinigens beschäftigt waren. Sie haben noch Meffer und Teile von Fischen in Händen.
W. Loudon, 25. Okt. 1904. Das Aus- wärtige Amt bietet heute ein ganz ungewöhnliches Bild. Die Korridore, auf denen sonst feierliche Stille herrscht, sind von Matrosen und anderen mit der Schiffahrt in Verbindung stehenden Personen ar gefüllt. Dir englische Regierung läßt ein sehr strenges Verhör mit allen Zeugen vornehmen, um den genauen Sachverhalt des Uebersalles in der Nordsee fefizustellen. Ern Vertreter des Reuterschen BureauS interviewte
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•Die erste „Heldentat" der russischen Ostseeflotte.
Mit ihrer Flotte haben die Ruffen entschieden Unglück, noch mehr als mit ihrem Landheere. Die ostastatische Flotte ist von den Japanern aufgerieben worden. Die „Freiwillige Flotte" hat der ruffischen Regierung durch ihre Aus- fdbreitunge« gegen neutrale Schiffe nur Ver- legenheiten bereitet, worauf es von ihr wieder Ml geworden ist. DaS baltische Geschwader wollte und wollte nicht seefrrtig werden. Erst Dreivierteljahre nach Ausbruch des Krieges konnte es die Reise nach Oflafien antreten. Die Besatzung von Port Arthur soll die Nachricht davon mit Begeisterung vernommen haben, wird aber das Geschwader wohl sobald noch nicht begrüßen kön-ren. Dies scheint vielmehr zunächst die europäischen Gewässer unsicher machen und seinen Heldenmut an Fischerbooten, die weniger gefährlich sind als japanische Kriegs- schiffe, aastoben ober Üben zu wollen.
Das Stückchen, das die Oftseeflotte sich in der Rächt vom Freitag auf Samstag geleistet hat, steht wohl ohne Beispiel da in der Geschichte der Kriegswirren. Sie schoß, wie schon gestern telegraphisch gemeldet, in der Nordsee 20 Minuten lang mit Schrappnells auf die englische Fischerflotte aus Hüll, nachdem die Ruffen sich durch Scheinwerfer davon überzeugt hatten, wen sie vor sich hatten. Alles Signalisieren der erschreckten Fischer half nichts; die grünen Lichter, die die Fischerboote änzündeien, um gemäß dem internationalen Seerechte anzuzeigen, daß sie eben nur harmlose Fischerboot.- seien, blieben unbeachtet. Die tapferen Ruffen schossen mutig weiter, bis fle zwei Boote in den Grund gebohrt, zwei andere gründlich zerschossen, einige zwanzig Personen, darunter den Kapitän eines der Boote, ums Leben gebracht und eine weitere Anzahl von Fischern verwundet hatten. Dann segelten sie ab, ohne sich um die Besatzungen der uu glück- lichen Fischerboote zu kümmern, offenbar in dem stolzen Bewußtsein, einen großen Sieg errungen zu haben.
Das verhängnisvolle Don-Quixote-Stückchen hat natürlich in England Zorn und Aufregung hervorgerufen. Man schreit nach Genugtuung und Rache, und wenn es nach der Stimmung der entrüsteten Bevölkerung ginge, müßte die englische Flotte gleich ausfahren und die Raffen bestrafen. Die englisch - Presse scheint, soviel bisher von ihren Aeußerungen bekannt geworden ist, den Zwischen- fall mit einer bei ihr ungewohnten Mäßigung zu betrachten und mäßigend auf die Bevölkerung zu wirken. Ein Krieg wird ja auch schwerlich wegen dieser tollen Leistung der Ruffen aus> brechen. Die rusfische Regierung, der dadurch nur neue Verlegenheiten bereitet worden find, wird sicher nicht schroff auftreten, sondern olles, was in ihren Kräften steht, tun, um England zu beruhigen und zu befriedigen. Sie soll ja auch bereits ihr Bedauern ausgesprochen und reichliche Entschädigung zugesagt haben. Dem Kommandanten des Geschwaders dürste es an den Kragen gehen, denn einem Manne, der gleich zu Anfang solche Geschichten macht, kann man doch das Oberkommando nicht l affen.
Zur Entschuldigung oder Erklärung des Streiches wird von russischer Seite angegeben, Rußland habe schon vor Wochen die Nachricht erhalten, die Japaner planten einen An- griff auf das Geschwader in der Nordsee. Admiral Roschdjestwenski habe deshalb den Befehl erhalten, keinem fremben Schiffe zu gestatten, seiner Flotte so nahe zu kommen, daß es einen Torpedo abfeuern könne; besonders nachts solle er gegen einen Angriff von Torpedo- booten auf der Hut fein, die äußerlich als Kauffahrteischiffe aufträten. Gut, aber wenn der Herr Admiral 20 Minuten auf eine harmlose Fische! flotte schießen läßt, die nicht die mindeste Feindseligkeit beaeht, sich vielmehr alle Mühe gibt, ihm begreiflich zu machen, mit wem er cs i« tun hat, dann heißt das doch, dem erhaltenen «"Mage in höchst bedenklicher Weise nach- «»men. Wenn die Ruffen nicht m-hr eine «sicherflotte von offenen oder geheimen Feinden «lterscheiden können, dann zeugt das doch von twr so hochgradigen Nervosität, daß man folche gar nicht auf das Waffer kaffen sollte. £0<t waren die Herren bei der Ausführung
Heldentaten etwa, wie ein englisches Blatt ^Ututet, betrunken?
; Deutsches Reict)