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Zulda, Montag, den 24. Oktober 1904.

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; Deutsches Reith

31. Jahrgang.

L. Beinhorn.

------(Nachdruck verboten,)

können die Führer und ei gentlicheArbeiter in beiden Parlamenten gleichtiftig am Platze sein. Es ist deshalb ein schwerer Uebelstand, daß es heute sovieke Doppelmanda'are gibt. Die Arbeit in beiden Pa« lammten leidet darunter. Erhalten die Reichstaxsabgeordnete Tagegelder, so ist eS nicht mehr nötig, )o häufig beide Mandate auf eine Person zu übertragen. Es gibt dann Raum für neue Arbeitskräfte und zur Entlastung der überbürdeten und überarbeiteten Volksvertreter.

wunderbare Münzen.

•tat Erzählung, übersetzt aus dem Italienischen von

Verantwortlicher «Mleiter-Zos.vaum , L->«>-'L>>. w-chmb-ii-g-: „Illustrierte Sonntagrzeitung

monatsMlage: „zuldaer GeschichiMAter«

Ar bi st nicht zu gebrauchen find, sondern nur das Gewicht der Stimme einer Fraktion zu erhöhen da find, wirb fich allerdings auch nicht vermeiden lasten, ist auch kein Unglück, kann sogar im Interesse der Sache sehr nützlich sein. Ander« feit* wird es aber auch in allen Fraktionen Ab­geordnete geben, die weit mehr leisten könnten, als sie tun, und wohl im Stande wären, die „Vorarbeiter" ja entlasten, die sich aber hart­näckig „drücken«. Hie und da übernehmen sie mal eine Arbeit, die ihnen gerade „liegt“; sie erledigen sie auch ganz mustergültig, aber mit regelmäßiger angestrengter Tätigkeit darf man ihnen nicht kommen. Sie wissen den Weg nach Hanse gar zu häufig zu finden, such wenn sie dort nicht dringend nötig find. Ueber diese Art „Drohnen“ kann man manchmal von den „Arbeitsbienen“ bittere Klagen hören. Wieviel Arbeit könnten sie andere« abnehmen, wenn sie wollten.

Wie ist da zu bessern und zu verhindern, daß die pflichttreuesten, tüchtigsten Abgeordneten sich durch Ueberatbeitung zu Grunde richten? Da man niemand zur Arbeit zwingen kann, und wie das Anwachsen des Absentismus zeigt, ein Appell an die Wähler nichts nutzt, so wissen wir kein anderes Mittel gegen das immer mehr einreißende Nebel der „Ueberbürdung“ als Diäten. Diäten geben den Parteien mehr Bewegungs« freiheit in der Auswahl der Abgeord­neten. Man kann damit manchen brauch­baren und «bkitSlustigen Mann in den Reichs­tag bringe«, der heute die Wahl ablehnen muß und das Feld einem andern überläßt, der an der Diätenlosigkeit keinen Anfloß nimmt, aber auch in der Regel nicht in Berlin weilt, ge­schweige denn sich mit seiner ganzen Arbeitskraft an den parlamentarischen Aufgaben beteiligt. Man kann, wenn Diäten gezahlt werden, den Mählern auch leichter am aten, einen minderwertigen Abgeordneten fahren zu lassen, und einen anderen dafür zu wählen, während sie jetzt vielleicht froh sied, daß ihr bisheriger Vertreter sie nicht in die Verlegenheit setzt, auf die Suche nach einem brauchbaren Nachfolger gehen zu müssen.

Ein gut Teil zum übermäßigen Verbrauch körperlicher und geistiger Kraft trägt die lange Dauer der Sessionen bei. Auch der Robusteste ermattet zuletzt, wenn die parlamentarische Arbeit 7, 8 Monate lang nahezu ununterbrochen Tag für Tag vom Morgen bis zum Abend fort grht. Erhält man durch die SDiäten einen ziemlich regelmäßig beschlußfähigen R.iLstag, dann hat man es in der Hand, die Tagung bedeutend ab« zukürren, indem man die endlose Rederei nicht mehr z--läßt.

Zwei parlammtarische Mandate gehörig auszuüben, ist überhaupt keinem Menschen möglich. Ein halbes Jahr tagen Reichstag und preußischer Landtag neben einander, ohne auf einander Rücksicht zu nehmen. Niemand kann in beiden Kö Petschaften sich gleichmäßig an alle Arbeiten in Plenum, Kommission und Fraktion beteiligen. Ec muß den Schwerpunkt seiner Tätigkeit in die eine von beiden verlegen und die andere ziemlich unbeachtet lass-n. Am wenigsten

):( UeterarbeiteL

Drr Abg. Dr. Karl Bachem hat dem Kre­felder Wahlkomitee der Zentrums Partei mitgeteilt, daß er mit Rücksicht auf seine geschwächte Ge­sundheit beabsichtige, sein Landtagsmandat «iederzulegen und nur das Reich?tagsman- dat zu behalten. Der verehrte Abgeordnete ist ein Opfer unserer parlamentarischen Zustände. Schon feit Jahren war fein Gesundheitszustand, wiewohl er jetzt erst in der Mitte der vierziger Jahre steht, geschwächt und zwar lediglich in­folge der aufreibenden Arbeit in de« Parla­menten. Ec war „mit seinen Nerven fertig«, und wenn er fich auch zeitweilig Ruhe und Er- holung gönnte, so ließ ihn doch anderseits seine Pflichttreue nicht zur völligen Ausspannung kommen und so war bald die gute Wirkung einer Erholungspause auf feine Gesundheit wieder verschwunden.

Dr. Bachem ist keineswegs der einzige Abgeordnete, dessen Gesundheit und Arbeitskraft durch die parlamentarische Tätigkeit auf das Schwerste geschädigt worden ist. Man kann all­jährlich, wenn die Session auf ihrem Höhen­punkte angelangt ist, eine ganze Reihe von Ab­geordneten klagen hören: Wir können nicht mehr, wir sind mit unserer Kraft am Ende. Man weiß es ja, daß die eigentliche Arbeitslast auf ganz wenig Schultern ruht. Es sind immer wieder dieselben Abgeordneten, die alles machen, in den Kommissionen und im Plenum, die An­träge ausarbeiten, Reden halten, Kommissions« berichte liefern ufw. Neben der allen sichtbaren Tätigkeit laufen noch zahlreiche Arbeiten, die nicht bekannt werden, schriftlicher und mündlicher Verkehr mit den Wählern, Ausführung zahl­reicher Wünsche und Aufträge, Arbeit im Dienste der Partei überhaupt. Das Zentrum zählt rund hundert Abgeordnete; die Hauptarbeit macht vielleicht ein Dutzend von ihnen, deren Namen immer wieder genannt werden. Bei anderen Parteien ist das nicht anders. Von wie vielen Konservativen weiß denn tie Oeffeut- lichkeit? Am breiteften verteilt tst die Arbeit bei den Sozialdemokraten. Sie ziehen „un­barmherzig“ jeden heran, der zu gebrauchen ist, und sie können das, weil sie aus der Parteikasse Diäten zahlen. Aber auch bei ihnen herrscht nicht entfernt allgemeine Gleichheit in der Ar­beitsverteilung; ein kleines Häuflein tritt immer aus der Menge der 79 hervor.

Selbstverständlich kann keine Fraktion au8 lauter Abgeordneten bestehen, die zu allen par­lamentarischen Arbeiten gleich befähigt sind. Es ist auch gsr nicht, nötig. Es si rd noch nicht immer die besten Volksvertreter, die sich überall bemerkbar machen, die immer reden und Anträge stellen Manchmal leisten gerade diejenigen ganz hervorragendes, von denen man in der O-ffeutlichkeit nie etwas hört. Sie haben vielleicht tüchtige, praktische Kenntnisse u- d Er­fahrungen auf bestimmten Gebieten, mit denen sie de« Führern zur Hand gehe», oder sie machen sich sonst auf mancherlei Art nützlich. Daß Ab­geordnete gewählt werden, die zur eigentlichen

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Zernsprecher Hr 9-

Kraft bekomme i. Doch kaum ha te er dies Wenige gesprochen, als er e.mattet aus fern Lager sank.

„Er ei bereit fich fitz*, wie mir scheint“, sagte Bllemuve leise.

„Still still", sagte der Arzt

Ter Verwundete hatte sich wieder erhoben, und jetzt war sein Blick wenig-* unruhig; als er denselben auf Billereuve richtete, durchfuhr ein Schauder seinen Körper.

„Elender!" stammelte er, „Mörder! Jetzt bist Du in meiner $anb ; ich weiß »ll-S, Du wirst mir nicht emfliehen. Noch heute abend s»llst Du ins Gefängnis wandern .... Air dürfen ihn nicht ent« kommen lassen . ... ich se!b l will mit hingehen.“

„Wohin wellen Sie gehen?“ fragte dr Doktor.

EU- lauteS krampfhafte- Lachen war die Antwort.

Dann sagte er nach emtt Pause:

„Dummkopf — stehst Du ihn nicht hinter ein em Baume stehen, wer hindert mich daran, wenn ich ihn wie einen Hund totschieße .... Doch Ihr nicht“, füßte er mit e-hrbeuer Stimme hinzu, „ . Ihr

nicht, er soll urch mich st rben .... Hilfe! Hlse! er «schießt t» h!"

Die letzte Worte eistarben auf seinen L'ppen, ein Röcheln tlönte in seiner Kehle; dal düstere Leuchten braute wieder in seinen Augen; der Arzt mußte seine ganze Kraft anwendev, seine Arme fest­zuhalten, damit er nicht den Verband abriß.

„Gebt wir zu trinken, r- brennt in meiner Kehle . ... ich bi« durstig . ... ." sagte er, wie leblos auf das Bett zmückfinkend.

Der A-.zt nahm nun einen Löffel voller Medizin, welche er selbst bei eitet hatte.

Reum tpfce der Verwunsete sie versch'uckt, als er ruhig« wurde, die Augen schloß und einschliet.

„Jetzt wird der Unglückliche nicht so bald wieder auswachen, Sie können fich daher zurickziehar“, sagte der Twktor zu Billeneave, „ober sollte er der-noch wieder erwachen, fo wird er eine sehr unruhige Nacht voll« Trömne haben. Schick-n Sie mir nur einen fetten Dien«, ich werde hier bleiben.“ (F. f)

d« Son» jAz!l«tage. viertel- -Ml vertlgrprei, Sie vringerlohn und «..tl Xw CmIXa

„Durchaus nicht; Ihre Gegenwart wird ft inen Eri»nerungen zu Hilft kommen.“

Beim ersten Aufschlagen der Augen konnte Nivert, wie man fick leicht denken kann, sich nur einen un­klaren Begr,ff von den ihn umgebenden Gegenständen machen.

Ein düsteres Leuchten schimmerte in seinen Augen, ein schweres beklommene- Röcheln hob die Brust, bann und wann gestikulierte er mit den Armen, als wollte er beängstigende Erscheiimvgen von fich scheuchen.

„Ah, jetzt ist alle- bereit, wir brechen auf, keine Verspätung mehr!“

„Wer geht beim da, wen siehst Du dort auf der Rue d'ültenne?“

Er legte die eine Hand auf die Stirn und die andere auf die Wunde, als well e er den Verband losreißen. Der Arzt faßte ihn beim Arm.

„Seien Sie ruhig,“ sagte er saust. „Haben Sie immer noch soviel Schmerzen?“ ,

Rivrrl sah ihn starr an

„Du bist hier“, sag'.e er, als wenn er zn einem Beamten spräche. „Mach nicht soviel Umstände, vor­wärts ... Ja, so, j'tzt sind wir da.....Wo ist

meine Flinte.....Warte.“

Er knirschte mit den Zähnen, vor Schmerz war sein Gesicht verzerrt.

Der Dolor winkte Herrn Vill-neuve, näher zu beten.

Dieser neigte fich über den Verwundeten.

„Nivert“, sagte er in ernstem Tone, „sehen Sie wich an, bitte erkenne« Sie mich?“

Nivert richtete dm Blick auf den, der mit ihm lp ach und schüttrlte den Kopf.

„Gut, da ist der andere“, fuhr er fort; „jetzt werden sie alle lon-men, ein«, zwei, drei ... auch die Damen! So, nun lasset mich ruhig! . . . . Nein! .... Hier ist der Wolsk Auf^epaßt, dort dort, Ituer!“

Bei bieten Saiten hatte der Unglückliche fich er­höben, und feine Stimme hatte eine un gewöhnliche

MaerM Zeitung

Während bt ff en hatte sich der Arzt nach dem Bette deS Verwundeten begeben. 92 bett lag noch ohne Bewußtsein, mit eingefallenen, bleichen Wangen und geschlossenen Augen. Gin hitziges Fieb« schien daS Blut zu durchglühen; bann u*D wann entfuhr seinen Lippen ein Schmerzensschrei.

Der Arzt hatte feine Hand ergriffen mb den Puls geprüft. Er schüttelte bedenklich d n Kops

„Ist keine Hrffaung vorharden?“ fragte Bille- ntube leise.

„Sehr wenig,“ war die Arckivort. „Es ist eine gefährliche Wunde Der Bluive-tust ist sihr bedeutend g,wesen. Die griingste Aufregung kann den Tod bringen.“

„Befürchten Sie, tast e« gefährlich ist, wenn er sprich- ?"

„Ohne Zweifel . . • indessen, wenn er ruhig aufwacht, so könnte man vi lleicht . . . ob« sehen Sie, jetzt bewegt er fich und wenn ich nicht irre . .“

Der Atzt schwieg, und den Finger auf den Mund legend, beugte er sich Über den Bcrw-mbeten, während H«r Billeneuve bleich, ängstlich, fast abtnici die ge­ringste Bewegung von Nivert beobachtete.

Nivert hatte fich allerdings bewegt, wie es der Doktor gesagt harre, ab« er halte das Bewußtsein noch nicht toiebttetlangt; krawpf-aft erfaßte er d-s Bettuch, bei schneidende, brennende Schmerz erpreßte ihm liefe Seufz«.

DaS Fieber schüttelte ihn gewaltig.

„Er befindet sich in einem kläglichen Zustasde,“ sagte d« Arzt.

„Wird er verstehen können, waS wir sprechen?“ entgegnete Billeneuve.

„®r ist fich seines Zustande- noch nicht bewußt; wenn et spricht, so können wir auf Worte, welche das Delirium ihm entreißen toitb, nur wenig Se­wicht legen.“

„6r scheint die Augen zu iffutn."

„S, ist eS.«

„Soll ich mich zurückzieh.n?“

Berlin, den 22 Oktober 1904.

* Daß der Rücktritt des Freiherr« vo« Mirbach von der Stellung als Obsrhofmeister der Kaiserin eine beschlossene Sache ist, laßt sich, wie man der ,Voss. Ztg/ schreibt, wohl mit Sicherhrit aus ,der vor wenigen Tagen bekannt gegebenen Ernennung des Zeremoniemeisters Eugen v. Roeder zum „Ersten Diensttuenden Zerewonienmeister« mit dem Rang einer „Vize­oberhofcharge“ schließen. Denn Herr v. Roeder, der vor seiner Ernennung vsm Kaiser empfangen und zur Tafel gezogen wurde, ist als Nachfolger des Herrn von dem Knesebeck in dem Amt eines Einführers des diplomatischen Korps in Aussicht genommen, wenn Herr von dem Knesebeck die Nachfolge des Frhrn. o. Mirbach im Archiv­meisteramt der Kaiserin angetreten haben wird, für dus er als bestimmt gilt. Herr v. Roeder würde dann in ein Amt gelangen, das am Hofe Kaiser Wilhelms I. fein gleichnamiger Oheim, der Major und Landrat a. D. Eugen v. Roeder, als „Jntrodukteur des Ambassadeurs« viele Jahre inne hatte, der als Oberküchenmeister 1887 starb.

** Die sächsische Gesandtschaft in Berlin veröffentlicht folgendes: „Für die bei dem Hin­scheiden Sr. Majestät des Hochseligen Königs Georg von Sachsen in so herzlicher und geradzu überwältiger der Weise bekundete Teilnahme bringt die Königl. Sächs. Gesandtschaft erhaltenem Auf­trage zufolge den tiefgefühltesten Dank öffentlich zum Ausdruck.«

** Die Berliner Richter feiern in jedem Jahre von altersher Kaisers Geburtstag durch ein gemeinsames Festmahl. Ehedem nahm daran teil, wer dazu Lust hatte. Jetzt wird der,Voss. Zig/ berichtet, daß bei einem Gerichts­höfe die Liste zur Einzeichnung der Anmeldung herumgegangen sei, und daß sie an diejenigen Richter, welche die Anmeldung zvm Festmahle unterließen, mit der Aufforderung zur schriftlichen An gäbe des Behinderungs­grundes zurückkehrte. Vereine und der andere Richter ließ sich herbei, den Grund mitzuteilen. Emer der ältesten Räte aber, der sich dazu nicht gemüßigt sah, schrieb die Gegenfrage hinein, auf welche Gesetzesstelle sich dos Verlangen nach der Angabe des Grundes stütze. Weiter soll an Be­hörden, insbisondere an Gerichte, die Auffor­derung ergangen sein, Glückwunsch - Schreiben

zum Geburtstage der Kaiserin bei ihren Mit­gliedern und Beamten zur Unterzeichnung in Umlauf zu fetzen. Diesem Verlangen sei viel­fach nachgekommen worben. Doch habe es auch einzelne gegeben, die fich mit der Erklärung be­gnügten, daß sie das Schriftstück zur Kenntnis genommen haben; sie lehnten es ab, das Schrei­ben cirtulieren zu lassen.

(*) Zur Frage der Notwendigkeit eines neuen preußischen Se«che«tesetze- sind der.Nordd. Allg. Ztg' vier Urteile höchstinstanzlicher Ge­richte nebst Gründen zar Veröffentlichung z^ge­gangen. 1. Urteil des Kammergerichts vom 13. Juli 1899: Eine Polizeiverordnung, welche die Anzeigepflicht bei Wochenbettfieber und ent­zündlichen Krankheiten anordnet, entbehrt der materiellenRechtsgilttzkeit. 2. Urteil des Kammer­gerichts vom 11 Februar 1904: Eure Polizei- Verordnung, welche die Hebammen verpflichtet, jeden Fall von Kindbettfieber dem Kreisärzte an« zuzeigen, ist rechtsungiltig. 3. Urteil des Kammer­gerichts vom 9. April 1903: Eine Polizeioer« ordnung, welche die Anzeigepflicht bei Diphtherie einführt, entbehrt der materiellen Rechtsgiltigkeit. 4. Urteil des Kammergerichts vom 18. April 1895: Die Polizeioerordnung des Regierungs­präsidenten zu Marienwerder vom 31. Juli 1892, betreffend die Anzeigepflicht bei den der Ce tera verdächtigen Fällen, entbehrt der materiellen Rechtsgiltigkeit. Diese Erkenntnisse beweisen, bemerkt dis Blatt dazu, mehr als alles andere, daß die zeitige Rechtslage ans dem Gebiete der Seuchenbekämpfung in Preuße« durchaus rück­ständig ist, und daß in Bezug auf die indem Regulativ von 1835 nicht behandelten Krank­heiten, insbesondere bei Wochenbettfieber und Diphtherie wirkliche Notstände vorliegen, deren schleunige Beseitigung im Interesse des Einzelnen wie des Gesamtwoh's dringend geboten ist.

* Die hervorragende Bedenlnng der Presse für alle öffentlichen Veranstaltungen und Unternehmungen wird in neuerer Zeit immer mehr anerkannt und g-wü-dizt. In vortreff­licher Weise hat der Liqridationsausschuß der Düsseldorfer Ausstellung dieser Erken.pt- nis Ausdruck gegeben, indem er cu3 dem Ueber» schvß der Ausstellung folgende Zuwendungen gemacht hat: 1. Der Penstonsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller zu München 3000 Mk, 2. der Pensionskasse der Augustinus- Vereins zur Pflege der katholischen Presse zu Berlin, mit der Aufgabe 6er Zuwendung für die rheinisch westfälischen Mitglieder ebenfalls 3000 Mk., 3. dem Verbände der rheinisch-westfälischen Presse 6000 Mk.

** Eine Konferenz wurde heute vormittag im Abgeordnktenhaufe seitens des Landwirtschafts- Ministeriums abgehalten. Vertrauensleute aus verschiedenen Landesteilen waren dazu erschienen. Es handelte sich um Maßregeln zum Schutze gegen Hochwasser, und zwar sollten die Aus­führungs-Bestimmungen zu den bereits in Kraft getretenen wasserwirtschaftlichen Vorlagen begut­achtet bezw. festgestellt werden.

Bomsault stand im Beg«ff, nachzug-ben; cllein ein Gefühl, stärker als fein Wille, hielt ihn zurück. Er machte eine heftige Bewegu g md sagte:

„Nein, eS ist unmöglich; wenn ich fliehe, wie Du mir rätst, so bekenne ich wich sofort schuldig Es bliebe wir nichts weiter übrig/ als in ckender Weise im Lande herumzuirren, welches Flücht linge nicht ausliefert. ES ist besser, h er der Geiahr zu trotzen, weiche nach mckner Ansicht nicht so drehend sein kann.“

„Du bleibst also?“ sagte Laura.

„Ich bleibe!“ antwortete Soiirfazlf, „werigstevS bis zum Augenblicke, wo eS uns möglich fein wird, zusammen zu entsktehen, und bis dir unser Vermögen gesichert habe», ohne welches wir nicht leben wim n.“

Lama wollte antworten, ab« dar Geräusch eines «ageft,, welcher in den Hof sihr, schnitt ihre auf oen Lippe« schweb nden Worte ab.

-Hörst Du?“ sagte sie in schneidende» Tone.

Bomsault eilte a« daS Feester und zog dir Gar- bmen zurück

ist der Ltezt au» Merlac!« sagte er zitt«nd.

»Gr wird Nvert M Seben zurückrusen, in Ben,a« Minuten wird er sprechen!" fügte Lama hinzu. , »Nu», so mag er denn sprechen, noch kann « «toe Lbasrhrenden Beweise liefern; ich trotze jeder «nktage gegen mich “

Laura ließ den Krpf ftnff«.

.*®e sei eil“ faste fie kleinmütig „Ich w«de «n der Hat ftf», 6ei dem geringsten Versuche werde ™ ff en, war ich zu tun habe."