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Müa. Samstag, dm 22. Oktober 1904,
31. JahrgüNg.
Deutscher Reich.
Berlin, Len 21. Oktober 1904.
* Für den Krieg in Südwestafrika sind Sie Mobtlmachungserbeiten in Spandau, die seit mehreren Monaten ruhten, sitzt in vergrößertem Umfange wieder ausgenommen worden. Aus den Kriegsmagazinen werden Geschütze, Handfeuerwaffen, Munition sowie die sonst noch ersorder- sichen Ausrüstungsgegenstände zum Transport nach der Hafenstadt bereitgestellt. Zur Verpackung des Kriegsbedarfs werden mit Ztnkeinsatz versehene wasserdichte Transportkisten in großm Maffen angefertigt; da die Fabriken der Heeresverwaltung diese nicht schnell genug hirstellen können, sind Lieferung;« an verschiedene Privatbetriebe vergeben worden. Alle Arbeiten werden m größter Eile betrieben.
§ Aus Südwestafrika. Zu der Meldung Lemweins, daß Nomts as von den Hottentotten genommen wurde und bei dem Uebersall der Tierarzt Oskar Albrecht und der Farmer Hermann den Tod gefunden hsbsn, bemerkte die ,Nordv. Allg. Ztg/: Die Einnahme von Nomtsas ist ein schwerer Schlag für die in letzter Zeit so vielverheißend aufbrühend? Kultur» arbeit im mittleren Teile des Schutzgebietes. Nomtsas bildet dank der Tatkraft und Unternehmungslust des dort angefiedelten Hermann den Mittelpunkt einer sich günstig entwickelnden Farmwirtschaft, namentlich der Biehmcht. Hermann war einer der ältesten und erfolgreichsten Kolonisten des Schutzgebietes, der sich durch keinen Schicksalsschlag abhalten ließ, seine Kräfte in den Dienst der Entwickelung Dsutsch-SÜd- wrstafrikas zu stellen. Als Vertreter der Kolo> nialgrsellschaft für Südwestafrika war er dahin gegangen und begann in Kubub, östlich von Lüderitzbucht, mit einer aus der Kapkolouir bezogenen größeren Schafherde rinen esolgvrr- heißenden Farmbetrieb. Doch die Station wurde im November 1893 bet dem Aufstande der Witbooi vernichtet. Er trat später aus dem Dienste der Gesellschaft, um stch als selbständiger Farmer niederzulaffen. Nachdem er sich im Jahre 1896 an den Kämpfen der aufständischen Hereros und Khanas beteiligt hatte — als Premierleutnant der Reserve leitete er im Gefecht bei Siegfrtd die Artillerie — widmete er sich ganz seiner im Rrgieruugslande westlich vom Witbooigebiet gelegenen Farm Nom: fas (45 km nördlich von Grootfontein) auf der vom Oberlauf des Blumftschflusfts durchschnittenen Hochebene, die gutes und gesundes Weideland und im Flußtal vorzüglichen Ganengrund bietet. Er befaßte sich in letzter Zeit hauptsächlich auch mit Lea Versuchen, das Fettschwanzschaf, den hauptsächlichstem Fleischlieferanten des Schutzgebietes, zur Wollproduktton herar zuziehen.
** Ein jämmerliches Klagelied über die Zustände in der „Ostmark" stimmen die ,Brri. N. N.' an. Da wird „die nieLer- schmetternde Tatsache konstatirt«: „Das Deutsche Element ist in der Provinz (Posen) im Schwinden begriffen. Das Deutschtum werde nicht nur mit polnischem Gelde aus dem Ausland? zurückge- dräugt, „es ist leider viel deutsches Geld dabei." Die Ostmarkenzulagß selbst trage dazu bei, den Kriegsschatz der Polen zu füllen; denn noch immer gebe cs Beamte, die ihr Geld statt zum deutschen zum polnischen Kaufmann und Handwerker trügen. Gedankenloser und gleichgiktiger als die Männer seien in diesem Punkte leider noch die Beamtenfrauen. Sodann komme „gutes deutsches Geld" durch die Sachsengänger nach der Provinz Posen. 6 bis 8 Millionen zahle die deutsche Landwirtschaft, namentlich in den Provinzen Sachsen und Hannover, jährlich in die Hände der Polen, die sich dafür Häuser bauten und Grundstücke kauften. Der ost zitierte Kastengeist in der Beamtenschaft der Ostmark treibe noch immer sein Unwesen und erschwere dem deutsche» Bürgersmann seine Existenz. Posen sei noch immer nicht die Muster- proöinz, sondern das Stiefkind unter den Provinzen. Eine Versetzung nach dorthin werde von den meisten Beamten auch heute noch geradezu als Verbannung angesehen. In drn höheren und niederen Schulen fe?:e es kläglich aus, da die Lehrkräfte mangelten. Die polnische Preffe erstarke immer mehr. Gcbald in einer Stadt polnische Gewerbetreibende festen Fuß gefaßt hätten, werde die Herausgabe einer polnischen Zeitung angeftrebt. In den Polen lebe eine glühende Liebe zum Vaterlande und em starkes Gefühl für Zusammengehörigkeit. Dem Deutschen gehr das Nationalbewußtsein gar zu leicht verloren. Man siehls, untröstlich ift's allerwärts. Es wird eben nichts Lb.ig bleiben, als daß neue Gesche gegen die Polen gemacht werden.
** Die sozialdemokratischen Stadtverordneten Antrick und Genoffeu haben bei der Berliner Sta dt ve rord netenv ersamml un g den Antrag eingebracht, den Magistrat zu ersuchen, schleunigst geeignete Maßnohimcor zu erzreis u, die gesundheitliche« Schädigungen de; Berliner Bevölkerung zu verhindern, die durch die Einfuhr von Fleisch, das nur außerhalb Berlins untersucht ist, za befürchten sind.
* Der russisch-japanische Krieg.
In der Nordmavdschrrxei finden gegenwärtig hier und da nur noch kleine Plänkeleien statt. Das Ergebnis der 10 tägigen Schlacht am Shaho ist, daß die japanische Front ein gutes Teil rach Norden gegen Mukden hin vorrückt und die ruffische Front entsprechend nach rückwärts verschoben worden ist. Die Gegner stehen stch am Schaho kampfbereit von neuem Legen- über. Nir nächste Schlacht maß die Gplschei- dung bringen, ob die Ruffen im Stande sind, stch bei Mukden zu behaupten. Wahrend so im Norden eine vorübergehende Waffenruhe einge- treren ist, wird um Port Arthur nach wie
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beschränk», usd in aller B/qaemlichkeit ko nm en besagte drei Herren den letzten Posten erreichen.
„Endlich", sagte Rivert, indem er die Beine avs- stcrckte, „aimen wir freier; obgleich ich t icht zu denen gehöre, die nur immer die B- q wmllchkeit aufsucher, so mag ich doch nicht gar zu sehr beei gt lei«. Bpro?o§, mnn lieber Herr Bovrfault, ich hoff', Sie werden Äh:em Brtsp-.i-chen Nachkommen und mir einen guten Platz anwristn "
„Ge -ttz!" sagte Boursauit, „bald werde/- wir die
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vor erbittert gerungen. Die Nachricht von dem Auslaufen der Ostseeflotte hat die Japaner zu neuen Anstrengungen angespornt, sich der Festung zu bemächtigen, andererseits soll jene Nachricht auch nach Port Arthur gedrungen sein und die Ruffen mit neuem Mut erfüllt haben. Dabei ist zu bedenken, daß das außer den Transportschiffen aus 23 Ktiegsfahrzeuzen bestehende Ostsee-Geschwader, selbst, wenn es alle Fätzrlichkeiten der Ozeanfahrt glücklich überwindet, kaum vor Ende Januar in den ostasiatischen Gewäffern wird erscheinen können. Bis dahin wird sich die Besatzung Port Arthurs wohl kaum zu halten vermögen.
Ueber neue Kämpfe um Port Arthur wird dem Bureau Reuter aus Tschifu vom Dams tag folgendes gemeldet:
Die Japaner haben am 8. Oktober auf Erlunßschan und die Ruffen am 9. auf die japanischen Befestigungen einen vergeblichen Angriff gemacht. Später unternahmen die Japaner einen überraschenden Angriff, und eroberte» Höhen und dir nur 500 Meter von der Hauptbefestigung Er- lungschan entfernte eiserne Tisenbahn- brücke. Seitdem haben dir Russen verschiedene vergebliche Versuche gemacht, diese Stellung wiederzunehme«. Am 10. Oktober gingen 9 TorptdobootSzetstörer ans dem Hafen,und beschossen die linke Flanke der Japaner, aber 4 japanische Torpe- dobootszerfiörer zwaitgen die Ruffen, in den Haft» zurückkehren; hierbei erlitt ein japanisches Boot schwere Havarie, indem es auf eine Mine lief. Die russische Garnison ist jetzt auf 5000 Mann zusammengeschtnolzen. Am 13. Oktober fand ein hef-igeS Gefecht auf den Abhängen von Grlungschan statt, wobei die Japaner 300 Mann verloren. Die Nachricht vom Auslaufen des Baltischen Geschwadets hat in der Festung große Begeisterung hervorgerufen.
Tie Russen erheben ähnliche Klage« gegen die Japaner, wie diese gegen die Russen. So sollt n in den Kämpfen der letzten Zeit auf dem linken russischen Flügel die Japaner die russischen Artilleristen dadurch getäuscht haben, daß sie russische Militärmäntel antegten und russische Pelzmützen aussetzten.
Ueber eine« großen japanische« ^Luppeunschschnb -e.öffcntüchen die Lon- öonec MoGendlätter vom Samstag eine Depesche aus Tokio, dsrzufolge am 19. Oktober 90 japanische Transportschiffe Sasebo mit 75000 Mann, 200 Kanonen, Munition und Uniformen verließen. Die neugebildete Armee wird aus 400000 Mann und 1000 Kanonen bestehen.
W. Petersb«rg, 21. Okt. 1904. Gene- ral Sachar vw meldet dem Generalstabe: Am 19. Oktober unternahmen unsere Truppen eine verstärkte Rekognoszierung, um die Stärke des Feindes südlich von dem Dorse Fyndiapu ftfizuftellen. Die Vorhut des Gegners wurde südwärts verdrängt. Eine japanische Batterie, die das Feuer auf unsere Abteilung eröffnete, wurde zum Schweigen gebracht und zum Rückzug nach Süden genötigt. — Am 20. ds. Mis. fanden keine Kämpfe statt. Am Morgen erbeuteten untere Freiwilligen unter dem Schutze des
Nebels noch ein japanisches Geschütz mit der Protze, dss bet dem Putilowberge zurückze- laffen war. Ein starkes Gewehrfeuer, da! die Japaner eröffneten, war infolge des Nebels unwirksam.
W. Petersburg, 21. Okt. 1904. Die ,Blr- schewija Wjedomosti' läßt sich von ihrem Korrespondenten in M u k d e n melden: Auch am zweiten Tage nach der Schlacht herrschte auf der ganzen Front Ruhe. Die russischen Soldaten bleiben in ihren Stellungen, ruhen nach den zehn Kampftagen aus und beobachten die Bewegungen des Feindes, der mit Truppenverschiebungen stark beschäftigt zu sein scheint. Nach Aussagen von Gefangenen bereiten die Japaner den Rückzug vor. Ein am 21. d. M. nachts 1 Uhr .aufgegebenes Telegramm desselben Korrespondenten berichtet, daß in der Nacht des 20. Oktober eine Abteilung Freiwilliger unversehens eine japanische Batterie angegriffen, die Bedienungsmannschaft gelötet und drei japanische Geschütze erobert hab?; dieselben seien trotz der Gefahr und der Schwierigkeiten in das russische Lager gebracht worden.
W. Lond»«, 21. Okt. 1904. Aus Tokio wird de n .Standard' von gestern gemrldet: Die Russen besestigtsn all;.geeignete Stellungen am Schaho und Huncho.
W. Newyork 21. Oktober 1904 Der .Newyork Herald' veröffentlicht ein Telegramm aus Tschenking vom 19. Ok.ober, welches be- sagt, der japanische General Kuroki wäre an der Ruhr erkrankt u«d läge am Sterben.— Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt nicht vor.
W. Petersburg, 21. Okt. 1904. Das französische Blatt .Echo de Paris' meldrt, Statthalter Alexejew fei der alleinige Schöpfer des „berühmten^ Angriffsplanes. Sein Einfluß beim Zaren sei größer als j?. Kuropatkin werde nur durch seine Beliebtheit gehalten, die er im Heere besitzt.
* Für die Neuwahle« zur italienische« Kammer, deren Datum bereits bestimmt ist, werden nicht weniger als zweitausend Kandidaten suftleien, so daß etwa vier Kandidaten auf jeden der 509 Wahlkreise kommen. Fast überall werden ministerielle, oppositionell- monarchische, und daneben noch sozialistische und republikanische Kandidaten aufg-stellt. Im großen und ganzen werden aber wohl die meisten Deputierten wieder gewählt, so daß die neue Kammer
„Auch ich r.ichi", antwortete Boms-uli, „obwohl ich hier jeden Schritt n»d Tritt kenne. Der Jäg^r muß indeffcn dir Beute suchen, wo er sie am leichtestes zu finden h fft, so'gm S,e mir nur wohlgemut; in rängen Minute» werden wir den geeignelstetr Pssteu errricht haben.
Sa weiter gehend, konnte Slheit sich indessen eines Gedankens nicht ersehrr«, der im AnzendUcke, als in ihm , uftauchte, kein Blut fast erstarren ! ;i ß ist wurde gewahr, dch er sich in dieser
schicklichen Emöbe m dm Handm eines Menschen ■ 6 der ihn auf der ganze« Fahrt mir fast! mruptürÜchen Aufmerkchmkeite i Wei hämt ha-te. Erl fr..-e fi-H, daß Eomsotrsi i'm, vielleicht absichtlich i hitt'ü rgvsübrt habe, us sich .ern-S GasteS zu entte- - dt^e - der, obtzle'ch et «och keine über üh-endc Bew-sie \ tzekexü ih» doch nach rea verfchtedrren -öcgeg> i sehr ,;f tohtirch ecscketeen Wuß.e. u 4villki.r'ich i blidi er stet-es, um sein Gk-veh' za lacrtt. j
DU?. -CllV.t, bet tiCf '
«' -,- S's lasen chvL? Teu Wolf wird fobslb vichr
v-ai geschehen ist, ist gesa^hm, wir Pariser; si n ! die t." ? J p.e ' tnt) -.. er ,
das Gewehr zu ladrf, er wurde tust ruhiger als jeder I
Ste Kai - r.ua ihr Ziel ' erreich», von welchem \ ' bie ® g:i fonutcir. | Umgeyno war- in der Tat gevßrntg, 8ctf:fault fttzre sich nebeU N oert, er knüpfte ein o rer rauUcheK Gespräch an. Laß tit N der. rwch Pe-laut einer hmoen E!ui..e ,ede BesütchM-g verschwr.nd; a6beifeii8 ver» fteafife die Jagd jede Bsis-g-'s. Dar Getümmel nähert; sich nebr urb mehr, dar Hrrheffpri-^cn der beriltiüm Trciocr, das Knallen Schöffe, das Bellen b"^ Hunde betfuabtte thaen, oatz i as ^.eii avigeicheucht sein wußte.
»Jchi ,'st der Avge bl ck gedmmen,^ faste, Bou--- >»uli jp rtzkich. h«r ine ÄusmerksaNkeii eu< tüel gerichie. ?.u al en schien; .hier zu unfetm Poster; hkwegeu wir unS sich: mehr . . .*
Bei d'esrn Worten fchri.t er den steilen Abhang hinab, über de» fis gelagert hatten.
.Hi-i", iaale er zu feinem Gffährten, indem er au? tüte» B^um zeigte, „hier bleiben Sie ft-, en und warten Sie, 6iS Da» Wild etwa hundert Schritt von Jbnrn frdternt ist."
Nivrrt fand den Posten ganz Vorzüglich gewählt, er lehnte sich gegen den Baum und, das Gewehr zwischen ber-, Betnrn hslirnd, lud er Boursault ein, da-ft be zu tun. <
„Nun", antwortete d'rsir, „so w' rde» wir zu nahe stehen, urd der nne wlrde dem andern d e Beute entreißen; ich habe eort gegenüber eb-.en Platz gewählt. Mmmern Sie sich nicht um mich; nach dem Trciten werd n wir uns bald wieder-
Langsam stieg" er dm Abgrund wieder hinauf und stellte sich dem Detektiv fast geqe über.
Rivrr; erichrak. Bon der Stelle, welch; Bo«r- : ,t eiunai-m? l,hersichte er ihn «ß«H und gar,, i. -3 Nenn eS den Anichern halte, ms wolle tr auf b n Mistf jchtexen, sio konnte .er ihm vcch .lerchr- < e Kn... in L-n Rlnien j.sgrrr« Sei» n.-^tun1 betet Argvryn te|de wieder, .--rber wuS ft-ll-e u M such kaum Zst -um Rachdrmsin» »ir laug -t. maxttxe Bestie r-r-uh plötz tch ar-3 dem Lickchl herocr.
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Grweh e griff. ■ _
Rivert rahm so g<u er ging eine schätzende Stellung unter deBaunte et* und legte an.
ifvllrr »jcht lange bauet»,, als zwei Büchsin» ff : u-b zwei gen-nie Schrei» die Lust i-.-rch draugen. -'er Wolf war nicht ge ; ff n aber brr ur.= g nSiiche Rivert p« rchdergrstürzt aus schwamm ist ftiaem tiger nt Blute.
iacfact stckrzie ivoursauir z« ihm, um fich von der Schw =.e ■ der BtzMmnvung zu überzenneu. Ex war äußerst bleich, lief erregt und Ließ u^zu'ammen- h: -- de Worte au-., welche den kebhastrst-n Schmerz Vl'siÜNd'N sklltkn-.