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M 242.

8u!ö«, Freitag den 21. Oktober 1904.

31. Jahrgang,

ständen von mindestens drei Wochen folgen können. Werden sie in kürzeren Zwischenräumen abgesandt, so har dies nur den Nachteil, daß der betreffenden Dampferlinie für die längere Zeit, welche das Schiff bis zu seiner Entladung auf der Rhede in Swakopmund liegen muß, ein recht beträchtliches Liegegeld zu zahlen ist.

* Karlsruhe, 20. Okt. 1904. Die ba­dische Generaljynode hat den Antrag der Rechten, d. h. der posttio Gläubigen, daß Männer, die ihre Kinder der evangelischen Kirche entziehen, von der Wählbarkeit in kirch­liche Gemeindeämter ausgeschlossen sein sollen, nachdem der Obrrkirchenratsprästdent Dr. Helbing sich dafür ausgesprochen halte, einstimmig angenommen. Es handelt sich also um ein Vorgehen gegen die Mischehen, bei denen die Kinder katholisch erzogen werden; als Strafe ist der teilweise Ausschluß, nämlich der von den kirchlichen Gemeindeämtern, festgelegt. Wir finden diesen Beschluß ganz in der Ord­nung, weil jede Kirche, die auf sich selbst etwas hält, das Recht für sich in Anspruch nehmen muß, unfolgsame Glieder auszuschließen, wie jede private Vereinigung dies auch tut. Wenn wir aber trotzdem auf die protestantische Ex­kommunikation zu sprechen kommen, so geschieht es nur, weil man der katholischen Kirche immer Intoleranz und Hartherzigkeit vorwirft, wenn sie auf bestimmte Verfehlungen den Ausschluß aus der Kirchs als Strafe gesetzt hat. Der Beschluß der badischen Generalsynode, der einstimmig an­genommen wurde, steht auf demselben Boden, wie die Exkommunikation der katholischen Kirche, über die man sich auf protestantischer Seite so häi fig auftegt.

* München, 20. Okt. 1904. Das neue katholische Gesellschaft!? Haus in Mün­chen sah am letzten Samstag zum erstenmal bei sich die katholischen Vereine Münchens vereinigt. Es war ein herrlicher Festabend, aus deffen Ver­lauf sehr bemerkenswerte Einzelheiten zu berich­ten sind. Nach der Weiherede durch Chefredak­teur Siebertz hielt der apostolische Nuntius Msgr. Caputo eine herzliche Ansprache. Im Auftrage des hl. Vaters erteilte er den apostoli­schen Segen und überreichte dem Chefredakteur Siebertz das Kreuz Pro Ecclesia et Pontifice „in anbetracht ferner täglichen und hohe» Ver­dienste um die katholische Sache." Reichstags­abgeordneter Speck feierte die Erstehung des katholischen Gesellschastshauses als rettende Tat, die einen Markstein bilde nicht «ur im katholischen Leben Münchens, sondern auch des ganzen Lun­des. In ganz Bayern habe dies Beispiel zur Nachahmung angeregt und schon gehe man mit dem Gedanken um, in Bamberg das gleiche zu tun. An die Mitglieder des Königshauses waren Einladungen ergangen. Der Prinzregent ließ „bestens danken" durch Ministerialrat v. Praun; der Regent ließ mitteilen, daß er der Einladung nicht Folge leisten könne, da er „während der hierfür in betracht kommenden Zeit von München abwesend sein werde." Auch Prinz Ludwig be­dauerte wegen Abwesenheit nicht tetlnehmen zu können. Prinz Rupprecht ließ mitteilen durch seine Adjutantur, daß er die „Mitteilung von dem erfreulichen Erwerbe eines katholischen Ge- sellschaftsheuseS gerne entgegengenommen" habe und sehr bedauere, wegen Abwesenhest nicht er­scheinen zu können. Prinzessin Therese, die Tochter unsere« Regenten, hat „mit freudigem Interesse davon Kenntnis genommen, daß es ge­lungen ist, den katholischen Vereine« Münchens ein für alle Erforderniffs genügendes Gesell- schaftShaus zu erwerben." Sie ist „überzeugt davon, daß eS für die ^Betätigung katholischen L-bens, vor allem für das Bewußtsein der Zu­sammengehörigkeit von großem Wert sein wird, ein eigene« HauS zu besitzen." Auch von Ptinz und Prinzessin Leopold und Prinz Arnulf waren fteundlich gehaltene Schreiben eingegangeu.

Berlin, den 20. Oktober 1904.

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Ar mich

Also wird man nicht daran zweifeln können, daß die Depesche wirklich echt ist. Herr Kekuhle hat bisher auch nicht bestritten, sie abgeschickt zu haben. Da aber die Depesche davon redet, wa« „diesseits" als unerwünscht angesehen wurde, ist die Ansicht des Herrn Hoffmann bewunderns­wert, daß die Aeußerungen des Schaumburgischen Kammertzerrn nur die „rein persönliche" An­schauung des Absenders enthalte, Bezeichnend ist, daß der Kommisfiorisbeschluß des lippischen Landtages sich mit den Anregungen des Herrn Kekuhle v. Stradonrtz durchaus deckt. Es ist von außen ein Einfluß auf dir Beschlüffe des lippe- schen Landtages zum mindesten versucht norden.

** Der Abg. Eugen Richter, der sich nach seiner Kur in Nauheim sonst des beste» Wohlseins erfreut, hat, nach der ,Fr. Deutsch. Presse', zur Zeit unter einem Augenübel zu leiden, das ihm das Lesen und Schreiben erschwert. Um dieses Uebel zu beseitigen,, hat sich Abg. Richter einer Kur unterzogen, die ihm bald wieder den vollen Gebrauch seiner Augen zu ermöglichen verspricht.

* Angaben, die der .Times' aus Peking uud Wien über eine Einmischung der deutschen Diplomaten in Sachen des er»glisch-tibeta«i- fcher» Vertrages zugegangen sind, veranlaffen die »Norddeutsche Allgemeine Zeitung' folgender festzustellen: „Weder bei China noch bei Rußland noch an anderen Stellen hat die deutsche Diplomatie in der Tibet-Frage amtlich oder vertraulich Schritte getan. Der Vertrag zwischen Großbritannien und Tibet wurde in Peking durch Veröffentlichung in einer Zeitung bekannt, ohne daß vorher der deutsches Ge- sandte von dem Worlaut des Vertrages unter­richtet gewesen ist. Die Zeitung soll den Ver- tragtztext aus chinesischer Quelle erhalten haben. Vo" der deutschen Gesandtschaft konnten ihr darüber keine Informationen zugehen. Nack der Veröffentlichung hat der deutsche Gesandte ge­sprächsweise auf dem chinesischen Auswärtigen Amt gefragt, ob der in der Presse gemeldete Wortlaut des Vertrages authentisch sei. Der Gesandte hat dabei ausdrücklich hervorgehoben, Deutschland nehme an der Angelegenheit keinerlei Interesse. Das ist alles."

?? Der PrSfideut des Abgeordneten­hauses beabsichtigt, zunächst noch am Mittwoch, den 26. d. M., eine Plenarsitzung zu halten, die folgenden beiden Tage aber für die Be- ratungen der Kanalkommisfion freizulaffen. Am Mittwoch kommen die fteifinnige Interpellation in der Mrbachangelegenheit und die Zentrums- Interpellation über die amtltchenWahlbedrückungen 'm Saarrevier zur Verhandlung. Der freiten» ervatioe Antrag zum Wahlgesetz dürfte auch in »inet der ersten Sitzungen zur Verhandlung temmeti. Die Kanalkommisfion wird trotz der Verzögerung, welche der Anschluß der zweiten Lesung deS Freihaltungsgesetzes erleidet, in diesen Aage» in der Lage sein, in die Beratung deS Rhein-Leine-Kanals einzutreten. Vor Beginn der ^«Handlungen über die Sesamtwasserstraßenoor- »^beabsichtigt der Vorsitzende die Frage zur Mf1 ™unS 8® bringen, ob noch zwei Lesungen £*2®! Vorlage stattfinden sollen, und wenn dies wird, ob diese zweite Lesung sich für iwen etajtlnen Teil der wasserwirtschaftlichen Jv’rtoge unmittelbar an die erste Lesung an- Mießen, oder erst dir ganze Vorlage in erster durchberaten und dann in die zweite Lesung nngetreten werden soll.

* D«S Herrenhaus wird feine nächste ^ermrfltzung nicht vor Mitte November ab- e« darf sogar angenommen werden, daß November heranrücken wird.

* Z«r lippischen Frage liegt in der „Lippifchrn Landesztg." eine Erklärung des Ab­geordneten Hoffmann, eines der Führer der Schaumburgischen Partei, über die Depesche des Herrn Kekuhle von Stradonitz vor. Darin heißt es: „Die fragliche Depesche, die ohne Namens­unterschrift, datiert Berlin den 8. Oktober 4 Uhr 34 Min. nachm, sufgegeben und erst am Sonn­tag den 9. Oktober mittags in meinen Besitz ge­langt ist, habe ich weder veranlaßt noch erwartet. Dieselbe enthält nach meinem besten Wiffen und Gewissen lediglich die rein persönliche, für mich absolut nicht maßgebliche Anschauung des Ab­senders. Das Ergebnis der Kommissionsver­handlungen des Abgeordnetenhauses bezüglich der Vorlage Nr. 78 stand bereits endgültig am Freitag den 7. Oktober mittags fest und hätte also schon aus diesem Grunde in keiner Weise durch die Depesche beeinflußt werden können."

** Auf ein Gesuch des Schlesischen Vereins zur Unterstützung von Landwirtschaftsbeamten an den preußischen LandwirtschaftSminiüer betreffend Regelung der Penfions- «ud Reliktenver- sorgnng -er Privatangeftellten von Reichs­wegen hat der Minister erwidert, daß nach einer Mitteilung des Reichskanzlers im gegenwärtigen Zeitpuntte noch nicht die Absicht besteht, die Regelung dieser Angelegenheit von Reichswegen in die Hand zu nehmen.

* Feine Moral. Noch ist die Gruft über den edlen König von Sachsen, diesem frommen Beter und Dulder, nicht geschloffen, als schon gewisse „nichtchristiiche" Blätter über denselben zu Gericht fitzen: allen voran spricht natürlich das,Berl. Tagebl.' de« Rudolf Moffe. Daß es König Georg als „ausgesprochen klerikal" be­zeichnet, ist nur ein Ehrentitel für den edlen König; aber es schreibt weiter: „Der König konnte sich wohl nicht völlig aller Schuld an diesem unverzeihlichen Streich der lebenslustigen Kronprinzessin freisprechen, insofern er der Be- tfitigung ihres Lebensdranges im Dresdener Hof­leben allzuwenig Raum gelassen hat." „Betätigung des Lebensdranges" heißt diese moderne Lüge, statt daß man sagt: Verletzung deS göttlichen Sittengesetzes; „Betätigung des LebenSdrangeS" forderte dasselbe Blatt ja auch für die Wilden in Neupommern, die die katholischen Missionare hinschlachteten. Nun wird bekannt wie die liberale Presse, gerade das ,Berl. Tageblatt' über die Missionare geschwindelt hat, als es behauptet, diese seien gemordet worden, weil sie die Viel­weiberei nicht gestattet. Ohne Scheu tritt das Blait gegenüber den Schwarzen für die Viel­weiberei ein; da« ist ein Fremdkörper in der deutschen Anschauung und deutschen Sitte; es ist weder christlich noch deutsch und doch hat dieses Blatt 93,000 Abonnenten! Welche Maffenver- giftung.

* Zulager» für Lehrer ««d Lehrerinnen. Der Kultusminister hat den Regierungen Mittel überwiesen zur Gewährung einmaliger per» sönlicher Zulagen für Lehrer und Lehrerinnen an öffentlichen Volksschulen, die sich um die Förderung des deutschen Volksschul­wesens verdient gemacht haben.

§ Der Hinweis der »Nordd. Allg. Ztg.', daß wegen der ««günstiger» Lnndnngsverhält- nifse itt Swakopmund die gleichzeitige HerauSsendung aller zur Niederwerfung des Auf­standes im Süden unseres Schutzgebietes in Südwestafrika notwendigen Truppen nicht an­gängig ist, wird von einer Seite nicht für stich, haltig angesehen. Es wftd dagegen angeführt, daß bei einer gleichzeitigen Landung aller er­forderlichen Truppen die zunächst gelandeten „vielleicht ein paar Tage" untätig in Swatep- mund sitzen müssen, ehe die Letzten gelandet sind, und wird deshalb vorgeschlagen, die Truppen eventuell nach der Landung staffelweise abmar­schieren zu lassen. Die zuerst gelandeten werden alsbald in Abmarsch gesetzt, und die später ge­landeten rücken dann „einen oder zwei Tage" später ab. Wenn die gleichzeitige Heranbringung der Truppen so leicht wäre, bemerkt dazu das offiziöse Blatt, müßte man sich wundern, daß unsere Miliäroerwaltung nicht auch schon auf diesen Gedanken gekommen ist, und es läge dann allerdings kein Grund vor, die erforderlichen Truppen nicht auf einmal abzusenden. Leider ist die Sache aber nicht so einfach! Die Verhält­nisse sind so ungünstig, daß es sich bei der Landung eines Schiffes nicht um „ein oder zwei" oder „ein paar Tage", sondern um Wochen handelt. Denn durch die besonders großen Sandmaffen, die der Swakopfluß in diesem Jahre bei seinem Anschwellen in der Regenzeit dem Meere zuführte, hat sich eine Barre vor dem Hafeneingang gebildet, die von den Leichtern, die die zu löschenden Gegenstände an Land bringen, nur während der hohen Flutzeit passiert werden kann. Sa in der Nacht — wegen vor- gekommener Unglücksfälle — nicht gelöscht werden darf, so stehen also nur wenige Stunden den Tag über zur Verfügung. Hin und wieder werden die Landungsverhältnisse durch besonders starke Brandungen, die auf der Barre stehen, so ungünstig, daß tagelang überhaupt nicht ge- landet werden kann. Bei diesen Schwierigkeiten hat man sich nach einer wetteren Landungsstelle umgesehen und hat versucht, die alte LandungS- stelle, die trllweise versandet ist, zu benutzen und hierzu besondere Flöße gebaut. Zum Teil hat dies auch Erfolg gehabt, aber nur zum Teil, denn an die;« Stelle bereitet wieder die dort immer vorhandene starke Brandung ungewöhn­liche Schwierigketten. Alle diese ungünstigen Verhältnisse sind so groß, daß die Entladung eines Schiffes, welches ein Bataillon zu drei Kompagnien nach Swakopmund bringt, drei bi« vier Wochen in Anspruch nimmt. Hieraus er­gibt sich, daß sich die Transporte nur in Ab­

• Der russisch-japanische Krieg.

Nach zehntägigem Ringen ist eine Pause in den furchtbaren Kämpfen in der Nordmandschurei eingetreten. Aus Petersburg kommen zwar noch immer die ungeheuerlichsten Siegesnachrichten, allein die amtliche Berichterstattung weiß nichts von solchen Dingen. Der an Erfolgen so arme, an Niederlagen desto reichere Kuropatkin würde gewiß nichts verfehlt haben, alsbald nach Petersburg zu berichten, wenn es ihm gelungen wäre, eine Wendung deS Kriegsglückes zugunsten der Russen herbeizuführen. Die Sachen stehen zur Zeit wohl so, daß beide Teile, erschöpft von den zehn Tagen blutiger Kämpfe auSruhen, um für eine neue sicher alsbald bevorstehende Schlacht Kräfte zu sammeln durch Ergänzung der Mannschaften und Munition. Die Tatsache bleibt bestehen, daß KuropatkinS pomphaft ange» kündigt« AngriffSplan auf der ganzen Linie mit

ungeheuren Verlusten für die Russen gescheitert ist. Andererfttts ist es den Japanern am Schaho ebenso wenig wie bei Liaujang geglückt, die Russen so entscheidend zu schlagen, daß diese die ganze Nordmandschurei hätten preisgeben müssen. Der bei bet Armee des Generals Oku befindliche Berichterstatter meldet in einer am Mittwoch in Fusan ausgegebenen Depesche: Rassische Karten, die von den Japan«« erbeutet sind, zeigen, daß die Russen ihren Rückzug organisiert hatten unter Festsetzung der Punkte, wo während d« Ver­folgung Widerstand geleistet werden sollte. Dies erklärte die Langsamkeit des Marsches der Ja­paner ur.b ihren Mißerfolg bei dem Versuch, den Russen ben Rückzug zu versperren, bet mit seht großer Geschicklichkeit geleitet wurde. Ihb«» dies war das Gelände von Schlachten durch» zogsn, die den Vormarsch hinderten. Die japa­nische Kavallerie brachte ömch Uebnschreiten des Hanho die Umgehungsbewegung der Russen zum Scheitern.

Das Schicksal Port Arthurs tritt wieder mehr in ben Vordergrund, nachdem die Kämpfe in der Nordmandschurei für eine Weile zur Ruhe gekommen find. Die Nachrichtenfabrik in Tschifu hat ihre Tätigkeit wieder eröffnet; dem Londoner ,Daily Telegraph' wird von dort unter dem Datum des 19. Oktober gemeldet:

Ein von bei Belagerungsarmee aus Port Arthur hier eingetroffener japanischer Kaufmann berichtet, daß die japanischen Verluste v»r Port Arthur mehr als 50,000 Tote betrugen. Die Soldaten litten jetzt auch unter der Kälte. Die Lauvt-Artilleriestellung der Ja­paner bestehe aus 400 Geschähen, die in der einte von den WolfSdergen bis Takuschan stehen. DaS Fe.-er dieser Geschütze könne für die Festung erst dann ver- hänzniSvol werden, wenn die vorgelagerten Forts zum Schweigen gebracht find. Die Nachrichten von der baltischen Flotte veranlaßten die Japaner dazu, ihre Anstrengungen zu erhöhen. Sie zö„en Verstärkungen zusammen, auch werde die Beschießung heftiger und beide- deute aus einen neu n Angriff hin.

Dazu ist zu bemerken, daß, wenn Japan« oder Chinesen ausschneiden, fie dieses Geschäft auch immer gleich gründlich besorgen.

W. London, 20. Okt. 1904. Reuters Bureau meldet aus dem Hauptquartier des Gene­rals Oku vom 18. Oktober: Ein japanisches Detachement von fünf Bataillonen und drei Batterien, das auf der Verfolgung zu weil östlich b« Eisenbahn geriet, wurde von zwei Batail­lonen Russen angegriffen und büßte dabei acht Geschütze ein. Das allzu große Selbstver­trauen der japanischen Soldaten trägt Schuld an diesem Vorkommnis. — Dem .Standard' wird aus General Kurokis Hauptquartier vom 17. Oktober gemeldet: Kuropatkin kämpfte ein Rückzugsgefecht. Es erscheine aber nicht unmöglich, daß er trotz der gemachten bösen Er­fahrungen noch einmal angreife, da seinen Leuten befohlen worden ist, fich unter keinen Umständen auf Mulden zmückzuziehen. — Derselbe Bericht­erstatter meldet vom 18. Oktober Üb« die Ver­nichtung eines russischen Bataillons beim Ukberfchreiten des Taitseflusses: Das Ba­taillon sei von den Japan«n eingeholt und durch Maschinengeschütze fast vollständig vnnichtet wor­den. Dies sei die erste bem«kensw«te Leistung der Maschinengewehre in diesem Krieg.

W. Londo«, 20. Ottbr. 1904. (Reuter.) AuS dem Hauptquartier des Gen«al« Oku wird unter dem 19. Oktbr. telegraphiert: Die rechte und mittlere Armee hielten während b« Schlacht ihre Stellungen und rückten gleichzeitig vor. Das russische Detachement, welches die Flanke d« rechten Arm« angriff, wurde nach Osten zurückgetrieb«. Die Linie der Japan« hat dieselbe Form, wie bei Beginn -«Schlacht, jedoch 24 Kilometer nach Norden vorgeschoben. Die Armee hatte am 19. Oktober Ruhetag; die Ruhe wird wahrscheinlich noch mehrere Tage bauernJ

W. Petersburg, 20. Okt. 1904. Der,Bir- schewija Wjedomosti' wird von ihrem Korrespon­denten aus Mulden vom 19. Oktober tele­graphiert : Die Kosakknabteilung deS Generals Mischtschenko kam mtt zwei Bataillonen deS Feinde» inS Gefecht. Das Feuer der russischen Artillerie war so gut, daß der Feind gezwungen war, sein Feuer einzustellen. Die Infanterie auf unser« Westf ont ging gestern zurück. Eine Abteilung der Vorposten umzingelte gestern ei« Bataillon Japan« und zwang fie zur Uebergabe d« Waffen. Die Russen besetzten die Stellungen im Süden deS Dorfes Schatze. Die Japaner gehen langsam zurück.