31. Jahrgang.
Hulda, Donnerstag den 20. Oktober 1904.
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zeichneten Zimmers.
Beim E bffnen der Tür, trat ihm eine alle Frau
J)euts£h£s5ekh
L. Beiahorn.
--lNachdruck verboten.)
a
„ ewiß nicht! Aber wann Werde ich S.e Wiedersehen ?"
.Ich hoffe, Sie auf Ihrem Heimwege noch ein wenia b.g!e-. en zu können, sonst pbenfaUS morgen; tuaS sich auch ereignen wag, ich werde Mittel und Weg« finde«, Sie wieder autzufuchen."
Zögernd betrat Albert die Schwelle der ihm be-
Billeneuve aus ihn wartet."
Die Alte ging sofort ins Nebenzimmer, tm den Anftreg auszuführen. CH >stian schien diesen Besuch schon erwartet zu hab n, denn kau» hatte er den jungen Mann erblickt, als er ihm in herzlicher Weise die Hand cntgegerstrecke und ihm eben Sucht ncb'n sich a; bot.
trug.
„Ich wünsche Herrn Cdr.stian Fe sen zu sprechen", war bte Antwort, „sagen Sie ihm, daß der Leutnant
'„Was wünschen Sie?" fragte sie verlegen, al» sie daS O denSband sah, welche» Albert im Knopfloch
Mitteilungen Räsehaf-s finden so srgn Sie es mir: gern w rbe ich Jqnen über alles Au-schluß erte.len."
Es trat eine kurze Prüfe ein; darauf begann endlich d r Alte mit bewegter Stimm -:
„Bor zwtwz'g Jahren wähnte ich in Kopenhagen ; ich batte em schönes Märchen geh tratet, welches zu den ftinßen Familien de« Reiches gehör'e, und welck'S nicht gezög rt httt«, ihre Hano ei-em Manne zu reichen, der vielleicht in zu Hadem Alt r zu ihr stand, denn ich war vierzig Javre alt und sie kaum zwei- urkza>a>z g; fi: war >eich unb ich hat e ein schönes Einwmme-, genug, alles verkündete mir eine sorgenlose tzx st nz; jo, dies war der glück ichste Abschtttt meines Lebens. Jr den eisten Monaten unserer Ehe machten wir groß- R isen, wir besuchten die Haupt- tädte Europa»; zuerst fuhren wir nach Lon.orr, dann tu ch Deutschland nach Italien, und sch ießlich kamen vir nach Paus, welche wir unS als Endziel uns-rer Reise g-stellt hallen. Pans, wie Sie wohl wissen, gehört jeder Nato« an, der russische«, englischen, am r kamschen, deutsch'« oder dänffchen, Paris bildete das Ze! all r Träum-; es übt einen wunderbaren Zauber aus, dem die Welt nickt widerstehen tc."r. So zi g eS auch rannet jungen Freu u»d mir f v r war n wir ia dt scr Stadt, die so einzig in ihrer Art >st, tu gelang*, als Wir glaubten, ein irdisch s Par«die» bet e en zu haben. Aber weh mir, welch grausame» schmerzliches ilvglück sollte mir hi r beoo.-« tehen Sei es, daß die vielen Reisen ueb Zerstreuungen die Sesundheir m iner ieu en Frac untergraben hatten oder daß sie schau eine tn»ere Krankheit in fick trug, »»nog, nach zwei Moralen unseres Aufenthaltes in Pnis starb sie, indem fie mich dmch die Geburt einer Tochter beschenkte.
„Ich vermag Ihren meinen Schmerz, meinen i mnwer uid meine Brrzweiflung, welche mich neben der Dahingeschieden n ergriff, nicht zu schilder», und obwohl schau 20 J-h e sei: j-nem ÜuglückStage vec- ss u find, so 'Mpfi de ich doch denselben Schmerz, und rufe za Gott, daß er mich von meinen Leiden erlösen wolle.
i die Wied-rhrrstellung des deutschen Ansehens zu denken, kommt uns weder moralisch, noch klug, noch des deutschen Namens würdig vor.
Die unangenkhmste Uebereckchuna hat der Abfall der für ga* z zuverlässig gehaltenen und | deshalb auch im Feldzuge gegen die Hereros ver- I wendeten Wiiboois uns bereitet. Die Erklärung, die Hendrik Witbooi dafür gibt, erscheint uns recht glaubhaft. Er sagt, die Wiiboois hegten di; Besorgnis, daß man sie entwaffnen wolle. Mit dieser Besorgnis verbinden sie die weitere, daß man ihnen ihren Besitz an Land urd Vtth nehmen wolle. Wir begreifen ihr Mißtrauen. Unser; Kolonialhelden, die das Fell des schwarzen Bären längst verteilt haben, ehe fie ihn erlegt halten, haben immer gepoltert, man müsse die Rebellen unbarurherzrg bestrafen, ihnen nicht allein die Waffen, sondern auch Land | und Vieh nehmen und sie za Sklaven machen, j Die Witboois, die den Feldzug mitmachen oder sonst mit den Deutschen in Berührung kamen, werden die gleichen Drohungen wieder uns wieder g hört haben. Was wunder, wenn sie mißtrauisch reutten und dachten: wenn erst die I Hereros bezwungen sind, so kommen wir an die Reihe? Ist doch auch vielfach davon die Rede gewesen, daß man sämtliche Eingeborenen ent- ! waffne i, d. h. ausrauben müsse. Daß die Witboois dem zuvorkommen zu können und zu müssen glaublen, ist um so begreifi cher, als sie in dem Hererc-Feldzuge manches gesehen hoben mögen, was ihre Furcht vor der deutschen Macht abschwächte. Dem Hendrik Wi.booi ist in diesen Tagen mehrfach das Zeugnis ausgestellt worden, daß er im allgemeinen ein anständiger, eh kicher und in seiner Art frommer Mann sei. Daß er dumm oder heimtückisch sei, sagt man ihm nicht nach Er wird also wobl nicht ohne wichtigen Grund dem Drängen seiner deuischfrirrdltchen Häovtlinge nachaegeden h^ben.
Mag es arch bei gewisser. Leuten (deren patriotische Leistungen, außer, srweit sie in Worten bestehen, uns übrigens nicht näher bekannt sind) als Verbrechen am Väterlande verschrien werden, ro r können nicht umhin, immer wieder zu betonen, daß wir an die völlige Schuldlosigkeit der Weißen gegenüber dem Ausstande nicht glauben und eine gründliche, unparteiische Prüfung der Gründe fordern müssen. Nachdem einmal das Unglück angerichtet ist, muß nun freilich alles daran gesetzt werden, um den Aufstand nieder- zu werfen. Das fordert tflcht sowohl unser Ansehen bei den schwarzen Eingeborenen unserer Kolonie, als unser Ansehen vor der übrigen Welt und damit unser Lebensinteresse. Wollten wir die Kolonie preisgeben, so würde uns das überall bei Freund und Feind scha' en Handelte «s sich blos um Hereros und Hottentotten, so würden wir sagen, man solle ganz Südwrst- afrika fahren lassen und keinen Mann und keinen Groschen mehr dafür opfern. Es ist ja doch zum großen Teile eine uvwirlliche Sandwüste, und die Hunderte vcn Millionen, die sie urs
„Ach", fügte tet alte Tom hirzu, „wenn t8 von mir aUein abhinge, ich n ürde schon die wenigen Tage, welche mir noch im Leben bl iben, riskieren; aber daS unzlück iche junge Märchen! Sie find ja zu allem sSH-g."
„Sprechen Sie, sprechen Sie!" ruf Albert hast'g
„Nein, noch darf ich nicht, noch muß das Geheimnis in meinem Innern verschloflen bleiben, ober morgen, wenn Fersen in seinem Srwe'gen verharren sollte, versichere ich Sie, daß ich Ihrem Aren Baier und Ihren All-S rffenbcim werde. Doch nun hcke-r wir unser Z el ern-cht. Treten Sie also ein, Herr Siu'nant."
„Wollen Sie denn n cht miifcmmen ?" fragte Albert vrrw mdert
„Nein, weine Gegenwart könnte Fersen vielleicht unang-nehm sein. Er ist bester, daß ich Sie all-n last'. Vergessen S.e indessen richt die Ratschläge, welche ich Jhn-n etteikt habe."
□ Vie vorläufige ttostenrechnung-
Zweihundert Millionen Mark wird uns die Niederwerfung der Aufstände in Südwestafrika kosten. So haben nach der,Schles. Zeitung' „gut unterrichtete koloniale Kreise" berechnet. Man darf vielleicht noch einige Dutzend Millionen zulegen, ba„ die „kolonialen Kreise" vermutlich keine Schätzung aufstellen werden, die ohne Not verstimmen und erschrecken müßte. Schon jetzt sollen die Ausgaben für Südwestafrika sich auf mehr als 100 Millionen Mark belaufen. Wenn das richtig ist, so scheinen uns die Zweihundert Millionen sicher als zu niedrig gegriffen. Man hat uns gesagt, die völlige Niederwerfung der Hereros könne noch Jahr und Tag dauern. Nun haben mir es euch noch mit den Bonvel- zwarts, den Witboois und wer weiß, was schließlich noch alles für Hoitentottenfiämmen, am Ende vielleicht mit t ec gesamten eingeborenen Bevölkerung außer den Bastmds von Rehoboth zu tun. Da wollen knappe 100 Millionen kaum ausreichend erscheinen
Wenn der Reichstag die Gutmütigkeit besitzen wollte, allen „Geschädigten", sogar denen, dis uns durch ihre Habgier, Betrügerei und Ge walttätigkeit den Aufstand eingebrockt ha' en, „volle Entschädigung" aus der Reichskaffs zu gewähren, so würde die Kostenrechnung noch um eine hübsche Reihe weiterer Milli-| onen anschwellen. Je mehr uns indeß der! Ausstand cn Gut und Blut kostet, um so | weniger wird hrffenllich der Reichstag gen-igt i sein, blindlings dos Geld wegzuwersen an südafrikanische KaltUitiäger ohne Unterschied. Die Fruxe, wer an dem Aufstande schuld fei, ist jr vorläufig bei Seile geschoben morde". ! Jemehr ate- von unpa' teiischen Kennern der \ Verhältnisse geplaudert wird, umso wahrscheinlicher wird es, daß die so heftig angefeindeten protestantischen Miffionare mit ihren ersten Schilderungen des Tuns und Treibens der weißen Konquistadoren koch nicht so arg übertrieben hatten. Es sind in letzter Zeit gerade Aruße- rungen von Farmern veröffentlicht worden, die doch kaum einen Zweifel darüber laffen, daß Händler, Ansiedler und sonstige Weiße durch ihr rücksichtslos betätigtes „Herren"- und „Heber-1 Menschentum" ganz wesentlich an dem Aufstande mit Schuld tragen.
Selbstverständlich ist es unzulä fig, alle* Farmer, Händler, Beamten und sonstigen W-ißen zu beschuldigen. Aber, aber, es muß da unten tm Süden doch unglaublich „unregelmäßig" h?r-1 gegangen sein. Das beschönigen und vertuschen j zu wollen mit der Begründung, jetzt sei es patriotische Pflicht, alles andere zu vergeffen und nur an bte Nrederwersung des Ausstandes und
wunderbare Fügungen.
Eine Erzählung, übersetzt aus dem Jtaltentschen von
Verantwortlicher n
Lchristleiter:Z»f.vaum
, KÄT-».. roonenbeiiage: „Illustrierte Sonutagrzeitung"
„Er ist al'o ihr Baler?"
„Jawohl, Herr S-u!r.ant. Sie werden atfo sehr K'chr begreifen, wie sehr ihm daran liegt, eine Unter- rebung mit Ihnen zu haben."
Albert erschrak.
_ „Ihr Baiir?" wiederholte er mit schwacher *t«rraie, indem eine Flut vm Gedanken ihn b stür-n- »Wie rst es bann wözllck, daß Helene von ikm bat Ie6t und mehrere Jahre in Irland gewohnt in > welche Ro> e lpieken Boursault und Laura : oc.ui ® vssnen ctr -cm, nui ,.«> cmc uue grau
- Drama, Leute, deren Gegenwart mich stets entgegen, welche ihn mit mißtrau ss en Bl cken ansah
önBebacen erfüllt hat?" -
„Toni schüttklte bed-nklich den Kops.
werden ba‘b alles erfahren", antwortete er, in ^^'"ken &te, daß von dem Aogeabl cke an, c®,tt Ihnen feite E tbüUang »emacht h tt, Fräulein rftn t!.1" ^<r Süßten Gefahr schwebt. Sie müssen o.lvfvrt die strengst n Mcßregeln ergreifen, um fie feu und zu schützen. Gehen S e indeff-n ihr vorfichtig z, Werke und lassen Sie sich hierin *•« Ihrer Schwester unterstütze,." -schütteo'^ ' Si£ schrecken mich", rief A.bert
„Wer hat ihn hierher gesühtt?"
„Ich-"
„Zi welchem Zweck ?"
„Das wird er Ihnen selbst fugen. Er muß sich «egen Sie auksprechen, er weiß, daß Sie Fräulein
-Helene lieben a.tb daß fie Ihre Liebe erwidert."
„Steht er Fräulein Helene so nahe?"
„So nahe, wie Herr Billeneuve zu Frau Jobaura de Rennevilie."
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5ernsprecher Ur 9°
lichst anzuvossen. Btt jugendlichen Mi-iderweiten ist best Erzlehnng»z-v ck in erster Linie Rechnu g zu tragen G istig Mi»derwerte, die aemeinge ähtttch find, mLffei a 'ch rach beendetem S:rafvollzuqe in aeeqietea Aaftatten o:rwihrt werden, ihre Ettlassang kann rur besiegt und widerruflich er olgen G-ist-g Minderwerte, bte nicht g-mtt g-fäorlich sied, bleiben mit Volltug der Strafe unter staatlicher Gesundhetts- aufficht, deren Damr durch Urteil bestimmt wird Die Unterbringu-g in e ne gamiite o'er die Äefiellung einer besondere-! Pfleg-rs find zulckfig. Die Notwendigkeit solider Sichecungimaßregeln ist durch em; besonderes V rfahrrn flflzustell n, daS gruidfätzlich vom Emmünbigiingsoersahren getrennt zu hatten ist.
Hinfichtltch der Jugendlichen. DieStraf- münoigk-it ist dir zum vollendeten 14 LebenS- ,apre bnaufzurück-n, Tas Kriterium der für die Strafbarkeit ersorde-liche t, Einsicht wird beseitigt. D e Jugend soll kein Milderungsarund für die Abraeffung dec Druer der Strafe sein. Das Anwendungsgebiet '"er Ge dstraw md der B rwetse ist zu erweitern är» statt und neben d>r Strafe kann Zwangs- und Fürsorgeerziehung aigeortmet roetbm Die Ha'tung der Gewalthaber (.'«ater, Vormund, Pfleger) der Jugenilichen für die Schadenriolgen ist zu verstärken. Htnfichtiich des Strasp-ozesses urd Strafvollzuges wird vorgeschlagen, die Anklage- Pflicht der StaatranwLltfchaft g'g?niibcr Jugend! chen zu beschranken, an die Stelle dec An'laze kann An- z ige beim Vormundschaftsrichter behufs Anord u.ig geeigneter Maßnahmen treten. Taugliche Aurkunns- personen, insbesondere a^ch entsprechend vorgebitdete Aerzte find behufs Prüfung der ZurfchunzSfähtgkeitzuzu« ziehm. Die Orffentlich'eit des Serrabreni gegen Jugendliche ist zu bflchcä ken, nur Gewalthaber, Äeeljvrger, Lehrer, Dtenä- und Lehrherrn mb ähnliche in persönlicher B z ehuua zu den Jugendl'chm stehende Personen find z"zulassen.
Die Untersuchungshaft ist derart zu ordnm, baß dec JuMdliche in der Regel allein, niemals ober zusammen mit Erwachsenen vei wahrt wird- Dec rleiche Grundsatz soll auch den Vollzug der Fceiyeiic- strasen beherrschen, der in besonderen nur für Jugendliche bestimmten Ai. statten e> folgen soll; babei soll dir geistige, sittliche und kö p iliche Erziehung der Jugenv- ttchen neben d m Ernt! der Strafe zur vollen G ettung gelangen. Strafaufschub und vorläufige Entlassung slllen zrr autzedehntesten Anwendung kommen, die Fürsorge für die attS der Strasan- stolt vorläi fiz oder enbgtuig eitlaffenen ttugeiidlichen ist staatlich zu orga uneren. D e Bestrafung des Jugendlichen ift in den Strasregiste-n zu löschen, wenn er sich innerhalb angeraessencr Frist t.d llos verhalten hat.
+ Nach den amtlichen Mitteilungen aus der Verwaltung der direkten Steuern im preußischen Staate sind im Steuerjahre 1903 im ganzen 567,418 Lieser - Erklärungen abgegeben werden, wovon 135,505 — 23,9 °/o teils durch förmliche behördliche Beanstandung, teils im W-ge der Verständigung mit den Deklaranten berichtigt werden mußten. Das hierdurch ermittelte höhere Jahreseinkommen belief sich auf insgesamt 198,213.280 Jt. und bedirigte einen höheren Ernkommenstmer-Betrag von 6,469,654 Jfc. Gegenüber den Angaben in den beanstandeten Steuer- Erklärungen ift das Eir kommen tm 26,1 °/o höher ermittelt worden, und die h'erdurch bedingte höhere Steuersumme übersteigt die Steuersummen, welch? dem deklarierten Ein komm?« ent
setzt kostet, kommen in absehbarer Zeil sich r nicht, wahrscheinlich überhaupt nie wieder heraus.
Wcs hätte sich mit den Millionen, die da im Wüstensande versickern, Nützliches und Fruchtbringendes in Deutschland leisten lasten! Nachoem wir nun einmal in dem kostspieligen Unglück fitzen, hat es hoffentlic । wenigstens das Gute, uns eine unvergeßliche Sektion in der Kolonialpotitik gegeben zu h iben, so daß wir gründliche Reformen vornehmen und begangene Fehler nicht w:eserhol«n. Müssen wir 200 Millionen und mehr für Süd wrstafrika wegwerfen, fo wilden natürlich am, die übrigen Kolonien darunter leiden müssen, denn die uns für sie zur Verfügung gestellten Mute! werden nun erst recht knapp werden.
MWUM
Zeitung
Momkbeiiage: „Zuldaer GeschichMStter".
scheint täglich, mit ^atne^me der rsmr- T»b Stiertage, viertel- Ml.vtzugrprei, sine vringerlohn und VesteLaeid in Sulda und ^5rtsimt.50Pfg
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„Ich habe die Zusammenkunft sehnttchsi g wünscht", begann Fkrffn, denn ich habe Ihnen vieles mitzul"ck-n. Tom wirb Se herher geführt haben. Sind Sie unterwegs niemandem begegnet?"
„Daß ich nicht wüßte."
„Diese Frage ist für mich von genfer Wichtigkeit, beim es bett ff Helf ens Sicherheit."
„Sie befürchten also auch, baß sie in G fahr schwebt?"
„Seit zehn Jahren lebe ich in dieser b-ständ gen Angll."
„Meso?"
„Sie find ein recht chcff.mr junrt Mann, Helene hat wir gesagt, daß ch nuch auf Zh e Ehre verlasse, könnte. Sie liebt Sie so innig, rate Sie fie lieben; aber mein Gott, welche Hird-rmffe werden «och da- zDffcheu trete«!"
„Wie soll ich daS versieben? Erklwen Sie sich."
„Tom wirb Ihnen gesagt haben, daß ich Helenens Vater bin." ,
„Jawohl."
„DaS arme Mädchen! Wie lange sind wir schon getrennt und erfreue < uns unserer Liebe nich! Ader sprechen wir nicht weiter darüber, lassen Sie mich vielmehr den Grund sagen, weshalb ich Sie habe kommen lassen."
Währeno der Hie so sprach, hatte Albert ihn mit großer Aufmerksamkeit beo acht-t, ersah, welche tiefe GemütSvea egmig seine Züge bthnCeiei», und wie baS iort-- Shrenoe Leiden seine Nerven erschlafft Haden mußte. Es schien ihm große Anstrengung zu verursachen, in seinen Mitteilungen lortzutahre .
„Bevor ich die Geschichte meines Lebens berihre", begann der Uag'Scklicke nach einer Pause, mvffen S e mir das feierliche Versprechen geben, die strengste Verschwiegenheit über meine Mitteilungen so lange zu bewahren, bis es mir gestattet fein wird, offen gegen mein Feinde aufjntret'n "
„Jch g-be IHv- n dies, SBerfp echen, wofern Helenens und weine Etzre niat auf dem Spiele stehen."
„DaS >ft f'lbstoerfiLntl'ch. Sollen Sie in meinen
Berlin, den 19. Oktober 1904.
* Hochzeit? - Geschenke für den Kronprinzen. Die am 15. d. M. in Berlin abgehaltene Konferenz der preußischen Landes-Direktoren hat über die dem kronprinz- lichen Paare bei seiner bevorstehenden Hochzei darzubringendin Gaben verhandelt und ist babe ; übereingekommen, daß jede Provinz für sich nach ihrer Eigenort ihre Gabe darbringen soll. — Einfacher macht man die Sache in Mecklenburg, wo am lö. November der Landtag zusammentritt und u. a. auch Beschluß fassen wird über die Prinzefsinnen-Steuer für dieHir- zogin Cecilie zu Mecklenburg in Rücksicht au: die im Frühling nächsten Jahres bevorstehende Vermählung mit dem Kronprinzen des Deutschen Reiches und von Preußen. Die Zahlung dieser intereffantenPrinzessinnen-Steuer beruht auf einem alten Erbverglrich vom Jahre 1755; 50 sind pro Mann in solchen Fällen zu entrichten. 70,000 A beträgt die Gesamt Snmme, welche das mecklenburgische Volk der Schwester seines Großherzogs als Mitgift auf den Weg nach Berlin g:bt.
W. Einen bedeutsamen wetteren Schritt auf bim Wege der Reform des Strafrechts bilden die beiden Befchlüsse, die auf dem 27. deutschen Juristentage in Innsbruck betr. der strafrechtlichen Behandlung der geistig minderwertigen Personen und der strafrechtlichen Behandlung der jugendlichen Personen gefaßt worden sind, welche eine fast einstimmige Annahme der aus nah und fern, aus Devtschland, Oest r»eich uub der Schweiz herbrigeeilten Vertreter fanden. Die Grundzüge der Beschlüsse lassen sich mit der .Deutschen Juristenztg.' wie folgt skizzieren:
Betr. v er gei-ig Mindermerten: Der Begttff der ßemirbnten ZurechnungSttih-tzkttt w,d im Geg-.nsrtz zu bn bisherigen strafrechtliche« Th-orie ar erkannt und als Voraussetzung geminderter Stras- batirit behandelt. Der Sirvf-oll'ug ist nach Z-it, Art unb Ott dem Zustand der Minderwertigkeit lun-