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Maer W Zeitung

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31. Jahrgang.

gnlto, Dienstag bett 18. Oktober 1904.

M 239.

mmaKdÄagc: „Zuldaer GeschichttMttek"

Druck unb verlas der ZulbaerAettenbrncker^ in Zulba (harmonief Zenrsprecher Rr° 9.

Änsetgeni Me et» ßpattige Petitzeile »der deren Saum Jl Pf». SeNamen die PetitzeM 25 pfg.; bei Wieder­holungen wird entspr. Rabatt gewShrt.

mW t»gNch, mit -) Lssahme der Sonn» ÄzettrttS« Pieri* Ahrl-Sezu-rpreir .»ne vriugerloh« und ^»eLflelbinSulbaunb ^WirirlM-sopffl

verantwottlicher jchristIeiier:Zof.Vanm

wocheadellag«: „Illustrierte §onntag;zettung

ventschei Selch.

Berlin, den 17. Oktober 1904.

* JameS Bimo«, Chef bei bekannten BerKner Handelshauses Gebrüder Simon, soll nach dem ,RL Journal' zum MÜgliede des Herrenhauses ernannt worden sein. JameS Timo« hat masnigfalttge Kunstwerke im Werte von Vit bis VI«. Millionen für das am 18. Oft. ju eröffnende Kaissr-Fttedrich-Mussum geschenkt. Zugleich ist er Inhaber eine» reichen Handels­hauses für Baumwolle. Man weiß nicht, wel» cher dieser Betätigungen er seine Berufung ins Herrenhaus verdankt. Die Firma soll hoch in Gunst stehen bei dem Mzeadmiral Hollmann von der Astatischen Gesellschaft, der häufig in der Umgebung deS Kaisers weilt. In einem ganz intime« Kreise soll daS Gerücht von der Berufung SimonS ins Herrenhaus schon vor einigen Mo­naten zirkuliert haben. „Ein neues Zeitalter klopft an die Tore deS Hauses der Herren , sagt der .Vorwärts'. Den .Hamb. Nachr.' ßeht auS Berlin vox einer Seite, die bei James.Si­mon selbst anfragte, die Mitteilung zu, daß dem angeblichen neuen Herrenhausmitgltede selbst von dieser Berufung noch nichts bekannt sei. Im übrigen hat der Gefragte fich jeder Aeußerung enthalten. Auch an amtlicher Stelle hat der Ge­währsmann des Hamburger Blattes nichts er- fahre» können.

* Der Minister des Inneren und der Handels- Minister machen bekannt: In der Rheinprovinz finden auf diejenigen Ka«f«a««»aerichte, deren Bezirk nicht über den Bezirk eines auf Grund des Gesetzes vom 11. Juli 1891 be- stehenden Königlichen Gewerbegerichts hinaus­reicht, die von den Vergleichskammern handeln­den Vorschriften der §§ 9 und 10 dieses letzteren Gesetzes sin»gemäß Anwendung.

(.) In den Räumen der Dresdener Bank in Berlin fand am Freitaq nachmittag die Gründung der De«tsch Westafrirauische« Bank alS Deutsche Kolonial-Gesellschaft mit dem Sitz in Berlin statt. Die Bank bezweckt die Zahlungsausgleichungen in den Schutzgebieten Togo und Kamerun, sowie den Geldverkehr dieser Schutzgebiete mit Deutschland und dem Auslande zu erleichtern und das reguläre Bank­geschäft zu betreiben. Das Akttenkapital, welches zunächst auf eine Million Mark bemeffen ist, wird von der Dresdener Bank und der Deutsch- Westaftikanischen Handelsgesellschaft übernommen. Aus Mitgliedern der Verwaltungen dieser beiden Gesellschaften wird der Verwaltungsrat der neuen Kolonialgesellschast gebildet.

(Nachdruck verboten.)

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De» Alten zu dieser ungewöhnlichen Stunde in Gesellschaft eine» DetettivS wiederzusinden, erweckte narüttich da» größte Erstaunen in ihm; er ließ ihn befürchten, daß der Argwohn seine» Vater» wohl be­gründet sein konnte. Seine Neugierde war angefacht, er wollte wisien, wa» Nivert und Tom fich zu sagen hatten. Uebrigen» stand ja auch Helenen» sowohl wie auch seine eigene Zukunst auf dem Spiele.

„Hier ist e» also?" stagte Nivert, al» derselbe Plötzlich st lle stand.

„3i, hier", war die Antwort.

„Wie heißt dieser Meierhof?" u

„Der Eigentümer heißt Morille.

. „Sind Sie verfichert, daß Herr Boursault niemals hierher kommt?" .

m »Herr Morille ist ein geschworen« Fetad von Boursault, auch ffi überhaupt nicht zu befürchten, daß Aierer morgen hierher kommt, da Herrn Billeuenve» "-such und die Vorbereitungen der Jagd ihn ganz •mb gar in Anspruch nehmen."

n »Da» ist schon recht, aber haben wir von Frau Laura nicht» zu befürchten?"

„Auch deren Zeit wird hierdurch in Anspruch ge- rommen sein; gehen wir also vorfichtig zu Werke, so wird so leicht nicht» zu befürchten sein. Sollen wir also eintreten?"

„Schreiten Sie nur immer voran and fragen Sie, 06 ich zu dieser späten Stunde noch eintrete» kann." , Wenige Minuten daraus waren Nivert und Tom ™ de« Meierhose verschwunden.

Versammlung des Volkrvereinr für bas katholische Deutschland.

A Milseburg, 16. Oktober 1904.

Die heutige Volksvereins-Versammlung war auS allen umliegenden Ortschaften äußerst zahl­reich besucht, besonders stark war auch die heran- wachsende Jugend vertreten; es waren 11 Geist­liche anwesend, die zum Teil mit den Nachmit-

wunderbare Fügungen.

«ine Erzählung, übersetzt au» dem Italienische» von L. Beinhorn.

tags-Zügen erst eintrafen. Nach einem einleüen- den Liede auf Papst und Kaiser eröffnete um 3 Uhr Herr Pfarrer Atzert-Eckweisbach mit Worten der Begrüßung die Versammlung und widmete dann dem vechorbenen Herrn Geheim­rat D r. G o e be l - Fulda, der so oft auf Versamm­lungen auf der Milseburg erschienen ist und Worte der Begeisterung an die Erschienenen ge- richtet hat, einen warmen Nachruf. Sein An- denken wurde durch Erheben von den Ditzen geehtt.

Hierauf erhielt Herr Pfarrer Pfeiffer- Zella das Wort, der in feffelnder Weise die umstürz­lerischen Bestrebungen der Sozialdemokratie auf dem Gebiete des Privateigentums, der Familie und der Religion einer vernichtenden Kritik unter­zog. Sollte der Grundsatz der Sozialdemokratie, Eigentum ist Diebstahl, in die Praxis umgesetzt werden, sollte das Privateigentum Eigentum der Gesamt-Gesellschaft werden, so würde damit die Strebsamkeit, die Nüchternheit, die gewiß berech­tigte Freude am Eigentums schwinden. Deshalb sollte man sich nicht betören lasten und niemals von der Forderung „Freie Männer auf eigenem Grund und Boden" abgehen. Was den Umsturz auf dem Gebiete der Familie betreffe, den die Sozialdemokratie erstrebe, so sei hier der Schaden, falls die Sozialdemokraten mit ihrem Programm durchdrängen, unermeßlich. Gerade der kleine Mann, der Arbeiter, finde ja heute noch in der Familie seinen einzigen Trost für alle Entbehrun­gen und Mühseligkeiten des Erdendaseins: nie­mals dürften sich katholische Männer dazu herbei­laffen, an den alten Grundfesten des christlichen Familienlebens, in dem die Liebe, die Freund­lichkeit und das Wohlwollen das Szepter führen, rütteln zu lasten. Zu der Religion stehe die Sozialdemokratie nach ihrem 'eigenen Zeugnisse in demselben Verhältnisse wie Feuer zu Master; beide seien unversöhnliche Feinde. Mer es also heutzutage noch mit der Religion ernst nähme, der müsse sich dem Kampfe gegen die Sozial­demokratie anschließen. (Großer Beifall.)

Als zwetter Redner betritt dann Herr Reichs­tags-Abgeordneter Richard Müller-Fulda die Rednerbühne. Er weist hin, wie notwendig dem katholischen Volke die Einigkeit sei; sei es mit dieser vorbei, zersplitterten sich die Kräfte des katholischen Volkes, so hätten wir sofort wieder einen Kulturkampf, der schlimmer sei als der frühere. Man habe keine Ahnung, welch' großer und tiefer Haß gegen uns bei einem Teile des protestantischen Volkes noch herrsche; er (Redner) habe hier bei seiner öffentlichen Tätig- keit die bittersten Erfahrungen gemacht. Früher habe man immer die Katholiken als Äeichsfeinde betrachtet; als aber die Sozialdemokratie immer mächtiger geworden war, da erst habe man erkannt, welche reichstreuen, loyalen Bürger gerade die Katholiken seien. Auch Se. Maj. der Kaiser habe das anerkannt durch sein überaus herzliches Telegramm an die diesjährige Katholiken - Ver­sammlung in Regensburg. Welche Mut das bei so vielen Leuten entfacht habe, die an notorischem „Beeinträchtigungs-Wahnsinn" litten, habe man aus der Presse ersehen können. Was ein katho­lisches Volk ohne Organisation sei, zeige das unglückliche Frankreich. In unserem eigenen

Gedankenvoll kehrte Atbert nach dem Schlöffe zurück, eMschloffen, Nwert selbst über diese seltsame Zusammenkunft mit dem alten Diener auszuforschen; aber anderen Tages sollten Ereignisse eintreten, welche ihn bald von diesem Eni schlosse ablenkten.

In der Tat, am nächste» Morgen war die ganze Gesellschaft im Schloß in großer Bewegung. Die schon seit langer Zett verkündete Jagd sollte nm endlich stattfinde», nachdem die großartige» Bor- bereilunge» dazu schon seit mehreren Tage» be­gonnen hatte».

Bou^autt, Helene und Laura, welche letztere dem Hauswesen tat Schlöffe Vorstand, mußten nun die Gäste empfangen, welche fich mS der ganzen Nachbar- schäft einstellte», eS war daher Albert mtnöglich, Helene für längere Zett allein zu sprechen, kau« konute er am frühen Morgen einige flüchtige Worte mit ihr aurtauschen.

„Schon gestern wolltest Du mir Mitteilmgen machen, die jetzt mehr a» jr für mich von g-otzer Wichtigkeit find; indessen störte unS plötzlich Bour- saultS Gegenwart, ich bitte Dich daher, Helene, sprich offen gegen mich, vertraue mir daS auf Deinem Herzen lastende Geheimnis an."

Helene lächelte.

„Heute bestehe nicht darauf, Albert, Du fiehst, ich kmn über keinen Augenblick verfügen, morgen »ach der Jagd will ich Dir alles sagen."

„Nun, er sei, aber beantworte mir letzt die eine Frage: Wie kommt eS, daß ich Tom hier nicht mehr sehe?"

Helene war sehr betroffen.

„Ja, leider ist Tom fort", sagte fie traurig, aber weShaid kann ich Dir nicht sagen, denn er hat dar Schloß verlassen, ohne Abschied von mit zu nehnten."

„Du yast ihn nie wiedergesehen?"

„Nur ein einzige- Mal."

„War hat er Dir da gesagt?"

Vaterlands habe man noch ein trauriges Bei­spiel, iwohin die Uneinigkeit führe, erlebt; bei der Landtags - Wahl in Pleß - Rybnick in Oberschlesten, wo der Zentrums-Kan­didat Dr. Stephan eine Niederlage erlttt. Und wie stände eS mit der vislgerühmten Tole­ranz» Die Bischöfliche Behörde in Fulda hatte stch an dis Ministerien der thüringischen Staaten gewandt, um durch dessen Vermittlung zu be­wirken, daß die katholischen Schulen auf de» Etat der betreffenden Städte übernommen würden. JmDezember vorigen Jahres kam derBescheid, daß die betreffenden städtischen Kollegien dies Ersuchen schlechthin abgelehnt hätten. Die Katholiken müssen also fernerhin die Kosten für ihre eigenen Schulen bestreiten und die Kosten für die übrigen stävtt- schen Schulen mittragen. Sodann kam Redner auch auf den südwestaftikanischen Krieg zu spre­chen, der nicht als ein regelrechter Krieg zu be­trachten sei. Das Land selbst, das an Größe Deutschland Lberttäfe, habe etwa 2400 deutsche Einwohner, davon seien 1500 Soldaten, etwa 400 Beamten u. die übrigen seien Händler u. Anfiedler. Die Kolonie verschlänge jährlich 8—9 Millionen, feit ihrem Bestehen habe fie schon 90 Millionen gekostet, die Eisenbahn allein 13 Millionen, die durch den Krieg fast vollständig zerstört sei. In dem Lande selbst wachse fast nichts, die Ein­wohner lebten fast nur von Viehzucht. Meilen weite Strecken, die sog. Durstfelder, seien ohne Wasser, ohne Quellen. Die ganze Kolonie sei auf Veranlassung eines Hamburger RhederS er­worben worden. Schuld an dem letzten Auf­stande, wie auch die letzten Aufstände vor 8 oder 9 Jahren, seien die deutschen Händler, die den Eingeborenen hohen Kredit gewährten und die Schulden dann dadurch einttieben, daß fie die Viehherden pfänden ließen. Sie nahmen da­mit den HerereS ihren einzigen Nahrungszweig und trieben die Leute zur Verzweiflung. Diese fielen über die Händler her, um ihnen die Herden wieder abzunehmen und der Aufstand war da. Das Land selbst sei etwa von 160—200,000 Schwarzen bewohnt, wenn man von Treffen und Gefechten lese, so handele eS fich dabei meist um ver­sprengte StammeStetle. An ein Ende deS Krieges sei vorläufig noch nicht zu denken. Hätte man nur den zehnten Tell deS Geldes, daS diese un- ftuchtbare Kolonie bereits verschlungen hätte, den Misfionaren gegeben, sie hätten daS Land urbar gemacht, Wegen und Schulen angelegt und man hätte vielleicht heute eine christliche, zivilisierte Bevölkerung.

Die Versammlung z»llte Herrn Reichstags- abgeordneten Müller reichen Beifall und Herr Pfarrer Atzert brachte auf ihn ein Hoch auS.

Herr Benefiziat Krieg schilderte sodann seine Reise, die er voriges Jahr nach dem protestan­tischen Norden gemacht hatte, um da die früheren, vor der Reformation bestehenden Bischofsstädte aufzusuchen. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten seine Zuhörer dem hochw. Herrn Redner, der fie im Geiste zunächst nach Verden führte, von da nach Bremen, dem Bischofssitze des hl. Ansgar, dem Apostel des Nordens, dann nach Lübeck, nach Ratzeburg, nach Schleswig, zurück

nach Schwerin, nach Havelberg, nach dem alt- berühmten Wallfahrtsorte WÜSna, Jerichow, Tangermünde, Magdeburg, Halberstadt und Meißen. (Großer Beifall).

Zum Schluffe dankt Herr Pfarrer Atzert- Eckweisbach allen Herren Redner, sowie den zahlreichen Zuhörern für ihr Erscheinen und schließt mit einem Hoch auf die beiden höchsten Gewalten, daS mit Begeisterung von der ganzen Versammlung ausgenommen wird.

(*) Kleine Nachrichten. Nerdingen am Rhein. Ein schwerer Un,lückSfall ereignete fich laut ,Düfl. Se»-A»z.' in einer hiesigen Obst,elee- fabrik. ES hatte stch hier ein Rohr der Sastteltnng verstopft und zwei Arbeiter waren damit beschäftigt, die Verstopfung zu heben, alS plötzlich die Leitung sich öffnete und glühend heißer Obstsaft fich über die Körper der beiden Arbeiter ergoß. Schwer verbrüht wurden die Unglücklichen in da» Krankenhaus über­führt. — Borken, «in bei einem hiefigen Bauunter­nehmer beschäftigter Maurer gewann, der ,H. P.' zu­folge, in der Frankfurter Pferdelotterie den 1. Preis, bestehend aus einer Shaise mit 4 Pferden. Der Gewinn bat eine» Wert von 6000 Mark. Der glückliche Gewinner ist erst feit einigen Tagen ver­heiratet. — Brnnrck. Drei Wiener Touristen, die auf der Riesenfernergruppe vom Schneesturm Überrascht wurden, verirrten fich. Siner ist hierbei abgestürzt; der Verletzte wurde nach Mühlbach ge­bracht. — Naumburg«. S. Der Neger Newir, der am 15. August auf dem Zeitzer Schützenfeste de« Maurer Lanzendorf beim Ringkampf daS Genick ge­brochen und dadurch dessen Tos herbeigeführt hatte, wurde von der hiefigen Strafkammer zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. — Deutsch.Krone. Da» Kriegsgericht der vierten Division verurteilte die Mus­ketiere Scharmacher, Tisch und Btenhoss, die am 7. September während der Einquartierung de» Unteroffizier Mitz in Deutsch-Krone tätlich an- griffen, zu je 6'/, Jahren Zuchthaus und Ent­fernung auS dem Heere. — Esse». Bei Krupp liege» kolossale Bestellungen auf Geschosse vor. In den Geschoßwerkstätte» wird Tag und Nacht gearbeitet.

RelleweK« «sb A«zeige«teil°

etc,

Kindermehl

Verdauungs-j

Störung. I

vorzüglich dabei^ leiden nicht

an

bewährt bei ^Brechdurchfall, rjkDarmkatarrh, Diarrhoe

Anzeigen -Ws Jtxl tato ^Al»«r sicherer MirilfimtaM,

Ronnefeldtslhee seiner Bekömmlichkeit wegen bevorzugt "X Niederlage bett Paul Erxleben.

„Der Stan seiner Worte war mir unverständlich: „Verlassen Sie fich auf mich, ich wache über Sie, ob n»h oder fern, feien Sie versichert, daß bald die Stunde b-r Erlösung schlägt." Daraus reichte et mir die Hand und ging in großer Aufregung fort."

„Hast Du keine Ahnung von dem, wa» er plant?"

„Nicht die geringste."

„Da» ist settsarn."

„Allerdings, aber Tom ist feit meiner frühen Kindheit mir stets der aufrichtigste Freund gewesen; was er auch tun wird, ich habe da- größte Vertrauen zu ihm."

Bei diesen Worten wurde Helene abgerufe», um neue Gäste zu bewillfvmmen; der junge Man» war also gezwungen, fich zu seinem Vater zu begeben, ohne demselben wittere Erklärungen verschaffe» zu können.

Auffallender Weise empfing ihn der strenge Richter mit weniger Kälte und Zurückhaltung, alS am vorhergehenden Abend; er konnte nicht anders annehmen, al» daß schon eine Unterredung mit Nivert vorhergegangen war, welche schon mehr Klar- bett in die obwaltende« Verhältnisse gebracht hatte. ES dauerte nicht lange, so trat Nivert in voll­ständigem Jagdanzug ein. Herr Billeneuve entfernte fich und die Unterhaltung lenkte fich natürlich aus da» bevorstehende Jagdfest.

„Haben Sie schon einmal einer Wolfsjagd bei­gewohnt ?" fragte Albert.

„Noch nie", war die Antwort, „obgleich ich schon oft in der Ebene deS San Diouyfiu» gejagt habe."

„Nun, dann muß eine solche Jagd einen neuen Reiz für Sie haben."

Nivert hatte daS Gewehr von der Schulter ge- im turnen.

„Eta Schuß ist ein Schuß in allen Ländern der Welt", erwiderte er, „allein ich kann er nicht ver­hehle», daß ich eine gewisse Befürchtung habe, nicht viel Glück zu habe», gern möchte ich de» Herrschaften

dieser Provinz zeigen, wie man bei un» die Waffen führt."

„Nun, dann bitten Sie doch Boursautt, daß er Ihnen einen guten Posten verschafft."

„DaS will ich, hoffenttlch wttd er mir diese Bitte gewähren können."

„Werden Sie den» auch dem Feste beiwohne», Herr Leutnant?"

„Ich kann eS »och nicht sage», ich bi» kein großer Jagdliebhaber."

„Dan» werden Sie also im Schlosse bleiben."

„Höchst wahricheinlich."

Nivert warf einen forschenden Blick auf ihn und sei» Gewehr zur Hand nehmend, schickte er sich an, die ziemlich versammeüe Jagdgesellschaft aufzusuche».

„Noch eins", fügte er schelmisch lachend hinzu, find Sie diese Nacht wohlbehalten zurückgelehrt?"

„Diese Nacht?" wiederholte Aibert verwundert, „dann wisse» Sie also?"

„Nun fürwahr? Glauben Sie denn, daß ich Auge und Ohr im Sack habe?"

„Haben Sie mich gesehen?"

„Sehr wohl, und dieserhalb möchte ich Ihn« einen Rat geben. WaS auch in dem Hause be» Herrn Morille Vorfällen mag, tun Sie, al» hätten Sie nicht- gesehen, und warte» Sie, bi» Tom oder ich Vie 6p nachrichtigen."

Ohne weitere Antwort abzuwarten, grüßte er nochmals und ging fort.

»bett war wie verwirrt, er wußte nicht, wie er fich Aufklärung in der Sache verschaffen sollte, und eS war ihm schwer, fich |o passiv zu verhalten.

Indessen war er ihm wohlbewußt, daß Nivett ihm ste 8 gute Ratschläge gegeben hatte und daß e» wohl dar beste sei, fich diesem zu fügen.

Unterdesscn war im Schlosse und seiner nächsten Umgebung große Bewegung und buntes Leben ein- Setreten. In jeder Minute waren bei den rauschenden ilängen der Fanfaren Jagdwagen eingetrcffen. (F. s.)