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Sernsprecher Nr

31. Jahrgang.

Kurda, Montag den 17. Oktober 1904.

M 238.

Erstes Blatt <

veutsches Reich.

Berlin, den 15. Oktober 1904.

* Zum Tode des KöuigS Georg vo« Gochsen schreibt bet ,RerchSanzeigef: „Nach wenig mehr als zwei Jahren folgt der greife Herrscher seinem Königlichen Bruder in die Gruft. Unter zunehmender Kränklichkeit hat der Heimgegangene Monarch in eiserner Pflichttreue bie Sorgen der K one getragen; vorbildlich in der ermüdenden Arbeit für sein Land, hat er an feinem Platze auSgeharrt, dis die Zügel der erlahmenden Hand en-stelen. So betrauert das Sachse'noolk und mit ihm das gesamte Deutschland in König Georg einen Herrscher, den die Liebe zu feinem Lande, die Treue an dem ihm verliehenen erhabenen Amte bis zum letzten Atemzug beseelte. In der Geschichte des Reichs aber wird seine Gestalt fortleben unter der Schar der tapferen Fürstlichen Heerführer, welche die deutschen Stämme 1870/71 auf den Schlacht­feldern von Sieg zu Sieg führten. Die unver­gänglichen Namen von St. Privat, Nouadt, Beaumont, Sedan, ViÜieis lauchten über feiner Bahre und sichern ihm einem Ehrenplatz in der Dankbarkeit der deutschen Nation."

Urber die letzten Stunden des Königs Georg meldet der Hofbericht:

Bereits im Laufe deZ gestrigen TageS steigerten fich tie Kraukh-itSerfcheinunzen in besorgniserregender Weise. Die Beklemmungen uns die Kurzatmigkeit nahmen gegen Abeud beträchtlich zu, und eS traten zuweilen Bewußtseinrstürungcn ein Abends 7 Uhr sprach der hohe Kranke den Wunsch auS, daß Prinzessin Maria Josepha und Prinz Max telegraphisch berufen werden möchten. Gleich «ach 7 vhr traf die Königin-Witwe Karola in Pillnitz ein, nud um 8 Uhr wurde der König mit der hl. Wegzehrung versehen und erhielt den apostolifrde» Segen. Bet der h'. Handlung waren zugegen die Köni,in> Witwe, Prinz Joaann Georg und Prinzessin Mathilde. Unmittelbar daraufverschlimmerte uch der Zustand und die kurz nach 10 Uhr von den Aerzten festgestellte Herzschwäche veranlaßte dieselben, die hohen Angehörigen, die Damen und Herren deS Dienste-, sowie einen Geistlichen an daS Krankenlager rufen zu lasten. Der Geistliche sprach die Sterbegebete. An der rechten Seite des Bette« knieten die Königin- Witwe, der Kronprinz und Prinz Johann Georg, zu Füßen deS BetteS Prinzessin Mathilde, unmittelbar hinter den hohen Herrschaften die Damen und Herren der Umgebung. Bet dem Kranken war vollständige Bewußtlosigkeit eingetreten; jedoch der Puls blieb, wie von den Leibärzten beobachtet wurde, noch stundenlang fühlbar. Erst nach Mitrernacht nahm die Herzkraft schneller ab. Um 2 Uhr 25 Minuten wurde der König durch einen sanften Tod von seinem schweren Leiden erlöst. D»e Leibärzte meldeten, daß der König verschiede» sei, woraus tie hohen Herrschaften an das Sterbelager näher herantraten und dem Entschlafenen die Hände küßte». Darauf zog fich die königliche Familie zurück.

Aus Pillnitz wird gemeldet: Die Leiche liegt im Schlafzimmer des WafferpalaiS in weißem Gewände, mit einer weißen Decke zugedeckt. Auf der Brust liegt ein Kruzifix, und die gefalteten Hände halten einen Rosenlranz. Das Bett ist mit frischen Rosen bestreut. Neben der Leiche steht ein Trschchm mit einem Kruzifix und zwei brennenden Kurzen. Auf dec anderen Seite des Bettes an der Wand ,st ein kleiner Altar mit Kruzifix und vier brennenden Kerzen aufgestellt. Zu Häupten des Königs befindet sich eine schlichte Pflanzengruppe. Die Ueberfükrung der Leiche er­folgt Montag abend 6 Uhr mittels Schiffs, die Ankunft in Dresden ist auf 8 Uhr festgesetzt. Die Beisetzung findet Mittwoch abend 8 Uhr statt.' — Der bisherige Kronprinz hat als König Friedrich August III. die Regierung angetreten.

Kronprinz Friedrich August von Lachse».

8 Der Kaiser befehl eine Renorgaui- satiou der Marineartillerie, indem eine Teilung dieser Inspektion angeordnet wurde. Und zwar tritt an Stelle der btt hefigen Inspektion 6er Marineartillerie eme „Jn'prklion der Schiffs- artillerie" (Inspekteur Kontreadmirat Galster) und eine „Inspektion der Küstenartillerie und des MmenweftnS" (mit Wahrnehmung der Geschäfte dieser Inspektion beauftragt Kapitän zur See Franz). Der Jnspektton der Sch,ffSartillerie werden das Artillerie-Versuchskommando und die Artillerleschulschiffe, der Inspektion der Küsten­artillerie und des Minenwesens die Mairosen artillerieabteilungen am Lande und die Minen- verfuchskommisfion unterstellt. Es ist also hier zum erstenmal ein Unterschied zwischen Schiffs­artillerie und Küstenartillerie gemacht. Die Stellung des Kapitäns Franz ist neu geschaffen, die des Kontreadm.rals Galster verändert worden. Wir hatten bis jetzt nur eine Minrnoersuchs- kommisston. Wenn diese also jetzt zur Inspektion erhoben wird (wie Schjffsartillerie und Torpedo­wesen), so zeugt das davon, daß wir aus den Erfahrungen des russisch japanischen Krieges be­reits Lehren ziehen. Darüber ist ja kein Zweifel, daß die Minen eine geradezu entsetzliche Rolle gespielt haben. Gerade das Minenwesen ver­spricht für einen kommenden Seekrieg noch epoche­machender zu werden, denn von immer neuen Erfindungen und Konstruktionen ist die Rede. Die Minen-Versuchskommission hatte bisher als Bräser den Fregatten-Kapitän Paech, dem drei Referenten und drei Assistenten zur Seite standen.

** Im Laufe des Monats September erging von feiten des Auswärtige« Amtes an die Polizeiorgane die Aufforderung, alle in Berlin sich ar-fhaltenden Japaner festzustellen. Auf Grund dieser Feststellung wurde, wie der .Vorwärts' behauptet, die lleberwachung der Japaner angeordnet. Diese erfolgt für hoch und niedrig Gestellte, von der Gesandtschaft herab bt§ zu den untergeordneten Leuten. Nur ist die lleberwachung derGesandtfchaft höheren prei ßifchen Beamten zur Aufgabe gestellt. Für die übrigen Gelblinge genügt die Polizei. Der .Vorwärts' vermutet, daß die lleberwachung auf Wunsch der russischen Regierung erfolge. Beweise scheint er dafür nicht zu haben.

)( Nach dem Abschluß des deulfch- rumäuifcheu Handelsvertrages war ge­meldet worden, Rumänien werde seinen neuen Zolltarif schon im November ds. Js. in Kraft treten lassen. Gegen diese Meldung wenden sich lebhaft die ,Berl. N. N.'. Der deutsch- rumänsche Vertrag lautet dahin, daß er immer noch ein Jahr nach dem Tage, an welchem eine Kün­digung seitens der Kontrahenten erfolgt, in Kraft bletbe. Erne Kündigung fei bisher nicht von Deutschland, auch nicht von Rumänien erfolgt. Aber selbst wenn sie erfolgen würde, würde doch immer noch ein Jahr vergehen müssen, in dem Deutschland alle die Vergünstigungen, die ihm Rumänien im Austausch gegen empfangene Kon­zessionen gewährt hat, auf Grund des alten ru­mänischen TarifeS genießen könnte. Rumänien könnte fich doch nicht eingegangenen inter­nationalen Vetpfiichtungen entziehen, ohne daß es um jeden polittschen Kredit käme. Anders läge die Sache, wenn nur ein Meistbegünstigungs. vertrag vorhanden wäre und Rumänien auch mit anderen Staaten keine Tarifverträge abgeschloffen oder, falls solche vorhanden, sie zum Dezember ds. Js. gekündigt hätte. Ganz abgesehen davon aber, glaube man denn, daß Deutschland die Frage der Inkraftsetzung des neuen Tarifver­trages anders behandelt habe, als bei den Ver­trägen mit Rußland, Italien und Belgien? Man werde schon in der Annahme nicht fehl­gehen, daß die neuen Tarifverträge, soweit fie bisher zum Abschluß gelangt find, an einem und demselben Termine in Kraft treten, und zwar derart, daß sich an die Aufhebung der alten gleich die Geltung der neuen anschließe.

* A«S Deutsch-Südwestafrika. Nach einem am Samstag in Berlin eigegangenen Telegramm des stellvertretenden Gouverneurs in Windhuk ist diesem auf heliographischem Wege vom Gouverneur Leutwein aus Rehoboth die Nachricht gugeganger, daß Gouverneur Leutwein in Rehoboth etngetroffen fei und von dem Briefe Hendrik Witboois an den Kapitän von Rehoboth Kenntnis genommen habe. Der Brief scheine echt zu sein. Hendrik Witbooi erklärt darin, ohne irgendwelche Gründe anzugeben, er habe seinen Standpunkt geändert. Ein Bries Witboois an den Kapitän von Hoakhanas besagt, daß es wegen unseres Vorhabens der Entwaffnung ge­schehen fei.

Amtliche Meldung: Am 7. Oktober im Lazarett Otjimbtudr an TyphuS gestorben: Reiter Herman» Friedrich AlbertWendt, geb. 24. August 1883 in Alt Tellin, KreiS Demmin, früher 9. Maner; Reiter Albert Beerbst«», geb. 2. Dez. 1881 in Kissenbrück, Bezirk

Wolfeuböttel, früher FLsiltrrre«iment 37. Am 6. Ok­tober in Epata an Typhus gestorben: Reiter Bruno Winkler, geb. 17. F.br. 1882 in Breslau, früher I». fanterre-Rezimint Nr. 49. Reiter Gustav Doh«r, früher Pio-ierkata llo», am 23 Sept, r» Okowaru- meude an Typhus gestorben. Reiter Karl Gropp, geb 22. Jan. 1882 in Oelsnitz, Sachsen, früher Hufareu- resiment Nr. 19, am 1. Olt. im Lazarett Otsimbinde an Typhus gestorben.

* Drr .Reichsanzeiger' veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, wodurch der Reichskanzler ermächiigt wird, innerhalb des deutsch südwefteflikanischeu Schutzrrbie- tes auch m Ar.schung solcher Geba Meile, in welchen allgemeine Schürf freibett besteht, Sonverderechtigungen zur au!schließlichen Aufsuchung und Gewinnung von Mineralien für den Bereich destirmmer Gebiete zu gewähren. Jrn Anschluß varan oeiöffentlicht er eine Kon­zession zur Aufsuchung und Gewinnung von Edelsteinen innerhalb des Bezirks von Gideon in Deutsch Südweftafrtka an die Gibeon-Schürf- und vandelsgesellschaft.

* Mainz, 15. Okt. 1904. Die General­versammlung der Gesellschaft für soziale Reform wurde heute nach einem Vortrag von Dr. Riehn-München über Konsumvereine ge­schlossen. Professor Francke stattete der hessische« Regierung den Bank für die Teilnahme an den Verhandlungen ab.

□ Darmstadt, 16. Okt. 1904. Heute nach­mittag tagte die 2. Generalversammlung der deutschen Antiduellliga. Der Vor- sitzende Fürst Karl zu Loewenstein berichtete Über die Tätigkeit der Liga im verflossenen Jahre. Am Anfang des Monats habe eine Konferenz von juristischen Mitgliedern der Liga in Klein­heubach über Aenderung der deutschen Gssetz- aebung beraten, welche im Interesse möglichster Verhinderung von Zweikämpfen vorgeschla:en und an die Reichsjuftizkommission für Revision des Strafgesetzbuches eingereicht werden soll. Ferner wird die Errichtung von Ehrenkammern unter staatlicher Aufsicht rorgeschlagen. Die heutige Hauptversammlung erklärte sich grmrd- fätzlich mit den Vorschlägen der obigen Konferenz einverstanden und beschloß die Einsetzung einer Kommission zur Ausarbeitung derselben.

• Der ruUch-jap<mische Krieg.

Die russische Niederlage irr der Nord- maudschurei war die furchtbarste, welche das Zarenreich bisher im K-iege mit Japan erlitt« hat. Allein die Tatsache zeigt schon die Größe der Niederlage, daß den fliehenden Reffen gegen 100 Geschütze abgenomme« worden find. Dabei ist es noch nicht einmal sicher, ob die ganz- russische Armee fich wird retten können. Die Ruffen sind sehr zurückhaltend in ihren Be­richten, auch haben sie eine roch strengere Zensur eingeführt, wovon auch die Rußland wohlge­sinnten fcanzöfischen Korrespondenten betroffen werden. Allein die Wahrheit läßt sich nicht mehr verheimlichen.

Die auf der ganzen Linie geschlagenen Ruffen befinden sich in vollem Rückzug auf Muksen. Der Londoner .Standard' teilt mit, daß em Teil der rusfischen Armee auf dem rechten Flügel böS in der Klemme sitzt und es erscheint nicht ausgeschloffen, daß Kuropatkin sogar von dem Schicksal der Gefangennahme ereilt werden kann. Wir entnehmen dem englischen Blatte ncch folgende Einzelheiten:________

Nach"Melduvgen von der japanischen'Front wär der vollständige Sieg der Japaner bereits am Sams- tag entschieden, ' nd eS handelt sich nur noch um ver- zweifelte Gegenwehr der rusfischen Armee, die eine vernichtende Katastrophe verhindern will. K u r o p a t- kins Plan, den rechten Flügel drr^apaner zu überwältigen, schlug gänzlich fehl. Da­bei beging er das Versehen, seine eigene Mitte und Rechte bloßzustellen. Oqarna benutzte diesen Fehler sofort zu einem ge­waltige» Gegenangriff gegen die russische Rechne »nd Mitte: er fcho.> seine Front wie einen Keil mitten in die russische Front und rollte jetzt beide rusfischen Flügel auf. Die japanische Front bildet be- r itS einen gewaltige» Halbkreis, deflen beide Ende» die russische Armee zu umfaffen beginnen. Die ge­samte russische Linie ist bisher 32 Kilometer weit zurück- «etrieben. Großen Enthusiasmus erregt der schneidige Ritt des japanischen Prinzen Kanin zur Umgehung drr linken russischen Flanle bei Pövsihu. Dort sollen drei oder vier russische Divisionen isoliert fein, und weitere Abteilungen von Kurokis und Nodzus Armee find deta­chiert worden, um fie zur Uebergabe zu zwingen. Ma» glaubt, die Schlacht werde die entscheidendste fett An­fang des Krieges werden. Kuropatkins geschtag ne Armee bestand auS 200,000 Mann und 1000 Ge­schützen. Auf drr rechten rusfischen Flanke wa fie den Japanern numerisch weit überlege». OyarnaS glänzende Strategie wird allgemein bewundert. Der Eindruck der russischen Niederlage ift diesmal in ganz Ostafien überwältigend.

W. Tokio, 17. Okt. 1904. (Amtlich ) N«ch einer Depesche deS Marschalls Oyama vo« 14. Oktober wnrde der Feind in der ganzen Länge der

Front der japanischen Armee» ans das rechte Ufer drs Schaho znrück- gemorfe«. Sei» Angrissspla« ift mithin völlig gescheitert. Ma» nimmt an, daß die feindlichen Ber- luste mehr als 30000 Mann be­tragen. Unsere Soldaten begruben a« Donnerstag 2000 Mann. Erbeutet wurden eine große Anzahl Gewehre, Munition, Wagen und die bereits ge­meldete» Geschütze.

W. Petersburg, 17. Okt. 1904. Gene- ralabjutant Krropatkm meldete dem Kaller am Samstag: In der Nacht auf tes 14. Oktober machten die Japaner mit großen Streitkräften einen lieber fall auf das Korps, welches sich beim Schahefluß auf der großen Mandarinenstraße be­fand. Mehrere Angriffe wurden zurückgeschlagen. Der letzte Angriff der I paner war von Erfolg gekrönt und das Zentrum dieses Korps^wurde durchbrochen. Gleichzeitig entbrannte ein Kamps auf dem rechten Flügel der benachbarten Abtei­lung. Der wahrscheinliche Durchbruch deS Zen­trums unserer ganzen Stellung brachte die be­nachbarten Truppenteile in Gefahr unb konnte fie zum Rückzüge nötigen. Um die Abteilungen auf der großen Mandarinenstraße zu unterstützen, wurden rasch einige Bataillone dorthin gesandt. Von diesen unterstützt, gingen unsere Truppen zum Angriff vor und es gelang ihnen, das Dorf Schahcpu zurückzuervbern unb die früheren Stellungen wieder eirzurehmen. Die Japaner, durch Reserven verstärkt, verdrängten uns wiederum aus dem Dorf Schahkpa. Da sandte ich meine Reserve dorthin. Unsere Truppen gingen wiederum zum Angriff über, und nach einem hartnäckige» Kampfe gelang es uns, Echahepu wieder zu be­setzen und die Japaner bis auf zwei Werst vo» diesem Dorf zurückzudrängen. Auf unserem rechten Flügel war die Lage eine Zeit lang äußerst aufregend. Die Truppen wurden in der Front angegriffen unter gleichzeitiger Umgehung des rechten Flügels. Ein Abteilungschef fchob Truppenteile vor, die fiaffelförmig hinter der Front ausgestellt waren unb nun ihrerseits die Japaner vom Flügel aus angriffen. Mehrere Dörfer wur­den von uns genommen. Der rechte Flügel be­hauptete die Stellungen beim Schahefluß. Die Stellungen der Truppen unseres Zentrums waren im Vergleich mit denen der anderen Truppe» der Gesamtstellung bedeutend vorgeschoben. DeS- halb waren schon vorher die Stellungen in gleicher Linie mit dem rechten Flügel ausgenählt und zum Teil befestigt. Nach einem erbitterten Kampf gingen unsere Truppen auf diese Stellungen zu­rück. Unsere Truppen kämpften feit drei Tagen. Viele Regimenter haben drei Nächte nicht ge- schlafen. Trotzdem hoffe ich zuverfichtlich, daß fie fähig fein werden, weiter zu kämpfen. Die Verluste der Japaner müssen sehr bedeutend fein.

W. Petersburg, 17. Okt. 1904. General- adjutant Kuropatkin meldet dem Kaiser unter dem 15. Oktober ferner: Die Nacht auf den 15. Oktober verlief ruhig, bis um 9 Uhr morgens bemerkt wurde, daß feindliche Kolonnen ziemlich offen in der Richtung auf unsere Stel­lungen auf der großen Mandarinenstraße vor- rückten. Unsere Batterien eröffneten daS Feuer auf diese Kolonnen. Der Befehlshaber des linken Flügels meldet, daß der Feind dort be- deutende Verstärkungen erhält. Wie dies auch bei Liaujang der Fall war, brach am 6am8tag infolge der vielen Schüsse ein starkes Gewitter aus. Heftiger Regen ging her- nieder. Die Straßen sind schlecht geworden, die Flüffe gestiegen. Die Generalordrr für alle Truppen bleibt dieselbe: „Hartnäckigen Widerstand leisten." Soeben wird gemeldet, daß bedeutende Streitkräfte der Japaner die Eisenbahn von Westen nach Osten überschreite».

W. Petersburg, 17. Okt. 1904. Die ,Ruff. Telegr.-Agentur' meldet aus Sibau vom 15. Oktober: Heute morgen um ein Uhr verließ das Oststegeschwader ten Hasen und ging in See. — Teile des Geschwaders passierten gestern