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Druck und Verlag N KuldaerAktiendmckerz in Zulda (harmomef Fernsprecher M. 9.

J& 237.

Kulda, SaMstag, Lsr- 15. Oktober 1904,

31. Jahrgang.

x Organisation im Kleinhandel.

EndliL ist man auch in Detaillistrnkreisen zur Ansicht gekommen, daß man zur Selbst­hilfe schreiten muß. um den schwer mit seiner Existenz ringenden Kleinhandel zu heben. Jahre­lang hat man die Hände in den Schoß gelegt vnd untätig zugesehen, wie es mit dem Kleinhandel immer mehr bersab ging. Man wartete auf das Eingreifen des Staates, der auf gesetzgeberischem Wege bfffere Zeiten für den Kleinhandel schaffen sollte. Aber während man in aller Gemütsruhe wertete, kam der Feind und machte sich die Ge­legenheit zu nutzen. Die Warenhäuser schiffen wie Pilze aus der Erde und überall entstanden Äonfursvereine, so daß die Lage des Kleinhandels gerade «t „brenzeltg" wurde. Da erst schenkte man auch den Stimmen der Detaillisten in wei­tere-, Kreisen der kleineren Kaufleute Gehör, die auf dem Wege der Selbsthilfe beffere Zeiten heibeiführen nollten. In der letzten Zeit ist nun auch die Anzahl derjenigen, die das Heil in der Besserung der Verhältnisse von innen heraus erblicken, im Steigen begriffen. Dies haben die Verbandslags von Letatlltstenvereini- gunaen zur Genüge dargetan. In der zweiten Hälfte des Augustes fand in Hannover der zweite Verbandstag der Rabattsparvereine statt. Gehr viele, auch Letaillisten, stehen gegen die Einführung von Rabattsparvereinen auf einem schroff ablehnenden Standpunkte. Dies dürfte daraus zu erklären sei», daß man sich nicht ge­nügend über solche Einrrchrungen und deren Folgen orientiert hat. Man braucht gar kein be­sonderer Freund von solchen Rabaüveceinen zu fein, behaupten kann «UK aber doch nicht, daß ohne solche Vereine der Kleinhandel noch siegreich gegen die Warenhäuser und gegen die Konsum­vereine kämpfen kann. Ohne solche Vereine kann der Kleinhandel auf die Dauer nicht mehr aus­kommen, ein Redner rncinte auf dem Verbands­tage sogar, daß das Rabaitsparsystem jetzt noch die „einzige Hilfe" für den Zwischenhandel sei. Die Rabattsparvereine haben sich demgemäß auch schon trist gut entwickelt. Im letzten Jahre hat sich ihM Zahl um etwa 100 vermehrt und die Gesamtzahl ist dadurch verdreifacht worden. Welcher Fortschritt das bedeutet, wird erst klar, wenn man sich vor Augen hält, daß der erste eigentliche Rabattsparverein erst im Jahre 1898 in Hannover gegründet wurde. Wie aus den Verhandlungen in Hannover hervorging, ist man überall mit den jetzt erzielten Erfolgen zufrieden.

In letzter Zett ist auch die Gründung eines Rabattsparvereins m unserer Nachbarstadt Hers seid in die Wege geleitet worden, kurz darauf folgte dann auch Bebra. Die Ab­lehnung eines Antrages in Hannover verdient aus den Verhandlungen noch besonders hervor- gehoben zu werden. Der Antrag lautete, man solle die Einlösung von Markenbüchern gegen Waren empfehlen. Mit der Ablehnung dieses Antrages dürfte wohl weitesten Kreisen dn Ge­fallen erwiesen worden sein. Denn gar zu leicht käme ein solcher Verein in das Fahrwasser jener Privatradaltgesellschaften, die gerade wegen ihrer „Waren" sich mit Recht kein Vertrauen zu erwerben vermochl.

Neben den Rabattensparvereinen verdient auch noch die Zentral-Einkuufsgenoffenfchaft deutscher Kolonialwarenhändler Erwähnung, die ir ren Sitz in Hamburg hat. Am 31. Oktober v. I. trat man dem Gedanken einer Gründung nä iet, dem im Januar dann auch die Tat folgte. D se Gründung ist wohl als dcr bedeutungs- vouste Schritt auf dem Wege der Selbsthilfe zu bez ichnen; der gemeinsame Wareneinkauf ergänzt die llaball-Sparvereine und steigert dieLeistungs- S'gkett der Kleinhändler und ermöglicht ihnen > schmfen Konkurrenzkampf gegen die Waren- häuier und die Konfumvereine. Die Einkaufs- ^^^"sgungen verdienten das größte Interesse eifrigste Förderung seitens der kleineren

Auf dem Verbandstage in Hamburg „n ^b bsUere Klage geführt, daß es noch zu sehr ^LS^gUedern der Zentral - Einkaufs- ,7s ar den örtlichen Einkaufs ° Vereini- $ 9 “’jj? bezirksweisen Zusammenschluß Kommen, uj' die Zentrale eine Unmenge kleiner und kleinster Aufträge zu deutend"ä &ie naturgemäß be- waren beispielsweise im Stonate August unter 1305 Fakturen 251 über 2Ä0 u^.^O Mark, 463 über Beträge von M . ^iark, 305 über Beträge von 51—100 Demnach unter 1305 Fakturen 1019 über von 1-100 Mark. Um die Zentrale

leistungsfähiger zu machen und auch gleichzeitig in etwa Fakturen mit solch niederen Beträgen nach Möglichkeit z» verhindern, hat die General- Versammlung bescvlossen, daß für das laufende Geschäftsjahr bei Aufträg'n einer Warengattung unter 200 Mark der Lnsvrvch auf Dividenden ausgeschloffen fein soll. Und mit Recht, denn eine Einkaufs - Zentrale kann erst dann ihren Zweck erfüllen, wenn Einkauf und Versand im großen erfolgen. Soll das geschehen, so müssen die Detaillisten bestrebt fein, mehr örtliche Ein­kaufsgenossenschaften zu gründen und diese dann wieder zu Bezirke-Einkaufsvereinigungen zusarn- menzusoffen. In dieser Beziehung sollte man doch von den Konsumvereinen lernen, diese haben zum großen Teile dieses erstrebenswerte Ziel be- retts erreicht. Mit dem ewigen Räsonnieren über die Konsumvereine (die Zeitungen, welche über den jährlichen Umsatz in den letzttzenannten Ver­einen in objektiver Weise berichten, kommen in der Regel auch nicht besser weg) ist es nicht ge­tan, bequemer ist e§ allerdings und scheint auch manchen mehr zuzusagen, als selbst Hand anzu­legen und sich aus eigener Kraft wieder in die Höhe zu bringen. Dann würde auch den mit Recht gefürchteten Warenhäusern ein Damm ent­gegengesetzt werden.

Dringend wäre es also zu wünschen, wenn die Detaillisten den nun einmal glücklicherweise be­schrittenen Weg zur Selbsthilfe kräftig weiter ver­folgen würden, an Erfolgen wird es ihren dann nicht fehlen.

Berlin, den 15. Oktober 1904.

* König Georg von Sachsen ist heute früh 2 Uhr 25 Min. auf Schloß Pillnitz ge-

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storben. Schon feit einigen Tagen konnte man den tötlichen Verlauf der Krankheit des 72jährigen Königs voraussehen. Am Donnerstag nach­mittag ergab "tine gemeinsame Untersuchung der königlichen Leibärzie eine allgemeine Abnahme der Körperkrafle und eine Verminderung der Herzkraft, welche, wie schon früher festaestellt, durch Ernährungsstörung der HerzmuskulLtur und durch krankhafte Veränderung der Gefäß­wände bedingt war und zu Schwellung der unteren Extremitäten geführt hatte. Die Atemnot und die Beklemmungen waren noch sehr lästig. In der folgenden Nacht schlief der König nur mit großen Unterbrechungen. Im Laufe des Freitages traten zeitweise kleine Besserungen ein, gegen Abend verschlimmerte sich dann der Zustand des hohen Patienten derart, daß man alle Hoffnung aufgeben mußte. Die wichtigsten Angaben aus dem Lebenslauf des nunmehr verstorbenen Königs, der nur 2 Jahre regiert hat, haben wir vor einigen Tagen (in Nr. 234) mitgeteilt. Sein ältester Sohn, der jetzige König Friedrich August, ist am 25. Mat 1865 geboren, steht also im besten Manncsalter.

** Schlimme Nachrichte» ans Dentsch- Südwestafrika liegen heule vor. Die schon gestern von uns ausgesprochenen Befürchtungen baden sich erfüllt. Sticht nur im südlichen Teil >es Schutzgebietes ist der Aufstand der Bon­de Izw ar ts aufzeflam. t, dem Aufstand der zwischen dem Hereroland und dem Bondelzwarts- gebiet wohnenden Witbooi-Hottentoten hat sich etzt auch der greise Führer Hendrik Witboot ongeschlvssen, auf deffen Treue bisher die deutsche Verwaltung feit feiner Niederlage im Jahre 1894 elsenfeft gebaut hat. Hendrik Wttdooi hat während des Hereroaufstandes mit seinen Leuten der deutschen Truppe wertvolle Dienste geleistet. Als im August 19 WttboorS eigenmächtig von dec deutschen Schutztruppe sich entfernten, schrieb

Hendrik Mttbooi an einen seiner U-lterkapitäne einen Bnef, der allgemein cis eine neue Ver­sicherung der Loyalität aufgefaßt wurde. Es hieß darin: „Ferner will rch D.r sogen: Ich b.'eide noch gut (treu) zur du.'schen Regierung, fo gut wie im Beginn. 93kib’ Neu bis in bf.n Tod mit all den Deinigen und gib Botschi ft allen Notisnen und allrn Hottentotten, daß ich der deurichen Regierung helfen will in allen Punkten." I tzt hat auch dieser fett seiner Un terwerfung aus der deutsch- n Reichekaffe mit einem Jahresgehalt von mehreren tausend Mark dotierte Hottertcte den Deutschen Fehde ungesagt und dem Stationslrittr v. Burgsdorff formell eine Kriegserklärung gesandt. Wie Wo sss Bureau aus Berlin vom Freitag, also offenbar aus dem Koloniatamt, berichtet, ist aus Windhuk Mterm 13. Oktober gemeldet worden:

W. Berlin, 15. Ott. 1904. Aus Wiudhxk wird unter dem IS.Oktober gemeldet: Nach einem Bericht aus Reet« mannshoop über Lüderitzbucht-Swa kopmund hat Hendrik Witbooi durch Semuel Isaac am 8. Oktober Burgs­dorff eine Kriegserklärung gesandt. Morenga leistet hestigeu Widerstand; er erhält danernd Znlans gut Be­waffneter «ud Berittener. Zahlreiche Hottentottenausammluuge» am Groot- broek-Karros, 80 Kilometer südlich von Gibeon. Die Verbindung mit Gibeou ist abgeschnitte«.

Ter .kölnischen Zeitung' trüb aus Berlin von gestern telegraphiert: Neuere Nachrichten Icffen es zimlich sicher erscheinen, daß Hendrik Witbooi der ansfiändrschen Bewegung nicht ferr-steht, und daß alsdann der Ausruhr den größten Teil btt Hvttrn- tortenpäwmd ergreifen wird. Ein besonderer Anlaß zu drm Ausstanre der Hottentotten scheint, abgesehen von der bei ihnen immer vermuteten Neigung, im günstige:- Augenblicke roch einmal de» Versuch zu machen, die deutsche Herrschaft abzuschüttelrr, nicht vorzuliegen. Wie man hört, wird die reue für Süd- westastika bestimmte Truppenverstärkung ein Regiment und zwei Batterien betragen.

Nach der Erhebung der Witboois befindet sich jetzt das ganze südwestafrrkanische Schutz­gebiet, soweit dort eine Herrschaft seitens der Deutschen tatsächlich ausgeübt ist, im Aufruhr. Aus das Gebiet der Ovarnbos, den nördlichsten Teil des deutschen Schutzgebiets ist bis jetzt die deutsche Herrschaft nicht ausgedehnt wor­den. Auch die Ooamdos aber, soweit sie unter portugiesischer Herrschaft stehen, haben sich erhoben. Die „Kriegserklärung* Hendrik W't- booi läßt keinen Zweifel mehr, daß die aufstän­dische Bewegung unter den Hottentotten von dem alten Witbooi-Häuptlmg mit vorb-reitet worden ist. Seine früheren Ermahnungen cn die Starnmekgenoffen, die Treue zu bewahren, schei­nen nur darauf berechn et gewesen zu fein, die deutschen Behörden in Sicherheit zu wiegen; es müßte denn fein, daß er selbst von seinem Stamm gezwungen worden ist, seine friedliche Haltung zu ändern. Schon vor Monaten bestand Miß­trauen gegen die Witboois, ihr Häuptling aber schien verläßlich zu fein. Daß er nun offen gegen Deutschland auftritt, erhöht die Gefahr eines allgemeinen Aufstandes auch im Süden des Schutzgebietes; es wird wesentlich darauf an­kommen, daß fo schnell wie möglich eine größere Trvppenadteilung nach dem Süden abgezweigt wird, damit den Aufständischen gleich energisch entgegengetreten werben kar-n.

* Zu der Meldung des ,Leipz. Tagebl.', der Zentrumsabgeordn. Reichsgerichtsrat Späh« fei zum Ob er lundesgerichtSpr äsident en in Köln ausersehen, wird der.Köln. Zeitung' aus Berlin gemeldet: „Das 'Justizministerium hat zur Zeit keine Seranlaffung, sich offiziell mit einer Nachfolge für den Oberlandesgerichts Präsi­denten v. Hamm zu beschäftigen, da deffen Ab- fchiedsgesuch hier noch nicht vorliegt. In amt- lichen Kreisen ist keine Rede davon gewesen, daß Spabn der Nachfolger Hamm's werden soll." — Das natünaGiberaie Leipziger Blatt scheint also seine Sensationsnachricht aus der Lust gegriffen zu haben, — welche Absicht eS habet gehabt hat, ist leicht zu erraten.

* Wie daS Volk verhetzt wird, zeigt folgende Meldung Ubercler Blätter auS Halle:

Die Oberleitung Les katholischen Bouifa- tiuSvereinS beschloß, große Mittel anzuwendenfür die Propaganda in Thüringen, insbesondere für Schul- und Kirchenbavken in Sachsen-Weimar, Mei­ningen und Schwarzbnig. LS ist voiaukzusihen, daß der konfessionelle Friede dadurch der schwer­sten Gefährdung ausgesetzt sein wirb. i

Wenn also die Katholiken Schulen und Kirchen bauen, wo sie nötig sind, so nennen l berate Blätter das „Propaganda" und prophe­zeien, daß dadurch „der konfessionelle Friede der schwersten Gefährdung ausgesetzt" werde. Bauen denn die Proleftanten nicht such Kirchen und Schulen in katholischen Aegenden? Folgerichtig müßte die liberalen Müller auch darin eine schwere Gefährdung d?ö konfesfionellen Friedens sehen; öde-! stören nur die katholischen Kirchen- und Schulbauten den konfessionellen, Freden, nicht aber m gleber Weise ar:ch die protestantischen? Wenn man denn gar kein Ver­ständnis für die Gleichberechtigung der Katholiken aufkommen lassen will, fo sollte man sich doch solch fr üvler Hetzerei schämen!

* Dir gestrige offiziöse Auslassung der,Nordd. Allg. Zta.' ?um Berliner Schulsteeit wird in ter liberalen Berliner Presse meist als An­zeichen dafür aaegeltgr, L.ß die Re^irru -g gern den Rückzug aus ihrer c'3 unhaltbar erkannten Stellung emtrcün möchte und zum Nachgeben bereit wäre. Man schließt das aus Sem ver­söhnlichen Ton des Artikels und auS der Be­merkung, daß lediglich die Verwirrung, welche durch die B^breimng b« Lehrer Ser freireligiös fen Gemeirrds im Kops und Herzen der jugendlichem P.rsonm heroorzerufen wird, für düs Vorgehen der Unterr'chtHverwaltlMg besiiM- menb gewesen sei. Wenn man aber darin, daß die Regierung nur die Jugend gegen freireligiöse und sozialdemokratische Er-flösse schützen will, ein Entgegenkommen erblickt, so gibt man damit doch rrotzl zu, daß daS Verlangen der Regierung berechtigt ist, die Stadt kein unbedingtes Ver­fügungsrecht über die Schulräume hat und die blsherige Verwendung vielfach ungehörig war. Dann aber ist nicht abzuscheu, warum man noch so viel Lärm mackt r.nd sich nicht mit dem Pro- viuziatfchulkolletzium verständigt. Sich darüber zu stretten, ob di« Aussicht präventiv oder regressiv geübt werden solle, ist doch im Grunds mäßig.

** Polizeilich verboten wurde ein Vor­trag über den „ Gcwaltstreich des Provin- zial-Schulkollegiums-, der am Donners­tag in einer Versammlung des Turnvereins „Ficht" gehalten werden sollte. Dem Turnverein „Fechf ist brkanntlich die Bmutzung der Berliner städtt- fchen Turnhallen für feine Jugend - Abteilungen vomProvirzial-Dchulkollegium untersagt worden. Die Versammlung balle den Zweck, gegen dieses Verbot zu protestieren. Im letzten Augenblicke wurde dem Wirte des Lokales von der Polizei- Behörde mitgeteilt, daß die Versammlung sofort aufgelöst werden nflrbe, wenn der angekündigte Vortrag gehalten würde. Er behandele eine öffent­liche Angelegenheit, die Versammlung hätte des­halb der polizeUichm Anmeldung bedurft.

** Den ia den Königlichen (Eifen* babnwerkstätten beschäftigten polnische« Arbeiter« war vor längerer Zeit verboten worden, untereinander polnisch »u sprechen. Jetzt ist, wie uns Bromberg gemeldet wird, ein neues Verbot binzugekomwen, das den Leuten verbietet, polnische Zcitunoen zu lesen. Selbst den Bkaßeiifegern auf bahnfiskalischern Gelände wurde dieser Verbot dekarnt gegeben.

V Berlin, 14. Olt. 1904.. Der Kaiser wird am £5. d. M., vormittags, in Dessau eintreffen, um dem dortigen Herzoglichen Hofe einen Besuch abzn- flalten. Am Nachmittage wird eine Jagd stattfindeu. Nach dem üblichen Jagddiner tritt der Monarch die Weiterreise nach Wernigerode an zu einem weiteren Jagdbrsuche bei dem Fürsten Christian Srnst zu Stol­berg. — Der Rittergutsbefitzsr Königliche Kammerherr Frhr. Karl v. Senden zu Natzlaff im Kreise Echlawe ist durch Allerhöchsten Erlaß vom 1. d. M. auf Prä­sentation des alten und befestigten Grundbesitzes in dem Land sch asts bezirke Herzogtum Wenden als Nach- glaer des wegen Abtretung seines landtagsfähigen rsitztuws rm Jahre 1903 aulgeschiedenen Herrn von Purrlamer-Scklvckow in daS Herre»hauS berufen wor­den. — Zur Tellnahme an der Eröffnung des Kaiser Friedrich-Museums Haden sich auf die Kaiserliche Einladung von ausländischen Gästen des weiteren an­gesagt: aus London der Direltor der National Gallnq Sir Edward A Sointer und der Direttvr deS South Kensington Museum Sir Cal vor Purdon Clarke; au? Amsterdam der Direktor des Nylsmnseum Rimstyk; aus Budapest der Drrektor des Ungarischen National­museums Emmerich von Sza'ap. — Frhr. v. Mir­bach, der Oberhofmelfier der Kaiserin, ist von Hom­burg v. d. H. wieder in Potsdam eingetroffen. Rach Rückkehr des Kaiserpaares vrm Jagdschloß HnbertuS- stock wird er sich bei der Koisertn -um Wiederantritt seines T ien peS melden. Er begibt sich in den Nächsten Tagen aber nach Königsberg 1. Pr., um dort der Hoch­zeit seir-s Sc hnc? mit der Tochter des Oberpräsitenten v. Moltke beizrwohnen. — Der.Reichsanz/ meldet die Ernennung des Stadtdecbante» und Pfarrers Hermann Hü ging in DutSburg zum Shrendowherrn bei der Kathedralkirche in Münster — Der Generalsekretär deS preußifchen LandeSökomiekollegiumS Dr. Berbert Jürgens, der erst vor einigen Jahren seine tellung antrat, Hot sich a«stern erschcffen. JürgonS war infolge ontauerrder Krankheit feiner Fran und anstrengender Arbnt hrchtrmig nervös g<worden. Er hat sich durch einen Reroivcrschvß >n die rechte Schläfe fietötet. — Dem prenß,sch-n Landtage wird ern Ge- etzentwurf zvgehcn übir dieSieuregelung des Hedam- menwesenS.