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Jß. 235.

Küda, Donnerstag, den 13. Oktober 1904

31. Jahrgang.

28

(Nachdruck verboten.)

schlöffe zu großem Dark verpflichtet füllen.'

Ihrem Si

Helene befürcht,te, daß er etwr- von der Unter» tebunq verstanden halte, wenigsten- hrc letzten Worte; als sie indessen sah, wi« er Albert freundlich die Hand reichte und fich in rffenrr, ungezwungener Weise entschuldigte, daß er sich wegen der Vorbereitung zu der vevorpehenden Jrod so wenig um seine Gäste bekümmere, war ihre Unruhe bald verschwunden.

„ES bedarf keiner Entschuldioung", war Albert- Antwart; seien Sie überzeugt, daß Herr Renreville

willst Du eS wir nicht auve,trauen? Wenn Du Dich gegen mich au-sprechen welltest und ich jede Sorge mit Dir teilen könnte, glaubst Du nicht, daß wirunS stark genug fühlten, um jede Drohung von uv- fern zu halten? Bist Du n cht überzeugt, daß ein solche» anvertrauteS Geheimnis in der Seele des Mannes wohl ausbewahrt bleibt, der sein Leben opfern wttb, um Dich glücklich zu machen?

„Du host Recht*, sagte Helene tief bewegt. „Deine Liebe uvd Treue will ich nicht länger auf die Probe stellen, ich will Dir alle- rffenbaren. — So w ffe denn, daß Christian Fersen . .*

Sie wollte fortfahren, aber die Worte erstarben auf ihren Lippen; erschrocken klammerte stch dir Arme an dem Arm ihres Geliebten fest.

Bourlault stand vor ihnen.

Berlin, den 12. Oktober 1904.

** Endlich wird das Standbild Friedrich- des Großen, das der Kaiser nach dem Be» suche des Prinzen Heinrich in den Bereinigten Staaten der Republik stiftete, seinen Standort finden. Die feierliche Enthüllung des Stand- bllds vor der neuen Kriegsschule wird in Gegen» wart des Präfidenten Roosevelt am 19. November stattfinden. Es werden, wie aus Washington gemeldet wird, die Mitglieder des Kabinetts und des diplomatischen Korps, der Oberbundesrichter, der kommandierende Admiral und der Chef des Generalstabs wie die Offiziere des Heeres und der Flotte, welche deutscher Abstammung sind, der Feier beiwohnen. Die Gemahlin des deut­schen Botschafters, Freifrau Speck von Stern­burg, vollzieht die Enthüllung. Der Botschafter übergibt das Standbild mit einer kurzen An­sprache der Obhut des Präsidenten Roosevelt. Der Präsident erwiedert in längerer Festrede. Nach ihm spricht noch der Kriegsminister Tast namens des Heeres. Unter den Klängen des amerikanischen und der deutschen Nationalhymne wird die Feier ihren Abschluß finden. — Die Statue ist in Baltimore eingetroffen.

() Aus Anlaß des heutigen 50jährigen Dienstjubiläums des Geheimen Hofrates Willifch, Vorstehers des Chiffrierbureaus, er­schienen heute in der Wohnung des Jubilars der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Frhr. von Richthofen, und der Vorsteher der Personalabteilung, Wirkl. Geh. Legationsrat von Schwartzkoppen. Frhr. von Richthofen über­reichte dem Jubilar die Insignien des ihm vom Kaiser verliehenen Kgl. Kronenordens 2. Klaffe mit der Zahl 50. Der Staatssekretär über­brachte ferner ein Glückwunschschreiben deS Reichskanzlers und gab den Glückwünschen im eigenen Namen, sowie im Namen des Aus­wärtigen Amtes Ausdruck. Auch eine württem- bergische OrdenSauSre'tchnung, das Ehrenkreuz des Ordens der württembergischen Krone, ist Jubilar verliehen worden.

** Minister Gevekot hatte bekanntlich im Lippeschen Landtage besonders hervorgehoben, daß er vom Kaiser eine Einladung zur Ein­weihung des Kaiser-Friedrich-Museums in Ber­lin erhalten habe. Auf Anordnung des Kaisers find aber nach den ,B. N. 91/ Vertreter aller Bundesregierungen zu der Enthüllungsfeier ein­geladen worden. Dementsprechend ist selbstver­ständlich auch einem Vertreter der Fürst!. Lippe­schen Regierung eine Einladung übersandt worden.

* Reichskanzler Graf Bülow ist sichtlich be­müht, die leidige lippische Frage mögl chst bald aus der Welt zu schaffen. Auf seine direkte Anordnung finden, einer offiziösen Mitteilung zu­folge, unter den beteiligten Reichsrefforts Be­sprechungen statt, die zum Zweck haben, alle Ge­sichtspunkte zu prüfen und die nötigen Materi-

I und würde sehr häufig mit dem 5 Pfg.-Stück verwechselt worden fein. Durch Ablehnung der Münznovelle fiel auch dieses Geldstück. Nun Ha­ma» tm Reichsschatzamte ein neues 50 Pfg.-Stüc: dem BundeSrat vorgelegt und dieses fand gestern Annahme. Da an dem Mischungsverhältnis nichts geändert wird, muß die Zustimmung des Reichstags nicht erst eingeholt werden. Die neue Münze dürste sehr gefallen; sie hat ganz den- selben Durchmeffer wie das jetzige 50 Pfg.-Stück; unterscheidet fich aber in sehr vorteilhafter Weise von demselben, so daß die Verwechselung mi demselben nahezu ausgeschlossen erscheint. Statt der Bezeichnung 50 Pfg. ist die „*/» Mk." ge­wählt worden, so daß auch die abgenutzte Münze sofort auf den ersten Blick erkenntlich ist und man fie nicht für ein 10 Pfg.-Stück erhält. Aber auch im Griff ist die Münze leicht erkenntlich; fie hat einen stark geriffelten Rand mit erhöhter Prägung; das 10 Pfg.-Stück ist bekanntlich glatt geprägt. Wer das neue Geldstück in die Hand nimmt, weiß sofort, daß er keine Nickelmünze besitzt; somit läßt sich auch im Dunkeln diese Münze vom 10 Pfg.-Stück unterscheiden. Au der Rückseite ist die Umrahmung des Reicks­adlers durch einen Eichenkranz beibehalten. Die Münze macht einen sehr hübschen und gefälligen Eindruck. In der ,Schles. Volksztg/ hat schon anfangs September ein Zentrumsabgeordneter diese Art der Ausprägung vorgeschlagen.

* Erörterungen der Presse über die Tatsache, daßoer Tod der zw ei in Deutsch Südwestafrika Gefallenen oder Gestorbenen, soweit sie zur Marine-Expedition gehörten, den Angehörigen mittels einer offenen Postkarte durch das Zentralnachrichten-Bureau des Reichsmarineamts bekannt gegeben wurde, sind, wie die .Neue politische Korrespondenz' erfährt, bereits durch eine Verfügung überholt, die der Staats­sekretär des Reichsmarineamts sofort erlaffen hat. als er von diesem Verfahren, das geeignet ist, von den Angehörigen schmerzlich empfunden zu werden, Kenntnis erhielt. DteBenachrichtigung er­folgt nach dieser Verfügung telegraphisch, bezw. in etnemgesckloflenen Schreiben.

* AnS Deutsch -Südwestafrika wird heute amtlich gemeldet: Die Kabelverbindung nach Swakopmund nördlich und südlich von Swakopmund ist unterbrochen. Nachrichten aus dem Schutzgebiete sind daher vor der Hand nicht zu erwarten.

(*) Mainz, 12. Okt. 1904. Die erste all­gemeine Sitzung der Generalversammlung der Görresgesellschaft begann gestern nach­mittag 5 Uhr. Der Hochw. Herr Bischof wohnte der Sitzung bei. Herr Domkapitular Dr. Selbst hielt einen anregenden Vortrag über die deutsche Orientforschung. Jufiizrat Dr. Julius Bachem- Köln berichtete über die nunmehr fertiggestellte 2. Auflage des Staatslexikons. Landgerichtsrat Dr. Bockenheimer sprach über das Verhalten von Kurmainz in den Hegemonieflreitigkeiten zwischen Oesterreich und Preußen zu Ende des 18. Jahrhunderts. Abends 8 Uhr hielten die vereinigten Kartellverbände der katholifchen Stu­denten im großen Saale des Frankfurter Hofes

wunderbare Fügungen.

•^tae Erzählung, übersetzt au- dem Italienischen von L. Beinhorn.

hast schZn von ihm g'höit, eS ist derselbe, ' s» Wohnung au« findig gemacht hat.* "Adert? War beginnt er hier ?* »yß» .ar.n ich nicht sagen, nur soviel weiß ich, q“?8 etn,n "'»en D,enst geleistet hat. Nach a®ntenJunft mit Fersen trat dieser Der- Nach vielen Ben Übungen ist eS ihm ge- r*® ,' rnfcI,$ wiederzvfinden und ihm ein sich'"- «syl zu verschaffen.-

üstterte, 'S folgte ein kurze- Schweigen, worüber ich mit Deiner Schwester gesprochen habe?* sage» fie endlich.

' °ch über unsere Verheiratung?* < «miwn, |tic« wk uv«nmy, -••p %-»■>*. nuwH>iui

Schwester, sowie Herr de fRenutbiCe tt XTen sowohl wie ich fich für den reizenden Aufenthalt in nm Deinem Beter von unserer Liebe sprechen/ ---- " ~ ‘ ........

„Mein Vater wird Dich gewiß mit Freuden seine Tochter nennen."

„Ich glaube e-, Albert, wüßte ich e- bezweifeln, so würde ich nicht mit Dir so sprechen; aber . . .*

„Nun, vaS befürchtest Du noch?*

„Ich weiß eS selber nicht, vielleicht ist eS die Freude, an die ich nicht gewöhnt bi», die mich erschreckt.*

„Sei doch ruhig,* erwiderte der junge Mann. „Wenn ich erst Dein Gatte bin, so sollen olle irdischen Mächte Dich nicht au- meinen Armen reißen. Wenn Dein Leben ein Geheimnis in fich birgt, wos wie,ch wobl bemerkt habe, Dich mit Beforgni- erfüllt, warum

I alten zu sammeln, damit der BundeSrat so rasch als möglich in die Beratung der Angelegenheit eintreten kann. Die äußerste Beschleunigung entspreche dem ausdrücklichen Wunsche des Reichs­kanzlers. Heute sand eine Sitzung deS Staats­ministeriums statt. Vielleicht hat auch diese fich mit Lippe befaßt. An einer Erörterung der Sache im Reichstag kommt der Reichskanzler, wie schon gesagt, natürlich nicht vorbei. Immer- hin ist seine Lage eine weit behaglichere, wenn der lippische Thronfolgestreit dann bereits ent­schieden ist, als wenn er noch schwebt. Die Entscheidung wird stch aber kaum so beschleunigen lassen, daß sie beim Wiederzusammentritt des Reichstags bereits erfolgt ist. Unmittelbar nach dem Zusammentritt wird sicher eine Interpellation eingebracht werden.

§ Die Auslastung der ,Nordd. Allgem. Ztg/ zu dem Berliner Schnlstreite stößt selbstver­ständlich in der freisinnigen und sozialdemokrati- fchen Presse auf lebhaften Widerspruch; u. a. wird betont, daß, wennfchon die Regierung Mah­nungen und Versuche persönlicher Verständigung gemacht habe, die bureaukratische und stellenweise geradezu grobe Form ihrer Kundgebungen wenig geeignet war, eine Verständigung herbeizusühren. — Ein wunderlicher Widerspruch hat sich übri­gens erhoben. Während in Berlin das Provin­zial - Schulkollegium die Ueberlastung der Turn­halle an einen sozialdemokratischen Turnverein nicht gestatten will, ist in Luckenwalde vom Landrat eine ganz andere Auffassung bekundet worden. Dort hatten drei Arbeiter-Turnvereine von „ausgesprochen sozialdemokratischem Charak­ter" beantragt, daß ihnen die städtischen Turn­hallen für die Hebungen überlassen werden. Der Magistrat wendete sich an die Aufsichts-Behörde. Der Sanfttat von Jüterbog, Geh. Regierungsrat v. Cossel, konnte „in der Erteilung der Ge­nehmigung nichts Staatsnachteiliges erblicken, wenn nur dafür gesorgt wird, daß die Vereine beim Turnen felbst nicht sozialdemokratische Ideen verbreiten." Die,Poftt ist darüber natürlich sehr | ungehalten. Wahrscheinlich wirft der Landrat bald rektifiziert und damit der Widerspruch aus der Welt geschafft werden. Die Berliner Polen, deren Turnverein durch das Vorgehen der Regie­rung obdachlos wurde, wollen in der nächsten Woche eine allgemeine Protest-Versammlung da­gegen abhalten und den Berliner Magistrat in einer Eingabe ersuchen, „auch den polnischen Ein­wohnern der Reichshauptstadt als gleichberechtig­ten, steuerzahlenden Bürgern seinen Schutz gegen die neueste Maßnahme der Regierung angedeihen zu lassen." — Ist denn der Magistrat ver­pflichtet, den Turnvereinen Turnsäle zu be­schaffen?

* Wir bekommen ei« «e«es 50 Pfg.- Stück; so hat es, wie schon kurz mitgeteilt, der Bundesrat' in seiner letzten Sitzung veschloffen. Die Zustimmung des Reichstages ist nicht mehr erforderlich. Bekanntlich enthielt die im Sommer infolge der Talerfrage gescheiterte Münznorelle auch ein neues 50 Pfg.-Stück; dasselbe sollte ein anderes Mischungsverhältnis wie das jetzige er­halten, wurde dicker, aber im Durchmeffer kleiner

„Erklären Sie fich deutlicher."

Nioer wollte antworten, allem in diesem Augen­blicke ertönte ein gellender Pfiff.

„Sie HSrrn" sagte der Detektiv, „der Wartende scheint in großer Eile zu fein; ich muß fort und kann Ihr«» daher meine Gründe nicht ausetvandersitz-n feien Sie indessen versichert, daß ich da- aufrichtigste gntereffe für Vie hege.*

Mit tifen Worten entfernte er fich, ohne au? wettere Erwiderungen zu werten. Albert war durch die Aeußeru»aen so überrascht und bestürzt, daß eS e. st einiger Minuten bedurfte, ehe er fich entschließen konnte, feilte Gesellschaft aufzusuchen. Dieselbe schien ihn an der Biegung deS Weges zu erwarten.

„ »Wer war d-r Mann, mit dem Du soeben 'Krachst? - fragte Helene, al- fie fich mit Albert allein vesand.

„Tas freut mich", entgegnete Boursault; „übrigens zweifle ich nicht, daß Helene ihr Möglichste» tun wird, um mich zu ersetzen, wenigsten- garantiert dafür die Freundfckaft, welche fie für Ihre Fran Schwester hegt."

„Jetzt habe ich Ihnen aber noch eine freuHge Nachricht zu überbringen, welche gerade während Ihrer Abwesenheit lingetrcffen ist. Dieser Brief kündigt mir Ihre- Henn Vater- Besuch auf morgen an; ich werde alkdann die Gelegenheit nicht vorübergeben fcffen, um eine Sache mit ibm zu > e prechen, d e Sie und Helene besonder» intet effieren muß und von deren Resultat Sie bald in Kenntnis gefetzt werden sollen."

Albett antwortete nicht, er wechselte mit Helene nur verstohlene Blicke aus. Anderen Tage» waren die Jnstssen des Schlöffe» alle in freudiger Bewegung, um Herrn Billeneuve» Ankunft zu erwarten. Sin Wagen war ihm schon nach Merlcc ent gegengeschickt; Herr Billeneuve hatte inveffen die Zeit seine- Ein- mffenS »ich! pünttlich einhatten fer nen, denn er hatte eS für röfg gehalten, mit den höchsten Beamten eine Beratung zu veranstalten, deren J-halt der Leser leicht erraten kann.

Die Beratung hatte mehrere Stunden gedauert, und der Unterfuiung»ri£tter hatte zu seinem Leidwesen erfahren muffen, daß ungeachtet der großen Anstrengung l und deS unermüdlichen E fer» noch eben keine Spur von der Falschmünzerei entdeckt war-

Durch Niveit'S Umficht und Scharfblick hatte man die lleberzeugunq gewonnen, daß der Fälscher im süd­lichen Frankreich wohnen mußte, vielleicht in der Charente.

Aus der Fahrt nach dem Schiesse war Nivert mit Billeneuve in den Wagen gestiegen, wo fie fich ernst­lich über die schwebenke Frage beraten stllten. Ni- vert- Aufgabe war sehr schwierig Er glaubte, dem Betbteler nahe zu sein, aber die äußeren Bei hält n ffe waren so vei wirrend, daß er «ürchtete, fich zu irren; außerdem torg'e er noch richt, öffentlich über das Geheimni- zu sprechen, welche- Albert ihm anvertraut

zu Ehren:bet Teilnehmer an der Generalver­sammlung einen Festkommers ab, dem der Hochw. Herr Bischof, der Vorstand der Görresgesellschaft, Fürst Karl zu Löwenstein und zahlreiche sonstige Herren beiwohnten.

hatte. Sobald et nun erfuhr, daß Herr Billeneuve in Angouleme angekommen war, eilte er demselben entgegen, um dem Untersuchungsrichter die notwen- ditzsten Mitteilungen zu machen, wodurch dieser natür­lich sehr überrascht und bestürzt war. Es war daher nicht zu verwundern, bab er mit ernster, kalter Miene den Bewohnern de- Schlaffes entgegentrat.

Boursaull gelang es indessen bald, die düstere Stimmung seine» Gastes durch äußerste Liebenswürdig­keit zu verscheuchen, und al- da» reiche Diner aufge- tischt war, zeigte auch die aanze übrige Gesellschaft bald die heiterste Laune Boursatit erklärte seinem alten Freunde, er müsse während seines Besuche» allen Bkstimmungen fich fügen, welche sein Wirt den Gästen Vorschlägen würde und versprach demselben, ihm schon morgen die Umgebungen be» Schlc ffe» zu zeigen. Jo- banna erzählte von den Schönheiten der italienischen Reise, welche fie mit ihrem jungen Gatten gemacht hotte. Albert teilte Einzelheiten von seinen interes­santen Fahrten mit, sodaß ihnen die Zeit rascher 6er- koß, al» fie ahmen. Nach dem Essen führte Herr Bomsault seine Gäste in den Park.

In dem Augenblicke, wo Albert fich anschickte, Helene den Arm zu biete#, kam sein Vater ihm jedoch SUvor, um ihm zu sagen, laß er dringend mit ihm u sprechen wünschte

„Bi» jetzt habe ich noch keinen günstigen Augenblick irden können, um mit Dir allein zu fein, ich habe ehr Wichtiges m l Dir zu besprechen. Hier find wir unsere eigenen Herren, in den Zimmern könnten wir leicht g> stört werden."

Albert bleckte feinen Vater verwundert an; denn noch niemals hatte derselbe in einem so feierlichen Tone mit ihm gesprochen.

.Mein Gott, Vater, was ist geschehen, um was handelt e» stch?"

„In diesem Augenblicke vermag ich D»r lei noch nicht Alle» zu sagen, da unser guter Wirr u aufsucht, warte bis Heine Abend, dann will ich D in meinem Zimmer empfingen." (F. f.

* Der russisch-japanische Krieg.

Mit wechselndem Glück ist seit Sonntag in der Nordmaadfchurei gekämpft worden. Die angreifenden Russen sollen nicht weniger als 10 Divisionen zählen, sind also den drei japanischen Armeen bedeutend überlegen. Gleichwohl ist es den Russen noch nicht gelungen, den Japanern in erheblichem Maße Terrain abzugewinnen, nur im Zentrum bei den Kohlengruben von Jenlai wichen die Japaner etwas zurück, drangen aber dann gleich wieder vor. Nach den letzten Nach­richten „stand" die Schlacht auch noch am Dienstagabend, ohne daß eine Entscheidung ge­fallen wäre.

Generalleutnant I. Hasegawa, der neue Kommandeur der japanischen Truppen in Korea.

Baron Hasegawa, dem bekanntlich das Oberkommando der japanischen Truppen in K o r e a anvertraut wurde, ist jetzt 53 Jahre alt. Er erwuchs in dem Haushalte dessLehnsherrn seines Vaters und focht in den Kriegen, welche die Staatsumwälzung begleiteten. Später wurde er in die Militärakademie ausgenommen und rückte dann schnell zu den höheren Graden auf. Im chinesischen Feldzüge kommandierte er die 12. Brigade beim Angriff auf Port Arthur und später die 6. Division. Unter Kuroki war er Kommandeur der Gardedioision, die ihren Ersatz wie in Preußen aus dem ganzen Reich enthält, und zwar nicht nach der Größe, sondern nach der Herkunft aus „besseren Familien", meistens kleineren Grundbesitzern.

W. London, 13. Okt. 1904. Dem Reuter- schen Bureau wird ohne Datum von einem

Den Isches-Reich