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31. Jahrgang.
zulda. Montag, den 3. Oktober 1904.
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(Nachdruck verboten.)
Verantwortlicher rchristleiter-A.wedle» j. p%ene»'in'ä«. wochenbeuage: „Illustrierte §onntag§zeitung
„Sind Sie der junge Herr Billeneuve?" fragte die junge Bäuerin.
„Der bin ich."
„Es ist mir besonders empfohlen worden, mich zuvor genau von der Persönlichkeit zu überzeugen, der iL vorgestellt werden würde."
„Sie sind nicht aaS Paris?" sagte Albert lächelnd.
„O nein, mein Herr, ich bin aus M^rlac, habe meine Heimat erst seit drei Tagen verlassen und bin nach Paris gekommen, um hier eine «teste zu suchen."
„Und mau hat Sie an mich gewiesen?"
„Ja wohl, und zwar mit einem Brief von einet jungen Dame, welche daS beste Geschöpf von der Welt ist." e . .. _ .
Albert hatte nicht mehr auf die letzten Worte geachtet, sondern fich sofort des Briefe« bemächtigt, mit zitternder Hand dar Kuvert geöffnet und die Unterschrift des «riese- gesucht. » , £ , ,
Der Brief war von Helene und lautete tote folgt: „Herrn Albert Billeneuve!
Ja größtrr Eile schreibe ich diese Zeilen, dieselben vertraue ich einem junge« Mädchen an, welcher mir sehr zugetan ist, weil ich ibre Mutter in einer Krankheit unterstützt habe. Sie müssen entschuldigen, wenn ich Ihne« nicht schon früher geschrieben habe. Allein ich, sowie unser guter Tom werden fortwährend scharf beobachtet, indessen hindert dies uns nicht, daß wir oft von Ihnen sprechen, wenn wir uvS allein befinden. O, wenn Sie wüßten, wie sehr wir Sie lieben. Vielleicht ist eS nicht recht, seine eigenen Gefühle zu verkündigen. Aber wenn ich mit Ihnen spreche, so ist eS mir, als wenn Gott mich hörte, und ich schäme mich nitbt.
Neulich tonrbe mir mitgeteilt, daß Ihr Herr Vater H-rrn Boursault zu der bevorstehenden Hochzeit Ihrer Fräulein Schwester eingeladen habe. Liese Nachricht hat mich mit großer Freude erfüllt.
In der Kanalsrage ist ein neues Moment eingetreten, aus dem die Kanalfreunde Hoffnung aus eine befriedigende Lösung derselben schöpfen, nämlich die Ernennung des Herrn v. Löbell zum Chef der Reichskanzlei. Herr v. Löbell hat seinerzeit für die Kanalvorlage gestimmt und er aalt als der Bertrauensmann deS Herrn von Miqael, dec die Aufgabe hatte, unter den Konservativen für die Kanalvorlage Stimmung zu machen. Herr v. Löbell hat das trotz seines weitreichenden Einflusses nicht vermocht. Weshalb sollte er diesmal eine glücklichere Hand haben? Nur einzig deswegen, weil einer der ihrigen in das Palais an der Wilhelmstraße eingezogen ist, werden die Konservativen den Kanal doch nicht „schlucken", wenn er ihnen auch in der neuen Form nickt gefällt.
Nicht minder leicht dürfte für die Regierung die Situation hinsichtlich des Kontraktbruch. Gesetzes sein. Die allgemeine Stimmung ist gegen das Gesetz. Es kommt noch hinzu, daß der Staatssekretär des Reichsjustizamts eine nicht gelinde juristische Kritik an dem Entwürfe geübt hat und die Landwirtschaftskammervorstände ihn auch als unannehmbar oezeichnet haben. Herr v. Podbielski wird demnach einen schweren Stand haben. _ r
Da die Kanalvorlage daS Plenum sobald noch nicht beschäfrigen wird, würde cs sich empfehlen, wenn die Regierung gleich rach dem Zusammentritte deS Landtages ihm die Schul, unterhaltungsoorlage unterbreiten würde. Für eine umgehende Beratung derselben bietet gerade der Abschnitt vor Weihnachten die geeignetste Zeit. Die Vorlage ist ja schon fertig gestellt und es liegt für die Regierung kein Anlaß vor, länger damit zu warten. Die Regirrumz würde damit auch dem ausdrücklichen, in dem Kompro» mißantrag geäußerten Wunsche der nationalliberalen Fraktion entsprechen.
Gleich nach Wiedereröffnung des Landtages dürfte es zu „sensationellen" Verhandlungen kommen, denn Minister Frhr. o. Hammerstein wird nicht umhin können, alsbald die Mirbach- Interpellation zu beantworten und der Volksvertretung über Widersprüche, in die seine Person verwickelt ist, Aufklärung zu geben. Bekanntlich sieht der Minister den Verhandlungen „mit Ruhe" entgegen; wir befürchten, daß ein Teil der Volksvertretung seine Ruhe doch etwas unbequem stören wird.
wunderbare Zügungen.
Eine Erzählung, übersetzt aus dem Italienischen von L. Beinhorn.
)( Der preußische Landtag
wird bereits im Laufe dieses Monats wieder zusammentreten. Der ungewöhnlich frühe Be- ginn deS diesmaligen Tagung ist dadurch notwendig geworden, daß der Landtag anfangs Juli nicht geschloffen, sondern nur vertagt worden ist und aus seinem vorjährigen Arbeitspensum wichtige Gesetzentwürfe übrig geblieben stad, die eine Schließung des Landtags am Schluffe der vorigen Tagung nicht opportum erscheinen ließe».
Wie der Reichstag, so wird auch der preu- ßische Landtag in der nächsten Session mit Arbeiten überhäuft sein, so daß vorausstchtlich die Tagung bis weit in den Sommer hinein währen 'cird. Die Zeit von Anfang Januar bis zum April ist der Etatsberatung gewidmet und verträgt nicht die gleichzeitige Beratung wichtiger anderer Vorlagen, da das preußische Abgeord- netenhaus erfahrungsgemäß nicht mehr den Etat bis zum 1. April fertig zu stellen in der Lage ist. ES kommt also für die vorliegenden und zu erwartenden Vorlagen in der Hauptsache nur die Zeit bis Weihnachten und nach — günstigenfalls — dem 1. April in betracht. In dieser knapp bemessenen Zeit soll dis Kanalvorläge, der Gesetzentwurf betr. Erschwerung des ländlichenKontraktbruchS und die Schulvorlage erledigt werden, von anderen Vor. lagen ganz abgesehen. Die Kanalvorlage dürfte sobald wohl nicht an die Reihe kommen, denn wenn auch die Kanalkommtssion bereits acht Tage vor dem Plenum zusammentritt, so dürften ihre Arbeiten doch noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen. Den Liberalen scheint das unbequem zu sein, denn noch dieser Tage konnte man lesen, es dürfe die Beratung der Kanalvorlage nickt bis zur Beratung der Handelsverträge im Reichstag hinausgeschoben werden. Eine solche Verquickung der Kanalvorlage mit den Handelsverträgen würde für di« Konservativen heute gar keinen Zweck mehr haben, denn dis Handelsverträge werden vorausstchtlich in zwei Monaten fertig fein und die Beratung der Kanalvorlage können die Konservativen gar nicht dazu benutzen, um bei den Handelsverträgen noch etwas für sich herauszuschlagen, denn die Handelsverträge müssen im ganzen abgelehnt oder angenommen werden. Die Befürchtung der Liberalen ist also gegenstandslos.
„Meinem Vater hat er noch keinen Besuch abge* stattet."
„Wer kann es wissen, weshalb er noch nicht zu Ihnen gekommen ist?"
Albert schwieg, die Nachricht schien ihn sehr aus- geregt zu haben.
Sich erhebend, sagte er: „Sie haben ihn also erst g'stern gesehen, war er allein?"
„Ganz allttn."
„Sie wissen also nicht, ob jemand ihn nach Paris begleitet hat?"
„Niemand. Sie werden gewiß bemerkt haben, daß ich sehr neugierig bin; kaum hatte ich den Mann ge- feh:o, als ich mich anschickte, ihn scharf zu beobachten. Er gelang mir, ihn bi« nach dem Hotel d'Albion zu verfolgen ..."
„Nim, dieser sagt mir mch nichts."
„Allerding-, wenn ich mich damit begnügt hätte, aver ,ch habe den Portier ein wenig schwatzen lassen und aus den mit gemachten Antworten scheint eS, daß Herr Boursault erst seit drei Tagen angelangt, und ~ B er wahrscheinlich morgen wieder abreifen wird, «outen Sie aber noch etwa- zu wissen wünschen, so werde ich noch heute abeno . . ."
„Das ist nidjt nötig."
Herrn Niedert freundlich grüßend, ging Albert, $ aa$ aulgeregt durch das eben Gehörte, fort.
War Bomsaultr geheimnisvolle Steife nach Paris 2?tcS die Visitenkarte veranlaßt, deren Namen auf •to« einen so großen Eindruck gemacht hatte? Oder war fie HelenenS wegen unternommen? Oder sollte pe auch ta Betreff seiner auSgeiührt sein, um seine »chrttte und Pläne zu brauschen?
Erscheint täglich, mit - zu,nähme der Sonn- und Zelettage. viertel- ' jLhrl.ve;ugrprei» ohne vringerlohn und »ektellgtldinMdaund «,,wärtilMk.50Psg.
Fortwährend
nehme« «och alle Posta«stalte«, Land- briefboteu, Zeituugsträger «ud «ufere Expedition (Harmonie)
SkßkllMW Ms das 4. Quartal 1904 der,Fuldaer Zeitung' zum Preise vo« 1 Mark 50 Pfg. (ohne Bestellgeld «ud Briugerloh«) entgegen.
O, die Glückliche! S e kann dreist behaupten, daß ein Mann fie vor allen anderen erwählt hat und daß fie ihn liebt. Wird mir auch wohl je ein solches Glück zuteil werden?
O, wie gern möchte ich Ihrer Schwester meinen Glückwunsch darbringen! Aber sehen Sie, ich wollte Ihnen nur zwei Zeilen schreiben und habe Ihnen noch nichts weiter mitgeteilt. Welch eine Schwätzerin ich bin!
Sie denken doch noch an mich, nicht wahr? Sie haben mich noch nicht vergessen? Ihrer gedenke ick jeden Tag, jede Minute.
Wann werde ich Sie Wiedersehen? Wird es jemals der Fall sein? Leben Sie wohl, Albert, behalten Sie lieb
Ihre Helene.
Eben tritt Tom herein, um mir mitzuteilen. . . Werden Sie erraten können? . . O, mein armes Herz! ... daß wir binnen acht Tagen nach Paris reisen sollen." ‘ , ,, ,,
Er ist unmöglich, den Eindruck zu beschreraen, welchen diese in aller Eile geschriebenen Zeilen auf Albert auSübten. Er l°S fie wohl zwanzigmal; jedes Wort verkündigte ihm die innigste, reinste Liebe. Sinnen acht Tagen sollte fie ihm nahe sein, er sie wieder seben, wieder sprechen können.
«cht Zöget WaS sollte er während der Zeit 6e=> ^"Glücklicherweise näherte fich Johannas Hochzeit immer mehr, daS Fest gab auch Albert Anlaß zu verschiedenen Zerstreuungen und Beschäftigungen.
Johanra war Pariserin von reinstem Blute, fie wollte selbst die Einkäufe machen und galt eS, einen Schmuck, rin kostbares Kleid oder wertvolle HauS- halttgegenstände zu lausen, so wußte der Bruder die Wahl mit treffen; so vr> flössen die Tage also rasch, uno Alberts Ungeduld wurde einigermaßen beschwichtigt.
(Fortsetzung folgt.)
esthalten werden, scheint neuerdings fraglicher geworben zu sein."
* Der ,Reichsanz.' meldet die Ernennung beS z im Schloßprediger und Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Heinrichau berufenen Pastor Schmogoo, bisher in Kunerwitz, zum Superin- endenten der Diözese Fankenstein-Münsterberg, Regierungsbezirk Breslau.
)*( Der Hofbericht meldet über baS Bernden des KöaigS von Sachsen: Die vor- etzte Nacht sei mehrfach durch Hustenreiz unterjochen gewesen, am vormittag aber habe der könig mehrere Stunden gut geschlafen. Mittags >abe er außerhalb des Bettes gesessen und hierbei erfreulichen Appetit gezeigt.
* In Sache« Lippe schreibt die .Köln. Zeitung' offenbar offiziös: „Die Annahme, daß der Bundesrat sich sofort mit der Frage der lippeschen Regentschaft zu beschäftigen haben werde, wird mehrfach als unzutreffend bezeichnet, vielmehr die Ansicht ausgseprochen, daß ein Eingreifen des Bundesrates erst dann zu erfolgen haben werde, wenn der Graf Regent einen neuen Bevollmächtigten zum Bundesrat ernennen und dem Bundesrat namhaft machen wird. Dann muß natürlich die Legitimation des Auftraggebers umsomehr geprüft werden, als die s ch aum- burg-lippesche Linie Protest gegen den Uebergang der Regentschaft auf den Sohn des verstorbenen Graf-Regenten erhoben hat." Heute liegen nun die Proteste ber Schaumburg-lippe'schen Regierung in Wortlaut vor. In bem cn den BunbeSrat gerichteten Protest werden auf Grunb ber Annahme, baß nach dem Gesetz vom 24. April 1895 nur solche Personen bei der Wahl zur Regentschaft durch den L ppeschen Landtag in Frage kommen könnten, deren Agnateneigenschaft zwetsel- los feststrhe und von keiner Seite bestritten werde, was aber nur hinsichtlich der Mitglieder des Schaumburger Hauses der Fall sei, folgende Anträge gestellt:
Hoher Bundesrat wolle
1. biS zur rechtskräftigen Erledigung der schwebenden Streitfrage keinen von einem der tot Streite befindl.chen Teile ernannten Bevollmächtigten zum Bundesrate zulassen, .....
2, nunmehr, da die Rechtskraft des Schiedsspruchs erschöpft ist, in Ausführung des erwähnten BeschluffeS vom 5. Jan. 1899 tie definitive Erledigung des lippi- schen Thronfolgestreites in die Wege leiten.
3. eine durch die tatsächlichen Verhältnisse geforderte außerhalb der Parteien stehende, unabhängige Verwaltung des Fürstentums Lippe einrichten, durch welche ber reichs verfassungsmäßigen Erledigung deS schwebenden Thronfolgestreites nicht vorgegriffen wird.
In zwei weiteren Noten wird dem Lippeschen Staatsministerium und dem Landtag für baS Fürstentum Lippe Mitteilung von der Einreichung btS vorstehenden Protestes gemacht.
* Zusammenschluß der deutsche« Staatsbahueu. Am Donnerstag wurde in Heidelberg auf Antrag der süddeutschen Staatsregierungen zwischen diesen und Preußen Ve'.hand-ungen über einen engerenZusammenschluß der süddeutschen Staatsbahnen und der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft in der Rjchtung eine Betriebs mittel gemeinsch ast eingeleitet.
Berlin, den 1. Oktober 1904.
** Der Kronprinz empfing am Freitag den Vorstand des pr eußisch en Land es-Krieg er- verbandes behufs Ueberreichung eines künstlerisch ausgestatteten, von Professor Doepler dem Jüngeren angefertigten Gedenkblattes zur Erinnerung an die Üebernahme des Ehrenvorfitzes über den Landesverband. Gleichzeitig über-
Er wußte nicht, was er davon denken sollte, in großer Ungeduld betrat er da» väterliche Hau». Vielleicht hatte Boursault seinem Vater einen Besuch ab« gestattet, ohne von jemand gesehen worden zu sein.
So verstrichen einige Wochen, ohne irgend nähere Aufllärnng zu geben.
Es war gerade zu der Zeit, als Johanna ihm die Mitteilung gemacht hatte, daß der Vater an Herrn Boursault geschrieben habe, dem Hochzeitsfeste veizu- nohnen.
Freilich glaubte Albert eben nicht, daß Boursault die Einladung annehmen würde, allein schon der Gedanke an die Möglichkeit, Helene auf diese Weise wieder sehen zu können, ge»ügte, um ihn aus seiner düsteren Stimmung zu reißen.
Während einiger Tage dachte er an nichts andere». Jedesmal, wenn er Johanna begegnete, weilte sein Blick auf ihren Lappen, als wen« er die freudige Ankündigung des BefuckeS hätte dort ablesen wögen.
Allein sein Hnffen sollte »och lange auf die Probe gestellt werden; der eine Tag verfloß wie der andere ohne jegliche Abwechselung, welche feinem Gedankenlauf eine andere Richtung hätte geben können.
Eine» Abends war er wieder von einem einsamen Spaziergange zurückgekehrt. Es mochte ünge ähr sieben Uhr fein. Der Vater und Johanna hatten fich mit Karl v. Reuneville nach dem Theater begeben. Albert war also ganz allein. Er hatte fich vor den Kamin gesetzt, wo ein tüchttges Feuer brannte, und ein Buch zur Hand genommen, um fich zu zerstreuen.
In diesem Augenblicke ertönt- tie Hausglocke, und oald darauf hörte er zwei Stimmen, welche im Borzimmer mit einander sprechen; dann trat der Diener herein, jemand anzukündigen, ber ihn zu sprechen wünschte.
„Lassen Sie ihn hereinkommen"' befahl Albert.
Schüchtern und ehrerbietig trat ein junge» Mädchen herein, welches in bet ländlichen Tracht von «ngouleme gekleidet war.
„War wünschen Sie?" fragte Albert, fich erhebend.
reichte ber Vorstanb bie Summe von 10,000 Jt, welche aus Sammlungen herrühren, bie von allen Lanbes-Kriegerverbänden be» Reiches für bie in Sübwestafrika bestehenden Kriegervereine und die >ort kämpfenben Truppen angestellt worben sind. Diese Sammlungen haben im ganzen bie ansehn- iche Summe von 60,000 J6. ergeben. Hiervon mb 20,000 Jt. bereits unter bie Familien ber m gelbe stehenden Kriegervereins-Mitglieder verteilt worden; 30,000 sollen als llnterstützungs- onds für Witwen und Waisen gefallener Mit- siieder verwendet werden. Den Rest von 10,000 Jf» will der Kronprinz dem Oberkommando der Schutzruppe zum Zwecke von Liebesgaben für unsere Truppen in Südwestafrika übergeben. Der Kronprinz äußerte sich sehr anerkennend über bie Opferwilligkeit ber Kriegervereine unb drückte seine Freude aus über ihre Tätigkeit und den guten Fortgang des Kriegervereinswesens, das sich erst jüngst wieder bei der Vertreter-Versammlung auf dem Kyffhäuser in so erfreulicher Weise gezeigt habe.
* Dem Gouverneur deS Kiantschou- Gebietes Kapitän zur See Truppet ist ein längerer Erholungsurlaub bewilligt. Mit seiner Vertretung ist der Kapitän zur See v. Semmern durch den Kaiser beauftragt, der Dezernent im Reichs«arineamt ist unb sich bereits mehrfach rm ostastatischen Schutzgebiet aufgehalten hat. Den Zeitpunkt bet Ausreise des stellvertretenden Gsu- verneurs wird der Staatssekretär des Reichsmarineamts bestimmen.
** Die Presse hat zum Teil von der Regierung Aufklärung darüber verlangt, wie es gekommen sei, daß die Depesche« des Generals vo« Trotha vom 19. und 21. September gleichzeitig verössentlicht worden sind. Es wird hierbei angenommen, daß bie ältere ber beiden Depeschen verspätet veröffentlicht worden sei. Hierzu schreibt die ,Nordd. Allg. Ztg/ „Tat- ftchlich ist der Sachverhalt der, daß beide Depeschen mit einem Zeitunterschied ton nur 3S/< Stunden in Berlin etngetroffen sind, und zwar die Depesche vom 19. am 25. nachts ^12 Uhr, bie vom 21. am 26. früh 3-/. Uhr. Die Veröffentlichung beiber Depeschen in ben Zeitungen konnte daher nur gleichzeitig erfolgen."
*— Der Reichskanzler Graf Bülow hat den Präsidenten des Reichsgerichts zum 25jährigen Bestand ber deutschen Justizorgani- sation in einem längeren Telegramm beglückwünscht.
§ Zar Reichstagsersatzwahl im Kreise Jerichow schreibt bie ,D. T/: „lieber eine Kornpromißkanbidatur im Kreise Jerichow I if bis jetzt noch kein binbenber Beschluß gefaßt worben. Eine solche Beschlußfassung soll er ft im Ansange nächster Woche stattfinden. Wenn in dm Zeitungen die Namen der nationalliberalen Herren Dr. Haffe unb vom Rath genannt werben, so möge demgegenüber erwähnt werden, daß diese beiden Herren für die demnächst erfolgende Entscheidung durchaus nicht in Betracht kommen. Sie sind überhaupt in ben Vorbesprechungen nicht' erwähnt werden. Ob bie Nationalliberalen an bem erwähnten Kartelle
i »ureigen: vi« ein-
▲ Y JS A A ffaltige petiheile oder
deren Raum 15 Pfg. W B B B H| 1 Reklamen die petilzrile fijr BBBBBBBB 25 pfg.: bei wieder-
B B B B B B B Holungen wird entivr.
WL. B Rabatt gewährt.
Druck und verleg der
ZuldaerAettendruckerei _ . , . , , „ in 8ulda (Harmonie).
Monatrbeilage: „Zuldaer Geschichtsblätter". Zernsprecher Nr. 9.
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