Maer
M 223
Allda, Donnerstag, den 29. September 1904
81. Jahrgang
Deutscher Reich.
Berlin, den 28 September 1904.
)*( Die So«fere«z zwischen Grafen Bülow und Giolitti wird nicht nur in der inländischen, sondern auch in der ausländischen Presse lebhaft kommentiert. Es ist das auch natürlich, denn während sonst derartige Zusammenkünfte vorher in der Presse angekündigt zu werden pflegen, ist der italienische Minister. Präsident sozusagen über Nacht in Homburg er» schienen, ohne daß man in der Preffe auch nur die leiseste Andeutung einer bevorstehenden Kon- ferenz zu Gesicht bekommen hätte». Graf Bülow pflegt sonst jährlich um die Osterzüt sich nach Italien zu begeben und ist noch jedesmal mi: einem Minister des italienischen Kabinets zu- sammenxetroffen. In diesem Jahre ist nun Gra Bülow nicht nach Italien gereift. Das hat in der Preffe die Vermutung gezeitigt, daß Ministerpräsident Giolitti einzig aus dem Grunde nach Homburg gereist sei, weil Graf Bülow in diesem Jahre seine Steife nach Italien ausgesetzt habe. Da? ist kein plausibeler Grund für die Konferenz der beiden Staatsmänner. Der Zusammen- kunft muß eine bestimmte Mission zugrunde liegen. Worin sie besteht, entsteht sich natürlich der Kenntnis des Uneingeweihten. Mit den Friedensumerhcndlungen invezna auf den russisch- japanischen Krieg hat sie keinesfalls zu tun. Es erscheint uns undenkbar, daß die Anregung zu einer Intervention von Italien ausgehen sollte, das doch weit weniger als jede andere Groß» macht an dem ostastatischen Kriege interessiert ist. Mehr Anspruch auf Wahrscheinlichkeit hat dagegen eine Meldung des ,Berl. Tagebl/, die ihm von einem italienischen Gewährsmann zugeht, „der durchaus in der Lage ist, über die Intentionen des italienischen Ministerpräsidenten unterrichtet iH sein". Demnach liege der italienischen Regierung die Konvertierung der Rente und die Der- staailichung der Eisenbahnen besonders am Herzen. Die Konvertieruna könne aber gegen- wärtig nicht ernstlich in die Hand genommen werden wegen der großen Erschütterung, die der Krieg auf dem internationalen Finanzmarkt her- vorgerufen habe. „Anders verdält es sich mit der Verstaatlichung der italienischen Eisenbahnen, die ungefähr eine Milliarde Franks in Anspruch nehmen dürfte. Man hat Grund, anzu-
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wieder auf eine eigene Kandidatur verzichte" wollten. Die Wahl-Statistik zeigt, daß die Konservativen bei allen Wahlen seit 1887 mit einer einzigen Ausnahme sich bei weitem als die stärkste Partei des Wahlkreises erwiesen haben, die Natio- nalliberalen aber bei ihrem selbständigen Auftreten im Jahre 1890 nur noch 94 Stimmen haben aufbringen können."
* Zu der am 6. Oktober erfolgenden igitt« weihuug der Technischen Hochschule in Danzig bringt die »Nardd. Allg. Ztg.' einen längeren Artikel, in welchem sie die Einweihung der Hochschule als ein Glied in der Kette der antipolnifchen Regierungspolitik feiert.
* Der Gnstav Adolf-Verein befaßt sich angeblich nicht mit Politik und gleichwohl hat Geh. Kirchenrat Plank auf der Heidelberger Tagung sich eingehend mit der Aufhebung des § 2 des Jesuilengesetzes befaßt. In einem längeren Artikel findet die.Kreuzztg.' das ganz in drr Ordnung und spendet ihm folgende Anerkennung: „Unsere Leser wiffen, daß wir mit D. Plank insder Beurteilung des § 2 und seiner Aufhebung nicht übereinstimmen. Aber wir können es verstehen, daß er angesichts der Spahn'schen Aspiratio/.en auf die Niederlegung des ganzen Gesetzes den Zusammenhang der Ereig- niffe stark betonte. Jedenfalls findet die würdige, besonnene, ernste Form seines Urteiils unsere volle Anerkennung. Gebe Gott, daß seine Worte Widerhall finden im deutsch-evangelischen Volke."
* Metz, 28. Sept. 1904. Im Kreise Die- denhofen fanden dieser Tage die Wahlen zum Bezirkstage statt. Diese Wahlen batten in diesem Jahre insofern ein besonderes Interesse, als die Wählerschaft sich zum ersten Male in scharf abgegrenzte Parteien abteilte und somit das parteipolitische Moment in den Vordergrund trat. Dis in Frage kommenden Parteien sind das Zentrum - und die Liberalen. Ausgestellt wäre« im Kanton Diedenhofen vom Zentrum Dr. Medernach, prakt. Arzt in Diedenhofen, von Seiten der Liberalen Herr Walkowinskt-Dieden- hofen. Der Kandidat des Zentrums trug den Sieg davon. In den Wahlversammlungen kam es zwischen den Parteien oft zu recht lebhaften Kämpfen, bei denen man es auf liberaler Seite mit der schuldigen Achtung auch vor dem politischen Gegner nicht so genau nahm. Den Vogel abgeschoffen hat unzweifelhaft ein liberaler Gerichtssekretär aus Diedenhofen. Derselbe tat in einer Wahlversammlung folgenden Ausspruch : Er habe bisher Herrn Dr. Medernach als Hausarzt gehabt. Hätte er aber gewußt, daß derselbe „schwarz" sri, so würde er ihm seine Kundschaft nicht zugewendet haben, denn er könne sich unmöglich denken, daß ein Zentrumsmann ein tüchtiger Arzt fei." Das Geschrei hätten wir hören mögen, wenn diese Aeuße- rung einem „Schwarzen" entschlüpft wäre. In allen Tonarten hätte man über klerikale Unbulb - famleit gefaselt. Was sagen die liberalen Blätter zu diesem Geniestreich eines der Ihrigen?
zwischen Zentrum und Konservativen infolge des Scheiterns des Kompromisses zustande käme, es nicht auf die Mehrheit tm Abgeordnetenhause ankomme; ein Beispiel dafür fei das Zed> lösche Schulgesetz. Gemach! Diesmal liegen die Dinge doch ganz anders. Die National- liberalen haben dos Kompromiß im Parlament selbst gewollt; die Fraktion kann doch nicht ein Entrüstungsrummel im Lande gegen ihr eigenes Kind in Szene setzen.
*— Dem Vernehmen der ,Nordd. Allg. Ztg.' nach beabsichtigen das Reich und Preußen, zu S1/» Prozent verzinsliche Schatzarrweisrrugeu von dem Typus der verzinslichen Schatzan» Weisungen des Reichs vom Frühjahr d. I. zu begeben. Der Gesamrbetrag wird den in der Preffe angegebenen Betrag von 300 Millionen bei weitem nicht erreichen.
§ Eine Reform des Wechselprotestes streben die Aellesten Der Kaufmannschaft von Berlin an. In einer Eingabe an den Reichs- kanzler führen sie aus, daß das noch aus dem 14. Jahrhundert stammende Institut des Wechselprotestes gänzlich veraltet sei und den An» forterungen des modernen Verkehrs in keiner Weise mehr entspreche. Das gegenwärtige Verfahren Habs vor allem den Nachteil, daß es sehr kostspielig fei. So wird ein Beispiel angeführt, wonach für einen Wechsel über 42 Mk. Protestkosten in Höhe von 54 Mark entstanden find. Bei einem anderen protestierten Wechsel über 42 87 Mark betrugen dis Protestkosten 21.99 Mark. Diese hohen Kosten des Verfahrens werden um so mehr als eine ungerechtfertigt Härte empfunden, als sie entweder von dem Aussteller des Wechsels noch obendrein zum Verlust seiner Forderungen getragen werden müffen, oder, falls sie vom Schuldner bezahlt werden, gewöhnlich Personen treffen, die sich ohnehin in wirtschaftlicher Bedrängnis befinden. 3)iß Aellesten machen daher folgende Reform- Vorschläge: Bas gegenwärtige Protefiverfahren soll vereinfacht und insbesondere der Protest nicht in eine besondere Urkunde ausgenommen, sondern auf den Wechsel selbst, ober eine Allonge gesetzt werden. Nach dem Vorbild Belgiens soll der Postprotest eingesührt werden, wofür allerdings notwendige V-rauSsetzung sei, daß der Staat dis Haftung für Versehen der Postbeamten übernimmt. Endlich wird bei Inlands- wechseln die Zulaffung des Privatprotestes befürwortet. Diese Vorschläge sollen nur fakultativ sein, die Erhebung des Postprotestes und des notariellen Protestes also in jedem Falle freistehen.
** Zu der Ersatzwahl im Wahlkreise Jerichow meldeten Blätter, daß die Konservativen für den vom Rhein stammenden Legationsrat z. D. Hermann v. Rath eintreten würden, welcher der nationalliberalen Partei anae» hört. Hierzu bemerkt die ,Kreuzztg/: „Wir glauben nicht, daß die Konservativen geneigt fein werden, auf eine derartige „Kartell-Kandidatur" einzugehen. Jedenfalls würden wir es für einen schweren Fehler halten, wenn unsere Freunde wie damals in Frankfurt a. d. O. - Lebus auch jetzt
nehm-n, daß Giolitti sich mit dem Reichskanzler in'S Einvernehmen zu letzen wrnschte, um zu erfahren, ob aus Erwägungen rein politischer Natur der deutsche Finanzmarkt sich bereit fi«den lassen würbe, einen Teil des für die Verstaatlichung notwendigen Anlehns zu übernehmen." Vor längeren Jahren habe Gio- litti bei deutschen Banken eine Schatzbonsausgabe von 76 Millionen Lire unterzubringen vermocht. Dieses Geschäft Hobe sich damals glatt abgewickelt. Nun sei statistisch sestgestellt, baß der deutsche Markt bis vor einigen Jahren etwa 600 Mark italienische Rente absorbiert habe. Diese Ziffer sei aber im Laufe der Zeit auf etwa 200 Millionen gesunken, sodaß für eine italienische Anleihe Deutschland nahezu einen jungfräulichen Boden darzubieten scheine. Aus dieser Erwägung heraus sei Giolitti dazu gelangt, seinen Schritt beim Reichskanzler zu° unternehmen. Ob diese Meldung zutreffend ist, muß abgewartet werden, um so mehr als der italienische Gewährsmann des .Berliner Tageblattes' gleichzeitig noch andere Gründe für die Steife des Ministerpräsidenten, nach Hamburg in's Treffen führt. Mit den „Eingeweihten" bat man in der Politik schon sehr oft schlechte Er- führungen gemacht, sodaß auch in diesem Falle die Meldung des .Berliner Tageblattes' mit Vorsicht aufzunehmen ist.
** Zur Echirlfrage. In Sachen der Haltung der Nanonalliberalen zum Schulkowpromjß hatte Frhr. v. Zedlitz, der Urheber desselben, folgenoes geschrieben: „Es liegt in der Natur der Sache, daß man ihnen (den Nationalliberalen im Abgeordnetenhause) für ihr standhaftes Aus- Harren bei dem Kompromiß von feiten der Konservativen so weil entgegenkommen wird wie irgend möglich. Umgekehrt würde selbstverstLnd- lich, wenn sie abgefallen wären, das Zünglein dec Wage nach der Zentrumsseite gleiten und über die Nationolliberolen glatt zur Tagesordnung übergegangen werden" Und zwar nicht blos in dem vorliegenden Falle, sondern überhaupt. Politische Jammerlappen nimmt eben niemand ernst. Doch daS sind Betrachtungen ohne praktischen Wert. Denn es ist ganz selbstverständlich, daß die nationalliberale Fraktion bei der Stange bleiben wird. Diese Auslassung wird von der ,Voff. Ztg/ dazu benutzt, die Nationalliberalen in einem längeren Artikel mit den „Jammerlappen" dem Kompromiß gegenüber kopfscheu zu machen. Die Nationalliberalen hätten zwar häufig in ihrer Politik einen Wechsel vollzogen, aber in der Schulfroge seien sie bisher konsequent gewesen; nur durch den Kompromiß seien sie ihrer Tradition untreu geworden. Die .Boss. Zeitung' muß es ja wissen. Bekanntlich oehauptet die nationalliberale Fraktion, daß der Kompromiß ihrer Haltung seit Anfana bet 90er Jahre schon entspreche. Auch über die Stimmung tm Zentrum spielt die ,Voss. Ztg.' die Eingeweihte. Sie weiß zu berichten, daß das Zentrum den Kompromiß „mit Freuden begrüße". Zudem ober müsse die nationalliberale Fraktion auch gedenken, daß selbst, wenn eine Verständigung
** 8riegerle|t eel SÜUlgeto i, Kttd« uns extpürtstmtsopfe. verantwortlicher
Fortwährend
Nehmen allePoftanstalteu.Laudbriefboteu Zeitnngsträger und unsere Expedition ^Harmonie)
Seßkilmgm ms das 4. Quartal 1904 der.Fuldaer Zeitung« zu« Preise voo 1 Mark 50 Pfg. (ohne Bestellgeld und Bringerloh») entgegen.
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Druck und Verlag bi Ki ldaer Aktien drucke» monakbellager „§Maer GeschichtMUter". S«nfPf4et^9^
- wunderbare Fügungen.
«ine Erzählung, übersetzt au» dem Italienischen von L. Beinhorn.
15 ------ (Nachdruck verboten.)
In ihrer aufgeregten Stimmung war Helene, wie Laura schon erwähnt hatte, erst spät zu Bette gegangen. Sie wußte, d,ß sie geliebt war, wie ein lunges Mädchen nur geliebt werden kann. Sie der- langte Wetter nichts Und fühlte fich stark genug, allen Prüfungen zu »rotzen, welche ihr auferlegt werden konnten. Es mochten Wohl zwei Stunden verflossen sein, seitdem der junge Mann sie verlassen hatte, als fie von dem Revolverschuß aufgeschreckt wurde. Eisig kalt rieselte da» Blut durch ihre Adern, emsetzt sprang fle au» dem Bette und griff nach dem Glock-nzua. Eine Dienerin erschien.
»Germania", sag-e fie in dumpfem Tone, haben ^e nichts gehört?"
»Ja wohl, Fräulein."
ri ,arn el fein? Was glauben Sie?"
#. Fräulein, Sie brauchen fich nicht 5o zu äng- , antwortete daS Mädchen, „wahrscheinlich ist r roch einmal in den Park gegangen und hat "vrt einen Dieb angetrvfftn."
"Un6 vielleicht hat er ihn erschossen!" rief Helene «n°°nz n Körper zitternd.
Germania lächelie.
di. antwortete fie, „in solchen Fällen find
et?e^re ”ur m’t Schrot geladen, und wenn fie au'r 0 &’e Verwundungen nickt rötlich."
Mise Antwort b-rvhigte Helene nicht.
»Geh, und rufe Tom, aber rasck, ich bin zu auf« um jetzt schla'en zu können."
... hatte die Dienerin da» Zimmer verlassen, *onJ ihr schon entgegen kam. Äuch er war be- Mrzr, obgleich er seire Unruhe richt seh-n lj-ß; kaum
war ihm Helenens Wunsch mitgeteilt, al, er sich >o< fort za'ihr begab.
„Gottlob, daß Du kommst!" rief Helene ihm entgegen, „ach, wie erschrick- bin ich! WaS mag vorgefallen sein? Hast Du schon etwas benommen?"
„Noch nicht."
»Ich möchte sobald wie möglich davon in Kennt- riis ges-tzt sein. ES ist aew.ß j-ruand vkrwundet oder getönt worden; ich habe sogleich gedachr . . ."
„Der junge Offizier?"
„Mein Gott, wenn nut ihm kein Unheil zuge- stoßen ist!"
„Aengstigin Sie fich nicht so, Fräulein Helene," antwortete der Alte; „;c$ habe den jungen Herrn elbst auf den richtigen Weg gebracht; er wird doch wohl nicht mehr zuröckgekehrt sein."
„Wer w-iß!" murmelte Helene.
„Nun w.ll ich Nachfragen, was vorgesallen ist." „Ich bitte Dich darum, mein guter Tom." In ihrer Dankbarkeit hätte fie den Alten rmirmen mögen, aber dieser wa- schon verschwunden. Es bauerte nickt lange, als sie ihn mit einer Blendlaterne durch den Park noch der Richtung der Bresche schreiten ah, wo, wie Tom vermutete, der Schuß gefallen sein mußte.
Je näher er d-r Stelle kam, desto langsamer schritt er vor. Er «chien, daß er mehr lauschte, als um sich blickte Und in der Tat, nach einigen Auoen- blicken hatte ein gewisses Geiäufck sein Ohr getroffen. Mehrere Male hatte er euch die Sttahlen einer Blendlaterne in den dunkeln Gängen, wo die Tat fich ereignet haben wußte, bemerkt.
Endlich erkann'.e er in ein-ger Entfernung zwei Personen, welche mit größter Aufmerksamkeit die Bresche untersuchten. Es waren Boursault und Laura.
Bei dem Geräusch seiner Schritte wandte fich di.' L-tztere rasch um
«Du bist es, Tom", sagte fie in scharfem Tone, welcher dem Zischen einer Schlange glich.
„Ich bin es, ja", sagte der Alte.
„Was willst Du hier tun?"
Tom richtete fich in die Höhe und sah fie scharf an.
„War ich hier tun will?' erwiderte er mit ernster Stimme, „wie olle Bewohner des Schlosse», so habe ich auch den Schuß gehört; ich habe ein Unglück befürchtet und bin hierher geeilt; virlleickt glaubt Herr Boursault, daß dieses nicht die Pflickt eines guten und ireuen Diener» ist."
Laura erwiderte nichts, sie biß fich «uf die Lippen und unter btiid'e ihren Unwillen und Zorn.
Inzwischen war Boursault näher getreten.
„Tom tat recht", sagte er, „ich kann den Beweggrund, welcher ihn geteuet hat, nur loben."
„W-r hat den Schuß abgeseuert?" fragte Tom, ohne sich um Laura zu kümmern.
„Ich", antwortete Boursault.
„Es war ohne Zweifel ein Dirb, der fich hier ein- geschlicken hatte "
„Dieb oder kein Dieb", entgegnete Laura. „Soviel ist gewiß, daß «in Men'ch hier gesehen wurde, und daß er wabricheinlich verwuod-'t worden ist, beim er stieß>men Schmerzensschrei aus. E» liegt u»S daran, zu w sser», mit wem wir es zu tun haben."
„Nun, laan lassen Sie un» suchen", sagte Tom; die Laterne roch allen Richtungen haltend, fing er an, die Ontlichkeit zu untersuchen.
„Nach oen ersten Anzeichen sab ein jeder wohl ein, öaß da» Jud-Vidium, welche- fn suchten, in dem Augenblick verwundet sein wußte, wo e» versucht hatte, die B esche zu befleißen. Sie sollten sich in ibren Bermmnagen nicht irren, denn kaum hatten fie den ob-rrn Teil bet Bresche besichtigt, al» fie einige Blutsvuren ent leiten.
„Wissen Sie nickt, ob der Mn ch aus der Umgegend ist?" fragte Tom jetzt mir eigener Befürchtung.
„Ich habe nicht wehr als eine dankte Gestalt enr- deckl", antwortete Bourfau t. J-tzt hoffe ich diePer- söMichkett des Jvbimdium» fest stellen zu können.
„ES würde vielleicht besser sein, wenn wir die Suche so large ausschöben, bi» e» Tag ist; und
wenn Sie meinen Rat befolgen wollten, so körnen wir. . ."
Tom hatte die letzten Worte noch nicht auSge- prochen, als er durch einen Ausruf von Lama unterbrochen wurde.
„Was ifiz?" fragte Bomsaült, indem er fich zu ihr hinwandte.
„Sieh diesen Zettel, den ich soeben gesunden habe", antwortete Soma.
Boursault bielt den bargereichten Zettel dicht vor die Laterne Aber kaum tatte er den Blick darauf gerichtet, als er entsetzt zurücktrat.
»Was hast Du?" fragte nun ihrerseits die Ge- ährtin.
„LikS den Namen da!"
Kaum hatte Laora den Namen entziff-rt, al- auch ie im höchsten Grad- überrascht zu sein schien.
„Er", stammelte sie dann endlich, „er biet! Da» ist ja unmöglich!"
Boursault und Savta tauschten düstere Blicke aus.
Wärrend fick dieses zmrng, hatte fich Tom nach der anderen Seite gewandt und nach einigen Sckritten eine «teeiiasche gesunden, welche natürlich nur dem u«gkN O'fisier gehören konnte, und welche er auf der Flucht verloren haben n utzte.
Boursault und Laura waren in diesem Augenblick nu» zu sehr mit fick be chäftict, um fich um den Alten zu kümmern, unbemerkt tonnte er tee Brieftasche zu sch > ehmen und batcuf ihnen nach dem Schloss» o'gea
ES war ihm klar, daß man auf Albert geschossen hatte und daß er verwundet worden war
Was sollte aus dem Unqlvckl-ch-n le dieser kalten Nacht werden, durch en Blutverlust geschwächt, ve,- laffen in einem unbekannten Orte, >ind ohne legliche äeztliche Hilfe? Hatte er Metlcc erreichen können, oder war er ohnmäck ig vor Erschütterung und Ermüdung auf dem Felde niedergesunken.
lFortsetzung folgt.)