Maer
Zeitung
Momürbellager „Mdaer GeschlchtrbMer“
JK 222
8«I»a, Mittwoch, dm 28. September 1904.
31. Jahrgang.
(::) Auch ein Echulkampf. Beilin hat
L. Beinhorn.
(Nachdruck verboten.)
übernommen haben würde. Zu dieser Frage schreibt die »Deutsche Tageszeitung': „Wir haben üb r diese Frage manchmal mit dem Heimgegangenen gesprochen. Er hat sich darüber immer, wie es seine Art war, sehr zurückhaltend geäußert; aber aus den Aeußerungen war doch ______,______
der Schluß zu ziehen, daß er unter den jetz'gen I greifen können.' ' "
Verhältnissen sich kaum entschlossen haben würde, "„4, \
wieber in len Staatsdienst einzutreten. Mehr gegenwärtig einen Schullampf,^ der zwar mit als einmal sprach er sich dahin aus, daß er ‘ ~ - -
feine einzige und bleibende Lebensaufgabe darin erblick-, die Erbschaft seines großen Vaters im eigentlichen und im übertragenen Sinne zu wahren. Bei der aufrechten und in sich ge> tchloffrnen Persönlichkeit des Heimgegangenen würde übrigens sein Bleiben im Amte kaum
I zuqeführt werden, kommen für oie Beförderung I auf den preußisch-hessischen Staatsbahnen, der Militär-Eisenbahn, den Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringea und den oldenburgischen Staatsbahnen widerruflich im Wege der Frachterstattung diejenigen Frachtsätze — zur Anwendung, die zwischen der ursprünglichen Versandstation und der eigentlichen Bestimmungsstation bestehen, sofern diese sich niedriger stellen als die tarifmäßigen Frachtsätze von der Umschlags- zur Bestimmungsstation. Die gleiche Frachtberechnung findet auch bei solchen Gütern statt, die von einer Eisenbahnstation nach einem Waffer-Umschlagsplatz befördert find, hier zur unmittelbaren Weiterbeförderung zur Wasserstraße verladen wurden oder verladen werden sollten und demnächst auf der Eisenbahn statt zu Waffer nach der eigentlichen Bestimmungsstation weiterbefördert werden. Den Versendern liegt es ob, der Eisenbahnverwaltung den erforderlichen Nachweis i zu erbringen.!
* Die Einnahmen der preußischen Gtaatseisenbahnen haben im August d. Js. einen noch erheblicheren Ueberschuß über daS Vorjahr ergeben, als in den voraufgegangenen vier Monaten. Die Steigerung ist aber im Gegensatz zum Juli ds. Js., der einen starken Personenverkehr hatte, vornehmlich auf die bedeutende Zunahme des Güterverkehrs zurückzuführen, der um 41/* Millionen Mark gestiegen iS, während der Personenverkehr noch nicht */a Millionen Mark mehr ergeben hat, als im August 1903. Das Anwachsen der Einnahmen aus [ dem Güterverkehr wird wohl vornehmlich auf das Darniederliegen der Schiffahrt infolge des ungünstigen Wafferstandes in den Hauptströmen zurückzusühren sein, und man hätte eigentlich aus diesem Grunde einen noch höheren Ueberschuß erwarten können. Jedenfalls war aber der August dieses Jahres mit einer Einnahme von 141,2 Millionen Mark der günstigste Monat, den die preußische Eisenbahn- Verwaltung jemals gehabt hat.
* Zum Tode des Fürste« Herbert Bismarck. Nach dem Ausscheiden des Fürsten Herbert Bismarck aus dem Staatsdienste und neuerdings nach seinem Tode ist vielfach die Frage aufgeworfen worden, ob Fürst Herbert Bismarck gegebenenfalls wieder ein Staatsamt
idealen Gesichtspunkten und mit der Frage der Konfi-ssionalität, wie sie sonst in den Kämpfen um die Schule zutage treten, nichts zu tun hat, sondern fich lediglich um die reale Frage dreht, ob die städtische Verwaltung als Eigentümerin der Schulgrundstücke und Schulgebäude berechtigt ist, außerhalb der Schulzeit dieselben zu anderen als Gchul- zwecken zu benutzen. Die Ursache des
* Der nächste preußische Staatshaushaltsetat soll, Berliner Blättern zufolge, eine Neuordnung der Besoldung der Kreistierärzte bringen. Bekanntlich ist im vorigen Tagungsabschnitte deS Landtages das Gesetz zur Annahme gelangt, das die Grundlage hierzu abgibt. Wahrscheinlich werden die 461 im preußischen Staate vorhandenen Kreistierärzte in drei Altersgruppen geteilt werden, von denen zwei je 153 und eine 155 Stellenirchüber umfassen würden. Die penstonsfähigen Gehälter dieser Stellengruppen werden verschieden gestaltet werden, es dürfte aber auch roch eine Summe im Etat bereit gehalten werden, um Zulagen gewähren zu können, die in einzelnen Fällen, z. B. im Grenzdienst, bei Armut der Bevölkerung, bei schlechten Ver« kehrsoerhältniffen usw. ausgleichend wirken sollen. Es ist anzunehmen, daß die neugeregelten Ge- haltsverhältniffe mit dem 1. April 1905 Platz
ist zur einstigen Uebernahme des Erbes seines nunmehrigen Chefs gewiffermaßen prädestiniert. Als aus dem Lande ausgewachsener Schn eines Rittergutsbesitzers steht er der Landwirtschaft von vornherein nahe; amtljch ist er — gleich seinen Freunden Wentzel und v. Wilmowski — aus der Behörde, zu der er jetzt zurückkehrt, heroorgegangen; dazu hat er als Landrat und Regierungspräsident an der Spitze besonders landwirtschaftlicher Gebiete des deutschen Osteus gestanden. Auch die »Deutsche Tagesztg.' neigt der Vermutung zu, daß die neue Stellung des Herrn v. Conrad nur ein Durchgangs posten sei. Denn es sei nicht anzunehmen, daß persönliche Gründe ihn veranlaßt hätten, seine bisherige Stellung aufzugeben, da der Posten eines Unter-
I uns um so müßiger, als sie während der Leb' zeit des Fürsten Herbert politisch nie aktuell ge' worden ist.
* Im Wahlkreise Jerichow wollten die Nationalliberalen mit den Konservativen gehen. Von außen her sucht aber die nationalliberale Presse die gemeinsame Kandidatur zu bekämpfen. Da auch die Antisemiten einen eigenen Kandidaten ausgestellt haben, liegt die Gefahr vor, daß Freisinn und Sozialdemokratie in die Stichwahl kommen. Zu diesem Falle dürfte der Freisinn als der Sieger aus btm Kampfe hervorgehen.
* Das Befinde« des Königs von Sachsen ist nach der,Chemn. Allg. Ztg.' seit der Heimkehr von Gastein täglich langsam, aber stetig ungünstiger geworden, und eine gewisse Apathie sei unverkennbar. Der König bewege sich nur mühsam am Stocke fort, auch seien die unteren Extremitäten teilweise geschwollen. Das »Wolffsche Bureau' meldet vom Dienstag aus Pillnitz: Der König verbrachte die Nacht vom Sonntag zum Montag verhältnismäßig ruhig. Gegen Morgen traten jedoch mehrfach Anfälle von Atemnot und Beklemmungen ein/ Die durch starken Hustenreiz verwehrt wurden. Die Körperwärme war dabei nicht erhöht, der Puls beschleunigt, aber regelmäßig. Die Ursache zu diesen Krankheits-Erscheinungen ist in der Hauptsache eine krankhafte Veränderung der Herz- und 9- oßen Körperschlagadern. Im Laufe des gestrigen Tages steigerte fich die Atemnot, und nahm wiederholt einen krankhaften Charakter an, der durch dargereichte Mittel nur vorübergehend Linderung erfuhr. Die vergangene Nacht war im allgemeinen unruhig, der letzte Teil derselben etwas ruhiger.
wunderbare Mgungen.
Mur Erzählung, übersetzt aus dem Italienischen von
sür die Inserate
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Die ganze Nacht stand zu sei« er Verfügung, und er sah nichts Ungebührliche?, noch Gefährliches darin, wenn er mit feiner Rückkehr noch etwas zögerte.
orientierte sich so gut er konnte und suchte den N'lderaUen Schlosses zu erspähen, wo HclenenS Llwwer fich befinden mußte.
ES verfloß eine halbe Stunde in dieser Weise, als er fich plötzlich vor einer Bresche in der Parkmau-r o-fanb, welche anszubeffern man unterlassen hatte. Die « lsachung war zu groß, in wenigen Augenblicken war ftaÄ SE der Mauer geklettert, wieoerum nano er im Parke.
ronb^W’A tof*r' wie gesagt, finster, daS Wetter jemand c?et runge Mann glaubte nicht, von w werden.
Wege ®a?bte n M d her auf dem ersten
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Obaleick Zirner noch einmal zu sehen, leicht barin bering? war uno man fich
in kurzer gelang eS ihm doch,
an ru erreichen. Er stellte fich
hatte und w-lche die Zeit geschwärzt
rauhe Luft ru «5“? bera Fenster hinauf, ohne die Zeit emfloh? $ w>d i« bemerken, wie rasch die »iebttQef£b %Ientn« Nähe, er hatte fie
fie an 8th* lbm ihre Liebe gestanden, jetzt dachte malige htt6?Vefl09te E" ihrer Einsamkeit die aber- Nackr "ung. Er würde dort die ganze
JBüfien8 hn* l6 h8-^06^' wenn er fich nicht hätte sogen
ff , da« dre Stunde der Abreise immer näher rückte. I
staatSsekretärs zwar etwas höher fii als der eines Chefs der Reichskanzlei, letzterer aber doch unzweifelhaft weit einflußreicher sei. Von anderer Seile wird aber geltend gemacht, daß der künftige Landwirtschafts Minister mehr unmittelbare Fühlung mit der praktischen Landwirtschaft habe« müsse, als es bei Herrn v. Conrad der Fall sei. Nach der,D. Tagesztg.' nennt man daher in eingeweihten Kreisen den Namen eines bekannten, der Landwirtschaft sehr nahestehenden Abgeordneten als den des präsumtiven Nachfolgers des Herrn v. Podbielski. Im Hinblick auf die Meldung in der Presse, daß die Berufung v. Conrads im Zusammenhang stehe mit den großen Aufgaben, welche dem Landwirt- schaftsmtnisterium durch die Ostmarkenpolitik gestellt sind, weist die .Post' darauf hin, daß das genannte Ministerium nicht allein in bezug auf die Tätigkeit der Anstedelungskommisston in erster Linie zuständig ist, sondern daß ibm auch die Verwendung des Hundertmillionenfonds zu Domänenankäufen in den sprachlich gemischten Provinzen obliegt. Das freikonservative Organ I knüpft an die Ernennung die Hoffnung, daß durch Gewährung billigen Kredits die Erhaltung I deutscher bäuerlicher Wirte gefördert werde und namentlich auch die Reform der Generalkommissionen durch Herrn v. Conrad eine Förderung erfahre. Was Herrn v. Loebell betrifft, so hebt die,D. Tagesztg.', „um ihm nicht Schwierig- leiten zu bereiten“, hervor, daß er zwar ein strammer konservativer Parteimann gewesen sei, nicht aber „ein Agrarier in unserem Sinne“. Die »Post' erblickt i« der Ernennung v. Loe- bellS eine symptomatische Bedeutung, da Herr v. Loebell die Zentralleitung der konservativen
| Partei in Händen gehabt habe und in der be- vorstehenden parlamentarischen Kampagne die Handelsverträge und die Wafferstraßenvorlaaen in erster Reihe ständen.
* Die königliche Eisenbahndirektion Berlin hat nach der »Nationalzeitung' soeben im Namen der beteiligten Verwaltungen folgende für den Güterverkehr wichtige Bekanntmachung erlassen: Infolge der andauernden Trockenheit dieses Jahres und der dadurey verursachten Behinderung der Binnenschifffahrt btsinden stch zahl- reiche Gütermengen seit längerer Zeit auf dem Wafferwege, ohne auf diesem weiter befördert werden zu können. Soweit diese Güter zur Er- reichung des Bestimmungsortes der Eisenbahn
und aus den wenigen Worten, welche er gehört hatte, erkannte er wohl, daß fie kein Erbarmen mit ihm ge- ha»t haben würden. Der Mann, welcher soeben bei ihm vorbeigeschritten war, war ohne Zweifel Bour- sault. Aber, wer war diese Frau?
Diese Laura, welche in so gebieterischem Tone mit ihm sprach und welche so großen Einfluß auf ihn au»- übte, wer war fie? An dem barschen Tone ihrer Stimme hatte Albert wohl erkannt, welch tiefen Haß fie gegen Helene hegte. Auch hierdurch sah er fich genötigt, sein Versteck so rasch als möglich zu verlassen, um durch seine Gegenwart kein SergerniS zu erregen, welches nur unangenehme Folgen für das arme junge Mädchen haben konnte.
Rasch trat er daher aus dem Gebüsch; an gewissen Stellen gelang es ihm, sich zu orientieren und den Weg zu finden, der ihn nach der Bresche führte.
Als er endlich vor ihr stand, fühlte er eine wahre Erleichterung; sofort stand er tat Begriff hinaufzuklettern, allein kaum hatte er den ersten Stein betreten, als plötzlich ein Revclverschuß ertönte und er fich getroffen fühlte. Man hatte rücklings auf ihn geschossen, die Kugel hatte ihn verwundet; aber ungeachtet dessen vermochte Albert doch die Mauer zu erklettern und über die Felder zu entfliehen. Allein kaum hatte er einige hundert Schritte zurückgelegt, als die nervöse Auflegung, welche ihn in den letzten Augenblicken aufrecht erhalten hatte, ihn plötzlich ver- ließ. Der Blutverlust hatte seine Kräfte geschwächt, und wohl begreifend, daß eS unmög ich sei, seinen Weg fortzusetzen, ließ er fich am Rande eines Grabens nieder, in der Erwartung, daß die Ohnmacht ihn bald wieder verlassen würde.
Wie man fich wohl denken kann, war der Revolverschuß auch im Schlosse gehört worden, wo er unter der Dienerschaft einen allgemeinen Schrecken hervor- gerufen hatte.
(Fortsetzung folgt.)
Mit zögernden Schritten stand er im Begriffe, die Bresche wieder zu erreichen, welche ihm den Eintritt in den Park so erleichtert hatte, allein sei ei, daß die Nacht noch dunkler geworden war, oder sei eS, daß er in seiner Arglosigkeit anna'm, sich roieb-r auf demselben Wege zu befinden, der ihn hierher geführt hatte, genug, eS sollte nicht lange dauern, als er fich gänzlich verirrt hatte.
Was tollte er tun, welchen Entschluß sollte er fassen? Es blieb ihm nichts anderes übrig, als ge- dmdig den Tag zu ettooren. ES konnte höchstens 11 Uhr fein, und die Nächte waren zu dieser Jahres- zeit lang. In dieser Verlegenheit war et nun zum vierten male nach dem Schlosse zurückgekehrt, immer noch hoffend, bett rechten Weg wieder zu finden, als er plötzlich ein Geräusch hörte, woraus er fich wenig gefaßt gemacht hatte. Er hielt den Atem an und lauschte. ES war der eilige Schritt eines WeibeS, der j den Kies auf den Wegen berührte. Sie kam au» dem Schlosse und wandte fich nach dem Dickicht, in welchem Albert fich befand.
Tausenderlei Gedanken strömten auf einmal auf ihn ein. Das Geräusch der Schritte drang immer nähet. Noch wenige Minuten und er hätte die geheimnisvolle Nachtwandlerin Vorbeigehen seben können.
I Allein in diesem Augenblicke schienen die Schritte fich wieder za entfernen, denn liefe Stille trat wieder ein.
Bon lebhafter Neugierde ergriffen, eilte er nach der Richtung, wo er glaubte, daß die Gestalt verschwunden sein mußte.
E» sollte nicht lange dauern, al» der Laut von zwei verschiedenen Stimmen sein Ohr traf. Er blieb stehen und horchte. Er konnte deutlich die Stimme eines Mannes und einer Frau unterscheiden.
„BistDu dessen auch gewiß, waS Du sogst?‘ fragte der Mann.
.Ganz gewiß/ antwortete die Frau.
Mit einer gewissen Befriedigung vernahm er, daß eS nicht H-lenen» Stimme war. I
Deutsches Seich.
Berlin, den 27. September 1904.
** Die Z«sam»e«kouft des italienischen Ministerprästdenten Giolitti mit dem Reichskanzler Bülow gibt der Presse Anlaß zu allerlei Vermutungen. Es erübrigt fich, auf die- selben näher etnzugehen, da fie vorläufig gänzlich in der Luft schweben. Erwähnt sei nur, daß das »Berliner Tageblatt' die Zusammenkunft mit den Friedensvermittelungen im ostasiatischen Kriege in Zusammenhang bringt. Ob eine brennende Frage die Zusammenkunft veranlaßt hat oder Giolitti eine Aussprache Über die allgemeine politische Lage für angebracht hielt, wird die Zukunft lehren. Des politischen Charakters entbehrt die Konferenz sicherlich nicht, zumal, da Giolitti vor feiner Reife nach Hamburg in Racconigi war.
* Nach bene Voranschlag deS Mari«e- etats für 1905 wird der Personalbestand der Flotte auf etwa 40,000 Mann gebracht werden, während er auf das laufende Rechnungsjahr 38,000 Köpfe beträgt. Die Hauptstellenvermehrungen werden auf die Matrosen- und Werftdivisionen sowie die Torpedoabteilungen entfallen. Die verschiedenen Osfizierkorps der Flotte (Seeoffiziere, Marine-Ingenieure, Marine-Infanterie usw.) einschließlich des Marine-SanitätSoffizier- korps werden im neuen Etat zum ersten Mal gegen 2000 Köpfe zählen.
* De» Landtag soll nach den »Berl. Polit. Nachr.' wiederum eine Vorlage zur Beschaffung von Wohnungen für Arbeiter und gering besoldete Beamte zugehen, hingegen werde das in dem Entwürfe bereits veröffentlichte Wohnungsgesetz dem Landtage kaum schon in der nächsten Tagung zugehen. Nach der gleichen Korrespondenz hatte die jüngst abgchaltene Besprechung der zuständigen Regierungsorgane das Ergebnis, daß jetzt eine genaue Anweisung zur Ausführung desParagraphen 13b derAnsiedlungs«ooelle auSgearbeitet wird.
* Die Ernennung des Chefs des Reichskanzlers v. Conrad zum Nachfolger dis auf seinen Antrag in den Ruhestand versetzten Unterstaatssekretärs Wirkt. Seh. Rats «terneberg ist laut Bekanntmachung des .Reichsanz.' bereits vollzogen worden. Von der Ernennung des Herrn v. Loebell zum Nachfolger Conrads meldet der.Reichsanz.' roch nichts. Die Ernennung des Herrn 0. Conrad ist schneller erfolgt, als man es nach den Erfahrungen in solchen Fällen erwarten konnte. Es werden an seine Berufung | in das Landwirtschaftsministerium in der Presse weitausschauende Vermutungen geknöpft. Die kühnste leistet stch die.Preußische Korrespondenz', 1 welche schreibt: „Herr 0. Podbielski ist, wie be- ■ launt, seit etwa zwei Jahren körperlich nicht mehr । der Alte, er sehnt stch nach Ruhe und Herr 1 0. Conrad ist sein präsumptiver Nachfolger. Er 1
von langer Dauer gewesen fein.“ — Die Auf. werfung der in Rede stehenden Frage erscheint
„Also ist jemand im Parke?"
„Ich habe Hu gesehen."
„Wer ist eS?" »ragte der Mann.
„Ich weiß eS nicht.“
„WaS mag er hier wollen?"
„Nichts Gute» wahrscheinlich I UebrigenS muß etwas außergewöhnliches vorgefallen fein."
„WaS sollte eS fein?"
„Ich habe nichts erfahren könven; aber den ganzen । Abend schien Tom so unruhig und bewegt zu sein, und Helene ist viel später zu Bett gegangen, als ihre Gewohnheit ist."
„Glaubst Du vielleicht, daß Helene mit meinen Verfolgern im Einverständnisse ist?“
„Sie wird fich keinen großen Skrupel daraus machen."
Auf diese Frcge ertönte ein laute» Lachen.
„Wenn ich eifersüchtig gewesen wäre,“ war die beißende Antwort, „so wäre ich schon längst nicht mehr ! hier!"
„Lama!"
,O, Du kannst mich nicht bange machen."
Tiefts Stillschweigen war wieder eingetreten, man wußte nicht, was fi« noch ereignete. Vielleicht ein drohendes Mienenspiel. Endlich fügte das Weib hinzu:
„Nun, ich habe getan, was ich wußte ... ich habe Dich gewarnt. Jetzt tue, was Dir beliebt, aber hüte Dich wohl, an Deiner Stelle würde ich nicht dulden, daß man ungestraft meinen Park bei Nacht betritt "
Der Mann antwortete nicht; Albert hörte nur ein Brummen, welches ihm bekundete, daß er die Ansicht des WeibeS teilte. Endlich entfernten fie fich und daS Geräusch ihrer Füße verlor fich nach und nach.
Unser junger Held blieb einen Augenblick unentschlossen und beunruhigt durch da» Gespräch, welches er soeben gehört hatte. Um jeden Preis mußte er diesen gefährlichen Ort verlassen. Wenn fie ihn ertappt hätten, so würde Helene arg kompromftiert werden, I