Einzelbild herunterladen
 

Jfo 221

Hulda, Dienstag, den 27. September 1904.

31. Jahrgang.

männischen Fortbildungsschule früh 6

WeutochesHR^kh

Graf Ernst ist öffentlich wenig heroo. getreten. S!i Beginn seiner Regentschaft hat er wiederholt ourch die militärischen Kompeteozkonflikte von fich reden gemacht, in die schließlich der Kaiser ein« grrff. Tein Verhältnis zu dem Kaiser war ein gespanntes. Ts sei nur an das Telegramm des Kaisers erinnert, in dem er fich den Ton, den der Grafregent ihm gegenüber angeschlagen hatte, energisch verbot.

Die Zeitgeschichte würde über den Grafen Ernst wenig zu berichten haben, wenn er nicht in die Lippe'sche Thronfolge verwickelt gewesen wäre. Als der letzte Fürst von Lippi-Detmold, Waldemar, am 20. März 1895 ohne Nach­kommen starb, mußte, da sein einziger Bruder geisteskrank war (er befindet fich als unheilbarer Irrsinniger gegenwärtig in Gt. Gilgenberg bei Ansbach), eine Regentschaft' eingesetzt werden. Durch eine geheime Verordnung hatte Fürst Adolf den Prinzen Adolf von Schaumburg- j Lippe, den Schwager des Kaisers Wilhelm, zum Regenten eingesetzt. Der Landtag bestritt aber die RechtsgilligkeU dieser Verordnung, die am Todestage Waldemars bekanntgegeben wurde. Man einigte sich schließlich darauf, den Prinzen Adolf bis zur Entscheidung der Thronsolgefrage I als Regenten anzuerkennen. Später wurde der Bundesrat in der Thronfolgefrage angegangen, und dieser bestellte ein Schiedsgericht, das aus sechs Mitgliedern des Reichsgerichtes unter dem Vorsitz des verstorbenen Königs Albert von Sachsen bestand. Diese? Schiedsgericht erklärte am 22. Juni 1897 den Grasen Ernst zu Lippe- Biesterfeld für erbfolgeberechtigt. Graf Ernst hat also die Regentschaft sieben Jahre geführt.

Prinz Adolf gab fich aber nicht zufrieden, sondern protestierte gegen den Schiedsgerichts- spruch und machte geltend, daß die Söhne des Grafen Ernst auS der Ehe mit einer Gräfin Wartens leben nicht ebenbürtig und daher nickt thronfolgebrrechtigt seien. Der Lippische Landtag kehrte fich aber nicht daran, sondern beschloß, daß nach dem Tode des Grasen Ernst sein ältester Sohn Leopold die Regemscheft zu über­nehmen habe. Die Thronfolgesirettigkeiten haben ja noch bis in die lrtzte Zeit hineingrsvielt. Währ nd die Anhänger von Schaumburg-Lippe Modeste o. Unruhe für unebenbürtig erklärten, w—

Grasregent von £lpp? f.

Der Regent des Fürstentums Lippe, Enst Graf zu Lippe-Bieflerfeld, ist am Montag vor­mittag zu Detmold gestcrben. Sein Tod kommt überraschend Wenn auch in den letzten Tegm Nachri iten über seine Erkrankung in der Presse laut wurden, so ließen dieselben doch nicht ver­muten, daß die Krankheit zu einem fo baldigen Ende führen werde. Welches die Todesursache war, ist noch nicht bekannt. Der ,Reichsbote' ist geneigt, den Tod mit der in Detmold seit Wochen grassierenden Typhusepidemie in Zu- sammenhang zu bringen; dieser Vermutung wider­spricht aber das am Sonnabend ouSgegebene Bulletin, das nur von einer Erkältung spricht. Der Verstorbene war seit mehreren Jahren ge­lähmt.

*@ut, gut", sagte er in ironischem, aber gutmütigem Tone, »ich sehe wohl, daß ungeachtet meine» Alter« ich leichtsinnig gehandelt habe, in Folge dessen ich wich jetzt in Ihrer Macht sehe. Der junge Offizier will

handja, Omurambefluß abwärts. Die 8. Kam-1 laffen, den Abschluß der Verträge mit den pagme und die halbe Batterie Winterfeld (von andere» zu beschleuniget. Da alle gelinderen Abteilung Fiedler) wird am Omuramba-Uama- Beschleunigungsmittel vertagt zu Halen scheinen, tako auf Okaundja vorgeschoben. Die Aus- " 11 ~ ' ~~

debnung der Landelappelinien, sowie starker Aus­fall an Zugtieren bei an sich sihr geringem Fuhrpark erschwert ungemein den Nachschub. Mehrfach wurden in kleineren Gefechten Herero- banden unter starken Verlusten zersprengt. Diesseits find keine Verluste zu 6i{tagen. Das Haup quartier war am 22. Siptember in Owi- naua-Naua. — Amtlich wird folgende Verlust­liste gemeldet:

lich entzogen würden. Daß die jungen Leute dabei körperlich überanstrengt würden, dieses Bedenken scheint den zuständigen Stellen nicht gekommen zu sein. Der Schulvorstand war darauf aufmerksam gewacht worden, daß dieser frühe Schulanfsrg ungesetzlich sei, denn durch den zeitigen Schulaifang gin$.e den Schüsirn (Lehrlingen) die gesetzlich gewährleistete elf- stündige Ruhezeit zwischen zwei Arbeits­tagen verloren. Allem der Schulvorstand beließ es bei 6 Uhr. Schließlich griff der Minister ein und verfügte kategorisch, daß künftig der Unter­richt in Fortbildungsschulen überhaupt nicht vor 7 (im Winter nicht vor 8) Uhr be­ginnen darf.

I machte diese geltend, daß Fräulein v. Friesen- Hausen unebenbürtig gewesen sei. Da inzwischen die Unebenbürligketl der Modeste o. Unruhe auch tn einem gerichtlichen Urteil ausgesprochen ist, so wird fich der Kampf der Schaumburger mit er­neuter Kraft gegen den jetzigen Graf-Regenten Leopold richten Wahrscheinlich dürste die An- | Gelegenheit Nochmals an den Bundesrat kommen

In mehreren Blättern wird, um derartige Streitfragen schneller zu erledige», die Einsetzung tutet Zentralinstanz im Reiche gefordert, der alle Streitigkeiten unter den Landessürsten und fürst- lichen Häusern unterhieltet werden sollen. Der Bundesrat dürste umsomehr angerufen werden, als er seinerzeit erklärt hat, daß „zur Zeit" kein Anlaß vorliege, die Wirksamkeit des Lrppiichen LandesgesktzeS bezüglich der Thronfolge zu prüfen. Dem deutschen Volke ist die Ebenbürtigkeit^ frage ziemlich gleichgrltig.

Der V-rfio-bene bat ein Alter von 62 Jahren erreicht, tzr war geboren zu Oberkaffel bei Bonn. Seine Vermählung mit der Gräfin Karoline von Wartensleben erfolgte im Jahre 1869. Aus dieser Ehe sind 6 Kinder heroorgegangen. Zum Schluß sei erwähnt, daß die ,Nordd. Allg. Ztg/ des Hinscheidens des Graf-Regenten mit zwei Zeilen erwähnt.

* In der Gesetzsammlung find heute ver« ; öffentlicht worden: Verordnung betr. Aus­dehnung des schlesischen Hochwasserschntz- gesetzes vom 3. Juli 1900 auf die Spree in der Provinz Schlesien vom 16. September 1904 und die Verfügung des Justizministers betr. die Anlegung des Grundbuchs für einen Teil der Bezirke der Amtsgerichte Braubach, Hachen­burg, Hadamar, Höchst a. M., Niederlahnstein, Usingen und Wallmerod, vom 15. September 1904.

**♦ Lehrlingsschutz und Fortbildungs­schule. Em intereffanier und für weite Kreise wichtiger Streit hat eben zwischen dem Magde­burger Regierungspräsidenten und den Halder- städter Kaufleuten roeg>n der dortigen tauf« » ännischen Fortbildungsschule sein E. de gefunden. In Halberstadt galt leidet bisher die Be«

Berlin, den 26. September 1904.

♦ Zur Erkrankung des Königs von Sachsen schreibt die ,Nordd. Allg. Ztg.': „Die in aus- wätligen Blättern verbi eitete Meldung, daß der Zustand des Königs von Sachsen bedenklich sei, tst unricktig. Der König hat eine gute Nacht gehabt; sein Zustand ist zufriedenstellend."

* Der „Preußische Städtetag" soll der .Franks. Z'g/ zufolge voraoSfichtlich im Novem­ber zusammen treten. Zur Verhandlung werden folgende Gegenstände kommen: 1. Das Flucht« |liniengefet} und die mit ihm in Verbindung stehenden Bestimmungen des Enteignungsgesetzes. 2. Die Rechte der Städte en ihren Schulen. Weiter wird noch beabfichtiat, auch den vor kurzer Zeit veröffentlichten „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Woh­nung sverhältnisse", der viele Anhänger und viele Gegner gefunden, einer Beratung auf I dem preußischen Städtetag zu unterziehen.

* Aus Südwestafrika meldet General v. Trotha unter dem 21. Septemier: Die nach Ganas bestimmten Postierungen müffen Wasser­mangels wegen nach Kalkfontein zurückkehre». Eine stärkere mit Wosserwagen versehene Auf­klärungsabteilung ist dorthin unterwegs, da nach Aussage Gefangener bei Oijimangombe und Ganas starke Hererobanden sich b, finden. Osfi zierS-Patrouillen beobachteten 40 Kilometer nmd- westlich von Owinaua-Naua am Eiseb-Fluß starke Hereromaffen, angeblich Samuel Maha- rero-Tjetjo. Aufklärung erfolgt von Kl. Oka-

DaS junge Mädchen schlug errötend die Augen nieder.

„Finden Sie ein Bedenke» dabei?"

„DaS wohl nicht, aber wenn Herr Bonrsault Sie üienatom feilte oder Laura, welche überall spioniert?"

„Laura!" erwiderte Helene zitternd .... „die Nacht ist dunkel .... feoen Sie doch; und dann werden er ja auch nur ein paar Minuten fein, er lcheint mir, daß, wenn ich ihn g sehen haben werde, ich viel ruhiger sein kann."

„Sie wollen ihn also sehen?"

„Er würde grausam und hart sein, ihn zmückzu- weisen, wenn e8 anderseits so leicht ist, ihn zu empfangen "

Tom entgegnete weiter nichts. Nach einer Bteriel- punde war Albert bei Helene eingeführt.

Tie ersten Augenblicke dieser Zusau menkui-st waren nach der langen Trennung erschütternd.

* Ter Kampf um de« Taler. Auf An­regung der Reichsregierung hat die sächsische Regierung Ermittelungen darüber veranstaltet, ob die Ausprägung eines neuen Dreimarkstückes als notwendig erachtet wird Nach einer Um­frage der Dresdner Handelskammer ist das -zu bejahen.

„Die Arglofigkeit der Jugend ist unbegreiflich; nrch ihrer Abrrise hat er tn Paris nicht länger bleiben können."

„Wie?"

„Seit gestern befindet er fich in Angouleme."

„Er hier in meiner Nähe?"

Helene hatte die Hände auf die Brust gekreuzt und die Augen zum Himmel erhoben.

auch nicht zulassen, ohne ihm die Bitte gewährt zu haben."

bleibt nur die Kündigung übrig. Was wir von der Forderung der .Deutsch. Tageszeitung' halten, haben wir noch vor wenigen Tagen bargelegt.

* Das ii der letzten Tagung des preußischen Landtages beschlossene E gänzungsgesetz für das Reichs fleischschangesetz hat nunmehr, wie die ,Allg. Fleischer Zeiiu^ mitteilt, die König­liche Sanktion erhallen. Ausführungsbestim­mungen zu dem Ecgänzungsgesetz werden in Kürze bekannt gegeben werde«.

^scheint täglich, mit Zunahme 6er Sonn« i£«b$eiettage. Viertel- M»rL Bezugspreis ®»ne Bringerlohn und WeßrLgeldinZuldaund auswärts l Bit. 50 Pffl

Verantwortlicher

Anzeigen: Die ew spattige Petitzeile obe? deren Saum sS pfg Retlamen die petitzeil« 25 Pfg.; bei Wieder­holungen wird entfpr.

Rabatt gewährt.

Druck und Verlag der Zuldaer Actiendruckere^ in Hulda (tzarmonief

Sernfprecher Nr 9.

wunderbare Mutigen.

Eine Erzählung, übersetzt anS dem Italienischen von L. Beinhorn.

------ (Nachdruck verboten.)

r „Wieso?" fragte Albert.

m »Sie fragen noch? — Wissen Sie, wenn Herr I “our jault Sie hier sähe . . . wen» irgend ein Dren er s °3ie hier bewe kl, so bin ich versichert, daß Fräulein

Helene eS Ihnen niemals verzeihen könnte." D-r junge Mann schien verlegen zu werden. „Was soll ich tun?" stammelte er.

„Der bleibt nur eine Wahl, Herr Albert, Zbr Zögern setzt mich in Erstaunen."

Albert richte.e fich in die Höhe, als wenn er plötz­lich einen energischen Entschluß gefaßt hätte. I

»Nun, so fei e-, ich will wieder nach Paris zu­rückkehren und dort in meiner Verzweiflung den Brief ttupfa-gen, welchen Sie mir versprochen haben, aber »ur unter einer Bedingung '

„Welche?"

»Sie sollen jetzt Fräulein Helene aussuchen." „We-hald?

. »Sie werden ihr sagen, daß ich hier bin, hier in »er Nahe, daß ich die Reife hierher gemacht habe, nur um fi- zu sehen und mit ihr sprechen, daß, wenn ne er befiehlt, ich angenbliklich wieder abressen werde, ■ «m nie wieder zurückzukehren; aber ich bitte sie innig, l/' graus-m zu sein, um mir einen einzigen

«ugenbltd des Wiedersehens zu verweigern."

der Me $ unüberlegter Vorschlag," sagte

»Bäte, suchen Sie ihn zu erfüllen."

6,w.!£raulei” 0=lene wird J^nen diesen Wunsch nicht 8-wähien wollen."

„Ich werde ja alsdann sowrt wieder abreisen."

»veben Sie mir diese Berficherung?" I

Gefreiter Johann Sertl, früher 1. bayerisches Jägei bataillon, ist am 11. August bei Hamakari, Unteroffizier Maximilian Matt, früher Infanterie­regiment Nr. 113, ist am 11. Aug bei Waterberg ae- fallen; Retter Mcx Karl Heinrich Ezana vom 2 Re­giw ear, früher Grenadierregirmnt Nr. 9, ist am 18. Sept.. Reiter Neumann, früher Infanterieregiment Nr. 19, ist am 4. Sept, im Lazarett von Dijofonbu am Typhus gestorben; Gefreiter Theodor Boost von der Funkentelegraphie-Abteilusg, früher 1. Telegraphea- itiataitloö in Schöneberz, ist am 23. Sept, im Lazarett von Okosongoho am Typhus gestorben; Unteroffizier Hermann Scholz, früher 3. Maschinengewehrabteilung, aus Kunern, Kreis Münsterberg, ist am 24. Sept, im Lazarett von Waterberg an Herzschwäche gestorben.

** Dem Vernehmen der ,Nordd. Allgem. Zig/ zufolge ist zum Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Unterstaatssekretärs im Ministerium für Landwirtschaft, Wirkt Geh. Rates Sierveberg, I der Chef der Reichskanzlei, Wirkt. Geb. Ober-! regierungsrat v. Conrad, ausersehen. An dessen stt'mn^n'g,"das der" Umenicht"7n' der'k a7f« Stelle wird der Geh. Regierungsral v. Loebell " - -- ~ — - —

D,Q®T°t&7Ä «rc.itS * Üsr"feine7 Anfä^'nehm^ dami?die7ehrl'inge an- ihrem Dienst im Laden usw. so wenig wie mög- gehört; vor dieser Tättgkett war er mehrere Jahre1 - -■ - • ■ -

Landrat in Westpreußen, später wirkte er als Re g'erungs-Präsident in Bromberg. Ec gilt als ein guter Kenner unserer östlichen Verhältnisse. Herr. v. Loebell hat schon früher dem Staats­dienste angel ört, und zwar als Geh. Rrgierungs- rat; er ist feit 1900 General-Direktor der F uer- Sozietät der Provinz Brandenburg. In seiner amtlichen Lauchahn war er bei der Regierung in Danzig tätig, 1884—1889 Landrat in der Pro­vinz Hannover, 1889—1900 Landrat in Rathen ow, seit 1894 Mitglied des brandenburgischen Pro­vinzial «Landtages, 1898—1900 Mitglied des Reichstages, seit 1901 Mitglied des Hauses der Abgeordneten als einer der drei konservativen Vertreter des Wahlkreises Westhavelland.

* Die Kündigung der Handelsverträge denjenigen Staaten gegenüber, mit denen ein

„Bei meiner Ehre."

»Der alte Tom war schließlich überredet.

„Nun, so machen Sie, wa- Sie wollen", ant­wortete er; „ich weiß, ich tue Unrecht, Ihnen in dikstr gefährlichen Angelegenheit meine Hand zu leihen. DaS Interesse des jungen Mädchen« liegt mir am Herzen ; Gott gebe, daß es nicht ihr Unglück ist."

Albert war überglücklich.

„Sie willigen also ein ?" rief er in freudiger Be­wegung, indem er Toms Hand herzlich drückte.

„Ich will zu Fräulein Helene gehen", antwortete dieser; „bleiben Sie hier, und warten Sie gebuloig meiner Rückkeh -; möge Gott uns alle drei schützen!"

Bei diesen Worten grüßte er den jungen Offizier unb begab fich eiligst nach cem Schlosse.

Helene befand sich allein im Zimmer; kaum hatte

fte die Tritte de» alten Diener« gehört, al» sie fich .... ... _________W1U

"uf ihn zuzueüen. Allein nach wenigen um keinen Pret» wieder abrersen, ,obne zuvor mit

Schritten blieb fi-v«wu»dert stehen. Ihnen gesprochen zu haben. U.d Sie wollen die»

„Tom", nef fie a-gfllich an», „was hast Dn beute ' " ‘ —

Abend; welche Unglücksnachricht bringst Du mir mit diesem gedankeuvollen und düsteren Gesicht?"

Tom schüttelte tramcig mit dem Kopf.

„Eine unhellvolle Nachricht, ich habe mich nur damrk gefaßt, ein größere» Leid zu DeimJben.

„Um wen handel» e» fich?"

„Um den jungen O fizier."

„Aiberi? Mein Gott, wa» ist geschehen, ist er vielleicht krank?"

„Seien Sie unbesorgt; im Gegenteil, er befindet fich ganz wohl."

„Nun denn?"

Aus dem Anwachsen der Talerbestände bei der Reichsbank hat die RrichSre^ierung die Unbeliebtheit des Dreimarkstückes gefolgert. Das wird in der Er­hebung der Handelskammer als ein Trugschluß be­zeichnet. Es wird darauf hingewiesen, daß die von der Reichsbank, auSxegebenen Taler gar nicht in den Berkrhr gelangen, sondern von den Raffen gleich wieder zvrückgegeben werden. Durch die Nachricht von einer baldigen Einziehung der Ta!er sei auch die Bevölkerung ängstlich geworden und bestrebt, diese Münzsorte abzu­stoßen. Der Taler werde vom kleinen Mann, da er gesetzliches Zahlmiitel fei, ge'n benutzt, von den

Albert harte fich neben vas junge Mädchen gesetzt, und hatte ihre Hrnd ergriffw, welche fie nicht zurück- zuzieben wagte.

„Sie find es also selbst", sagte er endlich; „ich habe Sie toiebergefunten .... Ihr Herz ist noch dasselbe. Ach, wenn Sie >' üßten, wa» ich während unserer Trennung gelitten habe, welch bitterer Schwerz mein Herz erfüllte!" .... Aber ich habe Sie ja endlich wiedergesundcn, nun will ich ja alle schmerz­liche» Erinnerungen der Vergangenheit verscheuchen; von jetzt an soll mein Gluck durch nichts gestört werden."

Bei diesen letzte» Worten umwölkte fich die Stirn des jungen Mädchens.

Albert fühlte, wie ihre Hand, welche er mch in der feinigen hielt, zitterte.

„Was haben Sic?" fragte er besorgt.

„Ein grausamer Gedanke bemächtigte fich meiner", antwortete Helene. „Der GlückStraum, von dem Sie sprechen, wird niemals erfüllt werden können.

„Wer könnte es wohl verhindern wollen?" unter­brach Albert hastig

„Sie haben mir soeben von Ihren Leide» ge­sprochen, o, Albert, wenn S e mich lieben, so müssen Sie fich noch auf Schmer zische«» gefaßt machen."

„Was wollen Sie sagen?*

„Daß mein Leben eia schreckliche» Gchrimni» in fich trägt."

„WrlcheS Geheimnis?"

„Ich kann es noch nicht sagen."

„Sind Sie Boursault» Frau?"

„Nein, da» bin ich nicht, ebenso wenig, wie ich N-al-Lagas Tochter war. Aber bitte, bringen Sie wcht darauf, mehr u erfahren; r» ist ein Geheimnis, welches stets an meinem Herzen ragen wird, aber über welckes ich nicht spr-cken kann und darf"

„Da» klingt merkwürdig", sagte Albert höchst ver­wundert.

„Wenn Tom Sie wieder zurückführe» wird", fuhr Helene fort, „bann gegen Sie ohne weitere» fort;

neuer Vertrag noch nicht vereinbart ist. wird erneut von der .Deutschen Tagei>ztg/ gefordert. Sie schreibt: Im Auslande muß man nach­gerade zu der Anschauung kommen, daß daS Deutsche Reich sich ungemein scheut, selbst zur Kündigung zu schreiten. Dieser Emdruck wäre selbstverständlich so unerwünscht wie nur mög- [ sich. Ec wird durch eine wiederholte leise offiziöse Drohung mit der eventuellen Kündigung nicht geschwächt, sondern eher verstärkt. Unseres EkachlrnS ist das deutsche Reich über Gebühr vorsichtig und konziliant gewesen. Schon die Rücksicht auf die Staaten, u it denen bereits Handelsverträge abgeschlossen find, müß e veran-

„Ich ahnte ein Unglück, und Du verkündest mir Frenke,"

Tann fich dem Alten nähernd, fügte fit mit be­wegter Stimme hinzu:

„Du hast ihn also gssehen?"

„In diesem Augenblicke", erwiderte Tom.

„Und warum ift er hier?"

„Um Sie zu sprechen."

„Da muß er aber wichtige Gründe haben, um eine so weite Reise hierher zu machen, unmöglich Lim ich ihn obweisen."

Ein freundliche» Lächeln spielte um die Lippe» de» ollen Tom.

ZMaer M Zeitung

«chriftleiter-Zos.Baum

Z pmzelle?'i»Mda. wochenbellage: „ZSuskiette Sonntagrzeiümg" monatsbtuage: „guldaer GeschichtMStter".