Jfo 219
Krlda, Samstag, den 24. September 1904.
31. Jahrgang.
-
in
Zweites Blatt i
Römischer Wochenbries
[**] Rom, 20. Septbr. 1904.
i« geben, vielmehr erhielt er denjenigen eine« Prinzen von Piemont. — Der au» Anlaß eine» Rekontre? der Gendarmerie mit Baüem entstandene allgemeine Streik neigt sich seinem Ende zu. Er ist nicht unblutig verlaufen.
Der Jahresanfang liegt eigentlich nicht richtig. Der Wechsel der Jahre fällt mitten in den Winter, wo noch kein Umschwung in dem Natur- und Menschenleben stattfindet. Erst mit dem Frühlingsanfang tritt der Umschwung ein; wir treten dann in das sommerliche Halbjahr. Und im Herbst kommt der entgegengesetzte Umschwung; dann kommen wir in die winterliche Periode. Diese zwei Hälften des Jahres haben einen grundverschiedenen Charakter: Hier daS frische Leben in der Natur, dort Absterben und Ruhe; hier freie Lust und Sonnenlicht für die Menschen, dort Stuben» und Lawpenleben. @8 ist kein Zufall und auch keine Willkür, wenn die wichtigsten Termine, z. B. der Wechsel der Miets- Wohnungen, nicht auf den 1. Januar oder den 1. Juli, sondern auf Ostern und Michaelis gelegt werden.
Für die Hauswirtschaft ist der Herbfiumschwung schwieriger, als der Frühlings. Umschwung. Im Frühjahr, wenn d'e bessere Jahreszeit anhebt, braucht man nicht soviel anzuschaffen, wie im Herbst bei Beginn der rauhen Zeit. Wenn die LenzeSsonne steigt, legt man das warme Unterzeug ab; aber wenn die^Herbstsonne knapp und schwach wird, muß man sich wieder warme Hüllen zulegen. Die Hausfrau freut fich, wenn zu Ostern der gefräßige Ofen ausgehen kann; aber jetzt muß fie den Ofen schon wieder in Stand setzen und nach Holz und Kohlen aus- schauen. Aehnlich ist's mit den Lampen, die jetzt von Tag zu Tag an Gefräßigkeit zunehmen. Und zu dem Notwendigen kommt noch der Luxus; manchmal kommt er auch noch vor dem Notwendigen. Das billige Unterzeug macht's nicht allein; die männlichen und weiblichen Herrschaften wollen auch winterliche Oberkleider haben, die nicht bloß warm, sondern auch hübsch machen. Dazu noch die winterlichen Vergnügungen, die im allgemeinen kostspieliger find, als der sommerliche Zeitvertreib in der freien Natur.
Allgemeinen Ausstand gchabt, welcher zwar nur kurze Zeit dauerte, dafür aber die Ursache war von Stroßenunruhen, sowie von Mangel au Verdienst in zahlreichen Familien. Diesmal handelte es fich nicht um Lohnaufbesserungen oder
Unpolitische Zeitläuse.
® Berlin, 22. Skpt. 1904
(Nachdruck verboten).
Es fiel ein Reif in der Herbstesnacht. Ja, wenn in der Frühlingsnacht mal so was passiert, dann wird darüber viel geredet und sogar gesungen, weil ein Blümchen oder ein Schwärmer in der Fliederlaude fich erkälten könnte. Im Herbste desJahres nimmt man es mit frostigen Ueberraschunge« nicht mehr so genau; ebenso im Herbste des Lebens mit geknickte« Hoffnungen. Wer wenig Blumen hat, dem können nicht viele erfrieren, und wer in seinen Hoffnungen und Glückseinbildungen vorsichtig ist, der wird vor bitteren Enttäuschungen be wahrt. Jedermann weiß, daß man sich bei
maur« getagt. Da» hat den Ministerpräsidenten Cowbe» veranlaßt, auf ein Begrüßungsschreiben de» Konvents eine Antwort ergehen zu lassen, in der er erklärt, daß er die Erwartungen de» Konvent» nicht tuuschen werde, sondern alle seine Kl äste ersetzen werde, um so schnell al» möglich die demokratisLen Neuerungen durchzuführen, welche btt Konvent la fein« an ihn gerichteten Adresse bezeichnet habe. — Der Streik in Marseille ist noch immer nicht ganz beende'.
Wer in seinen vorgerückten Jahren noch ktndssche Sprünge macht, bricht leicht ein Bein oder wirb wenigstens ausgelacht.
In dieser setzten Woche hat wieder einmal Italien die brutale Gewalt Triumphe gefeiert und zwar — wie dies hier üblich geworden ift — 1 n Namen der „Freiheit". Wir haben in Rom, Mailand, Genua und in anderen Städten einen
wochen-Rundschau.
Fulda, 24. Srpt. 1904.
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I lange» Programm zu derselbe« ausgestellt, da» fichin I seiner Lebensführung nach der Jahreszeit F* dt? sozullderwkratschen Forde- richten muß; aber manche oergeffen, daß man bekamttt SrdLmngm A ” ®U ”d 98 I N °uch nach dem Lebensalter richten muß.
Die Mirbach-Angelegenheit ift nod) einmal neu belebt worden durch die Rechtfertigung-schrist, welche Frhr. v. Mirbach an vertrauliche Kreise 6er« fandr hat, die aber auszugsweise durch da» .Berliner Tageblatt' der Orffentlichkeit bekannt gegeben worden ist. Bo« einer „Rechtfertigung" de» Frhr. v. Mirbach kann bei seiner Schrill gar nicht die R?de fein, im Gegenteil bestätigen fich alle Hauptpunkte, die dem Frhr. v. Mirbach in der Presse zum Borwurs gemacht worden find. Ueber den Verbleib der 325,000 Mk. auf dem Konto K gibt die Rechtfertigungsschrift keine Aufklärung. Neu ist es, daß Frhr. v. Mirbach sagt, eS fei kein Zweifel, daß die Pommernbankdirektoren die 325,000 Mark an fich genommen hätten. Aus der Denkschrift ergibt sich, daß noch ein zweite» Schreiben de» Herrn von Mirbach an die Oberpräfi- devten besteht und daß Frhr. v. Hammerstein von diesem Schreiben gewußt hat. Wie rührig Frhr. v. Mirbach in der Sammlung für de« Kirchenbauverein war, ergibt fich daraus, daß er in der Zeit von 1888 bi» 1903 für 55 Kirchen 31 Millionen Mark und außerdem noch für die Stadtmiffion 10 Millionen Mk. aufgebracht bat. Er erwähnt bei dieser Gelegenheit, daß gegen seine Stimme der Kirchenbauverein der | Kaiser-Wilhelm-GedächtniSkirche beschlossen habe, auch Katholiken und Juden um Beittäge anzugeheo, daß erstere 56,000 Mk und letztere 19,000 Mk. gegeben I hätten. Warum Frhr. d. Mirbach so sehr pointiert, i daß er gegen die Heranziehung der Juden- gewesen sei, ist nicht recht begreiflich, denn e» ist doch bekannt, daß er e» gerade g'wesen ist, der seinerzeit bei Singer vorgesprochen hat, um Beiträge für die Kaiser-Wil - belm-Gedächtni»kiache zu erhalten. Oder sollte vielleicht Frhr. v. Mrbach, gewitzigt durch den Erfolg, den er bei dieser Gelegenhüt gehabt hat, zu einer ablehneu- den Haltung bei dem Beschluß be» Vorstandes des Kirchenbauvereins gelangt sein? Hcrr v. Mirbach bestätigt, daß er e« gewesen, der den Powmernbsnk- dirktoren den Hofbankiertitel verschafft habe, wie er denn überhaupt nach feinen eigeren Angaben auf diesem Gebiet eine umfaffende Tätigkeit betrieben bat. In ungefähr 50 Fällen hat er Ordensauszeichnungen und in einem halben Dutzend Fälle die Verleihung be» KommerzienratStitelS in bie Wege geleitet.
In Oesterreich hat in ber verflossenen Woche der n-unte internationale Pressekongreß getagt Die Stadt Wien hat demselben ein Fest- ssen gegeben, bei welchem ber Ministerpräsident v. Kverber und der Bürgermeister Dr. Lueger den Pessimismus über bie österreechischen Verhältnisse zu zerstreuen be-
Auch in diesem Punkt haben wir eine Aehn- lichkeit zwischen Natur und Menschenleben: das Alter lebt kostspieliger, als die Jugend, voraus- gesetzt, daß die Jugend nicht über die Stränge schlägt. Es kann nicht schaden, wenn die jungen Leute fich rechtzeitig klar machen, daß fie in den höheren Jahrgängen steigende Bedürfnissen haben werden und dann das Geld viel dringender brauchen, als jetzt. Sparsamkeit ist eine Tugend, die man früh lernen sollte, um später desto länger fich an ihren Früchten erfreuen zu können.
Wer klug ist, der wartet mit denVorbereitungen auf den Winter nicht bis zu dem Tage, wo ver Frost die Steine bis ins Mark packt. Ebenso ~ f. la , _ t r, । soll man mit den Vorbereitungen auf daS Alter
tont. ThrJnfnxber nicht warten, bis die Glieder klapprig und der
vatikanische ßrdfeS hat E den G?Ln n7cht° ge' ist,sondernrechtzeitigseine
tau, dem Prinzen den Titel eine« Prinzen von Rom Ausführung auf Schonung der Kräfte und der -----.... ......t Gesundheit emrtchten. Also die Arbeitslast er-
„, Die preußische Regierung soll einen neuen Polen- Ina« erlassen haoen, in welchem ben Lehrern untersagt wird, in der Familie polnisch zu sprechen. Es würoe das ein unberechtigter Eingriff in bie Privatrechte ber Lehrer sein. Arffallenberweise find die Liberalen, bie doch sonst fich gern als ben Hort wr die Sicherung ber Prtvatrechte aufspiele?, mit d'efem Erlaß vollkommen einverstanben, während fie auf btt anderen Seite wegen be« Hirtenschreibens be« Schafs Benzler von Metz übet bie unfittliche uvd religisvsfeindliche Presse, bei dem doch wahrlich von einem Angriff i« die Privatrechte nicht bie Rede sein kann, fich ganz ungeberbig zeigen.
Fürst Herbert Bismarck ist in bem Alter von nah- zu 55 Jahren sei«-« Leiben e,legen. Seine Krankheit hat nur kurze Zeit gewährt. In ihm ist bet letzt- Sproß beS Altreichskanzler» au» dem Leben gejchieden. Politisch ist Fürst BiSmarck seit seinem AuSscherbeu auS dem Staatsdienste, welches wenige Tage nach ber Entlassung seines Vaters im Jahre 1890 «folgte, unb durch das er feine Solidarität mit dem Vater bekundete, nicht wehr besonders hervor- - -------—
getreten. Seit bem Jahre 1893 gehörte er dem I tearetV ~ ?te ???^tage find nunm-hr ein- Reichstag an, wo er ber deutschen R-ichspartei nabe« 6tiUfe borden. Im schlesischen Landtag, ber berät» stand. Da er ganz in der Politik seine» Sätet» °®il$lcnta9 eröffnet wurde, wurde eine Protest- lebte, hat n wiederholt im Reichstag die Politik der I "Gärung gegen dre Errichtung von flavischen Parallel- leitenden Staatsmänner korrigieren zu müssen aealaubt klassen vwlesen, die aber wohl keinen Erfolg haben dürfte, so noch im Jahre 1901 in einer scharten AuSeiv- $n Frankreich hat ber Konvent der Frei- anbersetzung mit bem Reichskanzler Grafen Bülow in ber Chinaangelegenheit. Es ist dies ba» letzte Mal gewesen, wo Fürst BiSmarck in Aufsehen erregender Werse in be Debatte eingriff. Seine Gegnerschaft ju ver deutschen EnglandSpvritik hat fich auch zu «rennen gegeben beim Burenkrieg. Hier gehöue ferne Sympathie voll bem Burenvolke, und al« feiner- je« auf die Anregung be» Reichskanzler« Grafen Aulow ber Empfang b« Burendeputation durch ben Kaifa abgelehnt wurde, da hat er in ben Wandel- gangen be» Reichstag» in ostentativ« Weife die Bärenführer ausgezeichnet. U ber die staatsmännische Begabung des Fürsten BiSmarck fich ein Urteil zu buben, ift schwer, ba er zu ber Zeit, bi- hierfür in Betracht kommt, nur das Organ seines Vater» war, und tn ben wenigen Fällen, wo er seibstänbig auf» »at, gerade nicht eine glückliche Havd gezeigt hat. Fürst Bismarck hat ba» So« aller derjenigen geteilt, deren Sät« feiten genial angelegte .Männer find:
stand im Schatten seine» Vater».
D« Reichstag wird, wie nunmehr feststeht, erst zu dem gewöhnlichen Tttmin Ende Novemb« etnbeiufen werden. Ob ihm gleich bei seinem Zusammentritt Handelsverträge vorgelegt werden und welche ihm vorgelegt werden, ist eine bis jetzt noch unentschiedene Frage. Es scheint mehr unb mehr, daß mtt einer starken Opposition gegen die Handel,der- träge nicht mehr gerechnet zu werden braucht. Inder Verflvsseren Woche haben fich auch bie freisinnigen Abgeordneten Gothein und Broemel, von denen be- lonber» ba letztere bei ber Zollta ifobstruktion fich in havor ragender Weise betätigt hat, in einet Weise zu «n Handelsverträgen geäußert, welche d-rauf schließen laßt, daß fie die Opposition für völlig unangebracht und ttfokglo» hatten, unb auf bem sozialdemo-1 -"tischen Parteitag, b« am Sonntag in ««men zusammen getreten ist, hat selbst Bebel gegen» gegenteiligen Wünschen ba Genossen ba» Mittel "er Obstruttiou abgelehnt. Bi» jetzt baden bie Bremer Mutungen besondere Resultate noch nicht gezettigt.
charattttistisch muß betrachtet werben, daß ein «ntrag Liebkn.cht betreffenb die Durchsetzung der mit sozialdemokratischen Ideen zur Bekämpfung Milttarttmu» eine Ablehnung erfahren hat, well L?. bon dies« Agitation, bie schließlich bie Gehör- »«Möertoefgaung involv ate, Schaden für die eigene uu befürchtete. Daß ber sozialbemokratisckre Par- ^sh mit ber Schulfrage nickt befaßt, hat »L^rttonon.i6era(en sehr vttstimrnt. Je größa bie «Wirrung in ihrem eigenen Lager ist, um so mehr * Es ihnen erwünscht gewesen, wenn bieAgitation ß? °se konfessionelle Schule burch die Sozia bemo- "klebt Worden märe. Uebrigen» haben auch bie nRn,9tn sich zu ber Schmsrage geäußert unb ein I
»Hörst du, Alte, daS geht dich auf sagt da vielleicht ein Familienvater, indem er seine Pfeife oder seinen Glimmstengel in die aud«e Mundecke schiebt. Freilich, die Frauen spielen dabei die Haupttolle, wie bei so vielen schönen Dingen. Aber das geehrte Oberhaupt der Familie könnte sehr oft etwas mehr dabei mithelfen. Manche Männer glauben, wenn fie ihre Berufsarbeit für den Tag vollbracht hätten, so brauchten fie fich um die Wirtschafr im Hause und das Leben und Treiben ihrer Angehörigen nicht weit« zu bekümmern. Am Feierabend find fie langweilig und gleichgitttg oder — was noch schlimmer ist — sie glänzen durch fortgesetzte Abwesenheit und überlassen nicht blos die ganze Hausarbeit, sondern auch die ganze Erziehungs- und Unterhaltungsarbeit der Frau allein. Das ist nicht männlich und nicht väterlich, auch nicht christlich und nicht vernünftig. Die braven Männ«, die in allen häuslichen Aufgaben und Sorgen chrer Frau mit Rat und Tat zur Seite stehen, finden in diesen Bestrebungen nicht etwa eine neue Last, sondern vielmehr Erquickung und Behagen.
Nun gut, so hilfst du vielleicht in Hausväter* lichem Aufschwung, deiner Frau den nötigen Vorrat an Hotz und Kohlen, an Speisevorrälen und Wint«kleidern zu besorgen, und dann glaubst Du genug getan zu haben. Ab« halt! Eure Familiet brauch nicht bloß Wärme und Nahrung für den Körper, sondern auch für Geist und Gemüt. Jetzt kommen die langen Abende, wo man die Langeweile verscheuchen muß vom häuslichen Herde. Die Langeweile ist kein gleichgil- tiges Uebel, wie etwa Haarschwund oder gelegent- liches Zahnreißen, sondern wenn sich dieses Gespenst am Familientische einnistet, so droht eS das häusliche Glück zu zersetzen und die bösen Begierden zu wecken. Die Zeit, welche man in Langeweile unter schwerem Schaden verbringt, könnte man bei einem bischen Umsicht und Geschick leicht in eine Quelle von Freude und Nutzen vttwandeln.
Aber,wie? Es gibt vaschiedene Mittel für die verschiedenen Verhältnisse; aber auf ein allgemein wirksame- möchte ich Hinweisen. Du sorgst rechtzeitig für Ofenfutter; nun, sorge auch rechtzeitig für Geistesfutter, für eine gute Lektüre am winterlichen Familiemische. Ein ungeheuer einfaches Rezept! Ein Hilfsmittel für angenehmen und nützlichen Zeitvertteib, welches eigentlich zu selbstverständlich ist, als daß man noch darüber zu sprechen brauchte. Aber sonderbarerweise gibt es noch eine ganze Menge von Familien, wo man an diesem „Luxus" mit bedrucktem Papier gar nicht denkt. Eher gibt man ein Zehnmarkstück für irgend einen Körperschmuck aus, ehe man ein paar Groschen für ein Buch riskiert.
Nun, wenn du in diesem Punkte noch sehr sparsam bist, so möchte ich dir mit einem doppelten Ratschlag entgegenkommen. Erstens, tritt dem BorromäuS-Veretn bei, da kannst du für wenig Geld so vtel Bücher entlegen, als du daS ganze Jahr hindurch brauchst, und bekommst obendrein noch ein Werk nach deiner Wahl ge- chenkt. Zweitens aber, abonniere auf eine ;ute Zettung, das ift das billigste in täg< ichen Lieferungen erscheinende Buch, daS du kaufen kannst. Da hast du für ein paar Mark ein ganzes Vierteljahr den neuesten, den anregendsten und belehrendsten Lesestoff. Ich sage daS nicht mit selbstsüchtigen Hintergedanken, denn obschon ich für Zeitungen schreibe, bin ich doch nicht auf die Abonnentenjagd angewiesen. Ich age und wiederhole es a«S bet Erkenntnis »eraus, daß für das Familienleben die Haus» zettung ein segensreiches Hilfs- und Stützmittel st, daß der christliche «eist im Hause durch ein aiholisches Blatt gesichert und gefördert wird, daß die gute Hauszeitung auch bei der schweren und hochwichtigen Aufgabe der Erziehung der letanteifenben Jugend von unschätzbarem Bett ist. DaS gute Blatt ist ein Hausfreund, bet täglich reichen Segen auSstreut. Wer ihn vnfchmäht, begeht eine Torheit. — Also auf, etzt ist es gerade Zeit zur Oktoberbestellung, fiib dem Postboten einen Bestellzettel mit ober gib ihn selbst an ber Post ab.
In Serbien hat am 21. b. M. bie Krönung Peter I stattgefunben Bvn Kaiser Wilhelm würbe durch ben deutschen Gesandten dem König Peter ein Glückwunschschreiben überreicht.
Born russisch-japanischen «riegrschau- platz find Ereignisse von einschneidend« Bedeutung au» ber vergangenen Woche nicht zu berichten. ES brängt alle« auf einen Kampf um Mukden hin, d« nach einigen Melbungen b«ettS begonnen haben soll. Die Beschießung von Port Arthur durch bie Japaner hat auch in ber verflossenen Woche ungehalten, unb soll e« ben Japanern gelungen sein, zwei Forts zu erobttn. Sowohl in Rußland al« in Japan werden große Anstrengungen gemacht, meit«e Streitkräfte auf ben Kriegsschauplatz zu entferben.
mäßigen? Nun ja, auch das, aber nicht im Sinne der Faulheit, sondern im Sinne der vernünftigen Auswahl. Wer älter unb steifet wird, soll das Hasten, Laufen und diejenigen Anstrengungen, die eine besondere Geschmeidigkeit und Frische des Körpers erfordern, möglichst jüngeren Gehilfen überlassen und nicht etwa durch Eitelkeit sich hir.reißen lassen, noch jugendliche ! Kunst, oder Kraftstücke mitzumachen. Ebenso muß ein Mensch von 50 oder 60 Jahren fich strenger an die regelmäßige Arbeitszeit halten ! und sorgfältig« für die nötigen Ruhepausen und ungestörten Nachtschlummer sorgen, als Durchgänger von 30 Jahren. Im Uebrigen ist die Zahl d« Leute, die am übermäßigen Fleiße st«den, längst nicht so groß, als die Opf« der Genußsucht. Die beste' Vorbereitung auf das Alter ist die Mäßigkeit und die Häuslichkeit. Im allgemeinen kann man sagen: die Zeit, die im 'Wirtshause verbracht wttd, kommt gleich den Kriegsjahren auf die Lebensdauer doppelt in Anrechnung, und die auf den Tanzböden oder ähnlichen „Vergnügungslokalen" verbrachte Zeit mindestens dreifach. Darum sagt man ja auch von den BergnügungS- jägern, fie lebten schnell. Freilich, w« schnell lebt, kommt schnell an daS Ende, an das bittere Ende.
Die häusliche Lebensweise haben wir soeben alS die gesundeste und langlebigste bezeichnet. Schön; jetzt kommen wir ja gerade in die JahreS- zeit, die das Familienleben am warmen Ofen und bei der ttaulichen HauSlampe in Schwung bringen soll. Daraus «gibt fich die zeügemäße Mahnung: Macht eS euch und die eurigen zu Haufe so gemütlich, wie es mir eben möglich ist!
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