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Babatt gewährt.

Druck und Verla- M 8»ldaerActiendruck«t in Zulda (Harmonik

Zernsprecher Ur. 9.

M 219.

Sulöa, Samstag, den 24. September 1904.

31. Jahrgang.

et»

11

(Nachdruck verboten.)

WaS ist vvrgefallerr?" fragte Helene.

„Dann weißt D« also etwas?" fragte Helene staunt.

„Ich bin meiner Sache noch nicht gewiß." „Hast Du irgend eine Entdeckung gemacht?"

„Ja, in Paris "

Der Auftrag, welchen Bourfault dem alten Tom gegeben hatte, war nicht leicht auSjuführen, und wir i innen » ur hivzusügen, daß er etwas unüberlegt war. i iinen Mann wie Rivert zu belauschen, ihm ein ®e« 1 timni» zu entlrcken, welches er sicherlich niemandem anvertrauen tot Ute, war eine Aufgabe, der Bomsavlt elbst bald entsagt haben würbe, wenn er stch Mühe legeben hätte, die Schwierigkeiten dabei in Erwägung I« ziehen.

I schaftliche Großgrundbesitz des Ostens wirkt nae i seiner Natur polensördernd, weil das wirtschaft liche Inten sie den billigen und anspruchsloseren polnischen Arbeiter bevorzugen muß. So würde der deutsche Arbeüerstamm eingeschränkt, während die Zahl der polnischen Saison. Ar beiter zunehme." Die Landwirte des OstenS werden, wenn man es hier mit einer Stimme aus Regierungk- kreisen zu tun hat, nicht sonderlich erbaut davon sein. Wenn die Domänen und Anfiedelungs« güter keine polnischen Landarbeiter mehr be­schäftigen dürfen, so muß doch für diesen Aus­fall Ersatz geschaffen werden. Es würde also eine Verschiebung der inländischen Arbeitskräfte zugunsten der Domänen und Anfiedelungsgüter und auf Kosten der übrigen Landwirtschaft er­folgen, die ja den'Ausfall an nichtangehörigen Arbeitern zu tragen hätte. Es würde. den Landwirten also nichts anderes übrig bleiben, als durch vermehrte Zuziehung von ausländischen Arbeitern diesen Ausfall zu decken. Dann wäre aber das Verbot für die Domänen und An- fiedelungsgüter völlig wertlos, zumal eine Ge­fahr der Pclonlsterung int Sinne obiger Aus­führung in der selbständigen Landwirtschaft viel größer erscheinen muß wie bei den Domänen und den Anfiedelungsgütern. Soll also etwas in dieser Beziehung nach der Meinung des Ver- faffers in der ,Nat. - Lib. - Korresp/ erreicht werden, dann müßte das Verbot für die östliche Landwirtschaft überhaupt er kaffen werden. Viel­leicht geht die Absicht des Verfaffers auch dah'v, denn seine Ausführung bildet nur den Anfang einer Artikelserie.

Schon bei dem neuen Ansiedelungsgesetz hat sich gezeigt, daß durch die Polenpolitrk der preußi­schen Regierung Jntereffen von deutschen Land­wirten des OstenS geschädigt werden. Angesichts der mitgeteilten Auslassung der ,Nat.-L>b. Korr/ hat die östliche Landwirtschaft neuen Anlaß, der preuß. Polenpolitik mit Mißtrauen zu begegnen.

wunderbare Münzen.

Eine Erzählung, übersetzt auS dem Italienischen von L. Beinhorn.

„Damit sagst Du mir noch nichts . . ."

„Vielleicht später."

„Warum nicht jetzt?"

„Still, ftill. Hier find wir an der Station an­gelangt. Suchen Sie zu vergeffen, was ich Ihnen gesagt hake, besonders aber vermeiden Sie den Schein eines EinverständnisieS."

Der Wage« hielt, die Stunde zum Frühstücken war gekommen, die hungrigen Passagiere betraten Vas Gastzimmer, wo ein reich besetzter Tisch ihrer harrte. Singend hielt Niedert seinen Einzug in den Speisesaal.

„Kellner eine Flasche Bordeaux!" rief er lustig, indem er fich an den Tisch setzte.

Während dessen hatte fich Bourfault zwischen Helene und Tom gesetzt; nach wenigen Minuten schien er skon gesättigt zu sein, und fich seinem Diener nähernd, flüsterte er ihm geheimnisvoll zu:

„Tom tue nichts, war irgend die Aufmerksamkeit Deiner Nachbarn erwecken könnte, indessen beherzige da-, was ich jetzt zu sagen habe."

„Was ist'»?" fragte dieser verwundert.

„Sieh diesen Mann am Ende der Tischer, er ist derselbe, der oben auf dem Wagen saß. Ich habe soeben eine Unterredung mit ihm gehabt."

„Nun?"

„Er ist mir verdächtig vorgekommer."

„W.-Shalb?"

„Ich weiß es selbst nicht, aber sein Gesicht gefällt mir nicht."

„Wohin will er gehen?"

„Nach Angouleme; als ich ihm sagte, daß ich mich auch in dieser Stadt aushalten würde, hat er wich über Personen auSgefrogt, die ich selbst nicht fernte."

„Er ist vielleicht Geschäftsreisender, der Serbin- düngen sucht."

„Das wag fein, ind< ffen habe ich kein Set hauen zu ihm, gern ober möchte ich etwas näheres über thn wissen."

„Was beabsichtigen Sie zu tun?"

»ES ist eine Kleinigkeit, aber sie wird mich »eruhigen; während Biarca und ich nach Jousac ahren, wirst Du in Angouleme bleiben. Er hat nir mitgeteilt, daß er dort im Hotel zur Post auS- ieigen würde. Miete Du dort auch ein Zimmer md suche ihn zu überwachen. Dy kennst den Wirt, bitte ihn, daß er Dir die Briefe zeigt, welche an ihn adressiert find, und wenn Du über seine Lebensweise etwas aufgeklärt bist, so benachrichtige mich sofort. Hast Du mich verstanden?"

„Sollkomwen, ich werde Ihren Befehl nach Wunsch anSführen."

Hermit wurde daS Gespräch rbgebrrche». Die Reise wurde ohne weitere Zwischenfälle fortgefitzt und den folgenden Morgen gelangte die Post nach der Hauptstadt der Charente.

Berlin, den 23. September 1904.

* Die Hochzeit des Kronprinzen soll, wie versichert wird, om 27. Februar, dem Hoch­zeitstage seiner Eltern, stattfinden.

*- Im Wahlkreise des Fürste« Herbert Bismarck wird von fre-sinniger Seite Lehrer Otto Merten-Berlin aufgestellt, der bereits bei der letzten Wahl kandidierte. Vor Herbert Bismarck war der deutsch-freisinnige Wöllmer jahrelang Vertreter des Wahlkreises. Die deutsche Reforwpartei beabsichtigt, den Rechtsanwalt Dr. Wohlfahrt in Genthin aufzu- stellen. Gegenüber dem Bestreben in der national- liberalen Preffe, in Jeriebow einen Mischmasch- Kandidaten auszustellen, verweist die »Deutsche Tageszeitung auf die Ersatzwahl in Franksurt- Ledus, wo die Konservativen trotz ihrer numerischen Ueberlegenheit über die National-

affen Sie uns die Sache nicht überstürzen, wer weiß, vielleicht habe» wir schon morgen die Zügel in der Hand."

liberalen für Baffermann gestimmt hätten. Es sei jetzt Sache der Nationaüiberalen, Gleiches m t Gleichem zu vergelten und im Bismarckschen Wahlkreis für den kouseroatioen Kandidaten zu stimmen, umsomehr, da die Konservativen hier den Nationalliberalen numerisch noch weit mehr überlegen seien als im Wahlkreis Frankfurt- Lebus. Od die Nationalliberalen stch dankbar zeigen werden, darf man bezweifeln, da die Konservativen in Frankfurt-LebuS nur deshalb für Baffermann stimmten, um die Sozialdemc- kraten auszuschalten.

* Ei« „echter Patriot" hat sich jetzt in feiner wahren Gestalt gezeigt. Er führt den Namen Max Nordau und ist ein wütender Kaiholikenfeind. Dieser Mrx Nordau hat, wie die .National Zeitung' (Nr. 514) mitteilt, in der in Buenos-Aires erscheinenden ,Nacion' einen Schmähartikel gegen Deutschland und die Deutschen veröffentlicht. Tas genannte Blatt bezeichnet ihn deshalb als einen „Vogel, der sein eigenes Nest frech besudele", Nordau habe „nicht das geringste Recht, sich einen Deutschen zu nennen". — Sehr gut! Nun ist aber Herr Nordau, der eigentlich Südheld hetßt, auch Pariser Korrespondent eines Berliner Blattes und ebenso der .Franks. Ztg.', und hat in diesen Blättern unzählige Schmähartikel gegen die katho­lische Kirche und die gläubigen Katho­liken veröffentlicht. Ein besonders beliebter Vorwurf des Herrn Nordau gegen die „Kleri­kalen" ist, daß sie — in Deutschland wie in Frankreich — nicht patriotisch seien und daß deshalb alle Staaten gut täten, ihnen den Daumen recht fest aufs Auge zu drücken. Und dieser Mann geht hin und schmäht das deutsche Vater­land im fernen Südamerika. Dos Geschäft bringt das bei gewiffen Leuten so mit sich.

C) Der Genosse Dr. Südekum har wegen der vorübergehenden Beherbergung der Pri«- zefsi« Luise vo« Koburg den grimmigen Haß seiner Parteigenoffen auf sich gezogen, dem die sozialdemokratische .Leipziger VolkSztg.' in folgenden Sarkasmen die Zügel schießen läßt: „Bürger Albert Südekum, Volksvertreter und Ritter hoher Prinzeffinnen, scheint fich auf Grund feir er neuesten Heldentaten bereits als angehender Oberhofmarschall des Zukur ftsstaateS zu fühlen. Auf dem Parteitage geberdete er sich als kun­diger Zeremonienmeister der Parteifitten und deS „guten Tons" und machte eine kleine Anleihe an die boimots von Dresden. Er meckerte etwas über — äh, äh — „psychologisches Rätsel", deren wir — äh, äh — noch mehrere in der Partei haben. Pikant, waS? Fabelhaft latent! Beinahe Serenissimus! Psychologische Rätsel find ja nur in plebejischen Regionen zu finden, wo die Wonne deS Lackstiefels und Kra­wattensports aufhören und man fich nicht immer zu bestreben bemüht, sich von einer Märchenfee erlösen zu laffen, um nachher selbst als moderner Dornröschenprinz politisch zu debütieren .... Es wird Zeit, daß Bürger Südekum General- zarderobier des Zukunststaates wird, sonst gibt hm die Partei noch weitere „psychologische

Rätsel" auf."

):( Snr Polenfrage.

Infolge der Abwanderung der Arbeiter vom Lande in die Städte sind die Landwirte im Osten der Monarchie schon seit langer Zeit auf die Verwendung ausländischer Arbeitskräfte an- gewiesen. Vorwiegend sind es polnische Land­arbeiter aus Rußland und Galizien, welche zur Abstellung deS Arbeitermangels berangezogen werden. Diese Leute dürfen aber nicht während des ganten Jahres in Preußen bleiben, sondern sie müssen ein paar Monate außerhalb der schwarz-weißen Grenzpfähle verbringen, damit einer Polonisterungsgefahr rach Ansicht der Re- aietung vorgebeugt wird. Die Grundbesitzer im Osten, auch solche hakatiflischer Richtung, scheinen aber eine solche Gefahr als nicht vor­liegend zu betrachten, denn bis in die letzten Jahre hinein erging von ihnen der Ruf, es möchten jene Arbeiter dauernd zugelassen bezw. die Landesverweisung auf eine kürzere Frist be- messen werden. In letzterer Beziehung hat die Regierung auch schon Entgegenkommen bewiesen.

Jetzt scheint aber die Regierung anderer Meinung geworden zu fein. Die »Natlb. Korr.' bringt eine Auslassung, aus der man schließen muß, daß die Regierung int Begriffe ist, in dieser Arbeiterfrage einen neuen Kurs einzu- schlagen. Wiederholt hat die genannte Kor­respondenz speziell in der Polenfrage eine enge Fühlung mit Regierung? kreisen verraten, und noch in diesen Tagen konnte sie schon wenige Stunden nach. der Ministerial-Sitzung melden, daß das Ministerium fich mit Maßnahmen be-! schästigt habe, welche der auf Parzellierung der Güter gerichteten Tendenz, die hauptsächlich den Polen zugute kommen, entgegenwirken sollten. Da nun am Donnerstag das Gesamtministerium wieder eine Sitzung abgehalten hat, wird man vielleicht in der Annahme nicht fehl gehen, daß die Auslaffung der .Natlb. Korr.' mit ihr in Zusammenhang siebt.

Die erwähnte Einwanderung polnischer Land­arbeiter aus Rußland und Galizien trägt nach der Anschauung des Versaffers in der,Nat.-Lib. Korresp.' trotz der Ausweisung dieser Leute wäh- rend einiger Monate im Jahre in hohem Grade zur Polonifierung der Ostmarken bei. Inwiefern das der Fall ist, darüber gleitet der Artikel glatt hinweg. Diesem Jahr um Jahr anwachsenden Zustrom müsse endlich energisch Halt geboten werden. „Und hier muß in der ostmärkischen Domänen - Politik der Anfang gemacht werden. Jeder Pächter einer Staatsdomäne ist im Pacht­kontrakt zu verpflichten, auf keinen Fall Reichs­ausländer als Arbeiter zu beschäftigen. In der gleichen Richtung muß die Anfiedelungs - Kom­mission vorgehen, sodaß auf den Ansiedelungs- Gütern fortan die Beschäftigung ausländischer Arbeiter unbedingt verboten wird. Der landwirt-

„Fast nichts, ein noch gar j unbestimmter, unklarer Vorfall. Aber für einen Mann von Nial-SagaS Gepräge hat jedes seine Bedeutung, da muß man alle-, selbst das Geringste überlegen."

„Mein Vater!" sagte daS junge Mädchen mit zitternder, eckiger Stimme.

„Seien Sie stets auf Ihrer Hut, eine Miene, ein unüberlegtes Wort könnte sofort seinen Argwohn erwecken."

Die Unglückliche rang die Hände.

„Ach", rief sie aus, „der Tod würde mir hundert Mtt lieber fein, als dieses Leben. Wen» ich in der Finsternis, die mich umgibt, nur einen Strahl der Hoffnung schimmer» sähe."

„Wer weiß?" flüsterte der alte Tom vertrauens­voll.

Das junge Mädchen sah ihn verwundert an.

„Hast Du vielleicht etwas erfahren?" fragte sie erbleichend.

„Vielleicht."

„Seit kurzem?"

„Sett zwei Tagen."

»Nn < so sprich."

„Leiser, leiser, mein Töchterchen, wie ich schon I ! gesagt habe, ein unvorsichtiger Wort, eine unbedachte > Miene kann alles ins Verderben stürzen; und wir fc* gälten bann vielleicht ein Verbrechen zu beklagen."

„Mein Gott!"

„Sie wissen doch wohl, mit welcher unerbittlichen Energie dieser Man» verfährt, und mtt welcher Be- dachtsamkeit er alle seine Handlungen ausführt. Er W gewollt, daß Sie für be» jungen Offizier tot wären. Nachdem wir hier in Frankreich angekommen •™b, haben Sie, ich weiß nicht aus welchem Beweg- §>wde, für seine Gattin gt tsn müssen ! Ich tonn w Ihnen nicht wiederholen, h'tten Sie sich also, I

** In diesem Jahre ist die sonst Ende Juni erfolflenbe Ernennung einer Anzahl Oberlehrer zu Professoren ausgeb ieben. Hierzu schreiben die ,Berl. N. Nachr.: „Es ist dies unzweifelhaft zu erklären durch die , Ausstellung der neuen Dienstattersl sie nach dem Grundsätze der An- stellunzsfähigkeit, die laut Erlaß des Herrn Kultusministers jetzt für die Ernennung zum Professor maßgebend fein soll. In den Kreisen der Oberlehrer wird es aber lebhaft bedauert, daß auch jetzt noch nichts von der Ernennung verlautet, so daß diese, wie es heißt, in diesem Jahre gänzlich unterbleiben soll, wert roch weitere Neuerungen in Aussicht stehen. Könnten dann nicht, selbst für de» Fall der Richtigkeit dieser Nachricht, diejenigen Oberlehrer ihre Ernennung j.tzt erhalten, welche sie auf Grund fines Erlasses zu erwarten habe»? Es ist mancher unter ihnen, der auf diese Ehrung schon lange hat wartm und sehen müssen, daß im Lebensalter und in der Anstellung! sähigkeit weit jüngere Kollegen seit Jahren schon dazu gelangt sind, weil sie dcs Glück gehabt haben, früher angestellt zu werden. Allerdings handelt es stch in der vor­liegenden Frage nur um eine Aeußerlichkeit. Doch, wie ost von berufener Seite anerkannt worden ist, sind die Oberlehrer, und besonders die an städtischen Anstalten, mit äußeren Ehrungen nur kärglich bedacht. Deshalb wird ihnen kein Billigdenkender den Wunsch verärgern, dir ihnen voo, S atte zugestandene Ehrung auch zu der üblichen Zeit zu erhalten.

§ Zu den Handelsverträge« schreibt der ,Berl. Lok.-Anz/: „Wie bet den auf Erneuerung des Handelsvertrages mit der Schweiz gerichteten Verhandlungen, so haben stch auch bei den Kon­ferenzen mit de» rumänischen Delegierten Schwie­rigkeiten heransgestellt, dir bis jetzt dem Abschluß eines neuen Vertrages im Wege standen. Die m.hrstündige Ur tenebung, welche der Reichs­kanzler Graf Bülow gestern mit dem rumänischen Ministerpräfidente» Sturdza in Hamburg hatte, bflifte sich um die Beseitigung dieser Schwierig- Leien geareht habe», und es wird angenommen, daß durch diese unmittelbare Aussprache die vor­handenen Differenzen im wesentlichen behoben worden find. Hebet die Einzelheiten des neuen Vertrages wird erst in Bukarest weiter ver­handelt werden, wo auch der Abschluß statt­finden wird.

** Zu der von uns rotebergegebenen Meldung, daß die Vereinigten Staaten in Deutsch­land eigene, also amerikanische Answande- rnng-inspektione« einzurichten beabfichtigen, erfährt ein Berliner Blatt, daß von Amerika allerdings ein solches Bestreben hervor getreten ist, daß aber das Deutsche Reich weder feine Zu­stimmung hierzu gegeben hat, noch auch künftig­hin einem solchen Ansinnen zu entsprechen geneigt ist. Voraussichtlich werden dieserhalb in einiger Zeit noch Verhandlungen zwischen den Regie­rungen der b eiben Länder stal tstnden. Das Deutsche Reich vertritt ober schon jetzt den Standpunkt, daß die Errichtung ausländischer Auswanderungs­inspektionen einen Eirrgr ff in die Rechte der Reichsregierung vorstellen würde.

Aber nach seiner Reise von Paris, wo er Albert Biklleneuve wiederum begegnet war, hatte eine gewisse Befürchtung seinen Geist deörückt, er fühlte sich wie zu einem geheimnisvollen und verberbendrohenden Abgrund gezogen. Glücklicher Weis- für ihn sollten die Umstände eine unvorhergesehene Wendung nehmen, und die Gefahren, welche er befürchten konnte, ihren natürlichen Verlauf in der Wirkung finde», welche von den fich vorbereitenden Tatsachen Hervorgerufe» wurden.

Rivers stieg in dem Hotel zur Post au», und seinem entworfenen Plane gemäß hatte er schon gleich an dem ersten Tage eine lange Unterredung mtt dem Wirte, um fich im allgemeinen von dem Lebe» und Treiben der Bewohner Angouleme- und seiner Um­gebung unterrichten zu lassen.

„ES ist mir viel gutes von Ihrer Stabt, die ich so wenig kenne, erzählt worden", fegte Rivert; „ich werbe sie mir gehörig anseh », sowie auch die Um­gegend, aber zuvor möchte ich gern Ausschluß und nähere Einsicht über diejenige» Grundstücke haben, welche jetzt zu verkaufen find "

„O, Sie beabfichtigen, fich hier niederzulaffen?"

„Vielleicht."

„Sind Sie ein Jagdliebhaber?"

„Ein wenig."

„Wir befitzen hier ei» schöne- Jagdgehege."

„Da- hat man mir schon gesagt."

„DaS ist da- des Henn Marquis von Taillade, de» Grafnr von Robam und da- des Herr» Bourfault."

„Bourfault?" unterbrach Rivert ibn hastig.

„Ja, mein Herr, fein Grundstück liegt zwischen Angouleme und Jousac, man sagt, daß sein Gehege reich an Schwarzwild ist."

„Befand er sich nicht auch in demselben Sage», mit welchrm ich angekommen bin?"

„Jawohl!"

„Mit seiner Tochter?"

Ter Wirt blickte Rivert geheimnisvoll an. „Hm,