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tei gar nicht so rosig Die Sozialdemokratie müffe vielmehr alle Kräfte zusammennehmen, um weiteten Verlusten, die seit dem 16. Jini 1903 eingetreten find, vorzubeugen. Sehr oorstchtig hat sich der Parteivorstand über die Handels­verträge ausgedrückt; so lange man nur auf Vermutungen angewiesen sei, kö me eine Agitation gegen die Handelsverträge nicht eir.geleitet wer- ^en. Man sieht, die Sozialdemokratie hat aus der Vergangenheit gelernt. Man scheint sich also fca überlegen, ob man noch einmal sich eine Bla­mage zuziehen will, welche der Welt zeigt, daß das Verhalten der Sozialdemokratie durch ihr Können im Parlament begrenzt ist. Sie wird sich um so mehr überlegen, als ihre Stellung den Handelsverträgen gegenüber noch viel schwächer ist als gegenüber dem Zolltarif.

" Berlin, 20. Sept 1901. Der Kaiser wird während seines Aufenthaltes in Ostpreußen auch kurze Zeit in Königsberg verweilen und dem Grenadier- Regiment König Friedrich Wilhelm I. (2. Ostpreußi­schen) Nr. 3, dessen Chef der Kaiser seit dem 9. Sep­tember 1901 ist, einen Bl fach machen. — Aus Anlaß der Beisetzung des verstorbenen Fürsten Herbert von BiSmarck wird am Mittwoch, den 21. d. MtS., ein Souderzug son Berlin nach FrtedrichSruh abge- laffen werden — Der Kaiserliche Botschafter in Kon­stantinopel, Staatsminister Freiherr Marschall von Bieberstein^ hat einen kurzen Urlaub angetreten. WSHrend seiner Abwesendeit werden die Geschäfte der Kaiserlichen Botschaft von dem Ersten Sekretär, Bot­schaftsrat Freiherr von und zu Bodman geführt. — Der ,Retchsanzeiger' meldet amtlich die Berleihung des Roten Adlerordens dritter Klaffe an den Geh Oberregierungsrat FreuSberg, vortragendem Rat im Kultusministerium; ferner ist dem Bizepräfidenten des ReichSbankdirektonums Dr. Gallerkamp der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prä­dikat „Exzellenz- verliehen worden und der bisherige V-zekonsul Reimeo zum Konsul in Prätoria ernannt worden.

• Der russisch-japanische Krieg.

Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß auf dem Kriegsschauplätze nördlich von Liaujang demnächst neue ernste Kämpfe zu erwarten find. Die Japaner rücken langsam, aber stetig gegen Mukden vor; ihre Vorposten sind schon mehr­fach mit den Russen zusammeIgestoßen. Nach Londoner Privatmeldungen daben d e Japaner am Sonntag einen Angriff der Russen bei Jnmentseschan, nordöstlich von Liaujang zurück­geschlagen; sie brachten den Angreifern schwere Verluste bei. Einem Gerücht zufolge ist General Mischtschenko gefallen. Mischtschenko ist der bekannte Kosakeng-nmal, dem seit Anfang des Krieges, wo er sich mit feinen Reitern r-och in Nordwest kor: a tummelte, immer die ehren­volle Aufgabe wurde, „erfolgreiche Rückzüge" der Raffen zu decken.

Die Kämpfe bei Port Arthur werden mit großer Erbitterung fortgesetzt, ohne indeffen der Wahrscheinlichkeit des Falles der Festung näher zu rücke». Unter bet russischen Besatzung herrscht eine zuversichtliche Stimmung, welche auch be­rechtigt zu sein scheint, weil neuerdings die Russen noch imstande waren, einen Offenfio- vorstsß zu versuchen, der freilich nicht zrm Ziele geführt hat.

Nach Briefen eines rassischen Osfizirrs aus Port Arthur, die in Tschifu eingelaufen sind, sind die Marinegeschütze im Fort Liauteschan durch das fortwährende Schießen abgenutzt; man habe deshalb das Fort unterminiert, um es mit Schießpulver sprengen zu können. Ein Schiff, welches die Blockade brach, überbrachte ein Unterseeboot, das mit Freiwilligen vom Linienschiff „Peresvjet" bemannt wurde. Das Blatt sagt weiter, daß die Rationen in Port Arthur knapp, aber immerhin ausreichend seien.

In merkwürdig bestimmter Form versichert der Petersburger Korrespondent des .Daily Telegraph', daß die Aussichten auf baldigen Frieden günstiger fi-d, als man bisher ge­glaubt hat. Ec gibt folgende Acußerung wieder, die eine hochstehende Persönlichkeit am Freitag morgen zu ihm tat, wobei er hinzufügt, diese Aeußerung würde mit Blitzesschnelle die Runde um die ganze Erde machen, falls er seinen Ge­währsmann nennen dürfte: „Es ist möglich, daß der Krieg schneller endigt, als es die meisten glauben. Vermittelung ist zwar ebenso unmöglich, wie Einmischung. Rußland kann kein Eingreifen dulden, wie es auch be­nannt werde, und ob es vom Freunde oser vom Nachbar komme." Der Krieg soll damit enden, daß Rußland und Japan in beiderseitigem Jn- tereffe ein Schutz- und Trutzbündnis schließen. Natürlich sind das Phantastereien, welche kaum ernst zu nehmen sind und nur ein Kuriosttätsimereffe be nspruchen dürfen.

Weiter liegen heute folgende Einzelmeldungen vor:

W. Petersburg, 20. Sept. 1904. General­adjutant Karopatkin m-tdet an den Kaiser vom 19. September: Am 17. Sept, wurde eine ver­stärkte Erkundung der Stellung des Gegners bei Bianiupusa ausgeführt. Die Stellung erwies sich als stark befestigt und war von einer Abteilung in der Stücke von mindestens einer Brigade In­fanterie mit 12 Geschützen besetz'. Westlich von Bianiupusa stieß eine Kosakenstreifwache auf einen japanischen Transportzag und erbeutete 30 Pferde mit Grpäck. Oestlich von Bianiupusa wurde der Gegner nicht gesehen. Am 18. September rückte der Feind nicht weiter über die von ihm besetzte Linie vor, doch wurde bemerkt, daß in der Umgebung deS Dorfes ^Bianiupusa Ver- Srkungen eintrafen. Ein großer Teil der Streit­

kräfte des Gegners vei Liarjang ist bereits auf das rechte Ufer des Taitsefluffes übergesetzt.

W. Petersburg, 20. September. General Stössel meldet dem Kaiser vom 10. September: Der Feind feuert täglich auf die Forts und die Batterien und die innere Festung, geht jedoch nicht aktiv vor. Die Verwundeten sind genesen und verlangen lebhaft an die Front zurückzu­kehren. Die Stimmung der Truppen ist aus­gezeichnet. Eia Telegramm des Generals Stöffel an den Kaiser vom 16. September meldet: Heute Nacht griffen die Japaner um 3 Uhr früh in Stärke von mindestens einem Bataillon die Wafferleitungsredoute an, die Besatzung schlug den Angriff ab. Die Japaner zogen sich zurück und gingen nach einer halben Stunde, nachdem sie Verstärkung erhalten hatte, wiederum zum An­griff vor. Die Besatzung schlug den Angriff durch Gewehr- und Maschinengewehrfeuer mit Unterstützung der Artillerie zurück. Die Japaner erlitten große Verluste und machten keinen weiteren Versuch zum Angriff überzugehen.

W. Tokio, 20. Sept. 1904, Aus dem Hauptquartier her mandschurischen Armee wurde heute telegraphiert, daß das Ergebnis der seit dem letzten Berichte in der Nähe der Station Liaujang gemachten Beute folgendes ist: Be­setzt wurden von den Japanern 353 Häuser und 214 Magazine, die zusammen einen Flächenraum von 58,000 Quadratyards einn hmen. Erbeutet wurden 16 000 Koku Gerste, Reis, Weizen und Hirse, 1300 Fässer Petroleum, 1800 Fässer Zucker und 166 Tonnen Kohle, sowie viel Brennholz.

W. Tschifu, 20. Sept. 1904. (Reuter.) Nach^ zuverlässigen Meldungen begann gestern bei Tagesanbruch ein allgemeiner Angriff der Japaner auf Port Arthur, der bis zum Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt wurde. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die Japaner verschiedene Hauptforts im Nord osten von Port Arthur zu nehmen versuchten.

* Die holländischen Generalstaate« Volksvertretung) wurden gestern (Dienstag) von )er Königin mit einer Thronrede eröffnet, in welcher es heißt: „Unsere Beziehungen zu den auswärtigen Mächten sind die freundschaftlichsten. Wegen des Krieges im äußersten Osten haben die Niederlande eine Neutralitäts-Erklärung erlassen müssen. Die Ergebmffe des Handels und der Schiffahrt laffen zu wünschen übrig, auch die Ergebnisse der Industrie entsprechen wegen der Konkurrenz des Auslandes nicht dm gehegten Er­wartungen. Die kriegerischen Operationen in den Gegenden von Gajoe uns Allas auf Sumatra waren unumgänglich notwendig, daß unvermeid- icherweise dabei auch Nichtkombattanten ums Leben gekommen sind, ist bedauerlich. Die Finanzen von Niederländisch-Indien bedürfen einer Kräf­tigung.

* Z« de« serbische« Kröuuugsfeier- ichkeite« hat außer dem Schwiegervater des : königs, Fürsten Nikolaus von Montenegro, kein Herrscher eine Sondergesandtschaft abgeordnet. Sogar der Zar beschränkt sich darauf, sich bei der Krönung durch seinen Belgrader Gesandten vertreten zu laffen. England, Spanien, Portugal, Holland, Schweden, Norwegen, Dänemark und sie Schweiz werden überhaupt nicht vertreten ein.

* In Mazedonier» nimmt nach einer Athener Meldung der ,Politischen Korrespondenz' die Bildung griechischer Gegenbanden zur Bekämpfung der bulgarischen Freischaren einen größeren Umfang an. Die Bande des Stergios PlatyS tötet; vier Komitadschis, die das Kloster Panagia in Brand stecken wollten. Am Fuße des PeristeriegebirgeS wurde eine Komitodschibande von Griechen aufgerieben.

* Von der türkisch-montenegrinische« Grenze. Um zu verhindern, daß infolge der üngsten Vorfälle bei dem Fluß Zeta sich Fälle von Blutrache ereignen, haben die Regierungen Montenegros und der Türkei sich enlschloffm, )-i sie sich über die zu gewährende Genugtuung >-zw. Bestrafung der Schuldigen nicht einigen tonnten, eine gemischte Kommission zu entsenden mit der Aufgabe, dir Angelegenheit ohne Verzug zu imbrfu-ten.

* In Tibet haben die Engländer, wie eine Proklsmotlon des chinesischen Bevollmächtigten, des „Amban", besagt, den Dalai-Lama ab- etzen und durch seinen Gegner, den Taschi- Jutna .-en Tschigatse, ersetzen laffen. Nach eines Meld-.ng des «Daily Telegraph' aus Lhaffa ist die Absetzung des Dalai-Lama formell eine zeit- wer-ge Maßregel. Sollte er dauernd Lhaffa er Meiden, so würde er endgiltia abgesetzt w eben. Der Regent und der Hohe Rat. führen mittlerwnle die Staatsgeschäfte fort, während der Taschi'Lama von Tschigatse als kirchliches Oberhaupt Tibets gilt, bis der neue Dalai Lama offenbart wird, was indeffen zu Lebzeiten des alten als unwahrscheinlich gilt. — In einer Rede, die der GtaatSsekreiär für Indien

Brodrick in Bradley hielt, führte er aus, daß das Vorgehen Englands in Tibet, das durch das Verhalten der Tibetaner durchaus gerechtfertigt sei, unter völliger Anerkennung der chinesischen Suzeränität bezweckte, dem englischen Handel Achtung zu verschaffen, die Zahlung einer Ent- schädigung durchzusetzen und einen Teil des Tschumbi-Tales vorübergehend zu besetzen. Eng­land habe sorgfältig die Verpflichtung beobachtet, kein tibetanisches Gebiet dauernd zu besetzen, und werde sich von einer dauernden Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes fern­halten. Weiterhin sagte Brodrick, daß General Kitchener als Oberkommandierender in Indien bereits Außerordentliches geleistet habe durch Ausarbeitung eines Planes für die Reorgani­sation der indischen Armee. Es seien Vorbe­reitungen getroffen worden, daß die indische Armee in bedeutend kürzerer Zeit mobilisiert werden könne, als es bisher der Fall gewesen, und daß ste in den Stand gesetzt werde, nötigenfalls viele Monate hindurch daS Feld zu behaupten, ohne weiterer Unterstützung von außerhalb zu bedürfen. Die beste Gewährleistung des Friedens an der Grenze sei, daß diejenigen, die Englands Feinde werden können, erkennen, daß England gerüstet ist, — In Rußland wird man nun wohl wissen, woran man ist. Deutlicher konnte Brodrick wohl kaum werden.

Fulda, den 21. September 19->4.

ö Stadtverordnete« Ersatzwahl. Die Ersatzwahl der dritten Wählerabteilung für den früheren Stadtverordneten Herrn Ferdinand Schneider, der bekanntlich sein Mandat nieder- gelegt hat, findet morgen von vormittags 9—1 Uhr und nachmittags von 4—7 Uhr statt. Am Freitag wählt die 1. Abteilung einen Ersatzmann für Herrn Franz Sauer.

* Winterfahrplau der Rhöubahue«. Wie unfein Lesern bekannt ist, fahren künftig auch im Winier täglich vier Züge auf un­seren Rhönbabnen. Die Fahrz iten sind folgende: Gersfeld ab: &50, 9,35 1,04, 5,22. Fulda an: 7,25, 11,12, 2,04, 0,38. Fulda ab: 7,56, 11,54, 3,52, 7,30. Gersfeld an: 9,20, 12,54, 5,12, 9,00. — Ta»n ab: 5,25, 9,45, 1.38, 4,52, Fulda an: 7.40 11.17, 3,06, 6,36 Fulda ab: 7,35, 11.59, 2 56, 7,25. Tann an: 9,30, 1,28, 4,40, 9,29. Da die Fahrzntea etwas rasch auf­einanderfolgen und dadurch auf der längeren Tanner Strecke der Fahrplan nicht gut emge- halren werden könnte, fährt der Frühzug direkt von Gersfeld nach Tann und der Tanner Zug nach Gersfeld und wieder zurück.

[) Auszeichnung. Herr Kunst- und Han­delsgärtner H. Breitenborn ist auf der internationalen Gartenbau-Ausstellung in Düffel­dorf für die von ihm dort ausgestellten Binde­reien mit der großen silbernen Medaille prämiiert worden. Diese Auszeichnung ist um so höher anzuschlagen, als aus der Düsseldorfer Ausstellung nicht nur die hervorragendsten Fach­leute der deutschen Großstädte (Berlin, Köln, Frankfurt ec ), sondern auch die ausläudtschen Firmen, besonders die Belgier und Franzosen, ihre Erzeugnisse ausgestellt hatten.

* Für die Ablegung der Geselleuprü- sttugen ist von der Handwerkskammer zu Kassel der Monat Oktober bestimmt worden. Es wird deshalb darauf hingewiesen, daß diejenigen Lehrlinge, welche ihre Lehrzeit jetzt beenden ober bereits beendet, aber die Prüfung noch nicht ab­gelegt haben, sich bei dem Vorsitzenden des be­treffenden PrüfungSausschuffes alsbald melden müssen, damit der Tag für die Prüfung dann näher bestimmt werden tarnt. Bei der Meldung ist 1. der Lehrvertrag resp. ein Schreiben der Innung oder der Handwerkskammer, woraus die Nummer der Lehrlingsrolle zu ersehen ist, 2. ein selbstgeschriebener Lebenslauf, 3. das Lehr­zeugnis und 4., wenn eine Fortbildungsschule be­sucht wurde, auch ein Zeugnis von dieser eir.zu­reichen. Auch wird bemerkt, daß derjenige Lebr- ling, welchem nur noch vier Wochen an der Be­endigung der Lehrzeit fehlen, doch schon zur Prü­fung zugelassen werden darf ohne Genehmigung der Kammer, der Lehrbrief wird diesem ober erst nach Ablauf der Lehrzeit aus gehändigt.

*— Fortbildungsschuluuterricht nicht «ach abends 8 Uhr. Die ,Berl. Polit. Nachr/ melden: Der Handelsminister Möller er­klärt in eie er Verfäoung an die Regiernngs- Präsidenten, welche die Gründe für feine Forderung darlrgt, nach welcher Unterricht in den obliga­torischen Fortbildungsschulen während der Tages­stunden der Werktage stakifinden soll und nicht nach 8 Uhr abends. Neuen Schulen solle nur dann ein Staat;zuschuß gewährt rotrben, wenn die Forderung des Ministers bewilligt werde.

* Die nächste Vollversammlung der Handwerkskammer findet am 10. Oktober iy Kassel im kleinen Saale des Restaurants „Stadt Stockholm" statt. Die vorläufige Tages­ordnung umfaßt folgende Punkte: 1. Geschäfts­bericht. 2. Neuwahl des Vorsitzenden der Hand­werkskammer. da Schlosserobermeister Römer krankheitshalber sein Amt aus Gesundheits­rücksichten nieberaelegt hat. Ferner Neuwahl der Ausschüsse nach § 30 des Statuts a) des Ausschusses für das Lehrlings wesens, b) des Be russausschusses, e) des Rechnungsausschusses. 3. Abnahme der Jahrekrechnung für das Rech- NU igsjahr 1904. 4. Regelung Der Ruhegehalts»

Verhältnisse des Syndikus. 5. Bewilligung Mittel für einen zweiten Bureaugehilfen. 6 z? trag des Gewerbevereins in'Marburg bett di staatliche Alters- und Invalidenversicherung b$ selbständigen Handwerker. 7. Antrag be§feib2 Vereins, beim Herrn Minister für Handel Gewerbe dahin vorstellig zu weiden, daß u gemischten Innungen und den Gewerbevereine« wie den anderen Innungen für die Handwerks welche so zahlreich vertreten sind, daß sie selbst, ständige Prüfungsausschüsse bilden können, daz Gesellenprüfungsrecht verliehen werde. 8. A«tta, des Handwerker- und Gewerbwereins in Hang/ beim Herrn Minister für Handel und Gewerb, dahin vorstellig zu werden, daß in Zukunft den gewerblichen Fortbildungsschulen mehr selbst, ständige Handwerksmeister als Fachlehrer an^, stellt werden und nicht wie seither fast ausschl^, lich Volksschullehrer. 9. Antrag des Verbands der Lehrer der gewerblichen Fortbildungsschule im Regierungsbezirk Kassel, daß solche Schüler, welche drei Jahre eine gewerbliche FortbUdm,^ schule mit Erfolg besucht haben, auf Grund ihaz Schulzeugnisses von der theoretischen Geselle». Prüfung zu befreien find. 10. Verschiedener, Hier bei diesem Punkt der Tagesordnung foö die Verlegung des GeschäDlokalS der Hand- werkskammer erörtert worden.

* Witwe«- w«d Wsisengelber. Nach einem Beschlüsse des SiaatSmwiftenumS jst kürftig der Berechnung der Wstwrn- und Waise«, gelber für die Hinterbliebenen eines durch eine« Unfall im Dienste getöteten Beamten a s. u>, sowie für dir Hinterbliebenen einesLnfallpevfionärs, gleichviel, ob dessen Tod mit dem Unfälle int Zusammenhänge steht ober nicht, allgemein die Unfallpension zu Grunde zu legen

* Beförderung vo» Güter« auf der Mseabahu. Die Königl. Eisenbahn - Verwal­tung schreibt uns: „Die Ursache der Verschlep­pung von Eisenbahn - Stückgütern liegt vielfach darin, daß die Versender die ihnen nach § 58 der Eisenbahn - Verkehrsordnung obliegende Be­zeichnung des Gutes unterlassen ober nicht ge­nügend ausführen. Oft ist die Bezeichnung s, allgemein gehalten, daß sie kein genügendes Un­terscheidungs-Merkmal bietet und Verwechselun­gen begünstigt, ober aber sie stimmt mit den An­gaben im Frachtbriefe nicht genau überein. Wich­tig ist, daß das Frachtstück außer mit Zeichen und 9lummern «c. auch mit dem Namen der Be­stimmungs-Station versehen wird, damit es im Falle einer Trennung des Gutes von den Be­gleit-Papieren unter Umgehung besonderer zeit­raubenden Nachforschungen sofort feinem Bestim­mungsorte zugesührt werden kann. Die Bezeich­nungen werden am zweckmäßigsten auf dem Fracht­stücke selbst deutlich und dauerhaft angebracht. Läßt die Beschaffenheit des Gutes dies nicht zu, so müssen Täfelchen aus Holz, Pappe, Schirting rc. angebracht werden. Signierfahnen aus Schirting mit entsprechendem Vordruck werden zur käufliche« Abgabe an die Versender bei den Eisenbahn- Güterabferttgungsstellen vorrätig gehalten."

X Neuhof, 20. Sept. 1904. Sicheren Vei mehmen nach ist der bei dem Bäckermeiste Karl Rothschild gestohlene Kassenschran im sogenannten Weiher erbrochen aufgefunbei worben.

cf Mackenzell, 20. Sept. 1904. Zu de» von uns bereits gestern gemeldeten Brande er« fahren wir noch, daß das Feuer durch Kin­der verursacht worden ist, die in einem Holz- schuppen mit Streichhölzern gespielt haben.

* Hersfeld, 20. Sept. 1904. Scharlach und Diphtheritis herrschen gegenwärtig sehr stark unter den hiesigen Kindern, von dcM einige den Krankheiten bereits zum Opfer ge­fallen sind. In der Stadtschule loßen nach der ,Hersf. Zrg.' allein etwa 40 Kinder fehlen.

* Bebra, 20. Sept. 1901. Das Prov i and amt ist hier in Tätigkeit getreten, lieber 106 Wagen aas den benachbarten Orten schaffe« Heu, Stroh und berat zu den Truppen, bie in!' besondere in der Räbe von Gerstungen ihre Quartiere bezogen haben.

* Hanau, 20. Sept. 1904. Den Bemühun­gen des Oberbürgermeisters Dr. Geb eschus uns des HandelSkammervorfitzmben Kommerziell' rat Canthal ist es zu danken, daß die Stadl demnächst in den Besitz eines Reichs baukge' bäudes gelangt. Die Reichsbank bat einen Ten des Lamy'schen Grundstückes an der Rußa^ in Grö e vo r 1500 Quadratmetern erworben- Der Entwurf zu dem freistehenden Gebäude rührt von dem aus Hanau gebürtigen Archit-kten OtW Deines in Karlsruhe ver. Voraussichtlich ®‘tD

bie Eröffnung am 1. April 1906 erfolgen. 1 * Hanau 20. Sept. 1904. Auch in dr"

Wälbern des Kreises Hanau tritt die AfterraE der Kiefernblattwespe (Lophyrus pim) J” großer Menge auf. In fast allen Kiefern^ ständen entfaltet der gefährliche Schädling flt verheerendes Treiben. Auf langen Strecken f”rj die Kiefern ihren Nadeln beraubt, sodaß unM; lige Bäume eingehen werden, ja an vielen der Fortbestand des Kiefernwaldes gänzlich ' Frage gestellt erscheint. Die Massenvermehrn b dieser Blattwespe ist durch dm abnorm und trockenen Sommer veranlaßt worden. J Forstverwaltung ist dadurch eine große erwachsen. Machtlos muß sie zuseden, rot - Feind der Kiefer sein Zerstörungsiverk voll 9 ..