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(Nachdruck verboten.)

Gefängnisstrafe wegen Majefiätsbcleidiguna. Für Smger ist der Stuttgarter Verlagsbuchhändler Dietz zum Präsidenten gewählt worden. Am Sämling ging dem Parteitag eine Konferenz der l.,._ sozialdemokratischen Frauen voraus. Die Wunsch durchdrungen, den Feind zu besiegen und Vorsitzende Frau Klara Zetkin verzeichnete mit das Vertrauen, das unser oberster Kriegsherr besonderer Genugtuung, daß zum erstenmale der'' - - • ■ . . .. - - • --

Parteioorstand den Reichstagsabg. Pfannkuch ent­sandt habe. Dieser sowohl wie der österreichische Delegierte Popp aus Wien hielten Begrüßungs­reden. In stundenlangen Reden verbreiteten die

* Sozialdemokratischer Parteitag. Die rote Woche hat gestern in Bremen begonnen. Wenn es bei dem bleibt, was man bisher hörte, dann wird man bei diesem Parteitag nicht bloß den erkrankten Vorsitzenden Singer, sondern noch mehrere der ersten Führer vermiffen. Auer, v. Vollmar und Dr. David sind danach nicht zu erwarten. Auer ist nach wie vor leidend, v. Voll-

rm ganzen 23 Schulen mit etwa 21,000 Schü­lern (davon 17,000 Schüler in der Rheinpro­vinz rekonsesstonalifiert. Unter dem Minister o. Grßser war in der Simultanschulfraae nur dec Schutz der Minerilät das leitende Motiv.

* Zur Statistik der Simultauschuleu. Als Falk 1872 Untenichtsminister wurde, gab es in ganz Preußen, wie die «Freis. Ztg.' be­merkt, nur noch 60 Simultanschulen. Als 1879 Falk gestürzt wurde, war die Zahl der Simul- tanschuken 443. Auf Falk folgte v. tuti tarnet als UnrerrichtkMinister. Neue Simrltanschulen wurden unter von Putlkamer nicht mehr be­gründet. Andererseits sind von 1879 bis 1888

Herz und Nieren gründlicher zu prüfen in der Lage gewesen sind", den gewünschten Gebrauch zu machen."

| Mukden, daß die Japaner auf beiden Flanken von Osten, Südosten und Südwesten vorrücken. Die russischen Vorposten haben enge Fühlung mit den Japanern, die 20 Meilen südwestlich von Mukden stehen, und es finden fast be­ständig Scharmützel statt. Die russischen Truppen halten alle um Mukden liegenden Döifer besetzt. Tausende von Flüchtlingen strömen in die Stadt hinein. Nach einem Bericht des Marschalls Oyama nehmen die Ruffen eine 12 Meilen lange Front in der Richtung nach Jentat ein. Jntereffant an dem Bericht ist die Talsache, daß die russische Kavallerie jetzt andere Uniformen von schwarzgrouer Farbe träot.

In den russischen Reihen herrscht wieder eire zuversichtliche Stimmuna. General­adjutant Kuropatkin meldet dem Kaiser unter dem 16. d. M.: Die ganze mandschurische Armee ist durch die huldreiche Beurteilung ihrer Mühen und Kämpfe durch Eure Majestät überaus er­freut worden. Mr alle sind allein rott dem

* Die Herero sind, wie der später gefallen^ Oberleutnant Leckow und Leutnant o. Mryen, nach der »Deutsch-Südwestafr. Zig', bei Er- kundungin Anfang August in der Waterberger Gegend feststellten, gut gekleidet und bewaffnet und verfügten auch noch über zahlreiche Pferde. Der Zustand der Pferde bei den deutschen Truppen ließ dagegen, wie das,Swakopmunder Blatt' berichtet, viel zu wünschen übrig. Die Weide war stellenweise sehr knapp, was bei ihrer starken Ausnutzung erklärlich ist; der Hafer­fütterung setzre die Schwierigkeit des Heran­schaffens des Futters Gienzen. Was die An- paffung der verschiedenen Pferdegaltungen an die Verhältniffe anlanat, so hört man, daß eS bei den afrikanischen Pferden damit am besten steht; dann folgen die Argentinier; am meisten sollen unter den gänzlich veränderten Lebensbedingungen die ostpreußischen Pferde leiden.

in uns setzt, zu rechtfertigen. Ich bin überzeugt, daß die Truppen auch fernerhin mit Selbstver­leugnung ihre Pflicht erfüllen werden. Der Rückzug aus Liaujang war unter den Um­ständen, unter denen er vollzogen wurde, in der Tat notwendig und eine bei ihrer Schwierigkeit hervorragende Tat. Sogar unsere Gegner sind diesmal äußerst bescheiden. In ihren Berichten werden weder die Gefangennahme von Mann-

pold, Kommandant des großen Kreuzeis „Prinz Heinrich", die Korvetten - Kapitäne Bosfart, Kommandant des Küsten-Panzerschiffes „Fritjof", und Behm, Kommandant des Schulschiffes „Olga", Kapitän-Leutnant Brünninghaus, Kommandant des Spezialschiffes „Loreley", und Oberleutnannt zur See Schultz bei der ersten Torpedo-Abteilung. Außerdem nahmen an dem Effen noch teil Vize-Admiral Diederichsen, die Kontre - Admiräle v. Eickstedt und Bül­lers, sowie zahlreiche andere Osfiziere des Reichs- Marineamtes.

* Der ruffisch-japanische Krieg.

Voraussichtlich wird es in den nächsten Tagen zu einer neuen großen Schlacht bei Mukden kommen. RmterS Bureau meldet nämlich auS

—* Dem verstorbenen Fürsten Herbert Bismarck widmen sowohl der.Reichranzeiger' wie auch die «Nordd. Allg. Ztg.' warm gehaltene Nachrufe. Dm ch die Besprechungen der übrigen Preffe zieht sich wie ein roter Faden der Ge­danke, daß die Politik des Fürsten Herbert Bis­marck durch diejenige feines Vaters, die er als ein politisches Vermächtnis betrachtet habe, be­stimmt gewesen sei. Einen peinlichen Vorgang aus dem Leben des Hingeschiedenen bringt die .Germania' in Erinnerung. Als Kaiser Wil­helm II. seinen ersten Besuch bei Papst Leo XIII. im Vatikan machte, veranlaßte Fürst Herbert Bismarck, der als Staatssekretär den Kaiser be­gleitete, den Prinzen Heinrich, in das Gemach des hl. Vaters einzutreten, in welchem dieser mit dem Kaiser die erste Unterredung pflog, ehe die Besprechung mit dem Kaiser zu Ende war.

* In der Jesuiteufrage halte neulich die .Kreuzztg.' der Forderung des Zentrums auf j Beseitigung des § 1 des Jesuitengesctzes wider­sprochen. Die ,Münchener ALg. Ztg.' schrieb darauf zu der Auslaffung der .Kreuzztg.' „Sicher- j lich sehr wenige unter den Freunden dieses Blattes sind für die Aufhebung des § 2 gewesen, weil ihnen, um in der klerikal-sozialdemokrati­schen Praseologie zu reden, die Schamröte auf ... 7

den Wangen gebrannt hätte; sondern sie haben mar will offenbar nicht, und Dr. David scheint gemeint, mit diesem Opfer den Frieden in der sich heuer nichts draus zu machen. Frau Dr. Jesuitenfrage und eine solide BundeSgenoffen- Rosa-Luxemburg endlich verbüßt zurzeit eine schoft des Zentrums für die konservative Politik "" "" -- - ™ ------

erkaufen zu können; Leute, die dem Zentrum Herz und Nieren gründlicher zu prüfen in der Lage gewesen sind, haben ihnen ihren schweren Irrtum vorhergesagt. Damals freilich waren sie wenig geneigt, diesen Mahnern und Warnern Gehör zu schenken." Darauf antwortet ihrer­seits die »Kreuzztg.': „So oft diese Auffaffung unserer Stellung zum § 2 des Jesuitengesetzes auch in der Preffe verbreitet wiro, zutreffender wird sie durch ihre Hartnäckigkeit nicht. Wir haben zu dem § 2 des Jesuitengesetzes keine andere Stellung eingenommen, als die national­liberalen und freisinnigen Abgeordneten, die dem Antrag Rickert auf seine Aufhebung zugestimmt haben. Für diese Aufhebung haben wir zwar keinerlei Aktivität entfaltet, aber wir haben sie auch nicht als „Opfer" aufgefaßt, du rach Be­seitigung aller Ausnahmegesetze gegen die sozia­listischen Staatsfeinde die Stellung der Jesuiten unter eine Art von Polizeiaufsicht gleich den Verbrechern und Dirnen unserer Ansicht nach nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte. So | waren wir gar nicht in der Lage, von der höheren Weisheit der „Leute, die dem Zentrum

Nach dem statistischen Jahrbuch für den preußischen Staat waren 1901 unter 36,756 öffentlichen Volksschulen nur 803 paritätische, d. h. Schulen, deren Lehrpersonal, abgesehen vom Re­ligionsunterricht, verschiedenen Konfessionen an» gehörte Das sind also etwa drei Prozent der Schulen und 5 P:ozent der Schüler (284,575 von 5,670.870). Wenn es nach den liberalen Pädagogen ginge, müßte das Verhältnis etwa umgekehrt sein, d. h. die konfessionelle Schule soll als Regel verschwinden! Gott sei Dank ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

„Boursault!" rief der Rickter mit inniger Freude. „Du in Paris, und seit wann?"

„Erst seit einigen Tagen."

„Weißt Du, daß ich seit zwanzig Jahren Dich nicht gesehen habe?"

„Wahrhaftig."

m.V'ü”9 'st £$ Tw seit dieser Zeit ergangen? Bist Du immer noch der leidenschaftliche Jäger?"

Boursault lächelte.

„Du weißt ja", sagte er lebhaft, „daß die Jagd unser schönster Zeitvertreib war; ich besitze noch alle Schwächen meiner Jugend, aber war ich mir beson­ders bewahrt habe, ist die treue Anhänglichk.'it an meine Freunde; als ich kaum in Paris angekommen war, ist es mein erster Bedanke gewesen, Dich auizusuche».

Herr von Billeneuoe vermochte die Augen nicht von seinem Freunde abzuwenden.

„Du hast Dich gar nicht verändert", rief er zuletzt auS; zwanzig Jahre konnten vergehen, ohne auf Deiner Stirn die geringste Spur zu hinterlasien. Danach zu urteilen, mußt du ein glücklicher Leben geführt haben. Leiden und Sorgen scheinen dein Herz nicht mit Bitter­keit erfüllt zu haben."

Boursault wollte antworten, allein in diesem Augen­blick fiel sein Blick auf ein- der Bilder, welche die I Wände der Bureaus schmückte»; ein nervöses Zucken spielte am seine Lippe».

„Was ist das?" rief er hastig, indem er sich dem Bild näherte.

Villeneuve folgte dem Blicke seines Freundes; sein Auge strahlte voll väterlichen Stolzes.

„Dieses", antwortete er lächelnd, „ist, wie Du siehst, eine irländische Landschaft."

„Kennst Du dieser Land?"

„Ich nicht, aber mein Sobn war da."

Boursault wandte sich rasch ab.

„Wahrhaftig, ich vergaß, daß Du einen Sohn hast, der Leemann ist. Ist er lchon lange her, daß er die Reise nach Irland machte?" >

Berlin, den 19. September 1904.

** In der „Welfevfrage" find aus An­laß der Verlobung des Kionpiinzen allerhand Gerüchte über eine Annäherung zwischen Berlin und Gmunden in Umlauf gesetzt worden. Den­selben macht jetzt die »Nordd. Allg. Ztg.' ein Ende, indem ste an hervorragender Stelle in Sperrdruck schreibt: „Unter den mancherlei Aus- streuunaen, die neuerdings in der sogenannten Welfenfrage durch die Blätter gegangen find, hat die Behauptung, es seien zwischen Berlin und Gmunden Verhandlungen auf der Grund­lage einer Abtretung hannoverischer Lundesleile an das welfische Haus im Gange, eine unver­diente Beachtung gefunden. Wir weisen deshalb diese Behauptung als völlig unbegründet zurück und fügen noch hinzu, daß in der sogenannten Welfenfrage überhaupt keine Verhandlungen ge­führt worden sind oder geführt werden, weder mit noch geschweige ohne Kenntnis amtlicher Stellen."

** fFrhr. v. Mirbach. Dcr Oberhof- meister der Kaiserin hat sich jetzt entschloffen, auf die vielfachen gegen ihn gerichteten Angriffe in der Preffe, welche bisweilen den Verdacht einer förmlichen Hetze aufkommen ließen, eine Recht- fertigungsschnft erscheinen zu laffen. Dieselbe ist vorerst, wie in der Preffe verlautet, nur den - jenigen zugänglich gemacht worden, mit welchen er während seiner Wirksamkeit im Dienste der Kirche gewiffe vertrauliche Beziehungen unter- halten hat. Ob die Schrift auch über die 325,000 Mk. etwas aufklären wird?

** Wie ein .Berliner Blatt' meldet, gelten die in Wien statifindenden Konferenzen des ru­mänischen Ministerpräsidenten Sturdza, dessen Aufenthalt in Wien verlängert wurde. Der Feststellung eines besorr-ereu Uebereiu kommens zwischen Oesterreich-Ungarn, Deutschland «ud Rnmänieu in Angelegen­heit des gegenseitigen Veterinärverkehrs mit Rücksicht auf die zwischen den genannten Staaten abzuschließenden Handelsverträge. Es ist alle Aussicht vorhanden, daß die Bemühungen zu einem befriedigenden Ergebntffe führen werden. Man glaubt nun an unterrichteter Stelle, daß fodann der Abschluß des deutsch-rumänischen Ver­trages bald möglich wird. Hoffentlich!

** Abschieds - Essen. Unter dem Vorsitze des Staatssekretärs des Reichs - Marineamtes, Admiral v. Tirpitz, fand am Samstag abend! im Hotel Kaiserhof ein größeres Abschieds-Effen für eine Anzahl aus dem Reichs-Marineamte ab­kommandierten Offiziere statt, welche zu Schiffs- Kommandanten ernannt find. Es sind dies die Kapitäne zur See Rollmann, Kommandant des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm der Große', Schack, Kommandant des Linienschiffes „Weißen­burg", Scheibel, Kommandant des Linien­schiffes „Wettin", der bereits zur Uebernahme seines neuen Kommandos abgereist ist. Ram-

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wunderbare Fügungen.

«ne Erzählung, übersetzt aus dem Italienischen von .

L. Beinhorn.

„Jo, mein liebes Kind", antwortete der Vater.

„Ach, Karl wird erfreut sein."

„Und Du?

„Ich teurer Vater, ich hab- diese» freudigen Augen­blick fehnlichst erwartet, um Dir innig zu danken."

Herr Villeneuve war sichtlich sehr bewegt, innig umarmte er nochmals seine Tochter, welche ihn darauf v rließ. Schnell zog er seine verschiedenen Papiere a, z seinem Portefeuille und begann seine Tagesarbeit. Ja dieser Weise verst ich eine Stunde, und schon harte er den größten Teil der Alten durchblättert, als der Portter hereintrat.

„War wünschen Sie?" fragte Herr Villeneuve, den Blick auf ihn richtend.

„Es hat sich ein Herr gemeldet, der mit Ihnen zu sprechen wünscht."

„Wer ist es?"

„Hier ist seine Visitenkarte."

Herr Villeneuve las die ihm dargebotene Karte.

„Boursault", sagte er mit unfich-rem Tone, al« wenn er versuchte, den Name» in seinem Gedächtnisse wachzurufen ... „ich kenne niemand dieses Namens wenn nicht — doch es ist unmöglich !" . . unwahr­scheinlich — ah, ich will ihn sehe», Dominik führ ihn rasch Ijeteb."

Während der Diener hinauSging, war Herr Bille» »enve von einer inneren Bewegung ergriffen, welche nicht erlaubte, an seiner Stelle zu bleiben. In otesem Augenblicke öffnete sich wieder die Tür und

Fremde eilte aus ihn zu, um ihn herz'ich z» um» urruea. I

schäften noch die Wegnahme von Geschützen und anderen Trophäen erwähnt. Der amtliche Bericht Kurokis bestä igt, doß am morgen des 4. Sept, die ganze Armee Kurokis, die zahlreichste von allen drei feindlichen Armeen, sich bereits auf dem rechten Ufer des Taitsiflassks befand und unter für ste günstigen Bedingungen die Truppen, welche Liaujang verteidigten, von den Truppe», die auf dem rechten Ufer des Taitsefluffes | standen, hätte abschneiden können.

daß Sie sehr beschäftigt seien, bestand er darauf, an­gemeldet zu werden.

„Nun, dann laß ihn hereiakommen", befahl.Bille- neuve, und sich an seinen Fteund wendend, fügte er in vorwurfsvollem Tone hinzu: „Du willst mich also wirklich schon bald wieder ve lassen?"

„Ich muß", antwortete Boursault; ich habe noch einige Einkäufe zu macen und einige Briefe zu be­antworten, und würde ich Dich ja jetzt nur stören. Du wirst Herrn Rennewlle empfangen; ist derselbe nicht Sekretär der Generalbank?"

„DaS ist fein Sohn."

„Dann wird es wahrscheinlich sich sm eine wich­tige Mitteilung handeln."

„Ich glaube eS nicht; di-ftrhalb brauchst Du nicht fortzugehen, bleib nur noch einige Minuten. Deine Korreipondenz kannst Tu auch hier besorgen, Du brauchst Dich nur hier an den Tisch meiner SchreiberS zu setze», wo Du das nötigste finde» wirst.

„Nun, wenn Du mir dieses gestattest, so bleibe ich noch, indrffen ist eS D-ine Schuld, wenn ich so­mit Staatsgeheimnisse erfahre.

So sprechend setzte sich Bomsault auf den ihm angewiesenen Platz, als Karl de Renneville in dar Bureau trat.

„Du solltest mir ja Furcht einjagen", sagte Herr Villeneuve nach der ersten Begrüßung, indem er seinem zukünftigen Schwiegersöhne freundlich die Hand reichte, „wenn Du zu einer so ungewöhnlichen Stunde kommst. Hat sich in Eurem Geschäfte etwa- Besondere- ereignet?"

Karl drückte innig die ihm borgt 6otene Hand, aber bevor er antwortete, richtete sich sein Äuge ängstlich nach dem Schreibtische, vor welchem Boursault saß. Villeneuve bemerkte dies und lächelte.

„O, Du kannst dreist in Gegenwart diese- Herr» sprechen," fügte et in bestimmtem Tone hinzu. „Herr Bomsault ist mein alter Freund, ich habe ihn ge­beten, hier zu bleibe», er kann alles höre», waS Du mir mitzutellen hast." (F. f.j

Berichterstatter Bader und Greifenberg sich über die allgemeine Agitation, wiederholt unter maß­losen Angriffen, auch Schimpfereien und Hetzereien gegen die Regierung und die sozialpolitische Ge­setzgebung und gegen den Kapitalismus. Von mehreren Rednerinnen wurde bezeichnenderweise das Verhalten der meisten Genoffen und sogar vieler Führer gebrandmarkt, die ihre eigenen Frauen und Töchter von der Agitation fern- hielten. Unterbrochen wurde die allgemeine Er­örterung über die Agitation durch eine lebhafte Zwischenfprcrche über die Nichtbeteiligung der sozialdemokratischen Frauen an dem bürgerlichen Frauenkong reß.

„Seit einigen Jahr«,."

„Auf welchrm Schiffe befand er sich?" „An Bord der Artemisia."

Bomsault richtete sich empo«-, gleichsam als wolle er gegen die innere Bewegung kämpfen, welche sich seiner bemächtigte.

Villeneuve halte keine Ahnung von dem, was im Innern seines Freundes vorging.

„Wohlan", fuhr er in feiner freudigen Erregung fort, „wie freue ich mich. Dich wieder zu sehen. Du I mußt hier bleiben und mit uns frühstücke», aber zu­vor, laß mich Dich meinem Sohne und meiner Tochter verstellen.

„Du bist wirklich sehr liebenswürdig", antwortete Boursault dto A verlegen, „mit dem größten Ver­gnügen würde ich Deine Einiaduntz annehmen, aber zu meinem Bedauern muß ich sogleich wied-r fort. Geschäfte erheischen meine schleunige Abreise."

„Kannst Du sie nicht verschieben?" „Unmöglich."

„Willst Du mich bei Deiner Rückkehr wieder be-1 suchen?"

„Das verspreche ich Dir, jedoch unter der Be­dingung, daß auch Du mich besuchen willst. Ich wohne jetzt in Johnsec. Du weißt, daß die Umgegend reich an tre fl chc» Waldungen ist. Da Du immer noch die Jagd liebst, so würde ich keine größere Freude haben, toerm ich Dir im Laufe dieses Winters meine Gastfreundschaft an bieten könnte. Willst Du kommen?"

„Herzlich gern!"

„Nun, so halte ich Dich beim Wort."

„Villeneuve wollte antworten, als der Diener wiederum erschien.

„WaS gib»?" fragte der Richter, etwa-ärgerlich, so plötzlich unterbrochen zu werden.

„Herr von Renr.eville wünscht Sie zu sprechen", antwortete der Portier.

„Karl?"

„Ja, mein Herr, und trotzdem, daß ich ihm sagte, I

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MonatsbeUager „Mdger GeschichKbMer"

J& 215

gnlba, Dienstag, den 20. September 1904,

31. Jahrgang

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